Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Neuheiten aus Österreich
Das Thema hat 497 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12   13   14 15 16 17 18 19 20 oder alle Beiträge zeigen
 
Brigitte Am: 07.11.2012 07:02:00 Gelesen: 285139# 298 @  
Sondermarke „Weihnachten - Pieter Breughel d. Ä. - Jäger im Schnee“





Wert: EUR 0,62
Vorbezugstag: 5.11.2012 - Ausgabetag: 30.11.2012
Auflage: 3.750.000 Marken auf Rollen zu 50 Stück
Markengröße: 40 x 32,5 mm Odontometrische Zahl: 13 x 12¾
Grafikentwurf: Gabriele Milewski, nach einer Vorlage von Pieter Breughel d. Ä.
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V., Offset
 
Brigitte Am: 13.12.2012 10:09:26 Gelesen: 277750# 299 @  
Ski WM 2013 Schladming
Freiheit im Schnee - Steirisches Herz - Slalomtanz

Vom 4. bis 17. Februar 2013 findet im bekannten steirischen Wintersportort Schladming die 42. Alpine Skiweltmeisterschaft statt. Die Wahl des Austragungsortes erfolgte bereits am 29. Mai 2008 in Kapstadt (Südafrika) durch den 46. FISKongress, wo sich Schladming schon im ersten Wahlgang deutlich in der Abstimmung gegen die Bewerbungen aus Cortina d'Ampezzo (Italien), St. Moritz (Schweiz) und Vail/Beaver Creek (USA) durchsetzen konnte. Schladming hat, gemeinsam mit Haus im Ennstal, bereits die Ski-WM 1982 veranstaltet – im Gegensatz zur damaligen sportlichen Großveranstaltung sollen 2013 jedoch sämtliche Bewerbe auf der berühmten Schladminger Planai stattfinden. Die zum Teil unterschiedlichen Strecken werden alle im selben Zielstadion in unmittelbarer Nähe zum attraktiven Stadtzentrum enden.

Spannende Tage, die ganz im Zeichen des internationalen Skisports stehen, liegen also unmittelbar vor den unzähligen Fans auf der ganzen Welt. Beim Kampf um Gold, Silber und Bronze hoffen wir Österreicher natürlich, so viel Patriotismus sei gestattet, dass die heimischen Skistars wie Marcel Hirscher, Benni Raich, Marlies Schild und Elisabeth Görgl auch ein kräftiges Wort mitzureden haben werden.

Die Österreichische Post begleitet die Ski-WM auf unterschiedlichste Weise, unter anderem mit der Herausgabe der drei vorliegenden attraktiven Sondermarken. Die Motive dieser Wertzeichen stammen von niemand Geringerem als dem international renommierten österreichischen Maler Christian Ludwig Attersee, der mit seinen Gemälden „Freiheit im Schnee“, „Steirisches Herz“ und „Slalomtanz“ eindrucksvolle Bilder in der typischen Attersee'schen Bildsprache schuf. Farbenfroh, sinnlich-wuchtig und voll Poesie interpretiert der Künstler den sportlichen Event, indem er die Leidenschaft, die Ausgelassenheit und die Eleganz hochleben lässt.

Angesprochen auf die kunstvolle Plakat- und Markenserie, die Schladming entsprechend bewirbt, meinte Peter Schröcksnadel, der Präsident des Österreichischen Skiverbandes, überzeugt: „Eine außergewöhnliche Ski-WM braucht außergewöhnliche Bilder.“ Neben seiner Tätigkeit als Maler tritt Christian Ludwig Attersee auch immer wieder als Musiker, Schriftsteller, Objektmacher und Designer in Erscheinung. Zu seinen wichtigsten Ausstellungen gehören die „documenta VI“ 1977 in Kassel und die Biennale in Venedig 1984 – dort gestaltete Attersee den österreichischen und ersten internationalen Pavillon. Anfang der 1980er Jahre war der Künstler zudem mit seiner Werkschau „Attersee Werksquer“ in vielen Kunsthäusern Österreichs und Deutschlands zu sehen. 1990 wurde Attersee als außerordentlicher Professor an die Hochschule für angewandte Kunst in Wien berufen, 1992 wurde er zum ordentlichen Professor für die Meisterklasse Malerei, Animationsfilm und Tapisserie ernannt. Die Werke Christian Ludwig Attersees befinden sich in zahlreichen bedeutenden Museen und internationalen Sammlungen.





Nennwert: EUR 0,62 / EUR 0,70 / EUR 0,90
Ausgabetag: 2.1.2013
Markengröße: 31,8 mm x 50 mm
Entwurf: Christian Ludwig Attersee
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH
Auflage: 600.000 / 600.000 / 400.000
 
Brigitte Am: 15.12.2012 07:02:00 Gelesen: 277498# 300 @  
Sprungschanze Bergisel

Fortsetzung der Serie „Moderne Architektur in Österreich“: Der neue Wert, entworfen von Silvia Moucka, thematisiert die Sprungschanze Bergisel in Innsbruck – eine Baulichkeit, die nicht nur aus sportlicher, sondern auch aus architektonischer Sicht in hohem Maße bedeutend und im wahrsten Sinne des Wortes „herausragend“ ist.

Zaha Hadid, aus dem Irak stammende international renommierte Architektin und Architekturprofessorin britischer Nationalität, wurde im Jahr 2000 mit dem Neubau der Sprungschanze Bergisel beauftragt. Deren wahre Faszination, neben der spektakulären Ästhetik, ist die Tatsache, dass Zaha Hadid den eigentlichen Skisprungteil der Anlage mit dem rein architektonischen auf virtuose Weise verband; es gelang ihr, ein Sportstadion mit einem Café samt Aussichtsplattform zu einem großartigen, Stadtbild prägenden Gesamtkunstwerk zu erschaffen. Keine Frage: Die Schanze wirkt „wie aus einem Guss“, die einzelnen Elemente gehen fließend ineinander über – ebenso fließend, wie auch der Übergang vom unterirdischen Bereich zur Turmspitze wirkt. Der futuristische Sprungturm fügt sich hervorragend in die Landschaft ein und bietet einen grandiosen Ausblick auf Innsbruck und das dahinter liegende Massiv der Nordkette. Nachts wird durch die wechselfarbige Beleuchtung des Anlaufs und des Cafés ein überaus sehenswertes visuelles Erlebnis erzielt.

In ihrer Gesamtheit erinnert die gewaltige Baulichkeit an einen Stöckelschuh oder an einen Golfschläger – eine Tatsache, die ihr freilich mehrere verschiedene Spitznamen einbrachte. Fest steht: Die Sprungschanze Bergisel gehört ohne Zweifel zu den bedeutendsten Wintersportstätten in Europa und zu einem international viel beachteten architektonischen Meisterwerk unserer Zeit. „Das Wichtigste ist die Bewegung, der Fluss der Dinge, eine nicht-euklidische Geometrie, in der sich nichts wiederholt: eine Neuordnung des Raumes“ – so lautet das Credo von Zaha Hadid. Die Stararchitektin, die 1993 mit einem kühnen Entwurf für das Feuerwehrhaus des Vitra-Werks in Weil am Rhein ihren internationalen Durchbruch schaffte, kreierte im Laufe der letzten Jahre zahlreiche avantgardistische Baulichkeiten auf der ganzen Welt. Sie selbst bezeichnet das so genannte „phaeno“ in Wolfsburg, ein interaktives Erlebnismuseum der Naturwissenschaften, bei dem sie neue Möglichkeiten der dynamischen Gestaltung des Raumes erprobte und das trotz der komplexen Konstruktion auf eigenwillige Weise schwerelos wirkt, als eines ihrer gelungensten Projekte.

In Innsbruck hat sich Zaha Hadid übrigens nicht nur mit der Sprungschanze Bergisel ein unübersehbares Denkmal geschaffen, sondern auch noch mit einem zweiten, nicht weniger aufregenden Gebäude, und zwar mit der futuristischen Bergstation der Hungerburgbahn am Hermann-Buhl-Platz.





Sondermarke „Sprungschanze Bergisel“
Serie „Moderne Architektur in Österreich“
Wert: EUR 0,62
Ausgabetag: 4.1.2013
Auflage: 415.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
Markengröße: 35 x 42 mm
Odontometrische Zahl: 13¾ x 13¾
Grafikentwurf: Silvia Moucka
Druck: ÖSD, Offset
 
Brigitte Am: 17.12.2012 07:12:00 Gelesen: 277267# 301 @  
Wertzeichen Europa - Vielfalt in der Einheit

„Wertzeichen Europa“ ist gewissermaßen die Neuauflage des Ideenwettbewerbs aus dem Jahr 2011 („Marke Österreich“), wiederum eine Kooperation zwischen der Tageszeitung „Die Presse“ und der Österreichischen Post AG in Form einer Medienserie, wofür zwanzig profilierte visuelle Gestalter eingeladen wurden, grafisch ausgearbeitete, dem Thema entsprechende Entwürfe zu präsentieren. Die Ergebnisse wurden in den Printausgaben der „Presse“ vorgestellt und schließlich von einer Fachjury bewertet.

Die Reflexion über Europa ist so alt wie Europa selbst. Eine spezifische Art des Nachdenkens gehört spätestens seit der Neuzeit zu jenem Wesen Europas, über das gleichzeitig reflektiert wird. Diese lange Tradition und intensive Auseinandersetzung findet seinen ungemein reichen Ausdruck in der europäischen Wissenschaft, den Künsten und der Philosophie. Selbstkritik bildet dabei ein Wesentliches Element und eine Art von Konstante, die auch zur europäischen Identität gehört, wie unterschiedlich sie zu unterschiedlichen Zeiten auch immer ausgelegt wird. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich das Projekt „Wertzeichen Europa“ mit dieser altehrwürdigen und dadurch mitunter auch belasteten Thematik auf spezifische Weise, nämlich „praktisch“ in Form von konkreten Vorschlägen.

Gerade weil die Diskussion um europäische Werte meistens mit Bezug auf bstrakte Begriffe geführt wird, sind im Rahmen dieses Wettbewerbs inhaltliche und gestalterische Ansätze gesucht, die Aspekte dieser europäischen Identität konkretisieren. In dieser Hinsicht kommt dem Titel eine gewollte Doppeldeutigkeit zu, denn die aktuelle Situation dreht sich ja nicht nur um Werte, sondern auch darum, wie viel sie als Wertpapiere und Wertzeichen letztendlich wert sind. Der bewusst plakativ gewählte Untertitel „20 Gründe, Europa zu lieben“ soll signalisieren, dass im Rahmen dieses Wettbewerbs ein grundsätzlich positiver, subjektiver, aber auch exemplarischer Zugang zum Thema Europa gesucht wird, wobei „positiv“ eine kritische Perspektive selbstverständlich nicht ausschließt.

