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Thema: Landpoststempel Niedersachsen auf kompletten Belegen
Cantus Am: 31.08.2012 00:35:01 Gelesen: 8700# 1 @  
Guten Tag allerseits,

es gibt verschiedene Arten, sich mit Stempeln zu beschäftigen. Die meisten, die das tun, sehen nur den Stempel, seine Größe, seine Farbe, seine Form und die Art der Stempelinschrift, den Grund der Verwendung des Stempels sowie die Dauer des Verwendungszeitraumes. Das alles sind Daten, die in die Stempeldatenbank gehören, die in dieser Rubrik hier aber keine Rolle spielen sollen.

Der Kontakt mit den Philaseiten hat mich dazu gebracht, mich näher mit verschiedenen Arten von Stempeln zu beschäftigen und nicht nur die Unterlage dafür, also frankierte Briefe, Ganzsachen oder portofreie Poststücke zusammenzutragen. Mir genügt jedoch nicht nur ein kleiner Stempelausschnitt, denn für mich hat jeder Stempel einen regionalen Bezug, ist also letztlich ein Teil der Geschichte des jeweiligen Ortes, dessen Name im Stempel geführt wird.

Als besonders reizvoll empfinde ich dabei die Beschäftigung mit Landpost- oder Poststellenstempeln, denn viele der Orte, für die einstmals solche Stempel verwendet wurden, sind inzwischen durch regionale Strukturmaßnahmen ein Teil größerer Orte oder Gemeinden geworden.

Der Landpoststempel alleine sagt da jedoch noch nicht so viel aus, sondern erst die zusätzliche Information zum zugehörigen zentralen Verteilpostamt lässt regionale und postalische Verbindungen erkennen. Um stets auch über diese Angabe verfügen zu können, ist es bei einzeiligen, zweizeiligen oder rechteckigen Stempeln erforderlich, keine Stempelausschnitte, sondern ausschließlich komplette Belege, zumindest aber komplette Briefvorderseiten zusammenzutragen und zu archivieren. Um dabei ein einheitliches System zu wahren, gebietet es sich, auch bei Landpoststempeln in runder Form stets komplette Belege aufzuheben.

Dennoch ist es oft schwer, auf der Landkarte den im Stempel genannten Ortsnamen ausfindig zu machen. Da muss dann eine Recherche mit verschiedenen Informationsmedien weiterhelfen. Bisher hat das weitgehend auch zum Erfolg geführt, lediglich in manchen Teilen der ehemaligen deutschen Ostgebiete ist es sehr schwer, bei mehreren Orten mit gleichem Ortsnamen den einen exakt festzustellen, für den der Stempel Verwendung fand.

Durch verschiedene Umstände sind bei mir Stempelhäufungen in einzelnen Regionen von Deutschland entstanden, den Schwerpunkt bildet dabei das Gebiet, das heute zum Bundesland Niedersachsen gehört. Hier habe ich eine große Anzahl von Stempeln aus dem Bereich, der zwischen Helmstedt, Braunschweig, Hannover und Peine liegt, sowie auch aus dem Emsland und aus Ostfriesland. Landpoststempel aus anderen Regionen aber, wie z.B. aus dem Alten Land oder der Lüneburger Heide, jedoch auch aus der Gegend um Kassel herum, sind da eher Mangelware. Ich würde mich daher freuen, wenn andere hier aus dem Forum mit eigenem Material meine Wissenslücken ergänzen könnten.

Das Ziel dieses Themas hier soll sein, Landpoststempel auf Belegen im Bild vorzustellen, dabei aber nicht irgendwelche philatelistischen Besonderheiten hervorzuheben, sondern ein paar Ausführungen zu dem jeweiligen Ort zu machen, z.B. zu seiner geografischen Lage, möglicherweise zur nächsten Bahnstation, Veränderungen in der Kreisstruktur, möglicherweise bekannte touristische Besonderheiten oder wirtschaftliche Schwerpunkte und anderes mehr.

Es soll also eine Reise zu den (teils ehemals) kleinen Ortschaften des heutigen Niedersachsens werden, und möglicherweise geben die Beiträge dem Betrachter auch einmal einen Anstoß, sich den einen oder anderen Ort auch einmal persönlich bei einer kleinen Reise anzuschauen.

Da es bereits eine allgemeines Thema „Landpoststempel“ gibt, das auch weiter existiert, soll nach dem Willen unseres Forenbetreibers Richard bis auf weiteres keine zusätzliche Neugründung zu irgend einem weiteren einzelnen Bundesland stattfinden. Ich denke, damit sollte es keine Probleme geben, denn beim Thema „Niedersachsen“ dürfte es erst einmal genug zum Zeigen geben, und für andere Landpoststempel steht schließlich noch die allgemeine Überschrift zur Verfügung.

Darüber hinaus soll jeder hier gezeigte Stempel, also sowohl der Landpoststempel als auch der Stempel des Postverteilzentrums als auch ein möglicher Ankunftsstempel in die Stempeldatenbank bei PhilaStempel.de hochgeladen werden, soweit die Stempelqualität dafür geeignet ist.

In einem ersten Beitrag werde ich morgen zeigen, wie in etwa ich mir die Kombination aus Beleg, Stempel und Hintergrundinformation vorstelle. Man wird sicherlich nicht bei jedem Ort einen Anlass sehen, vertiefte Informationen weiterzugeben, aber ein klein wenig Daten sollten da schon der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden.

Wenn der Zeitpunkt gekommen sein sollte, wo ich und mögliche Andere kein Material mehr haben, das zu zeigen sich lohnt, werde ich dieses Thema hier schließen und ein ähnliches zu einem anderen Bundesland eröffnen, das wird aber mit Sicherheit einige Zeit dauern, denn ich habe alleine von Niedersachsen weit über hundert verschiedene Belege, die hier gezeigt werden können. So lasst uns also beginnen und einmal das Sammeln, Zusammentragen und Vorstellen von Stempeln auf eine andere, eher ungewohnte Art der Öffentlichkeit präsentieren.

Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 31.08.2012 01:03:01 Gelesen: 8697# 2 @  
Abbenrode

Vor hundert Jahren war Abbenrode ein kleines Dorf mit etwa 330 Einwohnern. Es gehörte zum Landkreis Braunschweig, die Postanstalt und die nächste Eisenbahnstation befanden sich in Schandelah, ebenfalls im Landkreis Braunschweig gelegen.

Dieses Abbenrode liegt am Nordwesthang des Elm, zwischen den Orten Cremlingen im Westen und Bornum am Elm östlich von Abbenrode; heute führt die Bundesstraße 1 durch den Ort, früher hieß das Braunschweiger Straße.

Es gibt, weiter östlich gelegen, ein anderes Abbenrode, das zum Landkreis Halberstadt gehört. Man sollte die beiden Orte nicht miteinander verwechseln.

Heute hat Abbenrode etwa 500 Einwohner, ist also ein wenig gewachsen. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass Abbenrode zwischenzeitlich nach Cremlingen eingemeindet worden ist.

Bei der Suche nach besonderen Informationen bin ich auf Folgendes gerstoßen:

"In Abbenrode gibt es eine 1775 erstmals erwähnte Windmühle, die nach dem Brand von 1779 erst im Jahre 1878 wieder aufgebaut wurde. Der letzte Müller war Erich Röhl (†1980), bei dem es sich vermutlich um den letzten Windmühlenmüller des Braunschweiger Landes handelte. Er hat bis ins hohe Alter Führungen für Windmühlenfreunde durchgeführt. Am 23. Mai 2011 wurde der Abschnitt „Zwischen Harz und Heide“ der Niedersächsischen Mühlenstraße offiziell an der Abbenroder Windmühle eröffnet."

Quelle: http://www.museumsmuehle-abbenrode.de/

Weitere Informationen findet man u.a. bei http://de.wikipedia.org/wiki/Abbenrode_(Cremlingen)

Der nachstehend abgebildete Brief wurde in Abbenrode aufgegeben und am 3.2.1941 von Braunschweig aus nach Hannover geschickt.



Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 02.09.2012 01:10:28 Gelesen: 8627# 3 @  
Rieseberg

Rieseberg liegt nordwestlich von Königslutter am Elm; durch den Ort führen zwei größere Straßen, die L 633 und die K 5. Früher ein selbständiges Dorf mir etwa 330 Einwohnern im Jahr 1925, bei Beginn des 2. Weltkrieges dann nur noch 260 Einwohner, wurde Rieseberg später nach Königslutter eingemeindet.

Der Ort hat seinen Namen von Bartholomaeus Rieseberg, dem Theologen und Schüler Martin Luthers.

Bei http://de.wikipedia.org/wiki/Rieseberg_%28K%C3%B6nigslutter%29

finden sich folgende Hinweise:

Rieseberg ist ein Stadtteil von Königslutter im Landkreis Helmstedt im Bundesland Niedersachsen, an der eine gleichnamige Erhebung liegt. Der Ort wurde im Zuge der niedersächsischen Verwaltungs- und Gebietsreform im Jahre 1974 eingemeindet. Traurige Berühmtheit erlangte der Ort durch die Rieseberg-Morde, bei dem 1933 SS-Angehörige 11 politische Gegner ermordeten.

Rieseberg liegt rund 5 km südöstlich des Autobahnkreuzes Wolfsburg/Königslutter (A 39 und A 2) und rund 6 km nord-nordwestlich der Stadtmitte von Königslutter am Rande der Schunterniederung. Der alte Ortskern hat die Form eines langgestreckten Hufeisens. Die Kirche im Ort entstand 1585.

Zu den Rieseberg-Morden empfehle ich die folgende Adresse, unter der ausführliche Informationen zu finden sind:

http://de.wikipedia.org/wiki/Rieseberg-Morde

Die nachstehend abgebildete Postkarte wurde in Rieseberg aufgegeben und am 21.9.1935 vom Leitpostasmt Helmstedt aus weiter gesandt.



Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 04.09.2012 00:35:03 Gelesen: 8574# 4 @  
Empelde

Vor hundert Jahren war Empelde noch ein selbständiges Dorf mit 885 Einwohnern im Landkreis Linden am südwestlichen Stadtrand von Hannover, die nächste Eisenbahnstation befand sich in Ronnenburg. Den Landkreis Linden gibt es nicht mehr, Linden ist seit vielen Jahren ein Stadtbezirk von Hannover, und Empelde ist nun der nördlichste Stadtteil von Ronnenburg.

Bei http://de.wikipedia.org/wiki/Empelde findet sich u.a. folgende Information:

Empelde wurde 840 als „Amplidi“ in einer Urkunde Ludwig des Deutschen erstmals erwähnt. Im Mittelalter entwickelte sich der Ort zu einem Haufendorf. Im Jahre 1831 wurde von Johann Egestorff eine Ziegelei gegründet, 1861 von Georg Egestorff, dem Begründer der Hanomag in Hannover-Linden, eine Zündhütchenfabrik, Vorläufer der späteren Munitionsfabrik Dynamit AG.

Noch heute ist das Ortsbild von den Rückstandshalden des Kaliwerks „Hansa-Silberwerk“ geprägt, das von 1894 bis 1973 produzierte und in den 1950er Jahren über 1000 Mitarbeiter beschäftigte.

Wer in der deutschen Literatur ein wenig bewandert ist, wird sicherlich den Namen Eckermann schon einmal gehört haben. Eckermann lebte u.a. in Empelde. Dazu findet sich bei http://de.wikipedia.org/wiki/Johann_Peter_Eckermann das Folgende:

Johann Peter Eckermann (* 21. September 1792 in Winsen (Luhe); † 3. Dezember 1854 in Weimar) war ein deutscher Dichter und enger Vertrauter Goethes.

Weniger seine Gedichte, die in einem zweiten Bande im Jahre 1838 erschienen, als vielmehr die Niederschrift seiner Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens haben Johann Peter Eckermann weithin bekannt gemacht und ihm hohe Anerkennung eingebracht.

Die gezeigte Karte wurde in Empelde aufgegeben, sie trägt den Stempel des Leitpostamtes Hannover 1 vom 12.6.1933 und war an eine Adresse in Kirchheim-Teck gerichtet.



Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 09.09.2012 22:07:15 Gelesen: 8504# 5 @  
Voitze

Ich möchte heute euer Augenmerk auf eine Region richten, in die man als Tourist eher nicht zufällig gerät. Der kleine Ort Voitze liegt rund 1,5 Kilometer nördlich von Tülau-Fahrenhorst in einer Geestlandschaft. Westlich von Voitze liegt das Waldgebiet Bickelsteiner Heide sowie der Ort Ehra-Lessien. Östlich liegt Brome, drei Kilometer nördlich Wiswedel und etwa 20 km in südlicher Richtung kommt man nach Wolfsburg.

Voitze liegt unmittelbar an der B 248. Sie verbindet den Ort mit Ehra-Lessien und Brome. Kreisstraßen führen nach Tülau-Fahrenhorst und Wiswedel.

Voitze ist gegenwärtig ein Ortsteil der Gemeinde Tülau, die mir selber bisher auch unbekannt war. Nähere Informationen zu Voitze und auch zu Tülau findet man unter anderem hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Voitze
http://www.tuelau.de/01.php?nav=1

Der gezeigte Umschlag weist eine kleine Besonderheit auf. Obwohl im Landpoststempel die Inschrift "Voitze über Wittingen" zu finden ist, war das Leitpostamt am 13.5.1959, als der Brief verschickt wurde, offenbar bereits in Uelzen angesiedelt. Voitze war da wohl zu klein oder das Postaufkommen zu gering, als dass man auf den Wechsel des Leitpostamtes mit einem geänderten Landpoststempel reagiert hätte.



Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 26.09.2012 01:15:09 Gelesen: 8398# 6 @  
Schnepke

Etwa 20 km südlich von Bremen findet man Syke, die drittgrößte Kommune im Landkreis Diepholz; einer ihrer Ortsteile ist das bis zum Jahr 1974 selbständig gewesene Dorf Schnepke.

Das Dorf wird urkundlich erstmals im 14. Jahrhundert erwähnt und wird als zur Vogtei Syke gehörig genannt. Die Gemeinde wird auch als Snybecke, Schnettbecke, Snebbeke und Snepke bezeichnet. Diese Namen werden mit "Grenzbach" übersetzt, Schnede oder Snet bedeutete Grenze, Beeke aber Bach. 1530 gehörte Schnepke zum Amt Syke, die Einwohner waren aber auch gegenüber den Klöstern Bassum und Bücken, später dem Gut Sudweyhe und Gut Hoope abgabepflichtig. Schnepke gehörte zunächst zum Kirchspiel Barrien, später (bis heute) zum Kirchspiel Syke.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte Schnepke nur 28 Feuerstellen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Einwohnerzahl erheblich: 209 Heimatvertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten wurden aufgenommen.

Diese und weitere Informationen zu Schnepke und Syke findet man u.a.hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Schnepke
http://de.wikipedia.org/wiki/Syke
http://www.syke.de/internet/page.php?naviID=6000003&site=6000100&brotID=6000003&typ=2&rubrik=6000001

Die gezeigte Karte wurde in Schnepke aufgegeben und am 15.10.1930 beim Leitpostamt in Syke mit dem Abgangstagesstempel versehen; leider kann ich den Zielort nicht entziffern.



Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 04.10.2012 00:05:42 Gelesen: 8315# 7 @  
Heute möchte ich euren Blick ganz weit nach Nordwesten lenken, in den Landkreis Aurich, eine wunderschöne Landschaft, wenn man denn das flache Land, saftige grüne Wiesen, die Weite des Himmels und ab und zu auch einige Ansiedlungen mag. Es ist eine Region, die weit abseits der großen Touristenströme liegt, und die wenigsten, die dort auf dem Weg zum Meer hindurchfahren, bleiben einfach mal ein paar Tage da, um sich ungestört von Urlaubshektik und Menschenmassen der Erholung hinzugeben.

Der heute gezeigte Brief wurde von einem Absender in Lübbertsfehn geschrieben, dem Landbriefträger in Ihlowerhörn zum Weitertransport übergeben und schließlich am 27.5.1959 beim Leitpostamt Aurich abgestempelt und auf den Weg nach Oldenburg geschickt.

Lübbertsfehn ist ein kleiner Teil der ehemals selbständigen Gemeinde Ihlowerhörn, die ihrerseits im Jahr 1972 Teil der Gemeinde Ihlow wurde.

Zu Lübbertsfehn finden sich vor allem Bilder, die recht gut einen Eindruck der dortigen Landschaft vermitteln; dazu bitte im Browser die Suchworte "Bilder Lübbertsfehn" eingeben.

Bei wikipedia finden sich wenige Hinweise zu Ihlowerhörn, insbesondere dieser:

Die ehemalige Gemeinde Ihlowerhörn ist seit der Gemeindegebietsreform vom 1. Juli 1972 ein Ortsteil der ostfriesischen Gemeinde Ihlow in Niedersachsen. Der Ortsteil gliedert sich in die Dörfer Westersander, Hüllenerfehn und Lübbertsfehn, aus denen 1939 die Gemeinde Ihlowerhörn gebildet wurde.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Ihlowerhörn

Genauere Informationen findet man dann bei dem Artikel zur heutigen Gesamtgemeinde Ihlow, so z.B.:

Die Gemeinde Ihlow liegt im Landkreis Aurich in Ostfriesland. Sie hat etwa 12.500 Einwohner und eine Größe von rund 123 km² und ist damit in der Fläche die achtgrößte Gemeinde Ostfrieslands und die viertgrößte im Landkreis Aurich.

Die Gemeinde entstand im Rahmen der Gemeindegebietsreform 1972 durch Zusammenschluss zwölf selbstständiger Gemeinden, die heute die Ortsteile bilden:

Bangstede
Barstede
Ihlowerfehn
Ihlowerhörn
Ludwigsdorf
Ochtelbur
Ostersander
Riepe
Riepster Hammrich
Simonswolde
Westerende-Kirchloog
Westerende-Holzloog

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Ihlow_%28Ostfriesland%29



Viele Grüße
Ingo
 
Heinrich3 Am: 06.10.2012 14:51:45 Gelesen: 8259# 8 @  
@ Cantus [#6]

Hallo Ingo,

da ich öfters alte Schriften lese, kann ich Dir sagen, daß der Ort Sudweyhe heißen muß. Er schreibt sich allerdings manchmal auch Südweyhe. Mehr kann ich als Bayer leider nicht beitragen. Nach weiterhin gutes Gelingen aller Vorhaben!

Gruß aus München
 
Cantus Am: 13.10.2012 22:47:35 Gelesen: 8161# 9 @  
Für heute hatte ich einen neueren Stempel ausgewählt, ohne zu ahnen, wie schwierig sich da eine Ortsbestimmung gestalten würde. Mit dem Landpoststempel "3401 Rodetal Gemeinde Reyershausen" wurde am 11.9.1963 ein Brief über das Leitpostamt Göttingen an die Gothaer Lebensversicherung in Göttingen gesandt.

Der Versuch, den Ort Rodetal zu finden, lief ins Leere, denn "das Rodetal verläuft zwischen den Ortschaften Reyershausen und Nörten-Hardenberg im südlichen Niedersachsen in den Landkreisen Northeim und Göttingen auf dem Gebiet der Gemeinden Bovenden und Nörten-Hardenberg. Heute verfügt das Rodetal über ein großes Werk für Basaltsteinwolle, ein Restaurant und eine Kläranlage." (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Rodetal). Auch der Versuch, über den Ort Reyershausen mehr Informationen zu erlangen, brachte keine wesentlichen neuen Erkenntnisse. Bei http://de.wikipedia.org/wiki/Reyershausen findet man lediglich folgenden Satz: "Reyershausen ist ein zum Flecken Bovenden in Niedersachsen gehörendes Dorf. Es liegt zwischen Nörtener Wald und dem Pleßforst am Rodebach."

Somit war es mir nicht möglich, eine Standortbestimmung vorzunehmen, um festzustellen, ob im gesamten Rodetal oder z.B. nur am Bergwerk der Landpoststempel aufgebracht worden ist.

Die weitere Suche nach der Zugehörigkeit des Leitpostamtes Göttingen brachte mich auf eine interessante Seite. Bei http://www.gratiser.com/postleitzahl-deutschland#Postleitzonen findet sich u.a. folgende Auflistung:

Liste der Postleitregionen

Darstellung der ersten zwei Ziffern der fünfstelligen Postleitzahl (Postleitregionen)

30 Hannover, Garbsen, Langenhagen, Laatzen
31 Hannover Umland, Hameln, Hildesheim, Peine
32 Minden, Herford, Detmold, Löhne
33 Bielefeld, Paderborn, Bad Driburg, Gütersloh
34 Kassel, Hannoversch Münden, Korbach, Warburg
35 Gießen, Wetzlar, Marburg, Dillenburg
36 Fulda, Bad Hersfeld, Bad Salzungen, Alsfeld

37 Göttingen, Höxter, Eschwege, Osterode am Harz

38 Braunschweig, Salzgitter, Wolfsburg, Halberstadt
39 Magdeburg, Stendal, Oschersleben, Staßfurt

Und hier nun der Brief aus dem Rodetal.



Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 20.10.2012 21:35:41 Gelesen: 8098# 10 @  
Örrel

In Niedersachsen gibt es zwei Orte mit diesem Namen, ein Dorf bei Munster und eines bei Wittingen im Landkreis Gifhorn. Beide Orte schreiben sich mal als Örrel und mal als Oerrel.

Zu dem Örrel des gezeigten Briefes finden sich folgende Informationen:

Dedelstorf ist eine Gemeinde im Landkreis Gifhorn in Niedersachsen. Sie gehört der Samtgemeinde Hankensbüttel an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Hankensbüttel hat. Dedelstorf liegt westlich von Hankensbüttel in der Nähe des Naturparks Südheide. Ortsteile der Gemeinde sind: Dedelstorf, Allersehl, Weddersehl, Oerrel, Repke, Lingwedel und Langwedel.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Dedelstorf

Neben den üblichen Einrichtungen wie Feuerwehr oder Gesangsverein findet man in Örrel ein Jagdmuseum; es zeigt eine der größten Trophäensammlungen Europas und Großwildtrophäen aus Afrika, Nordamerika und Alaska sowie eine Abteilung „Jagd früher und heute" mit Jagdwaffen-Ausstellung.

Quelle: http://www.jagdmuseum-wulff.de/home.htm



Der gezeigte Brief lief am 16.2.1932 von Örrel über Wittingen nach Hannover.

Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 05.11.2012 01:44:19 Gelesen: 7957# 11 @  
Ich möchte noch ein wenig in dieser Gemeinde bleiben. Zunächst habe ich eine Postkarte vom 18.4.1950, die mit Landpoststempel von Dedelstorf nach Hannover gelaufen ist.



Im Raum der heutigen Gemeinde Dedelstorf liegt jedoch auch noch das Dörfchen Repke. Nach meinem Handbuch lebten dort vor hundert Jahren 75 Menschen. Im Jahr 1996 war die Einwohnerzahl auf 208 gestiegen, bei der allgemein zu beobachtenden Landflucht dürften es heute aber auch nicht wesentlich mehr sein. Im Übrigen habe ich zu Repke nur noch folgende Information gefunden:

Die Schnuckenheide (offiziell: Schnuckenheide bei Repke) ist ein Naturschutzgebiet im Landkreis Gifhorn in Niedersachsen. Es ist für seinen Bestand an Wacholder in einer Heidelandschaft bekannt.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Schnuckenheide

Die gezeigte Karte lief am 7.8.1963 von Repke über Wittingen nach Ahrensburg in Holstein.



Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 11.11.2012 02:42:22 Gelesen: 7891# 12 @  
Wendeburg

Wendeburg ist eine Gemeinde im Landkreis Peine in Niedersachsen. Sie liegt unmittelbar am nordwestlichen Stadtrand von Braunschweig.

Besonders bemerkenswert finde ich den folgenden Text, der sich bei http://de.wikipedia.org/wiki/Wendeburg findet:

Im Jahre 1903 stellte Heinrich Büssing den ersten von ihm konstruierten Motorlastwagen der Öffentlichkeit vor. Kaum ein halbes Jahr später war der erste Motoromnibus mit 20 Sitzplätzen betriebsfertig. Nach vierteljähriger Erprobung richtete Heinrich Büssing am 5. Juni 1904 seine erste Omnibuslinie zwischen Wendeburg und Braunschweig ein. Die Buslinie, die auf die Initiative des damaligen Wendeburger Pastors Otto Hayder einging, gab ihm die Möglichkeit, seinen Omnibus weiter unter seiner ständigen Kontrolle zu erproben. Die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit veranlasste nur wenige Monate später die Kaiserliche Ober-Postdirektion Braunschweig, mit Büssing einen Vertrag über die Beförderung von Postsachen – ab 1. September 1904 – abzuschließen. Die Omnibuslinie Wendeburg-Braunschweig gilt daher als erste erfolgreiche Kraftpost-Omnibuslinie der Welt.

Zu Heinrich Büssing selber findet sich dann u.a. bei http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_B%C3%BCssing folgende Information:

Heinrich Büssing (* 29. Juni 1843 in Nordsteimke, heute zu Wolfsburg; † 27. Oktober 1929 in Braunschweig) war ein deutscher Erfinder und Unternehmer. Als Konstrukteur war er ein Pionier des LKW- und Omnibus-Baus. Er meldete fast 250 Patente an und gründete erfolgreich mehrere Unternehmen, darunter die spätere Büssing AG.

Ich kann euch zwei Postkarten zeigen, deren Absendedaten 23 Jahre auseinander liegen; dennoch ist der Poststempel fast völlig unverändert. Im ersten Stempel heißt es "Wendeburg a über Braunschweig", im späteren Stempel dann "Wendeburg c über Braunschweig".





Karte vom 20.7.1935





Karte vom 30.1.1958

Viele Grüße
Ingo
 
westfale1953 Am: 11.11.2012 15:55:14 Gelesen: 7869# 13 @  
Hallo und HELAU!

Möchte hier mal einen schönen Beleg zeigen:

Einschreiben von 24a Osterbruch / über Otterndorf (NE) nach Aachen



Schönen Sonntag noch

Bernhard
 
Cantus Am: 11.11.2012 21:08:38 Gelesen: 7844# 14 @  
@ westfale1953 [#13]

Hallo,

ich ergänze noch mit einigen Informationen, denn die wenigsten Forum'ler dürften wissen, wo Osterbruch liegt.

Die Gemeinde hat eine eigene Website http://www.osterbruch.de/ . Dort heißt es:

Osterbruch ist eine kleine Gemeinde an der Nordseeküste im Bereich der Elbmündung und hat 564 Einwohner. Es gehört mit den Nachbargemeinden Neuenkirchen, Nordleda und Otterndorf zur Samtgemeinde Hadeln. Landschaftlich sehr schön gelegen, abseits des Massentourismus, jedoch in unmittelbarer Nachbarschaft zu Cuxhaven, Otterndorf und Stade, bietet es ideale Voraussetzungen für einen erholsamen, abwechslungsreichen und unvergesslichen Urlaub.

Bei http://de.wikipedia.org/wiki/Osterbruch findet man u.a. die folgenden Informationen:

Osterbruch (gesprochen: Oster mit langem o wie Ostern, bruch mit langem u wie in Buch; plattdeutsch Osterbrook) ist eine niedersächsische Gemeinde im Land Hadeln im Landkreis Cuxhaven.

Eines der berühmtesten Pferde Deutschlands stammt aus Osterbruch, das Springpferd Deister wurde unter Paul Schockemöhle ein Begriff für die gute Pferdezucht im Land Hadeln und erhielt in der Dorfmitte ein kleines Denkmal.

So hat auch diese Gemeinde etwas zu bieten, was sie von vielen anderen Gemeinden unterscheidet.

Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 20.11.2012 23:44:05 Gelesen: 7739# 15 @  
Heute führt uns der Weg ganz in den Norden nach

Sillenstede.

Sillenstede ist heute ein Stadtteil der Stadt Schortens im Landkreis Friesland. Der Stadtteil hat 2220 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2006). Die einst eigenständige Gemeinde wurde im Zuge der Gebietsreform 1972 der Gemeinde Schortens zugeschlagen. Schortens ist seit Januar 2005 eine Stadt.

Diese und weitere Informationen zu Sillenstede findet man u.a. hier:

http://de.wikipedia.org/wiki/Sillenstede
http://www.chronikkreis-sillenstede.de/chronik.shtm

Zu Schortens selber findet sich u.a. folgende Beschreibung:

Schortens ist eine selbständige Gemeinde und nach Varel die zweitgrößte Stadt im Landkreis Friesland im nordwestlichen Niedersachsen (Deutschland). Seit dem 6. Dezember 2011 ist die Stadt staatlich anerkannter Erholungsort

Schortens liegt im Jeverland auf der ostfriesischen Halbinsel, am Rand der Marsch. Zahlreiche Dörfer, etwa die heutigen Stadtteile Accum und Schoost liegen auf in die Marsch hereinragenden Geestzungen, zwischen denen es früher ausgedehnte Moor- und Heidegebiete gab.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Schortens

Ich kann hier zwei verschiedene Landpoststempel zeigen, die zeitlich mehr als 23 Jahre auseinanderliegen.



Karte mit Landpoststempel Sillenstede und Stempel vom Leitpostamt in Jever vom 31.12.1933, gelaufen nach Groß Warfen



Karte mit Stempel Sillenstede über Jever vom 13.4.1957, gelaufen nach Oldenburg

Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 16.12.2012 19:46:40 Gelesen: 7530# 16 @  
Emmen bei Wittingen

Über diesen kleinen Ort gibt es wenig Informationen. Vor gut hundert Jahren war das noch eine eigenständige Gemeinde mit 342 Einwohnern. Die nächste Poststation war in Hankensbüttel, die nächste Eisenbahnstation in Isenhagen. Heute gehört Emmen zur Gemeinde Hankensbüttel, hat die PLZ 29386 und das KFZ-Kennzeichen GF (für den Kreis Gifhorn).





Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 19.02.2013 22:47:03 Gelesen: 7082# 17 @  
Nordgoltern

Für Nordgoltern ist eine eigene Website im Aufbau; dort findet man allerlei Hinweise zur Entstehungsgeschichte des Ortes: http://www.nordgoltern.de/

Bei Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Nordgoltern) findet sich u.a. folgender Text:

Nordgoltern ist ein nordöstlicher Ortsteil der Stadt Barsinghausen am Rande der Region Hannover in Niedersachsen. Der Ort liegt direkt an der von Westen nach Osten verlaufenden B 65. Durch Nordgoltern fließt die 16 km lange Südaue.

Nordgoltern vereinte sich 1969 mit den Gemeinden Eckerde, Göxe, Großgoltern und Stemmen zur Gemeinde Goltern. Die Eingliederung der Gemeinde Goltern in die Stadt Barsinghausen erfolgte am 1. März 1974 im Zuge einer Großen Kreisreform.

Der von mir gezeigte Brief datiert vom 30.05.1960. Leider ist - wegen der Farbe der Briefmarke - der Ortsstempel nur schwach zu lesen.



Eine ganze Strecke weiter östlich kommt man nach

Neu Erkerode, in anderer Schreibweise auch Neuerkerode.

Entsprechend der Eintragungen bei http://de.wikipedia.org/wiki/Neuerkerode ist dieses Dorf etwas ganz Besonderes. Es findet sich folgender Text:

Neuerkerode ist eine Ortschaft in der Gemeinde Sickte im Landkreis Wolfenbüttel in Niedersachsen, die im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts gegründet wurde. Hier entstand auf 2,49 km² ein ganzes Dorf für Menschen mit geistigen Behinderungen.

Die Einrichtung geht auf die „Idioten-Anstalt zu Erkerode“ zurück, die 1868 der Pfarrer Gustav Stutzer, der Arzt Oswald Berkhan und die Braunschweiger Bürgerin Luise Löbbecke gründeten, um kranken und behinderten Menschen eine Heimat zu bieten. Wenig später, am 13. September 1868, wurde an der Landesstraße 625 zwischen Lucklum und Sickte, vier Kilometer vom Gründungsort Erkerode entfernt, die Idioten-Anstalt zu Erkerode gegründet, die sich später zu den Neu-Erkeröder Anstalten, danach zur Evangelischen Stiftung Neuerkerode weiterentwickelte.

Die Einrichtung selber betreibt eine eigene Website, die gut gestaltet ist und allerlei aktuelle Informationen bietet: http://www.neuerkerode.de/

Die von mir gezeigte Karte wurde am 7.7.1942 von Neu Erkerode über Braunschweig nach Halle / Saale geschickt.



Viele Grüße
Ingo
 
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