Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Neuheiten aus Österreich
Das Thema hat 486 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12   13   14 15 16 17 18 19 20 oder alle Beiträge zeigen
 
Brigitte Am: 06.10.2012 07:15:00 Gelesen: 275499# 287 @  
Marie-Louise von Motesiczky - Selbstportrait mit rotem Hut

„Wenn man nur ein einziges gutes Bild malt, solange man lebt, war es das ganze Leben wert.“ – Dieses Zitat stammt von der österreichischen Malerin Marie-Louise von Motesiczky, mit deren „Selbstportrait mit rotem Hut“ die am längsten bestehende Sondermarkenreihe, die überaus beliebte Serie „Moderne Kunst in Österreich“, nun ihre ästhetisch wertvolle Fortsetzung findet. Das Original des 1938 geschaffenen Ölgemäldes hat eine Größe von 50,7 x 35,5 cm und ist im Besitz des Londoner „Marie-Louise von Motesiczky Charitable Trusts“.

Zur Person: Marie-Louise von Motesiczky (1906–1996) war eine über viele Jahre wenig beachtete Künstlerin, die es sich leisten konnte, ohne Rücksicht auf den herrschenden Kunstmarkt für sich selbst tätig zu sein; erst in jüngerer Zeit begann man den Wert ihrer Arbeit zu erkennen. Zeit ihres Lebens blieb sie der gegenständlichen Malerei treu, wobei der Einfluss des großen deutschen Expressionisten Max Beckmann unübersehbar ist. Thematisch befasste sich von Motesiczky hauptsächlich mit der Portraitmalerei, daneben schuf sie Bilder aus ihrem Garten, Landschaften und Stillleben.

Am 24. Oktober 1906 in Wien geboren, begann Marie-Louise von Motesiczky als junge Frau an der renommierten Städelschule in Frankfurt am Main zu studieren. Bereits in dieser Zeit lernte sie Max Beckmann kennen, der ihr Mentor und lebenslanger Freund wurde. Nach dem Einmarsch der Nationalsozialisten im März 1938 floh sie mit ihrer Mutter zunächst in die Niederlande, wo sie im Jahr 1939 ihre erste Einzelausstellung hatte. Kurz darauf floh sie weiter über London nach Amersham; nach Kriegsende ließ sie sich dann endgültig im Londoner Bezirk Hampstead nieder. Hier vertiefte sie auch ihre Bekanntschaft mit Oskar Kokoschka, den sie schon aus Jugendtagen in Wien kannte und der ein Freund der Familie gewesen war, ihrer innigen Beziehung zu Elias Canetti indes entstammen zwei bedeutende künstlerische Werke: Canettis posthum veröffentlichte Aphorismen-Sammlung „Aufzeichnungen für Marie-Louise“ sowie von Motesiczkys Bildnis von Canetti, welches in der National Portrait Gallery in London hängt.

Am 10. Juni 1996 verstarb die große Malerin in London, beerdigt wurde sie jedoch in ihrer Geburtsstadt, und zwar auf dem Döblinger Friedhof in Wien. Zum hundertsten Geburtstag wurde ihr Werk in einer internationalen Wanderausstellung in mehreren bedeutenden Museen gewürdigt, und der ORF produzierte ein umfangreiches TV-Portrait. Vor drei Jahren, 2009, wurde in Wien-Floridsdorf der Motesiczkyweg nach ihr benannt.





Nennwert: EUR 0,62
Ausgabetag: 10.10.2012
Markengröße: 31,8 mm x 50 mm
Grafikentwurf: Marion Füllerer, nach einer Vorlage von Marie-Louise von Motesiczky
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH
Offsetdruck
Auflage: 410.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
 
Brigitte Am: 08.10.2012 07:16:00 Gelesen: 274995# 288 @  
Gasglühlampe - Carl Auer von Welsbach

Mit Carl Freiherr Auer von Welsbach startet die neue attraktive Markenserie „Österreichische Erfindungen“, in deren Verlauf namhafte Pioniere der heimischen Forschungsgeschichte vorgestellt werden. Der Chemiker und Unternehmer Carl Auer von Welsbach (1858–1929) erwarb sich nicht nur als Entdecker der vier chemischen Elemente Neodym, Praseodym, Ytterbium und Lutetium große Verdienste, sondern vor allem auch als Erfinder des Glühstrumpfs im Gaslicht, der so genannten „Gasglühlampe“, wie sie auf der Marke dargestellt ist. Darüber hinaus gehen auch die Metallfadenlampe und der Zündstein im Feuerzeug auf Auer von Welsbachs genialen Forschungsgeist zurück.

Bereits während seines Studiums an den Universitäten von Wien und Heidelberg begann er im Laboratorium von Prof. Adolf Lieben mit Untersuchungen an den Metallen der Seltenen Erden. Nach seiner Promotion im Mai 1882 widmete sich Auer von Welsbach unterschiedlichen Experimenten, unter anderem beobachtete er das Leuchten der Verbindungen der Seltenen Erden in der Flamme des Bunsenbrenners. Wenn er Baumwollfäden mit ihren Salzlösungen tränkte und die getrockneten Fäden verbrannte, blieb ein Gerüst aus Oxiden zurück, das ein starkes Strahlungsvermögen zeigte. So erfand Auer von Welsbach im Jahre 1885 den Glühstrumpf, auch „Auerstrumpf“ genannt, der die damals schon bekannte Gasbeleuchtung wesentlich verbesserte, da man mit geringerem Gasverbrauch deutlich bessere Lichtausbeuten erhielt. Nachdem er die Zusammensetzung optimiert hatte, war das Gasglühlicht allen anderen damals bekannten Lichtquellen weitaus überlegen. Es war nicht nur um einiges heller als eine Kerze oder Kienspan, sondern auch günstiger als andere Gaslampen oder beispielsweise die elektrische Kohlenfadenlampe. Auf diese Weise wurde die Erfindung auch ein kommerzieller Erfolg.

Dennoch beschäftigte sich Auer von Welsbach auch mit dem elektrischen Licht – und 1898 ließ er die erste brauchbare Metallfadenlampe patentieren. Er entwickelte dazu ein Verfahren zur Herstellung von Drähten aus Osmium, das damals als Metall mit dem höchsten Schmelzpunkt galt. Am 10. März 1906 meldete Carl Freiherr Auer von Welsbach, der als Inbegriff eines fleißigen, wortkargen Forschers und Gelehrten galt, das nach wie vor bestehende Warenzeichen „Osram“ für „elektrische Glüh- und Bogenlichtlampen“ beim seinerzeitigen Kaiserlichen Patentamt in Berlin an. Das renommierte Auer von Welsbach-Stipendium, ein nach ihm benannter Hörsaal am Chemischen Institut an der Uni Wien, der beliebte Auer-Welsbach-Park im 15. Wiener Gemeindebezirk und ihm gewürdigte Straßen in Wien-Liesing und Berlin-Friedrichshain erinnern freilich auch heute noch an den großen österreichischen Erfinder.





Nennwert: EUR 0,62
Ausgabetag: 13.10.2012
Markengröße: 31,8 mm x 50 mm
Entwurf: David Gruber
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V.
Offsetdruck
Auflage: 812.000 Marken in Bögen zu 10 Stück
 
Brigitte Am: 10.10.2012 07:01:01 Gelesen: 274411# 289 @  
140 Jahre Konzessionserteilung Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn

Die Raaberbahn, bis 2008 offiziell „Raab-Oedenburg-Ebenfurter Eisenbahn“ (ROeEE), bzw. ungarisch „Györ-Sopron-Ebenfurti Vasút“, ist ein ungarisch-österreichisches Eisenbahnunternehmen. Vor genau 140 Jahren, 1872, wurde die entsprechende Konzession für eine Bahnstrecke von Raab über Ödenburg bis nach Neufeld an der Leitha, der damaligen Landesgrenze, vergeben.

Das Motiv der neuen Sondermarke, die aus diesem Anlass herausgegeben wird, zeigt ein Bild des 1955 in Sopron geborenen Künstlers Zsolt Kámán, der seinerseits selbst bei der Raaberbahn beschäftigt ist. Zu sehen sind auf der rechten Seite oben die Wappen der drei namengebenden Orte, links daneben das Wahrzeichen von Sopron, der so genannte „Feuerturm“, und der Rathausturm von Györ, sowie, im Vordergrund, eine historische und eine aktuelle Lokomotive. Bei Ersterer handelt es sich um die Dampflokomotive Nr. 17, die im Jahre 1885 durch die Lokomotiv-Fabrik Wiener Neustadt erbaut und als Güterzugslokomotive in den Wagenpark der Raaberbahn aufgenommen wurde. Zweitere ist eine so genannte „Taurus-Zweifrequenzlokomotive“, welche aus technischer Sicht einer ÖBB 1116-Lok entspricht.

Zur Geschichte: 1872 wurde, wie oben erwähnt, eine Konzession für eine Bahnstrecke von Raab nach Neufeld an der Leitha vergeben, am 2. Jänner 1876 konnte nach Verzögerungen das erste Teilstück bis Sopron eröffnet werden, kurze Zeit später folgte der restliche Streckenabschnitt. Im Dezember 1897 fand die Eröffnung der Neusiedler Seebahn zwischen Parndorf und Celldömölk statt. Obwohl diese eine eigene Aktiengesellschaft war, übernahm die ROeEE die Prioritätsaktien und wurde Bauherr und Betreiber auch von dieser Linie. Nach Auflösung der Monarchie blieb die Gesellschaft weiterhin selbständig, dies änderte sich auch nach dem Zweiten Weltkrieg nicht – im Gegenteil: Trotz des „Kalten Krieges” wurde weiterhin grenzüberschreitend zwischen Österreich und Ungarn gefahren.

Ab den 1980er Jahren erfuhr die ROeEE einen starken Aufschwung, insbesondere der Güterverkehr erhöhte sich, wozu nicht zuletzt der mit österreichischer Unterstützung errichtete Güterterminal in Sopron wesentlich beitrug.