Der siegreiche Entwurf des eingangs erwähnten Ideenwettbewerbs stammt von Bruce Mau Design / Elvira Barriga. Zu ihrer kreativen Grafik mit dem Titel „Vielfalt in der Einheit“ meint sie: „Europa ist für mich vor allem vibrierende Vielfalt auf engstem Raum. Historisch gewachsen, durchwachsen, verwurzelt. Freiheit, Demokratie, Solidarität. Bildung und Kultur. – Historische und zeitgenössische typografische Versatzstücke verbinden sich mit den Farben der europäischen Nationalflaggen. Das verschachtelte, dichte Arrangement stellt sich bewusst vor die unmittelbare Lesbarkeit. Der Entwurf will ästhetisch verlocken, entdeckt und entschlüsselt werden. Der Entwurf braucht Zeit. So wie das Projekt Europa.“





Sondermarke „Wertzeichen Europa“
Wert: EUR 0,70
Ausgabetag: 21.1.2013
Auflage: 640.002 Marken in Kleinbögen zu 6 Stück
Markengröße: 42 x 42 mm
Odontometrische Zahl: 13¾ x 13¾
Grafikentwurf: Elvira Barriga
Druck: ÖSD, Offset
 
Brigitte Am: 19.12.2012 07:15:00 Gelesen: 276998# 302 @  
HMW Z50 BJ. 1953

Fortsetzung der beliebten Serie „Motorräder“: Der neue Wert thematisiert ein Stück österreichischer Motorrad-Nostalgie, die legendäre HMW Z50 aus dem Jahre 1953. Die Halleiner Motorenwerke Hinterberger, Schreitl & Co., vormals Halleiner Motorenwerk Aktiengesellschaft, kurz Halleiner Motorenwerke (HMW), waren ein Hersteller von Fahrradhilfsmotoren, Mopeds und Motorrollern. Der Standort des Unternehmens befand sich zunächst in Hallein, Ende der 1950er Jahre wurde der Betrieb nach Kottingbrunn, einer kleinen Gemeinde südlich von Baden bei Wien, übersiedelt.

Zur Geschichte: Im November 1948 erfolgte die Gründung – unter anderem durch einen gewissen Ing. Anton Fuchs – zunächst als „Motorenwerk Fuchs-Königer Aktiengesellschaft Salzburg-Hallein“. Zuvor schon war mit der Suche nach einem geeigneten Gelände für den Produktionsstandort begonnen worden, der Mitte 1948 mit dem teilweise brachliegenden Grundstück der ehemaligen Grill-Werke gefunden wurde. Anfang 1949 konnte der Unternehmensstandort in den bis dahin ungenützten Hallen bezogen worden. Einige Zeit später, 1949, erfolgte wegen interner Unstimmigkeiten eine Neugründung auf den Firmennamen „Halleiner Motorenwerk Aktiengesellschaft“. Als einstmals größtes Industrieunternehmen im Land Salzburg wurden in der Halleiner Fabrik etwa 107.000 Mopeds hergestellt, das letzte Fahrzeug verließ im August 1958 das Werk.

Infolge des Motorradbooms im Zuge des Wirtschaftswunders in den 1950er Jahren entschloss man sich, ein neues Werk zu bauen. Im niederösterreichischen Kottingbrunn konnte schließlich ein geeignetes Areal gefunden werden. Bis Mitte 1958 wurde eine große Werksanlage, die dem seinerzeit letzten Stand der Technik entsprach, aufgebaut. Zu dieser Zeit waren rund 1.500 Personen bei HMW beschäftigt. Mit dem im Kottingbrunner Werk eingeführten Montageband konnte die Produktion auf zweieinhalb Mopeds pro Monteur angehoben werden, während im alten Werk in Hallein die Tagesproduktion bei nur 13 Mopeds lag. Etwa 60 Prozent der hergestellten Zweiräder wurden exportiert, darunter waren neben Ländern in Europa und Südamerika auch Hawaii sowie Nord- und Südafrika.

Wenige Jahre später kam es jedoch zu einem dramatischen Verkaufsrückgang, der den Anfang vom Ende des Unternehmens bedeutete. Im Vergleich zum Jahr 1956 betrug der Absatz von Motorrädern und Mopeds 1960 lediglich noch ein Zehntel. Am 16. Mai 1962 wurde schließlich das letzte von insgesamt 128.175 HMW-Mopeds ausgeliefert. Die Z50, welche die neue Sondermarke ziert, gehört freilich bis heute zu den Klassikern dieses einstmals bedeutenden österreichischen Herstellers.





Sondermarke „HMW Z50 Bj. 1953“
Serie „Motorräder“
Wert: EUR 2,20
Ausgabetag: 21.1.2013
Auflage: 300.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
Markengröße: 42 x 35 mm
Odontometrische Zahl: 13¾ x 13¾
Grafikentwurf: David Gruber
Druck: ÖSD, Offset
 
Brigitte Am: 30.01.2013 12:32:56 Gelesen: 269280# 303 @  
Sonnenblumen - Treuebonusmarke 2012

Die vorliegende Sondermarke, das Treuebonusgeschenk 2012, zeigt in ihrem Motiv ein Arrangement von Sonnenblumen – gemalt von der bekannten steirischen Künstlerin Mag. Brigitte Heiden. Das ausdrucksstarke Bild voll „wilder Schönheit“ reduziert das Thema „Blumen“ vortrefflich auf gleichermaßen virtuose wie ästhetische Weise.

Die botanische Bezeichnung für Sonnenblume leitet sich von den griechischen Wörtern „helios“ (Sonne) und „anthos“ (Blume) ab. Der Name stammt aus der griechischen Mythologie und ist in einem überaus poetischen Gedicht von Ovid überliefert: Einst verliebte sich das Mädchen Clytia in den Gott des Lichtes, Apollon. Dieser verschmähte jedoch Clytia, woraufhin sie sich nackt auf einen Felsen setzte, weder aß noch trank und fortan ihr Unglück beklagte. Neun Tage lang schaute die Verliebte Apollon zu, wie er seinen Wagen über den Himmel bewegte, ehe ihr Kummer zu gelben und braunen Farben wurde. Sie begann, sich in eine Sonnenblume zu verwandeln, die ihre Blüte stets nach der Sonne, Apollons Wagen, drehte.

Fest steht: Die ungewöhnliche Schönheit und die prächtigen Farben der Sonnenblume erfreuen beim Anblick bunter Blumenfelder ebenso wie bei der Bewunderung hervorstechender Einzelexemplare und inspirierten große Künstler zu unzähligen Werken. Vincent van Gogh zum Beispiel begeisterte sich für zwölf Sonnenblumen in einer Vase, Gustav Klimt indes ließ eine hochgewachsene Sonnenblume aus einem undurchdringlichen Pflanzendickicht hervorleuchten und Emil Noldes Aquarell bewegt in seiner flammenden Farbkomposition aus Gelb, Rot und Orange.

Die Eigenart der Pflanze, sich immer dem Sonnenlicht zuzuwenden, wird Heliotropismus genannt. An sonnigen Tagen verfolgt die Knospe die Sonne auf ihrer Reise entlang des Himmels von Ost nach West, während sie nachts und in der Morgendämmerung auf ihre nach Osten gerichtete Position zurückkehrt. Auch wenn dies meist für die reifende Pflanze angenommen wird, so drehen sich lediglich die Blätter und Knospen nach der Sonne, nicht jedoch die Fruchtstände. Diese weisen in der Regel nach Osten – dorthin, wo die Sonne aufgeht. Die Bewegung wird von Motorzellen im so genannten Pulvinus, einem flexiblen Segment des Stamms unterhalb der Knospe, ausgeführt. Der Stamm verhärtet am Ende der Knospenstufe seine östliche Ausrichtung und, wenn die Überstrahlungsstufe erreicht wird, „friert“ der Stamm sie gewissermaßen ein. Auf diese Weise blühende Sonnenblumen sind nicht mehr heliotrop und die meisten Köpfchen zeigen in Richtung des Sonnenaufgangs.

Auch im vegetativen Bereich sind die Seitenorgane (Blätter und Blütenstände) so angeordnet, dass die Pflanze die beste Lichtausbeute erzielt; das heißt, dass niemals ein Organ genau senkrecht über einem anderen steht, sodass sie sich bei optimaler Raumnutzung gegenseitig nur wenig beschatten.





Sondermarke „Sonnenblumen – Treuebonusmarke 2012“
Wert: EUR 0,62
Ausgabetag: 13.2.2013
Auflage: 420.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
Markengröße: 32,25 x 42 mm
Odontometrische Zahl: 13¾ x 13¾
Entwurf: Brigitte Heiden
Druck: ÖSD, Offset
 
Brigitte Am: 01.02.2013 07:01:00 Gelesen: 269168# 304 @  




Dauermarke „Glückwunschmarke - Sonnenhut“
Wert: entspricht dem Entgelt einer Standard Inlandssendung
Ausgabetag: 20.2.2013
Auflage: 600.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
Markengröße: 32,5 x 40 mm
Odontometrische Zahl: 13¾ x 14
Grafikentwurf: Österreichische Post AG
Druck: ÖSD, Offset
 
Brigitte Am: 04.02.2013 07:02:00 Gelesen: 268563# 305 @  
100 Jahre Salzburger Marionettentheater

Das Salzburger Marionettentheater feiert heuer sein 100-jähriges Bestandsjubiläum – und die Post gratuliert dazu mit einer besonders ästhetischen Sondermarke. Das Motiv des Wertzeichens zeigt die kunstvoll gefertigte „Papageno“-Marionette aus Mozarts Oper „Die Zauberflöte“, welche als häufig gespieltes Stück zum festen Repertoire der traditionsreichen Kulturinstitution zählt.

Zur Geschichte: Man schrieb das Jahr 1913, als ein gewisser Anton Aicher, ein aus der Steiermark gebürtiger Bildhauer, seine Leidenschaft als Figurenschnitzer und seine Liebe zum Puppentheater in die Tat umsetzte und schließlich mit der Aufführung von Mozarts Singspiel „Bastien und Bastienne“ den Salzburgern seine Idee der Marionettenwelt auf eindrucksvolle Weise präsentierte. Der Erfolg war in hohem Maße überwältigend, und fortan hatten die beweglichen Püppchen ihren fixen Platz in der Stadt.

