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Thema: (?) (337) Aptierte Stempel
Das Thema hat 348 Beiträge:
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volkimal Am: 13.10.2012 09:06:44 Gelesen: 79213# 24 @  
Hallo zusammen,

zu dem Thema "Aptierungen" sind bisher die häufigsten Gründe vorgestellt worden. In Klammern jeweils das erste Beispiel.

1) Änderung der Postleitzahl [#346]
2) Entfernung der Sternchen [#347]
3) Entfernung nationalsozialistischer Symbole [#6]
4) Kriegsbedingte Apzierungen z.B. weiterverwendeter Stempel [#7]
5) Aptierung von Propagandasprüchen des Dritten Reiches [#8]

Laut Fremdwörterbuch (Duden) bedeutet Aptieren in der Briefmarkenkunde "einen Stempel den neuen Erfordernissen anpassen, um ihn weiterhin benutzen zu können".

Somit gehören auch nachträglich in die Stempel eingesetzte Dinge zu den Aptierungen. Ein besonders schönes Beispiel zeigt Jürgen in Beitrag [#10]. In diesem Fall wurde zunächst der Propagandaspruch entfernt und anschließend das Wort "BEZAHLT" in den Stempel hineingesetzt. Der aptierte Stempel wurde also ein zweites mal aptiert.

Weitere Gründe für Aptierungen am Beispiel von Esslinger Stempeln findet ihr auf der Seite http://www.briefesammler.com/wt_aptierungen.htm.

So weit eine kleine Zusammenfassung. Im nächsten Beitrag zeige ich einen weiteren Grund für eine Aptierung.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 13.10.2012 09:13:27 Gelesen: 79210# 25 @  
Hallo zusammen,

so es geht direkt weiter mit einem Beispiel aus meiner Sammlung:



Der Zusatz "Luftkurort" im Stempel wurde im April 1982 aptiert.

Auf der Seite http://www.siwikultur.de/khb/1/1/912b.htm findet man eine kulturelle Selbstdarstellung der Stadt Hilchenbach. Dort heißt es: "Seit dem Jahre 1902 war Hilchenbach auch Luftkurort, seit 1982 nennt es sich reizklimatischer Ferienort."

Die Aussage "nennt es sich reizklimatischer Ferienort" ist aber etwas sehr positiv ausgedrückt. Ein Ort kann sich nicht einfach Luftkurort nennen, sonder das Prädikat wird vergeben.

In Wikipedia steht: Luftkurort oder staatlich anerkannter Luftkurort ist das in Deutschland am stärksten verbreitete Prädikat für Kurorte. Die Bezeichnung geht zurück auf die Luftkur, eine Form der Klimatherapie. Es wird an Ortschaften vergeben, deren Luft und Klima laut einem Gutachten Eigenschaften aufweisen, die für Erholung und Gesundheit förderlich sind. Dieses Gutachten muss regelmäßig wiederholt werden.

Entweder hat sich Hilchenbach nicht mehr um das Prädikat Luftkurtort beworben, oder die Bedingungen zur Vergabe des Prädikats Luftkurort waren 1982 nicht mehr vorhanden. Wer kennt den Grund?

Wer kann weitere Beispiele mit nicht so bekannten Gründen für Aptierungen zeigen?

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende
Volkmar
 
Taschentuch Am: 13.10.2012 23:06:36 Gelesen: 79156# 26 @  
Hallo,

hier eine Aptierung aus meiner Heimatstadt:



Hier der ursprüngliche Stempel:



Gruß aus der Lüneburger Heide
Michael
 
volkimal Am: 14.10.2012 18:22:10 Gelesen: 79095# 27 @  
Hallo zusammen,

am 1. April 1920 gab Bayern seine Posthoheit zugunsten der Deutschen Reichspost auf. Am 24. April 1920 ging die bayerische Staatseisenbahn in der Gruppenverwaltung Bayern der Deutschen Reichseisenbahnen auf. (Wikipedia: Königlich Bayerische Staatseisenbahnen). Das hat sich auf diesen Stempel ausgewirkt:



Das K. öniglich B. ayrische vor Bahnpost wurde aptiert.

Ich möchte den Stempel bei Philastempel einstellen, kann aber nicht eindeutig sagen, was unterhalb von "B. Tölz" steht. Es könnte ein "ZG" sein. Leider habe ich im Internet keinen vergleichbaren Stempel gefunden. Wenn jemand entsprechende Literatur hat wäre es schön, wenn er es hier meldet.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 21.10.2012 10:08:46 Gelesen: 78963# 28 @  
Hallo zusammen,

heute möchte ich einen Brief zeigen, den ich letztes Wochenende bekam:



Ein ganz netter Brief:

1) Anstelle von Briefmarken wurde in Mainz ein "Gebühr-bezahlt Stempel" verwendet.

2) Von welchem Mainzer Postamt der Brief kommt ist unklar. Der Einschreibezettel kommt vom Postamt Mainz 4, der Tagesstempel vom Postamt Mainz 1.

3) Der Brief ist bei der Zensurstelle Offenbach (Main) zweimal geöffnet worden. Er trägt links uind rechts Verschlussstreifen und Prüferstempel mit verschiedenen Nummern. Im Riemer "Die Postzensur der Alliierten im besetzten Deutschland nach dem II. Weltkrieg" (Poststempelgilde Heft Nr. 73, Seite 39) heißt es: "Mit dieser Stempelart kommen häufiger Doppelzensuren vor, die auch hier wieder zur Kontrolle der Prüfer erfolgten"

4) Der Stempel rechts auf der Rückseite ist der aptierte Frankfurter Stempel http://www.philastempel.de/stempel/suchen/ablage/259, bei dem der Zusatz "STADT DES DEUTSCHEN HANDWERKS" entfernt wurde.

5) Auch der Ankunftsstempel aus Bad Blankenburg ist aptiert, denn hier wurde die Postgebietsleitzahl nachträglich eingesetzt.



Viele Grüße
Volkmar
 
kauli Am: 22.10.2012 12:42:16 Gelesen: 78895# 29 @  
Hallo zusammen,

hin und wieder sieht man diese Zweikreisstegstempel bei denen, warum auch immer, das untere Segment aptiert wurde. Interessant dabei, das der abgebildete vom 9.11.50 bis 2.11.55 bekannt ist. Danach wieder mit Segment vom 13.1.56 bis 13.11.62 bekannt, habe ich leider nicht zum zeigen.

Viele Grüße
Dieter


 
Heinz 1 Am: 22.10.2012 18:49:25 Gelesen: 78853# 30 @  
@ volkimal [#28]

Der unter 5. gezeigte Stempel ist nicht aptiert, sondern wie Du schon richtig schreibst, ist die Postgebietsleitzahl später zugesetzt worden.
 
volkimal Am: 22.10.2012 19:45:51 Gelesen: 78845# 31 @  
@ Heinz 1 [#30]

Hallo Heinz 1,

das kommt auf die Definition an. Früher dachte ich auch, dass "Aptiert" dasselbe bedeutet wie "Entfernt".

Heute sehe ich es anders. Schau mal, was ich im Beitrag [#24] geschrieben habe.

Volkmar
 
Pommes Am: 22.10.2012 20:47:50 Gelesen: 78834# 32 @  
@ volkimal [#31]

Hallo Volkmar,

ganz Deiner Meinung! Aptieren von (lat.) aptare (apto) bedeutet so viel wie anpassen (anlegen, anfügen, zurechtmachen, instand setzen, rüsten, mit etwas versehen, ausrüsten). D. h. das "Gesamtgefüge" bleibt erhalten, es wird "nur den neuen Gegebenheiten angepasst". Also das Stempelgerät ist das selbe, es wird lediglich in Teilen aufgrund neuer Anforderungen verändert. Ob dabei hinzu oder hinweg "angepasst" wird, ist egal. Allerdings dürften die Varianten, bei denen "entfernt" wurde tatsächlich größer sein.

Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
 
volkimal Am: 24.10.2012 20:41:21 Gelesen: 78735# 33 @  
@ kauli [#29]

Hallo Dieter,

ein schöner Beleg zu dem ich eine kleine Korrektur habe. Es handelt sich nicht um einen "Zweikreisstegstempel", denn dann müsste der innere Kreis komplett sein. Nach Andersen ist es ein "Kreissehnenstempel mit Stegbogen oben".

Fast alle Stempel dieser Gruppe sind "Nachträglich entwertet"-Stempel. Vermutlich fehlte ein Tagesstempel, so dass man den Hinweis "Nachträglich entwertet" aptiert hat. Ungewöhnlich dabei ist allerdings, dass es sich um einen Maschinenstempel handelt. Kommt aber vor. Wenn es ursprünglich ein "Nachträglich entwertet"-Stempel war müssten die Unterscheidungsbuchstaben nachträglich eingesetzt worden sein.

Gab es vom Postamt Berlin N4 einen Maschinenstempel mit dem Zusatz "Nachträglich entwertet"?

Viele Grüße
Volkmar
 
calliostoma Am: 24.10.2012 21:19:56 Gelesen: 78729# 34 @  
Der gleiche Stempel noch einmal mit einem anderen Werbeeinsatz.



Einen "nachträglich entwertet" Maschinenstempel Berlin N 4 hat es nicht gegeben.

Dirk
 
calliostoma Am: 24.10.2012 21:43:00 Gelesen: 78726# 35 @  
@ volkimal [#27]

ZG 1280/6258 ist die Zugnummer.

Es handelt sich um eine sogenannte "gebrochene Zugnummer", d.h. die Bahnpost war zunächst im Zug 1280 und wurde unterwegs in den Zug 6258 umgesetzt.

Dirk
 
volkimal Am: 25.10.2012 11:25:04 Gelesen: 78686# 36 @  
@ calliostoma [#35]

Hallo Dirk,

herzlichen Dank für die Antwort. Weißt Du auch noch, was links von der 1280 steht? Sind es Unterscheidungsbuchstaben oder ist es "ZG" für "Zug"?

Volkmar
 
volkimal Am: 25.10.2012 16:00:47 Gelesen: 78665# 37 @  
Hallo zusammen,

ein weiterer Stempel bei dem vermutlich das "Nachträglich entwertet" aptiert wurde besitze ich aus Jüterbog. Hier wurde ein Ersttagsbeleg fabriziert:



Bei Philastempel ist auch ein Exemplar aus Bad Godesberg zu sehen:

http://www.philastempel.de/stempel/suchen/ablage/261

Viele Grüße
Volkmar
 
calliostoma Am: 25.10.2012 19:32:03 Gelesen: 78639# 38 @  
@ volkimal [#36]

ZG = Zug.
 
westfale1953 Am: 26.10.2012 09:04:43 Gelesen: 78610# 39 @  
Hallo und guten Morgen!

Habe hier einen Stempel von Osnabrück (Datum 08.8.62), bei dem die PLZ aptiert wurde. Aus welchem Grund, kann ich nicht sagen. Den gleichen Stempel habe ich auch noch mit Datum 06.8.62



Bernhard
 
LOGO58 Am: 26.10.2012 16:32:00 Gelesen: 78578# 40 @  
Hallo zusammen,

hier wohl der Klassiker aus den 30iger Jahren:



Wie bekannt, wurde der nicht genehme "*" aptiert. Ob auch ein wenig an der "32" gearbeitet wurde, kann ich nicht sagen.

Viele Grüße
Lothar
 
filunski Am: 26.10.2012 17:07:15 Gelesen: 78572# 41 @  
@ LOGO58 [#40]

"Wie bekannt, wurde der nicht genehme "*" aptiert ..."

Hallo Lothar,

für alle, die sich jetzt fragen, wieso solch ein kleines Sternchen "nicht genehm" war?

Im damals seit sechs Jahren angebrochenen "1000-jährigen Reich" wurden diese Sterne, da sie vom Aussehen her dem Davidstern ähnelten, von den mit dem "irren Rassenwahn" infizierten Machthabern automatisch ihrer somit jüdischen Herkunft wegen aptiert.

Nur eines von vielen Beispielen, welche Ausmaße der damalige "Rassenwahn" annehmen konnte!

Gruß,
Peter
 
volkimal Am: 27.10.2012 09:45:07 Gelesen: 78534# 42 @  
Hallo zusammen,

eine besondere Aptierung im Zusammenhang mit der Postleitzahl war nur in wenigen Orten möglich. Mit Einführung der vierstelligen PLZ wurde in sehr vielen Orten die alte Postgebietsleitzahl aptiert. Siehe z.B. [#346] und [#26]. Aus Hamburg besitze ich diesen Absenderfreistempel:



Hamburg hatte zuerst die Postgebietsleitzahl (24) später (24a). In diesem Fall hat man davon nur die "2" stehengelassen. Von der neuen 4-stellige PLZ musste ja nur die "2" angegeben werden, die man durch diese Aptierung bekommen hat. Ich habe es bisher nicht gesehen, aber gab es so etwas auch bei einem Hamburger Tagesstempel?

Ähnliche Aptierungen waren nur möglich in:
Berlin (1) => 1
Lübeck (24a) => 24

Kennt jemand diese Aptierungen?

Viele Grüße
Volkmar
 
Taschentuch Am: 28.10.2012 23:22:07 Gelesen: 78481# 43 @  
@ westfale1953 [#39]

Die Aptierung dürfte mit der Einführung des neuen PLZ-Systems zum 23.03.1962 zusammenhängen. Der Stempel wurde weiter genutzt, die alte PLZ aber wurde entfernt bzw. aptiert.

Gruß aus der Lüneburger Heide
Michael
 
Taschentuch Am: 28.10.2012 23:24:13 Gelesen: 78480# 44 @  
Hier ein weiterer aptierter Stempel wg. Einführung des neuen Postleitzahlensystems. Helgoland vom 03.08.1962, alte PLZ aptiert:



Gruß aus der Lüneburger Heide
Michael
 
volkimal Am: 29.11.2012 17:33:49 Gelesen: 77791# 45 @  
Hallo zusammen,

diesem Bahnpoststempel sieht man auf den ersten Blick keine Aptierung an. Aber der Stempel dürfte zweimal verändert worden sein.



1) Die sächsischen Stempel hatten römische Jahreszahlen. Bei einigen im Deutschen Reich nachverwendeten Stempeln wurden diese römischen Zahlen gegen lateinische Zahlen ausgetauscht. Wer weiß, wann diese Veränderung vorgenommen wurde? (Lit.: ArGe Krone Adler, Heft 33, Januar 2004)

2) Die sächsischen Stempel hatten ursprünglich keine Sternchen. Diese sollen 1875 nachträglich eingesetzt worden sein. Ich habe leider nicht notiert, wo ich das gelesen habe. Kann jemand diese Aptierung bestätigen?

Den kompletten Beleg seht ihr auf http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=57255.

Viele Grüße
Volkmar
 
wulbri99 Am: 29.11.2012 19:26:13 Gelesen: 77778# 46 @  
Hallo zusammen,

habe da auch mal etwas ausgegraben.

Dieser aptierte Stempel kam nur von 07.48 bis 09.48 zum Einsatz. Zeitnahe Daten vom Anfang bis zum Ende fehlen leider. Vielleicht kann jemand helfen?



Originalstempel



aptierter Stempel

Gruß Wolfgang
 
calliostoma Am: 29.11.2012 19:36:22 Gelesen: 77777# 47 @  
@ volkimal [#45]

Für den Stempel hat die BArge Bahnpost die Verwendungszeit 1883 - 1885 registriert.

Also keine Aptierung eines alten Stempels sondern eine Neuanschaffung.

Gruß

Dirk
 
wulbri99 Am: 29.11.2012 20:09:47 Gelesen: 77774# 48 @  
Ergänzung [#46]

Abgebildeter kpl. Stempel ist mit dem Datum als erster Nachweis bewiesen. Der aptierte Stempel ist nachweislich ab dem bisher frühesten Datum 16.07.48 belegt.

Von Anfang Juli 48 bis Ende September 48 wurde der aptierte Stempel verwendet.

Grund war: Der normale Tagesstempel wurde zu der Zeit mit der PLG-Zahl (Postleitsgebietszahl), in dem Fall (2) ergänzt. Ab 2.10.48 ist der ergänzte Tagesstempel mit der PLG-Zahl nachgewiesen.

Gruß Wolfgang
 

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