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Thema: Altdeutschland Bayern Incoming Mail
Das Thema hat 82 Beiträge:
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bayern klassisch Am: 03.01.2015 14:06:05 Gelesen: 9045# 8 @  
Liebe Sammlerfreunde,

heute möchte ich den heutigen Posteingang hier zeigen - einen frankierten Brief aus Barcelona nach Nürnberg vom 4.8.1866.



Der Absender frankierte mit 24 Cuartos "pr. Paris", daher erfolgte am selben Tag in La Junquera die Stempelung mit P.D. als Zeichen der völligen Frankatur und des Grenzübertritts nach Frankreich korrekt.

Weil spanische Währungen und Paritäten - außer dem lieben @buzones - nicht jedermann geläufig sein werden, hier die kurze Einführung in dieselben:

1 Peso duro entsprach 20 Reales. 1 Real entsprach 8 Cuartos. 1 Cuarto entsprach 4 Maravedis.

Da hier der PV zwischen Preußen und Spanien, gültig ab dem 1.7.1864, anzuwenden war, war die Taxberechnung wichtig und interessant. Preußen und Spanien setzten im Art. 19 (Amtsblatt Nr. 44 Preußens) des PV vom 10.6.1864 fest, dass zwischen beiden Verwaltungen monatlich abzurechnen sei und die Postverwaltung, die im Debit (Schuld) war, die Saldierung vorzunehmen hatte.

Hierbei war festgesetzt worden, dass 1 Silbergroschen 45% eines Reals wert war. 1 Sgr. war auch 3,5 Kr. wert und 24 Cuartos entsprachen daher 3 Real. Somit war auf der Basis der spanischen Währung der Brief mit 24 Cuartos = 3 Real = 6 2/3 Sgr. und damit 23,3 Kr..

Zum Vergleich: Ein Brief aus Bayern kostete frankiert nach Spanien 21 Kr., wobei 7 Kr. Bayern verblieben und 14 Kr. für den Transit durch Belgien und Frankreich nebst dem spanischen Inlandsporto als Weiterfranko zu vergüten waren. Schon hier merken wir die Wirkung der späteren Reichswährung "Groschen" auf Bayern; Preußen setzte für seine Briefe das Franko auf 2 Sgr. fest, die Bayern nicht wie früher in 6 Kr. reduzierte, sondern paritätisch in 7 Kr. und das Weiterfranko für preußische Briefe von 4 Sgr. wurde naturgemäß paritätisch in 14 Kr. reduziert. Aber den einen Kreuzer wollte Bayern doch haben.

Zurück zum Brief selbst: Da er in einem geschlossenen Briefpaket Frankreich ("Paris") transitierte, blieb er stets unter der Leitung der Bahnpost - von Spanien bis Nürnberg! Daher kam er schon am 6.8. in Belgien an, wo das spanische/iberische Briefpaket geöffnet wurde. Am 8.8. kam er in Nürnberg an und wurde vom dortigen Briefträger Nr. 1 zugestellt. 4 Tage von Spanien bis Nürnberg schafft die Post heute leider nicht mehr, wie erfahrene Touristen mit Postkartenwunsch heute bestätigen werden.

Heute möchte ich den heutigen Posteingang hier zeigen - einen frankierten Brief aus Barcelona nach Nürnberg vom 4.8.1866.

Der Absender frankierte mit 24 Cuartos "pr. Paris", daher erfolgte am selben Tag in La Junquera die Stempelung mit P.D. als Zeichen der völligen Frankatur und des Grenzübertritts nach Frankreich korrekt.

Weil spanische Währungen und Paritäten - außer dem lieben @buzones - nicht jedermann geläufig sein werden, hier die kurze Einführung in dieselben:

1 Peso duro entsprach 20 Reales. 1 Real entsprach 8 Cuartos. 1 Cuarto entsprach 4 Maravedis.

Da hier der PV zwischen Preußen und Spanien, gültig ab dem 1.7.1864, anzuwenden war, war die Taxberechnung wichtig und interessant. Preußen und Spanien setzten im Art. 19 (Amtsblatt Nr. 44 Preußens) des PV vom 10.6.1864 fest, dass zwischen beiden Verwaltungen monatlich abzurechnen sei und die Postverwaltung, die im Debit (Schuld) war, die Saldierung vorzunehmen hatte.

Hierbei war festgesetzt worden, dass 1 Silbergroschen 45% eines Reals wert war. 1 Sgr. war auch 3,5 Kr. wert und 24 Cuartos entsprachen daher 3 Real. Somit war auf der Basis der spanischen Währung der Brief mit 24 Cuartos = 3 Real = 6 2/3 Sgr. und damit 23,3 Kr..

Zum Vergleich: Ein Brief aus Bayern kostete frankiert nach Spanien 21 Kr., wobei 7 Kr. Bayern verblieben und 14 Kr. für den Transit durch Belgien und Frankreich nebst dem spanischen Inlandsporto als Weiterfranko zu vergüten waren. Schon hier merken wir die Wirkung der späteren Reichswährung "Groschen" auf Bayern; Preußen setzte für seine Briefe das Franko auf 2 Sgr. fest, die Bayern nicht wie früher in 6 Kr. reduzierte, sondern paritätisch in 7 Kr. und das Weiterfranko für preußische Briefe von 4 Sgr. wurde naturgemäß paritätisch in 14 Kr. reduziert. Aber den einen Kreuzer wollte Bayern doch haben.

Zurück zum Brief selbst: Da er in einem geschlossenen Briefpaket Frankreich ("Paris") transitierte, blieb er stets unter der Leitung der Bahnpost - von Spanien bis Nürnberg! Daher kam er schon am 6.8. in Belgien an, wo das spanische/iberische Briefpaket geöffnet wurde. Am 8.8. kam er in Nürnberg an und wurde vom dortigen Briefträger Nr. 1 zugestellt. 4 Tage von Spanien bis Nürnberg schafft die Post heute leider nicht mehr, wie erfahrene Touristen mit Postkartenwunsch heute bestätigen werden.





Die betroffene Verordnung auf bayer. Seite füge ich bei - ich hoffe, es ist interessant, diese alten Anweisungen an die Post zu lesen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 18.02.2015 13:47:32 Gelesen: 8928# 9 @  
Liebe Sammlerfreunde,

wenn man den Titel des Threads auf "Altdeutschland Bayern: Incoming Mail" ändern könnte, wäre mir das sehr lieb.

Heute möchte ich meine jüngste Errungenschaft zeigen - einen Brief der 3. Gewichtsstufe (über 15 - 22,5g) aus Marseille vom 10.1.1858 nach München an die Gräfin zu Sayn Wittgenstein Sayn. 4 - Farb - Frankaturen sind größte Seltenheiten und ich kenne nach Bayern keine zweite.

Wer mir als erster hilft, den Absender aus dem Trauersiegel zu erkennen, bekommt eine kleine Belohnung aus meiner AD - Kiste.



Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 26.02.2015 20:21:53 Gelesen: 8843# 10 @  
Hallo Ralph,

bei der Gräfin müsste es sich um Carolyne Sayn Wittgenstein Berleburg-Ludwigsburg handeln, diese war ja eine Zeit lang mit Franz Liszt zusammen, dieser wiederum war vorher mit Marie d'Agonit einer Comtesse zusammen gewesen.

Das wäre unter anderem ein Anhaltspunkt für Deine Suche.

http://www.licht-und-recht.de/sonstige/Cuno__Gedaechtnisbuch_5.pdf, vielleicht hilft Dir dieser Link weiter. Ist auf jeden Fall sehr spannend und Zeitaufwendig zu suchen, aber es macht halt Spaß.

Gruß Rainer
 
bayern klassisch Am: 26.02.2015 20:59:39 Gelesen: 8836# 11 @  
@ Gernesammler [#10]

Hallo Rainer,

danke für den Link - kannte ich nicht.

Mich würde halt der Absender interessieren, der ja offensichtlich Deutscher war und in Marseille einen Todesfall von Belag zu berichten hatte. Aber ich habe im Jan. 1858 keinen Todesfall in der Familie derer zu Sayn-Wittgenstein-Sayn gefunden und der Chef des Hauses leider auch nicht. Alles nicht so einfach.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 27.02.2015 19:34:20 Gelesen: 8791# 12 @  
Hallo Ralph,

vielleicht denkt man ja auch falsch, weil man sich auf eine Sache eingeschossen hat, die Dame gehörte ja vorher zum Polnischen Adel und hieß Iwanowska. Da der Adel in Europa ja verschwiegert und verschwägert war, vieles in Richtung England und Frankreich, Preussen oder auch Russland verheiratet wurde sollte man wenn man an einen Todesfall denkt in mehrere Richtungen denken.

Nur so als Versuch, denn einen Todesfall derer von Wittgenstein schließe ich aus, es sei denn das dieses Familienmitglied später einen anderen Namen hatte. Da wäre z.B. Marie die Tochter von Caroline Sayn Wittgenstein die ja später in zu Hohenlohe einheiratete.

Sollte es irgendwann mal so sein, dass Du den Absender rausbekommst, es würde mich interessieren, bleibt also weiterhin spannend.

Gruß Rainer
 
bayern klassisch Am: 27.02.2015 20:20:02 Gelesen: 8789# 13 @  
@ Gernesammler [#12]

Hallo Rainer,

du hast natürlich Recht - ich hatte immer bei der Familie gesucht, aber es kann ja auch Verwandschaft irgendwo in Europa gewesen sein, die im Jan. 1858 verstorben ist. Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Adlige (theoretisch muss es ja nicht mal ein Adliger gewesen sein) in der Zeit Dez. 1857 bzw. Jan. 1858 verstorben sind; sicher viele Dutzend.

Sollte ich es jemals heraus finden können, gebe ich unaufgefordert laut.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 01.03.2015 08:37:09 Gelesen: 8748# 14 @  
Liebe Sammlerfreunde,



ein Brief aus Quincy / Illinois wurde am 25.11.1850 nach Markt Einersheim aufgegeben. Der Absender notierte "Via Liverpool" und bezahlte 20 Cents (PAID / 20) für die Strecken innerhalb der USA, den Seeweg und das britische Transitporto. Die Niagara der Cunard Line legte mit ihm am 4.12.1850 von New York aus ab und landete ihn wunschgemäß (kam ja auch nicht immer vor!) am 17.12.1850 in Liverpool an. Am 18.12. war er ausweislich des siegelseitigen roten Stempels von London per Bahnpost von dort kommend eingelaufen. Mit dem schwach abgeschlagenen Stempel "Colonies & Art. 13" (ich meine, auch wenn man es nicht deutlich lesen kann, dass dies der richtige Vertragsstempel sein sollte) und dem Eingangsstempel von Calais (wohl vom 19.12.1850) lief er über Paris und Forbach nach Würzburg, wo er am 22.12.1850 ankam.

Nach dem Postvertrag Bayerns mit Frankreich vom 1.7.1847 kosteten einfache, bis 1/2 Münchener Loth wiegende Briefe 45x pauschal in Bayern; dieser hier war wegen seines schweren, religiösen Inhalts doppelt schwer und kostete die Empfängerin satte 1 Gulden 30x (links unten im Auslagestempel von Würzburg in violett (!!) notiert - sieht man auch nicht alle Tage.

Am Folgetag wurde er zugestellt in Markt Einersheim, welches noch ohne Post von der Postexpedition Possenheim bedient wurde.

Die Empfängerin war keine geringere als die Gräfin Luitgard von Rechteren Limpurg, geb. Gräfin zu Erbach Fürstenau. Sie wurde fast 90 Jahre alt, ihr Gatte satte 98 Jahre. Hier der Link zu ihr und ihrem Gatten:

http://adelsmatrikel.de/ADEL//getperson.…513E&tree=tree1

Fassen wir also zusammen: 20 Cents in den Staaten entsprachen 30x, dazu kamen 1 Gulden 30x bis zur Empfängerin, so dass der Brief total 2 Gulden kostete. Nicht eben wenig, aber man wird es sich seitens der erlauchten Gräfin zu leisten gekonnt haben.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 01.03.2015 15:06:08 Gelesen: 8727# 15 @  
@ bayern klassisch [#14]

Lieber Bayern Klassisch,

ein Traum! Und wie immer eine super Beschreibung.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Marcel Am: 01.03.2015 23:52:45 Gelesen: 8698# 16 @  
@ bayern klassisch [#9]

Dein Brief ging an die Gräfin Sayn Wittgenstein Sayn Gräfin Salisbury. Jetzt habe ich aber keine geb. von Salisbury gefunden, deswegen gehe ich davon aus das der Name Salisbury gemeint ist, um die richtige Person in München zu erreichen.

Ich habe mal ein bischen nachgeforscht und habe eine erste Annahme zu Deinen Brief.

Gustav Graf zu Sayn-Wittgenstein-Sayn (*10.3.1811, +24.6.1846) heiratete in Stuttgart am 11.10.1838 Salisbury Anne (auch Harriet) Pigott (*7.10.1811, +München 19.4.1904). Sie hatten vier Kinder (alles Mädchen).

Nachzulesen unter E2. auf: http://genealogy.euweb.cz/sponheim/sponh11.html

Salisbury Harriet Pigott war die Tochter von Sir George Pigott, dem 1. der Baronetswürde von Knapton im Queen's County.

Eine Verbindung nach Marseille konnte ich bisher nicht nachweisen, aber ein Todesjahr 1858 einer gewissen Mary Foster alias Miss Pigott, genauer gesagt Mary Graham-Foster-Pigott. Vielleicht ist da eine Verbindung, konnte aber keine ausmachen.

Auch in der Familie der Salisbury kam es am 21.01.1858 zu einem Todesfall Lady Emily Anne Bennet Elizabeth Cecil Nugent (geb. 14 Juli 1789) Tochter von James Cecil, 1st Marquess (Marktgraf) von Salisbury.

http://www.hamleyhall.de/englische_geschichte/familie_cecil_marquess_of_salisbury.html

Vielleicht bekomme ich noch etwas bezüglich des Wappens heraus, ansonsten weiter viel Glück bei deinen Recherchen.

schöne Grüße
Marcel
 
bayern klassisch Am: 02.03.2015 06:20:25 Gelesen: 8689# 17 @  
@ Marcel [#16]

Hallo Marcel,

vielen Dank - wird alles notiert und gespeichert.

Bei deinen Recherchen bist du mir weit voraus, bin halt kein talentierter Googler.

Bei dem Siegel habe ich aufgegeben, aber es ist schon einmal gut zu wissen, dass evtl. jemand aus der Familie im Jan. 1858 gestorben ist - das würde ja perfekt passen.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Marcel Am: 05.03.2015 12:07:47 Gelesen: 8622# 18 @  
@ bayern klassisch [#17]

Hallo Ralph!

Ich denke ich habe Dein Siegel geknackt.

George Graham trug seinen schwer verwundeten Kapitän Granado Pigott vom Felde auf einem Rückzug des Herzogs von York. Nach dem Tod von Granado Pigott erhielt nach Wunsch des Hauses Pigott dessen Schwester das alleinige Erbe der Abingdon Pigott Immobilien, Co. Cambridge.

Die Schwester von Granado Pigott war verheiratet mit Dr. Foster, Fellow of Eton und Inhaber der Merryworth in Kent. Sie hatten eine Tochter Mary die später George Graham heiratete. Mary (Maria) war die einzige Tochter und Erbin von John Foster und seiner Frau Fräulein Pigott, und Abingdon Immobilien bekam sie im Jahr 1827 als George Graham und seine Frau (unter königlicher Lizenz) den Familiennamen der Graham-Foster-Pigott annahmen. Und diese Mary Foster alias Mary Graham-Foster-Pigott (Miss Pigott) starb im Jahre 1858.

Salisbury war wiederum Sir George Pigott´s Tochter und wurde geboren nicht 1811 sondern am 07.09.1806 in Kellyville (New South Wales) und starb am 13.04.1904 in München. Das Gemeinschaftsgrab von Gustav und Salisbury Sayn-Wittgenstein-Sayn ist auf dem FRIEDHOF in der Nähe der ST.LAURENTIUSKIRCHE in ROTTACH-EGERN. [1]



Sir George Pigott und Granado Pigott sind u.U. miteinander verwandt, so daß Salisbury u.U. eine Cousine von Mary Graham-Foster-Pigott war. Also könnte Dein Siegel derer von Pigott (engl. Adelsfamilie) sein. Und der Grund das der Brief aus Marseille ist kann mit der Inmobiliengesellschaft zusammenhängen. Vielleicht war sie geschäftlich dort.

Ich konnte sonst weiter nichts in Erfahrung bringen.

schöne Grüße
Marcel

[1] http://www.royaltyguide.nl/countries/germany/rottachegern/friedhoflaurentius.htm
 
bayern klassisch Am: 05.03.2015 14:17:51 Gelesen: 8606# 19 @  
@ Marcel [#18]

Klasse! Dann danke ich dir sehr für deine (erfolgreiche) Mühewaltung zur Eruierung des Absenders meines Briefes und sehe deiner E-Mail mit Adresse und philatelistischem Wunsch entgegen. :-)

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 08.03.2015 09:35:39 Gelesen: 8558# 20 @  
@ Marcel [#18]

Hallo Marcel,

damit du siehst, dass ich Wort halte, ist der hier ab morgen an dich unterwegs als Dank und Anerkennung für deine Sherlock Holmes´schen Tugenden:



Er geht in dein geliebtes Jena und ich habe ihn damals wegen der (lustigen) Adresse gekauft, zumal er nicht gerade übel aussieht.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Marcel Am: 08.03.2015 12:03:56 Gelesen: 8540# 21 @  
@ bayern klassisch [#20]

Hallo Ralph!

Da freue ich mich aber jetzt schon, denn die lustige Adresse ist an Ernst Haeckel [1] (* 16. Februar 1834 in Potsdam; † 9. August 1919 in Jena; Arzt, Biologe und Philosoph) gerichtet. Ein wirklich Berühmter seiner Zeit und bis über seinen Tod hinaus bis heute bekannt. Er war bereits 1865 Professor der Zoologie in Jena. Er verfasste etliche Werke die bis heute verwendet werden.

1882 entstand die "Villa Medusa" - ehe­­maliges Wohn­haus des Zoo­logen Ernst Haeckel, heutiger Bestandteil des Institutes für Geschichte der Medizin, Naturwissenschaften und Technik der Friedrich-Schiller-Universität Jena, sowie Memorialmuseum, wo noch heute Häckels Arbeitszimmer im Original enthalten und zu besichtigen ist. [2]

Und hier ist er auf dem Notgeld der Stadt Jena von 1921.



Danke und schöne Grüße
Marcel

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Haeckel
[2] http://museen.de/ernst-haeckel-haus-jena.html
 
Heinz 7 Am: 08.03.2015 13:12:41 Gelesen: 8524# 22 @  
@ Marcel [#21]

Hey Marcel,

ich bin einmal mehr begeistert, was Du da alles herausgefunden hast! Anerkennung und höchster Respekt meinerseits!

Heinz
 
bayern klassisch Am: 08.03.2015 13:26:26 Gelesen: 8521# 23 @  
@ Marcel [#21]

Hallo Marcel,

da schließe ich mich den Aussagen von Heinz gerne an - klasse und ich fühle mich in meiner Wahl nachträglich bestätigt. :-)

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Marcel Am: 08.03.2015 14:13:11 Gelesen: 8511# 24 @  
@ Heinz 7 [#22]
@ bayern klassisch [#23]

Hallo Ihr zwei! Danke für das Lob! Leider habe ich nicht immer genug Zeit, da ich auch arbeiten muß, aber in den freien Minuten beschäftige ich mich gerne damit.

schöne Grüße
Marcel
 
bayern klassisch Am: 15.04.2015 14:59:58 Gelesen: 8306# 25 @  
Liebe Sammlerfreunde,

das Franko von 8 Pence dieses Briefes aus Brighton (?) vom 21.4.1868 nach Würzburg kann ich mir leider nicht erklären, denn über Ostende = Belgien sollten Briefe 6 Pence kosten, schwerere 12 Pence.



Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
10Parale Am: 03.05.2015 17:48:09 Gelesen: 8224# 26 @  
@ bayern-Fans,

Lange habe ich mir überlegt, diesen sehr schmalen Brief einzustellen. Ich datiere ihn auf das Jahr 1852.

Die Stempel sind nicht leicht zu erkennen, aber vielzählig vertreten.

Warum hat der Brief keine Marke? Er stammt aus Hermannstadt (damals k.u.k.-Monarchie) und wurde an einem 10. Juli abgeschlagen.

Wohin geht er? Ich lese spärlich "An den Hochwohlgeborenen Herrn Kaufmann ............ bei Coburg im herzoglichen Preussen Coburg ???????

Dreht man das Brieflein, erhält man Hinweise, Ratschläge, dunkle Geheimnisse - aber das alles zusammenwürfeln - oh jeeeee.

Das Brieflein wurde mit einem Wachssiegel verschlossen, so üblich. Ich erkenne folgende Stempel

- rechts oben Datum 16. JULI 18..2, stammt von einem 2-zeiligen Langstempel der etwas mit SEN endet, kann das heissen "PREUSSEN"
- darunter deutlich COBURG 17. JULI 1.5. (evtl. 1852)
- ein durch Papierriss getrennter 2K-Stempel von GOTHA ... das Tagesdatum ist leider nur zu erraten, der Monat ist 7.
- ein sehr schwacher Kastenstempel von EISENACH (ich sehe ein 15.7. ganz schwach)

Wenn ich auch hier wahrscheinlich im falschen Land suche, der Brief lief auf jeden Fall durch Bayern.

Eisenach, Coburg und Gotha bilden ein geometrisches Dreieck und sollte gar Gotha das Destinationsziel sein?

Das würde mich deshalb freuen, weil dort im September ja der Philatelistentag stattfindet und die ARGE Rumänien sich dort auch trifft.

Liebe Grüsse

10Parale




 
Magdeburger Am: 03.05.2015 18:12:29 Gelesen: 8212# 27 @  
@ 10Parale [#26]

Hallo 10Parale,

Coburg gehört zu Sachsen-Coburg - der dreizeilige Rahmenstempel ist Erfurt - Eisenach, ein Streckenstempel - auf der Strecke lag auch Gotha, wo der Brief den Zug verlassen hat.

Ob er durch Bayern lief, wird fraglich sein. Persönlich denke ich, dass er eher durch Sachsen lief. Vielleicht kann Bayern Klassisch mehr dazu sagen. :)

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Fips002 Am: 03.05.2015 19:40:41 Gelesen: 8193# 28 @  
@ bayern klassisch [#25]

Der Brief vom 21.4.1868 ist mit 8 d richtig freigemacht.

Durch den 3. Postvertrag vom 01.7.1859 - 30.6.1870 erfolgte die zweite Ermässigung der Briefgebühr von 8 d = 7 Sgr auf 6 d = 5 Sgr für den einfachen Brief.

Da der Brief aber nach 18.45 Uhr bis 19.45 Uhr aufgegeben wurde, erfolgte ein Zuschlag für Spätauflieferung von 2 d, gesamt also 8 d.

Die Kennzeichnung hierzu erfolgt ab 1859 rückseitig mit kleinem, blauen Einkreiser von London. Dieser wurde auf Deinen Brief auch abgeschlagen.

Gruß Dieter
 
bayern klassisch Am: 03.05.2015 19:42:37 Gelesen: 8192# 29 @  
@ 10Parale [#26]

Hallo 10Parale,

dein Portobrief lief sicher NICHT durch Bayern - er lief über Bodenbach (Strecke über Prag - Dresden) nach Taxis. Wäre es anders, sähe man den Hofer Stempel, denn die haben immer gestempelt, wenn Briefe im Transit kamen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Fips002 Am: 04.05.2015 20:58:00 Gelesen: 8133# 30 @  
Von mir ein Faltbrief von St.Petersburg/Russland nach Grasmühle bei Nürnberg.

Am 01.07.1843 wurde ein Postdampfschiffsvertrag zwischen Preußen und Russland abgeschlossen, wonach Postsendungen zwischen Stettin und Kronstadt (St. Petersburg) durch Postdampfer befördert werden konnten. Der Verkehr wurde von dem Postdampfschiff "Preußischer Adler" und dem russischen Postdampfschiff "Wladimir" wahrgenommen. Der Gebührensatz für den einfachen Brief von 15 g betrug 10 Kopeken = rund 3 Silbergroschen = 20 Kreuzer, vom Empfänger zu bezahlen.

Faltbrief befördert mit "Preußischen Adler" (Vermerk links oben) von St. Peterburg 26.Sept.1859 nach Stettin, weiter mit Bahn Cöslin-Berlin, Ankunft Schwarach 13.10.1859.

Gruß Dieter


 
bayern klassisch Am: 05.05.2015 20:57:44 Gelesen: 8087# 31 @  
@ Fips002 [#30]

Hallo Dieter,

ein sehr schöner Brief, der in jede Sammlung gut hinein passt.

Preußen notierte 3 Sgr. siegelseitig, die sie Rußland bonifizierten.

Da der Brief nach Bayern lief, fungierte Preußens erste Poststelle als Vereinsaufgabepost. Wurden die 3 Sgr. (10 Kopeken) für Rußland paritätisch in 10,5 Kreuzer = 11 Kreuzer reduziert, so kam das Postvereinsporto von 9 Kr. für einfache Briefe in die Südstaaten über 20 Meilen in Ansatz, so dass total 20 Kr. zu bezahlen waren.

Nachdem Bayern diese vom Empfänger (bekannte Korrespondenz!) kassiert hatte, musste man alle 20 an Preußen vergüten, das immerhin noch 9 Kreuzer (paritätisch 2,5 Sgr.) behalten durfte. Bayern behielt also gar nichts hier.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 27.06.2015 11:10:43 Gelesen: 7576# 32 @  
Liebe Freunde,

ich habe die Ehre heute ein feines Briefchen zeigen zu dürfen, dessen Erwerb mich sehr gefreut hat, weil es ein bisschen in die Dynastik Bayerns zielt und somit für den Freund der "Sophy" ("social philately") von Interesse sein könnte.





Aufgegeben wurde es am 28.9.1813 in Louvain (deutsch: Löwen), welches damals französisch war, später niederländisch und ab 1831 belgisch). Den genauen Ort gibt Pius mit Hererleg oder Hererley an - diesen Ort konnte ich nicht finden und wäre für Hilfe dankbar. Die Adresse lautete:

A S. A. S. (A Son Altesse Serenissime) Monsieur le Duc Guillaume de Baviere a Bamberg = An seine Hoheit den Herrn regierenden Herzog in Bayern in Bamberg.

Gemeint war Herzog Wilhelm in Bayern, ein Wittelsbacher, der von 1752 bis 1837 lebte. Absender war Pius August in Bayern, ein Misantrop, der von 1786 bis 1837 lebte und immerhin bayer. Generalmajor war.

Im Inhalt geht es um den kleinen Max Joseph in Bayern (1808 bis 1888) den Sohn von Pius und seiner Frau Amalia Luise von Arenberg (1789 bis 1823) - es sollte das einzige Kind der beiden bleiben. Auch seine Frau kommt in dem Brief vor, jedoch geschrieben "Amelie".

Die Taxen sind einfach zu lesen, aber schwer zu bestimmen: Sicher wurde er mit 3 1/2 (Gutengroschen denke ich) taxiert, die dann in 14 Kreuzer reduziert wurden. Es sieht so aus, als wäre er in Frankreich portofrei gewesen, aber nicht für die Transitstrecke bis zur bayer. Grenze (Achtung: Das Großherzogtum Würzburg war noch nicht bayerisch).

Daher nehme ich an, dass man nur die Transitforderung mit 14 Kr. bei der Abgabe haben wollte, nicht jedoch französische und bayerische Gebühren, die wegen der Stellung nicht angefallen waren (passive Portofreiheit).

Warum der Brief mit 2 unterschiedlichen, schwarzen Siegeln verschlossen wurde, kann ich nicht sagen. Postspionage?

Kommen wir zurück in die Zeit des späten September 1813: Bayern war noch im Rheinbund mit Frankreich verbündet, doch mit dem Vertrag von Ried am 8.10.1813 trat Bayern aus dem Rheinbund aus und schloss sich den Russen, Österreichern und Preußen gegen Napoleon an. Unmittelbar danach, vom 16. bis 19.10.1813 folgte die Völkerschlacht bei Leipzig, deren Ausgang das Gesicht Europas veränderte. Würde man diese Tage und Wochen aus der Zeit des Briefes bewegend nennen, wäre das noch die Untertreibung des Jahres 1813.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 

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