Tatsache ist, dass das Salzburger Marionettentheater zu Unrecht immer wieder mit einem Puppentheater für Kinder in Verbindung gebracht wird; wahr ist vielmehr, dass sich die Aufführungen in erster Linie an erwachsene Liebhaber des Musiktheaters im Allgemeinen und an die Genießer der Werke von Wolfgang Amadeus Mozart im Besonderen richtet. Die am Marionettentheater aufgeführten Stücke sind wie richtige Opern inszeniert: Ein Bühnenbildner entwirft das Bühnenbild, ein Regisseur inszeniert den Ablauf und ein Choreograph erarbeitet den tänzerischen Teil. Die Musik kommt von einem Tonträger und stammt von bekannten Orchestern und ausgewählten Solisten in allerhöchster Qualität.

Diese konsequente Vorgangsweise bei den einzelnen Inszenierungen ergibt ein Gesamtkunstwerk, welches dem Publikum die Illusion einer „realen“ Opernaufführung vermittelt. Die international anerkannten Produktionen des erfahrenen Ensembles führen freilich dazu, dass eine Vorstellung des Marionettentheaters für viele Besucher Salzburgs ein absolutes Muss bedeutet und dass es auch bei Gastspielen im Ausland regelmäßig volle Häuser gibt. Tourneen führen das Marionettentheater immer wieder rund um die Welt, „zu Hause“ erfährt das Marionettentheater durch die wiederholten Kooperationen mit den Salzburger Festspielen indes höchste Anerkennung seiner künstlerischen Leistungen.

Die 1971 bezogene Spielstätte des Marionettentheaters ist ein 350 Sitzplätze umfassendes kleines Theater im Barockstil. Es liegt unmittelbar neben dem im Jugendstil erbauten Mozarteum und war zuvor unter anderem jenes „Hotel Mirabell“, in dem der irische Schriftsteller James Joyce während seines Salzburg-Aufenthalts im Sommer 1928 wohnte.





Sondermarke „100 Jahre Salzburger Marionettentheater“
Wert: 0,62
Ausgabetag: 27.2.2013
Auflage: 400.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
Markengröße: 31,8 x 50 mm
Odontometrische Zahl: 13¾ x 14
Grafikentwurf: David Gruber
Druck: ÖSD, Offset
 
Brigitte Am: 06.02.2013 07:12:00 Gelesen: 267959# 306 @  
Porsche 356 Nr. 1 Gmünd

Mit dem legendären Porsche 356 Nr. 1 findet die beliebte Serie „Autos“ nun ihre attraktive Fortsetzung, der kultverdächtige Sportwagen gehört ohne Zweifel zu den absoluten Klassikern seines Genres.

Zur Geschichte: Man befand sind inmitten der Wirrnisse des Zweiten Weltkriegs, als der österreichisch-deutsche Automobilkonstrukteur und Gründer der Firma Porsche in Stuttgart, Ferdinand Porsche, auf Anordnung von NS-Regierungsstellen im November 1944 den Sitz des Konstruktionsbüros in das von Bombenangriffen weniger bedrohte Kärnten verlegte, wo das Unternehmen sodann bis 1950 in Gmünd unter dem Namen „Porsche-Konstruktionen-Ges.m.b.H.“ firmierte. Und eben hier, in Gmünd, entstand im Jahre 1948 mit dem sportlich-eleganten Roadster „Porsche 356 Nr. 1“ das erste unter dem Namen Porsche gebaute Fahrzeug (und mit ihm die Konstruktionsgrundlage für den späteren Porsche 356, dem ersten Serienmodell dieses Herstellers).

Die Basis des ästhetischen Prototyps war ein selbst gefertigter Stahl-Gitterrohrrahmen samt Fahrwerk des allseits bekannten VW Käfer. Auf diese Plattform wurde eine selbst entworfene Karosserie aus händisch über Holzformen getriebenen Aluminiumblechen montiert. Auch den luftgekühlten Vierzylinder-Boxermotor mit einem Hubraum von 1131 cm³ und einer Leistung von ursprünglich 24,5 PS lieferte VW aus Wolfsburg. Er wurde vor dem Einbau durch „Tuning“-Maßnahmen auf eine Leistung von immerhin 35 PS bei 4000/min gebracht und leistete ein Drehmoment von maximal 69 Nm bei 2600/min. Die Maschine wurde längs vor der Hinterachse eingebaut – somit war der erste Porsche ein echter Mittelmotor-Sportwagen; gebremst wurde er indes über vier Trommelbremsen.

Elf Monate nach Beginn der Arbeiten zum ersten Porsche erhielt der Roadster im Juni 1948 von der Kärntner Landesbaudirektion die Einzelgenehmigung zum Betrieb und startete am 8. Juni 1948 mit dem Kennzeichen „K 45-286“ (siehe Markenmotiv) seine Jungfernfahrt. Dabei erreichte der 585 kg leichte Sportwagen eine Geschwindigkeit von bis zu 135 km/h, mit abgedecktem Beifahrersitz sogar 140 km/h. Als Ferdinand Porsche nach seiner Entlassung aus der französischen Kriegsgefängnishaft das Fahrzeug beurteilte, soll er das Ergebnis für absolut zufriedenstellend befunden und wortwörtlich gesagt haben: „Keine Schraube hätte ich anders gemacht.“

– Später wurde der Wagen für 7000 Schweizer Franken an einen Züricher Autohändler verkauft, der ihn für 7500 Franken an den ersten Porsche-Kunden weiterverkaufte. Den Erlös investierte Porsche in den Bau neuer Sport- und Rennwagen. 1953 erwarb Porsche das edle Stück zurück; heute steht es, gemeinsam mit vielen anderen Klassikern, im Porsche-Museum von Zuffenhausen, nördlich von Stuttgart, und kann dort bewundert werden.





Sondermarke „Porsche 356 Nr.1 Gmünd“
Serie „Autos“
Wert: 0,70
Ausgabetag: 28.2.2013
Auflage: 415.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
Markengröße: 42 x 35 mm
Odontometrische Zahl: 13¾ x 13¾
Grafikentwurf: David Gruber
Druck: ÖSD, Offset
 
Brigitte Am: 28.02.2013 15:23:29 Gelesen: 264260# 307 @  
Valie Export – Smart Export

Mit VALIE EXPORT, einer bedeutenden österreichischen Medien- und Performancekünstlerin, wird die viel beachtete Markenserie „Fotokunst Österreich“ nun fortgesetzt. Das Markenmotiv zeigt eines der ersten bekannt gewordenen Kunstobjekte von VALIE EXPORT – eine Zigarettenpackung der Sorte „Smart Export“, die sie zu ihrem Markenzeichen umgestaltete.

VALIE EXPORT, 1940 in Linz geboren, wuchs mit zwei Schwestern als Tochter einer Kriegswitwe auf. Von 1955 bis 1958 besuchte sie die Kunstgewerbeschule in Linz, 1960 bis 1964 die Höhere Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt für Textilindustrie in Wien. 1967 nahm sie ihren Künstlernamen VALIE EXPORT als künstlerisches Konzept und Logo an, mit der Vorgabe, ihn nur in Versalien zu schreiben. Diese Aktion möchte sie als feministische Kritik an patriarchal-kapitalistischen Zuschreibungspraktiken verstanden wissen – bevor ein Eigenname die individuelle Einspeisung ins Marktgeschehen verdecke, werde er besser durch ein Logo ersetzt, so die überzeugte Auffassung der Künstlerin.

Im Jahre 1977 nahm sie an der documenta 6 in Kassel teil, 1980 vertrat sie gemeinsam mit Maria Lassnig Österreich auf der Biennale in Venedig. 1985 wurde ihr Spielfilm „Die Praxis der Liebe“ in der Kategorie Buch und Regie für den Goldenen Bären der Internationalen Filmfestspiele von Berlin nominiert. Von 1989 bis 1992 war sie Professorin an der University of Wisconsin-Milwaukee, 1991 bis 1995 Professorin im Fachbereich Visuelle Kommunikation an der Hochschule der Künste in Berlin. Von 1995 bis 2005 hatte VALIE EXPORT eine Professur für Multimedia-Performance an der Kunsthochschule für Medien in Köln inne, 2007 war sie sowohl auf der Biennale in Venedig als auch auf der documenta 12 vertreten.

VALIE EXPORTs künstlerische Arbeit, die mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet wurde, umfasst unter anderem Video Environments, digitale Fotografie, Installationen, Body Performances, Spiel-, Experimental- und Dokumentarfilme, Expanded Cinema, konzeptuelle Fotografie, Körper-Material-Interaktionen, Laserinstallationen, Objekte, Skulpturen sowie Texte zur zeitgenössischen Kunst und zum Feminismus. „Die Kunst kann ein Medium der Selbstbestimmung sein und diese bringt der Kunst neue Werte“, beansprucht VALIE EXPORT für sich.

Fest steht: Die Suche nach Identität und Ausdruck zieht sich durch ihr gesamtes Werk, und dabei exerziert sie immer wieder aufs Neue den Schmerz der Sprachlosigkeit und den Verlust körperlicher und seelischer Integrität. Einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurde die Künstlerin freilich bereits im Jahr 1968 – und zwar mit ihrem Aufsehen erregenden „Tapp- und Tastkino“. Bei dieser Aktion trug sie einen Karton über ihrem nackten Oberkörper und Passanten auf der Straße durften nach ihren Brüsten grapschen.





Serie „Fotokunst Österreich“
Sondermarke „VALIE EXPORT - SMART EXPORT“
Series “Photographic art in Austria“
Nennwert: EUR 0,70
Ausgabetag: 13.3.2013
Markengröße: 35 x 42 mm
Entwurf: VALIE EXPORT
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH Offsetdruck
Auflage: 400.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
 
Brigitte Am: 02.03.2013 07:01:00 Gelesen: 263922# 308 @  
Bahnhof Baden zur Biedermeierzeit

Die vorliegende Sondermarke nach einer 2011 entstandenen Gouache des Archäozoologen und Eisenbahnenthusiasten Erich Pucher zeigt ein Motiv aus der Anfangszeit der Südbahn vor dem Hintergrund seiner Heimatstadt Baden bei Wien. Im Mittelpunkt steht die 1846 fabrikneue Lokomotive „Bruck“ der Wien-Gloggnitzer-Bahn. Es handelt sich dabei bereits um eine Maschine der zweiten Generation der ab 1840 in der bahneigenen Fabrik unter John Haswell in Wien gebauten Lokomotiven. Lehnte sich der aus Schottland stammende Konstrukteur anfänglich noch eng an britische und amerikanische Vorbilder an, so ging er bald eigene Wege, die den österreichischen Lokomotivbau für Jahrzehnte prägten.