Im Mai 1987 wurde der elektrische Betrieb zwischen Györ und Sopron aufgenommen, wenige Monate später schließlich auch zwischen Sopron und Ebenfurth. Zu diesem Zweck musste die Fahrleitungsanlage in Ebenfurth völlig umgebaut werden, da die ÖBB und die ROeEE unterschiedliche Bahnstromsysteme angewendet hatten. 2008 wurde der österreichische Firmenname auf „Raaberbahn AG“ geändert, 2009 erhöhte der ungarische Staat im Rahmen einer Kapitalerhöhung seinen Anteil von 61 auf nunmehr 65,6 Prozent.





Nennwert: EUR 0,62
Ausgabetag: 15.10.2012
Markengröße: 50 mm x 31,8 mm
Grafikentwurf: David Gruber nach einer Vorlage von Zsolt Kámán
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V.
Offsetdruck
Auflage: 812.000 Marken in Bögen zu 10 Stück
 
Brigitte Am: 12.10.2012 07:02:00 Gelesen: 274112# 290 @  
Weinviertel

Mit dem vorliegenden Wertzeichen startet eine neue Markenserie, die sich mit einem besonders „kostbaren“ Thema beschäftigt, den Weinregionen Österreichs. Den Anfang macht das größte heimische Weinbaugebiet, das niederösterreichische Weinviertel.

Die Grenzen des Weinviertels verlaufen im Osten entlang der Staatsgrenze von Österreich zur Slowakei, die durch die March gebildet wird. Im Norden grenzt das Weinviertel an Tschechien, wo im Wesentlichen die Thaya die natürliche Grenze bildet. Der Manhartsberg, der östlich des Kamps liegt, stellt die Grenze zum Waldviertel im Westen dar. Im Süden grenzt das Weinviertel an das Most- und das Industrieviertel, hier bilden der Wagram, die Donau und das Marchfeld die geografische Grenze. Politisch gliedert sich das Weinviertel in die Bezirke Gänserndorf, Hollabrunn, Korneuburg und Mistelbach. Auch der Gerichtsbezirk Kirchberg am Wagram des Bezirkes Tulln sowie kleine Teile der Bezirke Horn, Krems-Land und Wien-Umgebung liegen in dieser Region.

Besondere Bedeutung hat im Weinviertel – nomen est omen – der Weinbau. Das Anbaugebiet hat eine Gesamtfläche von nahezu 16.000 Hektar, die größten Lagen bilden die Retzer und die Falkensteiner Weinberge, Poysdorf, das Matzner Hügelland, die Wolkersdorfer Hochleithen, Hagenbrunn und der Bisamberg. Zwei wesentliche Faktoren sind für die idealen Bedingungen des Weinbaus in der Region verantwortlich. Erstens das pannonische Klima mit seinen kalten Wintern und den heißen, trockenen Sommern – so beträgt, beispielsweise in Poysdorf, die Sonnenscheindauer fast 2000 Stunden im Jahr. Der zweite Indikator sind die Lössböden, optimal für das Gedeihen der Weinstöcke und der Trauben.

Die mit Abstand größte Verbreitung aller angebauten Rebsorten im Weinviertel hat der Grüne Veltliner, andere Sorten wie Weißburgunder, Welschriesling, Zweigelt und Blauer Portugieser spielen eine vergleichsweise unbedeutende Rolle. Typisch für den Grünen Veltliner sind das intensive Bouquet und seine Frische. Gewiss, die Beschreibung des Weines nimmt oft lyrische Züge an, fest steht jedoch, dass verschiedenste Aromen – von weißem Pfeffer bis zu Tabak – ausgemacht werden können. Bestechend an guten Veltlinern sind die intensive Nase und der schlanke Geschmack nach Citrus und nach Pfirsich. Entgegen der landläufigen Meinung, die auf vielen eher mäßigen Veltlinern beruht, sind hochwertige Weine dieser Rebsorte durchaus lagerfähig. Bei Verkostungen älterer Grüner Veltliner beeindrucken diese immer wieder durch ihre erstaunliche Frische.

Neu ist der so genannte „Weinviertel-DAC“, ein gebietstypischer Grüner Veltliner, der an seiner hell- bis grüngelben Farbe und dem würzig-fruchtigen Geschmack zu erkennen ist. Die Weine sind trocken ausgebaut und ihr Alkoholgehalt beträgt mindestens 12 vol%.





Nennwert: EUR 0,62
Ausgabetag: 19.10.2012
Markengröße: 31,8 x 50 mm
Entwurf: Österreichische Post AG
Grafik: David Gruber
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V.
Offsetdruck
Auflage: 812.000 Marken in Bögen zu 10 Stück
 
Brigitte Am: 15.10.2012 07:12:01 Gelesen: 273536# 291 @  
50 Jahre Viennale

Die Viennale, ein renommiertes Wiener Filmfestival, feiert 50. Geburtstag. Die vorliegende Sondermarke, die aus diesem Anlass herausgegeben wird, ist „eine von 50 Geburtstagskerzen für 50 erfolgreiche Festivals“, wie der Direktor der Viennale, Hans Hurch, bildreich meint. Zum Jubiläum wolle man, so Hurch, kein Feuerwerk abbrennen, sondern viele kleinere und größere Glanzlichter setzen.

Unter der Vorgabe, kein allgemeines Kinosujet zu verwenden, sondern ein für die Viennale typisches Bild zu finden, produzierte Rainer Dempf, der Grafiker des Festivals, eine ganze Reihe interessanter Entwürfe für das Motiv des neuen Wertzeichens. Zu den bekanntesten „Marken-Zeichen“ des Festivals zählen die Viennale-Trailer, für die im Laufe der Jahre zahlreiche große Regisseure gewonnen werden konnten. Aus den kurzen Filmen wurden einzelne Kader ausgewählt, um daraus das Design der Briefmarke zu gestalten – die Entscheidung fiel letztlich auf ein Standbild aus dem Trailer „Une Catastrophe“, den Jean-Luc Godard 2008 für die Viennale produziert hatte. Der Kader ist, strenggenommen, jedoch gar kein Godard-Original, sondern stammt seinerseits aus dem Film „Menschen am Sonntag“ aus dem Jahre 1929, der als Meilenstein der Neuen Sachlichkeit gilt.

Die Viennale, seit ihrer Gründung zu einer echten Erfolgsgeschichte avanciert, gehört mittlerweile nicht nur zu den beliebtesten Kulturveranstaltungen in Wien, sondern genießt auch hohe internationale Reputation. In seinem jährlichen Programm zeigt das Festival eine akzentuierte Auswahl neuer filmischer Arbeiten aus zahlreichen Ländern, heimische wie auch internationale Premieren sowie interessante Beispiele einer lebendigen Kinematographie von ästhetischem Eigensinn und politischer Aktualität. Neben der umfangreichen zeitgenössischen Spielfilmproduktion in all ihren Formen, Genres und Erzählweisen widmet das Festival drei weiteren Sparten besondere Aufmerksamkeit: dem dokumentarischen Kino, dem internationalen Kurzfilmschaffen sowie experimentellen Arbeiten aus dem so genannten „Crossover-Bereich“. Internationale Resonanz finden vor allem die jährlich stattfindende historische Retrospektive in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Filmmuseum sowie die vielfältigen Sonderprogramme, Tributes und Hommagen, die im Rahmen des Festivals bedeutenden Persönlichkeiten und Institutionen des internationalen Filmschaffens gewidmet sind.

Eine Reihe von Galavorführungen, Special Events und Festen gehört ebenso zum lebendigen und vielfältigen Geschehen des Festivals wie Diskussionen, Publikumsgespräche und Begegnungen zwischen weltberühmten Gästen und lokalen Besuchern.





Nennwert: EUR 0,70
Ausgabetag: 25.10.2012
Markengröße: 42 mm x 35 mm
Entwurf: Rainer Dempf
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH
Offsetdruck
Auflage: 400.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
 
Brigitte Am: 24.10.2012 07:01:00 Gelesen: 271714# 292 @  
115. Jahrestag Treffen Kaiser Franz Josef I. - König Rama V.
Gemeinschaftsausgabe Österreich - Thailand

Der vorliegende Markenblock stellt eine philatelistische Premiere dar, ist er doch die erste Gemeinschaftsausgabe zwischen Österreich und dem Königreich Thailand. Thematisiert wird darin der 115. Jahrestag des historischen Treffens von Kaiser Franz Josef I. mit dem thailändischen König Chulalongkorn dem Großen, Rama V., der vom 11. November 1868 bis 23. Oktober 1910 an der Spitze seines Landes stand.

Zur Person: Als ältester Sohn des an Malaria verstorbenen Königs Mongkut, Rama IV., wurde Chulalongkorn im Alter von erst 15 Jahren gekrönt. Bei der 100-Jahres-Feier zum Bestehen des Herrscherhauses der Chakri-Dynastie im Jahr 1882, nur 14 Jahre also nach dem Tod des Vaters, wurden fünf bedeutende Errungenschaften König Chulalongkorns für Thailand erwähnt: Die Gleichberechtigung bestimmter Klassen von Sklaven, die Abschaffung der Niederwerfung vor dem König, die Garantie für Regierungsoffiziere, dem König schriftlich ihre Meinung zukommen lassen zu dürfen, die Verbesserung der Beziehungen zum Ausland, und schließlich die Erweiterung des Wat Phra Kaeo, des Tempels im Königspalast von Bangkok.

Darüber hinaus hatte der junge König bereits damals eine Bildungsreform angestoßen, das Anlegen neuer Reisfelder unterstützt und die Wirtschaft durch das Graben neuer Kanäle angekurbelt. Schon früh interessierte sich Chulalongkorn für die Situation im Ausland. Als erster thailändischer König knüpfte er gute Kontakte zu den europäischen Königshäusern, unter anderem auch zu Kaiser Franz Josef. Zwei Reisen, 1897 und 1907, führten Chulalongkorn nach Europa – und genau an jene im Jahre 1897, als es zu einem feierlichen Treffen mit dem österreichischen Kaiser kam, erinnert nun der neue Sondermarkenblock.

Bei dieser historischen Zusammenkunft überreichte König Chulalongkorn, Rama V., Kaiser Franz Josef im Rahmen einer Hoftafel im Schloss Schönbrunn einen Säbel als Ehrengeschenk. Der Kaiser schenkte dem König im Gegenzug seine Fotografie in einem wertvollen Rahmen, darüber hinaus ließ er ihm einen Lipizzaner-Schimmelhengst namens „Siglavy Batavia“ schicken, der im Jänner 1898 wohlbehalten in Bangkok ankam. Der auf dem Markenblock abgebildete Dreizack kam indes bereits einige Jahre vor der königlichen Europareise in den Besitz des österreichischen Kaiserhauses.

Zur Erinnerung und als Dank für die Sendung einer Schatulle mit Fotografien von kunstgewerblichen Gegenständen, die auf der Wiener Weltausstellung 1873 aufgenommen worden waren, ließ König Chulalongkorn einen königlichen Dreizack für Kaiser Franz Josef anfertigen und durch die Konsuln nach Österreich übermitteln. Der entsprechende Begleitbrief befindet sich übrigens im Österreichischen Staatsarchiv und ist datiert mit 15. Mai 1878.





Nennwert: EUR 0,70 + EUR 1,70
Ausgabetag: 10.11.2012
Markengröße: 29,6 mm x 38,5 mm
Grafikentwurf: Silvia Moucka
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH
Offsetdruck
Auflage: 170.000 Blöcke zu 2 Marken
 
Brigitte Am: 26.10.2012 07:12:00 Gelesen: 271301# 293 @  
Weihnachten - St. Georg / Kals am Grossglockner

Es ist mittlerweile eine gute Tradition, dass der malende und schreibende Altbischof der Diözese Innsbruck, Dr. Reinhold Stecher, eine Weihnachtsmarke der Österreichischen Post AG gestaltet. Bereits zum sechsten Mal griff er dafür zu Pinsel und Palette und schuf das stimmungsvolle Motiv des vorliegenden Wertzeichens, welches die kleine romanische St. Georgs-Kirche in Kals am Großglockner zeigt.

Dr. Reinhold Stecher schreibt dazu: „Die diesjährige Briefmarke zur Weihnacht entführt uns in das Dorf unter dem Großglockner. Kals hat die eigenartigste Siedlungsgeschichte von Tirol. Flurnamen und Funde verraten, dass in Kals jahrhundertelang Kelten, Romanen, Slawen und Bajuwaren friedlich zusammengelebt haben. Die große Abgeschiedenheit mag dazu beigetragen haben, dass diese bunt zusammengesetzte Bevölkerung ein hohes Gemeindebewusstsein entwickelt hat. Und noch etwas anderes hat dieses Miteinander verstärkt: der Glaube. Davon könnte das uralte romanische Kirchlein von St. Georg erzählen. Es hatte eine Vorgängerkirche, und sein Boden barg römische Scherben.

Heute ist Kals das Glocknerdorf mit Besuchern aus aller Welt, aber die Botschaft und der Segen des Kindes aus Bethlehem bleiben aktuell. Der Sternenstrom, der auf dem Sonderstempel über dem Glockner ins Tal strömt, soll dies andeuten.“

Zur Person von Dr. Stecher: Nach der Matura in Innsbruck und der Ableistung des Reichsarbeitsdienstes trat er im Jahre 1939 in das Priesterseminar in St. Michael in Matrei ein. Da das Seminar jedoch bald darauf durch die Gestapo geschlossen wurde, studierte er am Stift St. Georgen in Kärnten weiter. Nach einer Wallfahrt nach Maria Waldrast wurde Stecher 1941 zu einer zweimonatigen Inhaftierung in ein Gestapo-Gefängnis gebracht. Anschließend erfolgte der Einzug zur Wehrmacht – mit Fronteinsätzen in Karelien, in Lappland und in Norwegen.

Reinhold Stecher wurde verwundet und trat nach seiner Rückkehr in das Priesterseminar Canisianum ein, 1947 wurde er schließlich zum Priester geweiht. Es folgten verschiedene Tätigkeiten als Präfekt, Lehrer und Seelsorger, ehe er 1951 zum Doktor der Theologie promovierte. In den Jahren von 1956 bis 1981 war Dr. Stecher Religionsprofessor an der Lehrerbildungsanstalt Innsbruck und parallel ab 1968 Professor für Religionspädagogik an der Pädagogischen Akademie des Bundes.

Darüber hinaus war er von 1965 bis 1970 Spiritual im Priesterseminar der beiden Diözesen Innsbruck und Feldkirch. Die feierliche Ernennung zum Bischof erfolgte im Dezember 1980 durch Papst Johannes Paul II. In der Österreichischen Bischofskonferenz war Dr. Reinhold Stecher viele Jahre zuständig für die Referate Caritas und Frauen, zugleich war er aber auch Vertreter in der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz.





Nennwert: EUR 0,70
Ausgabetag: 16.11.2012
Markengröße: 31,8 mm x 50 mm
Entwurf: Dr. Reinhold Stecher
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH
Offsetdruck
Auflage: 1.250.000 Marken in Sets zu 5 Stück
 
Brigitte Am: 29.10.2012 07:02:00 Gelesen: 270846# 294 @  
Sondermarke „Weihnachten - Jacopo Bassano - Anbetung der Könige“





Wert: EUR 0,70
Ausgabetag: 16.11.2012
Auflage: 1.500.000 Marken auf Rollen zu 50 Stück
Markengröße: 40 x 32,5 mm Odontometrische Zahl: 13 x 12¾
Grafikentwurf: Kirsten Lubach, nach einer Vorlage von Jacopo Bassano
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V., Offset
 
Brigitte Am: 31.10.2012 06:44:00 Gelesen: 270498# 295 @  
Lenz Moser

Botschafter österreichischer Weinkultur

Der Name Lenz Moser ist untrennbar mit Österreichs Weinbau verbunden. Der heutige Gutskeller Lenz Moser in Rohrendorf bei Krems, dessen erste urkundliche Erwähnung ins Jahr 1040 zurück reicht, gilt als Ausgangspunkt wichtiger Impulse zur Pflege österreichischer Weinkultur. So wurde hier die „Lenz Moser Hochkultur“ begründet, die den Weinbau in den 1950er-Jahren revolutionierte. Diese und weitere Pioniertaten machten das Haus Lenz Moser zu dem, was es heute ist: Marktführer am österreichischen Markt mit Qualitätsweinen aus Österreich. Und als wichtigster Exporteur von österreichischem Qualitätswein in Flaschen trägt Lenz Moser Österreichs Weinkultur hinaus in viele Länder Europas, in die USA, nach Kanada und in den fernen Osten.

Hochkultur auf naturnaher Grundlage

Neben dem Stammsitz in Rohrendorf bewirtschaftet Lenz Moser das Schlossweingut des Souveränen Malteser Ritterordens in Mailberg/Weinviertel und den Klosterkeller Siegendorf/Burgenland. Hier wird nicht nur die Lenz Moser Hochkultur gepflegt, sondern auch nach Aspekten des ökologischen Weinbaus gearbeitet: Güte geht vor Menge, organische Düngung, natürliche Schädlingsbekämpfung und schonende Unkrautvernichtung stehen im Mittelpunkt.

Beziehungskultur trägt Früchte

Lenz Moser arbeitet ausschließlich mit Weinbauern und Winzergenossenschaften aus den Weinbaugebieten Niederösterreich und Burgenland zusammen. Das stellt sicher, dass jeder Lenz Moser Wein nur aus österreichischen Rieden stammt. Rund 3000 ausgesuchte Winzer profitieren von der Betreuung durch erfahrene Lenz Moser Önologen.

Qualität als Ausdruck der Unternehmenskultur

Im Hause Lenz Moser bleibt keine Phase der Weinwerdung dem Zufall überlassen. Mit modernster Kellertechnologie und viel Know-how lassen sich alle Abläufe so steuern, dass das Maximum jenes Schatzes in die Flasche kommt, den jede Traube in sich birgt. Um stets auf dem neuesten Erkenntnisstand zu bleiben, investiert Lenz Moser viel Zeit und Geld in Forschung, Entwicklung und technische Ausrüstung. Die Konzentration auf schonende und rationelle Verarbeitungsprozesse verfolgt stets ein Ziel: Die Produktion hochwertiger Qualitätsweine mit vernünftiger Preisgestaltung. Wie gut dieses Ziel erreicht wird, beweist eine lange Liste von Auszeichnungen und Prämierungen für Lenz Moser Weine bei nationalen und internationalen Wettbewerben und Verkostungen.





Nennwert: EUR 0,62
Ausgabetag: 17.11.2012
Markengröße: 35 mm x 42 mm
Entwurf: Harald Kaiserseder
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH
Offsetdruck
Auflage: 400.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
 
Brigitte Am: 02.11.2012 07:02:01 Gelesen: 270152# 296 @  
175 Jahre Eisenbahn für Österreich

Die vorliegende Sondermarke stellt für alle Eisenbahn-Liebhaber mit Sicherheit einen philatelistischen Höhepunkt dar, wird doch mit ihr des 175-jährigen Jubiläums „Eisenbahn für Österreich“ gedacht. Das Motiv des neuen 0,90 Euro-Wertzeichens zeigt den für diesen Anlass eigens gebrandeten Jubiläumszug, einen modernen Railjet der ÖBB.

Die 175-jährige Geschichte des österreichischen Schienenverkehrswesens geht zurück auf das Jahr 1827, als die Eröffnung des ersten Streckenabschnitts der Pferdeeisenbahn Linz–Budweis stattfand. Die eigentliche Geburtsstunde der Eisenbahn in unserem Land schlug freilich erst am 23. November 1837, als auf der 13 Kilometer langen Strecke zwischen Floridsdorf und Deutsch Wagram der von der Dampflokomotive „Austria“ geführte Zug seine Fahrgäste sicher ans Ziel brachte. Tatsache ist jedoch: Kein anderes österreichisches Massenverkehrsmittel hat eine ähnlich lange Tradition wie die Eisenbahn.

Unter dem Motto „Keine Zukunft ohne Herkunft“ nehmen daher zahlreiche Bahnen das Jubiläum zum Anlass, die Anfänge der Eisenbahn in Österreich entsprechend zu würdigen. So sind beispielsweise die Mitgliedsorganisationen des Verbandes Österreichischer Museums- und Touristikbahnen bemüht, mit ihren historisch wertvollen Fahrzeugen und Exponaten die Geschichte der Bahn attraktiv und lebendig darzustellen. Neben dem planmäßigen Nostalgiezugbetrieb und dem saisonalen Programm finden darüber hinaus während des gesamten Jahres unzählige Sonderveranstaltungen zum Thema Eisenbahn statt. Das runde Jubiläum bietet aber nicht nur Anlass, die wechselvolle Geschichte entsprechend Revue passieren zu lassen – auch der Blick in die Zukunft ist von großer Wichtigkeit: Als sicheres, umweltfreundliches, rasches und vor allem verlässliches Verkehrsmittel wird die Bahn künftig noch mehr als heute das Rückgrat des Personen- und Güterverkehrs bilden; derzeit benützen immerhin rund 700.000 Menschen Tag für Tag die österreichischen Bahnen.

Das umfangreiche Investitionsprogramm von mehr als zwei Milliarden Euro jährlich beinhaltet den Neubau bzw. die Sanierung zahlreicher Bahnhöfe im ganzen Land sowie den weiteren Ausbau großer Korridore und moderner leistungsfähiger Strecken, kurz: die Schaffung einer noch klimafreundlicheren Mobilität in Österreich. Das ehrgeizige Ziel dabei lautet „nachhaltige Effekte“, damit die Bahn bei ihrem nächsten runden Geburtstag noch schneller ist und wesentlich mehr Fahrgäste und Güter befördert als sie es heute bereits tut.





Nennwert: EUR 0,90
Ausgabetag: 23.11.2012
Markengröße: 50 mm x 31,8 mm
Entwurf: David Gruber
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH
Offsetdruck
Auflage: 250.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
 
Brigitte Am: 05.11.2012 07:15:00 Gelesen: 269615# 297 @  
Weihnachten - Arndorfer Altar / Maria Saal

Die Kärntner Wallfahrtskirche Mariae Himmelfahrt – kurz „Marienkirche“ oder auch „Maria Saaler Dom“ genannt – ist eine in ihrem heutigen Aussehen im 15. Jahrhundert im Stil der Spätgotik errichtete römisch-katholische Pfarrkirche. Ein bereits früher bezeugtes Gotteshaus wurde vermutlich an derselben Stelle im 8. Jahrhundert errichtet; aus diesem Grund gilt Maria Saal als einer der ältesten Standorte einer christlichen Kirche sowie als Ausgangspunkt der Missionierung Kärntens in der so genannten Karolingerzeit.

Zur Geschichte des Pfarrhauses: Im Laufe des 15. Jahrhunderts wurde die Marienkirche nicht nur buchstäblich „von Grund auf“ umgebaut, auch die Kapitelbauten wurden in dieser Zeit befestigt. 1430 errichtete man Querschiff und Chor, in den Jahren 1450 bis 1459 schließlich das Langhaus. Ab 1463 erhielt Maria Saal einen Burgfried und wurde angesichts der durch die Türken drohenden Gefahren durch umfangreiche Wehranlagen, welche heute noch gut erhalten sind, gesichert. Dabei wurde auch die zweigeschoßige runde und ursprünglich im romanischen Stil erbaute Taufkapelle mit einbezogen.

Nachdem die Inneneinrichtung in der Mitte des 17. Jahrhunderts im barocken Stil zum Teil umgestaltet worden war, griff am 4. November 1669 ein verheerender Großbrand vom Ort aus auf das Gotteshaus über und zerstörte dessen Dach, sämtliche Glocken und den Hochaltar. Die Mauern und das Gewölbe des Kirchenschiffs konnten indes „Gott sei Dank“ vor dem Einsturz bewahrt werden, sodass wenigstens die wertvolle Inneneinrichtung großteils vor den Flammen gerettet werden konnte. Die Bedeutung des Gotteshauses zeigt sich jedoch eindrucksvoll in der Tatsache, dass man nach nur fünf Jahren bereits den größten Teil des Wiederaufbaus fertiggestellt hatte, das riesige Dach war wieder eingedeckt und die neu aufgebauten Türme erhielten anstelle der ehemaligen Spitzdächer barocke Zwiebelhauben.

Im Inneren fand 1714 der neue Hochaltar seinen Platz, an dem – nach der Abtragung des Gnadenaltars – 1787 die gotische Gnadenstatue aufgestellt wurde. Der so genannte Arndorfer Altar, das Motiv der Marke, kam indes erst ein Jahrhundert später, 1884, von der Filialkirche Arndorf in den Maria Saaler Dom. Der wunderschöne gotische Flügelaltar wurde um 1520 in der Villacher Schnitzerwerkstatt von Lukas und Heinrich Tausmann hergestellt. Auf sieben imposanten Tafelbildern sind verschiedene Szenen aus dem Leben Mariens, der Mutter Anna und anderen heiligen Frauen zu sehen; der Ausschnitt auf der vorliegenden Weihnachtsmarke zeigt das stimmungsvolle Bild „Anbetung des Christuskindes“.





Nennwert: EUR 0,62
Ausgabetag: 30.11.2012
Markengröße: 32,25 mm x 42 mm
Entwurf: Prof. Adolf Tuma
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH
Offsetdruck
Auflage: 2.000.000 Marken in Sets zu 5 Stück
 
Brigitte Am: 07.11.2012 07:02:00 Gelesen: 269463# 298 @  
Sondermarke „Weihnachten - Pieter Breughel d. Ä. - Jäger im Schnee“





Wert: EUR 0,62
Vorbezugstag: 5.11.2012 - Ausgabetag: 30.11.2012
Auflage: 3.750.000 Marken auf Rollen zu 50 Stück
Markengröße: 40 x 32,5 mm Odontometrische Zahl: 13 x 12¾
Grafikentwurf: Gabriele Milewski, nach einer Vorlage von Pieter Breughel d. Ä.
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V., Offset
 
Brigitte Am: 13.12.2012 10:09:26 Gelesen: 262074# 299 @  
Ski WM 2013 Schladming
Freiheit im Schnee - Steirisches Herz - Slalomtanz

Vom 4. bis 17. Februar 2013 findet im bekannten steirischen Wintersportort Schladming die 42. Alpine Skiweltmeisterschaft statt. Die Wahl des Austragungsortes erfolgte bereits am 29. Mai 2008 in Kapstadt (Südafrika) durch den 46. FISKongress, wo sich Schladming schon im ersten Wahlgang deutlich in der Abstimmung gegen die Bewerbungen aus Cortina d'Ampezzo (Italien), St. Moritz (Schweiz) und Vail/Beaver Creek (USA) durchsetzen konnte. Schladming hat, gemeinsam mit Haus im Ennstal, bereits die Ski-WM 1982 veranstaltet – im Gegensatz zur damaligen sportlichen Großveranstaltung sollen 2013 jedoch sämtliche Bewerbe auf der berühmten Schladminger Planai stattfinden. Die zum Teil unterschiedlichen Strecken werden alle im selben Zielstadion in unmittelbarer Nähe zum attraktiven Stadtzentrum enden.

Spannende Tage, die ganz im Zeichen des internationalen Skisports stehen, liegen also unmittelbar vor den unzähligen Fans auf der ganzen Welt. Beim Kampf um Gold, Silber und Bronze hoffen wir Österreicher natürlich, so viel Patriotismus sei gestattet, dass die heimischen Skistars wie Marcel Hirscher, Benni Raich, Marlies Schild und Elisabeth Görgl auch ein kräftiges Wort mitzureden haben werden.

Die Österreichische Post begleitet die Ski-WM auf unterschiedlichste Weise, unter anderem mit der Herausgabe der drei vorliegenden attraktiven Sondermarken. Die Motive dieser Wertzeichen stammen von niemand Geringerem als dem international renommierten österreichischen Maler Christian Ludwig Attersee, der mit seinen Gemälden „Freiheit im Schnee“, „Steirisches Herz“ und „Slalomtanz“ eindrucksvolle Bilder in der typischen Attersee'schen Bildsprache schuf. Farbenfroh, sinnlich-wuchtig und voll Poesie interpretiert der Künstler den sportlichen Event, indem er die Leidenschaft, die Ausgelassenheit und die Eleganz hochleben lässt.

Angesprochen auf die kunstvolle Plakat- und Markenserie, die Schladming entsprechend bewirbt, meinte Peter Schröcksnadel, der Präsident des Österreichischen Skiverbandes, überzeugt: „Eine außergewöhnliche Ski-WM braucht außergewöhnliche Bilder.“ Neben seiner Tätigkeit als Maler tritt Christian Ludwig Attersee auch immer wieder als Musiker, Schriftsteller, Objektmacher und Designer in Erscheinung. Zu seinen wichtigsten Ausstellungen gehören die „documenta VI“ 1977 in Kassel und die Biennale in Venedig 1984 – dort gestaltete Attersee den österreichischen und ersten internationalen Pavillon. Anfang der 1980er Jahre war der Künstler zudem mit seiner Werkschau „Attersee Werksquer“ in vielen Kunsthäusern Österreichs und Deutschlands zu sehen. 1990 wurde Attersee als außerordentlicher Professor an die Hochschule für angewandte Kunst in Wien berufen, 1992 wurde er zum ordentlichen Professor für die Meisterklasse Malerei, Animationsfilm und Tapisserie ernannt. Die Werke Christian Ludwig Attersees befinden sich in zahlreichen bedeutenden Museen und internationalen Sammlungen.





Nennwert: EUR 0,62 / EUR 0,70 / EUR 0,90
Ausgabetag: 2.1.2013
Markengröße: 31,8 mm x 50 mm
Entwurf: Christian Ludwig Attersee
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH
Auflage: 600.000 / 600.000 / 400.000
 
Brigitte Am: 15.12.2012 07:02:00 Gelesen: 261822# 300 @  
Sprungschanze Bergisel

Fortsetzung der Serie „Moderne Architektur in Österreich“: Der neue Wert, entworfen von Silvia Moucka, thematisiert die Sprungschanze Bergisel in Innsbruck – eine Baulichkeit, die nicht nur aus sportlicher, sondern auch aus architektonischer Sicht in hohem Maße bedeutend und im wahrsten Sinne des Wortes „herausragend“ ist.

Zaha Hadid, aus dem Irak stammende international renommierte Architektin und Architekturprofessorin britischer Nationalität, wurde im Jahr 2000 mit dem Neubau der Sprungschanze Bergisel beauftragt. Deren wahre Faszination, neben der spektakulären Ästhetik, ist die Tatsache, dass Zaha Hadid den eigentlichen Skisprungteil der Anlage mit dem rein architektonischen auf virtuose Weise verband; es gelang ihr, ein Sportstadion mit einem Café samt Aussichtsplattform zu einem großartigen, Stadtbild prägenden Gesamtkunstwerk zu erschaffen. Keine Frage: Die Schanze wirkt „wie aus einem Guss“, die einzelnen Elemente gehen fließend ineinander über – ebenso fließend, wie auch der Übergang vom unterirdischen Bereich zur Turmspitze wirkt. Der futuristische Sprungturm fügt sich hervorragend in die Landschaft ein und bietet einen grandiosen Ausblick auf Innsbruck und das dahinter liegende Massiv der Nordkette. Nachts wird durch die wechselfarbige Beleuchtung des Anlaufs und des Cafés ein überaus sehenswertes visuelles Erlebnis erzielt.

In ihrer Gesamtheit erinnert die gewaltige Baulichkeit an einen Stöckelschuh oder an einen Golfschläger – eine Tatsache, die ihr freilich mehrere verschiedene Spitznamen einbrachte. Fest steht: Die Sprungschanze Bergisel gehört ohne Zweifel zu den bedeutendsten Wintersportstätten in Europa und zu einem international viel beachteten architektonischen Meisterwerk unserer Zeit. „Das Wichtigste ist die Bewegung, der Fluss der Dinge, eine nicht-euklidische Geometrie, in der sich nichts wiederholt: eine Neuordnung des Raumes“ – so lautet das Credo von Zaha Hadid. Die Stararchitektin, die 1993 mit einem kühnen Entwurf für das Feuerwehrhaus des Vitra-Werks in Weil am Rhein ihren internationalen Durchbruch schaffte, kreierte im Laufe der letzten Jahre zahlreiche avantgardistische Baulichkeiten auf der ganzen Welt. Sie selbst bezeichnet das so genannte „phaeno“ in Wolfsburg, ein interaktives Erlebnismuseum der Naturwissenschaften, bei dem sie neue Möglichkeiten der dynamischen Gestaltung des Raumes erprobte und das trotz der komplexen Konstruktion auf eigenwillige Weise schwerelos wirkt, als eines ihrer gelungensten Projekte.

In Innsbruck hat sich Zaha Hadid übrigens nicht nur mit der Sprungschanze Bergisel ein unübersehbares Denkmal geschaffen, sondern auch noch mit einem zweiten, nicht weniger aufregenden Gebäude, und zwar mit der futuristischen Bergstation der Hungerburgbahn am Hermann-Buhl-Platz.





Sondermarke „Sprungschanze Bergisel“
Serie „Moderne Architektur in Österreich“
Wert: EUR 0,62
Ausgabetag: 4.1.2013
Auflage: 415.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
Markengröße: 35 x 42 mm
Odontometrische Zahl: 13¾ x 13¾
Grafikentwurf: Silvia Moucka
Druck: ÖSD, Offset
 
Brigitte Am: 17.12.2012 07:12:00 Gelesen: 261591# 301 @  
Wertzeichen Europa - Vielfalt in der Einheit

„Wertzeichen Europa“ ist gewissermaßen die Neuauflage des Ideenwettbewerbs aus dem Jahr 2011 („Marke Österreich“), wiederum eine Kooperation zwischen der Tageszeitung „Die Presse“ und der Österreichischen Post AG in Form einer Medienserie, wofür zwanzig profilierte visuelle Gestalter eingeladen wurden, grafisch ausgearbeitete, dem Thema entsprechende Entwürfe zu präsentieren. Die Ergebnisse wurden in den Printausgaben der „Presse“ vorgestellt und schließlich von einer Fachjury bewertet.

Die Reflexion über Europa ist so alt wie Europa selbst. Eine spezifische Art des Nachdenkens gehört spätestens seit der Neuzeit zu jenem Wesen Europas, über das gleichzeitig reflektiert wird. Diese lange Tradition und intensive Auseinandersetzung findet seinen ungemein reichen Ausdruck in der europäischen Wissenschaft, den Künsten und der Philosophie. Selbstkritik bildet dabei ein Wesentliches Element und eine Art von Konstante, die auch zur europäischen Identität gehört, wie unterschiedlich sie zu unterschiedlichen Zeiten auch immer ausgelegt wird. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich das Projekt „Wertzeichen Europa“ mit dieser altehrwürdigen und dadurch mitunter auch belasteten Thematik auf spezifische Weise, nämlich „praktisch“ in Form von konkreten Vorschlägen.

Gerade weil die Diskussion um europäische Werte meistens mit Bezug auf bstrakte Begriffe geführt wird, sind im Rahmen dieses Wettbewerbs inhaltliche und gestalterische Ansätze gesucht, die Aspekte dieser europäischen Identität konkretisieren. In dieser Hinsicht kommt dem Titel eine gewollte Doppeldeutigkeit zu, denn die aktuelle Situation dreht sich ja nicht nur um Werte, sondern auch darum, wie viel sie als Wertpapiere und Wertzeichen letztendlich wert sind. Der bewusst plakativ gewählte Untertitel „20 Gründe, Europa zu lieben“ soll signalisieren, dass im Rahmen dieses Wettbewerbs ein grundsätzlich positiver, subjektiver, aber auch exemplarischer Zugang zum Thema Europa gesucht wird, wobei „positiv“ eine kritische Perspektive selbstverständlich nicht ausschließt.

Der siegreiche Entwurf des eingangs erwähnten Ideenwettbewerbs stammt von Bruce Mau Design / Elvira Barriga. Zu ihrer kreativen Grafik mit dem Titel „Vielfalt in der Einheit“ meint sie: „Europa ist für mich vor allem vibrierende Vielfalt auf engstem Raum. Historisch gewachsen, durchwachsen, verwurzelt. Freiheit, Demokratie, Solidarität. Bildung und Kultur. – Historische und zeitgenössische typografische Versatzstücke verbinden sich mit den Farben der europäischen Nationalflaggen. Das verschachtelte, dichte Arrangement stellt sich bewusst vor die unmittelbare Lesbarkeit. Der Entwurf will ästhetisch verlocken, entdeckt und entschlüsselt werden. Der Entwurf braucht Zeit. So wie das Projekt Europa.“





Sondermarke „Wertzeichen Europa“
Wert: EUR 0,70
Ausgabetag: 21.1.2013
Auflage: 640.002 Marken in Kleinbögen zu 6 Stück
Markengröße: 42 x 42 mm
Odontometrische Zahl: 13¾ x 13¾
Grafikentwurf: Elvira Barriga
Druck: ÖSD, Offset
 
Brigitte Am: 19.12.2012 07:15:00 Gelesen: 261322# 302 @  
HMW Z50 BJ. 1953

Fortsetzung der beliebten Serie „Motorräder“: Der neue Wert thematisiert ein Stück österreichischer Motorrad-Nostalgie, die legendäre HMW Z50 aus dem Jahre 1953. Die Halleiner Motorenwerke Hinterberger, Schreitl & Co., vormals Halleiner Motorenwerk Aktiengesellschaft, kurz Halleiner Motorenwerke (HMW), waren ein Hersteller von Fahrradhilfsmotoren, Mopeds und Motorrollern. Der Standort des Unternehmens befand sich zunächst in Hallein, Ende der 1950er Jahre wurde der Betrieb nach Kottingbrunn, einer kleinen Gemeinde südlich von Baden bei Wien, übersiedelt.

Zur Geschichte: Im November 1948 erfolgte die Gründung – unter anderem durch einen gewissen Ing. Anton Fuchs – zunächst als „Motorenwerk Fuchs-Königer Aktiengesellschaft Salzburg-Hallein“. Zuvor schon war mit der Suche nach einem geeigneten Gelände für den Produktionsstandort begonnen worden, der Mitte 1948 mit dem teilweise brachliegenden Grundstück der ehemaligen Grill-Werke gefunden wurde. Anfang 1949 konnte der Unternehmensstandort in den bis dahin ungenützten Hallen bezogen worden. Einige Zeit später, 1949, erfolgte wegen interner Unstimmigkeiten eine Neugründung auf den Firmennamen „Halleiner Motorenwerk Aktiengesellschaft“. Als einstmals größtes Industrieunternehmen im Land Salzburg wurden in der Halleiner Fabrik etwa 107.000 Mopeds hergestellt, das letzte Fahrzeug verließ im August 1958 das Werk.

Infolge des Motorradbooms im Zuge des Wirtschaftswunders in den 1950er Jahren entschloss man sich, ein neues Werk zu bauen. Im niederösterreichischen Kottingbrunn konnte schließlich ein geeignetes Areal gefunden werden. Bis Mitte 1958 wurde eine große Werksanlage, die dem seinerzeit letzten Stand der Technik entsprach, aufgebaut. Zu dieser Zeit waren rund 1.500 Personen bei HMW beschäftigt. Mit dem im Kottingbrunner Werk eingeführten Montageband konnte die Produktion auf zweieinhalb Mopeds pro Monteur angehoben werden, während im alten Werk in Hallein die Tagesproduktion bei nur 13 Mopeds lag. Etwa 60 Prozent der hergestellten Zweiräder wurden exportiert, darunter waren neben Ländern in Europa und Südamerika auch Hawaii sowie Nord- und Südafrika.

Wenige Jahre später kam es jedoch zu einem dramatischen Verkaufsrückgang, der den Anfang vom Ende des Unternehmens bedeutete. Im Vergleich zum Jahr 1956 betrug der Absatz von Motorrädern und Mopeds 1960 lediglich noch ein Zehntel. Am 16. Mai 1962 wurde schließlich das letzte von insgesamt 128.175 HMW-Mopeds ausgeliefert. Die Z50, welche die neue Sondermarke ziert, gehört freilich bis heute zu den Klassikern dieses einstmals bedeutenden österreichischen Herstellers.





Sondermarke „HMW Z50 Bj. 1953“
Serie „Motorräder“
Wert: EUR 2,20
Ausgabetag: 21.1.2013
Auflage: 300.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
Markengröße: 42 x 35 mm
Odontometrische Zahl: 13¾ x 13¾
Grafikentwurf: David Gruber
Druck: ÖSD, Offset
 
Brigitte Am: 30.01.2013 12:32:56 Gelesen: 253604# 303 @  
Sonnenblumen - Treuebonusmarke 2012

Die vorliegende Sondermarke, das Treuebonusgeschenk 2012, zeigt in ihrem Motiv ein Arrangement von Sonnenblumen – gemalt von der bekannten steirischen Künstlerin Mag. Brigitte Heiden. Das ausdrucksstarke Bild voll „wilder Schönheit“ reduziert das Thema „Blumen“ vortrefflich auf gleichermaßen virtuose wie ästhetische Weise.

Die botanische Bezeichnung für Sonnenblume leitet sich von den griechischen Wörtern „helios“ (Sonne) und „anthos“ (Blume) ab. Der Name stammt aus der griechischen Mythologie und ist in einem überaus poetischen Gedicht von Ovid überliefert: Einst verliebte sich das Mädchen Clytia in den Gott des Lichtes, Apollon. Dieser verschmähte jedoch Clytia, woraufhin sie sich nackt auf einen Felsen setzte, weder aß noch trank und fortan ihr Unglück beklagte. Neun Tage lang schaute die Verliebte Apollon zu, wie er seinen Wagen über den Himmel bewegte, ehe ihr Kummer zu gelben und braunen Farben wurde. Sie begann, sich in eine Sonnenblume zu verwandeln, die ihre Blüte stets nach der Sonne, Apollons Wagen, drehte.

Fest steht: Die ungewöhnliche Schönheit und die prächtigen Farben der Sonnenblume erfreuen beim Anblick bunter Blumenfelder ebenso wie bei der Bewunderung hervorstechender Einzelexemplare und inspirierten große Künstler zu unzähligen Werken. Vincent van Gogh zum Beispiel begeisterte sich für zwölf Sonnenblumen in einer Vase, Gustav Klimt indes ließ eine hochgewachsene Sonnenblume aus einem undurchdringlichen Pflanzendickicht hervorleuchten und Emil Noldes Aquarell bewegt in seiner flammenden Farbkomposition aus Gelb, Rot und Orange.

Die Eigenart der Pflanze, sich immer dem Sonnenlicht zuzuwenden, wird Heliotropismus genannt. An sonnigen Tagen verfolgt die Knospe die Sonne auf ihrer Reise entlang des Himmels von Ost nach West, während sie nachts und in der Morgendämmerung auf ihre nach Osten gerichtete Position zurückkehrt. Auch wenn dies meist für die reifende Pflanze angenommen wird, so drehen sich lediglich die Blätter und Knospen nach der Sonne, nicht jedoch die Fruchtstände. Diese weisen in der Regel nach Osten – dorthin, wo die Sonne aufgeht. Die Bewegung wird von Motorzellen im so genannten Pulvinus, einem flexiblen Segment des Stamms unterhalb der Knospe, ausgeführt. Der Stamm verhärtet am Ende der Knospenstufe seine östliche Ausrichtung und, wenn die Überstrahlungsstufe erreicht wird, „friert“ der Stamm sie gewissermaßen ein. Auf diese Weise blühende Sonnenblumen sind nicht mehr heliotrop und die meisten Köpfchen zeigen in Richtung des Sonnenaufgangs.

Auch im vegetativen Bereich sind die Seitenorgane (Blätter und Blütenstände) so angeordnet, dass die Pflanze die beste Lichtausbeute erzielt; das heißt, dass niemals ein Organ genau senkrecht über einem anderen steht, sodass sie sich bei optimaler Raumnutzung gegenseitig nur wenig beschatten.





Sondermarke „Sonnenblumen – Treuebonusmarke 2012“
Wert: EUR 0,62
Ausgabetag: 13.2.2013
Auflage: 420.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
Markengröße: 32,25 x 42 mm
Odontometrische Zahl: 13¾ x 13¾
Entwurf: Brigitte Heiden
Druck: ÖSD, Offset
 
Brigitte Am: 01.02.2013 07:01:00 Gelesen: 253492# 304 @  




Dauermarke „Glückwunschmarke - Sonnenhut“
Wert: entspricht dem Entgelt einer Standard Inlandssendung
Ausgabetag: 20.2.2013
Auflage: 600.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
Markengröße: 32,5 x 40 mm
Odontometrische Zahl: 13¾ x 14
Grafikentwurf: Österreichische Post AG
Druck: ÖSD, Offset
 
Brigitte Am: 04.02.2013 07:02:00 Gelesen: 252887# 305 @  
100 Jahre Salzburger Marionettentheater

Das Salzburger Marionettentheater feiert heuer sein 100-jähriges Bestandsjubiläum – und die Post gratuliert dazu mit einer besonders ästhetischen Sondermarke. Das Motiv des Wertzeichens zeigt die kunstvoll gefertigte „Papageno“-Marionette aus Mozarts Oper „Die Zauberflöte“, welche als häufig gespieltes Stück zum festen Repertoire der traditionsreichen Kulturinstitution zählt.

Zur Geschichte: Man schrieb das Jahr 1913, als ein gewisser Anton Aicher, ein aus der Steiermark gebürtiger Bildhauer, seine Leidenschaft als Figurenschnitzer und seine Liebe zum Puppentheater in die Tat umsetzte und schließlich mit der Aufführung von Mozarts Singspiel „Bastien und Bastienne“ den Salzburgern seine Idee der Marionettenwelt auf eindrucksvolle Weise präsentierte. Der Erfolg war in hohem Maße überwältigend, und fortan hatten die beweglichen Püppchen ihren fixen Platz in der Stadt.

Tatsache ist, dass das Salzburger Marionettentheater zu Unrecht immer wieder mit einem Puppentheater für Kinder in Verbindung gebracht wird; wahr ist vielmehr, dass sich die Aufführungen in erster Linie an erwachsene Liebhaber des Musiktheaters im Allgemeinen und an die Genießer der Werke von Wolfgang Amadeus Mozart im Besonderen richtet. Die am Marionettentheater aufgeführten Stücke sind wie richtige Opern inszeniert: Ein Bühnenbildner entwirft das Bühnenbild, ein Regisseur inszeniert den Ablauf und ein Choreograph erarbeitet den tänzerischen Teil. Die Musik kommt von einem Tonträger und stammt von bekannten Orchestern und ausgewählten Solisten in allerhöchster Qualität.

Diese konsequente Vorgangsweise bei den einzelnen Inszenierungen ergibt ein Gesamtkunstwerk, welches dem Publikum die Illusion einer „realen“ Opernaufführung vermittelt. Die international anerkannten Produktionen des erfahrenen Ensembles führen freilich dazu, dass eine Vorstellung des Marionettentheaters für viele Besucher Salzburgs ein absolutes Muss bedeutet und dass es auch bei Gastspielen im Ausland regelmäßig volle Häuser gibt. Tourneen führen das Marionettentheater immer wieder rund um die Welt, „zu Hause“ erfährt das Marionettentheater durch die wiederholten Kooperationen mit den Salzburger Festspielen indes höchste Anerkennung seiner künstlerischen Leistungen.

Die 1971 bezogene Spielstätte des Marionettentheaters ist ein 350 Sitzplätze umfassendes kleines Theater im Barockstil. Es liegt unmittelbar neben dem im Jugendstil erbauten Mozarteum und war zuvor unter anderem jenes „Hotel Mirabell“, in dem der irische Schriftsteller James Joyce während seines Salzburg-Aufenthalts im Sommer 1928 wohnte.





Sondermarke „100 Jahre Salzburger Marionettentheater“
Wert: 0,62
Ausgabetag: 27.2.2013
Auflage: 400.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
Markengröße: 31,8 x 50 mm
Odontometrische Zahl: 13¾ x 14
Grafikentwurf: David Gruber
Druck: ÖSD, Offset
 
Brigitte Am: 06.02.2013 07:12:00 Gelesen: 252283# 306 @  
Porsche 356 Nr. 1 Gmünd

Mit dem legendären Porsche 356 Nr. 1 findet die beliebte Serie „Autos“ nun ihre attraktive Fortsetzung, der kultverdächtige Sportwagen gehört ohne Zweifel zu den absoluten Klassikern seines Genres.

Zur Geschichte: Man befand sind inmitten der Wirrnisse des Zweiten Weltkriegs, als der österreichisch-deutsche Automobilkonstrukteur und Gründer der Firma Porsche in Stuttgart, Ferdinand Porsche, auf Anordnung von NS-Regierungsstellen im November 1944 den Sitz des Konstruktionsbüros in das von Bombenangriffen weniger bedrohte Kärnten verlegte, wo das Unternehmen sodann bis 1950 in Gmünd unter dem Namen „Porsche-Konstruktionen-Ges.m.b.H.“ firmierte. Und eben hier, in Gmünd, entstand im Jahre 1948 mit dem sportlich-eleganten Roadster „Porsche 356 Nr. 1“ das erste unter dem Namen Porsche gebaute Fahrzeug (und mit ihm die Konstruktionsgrundlage für den späteren Porsche 356, dem ersten Serienmodell dieses Herstellers).

Die Basis des ästhetischen Prototyps war ein selbst gefertigter Stahl-Gitterrohrrahmen samt Fahrwerk des allseits bekannten VW Käfer. Auf diese Plattform wurde eine selbst entworfene Karosserie aus händisch über Holzformen getriebenen Aluminiumblechen montiert. Auch den luftgekühlten Vierzylinder-Boxermotor mit einem Hubraum von 1131 cm³ und einer Leistung von ursprünglich 24,5 PS lieferte VW aus Wolfsburg. Er wurde vor dem Einbau durch „Tuning“-Maßnahmen auf eine Leistung von immerhin 35 PS bei 4000/min gebracht und leistete ein Drehmoment von maximal 69 Nm bei 2600/min. Die Maschine wurde längs vor der Hinterachse eingebaut – somit war der erste Porsche ein echter Mittelmotor-Sportwagen; gebremst wurde er indes über vier Trommelbremsen.

Elf Monate nach Beginn der Arbeiten zum ersten Porsche erhielt der Roadster im Juni 1948 von der Kärntner Landesbaudirektion die Einzelgenehmigung zum Betrieb und startete am 8. Juni 1948 mit dem Kennzeichen „K 45-286“ (siehe Markenmotiv) seine Jungfernfahrt. Dabei erreichte der 585 kg leichte Sportwagen eine Geschwindigkeit von bis zu 135 km/h, mit abgedecktem Beifahrersitz sogar 140 km/h. Als Ferdinand Porsche nach seiner Entlassung aus der französischen Kriegsgefängnishaft das Fahrzeug beurteilte, soll er das Ergebnis für absolut zufriedenstellend befunden und wortwörtlich gesagt haben: „Keine Schraube hätte ich anders gemacht.“

– Später wurde der Wagen für 7000 Schweizer Franken an einen Züricher Autohändler verkauft, der ihn für 7500 Franken an den ersten Porsche-Kunden weiterverkaufte. Den Erlös investierte Porsche in den Bau neuer Sport- und Rennwagen. 1953 erwarb Porsche das edle Stück zurück; heute steht es, gemeinsam mit vielen anderen Klassikern, im Porsche-Museum von Zuffenhausen, nördlich von Stuttgart, und kann dort bewundert werden.





Sondermarke „Porsche 356 Nr.1 Gmünd“
Serie „Autos“
Wert: 0,70
Ausgabetag: 28.2.2013
Auflage: 415.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
Markengröße: 42 x 35 mm
Odontometrische Zahl: 13¾ x 13¾
Grafikentwurf: David Gruber
Druck: ÖSD, Offset
 
Brigitte Am: 28.02.2013 15:23:29 Gelesen: 248584# 307 @  
Valie Export – Smart Export

Mit VALIE EXPORT, einer bedeutenden österreichischen Medien- und Performancekünstlerin, wird die viel beachtete Markenserie „Fotokunst Österreich“ nun fortgesetzt. Das Markenmotiv zeigt eines der ersten bekannt gewordenen Kunstobjekte von VALIE EXPORT – eine Zigarettenpackung der Sorte „Smart Export“, die sie zu ihrem Markenzeichen umgestaltete.

VALIE EXPORT, 1940 in Linz geboren, wuchs mit zwei Schwestern als Tochter einer Kriegswitwe auf. Von 1955 bis 1958 besuchte sie die Kunstgewerbeschule in Linz, 1960 bis 1964 die Höhere Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt für Textilindustrie in Wien. 1967 nahm sie ihren Künstlernamen VALIE EXPORT als künstlerisches Konzept und Logo an, mit der Vorgabe, ihn nur in Versalien zu schreiben. Diese Aktion möchte sie als feministische Kritik an patriarchal-kapitalistischen Zuschreibungspraktiken verstanden wissen – bevor ein Eigenname die individuelle Einspeisung ins Marktgeschehen verdecke, werde er besser durch ein Logo ersetzt, so die überzeugte Auffassung der Künstlerin.

Im Jahre 1977 nahm sie an der documenta 6 in Kassel teil, 1980 vertrat sie gemeinsam mit Maria Lassnig Österreich auf der Biennale in Venedig. 1985 wurde ihr Spielfilm „Die Praxis der Liebe“ in der Kategorie Buch und Regie für den Goldenen Bären der Internationalen Filmfestspiele von Berlin nominiert. Von 1989 bis 1992 war sie Professorin an der University of Wisconsin-Milwaukee, 1991 bis 1995 Professorin im Fachbereich Visuelle Kommunikation an der Hochschule der Künste in Berlin. Von 1995 bis 2005 hatte VALIE EXPORT eine Professur für Multimedia-Performance an der Kunsthochschule für Medien in Köln inne, 2007 war sie sowohl auf der Biennale in Venedig als auch auf der documenta 12 vertreten.

VALIE EXPORTs künstlerische Arbeit, die mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet wurde, umfasst unter anderem Video Environments, digitale Fotografie, Installationen, Body Performances, Spiel-, Experimental- und Dokumentarfilme, Expanded Cinema, konzeptuelle Fotografie, Körper-Material-Interaktionen, Laserinstallationen, Objekte, Skulpturen sowie Texte zur zeitgenössischen Kunst und zum Feminismus. „Die Kunst kann ein Medium der Selbstbestimmung sein und diese bringt der Kunst neue Werte“, beansprucht VALIE EXPORT für sich.

Fest steht: Die Suche nach Identität und Ausdruck zieht sich durch ihr gesamtes Werk, und dabei exerziert sie immer wieder aufs Neue den Schmerz der Sprachlosigkeit und den Verlust körperlicher und seelischer Integrität. Einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde die Künstlerin freilich bereits im Jahr 1968 – und zwar mit ihrem Aufsehen erregenden „Tapp- und Tastkino“. Bei dieser Aktion trug sie einen Karton über ihrem nackten Oberkörper und Passanten auf der Straße durften nach ihren Brüsten grapschen.





Serie „Fotokunst Österreich“
Sondermarke „VALIE EXPORT - SMART EXPORT“
Series “Photographic art in Austria“
Nennwert: EUR 0,70
Ausgabetag: 13.3.2013
Markengröße: 35 x 42 mm
Entwurf: VALIE EXPORT
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH Offsetdruck
Auflage: 400.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
 
Brigitte Am: 02.03.2013 07:01:00 Gelesen: 248246# 308 @  
Bahnhof Baden zur Biedermeierzeit

Die vorliegende Sondermarke nach einer 2011 entstandenen Gouache des Archäozoologen und Eisenbahnenthusiasten Erich Pucher zeigt ein Motiv aus der Anfangszeit der Südbahn vor dem Hintergrund seiner Heimatstadt Baden bei Wien. Im Mittelpunkt steht die 1846 fabrikneue Lokomotive „Bruck“ der Wien-Gloggnitzer-Bahn. Es handelt sich dabei bereits um eine Maschine der zweiten Generation der ab 1840 in der bahneigenen Fabrik unter John Haswell in Wien gebauten Lokomotiven. Lehnte sich der aus Schottland stammende Konstrukteur anfänglich noch eng an britische und amerikanische Vorbilder an, so ging er bald eigene Wege, die den österreichischen Lokomotivbau für Jahrzehnte prägten.

Das Streben nach möglichst detailgetreuer Darstellung zwang zu umfangreichen Recherchen und Literaturstudien. Zwar blieb keine Maschine der Bruck-Klasse erhalten, doch existieren Typenskizzen und Fotografien. Überdies stellt das Technische Museum Wien mit der „Steinbrück“ eine ganz ähnliche Maschine der etwas verstärkten Nachfolgeserie von 1848 aus, an der viele Einzelteile studiert werden können. Die Personenwagen der Gloggnitzer Bahn waren relativ geräumige Drehgestellwagen nach US-Vorbild. Das Empfangsgebäude des Badener Bahnhofs war nach mehreren Umbauten erst 2004 durch einen Neubau ersetzt worden, so dass auch der Ursprungszustand und die damals noch verzweigten Gleise samt Betriebsanlagen für das Bild rekonstruiert werden mussten. Das verbaute Gebiet der Kurstadt war 1846 selbstverständlich noch viel kleiner als heute, so dass zwischen Bahn und Stadt ausgedehnte Grünräume zu sehen sein mussten. Als hilfreich erwiesen sich dazu Publikationen und Exponate des Badener Rollettmuseums.

Um den Vordergrund zu beleben, setzte der Maler vor der gerade angekommenen und nach dem Gleiswechsel noch nicht für die Rückfahrt nach Wien gedrehten Lokomotive Persönlichkeiten in Szene, deren Zusammentreffen in Baden zwar nicht historisch belegt, aber keineswegs unwahrscheinlich ist. Haswell erklärt dem in der Badener Weilburg beheimateten Erzherzog Albrecht nach einer extra für den General durchgeführten Vorführfahrt die Maschine, und der Planer und Betriebsdirektor der Gloggnitzer Bahn, Matthias Schönerer, hält die Unterlagen zum Bahnbetrieb bereit.

Erzherzog Albrecht war einer der Ersten, die den Nutzen der neuen Eisenbahn für das Militär erkannten, und Schönerer oblag schon 1848 die Logistik für Truppentransporte. Die übrigen Personen sind ein Adjutant, Eisenbahner und Zaungäste, links eine bürgerliche Familie in aktueller Biedermeiermode, rechts eine Weinbauernfamilie in ihren damals auch an der Thermenlinie noch alpenländisch anmutenden Trachten. Das Betreten der Gleise war noch nicht verboten.

Die Biedermeierzeit wird heute oft nur ganz einseitig als Vormärz und Zeit der Reaktion beschrieben. Dabei wird übergangen, dass sie eine äußerst fruchtbare Aufbruchszeit für Kunst, Wissenschaft und Technologie war und tiefgreifende Umwälzungen aller Lebensumstände mit sich brachte. Die hier geschilderte Konfrontation der neuen Technik mit dem alten Hochadel, den wissensdurstigen Bürgern und den traditionsverhafteten Bauern mag den wahren Facettenreichtum dieser Zeit verdeutlichen.





Sondermarke „Bahnhof Baden zur Biedermeierzeit“
Nennwert: EUR 1,45
Ausgabetag: 13.3.2013
Markengröße: 50 x 31,8 mm
Entwurf: Dr. Erich Pucher
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH Offsetdruck
Auflage: 400.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
 
Brigitte Am: 04.03.2013 07:12:00 Gelesen: 248050# 309 @  
Serie „Wildtiere und Jagd“
Sondermarke „Gämse“

Fortsetzung der im Vorjahr begonnenen Markenserie „Wildtiere und Jagd“: Der neue Wert thematisiert die Gämse (lat. Rupicapra rupicapra), die sowohl im gesamten Alpenraum als auch in Teilen des Balkans und der Karpaten beheimatet ist. Das attraktive Markenmotiv, gezeichnet von der bekannten Künstlerin Kirsten Lubach, zeigt in der Bildmitte ein männliches und ein weibliches Tier (Bock und Geiß) sowie, links davon, die Fährte der Gämse, auch Trittsiegel genannt. Die Jagd auf Gämsen findet aufgrund ihrer Lebensweise meist im Hochgebirge statt.

Da Gämsen weder steile Grate noch felsige Gegenden scheuen, ist die Jagd mühsam und oftmals recht gefährlich – und der tatsächlich bejagbare Bestand ist nicht selten sehr gering, da durch die widrigen Umweltbedingungen, insbesondere im hochalpinen Winter, viele Jungtiere gar nicht überleben. Auch Seuchen wie die so genannte Gämsblindheit, Räude (Milbenerkrankung) oder andere parasitäre Krankheiten können für hohe Todesraten mitverantwortlich sein. Fest steht: In Österreich lag der registrierte Abschuss von Gämsen im Jagdjahr 2010/2011 bei etwa 20.300 Tieren. Die Verwertung freilich ist mannigfaltig: Ihr Fleisch ist überaus wohlschmeckend und gilt vielerorts als hoch geschätzte Delikatesse, das Fell ergibt ein schönes Leder, das hauptsächlich zu Trachtenhosen oder Handschuhen verarbeitet wird. Die Hörner, in der Jägersprache auch Krucken genannt, wiederum werden als Stockgriffe und die Haare auf dem Widerrist von vielen gerne als Hutschmuck („Gamsbart“) verwendet. Im Magen der Gämsen findet man zuweilen die so genannten „Gämskugeln“ (hochdeutsch „Bezoar“) – diese wurden wegen ihrer vermeintlich arzneilichen Wirksamkeit ebenso wie das Gamsblut früher teuer verkauft, sind aber tatsächlich ohne jeden Wert.

Weitere Gefahren für die Gämse, neben der Bejagung durch den Menschen, bilden herabrollende Steine und Felsstücke und natürlich auch Lawinen, in besonders strengen Wintern leiden die Tiere oftmals auch an Futtermangel. Tierische Feinde sind vor allem der Luchs, der Wolf, vereinzelt der Bär und für Jungtiere (Kitze) auch der Steinadler.

Apropos Jungtiere: Meist ist es Ende Mai bis Anfang Juni, wenn die Geiß, nach sechs Monaten Tragzeit, ihr Junges wirft. Dieses folgt dem Muttertier mehrere Monate, erst im dritten Jahr ist das Kitz ausgewachsen. Gamsböcke erreichen ein Alter von etwa 15 Jahren, Weibchen indes können bis zu 20 Jahre alt werden.





Serie „Wildtiere und Jagd“
Sondermarke „Gämse“
Nennwert: EUR 0,90
Ausgabetag: 14.3.2013
Markengröße: 40 x 32,5 mm
Entwurf: Kirsten Lubach
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH
Kombinationsdruck, Offset-Stich (© Etch-Art by OeSD)
Auflage: 265.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
 
Brigitte Am: 06.03.2013 07:01:00 Gelesen: 247999# 310 @  
Handschrift III 204 – Stift St. Florian

Das imposante Stift St. Florian, das größte und ohne Zweifel auch bekannteste Barockkloster Oberösterreichs, liegt in der gleichnamigen Ortschaft nahe Linz. Seit dem Jahre 1071 besteht hier eine Gemeinschaft der Augustiner-Chorherren, der jetzigen „Kongregation der österreichischen Augustiner-Chorherren“. Die prächtigen, im Großen und Ganzen unversehrt erhalten gebliebenen Barockgebäude mit der Stiftsbasilika wurden unter den Baumeistern Carlo Antonio Carlone, Jakob Prandtauer und Johann Gotthard Hayberger zwischen 1686 und 1750 errichtet.

Interessant ist, dass der Ursprung des Stiftes durch Quellen nicht belegt ist, eine alte Überlieferung aus dem 9. Jahrhundert berichtet jedoch vom Märtyrertod des ersten namentlich bekannten Christen des heutigen Landes Österreich, nämlich des Heiligen Florian. Die so genannte „Passio Floriani“ erzählt, dass Florian nach seinem Tod im Jahre 304 aufgefunden worden sei und an jenem Platz, wo sich heute das Stift erhebt, seinen ersten Bestattungsort gefunden habe – demnach lässt sich eine Verehrungstradition des Hl. Florian ab dem 4. Jahrhundert an der Stelle des heutigen Stiftes vermuten. Die ersten schriftlichen Zeugnisse einer Klosteranlage gehen indes auf die karolingische Zeit um 800 n. Chr. zurück.

Bücher von unschätzbarem Wert beinhaltet freilich die stiftseigene Bibliothek mit ihren etwa 140.000 Bänden, mittelalterlichen Handschriften und frühen Drucken. Ein wahrhaft barockes Juwel ist der Hauptsaal, der neben zahlreichen wunderschönen Tischlerarbeiten auch ein berühmtes Fresko von Bartolomeo Altomonte zeigt. Der Codex III 204, mit dem die attraktive Serie „Sakrale Kunst in Österreich“ nun ihre würdige Fortsetzung findet, ist hingegen ein Missale (Messbuch), das um 1320/25 angefertigt wurde und aus nicht weniger als 296 Pergamentblättern besteht. Die überaus reich geschmückte Handschrift enthält zahlreiche Initialen und 39 dekorative Komplexe, die oft mehrere Deckfarben-Initialen mit prunkvollen rahmenden Leisten vereinigen.

Die Hauptteile stammen von einer bolognesischen Malergruppe, die in der Spätzeit der Malerschule von St. Florian tätig war, den Text und die fleuronnierten Initialen erstellten einheimische Hände. Die Handschrift wird seit ihrer Entstehung in St. Florian sorgsam aufbewahrt.

Das Motiv der vorliegenden Marke zeigt, wie Christus aus dem Grab steigt, während die beiden Wächter schlafen. In der linken Hand hält der Auferstandene die Osterfahne, die Wundmale sind noch deutlich sichtbar. Die Initialminiatur, ein Kleinod von ganz besonderer Ästhetik, ist mit einer breiten Zierleiste verbunden.





Serie „Sakrale Kunst in Österreich“
Sondermarke „Handschrift III 204 - Stift St. Florian“
Nennwert: EUR 0,90
Ausgabetag: 15.3.2013
Markengröße: 35 x 35 mm
Entwurf: Prof. Peter Sinawehl
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH
Kombinationsdruck, Offset-Stich (© Etch-Art by OeSD)
Auflage: 250.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
 
Brigitte Am: 08.03.2013 07:12:00 Gelesen: 247952# 311 @  
Serie „Österreicher in Hollywood“
Sondermarke „Senta Berger“

Mit der bekannten Schauspielerin Senta Berger findet die beliebte Serie „Österreicher in Hollywood“ nun ihre – im wahrsten Sinn des Wortes – attraktive Fortsetzung.

Senta Berger, am 13. Mai 1941 in Wien geboren, gehört ohne Zweifel zu den größten heimischen Darstellern mit internationalem Format. Ihre ruhmreiche Filmkarriere begann in Österreich und führte sie über Deutschland bis in die so genannte „Traumfabrik“ nach Hollywood.

Seitdem war sie in unzähligen europäischen Kinofilmen, am Theater und seit den 1980er-Jahren vermehrt auch in vielen Hauptrollen deutscher Fernsehserien und -filme zu sehen. Entdeckt wurde Senta Berger im zarten Alter von erst 16 Jahren von einem Großen seiner Zeit, nämlich vom unvergessenen Willi Forst, der sie für ihre erste, noch kleine Rolle beim Film engagierte. Das Max Reinhardt Seminar, an dem sie in der Folge studierte, musste sie jedoch vorzeitig wieder verlassen, nachdem sie in dem Film „The Journey“ mit Yul Brynner eine Rolle angenommen hatte, ohne den Direktor um Erlaubnis zu fragen; 1958 wurde Senta Berger indes das jüngste Mitglied am Wiener Theater in der Josefstadt.

Ein Markstein in der jungen Karriere von Senta Berger war sicherlich der Film „Der brave Soldat Schweijk“ an der Seite von Heinz Rühmann. Danach, 1962, übersiedelte sie nach Hollywood und arbeitete mit Weltstars wie Dean Martin, Kirk Douglas, John Wayne, Frank Sinatra und Charlton Heston. 1969 kehrte sie schließlich nach Europa zurück und war in den 1970er-Jahren vor allem in italienischen Produktionen unterschiedlicher Genres zu sehen. Zwischen 1974 und 1982 war Senta Berger die Buhlschaft in Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen und damit die bis heute am längsten in dieser Rolle zu sehende Darstellerin.

Sie spielte am Wiener Burgtheater (unter anderem mit Klaus Maria Brandauer) ebenso wie am Hamburger Thalia-Theater und am Schillertheater in Berlin. 1985 gelang ihr das TV-Comeback vor dem deutschsprachigen Publikum in der erfolgreichen Fernsehserie „Kir Royal“. Daneben trat Senta Berger auch als Chansonsängerin und bei Leseabenden auf; für den französischen Film „8 Frauen“ lieh sie 2002 Catherine Deneuve ihre Stimme.

Die beliebte Künstlerin, die seit vielen Jahren in Grünwald bei München und seit einiger Zeit auch in Berlin lebt, wurde mit zahlreichen renommierten Preisen und Ehrungen ausgezeichnet – unter anderem mit dem Bambi, dem Karl Valentin Orden, dem Filmband in Silber, dem Deutschen Fernsehpreis, der Goldenen Kamera, dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst, dem Berliner Bär und der Platin Romy für ihr Lebenswerk. Darüber hinaus prangt seit 2011 ihr Stern auch auf dem Boulevard der Stars in Berlin.





Serie „Österreicher in Hollywood“
Sondermarke „ Senta Berger “
Nennwert: EUR 0,70
Ausgabetag: 22.3.2013
Markengröße: 35 x 42 mm
Entwurf: Prof. Adolf Tuma
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH Offsetdruck
Auflage: 812.000 Marken in Kleinbögen zu 10 Stück
 

Das Thema hat 486 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12   13   14 15 16 17 18 19 20 oder alle Beiträge zeigen
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht