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Thema: Entgeltvermerke - sammelwürdig ?
Das Thema hat 188 Beiträge:
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DL8AAM Am: 05.06.2009 14:15:58 Gelesen: 166621# 139 @  
@ Stempelwolf [#138]

Hallo,

tippe eher, dass der Absender das gleich hat mit aufgedruckt (lassen).

Ist mir in den letzten Monaten besonders bei höchst dubiosen Gewinnspiel bzw. Gewinnbenachrichtungen aufgefallen, dass diese oft an sehr prominenter Stelle, sehr gut sichtbar diesen "Slogan" im gewohnten Postgelb mit Hörnchen aufbringen, scheinbar um bei den unbedarften Adressaten "noch" glaubwürdiger bzw. "offizieller" zu erscheinen. Wenn ich ich DP-Regeln richtig verstanden habe, ist dieser Zudruck durch den Absender möglich, von der Post sogar gewollt (?) aber falkultativ.

Gerade heute kam übrigens eine Infopost Werbung (mir) erstmals (aufgefallen) mit einem entsprechenden postgelben Zudruck mit der neuen Firmenbezeichnung "Deutsche Post DHL", da die Umstellung ja schon vor 2-3 Monaten stattgefunden hat, befürchte ich fast, dass ich die Dokumentation dieser Umstellung verschlafen habe. Man muss wirklich jeden täglichen Werbeumschlag auf das genaueste auf "Neues" untersuchen, aber ich glaube das Altpapier ist lange nicht weggebracht worden >> Die Hoffnung lebt.

http://www.dp-dhl.de//mlm.nf/dpwnew/presse/postforum/04_2009/postforum_04_2009.pdf

Mit der neuen strategischen Ausrichtung ist auch ein neues Erscheinungsbild verbunden. Das Konzernkennzeichen lautet statt „Deutsche Post World Net“ nunmehr „Deutsche Post DHL“. Der neue Name steht für übersichtliche Strukturen, eine neue Durchlässigkeit im Konzern und integrierte Lösungen für die Kunden. Das Posthorn hat deshalb nicht ausgedient. Man findet es wie bisher in Verbindung mit „Deutsche Post“.

Gruß
Thomas
 
DL8AAM Am: 10.06.2009 18:52:17 Gelesen: 166467# 140 @  
@ DL8AAM [#139]

So, nun mal etwas Zeit zum Scannen gehabt.

Hier ist der besprochene "erste seiner Art" Beleg, der mir bewusst unter die Augen gekommen ist.



In der Welle steht noch "Ein Service der Deutschen Post" während der Zusatz bereits die neue Firmierung "Deutsche Post DHL" angibt. Ich kann mich an dutzende Werbeumschläge mit entsprechenden "alten" postgelben Zusatz "Deutsche Post" erinnern, leider habe ich keinen mehr gefunden. Man muss wohl wirklich jeden Werbeumschlag aufheben. Habe mir schon neue Kartons organisiert, zum Glück ist noch viel Platz auf dem Dachboden. Kann mich dann hochschleichen, wenn die Frau zur Arbeit ist.

Gibt es Informationen, Richtlininen der Deutschen Post über die Verwendung dieses Zudrucks? Wird ja, wie die INFOPOST-Wellen auch, i.d.R. durch den Kunden aufgebracht, wobei ich mir ganz sicher bin, dass es von der Deutschen Post darüber genaueste Regeln und Ausführungsbestimmungen gibt. ;-)

Gruß
Thomas
 
DL8AAM Am: 10.06.2009 18:57:52 Gelesen: 166464# 141 @  
@ Concordia CA [#4]

Hi,

wollte das schon früher fragen, aber immer vergessen:

Hast Du eine Idee was die senkrechte Angabe "01150" neben dem Rechteck aussagt? Solche Nummern erscheinen sehr häufig im Zusammenhang mit dieser Art von PPIs.

Gruß
Thomas
 
Jürgen Witkowski Am: 10.06.2009 21:14:12 Gelesen: 166454# 142 @  
@ DL8AAM [#141]

Ich habe ein Merkblatt der Deutschen Post aus dem Jahr 1998 mit dem Titel "Infopost und Kataloge national" vorliegen. Darin wird diese Art der Freimachung als "DV-Freistempelabdruck mit Abrechnungsnummer" bezeichnet. Es handelt sich also offensichtlich um eine Abrechnungsnummer.

Diese Freimachungsart besteht immer noch, wie der angefügte Beleg aus diesem Jahr zeigt.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
DL8AAM Am: 17.06.2009 17:45:39 Gelesen: 166265# 143 @  
Hallo,

hier noch ein weiterer "Porto"-Vermerk.

Unter den "Gebühr-bezahlt" Belegen aus den USA, die mir gerade in die Hände gefallen sind - nochmals danke an Arno - fand ich auch einen Umschlag, der vorerst erstmal in diese Kategorie fällt (?)

In den USA haben verschiedene Institutionen (Senat, Kongress, Repräsentantenhaus) bzw. einige dessen Mitglieder Portofreiheit. Besser sie geniessen seit 1775 ein gewisses Portoprivileg "Franking Privilege", d.h. diese Institutionen zahlen der US Post für dieses Privileg Gebühren. Der US Senat zum Beispiel 34,3 Millionen $ im Fiskaljahr 2006. Über die letzten Jahre wurde dieses Privileg aber immer eingeschränkt, erkennbar daran, dass 1988 noch 113,4 Millionen $ anfielen.

Diese Privileg unterliegt auch gewissen Auflagen und Regeln, u.a. hinsichtlich des Inhalts, Menge, Zielgruppe und des Zeitpunkts (z. B. Sperrzeiten vor Wahlen, um steuerbezahlte Wahlwerbung zu unterbinden). Auch müssen zum Teil Hinweise auf die Kosten einer Mailingaktion angegeben werden "Prepared, Published, and Mailed at Taxpayer Expense", geplant war auch "The aggregate cost of this mailing to the taxpayer is _____".

Die Freimachung bzw. das Franking Privilege wird auf den Umschlägen durch den Namenzug des Berechtigten "oben-rechts" angezeigt, handschriftlich oder auch faximiliert bei Massensendungen. Man bezahlt sozusagen mit seinem guten Namen. ;-)

Bisher wusste ich nur davon, nun habe ich einen Beleg vorliegen BESTEN DANK, in meiner Begeisterung wollte ich den schnell vorstellen. Mal schauen, was ich sonst noch entdecke.



Undatierter Brief aus einer Massenversendung eines US Senators, erkennbar an dem Zusatz U.S.S. unter dem Namenszug, leider kann ich diesen (noch) keiner bestimmten Person zuordnen. Vielleicht jemand hier? Unter dem "Franking" wurde per Drucker "PRSRT STD" für "presorted standard" aufgebracht. Der Ort des Addressaten (Greenville, NC) des Briefes ist erkennbar durch die Postleitzahl 27858 in der Kodeleiste. Möglicherweise handelt es sich um einen Senator für North Carolina? Was der Zusatz B*TLTPI in der Kodeleiste bedeutet, ist mir noch unklar.

Auf http://www.linns.com/howto/refresher/evolution_20071029/refreshercourse.aspx (Abb. 4) findet sich ein weiteres Beispiel, hier vom U.S. Senator Richard Nixon von 1951 !

Da sagt mir noch einer, "Entgeltvermerke" seien nicht sammelwürdig. ;-)

Fürs tiefer einlesen, weitere Infos u.a. auf

http://www.senate.gov/artandhistory/history/minute/Senate_Ends_Franked_Mail_Priviledge.htm

http://rules.senate.gov/public/index.cfm?FuseAction=RulesOfSenate.View&Rule_id=d58b45ca-ee56-491e-8c49-66545970a0fc&CFID=6781851&CFTOKEN=28165906

http://www.fas.org/sgp/crs/misc/RS22771.pdf

Gruß
Thomas
 
Carolina Pegleg Am: 18.06.2009 15:13:09 Gelesen: 166220# 144 @  
@ DL8AAM [#143]

Hallo Thomas,

es handelt sich um einen Brief von Richard Burr, der seit 2004 für North Carolina im US Senat ist.