Das Streben nach möglichst detailgetreuer Darstellung zwang zu umfangreichen Recherchen und Literaturstudien. Zwar blieb keine Maschine der Bruck-Klasse erhalten, doch existieren Typenskizzen und Fotografien. Überdies stellt das Technische Museum Wien mit der „Steinbrück“ eine ganz ähnliche Maschine der etwas verstärkten Nachfolgeserie von 1848 aus, an der viele Einzelteile studiert werden können. Die Personenwagen der Gloggnitzer Bahn waren relativ geräumige Drehgestellwagen nach US-Vorbild. Das Empfangsgebäude des Badener Bahnhofs war nach mehreren Umbauten erst 2004 durch einen Neubau ersetzt worden, so dass auch der Ursprungszustand und die damals noch verzweigten Gleise samt Betriebsanlagen für das Bild rekonstruiert werden mussten. Das verbaute Gebiet der Kurstadt war 1846 selbstverständlich noch viel kleiner als heute, so dass zwischen Bahn und Stadt ausgedehnte Grünräume zu sehen sein mussten. Als hilfreich erwiesen sich dazu Publikationen und Exponate des Badener Rollettmuseums.

Um den Vordergrund zu beleben, setzte der Maler vor der gerade angekommenen und nach dem Gleiswechsel noch nicht für die Rückfahrt nach Wien gedrehten Lokomotive Persönlichkeiten in Szene, deren Zusammentreffen in Baden zwar nicht historisch belegt, aber keineswegs unwahrscheinlich ist. Haswell erklärt dem in der Badener Weilburg beheimateten Erzherzog Albrecht nach einer extra für den General durchgeführten Vorführfahrt die Maschine, und der Planer und Betriebsdirektor der Gloggnitzer Bahn, Matthias Schönerer, hält die Unterlagen zum Bahnbetrieb bereit.

Erzherzog Albrecht war einer der Ersten, die den Nutzen der neuen Eisenbahn für das Militär erkannten, und Schönerer oblag schon 1848 die Logistik für Truppentransporte. Die übrigen Personen sind ein Adjutant, Eisenbahner und Zaungäste, links eine bürgerliche Familie in aktueller Biedermeiermode, rechts eine Weinbauernfamilie in ihren damals auch an der Thermenlinie noch alpenländisch anmutenden Trachten. Das Betreten der Gleise war noch nicht verboten.

Die Biedermeierzeit wird heute oft nur ganz einseitig als Vormärz und Zeit der Reaktion beschrieben. Dabei wird übergangen, dass sie eine äußerst fruchtbare Aufbruchszeit für Kunst, Wissenschaft und Technologie war und tiefgreifende Umwälzungen aller Lebensumstände mit sich brachte. Die hier geschilderte Konfrontation der neuen Technik mit dem alten Hochadel, den wissensdurstigen Bürgern und den traditionsverhafteten Bauern mag den wahren Facettenreichtum dieser Zeit verdeutlichen.





Sondermarke „Bahnhof Baden zur Biedermeierzeit“
Nennwert: EUR 1,45
Ausgabetag: 13.3.2013
Markengröße: 50 x 31,8 mm
Entwurf: Dr. Erich Pucher
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH Offsetdruck
Auflage: 400.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
 
Brigitte Am: 04.03.2013 07:12:00 Gelesen: 263726# 309 @  
Serie „Wildtiere und Jagd“
Sondermarke „Gämse“

Fortsetzung der im Vorjahr begonnenen Markenserie „Wildtiere und Jagd“: Der neue Wert thematisiert die Gämse (lat. Rupicapra rupicapra), die sowohl im gesamten Alpenraum als auch in Teilen des Balkans und der Karpaten beheimatet ist. Das attraktive Markenmotiv, gezeichnet von der bekannten Künstlerin Kirsten Lubach, zeigt in der Bildmitte ein männliches und ein weibliches Tier (Bock und Geiß) sowie, links davon, die Fährte der Gämse, auch Trittsiegel genannt. Die Jagd auf Gämsen findet aufgrund ihrer Lebensweise meist im Hochgebirge statt.

Da Gämsen weder steile Grate noch felsige Gegenden scheuen, ist die Jagd mühsam und oftmals recht gefährlich – und der tatsächlich bejagbare Bestand ist nicht selten sehr gering, da durch die widrigen Umweltbedingungen, insbesondere im hochalpinen Winter, viele Jungtiere gar nicht überleben. Auch Seuchen wie die so genannte Gämsblindheit, Räude (Milbenerkrankung) oder andere parasitäre Krankheiten können für hohe Todesraten mitverantwortlich sein. Fest steht: In Österreich lag der registrierte Abschuss von Gämsen im Jagdjahr 2010/2011 bei etwa 20.300 Tieren. Die Verwertung freilich ist mannigfaltig: Ihr Fleisch ist überaus wohlschmeckend und gilt vielerorts als hoch geschätzte Delikatesse, das Fell ergibt ein schönes Leder, das hauptsächlich zu Trachtenhosen oder Handschuhen verarbeitet wird. Die Hörner, in der Jägersprache auch Krucken genannt, wiederum werden als Stockgriffe und die Haare auf dem Widerrist von vielen gerne als Hutschmuck („Gamsbart“) verwendet. Im Magen der Gämsen findet man zuweilen die so genannten „Gämskugeln“ (hochdeutsch „Bezoar“) – diese wurden wegen ihrer vermeintlich arzneilichen Wirksamkeit ebenso wie das Gamsblut früher teuer verkauft, sind aber tatsächlich ohne jeden Wert.

Weitere Gefahren für die Gämse, neben der Bejagung durch den Menschen, bilden herabrollende Steine und Felsstücke und natürlich auch Lawinen, in besonders strengen Wintern leiden die Tiere oftmals auch an Futtermangel. Tierische Feinde sind vor allem der Luchs, der Wolf, vereinzelt der Bär und für Jungtiere (Kitze) auch der Steinadler.

Apropos Jungtiere: Meist ist es Ende Mai bis Anfang Juni, wenn die Geiß, nach sechs Monaten Tragzeit, ihr Junges wirft. Dieses folgt dem Muttertier mehrere Monate, erst im dritten Jahr ist das Kitz ausgewachsen. Gamsböcke erreichen ein Alter von etwa 15 Jahren, Weibchen indes können bis zu 20 Jahre alt werden.





Serie „Wildtiere und Jagd“
Sondermarke „Gämse“
Nennwert: EUR 0,90
Ausgabetag: 14.3.2013
Markengröße: 40 x 32,5 mm
Entwurf: Kirsten Lubach
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH
Kombinationsdruck, Offset-Stich (© Etch-Art by OeSD)
Auflage: 265.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
 
Brigitte Am: 06.03.2013 07:01:00 Gelesen: 263675# 310 @  
Handschrift III 204 – Stift St. Florian

Das imposante Stift St. Florian, das größte und ohne Zweifel auch bekannteste Barockkloster Oberösterreichs, liegt in der gleichnamigen Ortschaft nahe Linz. Seit dem Jahre 1071 besteht hier eine Gemeinschaft der Augustiner-Chorherren, der jetzigen „Kongregation der österreichischen Augustiner-Chorherren“. Die prächtigen, im Großen und Ganzen unversehrt erhalten gebliebenen Barockgebäude mit der Stiftsbasilika wurden unter den Baumeistern Carlo Antonio Carlone, Jakob Prandtauer und Johann Gotthard Hayberger zwischen 1686 und 1750 errichtet.

Interessant ist, dass der Ursprung des Stiftes durch Quellen nicht belegt ist, eine alte Überlieferung aus dem 9. Jahrhundert berichtet jedoch vom Märtyrertod des ersten namentlich bekannten Christen des heutigen Landes Österreich, nämlich des Heiligen Florian. Die so genannte „Passio Floriani“ erzählt, dass Florian nach seinem Tod im Jahre 304 aufgefunden worden sei und an jenem Platz, wo sich heute das Stift erhebt, seinen ersten Bestattungsort gefunden habe – demnach lässt sich eine Verehrungstradition des Hl. Florian ab dem 4. Jahrhundert an der Stelle des heutigen Stiftes vermuten. Die ersten schriftlichen Zeugnisse einer Klosteranlage gehen indes auf die karolingische Zeit um 800 n. Chr. zurück.

Bücher von unschätzbarem Wert beinhaltet freilich die stiftseigene Bibliothek mit ihren etwa 140.000 Bänden, mittelalterlichen Handschriften und frühen Drucken. Ein wahrhaft barockes Juwel ist der Hauptsaal, der neben zahlreichen wunderschönen Tischlerarbeiten auch ein berühmtes Fresko von Bartolomeo Altomonte zeigt. Der Codex III 204, mit dem die attraktive Serie „Sakrale Kunst in Österreich“ nun ihre würdige Fortsetzung findet, ist hingegen ein Missale (Messbuch), das um 1320/25 angefertigt wurde und aus nicht weniger als 296 Pergamentblättern besteht. Die überaus reich geschmückte Handschrift enthält zahlreiche Initialen und 39 dekorative Komplexe, die oft mehrere Deckfarben-Initialen mit prunkvollen rahmenden Leisten vereinigen.

Die Hauptteile stammen von einer bolognesischen Malergruppe, die in der Spätzeit der Malerschule von St. Florian tätig war, den Text und die fleuronnierten Initialen erstellten einheimische Hände. Die Handschrift wird seit ihrer Entstehung in St. Florian sorgsam aufbewahrt.

Das Motiv der vorliegenden Marke zeigt, wie Christus aus dem Grab steigt, während die beiden Wächter schlafen. In der linken Hand hält der Auferstandene die Osterfahne, die Wundmale sind noch deutlich sichtbar. Die Initialminiatur, ein Kleinod von ganz besonderer Ästhetik, ist mit einer breiten Zierleiste verbunden.





Serie „Sakrale Kunst in Österreich“
Sondermarke „Handschrift III 204 - Stift St. Florian“
Nennwert: EUR 0,90
Ausgabetag: 15.3.2013
Markengröße: 35 x 35 mm
Entwurf: Prof. Peter Sinawehl
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH
Kombinationsdruck, Offset-Stich (© Etch-Art by OeSD)
Auflage: 250.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
 
Brigitte Am: 08.03.2013 07:12:00 Gelesen: 263628# 311 @  
Serie „Österreicher in Hollywood“
Sondermarke „Senta Berger“

Mit der bekannten Schauspielerin Senta Berger findet die beliebte Serie „Österreicher in Hollywood“ nun ihre – im wahrsten Sinn des Wortes – attraktive Fortsetzung.

Senta Berger, am 13. Mai 1941 in Wien geboren, gehört ohne Zweifel zu den größten heimischen Darstellern mit internationalem Format. Ihre ruhmreiche Filmkarriere begann in Österreich und führte sie über Deutschland bis in die so genannte „Traumfabrik“ nach Hollywood.

Seitdem war sie in unzähligen europäischen Kinofilmen, am Theater und seit den 1980er-Jahren vermehrt auch in vielen Hauptrollen deutscher Fernsehserien und -filme zu sehen. Entdeckt wurde Senta Berger im zarten Alter von erst 16 Jahren von einem Großen seiner Zeit, nämlich vom unvergessenen Willi Forst, der sie für ihre erste, noch kleine Rolle beim Film engagierte. Das Max Reinhardt Seminar, an dem sie in der Folge studierte, musste sie jedoch vorzeitig wieder verlassen, nachdem sie in dem Film „The Journey“ mit Yul Brynner eine Rolle angenommen hatte, ohne den Direktor um Erlaubnis zu fragen; 1958 wurde Senta Berger indes das jüngste Mitglied am Wiener Theater in der Josefstadt.

Ein Markstein in der jungen Karriere von Senta Berger war sicherlich der Film „Der brave Soldat Schweijk“ an der Seite von Heinz Rühmann. Danach, 1962, übersiedelte sie nach Hollywood und arbeitete mit Weltstars wie Dean Martin, Kirk Douglas, John Wayne, Frank Sinatra und Charlton Heston. 1969 kehrte sie schließlich nach Europa zurück und war in den 1970er-Jahren vor allem in italienischen Produktionen unterschiedlicher Genres zu sehen. Zwischen 1974 und 1982 war Senta Berger die Buhlschaft in Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“ bei den Salzburger Festspielen und damit die bis heute am längsten in dieser Rolle zu sehende Darstellerin.

Sie spielte am Wiener Burgtheater (unter anderem mit Klaus Maria Brandauer) ebenso wie am Hamburger Thalia-Theater und am Schillertheater in Berlin. 1985 gelang ihr das TV-Comeback vor dem deutschsprachigen Publikum in der erfolgreichen Fernsehserie „Kir Royal“. Daneben trat Senta Berger auch als Chansonsängerin und bei Leseabenden auf; für den französischen Film „8 Frauen“ lieh sie 2002 Catherine Deneuve ihre Stimme.

Die beliebte Künstlerin, die seit vielen Jahren in Grünwald bei München und seit einiger Zeit auch in Berlin lebt, wurde mit zahlreichen renommierten Preisen und Ehrungen ausgezeichnet – unter anderem mit dem Bambi, dem Karl Valentin Orden, dem Filmband in Silber, dem Deutschen Fernsehpreis, der Goldenen Kamera, dem Österreichischen Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst, dem Berliner Bär und der Platin Romy für ihr Lebenswerk. Darüber hinaus prangt seit 2011 ihr Stern auch auf dem Boulevard der Stars in Berlin.





Serie „Österreicher in Hollywood“
Sondermarke „ Senta Berger “
Nennwert: EUR 0,70
Ausgabetag: 22.3.2013
Markengröße: 35 x 42 mm
Entwurf: Prof. Adolf Tuma
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH Offsetdruck
Auflage: 812.000 Marken in Kleinbögen zu 10 Stück
 
Brigitte Am: 11.03.2013 07:02:00 Gelesen: 263583# 312 @  
Serie „Altes Österreich“
Sondermarke „Laibach“

Fortsetzung der interessanten Markenserie „Altes Österreich“: Der neue Wert thematisiert die historische Altstadt von Laibach (slowenisch: Ljubljana) und zeigt in seinem Motiv den eleganten Prešerenplatz in einer Ansicht um 1916.

Die Geschichte von Laibach ist überaus wechselhaft und lange – sie reicht zurück bis zur Zeit der Römer, die an der Stelle des heutigen Ljubljana eine Siedlung namens Emona gründeten. Die Stadt selbst wurde im Zuge der Ostkolonisation von Siedlern aus dem Herzogtum Bayern gegründet. Seit dem Hochmittelalter war Ljubljana Hauptstadt des zum Deutschen Reich gehörenden Herzogtums Krain. 1276 kam die Stadt gemeinsam mit dem Herzogtum an die Habsburger, 1461 wurde sie Bischofssitz. Von 1809 bis 1813 war sie Hauptstadt der Illyrischen Provinzen Frankreichs. Die Bevölkerung bestand seit dem Hochmittelalter vorwiegend aus Deutschsprachigen; nach 1848 war Ljubljana stets ein kulturelles Zentrum der Slowenen.

Vor dem Ersten Weltkrieg war Laibach eine Österreichisch-Ungarische Garnisonsstadt, im Jahre 1914 waren hier mehrere wichtige k. u. k. Infanterie-Regimenter stationiert. Nach dem Krieg, 1918, wurde die Stadt Teil des neu gegründeten Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen; 1929 wurde Laibach Hauptstadt der Drau-Banschaft im Königreich Jugoslawien. Unterbrochen war die Zugehörigkeit während des Zweiten Weltkriegs nur durch eine kurze Mitgliedschaft zu Italien als „Lubiana“ mit einem ehemaligen jugoslawischen General als Bürgermeister.

Der Großteil der Laibacher Deutschen wurde im Winter 1941/1942 aufgrund eines Abkommens zwischen Hitler und Mussolini ins Großdeutsche Reich umgesiedelt, mehrheitlich nach Oberkrain bzw. in die Untersteiermark. Nach der Kapitulation Italiens im September 1943 ging die Stadt in deutsche Kontrolle über, am 9. Mai 1945 erfolgte schließlich die formale Auflösung der Provincia di Lubiana. 1945 wurden die verbliebenen Laibacher Deutschen ebenso wie alle anderen Deutschsprachigen Sloweniens vertrieben, zahlreiche Menschen wurden getötet. Im gleichen Jahr wurde Ljubljana Hauptstadt von Slowenien in der Föderativen Volksrepublik Jugoslawien, 1991 feierte man schließlich in der ganzen Stadt die neue Unabhängigkeit des Staates Slowenien.

Das Markenbild zeigt, wie oben erwähnt, den Prešerenplatz (slowenisch: Prešernov trg), der nach wie vor der Hauptplatz der Stadt ist. Zu sehen ist neben dem Kresija Palast (links) und dem Philip Haus (rechts), welche gemeinsam den Eingang in die Altstadt bilden, auch das Denkmal des slowenischen Nationaldichters France Prešeren (1800–1849). Im Vordergrund sieht man eine historische elektrische Straßenbahn, über allem aber thront majestätisch das Wahrzeichen der Stadt, die Burg von Laibach.





Serie „Altes Österreich“
Sondermarke „Laibach“
Nennwert: EUR 0,62
Ausgabetag: 6.4.2013
Markengröße: 42 x 32,25 mm
Grafikentwurf: Prof. Adolf Tuma
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH Offsetdruck
Auflage: 400.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
 
Brigitte Am: 13.03.2013 07:01:00 Gelesen: 263508# 313 @  
Gemeinschaftsausgabe mit Slowenien
Sondermarkenblock „Adelsberger Grotte, Höhlenpostamt 1899“

Die Höhlen von Postojna – deutsch „Adelsberger Grotte“, slowenisch „Postojnska jama“ – bilden das Thema der neuen Gemeinschaftsausgabe von Österreich und Slowenien.

Im Karstgebiet rund um die slowenische Stadt Postojna befinden sich die zweitgrößten für Touristen erschlossenen Tropfsteinhöhlen der Welt. Die Entstehung des aus drei Hauptebenen bestehenden Höhlensystems erklärt die Tatsache, dass am Südwestrand des Pivka-Beckens der wenig wasserdurchlässige so genannte „eozäne Flysch“ im Untergrund gegen mächtige Kalksteinschichten der Kreide grenzt, welche aus besonders reinem Kalkstein bestehen, der wiederum ungleich stärker durch Wasser aufgelöst wird als die Sand- und Tonsteine des Flyschs. Datierungen der abgelagerten Höhlensedimente ergaben ein Alter von etwa 900.000 Jahren.

Der Verlauf der Höhlengänge zeigt zwei Hauptrichtungen, wobei ein Großteil deutlich in Nordwest-Südost-Richtung und damit parallel zu tektonischen Störungen im Höhlengebiet verläuft, der andere Teil steht etwa senkrecht dazu und ist wesentlich mehr verzweigt. Der erste Höhlenbesuch ist anno 1213 belegt; 1818 wurde erstmals Licht installiert, Wege wurden angelegt und neue Teile der Höhle entdeckt. Seit der Fertigstellung der Eisenbahn Wien–Laibach–Triest 1857 erhöhte sich die Zahl der Besucher beträchtlich. Die erste Höhlenbahn fuhr ab 1872, 1914 kamen Lokomotiven mit Verbrennungsmotor zum Einsatz, 1959 wurden diese durch eine elektrische Bahn ersetzt. 1968 wurden schließlich jene auch heute noch bestehenden Wege angelegt, über die jährlich mehr als eine halbe Million Besucher geführt werden.

Einigermaßen kurios ist freilich die Tatsache, dass im ausgehenden 19. Jahrhundert ein Postamt in der Adelsberger Grotte eingerichtet wurde (siehe Motiv des Markenblocks). Belege des dort verwendeten Stempels sind von Pfingsten 1900 bis 1914 auf Ansichtskarten dokumentiert.

Im Postamtsverzeichnis von 1901 ist unter der Nr. 874 Adelsberg (Postojna) die „Adelsberger Grotte“ mit einer Fußnote angeführt: „Briefannahmestellendienst am Pfingstmontag, 15. August, sowie an noch drei bis vier Tagen jeden Jahres.“ Die Teplitzer Zeitung schrieb indes am 8.9.1911: „In dieser modern eingerichteten Grotte hat auch das österreichische Handelsministerium im Hinblick auf die hochentwickelte Ansichtskarten-Industrie ein K.k. Grottenpostamt eingebaut und wird die dort aufgegebene Post, die aus der Grotte selbst nach allen Weltrichtungen gelangt, mit einem eigenen Grottenpoststempel versehen. Zum Beweis, welcher Beliebtheit sich diese Institution erfreut, möge nur beispielsweise angeführt werden, dass in diesem Jahr anlässlich des Grottenfestes in vier Stunden allein 47.000 Ansichtskarten mit einem Gewicht von 219 kg zur Aufgabe gelangten.“ – Im Zuge des Fortschreitens des Krieges wurde das Höhlenpostamt im März 1915 durch das k.u.k. Feldpostamt 81 ersetzt.





Nennwert: EUR 0,70
Ausgabetag: 6.4.2013
Markengröße: 42 x 35 mm
Blockgröße: 100 x 80 mm
Grafikentwurf: Matjaž Uèakar
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH Offsetdruck
Auflage: 170.000 Blocks zu 1 Marke
 
Brigitte Am: 27.03.2013 13:34:13 Gelesen: 263258# 314 @  
100 Jahre Schaufelraddampfer Hohentwiel

Der Schaufelraddampfer „Hohentwiel“, die frühere Staatsjacht des letzten Königs von Württemberg, Wilhelm II., ist das einzige noch betriebene Dampfschiff und zugleich das älteste noch verkehrende Passagierschiff auf dem Bodensee. Beheimatet in Hard bei Bregenz, ist der Dampfer nach dem in der Nähe des Bodensees gelegenen gleichnamigen Berg benannt.

Zur Geschichte: Man schrieb das Jahr 1911, als ein gewisser Oberbaurat Eugen Kittel begann, die Hohentwiel als Halbsalondampfer zu entwerfen, 1913, also vor genau 100 Jahren, lief der elegante Raddampfer im deutschen Friedrichshafen schließlich vom Stapel und wurde als letztes eigenes Dampfschiff der Königlich Württembergischen Staatseisenbahn in den Dienst gestellt. Der Erste Weltkrieg hatte kaum Einfluss auf die Deutsche Bodenseeschifffahrt. Der Kursverkehr wurde zwar ausgedünnt, bis 1919 aber aufrechterhalten; ab 1920 konnte der gesamte Oberseekurs wieder befahren werden. In der Folge nahm der Personenverkehr rasch zu und es kam zu einem einsetzenden Wandel von der Verkehrs- zur Vergnügungsflotte.

Nicht mehr die Berufspendler, Schüler und der Güterverkehr beherrschten die Schifffahrt, sondern der Ausflugsverkehr von Ferien- und Wochenendgästen. Dazu wurden Passagierschiffe mit immer größeren Fahrgastkapazitäten benötigt. Auf dem Vorschiff und dem Oberdeck der Hohentwiel wurden elegante Salons eingerichtet, das Steuerhaus musste, erweitert um eine Kommandobrücke, auf ein höheres Deck weichen. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Hohentwiel weiterhin auf den wenigen noch aufrechterhaltenen Schiffskursen eingesetzt. Jene Bombennacht, bei der Friedrichshafen in Schutt und Asche versank und mehrere Schiffe zerstört wurden, verschonte die Hohentwiel glücklicherweise – sie konnte rechtzeitig vor dem Auslaufen in Konstanz zurückgehalten werden.

Nach dem Krieg begannen karge Jahre für die Hohentwiel, 1962 wurde sie schließlich ausgemustert und zu einem Clubheim mit Restaurant umgebaut. 1984 erwarb die Vereinigung „Internationales Bodenseeschifffahrtsmuseum e.V.“ schließlich den desolaten Dampfer und versetzte ihn nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten wieder in den Zustand von 1913, wobei modernste Technik und historisches Material gekonnt vereint wurden.

Heute freilich kann man bei verschiedenen Rund- und Ausflugsfahrten die Hohentwiel als letzten Schaufelraddampfer des Bodensees wieder – fast wie einst – erleben. Besondere Erwähnung verdient, dass das nostalgische Schiff sogar im internationalen Filmbusiness Karriere machte: Sowohl im millionenschweren James Bond-Streifen „Ein Quantum Trost“ als auch in David Cronenbergs Produktion „Eine dunkle Begierde“ wurden auf der Hohentwiel einige Szenen gedreht.





Nennwert: EUR 0,62
Ausgabetag: 4.5.2013
Markengröße: 42 x 35 mm
Grafikentwurf: Tristan Fischer
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH
 
Brigitte Am: 30.03.2013 07:01:00 Gelesen: 263226# 315 @  
Sondermarke „50 Jahre Freilichtmuseum Stübing“

Das Österreichische Freilichtmuseum Stübing, eines der zehn größten in Europa, feiert sein 50-jähriges Bestandsjubiläum – Grund genug für die Herausgabe einer eigenen Sondermarke, welche den historisch-wissenschaftlichen Wert dieser wichtigen Einrichtung entsprechend philatelistisch würdigt.

Das Freilichtmuseum, in einem Ortsteil von Deutschfeistritz bei Graz in der Steiermark gelegen, beherbergt nicht weniger als 97 einstige Höfe und Wirtschaftsgebäude, die in allen Teilen Österreichs abgetragen und in Stübing originalgetreu wieder aufgebaut wurden – auf diese Weise werden die historischen Objekte zu einer ebenso eindrucksvollen wie lehrreichen Kulisse für eine individuelle Zeit- und Entdeckungsreise durch die traditionelle bäuerliche Kultur Österreichs. Die Besucher des Freilichtmuseums Stübing erfahren bei ihrer geschichtlichen Wanderung nicht nur Wissenswertes über das Leben und das Wohnen, sondern auch aus dem Alltag der bäuerlichen Bevölkerung von anno dazumal.

Auf sommerlichen Wiesen am Rand kühler Wälder geben die alten Bauernhöfe, nach Bundesländern gruppiert, einen Überblick über sechs Jahrhunderte Leben auf dem Lande. Die detailverliebte Einrichtung vermittelt dabei den Eindruck, die Bauersleute könnten tatsächlich jeden Augenblick eintreten. Blumen zieren die Balkone, auf den Weiden grasen Tiere und auf den Feldern wächst Getreide, das wie seinerzeit angebaut und geerntet wird.

In Stübing wurden aber nicht nur Bauernhöfe aufgebaut, sondern auch alte Mühlen (siehe Markenmotiv), eine historische Schule, Waldarbeiterhütten und sogar eine Greißlerei, in der es leckere Süßigkeiten wie zu Urgroßmutters Zeiten gibt. In der alten Schmiede beispielsweise wird auch heute noch Eisen geschlagen – und falls Feuer ausbrechen sollte, ist der historische Spritzenwagen aus dem Zeughaus der Feuerwehr von Lerchenreith bei Bad Aussee zur Stelle. Fest steht: Wie die tatsächliche Lage Österreichs, so erstreckt sich auch das aufsteigende Tal des Freilichtmuseums von Ost nach West, sodass ein Besuch analog dazu von mit Schilf gedeckten Gebäuden aus dem Burgenland bis zu den Alphütten im Bregenzer Wald möglich ist.

Neben den originalen Bauten befinden sich auf dem 60 Hektar großen Gelände auch noch zwei Ausstellungsgebäude, die interessante Objekte zeigen; darüber hinaus sind in Stübing immer wieder Handwerker zu Gast, die ihre von Generation zu Generation tradierten Künste auf eindrucksvolle Weise vorführen. Wer sein Studium der einzelnen Höfe über den Blick in die Stuben hinaus vertiefen möchte, ist freilich bei einer Führung, die auch die liebevoll gepflegten Nutz- und Schmuckgärten umfasst, überaus gut aufgehoben.





Nennwert: EUR 0,70
Ausgabetag: 5.5.2013
Markengröße: 40 x 32,5 mm
Grafikentwurf: Marion Füllerer
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH
 
Brigitte Am: 29.04.2013 13:33:55 Gelesen: 262410# 316 @  
Sondermarkenblock „EUROPA 2013 ‚Postfahrzeuge‘ - 100 Jahre E-Mobilität bei der Österreichischen Post“

Das von „Posteurop“, der Vereinigung der europäischen Postgesellschaften vorgegebene Thema der heurigen EUROPA-Marken lautet „Postfahrzeuge“. Die Österreichische Post hat sich dazu etwas ganz Besonderes einfallen lassen: einen attraktiv gestalteten selbstklebenden Markenblock, von dem das rechts abgebildete Fahrzeug einzeln ablösbar ist und somit das eigentliche Wertzeichen darstellt. Eine Briefmarke in Form eines Autos – eine gelungene Interpretation des Themas und ein charmantes wie auch überaus innovatives Stück zeitgemäßer Philatelie.

Die Österreichische Post gehört beim Einsatz von elektrischen Nutzfahrzeugen im Zustell- und Verteildienst ohne Zweifel zu den Pionieren. Da seinerzeit angestellte Wirtschaftlichkeitsrechnungen eine Kosteneinsparung von rund 20 Prozent gegenüber einem benzinbetriebenen Fuhrpark ergaben, versuchte man so rasch wie möglich, E-Fahrzeuge auf stark belasteten Postkursen zwischen Postämtern und Bahnhöfen einzusetzen.

Am 15. Juni 1913, also vor genau 100 Jahren, war es schließlich so weit: Das erste elektrobetriebene Fahrzeug der Post, ein Austro-Daimler E-Paketwagen (siehe Markenblockmotiv), wurde in Betrieb genommen. Das neuartige Auto war mit zwei Radnabenmotoren mit je 15 PS ausgestattet und erreichte eine Maximalgeschwindigkeit von exakt 18,5 km/h. Der Strom wurde von einem 42-zelligen, 200 Amperestunden kapazitätsstarken Akku, der unterhalb des Chassisraums aufgehängt war, geliefert; die voll aufgeladene Batterie ermöglichte einen Aktionsradius von immerhin 45 Kilometern. Da jedoch die Tagesleistung der Fahrzeuge größer als die Reichweite der Batterie war, musste in der Garage ein Batteriewechsel vorgenommen werden, wo mit unterirdischen Aufzügen die Batterien direkt in das Fahrzeug eingeschoben wurden. Im Laderaum der Garage konnten bis zu 56 Batterien gleichzeitig geladen werden, wobei die Ladeplätze mit Geleisen für kleine Rollwagen versehen waren.

Nicht ohne Stolz berichtete das Zentralorgan für das k.u.k. österreichische Post-, Telephon- und Telgraphenwesen in seiner Ausgabe vom 20. Juni 1913 unter dem Titel „Einführung des Elektromobils im Wiener Postbetrieb“: „Am 15. d.M. wurden 29 Elektromobile – davon 6 Stück als Reserve – im Wiener Postbetrieb in Dienst gestellt. Sie werden den Beförderungsdienst auf sehr stark belasteten Postkursen besorgen und rund 496.000 km im Jahr zu leisten haben und damit 185.000 zweispännige Fahrten mit Pferdefuhrwerken ersetzen.“

Heute, 100 Jahre später, gehören Umweltbewusstsein, Klimafreundlichkeit und Nachhaltigkeit zu den selbstverständlichen Prämissen der Österreichischen Post AG. Gewissermaßen als Repräsentant der heutigen E-Mobilität steht das eingangs erwähnte, als Marke ablösbare Fahrzeug, ein vom Lebensministerium geförderter postgelber E-Caddy Renault Kangoo.





Nennwert: EUR 0,70
Ausgabetag: 6.5.2013
Markengröße: 46,7 x 22,3 mm
Blockgröße: 85 x 48 mm
Grafikentwurf: Silvia Moucka
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. Offsetdruck
Auflage: 170.000 Blocks zu 1 Marke
 
Brigitte Am: 30.04.2013 07:01:00 Gelesen: 262379# 317 @  
Sondermarke „ 150 Jahre Rotes Kreuz“

Ein rotes Kreuz auf weißem Grund ist ohne Zweifel mehr als bloß ein Zeichen: Wo immer man dem Emblem begegnet – sei es auf einem Jeep in Georgien oder Kenia, auf einem Rettungswagen in Österreich oder als Sticker an einem Hemd – kann man sicher sein, dass auch im schlimmsten Grauen und in der größten Not jemand für Menschlichkeit sorgt. Seit 150 Jahren kennzeichnet das Rote Kreuz in dieser einheitlich-einprägsamen Form ihre Mitarbeiter und Einrichtungen.

In den Krisenherden der Welt, von Syrien über Mali, den Jemen, Kongo und Afghanistan, sind tausende Rotkreuz-Mitarbeiter im Einsatz. Die Konflikte diktieren ihnen lange Listen mit Aufgaben, die sie zum Wohl der betroffenen Zivilisten und zum Schutz von Militärangehörigen ausführen. Manche davon, wie der Besuch und die Registrierung von Kriegsgefangenen, sind einzigartige Befugnisse, die im humanitären Völkerrecht verankert sind. In über 90 Ländern besuchen Rotkreuz-Mitarbeiter Kriegsgefangene, führen getrennte Familien zusammen, bauen Wasserleitungen, verteilen Saatgut, impfen Kinder, vergeben Mikrokredite, sichern die Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten, betreiben Spitäler und Gesundheitsposten oder verhandeln international bindende Abkommen.

Ihren Ursprung hatte die rege Betriebsamkeit im Zeichen der Menschlichkeit am 17. Februar 1863 in Genf; damals gründeten fünf Personen rund um den Geschäftsmann Henry Dunant das „Internationale Komitee der Hilfsgesellschaften für die Verwundetenpflege“. Als Symbol wählten die überzeugten Humanisten ein schlichtes rotes Kreuz. Bereits 1864 unterzeichneten zwölf Staaten die erste Genfer Konvention zum Schutz von verwundeten Soldaten und medizinischem Personal. 150 Jahre später ist die ursprüngliche Idee, verletzten Kriegsteilnehmern neutrale Sanitäter zur Seite zu stellen, zur weltweit größten humanitären Bewegung gewachsen. Neben dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz sorgen in 188 Ländern der Welt nationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften für die Linderung von Leid.

Eine der größten Herausforderungen für das Rote Kreuz in den komplexen aktuellen Krisen ist freilich der Mangel an Respekt für das humanitäre Völkerrecht, das Gewalt gegen am Konflikt Unbeteiligte wie Kinder, Verwundete, Kranke oder Gefangene verbietet. Fest steht jedoch: Aus der anfangs kleinen Schweizer Organisation wurde im Laufe der Jahre ein weltweit tätiger Akteur, dessen 13.000 Mitarbeiter aus 100 Nationen in über 90 Ländern helfen.

Das Motiv der neuen Sondermarke formuliert den hehren Grundsatz des Roten Kreuzes in bewusst gewähltem schlichten Design: „Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit, Universalität. Wir sind da, um zu helfen.“





Nennwert: EUR 0,62
Ausgabetag: 8.5.2013
Markengröße: 50 x 31,8 mm
Grafikentwurf: Markus Hechenberger
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH Offsetdruck
Auflage: 400.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
 
Brigitte Am: 02.05.2013 07:02:00 Gelesen: 262318# 318 @  
Sondermarke „100 Jahre Wiener Konzerthaus“

„Eine Stätte zu sein für die Pflege edler Musik, ein Sammelpunkt künstlerischer Bestrebungen, ein Haus für die Musik und ein Haus für Wien“ – diesen bei der Eröffnung am 19. Oktober 1913 erhobenen Anspruch hat das Konzerthaus durch alle politischen und gesellschaftlichen Wechselfälle dieses sowie des vorigen Jahrhunderts hindurch kontinuierlich und vehement verfolgt. Als Veranstaltungsort genießt das Wiener Konzerthaus einen einzigartigen Ruf, der sich auf drei Verdienste gründet: sich mit der Tradition lebendig auseinanderzusetzen, durch ein mutiges Programmangebot neue Publikumsschichten zu erschließen und offen zu sein für neue Entwicklungen. Diese Tugenden begleiten das Konzerthaus seit seinen Anfängen.

Bereits das Eröffnungskonzert am 19. Oktober 1913 mit Werken von Bach, Beethoven und einer Uraufführung von Richard Strauss sollte für das Wiener Konzerthaus richtungsweisend werden: Traditionsbewusstsein und Innovationsfreude sind bis heute die tragenden Säulen der musikalischen Welt des Wiener Konzerthauses, bilden seine künstlerische Identität. Die einzigartige Breite und Qualität des musikalischen Angebots begeistert Musikliebhaber aus aller Welt.

Das Wiener Konzerthaus verfügt heute nicht nur über ein äußerst umfangreiches, sondern auch besonders vielfältiges Programmangebot, das neben dem gesamten klassischen Bereich mit Orchester- und Chorkonzerten, konzertanten Opern, Kammermusik, Klavierund Liederabenden, Alter und zeitgenössischer Musik auch Kinderkonzerte sowie Literatur-, Jazz- und Volksmusikreihen umfasst.

Seit seiner Eröffnung vor 100 Jahren zählt das Wiener Konzerthaus zu den bedeutendsten Institutionen des internationalen Musiklebens. Gemeinsam mit Staatsoper und Musikverein bildet es jene prominente Trias, die den weltweiten Ruf Wiens als führende Musikmetropole begründet. Anlässlich der 100. Saison verlieh die Lichtkünstlerin Victoria Coeln dem Wiener Konzerthaus ein prächtiges Farbenkleid aus einer Lichtkomposition, ein sogenanntes Chromotop, welches nun jeden Abend für einen atemberaubenden Eindruck sorgt. Bereits seit 2007 verwandelt sie die Fassade in der Lothringer Straße in ein solches Lichtkunstwerk, das seither mehrfach verändert wurde.

Das Kunstwort Chromotop (χρομα chroma Farbe – τοπος topos Raum) definiert polychrome Lichträume. Victoria Coeln gestaltet ihre Chromotope on site mit handgeformten Filtern. In ihrer Arbeit interagieren die Farben als Schichtung von farbigen Lichtebenen übereinander – angelehnt an die klassischen Techniken der Ölmalerei. In Ölgemälden bilden sehr feine, transparente Lasuren hochwertiger Pigmente zarte und lichtdurchlässige Farbschichten, die für den Aufbau der dreidimensionalen Farb- und Bildtiefe des historischen Gemäldes charakteristisch sind – somit trifft durch diese Lichtschöpfung Tradition einmal mehr auf Moderne. „Farbe ist ein Geschenk des Lichts, ebenso wie Zeit. Beobachten wir Licht, bekommen wir Zeit geschenkt.“ (Victoria Coeln)





Nennwert: EUR 0,90
Ausgabetag: 11.5.2013
Markengröße: 50 x 31,8 mm
Grafikentwurf: David Gruber
Foto: Victoria Coeln
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH Offsetdruck
Auflage: 265.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
 
Brigitte Am: 04.05.2013 07:12:00 Gelesen: 262255# 319 @  
Sondermarke „100. Geburtstag Robert Jungk“

Robert Jungk, am 11. Mai 1913 geboren, wurde durch die Teilnahme an der deutschjüdischen Jugendbewegung politisch früh geprägt. Nach der Matura arbeitete er als Filmregie-Assistent und immatrikulierte an der Universität Berlin, Hauptfach Philosophie.

Die Gründung und Leitung diverser antifaschistischer Pressedienste in Prag, London und Paris sowie die illegale Mitarbeit bei mehreren Schweizer Periodika und beim „Observer“ in London waren wichtige Etappen seiner journalistischen Karriere, die ihn ab 1945 als Korrespondent der „Weltwoche“ in die USA führte. Als Berichterstatter einer Debatte über die Zukunft der US-Atomforschung in Washington fand Jungk zu seinem Lebensthema: der sozialen und demokratischen Gestaltung der Zukunft.

Nach der Gründung seines „Instituts für Zukunftsfragen“ 1964 folgten verschiedene Gastvorlesungen sowie die Ernennung zum Honorarprofessor für Zukunftsforschung an der TU Berlin. 1986 wurde in Salzburg die „Internationale Bibliothek für Zukunftsfragen“ als Stiftung Robert Jungks eröffnet, welche sich rasch zu einem renommierten Ort des interdisziplinären Diskurses entwickelte. Im selben Jahr erhielt Jungk den Alternativen Nobelpreis. 1989 wurde er Ehrenbürger der Stadt Salzburg und 1992 folgte die Auszeichnung mit dem Alternativen Büchnerpreis, ehe er als Kandidat für das Amt des österreichischen Bundespräsidenten einer großen Öffentlichkeit bekannt wurde. Am 14. Juli 1994 verstarb Robert Jungk nach längerer schwerer Krankheit.

„Betroffene zu Beteiligten machen“ – dieser Satz charakterisiert wie kaum ein anderer das transdisziplinäre Anliegen Jungks. Er fokussierte vier zentrale Themenfelder, denen er sich als Begründer einer sozialen und emanzipatorischen Zukunftsgestaltung besonders verpflichtet fühlte und für die er sich als Journalist, Sachbuchautor und überzeugender Redner unermüdlich engagierte:

1. Die Demokratisierung der Zukunft – nach dem Motto: Jeder ist gefragt, auf jeden kommt es an! „Die Zukunft ist zu wichtig, um den Interessen der Entscheidungsträger überlassen zu werden.“

2. Die Kontrolle von Wissenschaft, Technik und Macht: Die Risiken technologischer Allmachtsfantasien gefährden unsere Zukunft und haben die zunehmende Einschränkung individueller Selbstbestimmung zur Folge.

3. Der Einsatz für Gerechtigkeit und humane Lebensformen: Im Wissen um die Schönheit und Verletzlichkeit des Planeten Erde liegt es in unser aller Verantwortung, für gerechte und nachhaltige Formen des Miteinanders einzutreten.

4. Kreativität und Kunst als Seismografen des Kommenden: Mit Nachdruck warb Robert Jungk für die Wertschätzung und Förderung von Kreativität. Kunstschaffende sah er als „Revolutionäre, die die Gesellschaft mit dem vorläufig logisch noch nicht Erfassbaren“ konfrontieren können.





Nennwert: EUR 0,90
Ausgabetag: 13.5.2013
Markengröße: 42 x 32,25 mm
Grafikentwurf: Michael Rosenfeld
Foto: Lillian Birnbaum
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH Offsetdruck
Auflage: 250.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
 
Brigitte Am: 06.05.2013 07:02:00 Gelesen: 261985# 320 @  
Sondermarke „Franz West“

Franz West (1947 bis 2012) gilt als einer der erfolgreichsten österreichischen Vertreter der internationalen Kunstwelt; 2011 wurde er – nach mehreren anderen Auszeichnungen – auf der Biennale von Venedig mit dem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk geehrt. Die vorliegende Sondermarke zeigt den renommierten Künstler auf einem ausdrucksstarken Schwarz-Weiß-Foto, aufgenommen von der bekannten Fotografin Elfie Semotan.

Zur Person: Franz West lebte und arbeitete in Wien und machte sich vor allem im Bereich des dreidimensionalen Gestaltens einen großen Namen, aber auch Grafiken, Plakate und verschiedene andere Performances finden sich in seinem Schaffen. Nach dem Studium an der Wiener Akademie der bildenden Künste bei Bruno Gironcoli folgten in den Achtzigerjahren die ersten Ausstellungen, die Beschäftigung mit der Skulptur begann jedoch schon früher mit den so genannten „Passstücken“: freie, transportable, undefinierbare Formen aus Gips, Pappmaché oder Metall, die als Stützen, Prothesen oder Gewächse an den Körper angelegt werden konnten. Ab 1987 entstanden Sitzmöbel aller Art – verfremdet, ironisiert, aus Fertigteilen erzeugt oder mit Stoff bespannt. Auch die Möbelstücke der letzten Jahre thematisieren die Frage der Grenze zwischen Kunstobjekt und Gebrauchsgegenstand – ein stets für Diskussionen sorgender Begleiter der Bildenden Kunst seit dem frühen 20. Jahrhundert.

Von 1992 bis 1994 hatte West eine Professur an der Städelschule in Frankfurt am Main inne, darüber hinaus waren Werke des Künstlers 1992 auf der documenta IX und 1997 auf der documenta X in Kassel zu sehen. Franz Wests Werk war überaus partizipativ angelegt; er suchte stets den Dialog mit den Rezipienten und verstand seine Schöpfungen als Angebot zur Interaktion. Die jeweiligen Reaktionen auf sie begriff er dabei als notwendige, ja integrale Bestandteile jedes Werks, durch welche sich dessen Bedeutung immer wieder und unaufhörlich ändere.

„Die Kollaboration, der Austausch mit anderen Künstlern war für West eine Art Eigenblutdoping“, wie es ein Kunstkollege einmal so treffend formulierte, „es war, als hätte er sich dadurch selbst unentwegt erneuert.“ Neben den oben erwähnten „Passstücken“ erlangten auch seine anarchisch wuchernden, knallbunten, wurstartigen Skulpturen große Popularität. Weniger bekannt, aber umso signifikanter für Wests Arbeitsmethode sind die so genannten „Reflektoren“: kleine Objekte, die der Künstler bei Treffen mit Bekannten auf den Tisch legte und die das Gespräch in Gang bringen sollten. Auch hierin freilich offenbarte sich Wests Vorliebe für den ständigen Austausch von Gedanken und Erinnerungen.





Nennwert: EUR 0,70
Ausgabetag: 14.5.2013
Markengröße: 35 x 42 mm
Grafikentwurf: Michael Rosenfeld
Foto: Elfie Semotan
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH Offsetdruck
Auflage: 400.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
 
Brigitte Am: 08.05.2013 07:12:00 Gelesen: 261833# 321 @  
Serie „Weinregionen Österreichs“
Sondermarke „Südsteiermark“

Fortsetzung der Reihe „Weinregionen Österreichs“, der neue Wert thematisiert die beliebte und landschaftlich überaus reizvolle Südsteiermark. Das Motiv der Sondermarke zeigt, der Serie entsprechend, ein Weinglas, in dem ein typischer Weingarten mit einem so genannten „Klapotetz“ (einer weithin sicht- und hörbaren Vogelscheuche) sowie eine Traube und ein Blatt der hier häufig angebauten Rebsorte Sauvignon Blanc zu sehen ist.

Die wildromantische Gegend der Südsteiermark mit ihrem Bergweinbau an vielen steilen Hängen hat ein höchst eigenständiges Profil. Unter dem milden Einfluss des Mittelmeerklimas und durch die zahlreichen Sonnentage gedeiht eine Vielfalt von Rebsorten, deren Weine für ihre Fruchtigkeit und Frische besonders berühmt sind. Die Südsteiermark gilt als Heimat hervorragender Weißweine und begabter Winzer; im Herbst bereichern zudem Traubenmost, Sturm und gebratene Kastanien das Weinerlebnis auf außerordentlich charmante Weise.

Seit gut zehn Jahren ist in Österreich, ganz allgemein, ein regelrechter Wein-Boom zu erkennen – die steirischen Klassiker wie frisch-fruchtige Welschrieslinge, feinduftige Muskateller, knackige Weißburgunder, rassige Sauvignons und edle Morillons, wie der Chardonnay hier genannt wird, erfreuen sich dabei größter und zunehmend auch internationaler Beliebtheit. Hochreife Weißweine mit individuellem Terroir-Charakter und Barrique-Ausbau, bei denen die Winzer das qualitative Maximum aus den sonnenverwöhnten Steillagen ausschöpfen, liegen dabei voll im Trend des Trinkgenusses; zahlreiche Prämierungen bei renommierten Wettbewerben betonen überaus eindrucksvoll die Qualität der südsteirischen Weine. Die Weinbauregion mit einer Gesamtanbaufläche von etwa 2.200 Hektar reicht von der Gemeinde Spielfeld entlang der österreichisch-slowenischen Grenze bis nach Schloßberg bei Leutschach; die bekanntesten Weinorte sind Gamlitz, Ehrenhausen, Kitzeck, Spielfeld und Leutschach.

Die häufigste Rebsorte ist der oben erwähnte Sauvignon Blanc, dessen Anteil bei rund 19 Prozent liegt. Die Bodenqualitäten des südsteirischen Weinbaugebiets reichen von Schiefer und Sand über Mergel und Urgestein bis hin zu Kalk.

Die landschaftliche Schönheit der Südsteiermark, die vielerorts als „die Toskana Österreichs“ bezeichnet wird, findet in zahlreichen mehr oder weniger poesievollen Beschreibungen ihr Echo. Wie wäre es zum Beispiel mit dieser? „Als Weinbaugebiet verhält sich die Südsteiermark wie eine spröde Geliebte. Sie fordert Aufmerksamkeit, sie will umworben und erobert werden. Den Weinbauern verlangt sie Einsatz und Leidenschaft ab. Wer diesen Einsatz bringt, den belohnt sie mit kühlen, klaren Weinen.“





Nennwert: EUR 0,62
Ausgabetag: 24.5.2013
Markengröße: 31,8 x 50 mm
Entwurf: Österreichische Post AG Grafik / graphics: David Gruber
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. Offsetdruck
Auflage: 827.000 Marken in Kleinbögen zu 10 Stück
 
Brigitte Am: 10.05.2013 07:02:00 Gelesen: 261695# 322 @  
Sondermarke „700 Jahre Walser in Vorarlberg “

Die nachweislich erste Urkunde über die Besiedelung der Walser in Vorarlberg stammt aus dem Jahr 1313 und betrifft die Gemeinden Laterns und Damüls. Die Wanderung der Walser begann im Schweizer Kanton Wallis. Über die möglichen Gründe für die Auswanderung aus dem Wallis kann nur spekuliert werden: Überbevölkerung, Klimaveränderungen, Armut oder einfach die Lust am Abenteuer. Die Siedlungen der Walser in Vorarlberg, die ein Viertel der gesamten Landesfläche einnehmen, sind in ihrer Gesamtheit die am spätesten besiedelten Gebiete Vorarlbergs.

Walser besiedelten das Laternsertal, das Argental mit Damüls, das Große Walsertal, das Brandnertal, das Silbertal im Montafon, das obere Lechtal (Lech, Warth, Schröcken) – auch der Tannberg genannt – sowie das Kleinwalsertal. Weitere Walser Familien siedelten sich in anderen Orten des Montafons sowie in einigen Höhenlagen im Walgau und Rheintal an. Als einzige Walser Gemeinde in Tirol gilt Galtür.

Die Siedler erhielten an vielen Orten das „Walserrecht“ (Kolonistenrecht), das heißt die persönliche Freiheit, das Recht zur Bildung eigener Gerichtsgemeinden und das Recht der freien Erbleihe von Grund und Boden. Dies besagte, dass beim Tod eines Siedlers das Gut auf seine Erben überging. Das „Walserrecht“ wurde gegen einen mäßigen Zins und die Verpflichtung zum Kriegsdienst gewährt. Heute gibt es rund 150 Siedlungen mit ca. 40.000 Menschen, die über 300 km Luftlinie vom südwalserischen Gressoney in Italien bis zum ostwalserischen Kleinwalsertal in Vorarlberg verstreut liegen. Walsersiedlungen gibt es heute in der Schweiz, Italien, Liechtenstein, Tirol und Vorarlberg.

Im Jahr 2013 feiert die Vorarlberger Walservereinigung (VWV) „700 Jahre Walser in Vorarlberg, Tirol und Liechtenstein“. Zu diesem Anlass hat die Österreichische Post AG eine Sonderbriefmarke herausgegeben. Das Motiv zeigt den heiligen Theodul, den Schutzpatron der Walser. St. Theodul war im 6. Jahrhundert Bischof zu Sitten im Wallis, dessen Landespatron er heute ist. Nach einer Legende bekam der hl. Theodul vom Papst in Rom eine Glocke zum Geschenk. Unvermögend, durch menschliche Hilfe die Glocke fortzubringen, habe er den Teufel, den er aus einem Besessenen ausgetrieben hatte, gezwungen, das Geschenk über die Alpen nach Sitten im Wallis zu tragen.

Darum wird heute noch auf den Altären vieler walserischen Kirchen St. Theodul im bischöflichen Ornate dargestellt, wie er einen Teufel mit einer Glocke auf dem Kopf an der Seite hat oder ihn an einer Kette führt. Die Kirchenglocke zu Laterns in Vorarlberg ist der Sage nach ein Teil derjenigen, die der böse Geist dem heiligen Bischof nachtragen musste.





Nennwert: EUR 1,45
Ausgabetag: 29.5.2013
Markengröße: 32,25 x 42 mm
Entwurf: Tristan Fischer
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH
Kombinationsdruck, Offset-Stich (© Etch-Art by OeSD)
Auflage: 270.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
 

Das Thema hat 497 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12   13   14 15 16 17 18 19 20 oder alle Beiträge zeigen
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht