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Thema: Aptierte Stempel
Das Thema hat 317 Beiträge:
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Henry Am: 26.02.2012 15:57:00 Gelesen: 74662# 18 @  
@ sachsen-teufel [#17]

Ich wage es, die Aussage der beiden Vorschreiber anzuzweifeln, obwohl ich deren Kompetenz durchaus hoch einschätze. Aber da die Stempelinschriften ja immer symmetrisch waren, erscheint mir der fehlende Platz für (10) zu groß. Außerdem ist vor dem W von Wönitz noch etwas zu sehen, das ein Teil des vorigen Inhalts sein könnte. Könnte evtl. auch eine ausländische Ortsbezeichnung davor gestanden haben?

mit kopfwiegendem Gruß
Henry
 
Latzi Am: 26.02.2012 16:31:26 Gelesen: 74654# 19 @  
Nimmt man die Größe des Platzes und Wikipedia zusammen, dann kommt zumindest auch ein früheres Niederzwönitz in Betracht.
 
Postgeschichte Am: 26.02.2012 16:36:31 Gelesen: 74652# 20 @  
@ Henry [#18]

Hallo Henry,

vor Wönitz dürfte der Rest des "Z" von ZWÖNITZ zu sehen sein. Wenn Du Dir davor noch die Postleitzahl vorstellst, die in Klammer gesetzt war und einen Zwischenraum zwischen "(10)" und dem "Z", dann dürfte es mit der Symmetrie schon hinhauen.

mit kopfnickendem Gruß :-))
Manfred
 
Pommes Am: 26.02.2012 16:39:32 Gelesen: 74650# 21 @  
@ Henry [#18]

Außerdem ist vor dem W von Wönitz noch etwas zu sehen, das ein Teil des vorigen Inhalts sein könnte.

Vor dem W ist ein Z, die Stadt heißt Zwönitz. Ich schließe mich den beiden ersten Reaktionen an. Es wurde die Leitzahl aptiert. Zwönitz lag im Postleitgebiet 10b.

Ich habe leider keinen Stempelabschlag aus Zwönitz gefunden, aber dieser aus Zwickau zeigt, wie breit die Leitbezeichnung sein kann. Eine solche würde m. E. auch den freien Platz problemlos füllen.



Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
 
sachsen-teufel Am: 26.02.2012 16:39:36 Gelesen: 74649# 22 @  
@ Henry [#18]

Danke auch für deine Meinung. Also der Ort ist definitiv Zwönitz (Absender auf Briefrückseite), im Erzgebirge. Zu diesem Ort (nicht weit weg von mir) sind mir keine deutschen oder ausländischen Ortsnamenzusätze bekannt. Der schwarze Fleck am "Z" von Zwönitz ist wohl Zufall, genau an der linken oberen Markenecke.

Ich habe hier noch einen gleichen Abschlag, wo man diese freie Stelle besser sieht (für meine Anfrage hatte ich diesen Stempel nicht gewählt, weil die Ortsangabe zum Teil auf der Marke "verschwindet").



Da ich kein Vergleichsmaterial habe, kann ich selbst nicht beurteilen, ob der freie Platz für die vermutete (10) zu groß ist.

Gruß
Michael
 
Henry Am: 27.02.2012 09:45:38 Gelesen: 74601# 23 @  
@ sachsen-teufel [#22]
@ Pommes [#21]
@ Concordia CA [#16]
@ Postgeschichte [#20]

Ich bitte um Entschuldigung für meinen vorschnellen Zweifel. Hätte ich bei Jürgens Antwort nur genauer hingeschaut, dann wäre mir der Platz nicht mehr zu groß vorgekommen. Ich habe einfach das Z nicht gesehen. Da brauchte es eben noch 3 weitere Beiträge, bevor mir die Augen aufgingen. Sorry nochmals.

Mit philatelistischem Gruß
Henry
 
volkimal Am: 13.10.2012 09:06:44 Gelesen: 72205# 24 @  
Hallo zusammen,

zu dem Thema "Aptierungen" sind bisher die häufigsten Gründe vorgestellt worden. In Klammern jeweils das erste Beispiel.

1) Änderung der Postleitzahl [#1]
2) Entfernung der Sternchen [#2]
3) Entfernung nationalsozialistischer Symbole [#6]
4) Kriegsbedingte Apzierungen z.B. weiterverwendeter Stempel [#7]
5) Aptierung von Propagandasprüchen des Dritten Reiches [#8]

Laut Fremdwörterbuch (Duden) bedeutet Aptieren in der Briefmarkenkunde "einen Stempel den neuen Erfordernissen anpassen, um ihn weiterhin benutzen zu können".

Somit gehören auch nachträglich in die Stempel eingesetzte Dinge zu den Aptierungen. Ein besonders schönes Beispiel zeigt Jürgen in Beitrag [#10]. In diesem Fall wurde zunächst der Propagandaspruch entfernt und anschließend das Wort "BEZAHLT" in den Stempel hineingesetzt. Der aptierte Stempel wurde also ein zweites mal aptiert.

Weitere Gründe für Aptierungen am Beispiel von Esslinger Stempeln findet ihr auf der Seite http://www.briefesammler.com/wt_aptierungen.htm.

So weit eine kleine Zusammenfassung. Im nächsten Beitrag zeige ich einen weiteren Grund für eine Aptierung.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 13.10.2012 09:13:27 Gelesen: 72202# 25 @  
Hallo zusammen,

so es geht direkt weiter mit einem Beispiel aus meiner Sammlung:



Der Zusatz "Luftkurort" im Stempel wurde im April 1982 aptiert.

Auf der Seite http://www.siwikultur.de/khb/1/1/912b.htm findet man eine kulturelle Selbstdarstellung der Stadt Hilchenbach. Dort heißt es: "Seit dem Jahre 1902 war Hilchenbach auch Luftkurort, seit 1982 nennt es sich reizklimatischer Ferienort."

Die Aussage "nennt es sich reizklimatischer Ferienort" ist aber etwas sehr positiv ausgedrückt. Ein Ort kann sich nicht einfach Luftkurort nennen, sonder das Prädikat wird vergeben.

In Wikipedia steht: Luftkurort oder staatlich anerkannter Luftkurort ist das in Deutschland am stärksten verbreitete Prädikat für Kurorte. Die Bezeichnung geht zurück auf die Luftkur, eine Form der Klimatherapie. Es wird an Ortschaften vergeben, deren Luft und Klima laut einem Gutachten Eigenschaften aufweisen, die für Erholung und Gesundheit förderlich sind. Dieses Gutachten muss regelmäßig wiederholt werden.

Entweder hat sich Hilchenbach nicht mehr um das Prädikat Luftkurtort beworben, oder die Bedingungen zur Vergabe des Prädikats Luftkurort waren 1982 nicht mehr vorhanden. Wer kennt den Grund?

Wer kann weitere Beispiele mit nicht so bekannten Gründen für Aptierungen zeigen?

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende
Volkmar
 
Taschentuch Am: 13.10.2012 23:06:36 Gelesen: 72148# 26 @  
Hallo,

hier eine Aptierung aus meiner Heimatstadt:



Hier der ursprüngliche Stempel:



Gruß aus der Lüneburger Heide
Michael
 
volkimal Am: 14.10.2012 18:22:10 Gelesen: 72087# 27 @  
Hallo zusammen,

am 1. April 1920 gab Bayern seine Posthoheit zugunsten der Deutschen Reichspost auf. Am 24. April 1920 ging die bayerische Staatseisenbahn in der Gruppenverwaltung Bayern der Deutschen Reichseisenbahnen auf. (Wikipedia: Königlich Bayerische Staatseisenbahnen). Das hat sich auf diesen Stempel ausgewirkt:



Das K. öniglich B. ayrische vor Bahnpost wurde aptiert.

Ich möchte den Stempel bei Philastempel einstellen, kann aber nicht eindeutig sagen, was unterhalb von "B. Tölz" steht. Es könnte ein "ZG" sein. Leider habe ich im Internet keinen vergleichbaren Stempel gefunden. Wenn jemand entsprechende Literatur hat wäre es schön, wenn er es hier meldet.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 21.10.2012 10:08:46 Gelesen: 71955# 28 @  
Hallo zusammen,

heute möchte ich einen Brief zeigen, den ich letztes Wochenende bekam:



Ein ganz netter Brief:

1) Anstelle von Briefmarken wurde in Mainz ein "Gebühr-bezahlt Stempel" verwendet.

2) Von welchem Mainzer Postamt der Brief kommt ist unklar. Der Einschreibezettel kommt vom Postamt Mainz 4, der Tagesstempel vom Postamt Mainz 1.

3) Der Brief ist bei der Zensurstelle Offenbach (Main) zweimal geöffnet worden. Er trägt links uind rechts Verschlussstreifen und Prüferstempel mit verschiedenen Nummern. Im Riemer "Die Postzensur der Alliierten im besetzten Deutschland nach dem II. Weltkrieg" (Poststempelgilde Heft Nr. 73, Seite 39) heißt es: "Mit dieser Stempelart kommen häufiger Doppelzensuren vor, die auch hier wieder zur Kontrolle der Prüfer erfolgten"

4) Der Stempel rechts auf der Rückseite ist der aptierte Frankfurter Stempel http://www.philastempel.de/stempel/suchen/ablage/259, bei dem der Zusatz "STADT DES DEUTSCHEN HANDWERKS" entfernt wurde.

5) Auch der Ankunftsstempel aus Bad Blankenburg ist aptiert, denn hier wurde die Postgebietsleitzahl nachträglich eingesetzt.



Viele Grüße
Volkmar
 
kauli Am: 22.10.2012 12:42:16 Gelesen: 71887# 29 @  
Hallo zusammen,

hin und wieder sieht man diese Zweikreisstegstempel bei denen, warum auch immer, das untere Segment aptiert wurde. Interessant dabei, das der abgebildete vom 9.11.50 bis 2.11.55 bekannt ist. Danach wieder mit Segment vom 13.1.56 bis 13.11.62 bekannt, habe ich leider nicht zum zeigen.

Viele Grüße
Dieter


 
Heinz 1 Am: 22.10.2012 18:49:25 Gelesen: 71845# 30 @  
@ volkimal [#28]

Der unter 5. gezeigte Stempel ist nicht aptiert, sondern wie Du schon richtig schreibst, ist die Postgebietsleitzahl später zugesetzt worden.
 
volkimal Am: 22.10.2012 19:45:51 Gelesen: 71837# 31 @  
@ Heinz 1 [#30]

Hallo Heinz 1,

das kommt auf die Definition an. Früher dachte ich auch, dass "Aptiert" dasselbe bedeutet wie "Entfernt".

Heute sehe ich es anders. Schau mal, was ich im Beitrag [#24] geschrieben habe.

Volkmar
 
Pommes Am: 22.10.2012 20:47:50 Gelesen: 71826# 32 @  
@ volkimal [#31]

Hallo Volkmar,

ganz Deiner Meinung! Aptieren von (lat.) aptare (apto) bedeutet so viel wie anpassen (anlegen, anfügen, zurechtmachen, instand setzen, rüsten, mit etwas versehen, ausrüsten). D. h. das "Gesamtgefüge" bleibt erhalten, es wird "nur den neuen Gegebenheiten angepasst". Also das Stempelgerät ist das selbe, es wird lediglich in Teilen aufgrund neuer Anforderungen verändert. Ob dabei hinzu oder hinweg "angepasst" wird, ist egal. Allerdings dürften die Varianten, bei denen "entfernt" wurde tatsächlich größer sein.

Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
 
volkimal Am: 24.10.2012 20:41:21 Gelesen: 71727# 33 @  
@ kauli [#29]

Hallo Dieter,

ein schöner Beleg zu dem ich eine kleine Korrektur habe. Es handelt sich nicht um einen "Zweikreisstegstempel", denn dann müsste der innere Kreis komplett sein. Nach Andersen ist es ein "Kreissehnenstempel mit Stegbogen oben".

Fast alle Stempel dieser Gruppe sind "Nachträglich entwertet"-Stempel. Vermutlich fehlte ein Tagesstempel, so dass man den Hinweis "Nachträglich entwertet" aptiert hat. Ungewöhnlich dabei ist allerdings, dass es sich um einen Maschinenstempel handelt. Kommt aber vor. Wenn es ursprünglich ein "Nachträglich entwertet"-Stempel war müssten die Unterscheidungsbuchstaben nachträglich eingesetzt worden sein.

Gab es vom Postamt Berlin N4 einen Maschinenstempel mit dem Zusatz "Nachträglich entwertet"?

Viele Grüße
Volkmar
 
calliostoma Am: 24.10.2012 21:19:56 Gelesen: 71721# 34 @  
Der gleiche Stempel noch einmal mit einem anderen Werbeeinsatz.



Einen "nachträglich entwertet" Maschinenstempel Berlin N 4 hat es nicht gegeben.

Dirk
 
calliostoma Am: 24.10.2012 21:43:00 Gelesen: 71718# 35 @  
@ volkimal [#27]

ZG 1280/6258 ist die Zugnummer.

Es handelt sich um eine sogenannte "gebrochene Zugnummer", d.h. die Bahnpost war zunächst im Zug 1280 und wurde unterwegs in den Zug 6258 umgesetzt.

Dirk
 
volkimal Am: 25.10.2012 11:25:04 Gelesen: 71678# 36 @  
@ calliostoma [#35]

Hallo Dirk,

herzlichen Dank für die Antwort. Weißt Du auch noch, was links von der 1280 steht? Sind es Unterscheidungsbuchstaben oder ist es "ZG" für "Zug"?

Volkmar
 
volkimal Am: 25.10.2012 16:00:47 Gelesen: 71657# 37 @  
Hallo zusammen,

ein weiterer Stempel bei dem vermutlich das "Nachträglich entwertet" aptiert wurde besitze ich aus Jüterbog. Hier wurde ein Ersttagsbeleg fabriziert:



Bei Philastempel ist auch ein Exemplar aus Bad Godesberg zu sehen:

http://www.philastempel.de/stempel/suchen/ablage/261

Viele Grüße
Volkmar
 
calliostoma Am: 25.10.2012 19:32:03 Gelesen: 71631# 38 @  
@ volkimal [#36]

ZG = Zug.
 
westfale1953 Am: 26.10.2012 09:04:43 Gelesen: 71602# 39 @  
Hallo und guten Morgen!

Habe hier einen Stempel von Osnabrück (Datum 08.8.62), bei dem die PLZ aptiert wurde. Aus welchem Grund, kann ich nicht sagen. Den gleichen Stempel habe ich auch noch mit Datum 06.8.62



Bernhard
 
LOGO58 Am: 26.10.2012 16:32:00 Gelesen: 71570# 40 @  
Hallo zusammen,

hier wohl der Klassiker aus den 30iger Jahren:



Wie bekannt, wurde der nicht genehme "*" aptiert. Ob auch ein wenig an der "32" gearbeitet wurde, kann ich nicht sagen.

Viele Grüße
Lothar
 
filunski Am: 26.10.2012 17:07:15 Gelesen: 71564# 41 @  
@ LOGO58 [#40]

"Wie bekannt, wurde der nicht genehme "*" aptiert ..."

Hallo Lothar,

für alle, die sich jetzt fragen, wieso solch ein kleines Sternchen "nicht genehm" war?

Im damals seit sechs Jahren angebrochenen "1000-jährigen Reich" wurden diese Sterne, da sie vom Aussehen her dem Davidstern ähnelten, von den mit dem "irren Rassenwahn" infizierten Machthabern automatisch ihrer somit jüdischen Herkunft wegen aptiert.

Nur eines von vielen Beispielen, welche Ausmaße der damalige "Rassenwahn" annehmen konnte!

Gruß,
Peter
 
volkimal Am: 27.10.2012 09:45:07 Gelesen: 71526# 42 @  
Hallo zusammen,

eine besondere Aptierung im Zusammenhang mit der Postleitzahl war nur in wenigen Orten möglich. Mit Einführung der vierstelligen PLZ wurde in sehr vielen Orten die alte Postgebietsleitzahl aptiert. Siehe z.B. [#1] und [#26]. Aus Hamburg besitze ich diesen Absenderfreistempel:



Hamburg hatte zuerst die Postgebietsleitzahl (24) später (24a). In diesem Fall hat man davon nur die "2" stehengelassen. Von der neuen 4-stellige PLZ musste ja nur die "2" angegeben werden, die man durch diese Aptierung bekommen hat. Ich habe es bisher nicht gesehen, aber gab es so etwas auch bei einem Hamburger Tagesstempel?

Ähnliche Aptierungen waren nur möglich in:
Berlin (1) => 1
Lübeck (24a) => 24

Kennt jemand diese Aptierungen?

Viele Grüße
Volkmar
 

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