Ich bin leider voraussichtlich auch für die nächste Zeit noch ausser Gefecht. Bis Ende des Monates bin ich noch unterwegs (ich schreibe gerade von unterwegs aus Davenport, Iowa). Den ganzen Juli bin ich dann wieder zu Hause (in NC), aber habe dann leider meine Sammlung nicht mehr. Ab Mitte August erst wird es sich bei mir beruhigen und ich werde dann auch wieder Zugriff auf meine Sammlung haben (dann in Ohio). Ohne Vergleichsstücke und Literatur ist es immer schwer etwas zu schreiben. Es gibt hier schon einiges für mich aufzuarbeiten, worauf ich mich schon freue.

Beste Grüsse,

Arno
 
DL8AAM Am: 18.06.2009 16:31:30 Gelesen: 166214# 145 @  
@ Carolina Pegleg [#144]

Besten Dank Arno,

hatte über Google "Senator" und "North Carolina" auch schon die Idee "Richard Burr" gehabt, bevor ich mich zu weit rauslehne, wollte ich erst einmal schlau machen. Habe inzwischen seinen Internetauftritt unter http://burr.senate.gov gefunden, dort wird übrigens der Namenszug wie auf dem Umschlag gezeigt. Die Vermutung passte also, nun kamst Du mir doch zuvor. ;-)

Hatte auch über das Kontaktformular eine Anfrage nach weiteren Informationen verschickt, aber noch keine Antwort erhalten. Sicherlich haben die bestimmt viel besseres zu tun, als auf Emails von depperten Spinnern aus Europa, die Altpapier aus Mülleimern sammeln, zu antworten.

Hatte vor Jahren aber bereits einmal direkt an den Präsidenten geschrieben. Nach Monaten kam eine persönliche Antwort per Post, mit einer echten Briefmarke frankiert, keine Namenszugfranktur. Habe im Rahmen meiner Recherchen zu dem Senatsbeleg, aber auch keinerlei Bezüge auf ein "Franking Privilege" des Präsidenten selbst gefunden. Nur Verweise auf den Senat, den Kongress und "The House", wohl das Repräsentantenhaus. Scheinbar muss der Präsident Porto aus eigener Tasche zahlen.

Ein "The White House" mit Briefmarke ist aber trotzdem ein schönes Highlight in der Sammlung. ;-)

Gruß
Thomas
 
DL8AAM Am: 21.09.2009 19:54:21 Gelesen: 164468# 146 @  
@ italiker [#8]

Es gibt auch Handstempel:


Eingang: 21.09.2009

Nach meinem Verständnis handelte es sich bei dieser Art von Handstempeln um Stempel, die im Postamt vorlagen und auf entsprechende Kundeneinlieferungen durch Postmitarbeiter angebracht wurde, analog zu Schalterfreistempler,
"Filiallabels"



oder Frankierservice (hier mit Kundenzusatz).



Korrekt? Oder wurden diese auch an Kunden zur "ewigen Nutzung" übergeben bzw. verkauft?

Seit Einführung der Welle, von denen gibt es ja jetzt wohl Schalter-Handstempel, die diese alten PPI-Formen ablösen sollten bzw. die alten Formen sollten doch nicht mehr verwendet werden?

Es gibt zwar die Übergangsausnahmegenehmigung, dass Postkunden ihre noch vorliegenden alten "Gebühr-Bezahlt"-Bestände noch weiter aufbrauchen könnten, dieses gilt doch aber nicht für die (Schalter-)Handstempel ? Weiss hier jemand näheres?



Handelt es sich hier um einen "Infopost-Wellen"-Schalterhandstempel ?

Werden diese eventuell auch an Großkunden (in exakt gleicher Form ?) ausgegeben bzw. können diese von den Schalterstempeln unterschieden werden?

Gruß
Thomas

BTW, vom o.g. Absender (Firma Otto Bock, Duderstadt) gibt es auch normale AFS:


 
Pete Am: 29.10.2009 20:42:49 Gelesen: 163831# 147 @  
Nachfolgend ein Beleg, der mir aufgrund der Zweisprachigkeit der Absenderangabe auf einem Tauschtag ins Auge fiel. Es handelt sich hierbei um das italienische Finanzministerium, Abteilung für Zoll- und indirekte Steuern aus Vipiteno in Südtirol, ca. 50 km südlich von Innsbruck entfernt und recht nah an der österreichisch-italienischen Grenze gelegen. Der Brief ging an einen Empfänger in Potsdam.



Handelt es sich bei dem Handstempelabschlag rechts oben um eine Art Portofreibefreiungsstempel?

Gruß
Pete
 
Jürgen Witkowski Am: 11.02.2010 20:26:26 Gelesen: 162027# 148 @  
Im Gegensatz zu den herkömmlichen Entgeltvermerken nicht so oft zu finden, da sie selten aufbewahrt wurden, sind die Postvertriebstücke mit dem Vermerk "Gebühr bezahlt". Dieses muss aus der Zeit zwischen 1961 und 1993 stammen, als vierstellige Postleitzahlen üblich waren.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
Werner Steven Am: 29.03.2011 17:28:55 Gelesen: 147823# 149 @  
Der obere Stempel ist ein durchaus gebräuchlicher Stempel "Gebühr bezahlt" aus der Zeit unmittelbar nach Kriegsende. Es fehlte schon mal an entsprechenden Postwertzeichen.



Die untere Stempelform zeigte schon Concordia und Privatpostsammler. Die Nummern unter dem Ortsnamen steht für die Nummer der Genehmigung. Oder erinnere ich mich falsch? Ich habe diese Stempel auch nur kurze Zeit gesehen. Wer weiß was über Verwendungszeitraum, Einführung und hat nähere Angaben dazu.


 
Postgeschichte Am: 29.03.2011 22:03:08 Gelesen: 147788# 150 @  
@ Werner Steven [#149]

Hallo Werner,

bei der von Dir als zweitem Stempelabdruck gezeigten Stempelform handelt es sich um die Freimachung durch absendergestempelte Postwertzeichen. Dabei wurden die Massendrucksachen (Infopost), um die geht es ja, vom Absender mit Postwertzeichen freigemacht und auch mit Absenderstempelmaschinen entwertet. Die Postwertzeichen mußten mit einem Stempelabdruck nach vorgeschriebenen Muster in schwarzer Farbe entwertet werden.

Die Freimachung durch absendergestempelte Postwertzeichen gibt es seit 1978. Zunächst war zwischen einer möglichen Absenderwerbung und dem Tagesstempel die Angabe "GEBÜHR BEZAHLT" anzugeben, später "Infopost", "Infobrief" oder auch kombiniert. Diese Angabe war m.W. bis 1.3.1993 erforderlich, wurde dann durch die Angabe "ENTGELT BEZAHLT" ersetzt.



Infopost der Fa. Sieger, Lorch vom 27.8.1993, mit der Angabe "ENTGELT BEZAHLT"

Wurde bei Freimachungsvermerken, Freistempeladrucken und Absenderstempelabdrucken noch die alte Bezeichnung "Gebühr bezahlt" verwendet, wurde dies bis zum 31.12. 1995 nicht beanstandet. Die Nummer unter der Ortsangabe ist die Kenn-Nr. des Benutzers. Durch diese Identifizierung konnte das betreffende Unternehmen auch auf den Werbeeinsatz verzichten und diesen durch eine werbeneutrale Wellenlinie ersetzen.

Ich hoffe, daß Du mit diesen Daten etwas anfangen kannst.

Gruß
Manfred
 
Werner Steven Am: 30.03.2011 18:04:49 Gelesen: 147720# 151 @  
Vielen Dank Manfred,

Besser geht es nicht. Siehe auch Amtsblatt 135, Verfügung 900 vom 27. Oktober 1978: Die Attraktivität der Massendrucksache ist in diesem Jahr durch eine Änderung der Versandbestimmungen mehrmals gesteigert worden, z.B. verschlossene Umhüllung [157/78], Beigabe unentgeltlicher Proben, Muster und Werbeartikel [795/78]. Im Zuge dieser Entwicklung dürfen Benutzer von Absenderstempelmaschinen Massendrucksachen vom 11.1.1979 an zunächst versuchsweise mit Postwertzeichen freimachen und Absenderstempeln.

Die Massendrucksachen sind mit der Absenderstempelmaschine zu stempeln, wobei die Postwertzeichen mit einem Stempelabdruck in schwarzer Farbe nach folgendem Muster zu entwerten sind.

Die Stempelabdrucke der Maschinen einiger Hersteller weichen aus technischen Gründen in der Größe geringfügig von den vorstehenden Muster ab. Die Zulassung der Maschinen wird durch AmtsblVf. bekanntgegeben.

Z.B. Zulassung des Model B 1 der Postalia GmbH in Offenbach [1007/78]

und

Amtsbl.38 Vf.227 vom 19.03.81: Vom 1.7.81 an sind Briefsendungen und Paketkarten, auf denen der Raum zum ordnungsmäßigen Aufkleben der Postwertzeichen nicht ausreicht, in der rechten oberen Ecke der Aufschriftseite mit dem Abdruck eines Gummistempels nach folgendem Muster zu versehen: links daneben ist der Tagesstempel anzubringen. Die entrichtete Gebühr ist an der vorgesehenen Stelle anzugeben; der Vermerk ist nicht zu unterschreiben. Die Gummistempel "Gebühr bezahlt - Taxe percue" werden zentral beschafft ....
Bei der Bedarfsermittlung ist davon auszugehen, daß ein Stempel bei allen Annahmestellen der PÄ (V) und PÄ sowie bei allen Poststellen I vorhanden sein soll. ... Poststellen II sind nur in Ausnahmefällen mit dem Stempel auszustatten.

Eine Liste der Kennnummern ist mir nie untergekommen, auch habe ich diese Verfügungen nie weiterverfolgt.

Daher nochmals Danke für die Hinweise.

mit freundlichem Gruß
Werner
 
DL8AAM Am: 01.04.2011 17:35:31 Gelesen: 147581# 152 @  
@ Werner Steven [#149]

Zu diesen Absenderstempeln hat Jürgen Olschimke übrigens eine Vorabveröffentlichung seines für die Märzausgabe der Philatelie geplanten Artikels auf seine Webseite gestellt [1]. Auch wenn der Titel eher "Neues" verspricht handelt es sich um eine recht gute Zusammenstellung aller bekannten Absenderstempelungsverfahren. Lesenswert !

Und damit wir wieder etwas näher an das Thema "Entgeltvermerke" rücken, hier wieder etwas buntes:



Wohl in dieser Form offiziell korrekt (?), nach der Devise "jeder Kunde der Post, ist auch ein Partner", soll den potentiellen Empfängern dieser Werbung der "MDM Münzhandelsgesellschaft Deutsche Münze" aus Braunschweig wohl auf den ersten Blick etwas bestimmtes suggeriert werden, oder liege ich da etwa falsch ? Oh, sorry, mein Fehler ;-)) Aber ob hier die "90jährige Oma von nebenan" nicht den Eindruck gewinnen könnte, hier kommt etwas höchst "offizielles" von der ( Staats-) Post? Inwieweit sowas noch zu 100% seriös ist, mag ich hier aber nicht diskutieren wollen.

Für den Sammler aber allemal etwas aufhebenswertes (auch gerade deshalb).

Gruß
Thomas

[1]: "Neues Absenderstempelungsverfahren im Test" (2011) - http://www.jolschimke.de/stempel/neues-absenderstempelungsverfahren-im-test.html
 
DL8AAM Am: 24.10.2012 20:35:30 Gelesen: 109707# 153 @  
@ Carolina Pegleg [#94]

Damit wird diese Thema nicht ganz so tief im Archiv verschwindet,

International Surface Airlift ist eine besondere Versendungsart für Massendrucksachen ins Ausland, die sicher nicht so häufig ist.

hier ein weiteres PPI-Beispiel für eine "International Surface Air Lift"-Drucksache aus den USA (Chicago, IL):



Postalische Genehmigungsnummer ("Permit No."): [Chicago] 159
Absender ist das CQ WW SSB 2011 Contest Committee, c/o Barry Merrill (W5GN), Dallas, TX 75229 (Oktober 2012)

Der in [#94] genannte Link sagt zu dieser besonderen Versendungsform des USPS, Zitat " U.S. Postal Service program for the delivery of bulk printed matter to foreign destinations at a speed and postage rate, between airmail and surface mail rates, based upon the weight of the mailing and the destination country. ISAL is used by mailers who are not able to fill an air shipment container (750 lb. Is required by federal law) with their own mail volume alone. The USPS will combine their mail with that of other mailers to make up a full container. To utilize ISAL, the mailer must deliver his mail to one of ten airport mail facilities (New York, Chicago, Boston, Philadelphia, Washington, D.C., Dallas, Houston, Los Angeles, San Francisco, or Miami), depending on the destination country. The mail is then shipped by air to the destination country, where it is further transported by surface mail." [1]. Möglicherweise steckt hinter der Permit-Nummer 159 sogar der USPS, dessen dessen ISAL-Versandzentrum in Chigaco, selbst? Infos?

Gruß
Thomas

[1]: http://www.answers.com/topic/isal
 
wajdz Am: 24.10.2012 23:43:39 Gelesen: 109673# 154 @  
Wieder mal taucht eine Frage auf. Welchen Sinn macht der blaue –Entgelt bezahlt- Stempel, wenn frankiert wird ? Soll der nicht die Frankierung ersetzen?

Infobrief (80)
EF Oberrand aus 10er Bogen MiNr. 1755 (80)
TSt 67125 DANNSTADT-SCHAUERNHEIM a vom 14.-4.99 codiert



Danke schon mal im Voraus
MfG wajdz
 
DL8AAM Am: 02.05.2013 17:36:11 Gelesen: 100639# 155 @  
@ Concordia CA [#142]

Ich habe ein Merkblatt der Deutschen Post aus dem Jahr 1998 mit dem Titel "Infopost und Kataloge national" vorliegen. Darin wird diese Art der Freimachung als "DV-Freistempelabdruck mit Abrechnungsnummer" bezeichnet. Es handelt sich also offensichtlich um eine Abrechnungsnummer.

Von Zeit zu Zeit, insbesondere von Großeinliefern, taucht diese alte Absenderfreistempel-Variante "Freimachungsvermerk mit Postabrechnungsnummer" immer noch auf, wobei die Post auf ihrer Webseite theoretisch angibt, dass diese alten Formen inzwischen veraltet sind und abgelöst wurden:

Diese neue Technologie (d.h. mit 2D-Matrixcode im Fenster -ed) zur DV-FREIMACHUNG hat den herkömmlichen Freimachungsvermerk mit Postabrechnungsnummer abgelöst. [1]. Aber scheinbar laufen ältere Vereinbarungen für diese rein textliche Vorgängervariante/n der "DV-Franktur im Fenster" - aber leider ohne eine entsprechende offizielle öffentlich zugängliche Dokumentationen der DPAG - weiter. Falls hier jemand noch die entsprechenden Altdokumentationen vorliegen hat, bitte kurze Info, ebenso falls bekannt ist, unter welchen Bedingungen diese Altform nachläuft (nachlaufen kann). Danke!



Ausschnitt aus dem Umschlag eines Werbemailings des Schuhversandhauses "Avena GmbH & Co. KG" aus 55543 Bad Kreuznach, frankiert mit "DV-Freimachung im Fenster mit Postabrechnungsnummer" zu 66 Cent aus April 2013.

Aus diesem Grund habe ich mich wieder ein wenig mit diesem Thema beschäftigt. Eine Frage war ja, was das für fünfstellige Zahlen links neben dem waagerecht-dreigeteilten Rechteck mit dem Hinweis auf die "Freimachung (DV) im Fenster" in der Frankierzone sind. Deine Idee war, es könnte sich hier um die gewusste Postabrechnungsnummer handeln. Je länger ich aber darüber nachdenke, desto mehr vermute ich lediglich eine Art von Kundennummer des jeweiligen Einlieferers zu erkennen? Bei der genannten Postabrechnungsnummer könnte es sich möglicherweise um die Zahlenkombination im Bereich der "Freimachung im Fenster" handeln?



Die DV-Frankierzeile aus dem Fenster habe ich in diesem Fall mit Hilfe nachträglicher Bildbearbeitung unter den Frankierhinweis der Frankierzone verschoben, um so die gesamte Frankatur zumindest bildtechnisch zusammen abzubilden (für unsere [AFS-] Stempeldatenbank). Wobei, wenn man es streng betrachtet, befindet sich die Frankatur ausschließlich nur im Adressfenster. In der Frankierzone oben rechts ist lediglich der Hinweis eingedruckt, wo die denn echte Frankatur nun zu finden sei. Diese Darstellungsform ist so aber schöner und auch etwas aussagekräftiger. ;-)

Hat jemand Hintergrundwissen über die offizielle Post-Nomenklatur ("was ist und was heisst was?") und hat jemand Informationen zum Aufbau dieser Postabrechnungsnummern (im Fenster).

Gruß
Thomas

[1]: http://www.deutschepost.de/dpag?xmlFile=link1015423_37030
 
Martinus Am: 09.02.2014 14:50:12 Gelesen: 86517# 156 @  
Engelt bezahlt

Wäre das "t" nicht da, würde man denken, die Post wird von Engeln ausgeliefert, denn dann würde man lesen:

Engel bezahlt



Heute aus der Krabbelbox und erst zuhause gesichtet! Ein Fehler vom Briefzentrum 30!

Und da soll nochmal einer sagen, moderne Post wäre nicht unterhaltsam!

gruß Martinus
 
jk Am: 08.03.2014 10:46:28 Gelesen: 85426# 157 @  
Entgelt bezahlt mit "W" oder "O" vor PLZ

Die Stempel Gebühr bezahlt sind schon verschiedentlich behandelt worden. Was ich aber nicht finde sind die PLZ-Angaben mit Zusatz "W" oder "O" vor der PLZ. Hier zwei Beispiele. Vielleicht gibt es noch weitere.


Gruss Jürgen


 
mausbach1 Am: 09.03.2014 08:48:44 Gelesen: 85376# 158 @  
@ jk [#157]

Hallo Jürgen,

davon gab es Hunderttausende - sie wurden aber nicht beachtet. :-(

Einen schönen Sonntag!
Claus
 
Altmerker Am: 05.08.2014 20:09:18 Gelesen: 79781# 159 @  
@ Postgeschichte [#150]



Der Stempel geht horizontal über den Brief, interessant die vertikale Nummer links und dass der Absender in Berlin sitzt, der Stempel aber aus Reutlingen kommt.

Gruß
Uwe
 
DL8AAM Am: 05.08.2014 21:02:01 Gelesen: 79764# 160 @  
@ Altmerker [#159]

Hallo Uwe,

streng genommen ist das kein Entgeltvermerk im engeren Sinne. ;-) Das ist eine mit Briefmarken frankierte INFOPOST-Sendung (deshalb der Hinweis ENTGELT BEZAHLT, damit der Briefträger erkennen kann, dass es sich nicht um eine vollbezahlte Sendung handelt und er fälschlich Nachporto erhebt) mit Vorausentwertung. Diese spezielle Art der Vorausentwertung heisst auf Postdeutsch "Absenderstempel", wohl weil der Absender, besser der Einlieferer, die selbst aufgebrachten Briefmarken vor der Einlieferung bei der Post, durch postlisch zugelassene Gerätschaften, selbst entwertet hat. Die kleine Zahl "351" unter Reutlingen zeigt an, dass das Gerät von Hasler stammt - der Präfix 3 steht für Hasler.

Bei dieser Art von Werbemailings ist in aller Regel (zu gefühlten 99+x%) der Absender nicht mehr der Erzeuger (von der Konzeption über den Drucker, Kuvertieren, Frankieren bis zur Posteinlieferung). Der Absender beauftragt einen externen Dienstleister mit all diesen Dingen. Vereinfacht werden diese Dienstleister neu- bzw. post- und werbedeutsch "Lettershop" genannt. Diese Dienstleister übernehmen zum Teil auch das Retourenmanagement.

So kommt auch Dein Beleg zu Stande: Der Berliner Absender "Albert Schweitzer Verband ..." hat eine (unbekannte) Firma in bzw. um Reutlingen beauftragt (wohl) "Bettelbriefe" in seinem Namen zu erstellen und zu versenden.

Für uns Philatelisten ergibt sich hier oft die Schwierigkeit diese Vorgänge korrekt bzw. vollständig beschreibend anzusprechen. Leider outen sich die Lettershops recht selten auf den Belegen selbst. Da hilft meist nur das Sichten von möglichst vielen, gleichartigen Mailings unterschiedlicher Absender, Gemeinsamkeiten suchen und ein glückliches Händchen beim "Googlen". Das alles kann oftmals noch sehr viel komplizierter werden, da heutzutage viele Absender für diese Aufträge auch international tätige (Groß-) "Versender" einschalten, sodass (eigentlich innerdeutsche) Sendungen, statt eines Stempels aus Reutlingen, auch Frankturen (-vermerke) aus dem Ausland erhalten können. So kam hier vor einiger Zeit ein Werbemailing eines deutschen Verlages an, der das Mailing von einer kanadischen Werbeagentur hat erstellen und drucken lassen, die die Briefe dann mit "Entgeltbezahlt"-Vermerken aus Surinam in Südamerika hat versenden lassen. Wobei der Brief physisch sicherlich nie selbst in Surinam war, sondern er wurde über irgendein, bei der UPU registriertes, exterritoriales Postamt ("Extraterritorial Exchange Office/ETOE"), irgendeiner nationalen Post, irgendwo auf Welt eingeliefert. So betreibt die deutsche Post DPAG/DHL zum Beispiel u.a. in den USA etliche dieser ETOE- Auslandspostämter, so in Los Angeles, Miami und Chicago ;-) (siehe [1], Remailing [2])

Diese Beziehungen zu knacken, um die Belege auch richtig lesen zu können, ist der "Spass" den moderne Postgeschichtler haben (können). ;-)

So genug Werbung für mein Hobby im Hobby gemacht,
beste Grüße

Thomas

[1]: http://www.philaseiten.de/beitrag/48174
[2]: http://www.philaseiten.de/thema/1334

Nachsatz: Dein Reutlinger Stempel ist bisher noch nicht bekannt, zumindest nicht in unserer Stempeldatenbank, bitte stell den doch ruhig einmal ein. Ist ein schönes Exemplar! Ein passendes Beispiel wäre u.a. http://www.philastempel.de/stempel/zeigen/74253

Sorry, wenn wir schon dabei sind:

@ Martinus [#156]

Auch das ist eine Vorausentwertung, ein Absenderstempel, der beim Versender und nicht bei der Post, geführt wird. INFOPOST-Sendungen (eine 25 Cent-Franktur ist ein eineindeutiges Zeichen dafür) dürfen zwar mit Briefmarken freigemacht werden, MÜSSEN aber mit einem Absenderstempel vorausentwertet sein. Zitat DPAG " Mit Briefmarken freigemachte (INFOPOST-) Sendungen wirken noch persönlicher. Voraussetzung ist, dass Sie mit uns Absenderstempelung vereinbaren.". D.h. die Post ist "leider" nicht Schuld, sondern der Absender bzw. eher der versendende Lettershop. Der Post hätte das bei der Gerätetypenzulassung aber auch auffallen müssen, denn Zitat " Die Absenderstempelmaschine wird von Ihnen gekauft und von uns zugelassen."
 
mausbach1 Am: 06.08.2014 08:36:53 Gelesen: 79708# 161 @  
Interessant sind die Stücke allemal - im Besonderen die in der falschen Schreibweise "Endgeld" oder "Endgelt" oder "Entgeld", wie seit Jahren auf den Umschlägen zu sehen mit denen die MICHEL-Rundschau geliefert wird. Trotz mehrfachem "Draufaufmerksammachen" ändert sich nichts daran.
 
Sascha Andreas John Am: 26.10.2014 05:40:10 Gelesen: 76362# 162 @  
Hallo,

ich habe eine Frage zu den Belegen - sammle auch schon fleißig. Was ist mit Infopost, Frankit und andere Freistemplern? FDC gelaufen?

Ich habe eine Postkarte von meinem Schwager aus Indonesien bekommen, leider sind die Marken kaputt (danke Post).

Würde mir helfen, von euch einen Tipp zu bekommen, sonst ersticke ich hier im Papier und meine Frau sagt, ich soll doch gleich in die Papiertonne ziehen. ;-)

LG
Sascha
 
Sascha Andreas John Am: 28.10.2014 14:32:34 Gelesen: 76258# 163 @  
Hallo Werner,

kannst du mir meine Fragen oben beantworten betr. der Belege?

LG
Sascha
 

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