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Thema: (?) (542) Perfins - die Firmenlochungen
Das Thema hat 566 Beiträge:
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juni-1848 Am: 26.06.2013 20:17:57 Gelesen: 124139# 367 @  
@ Michael D [#366]

Ein Erklärungsversuch:

Den Beleg zieren Tagesstempel von Elberfeld (6.5.23 also aus der PP13: 1.3. bis 30.06.23).

Der Brief ging von Elberfeld nach Vohwinkel (heute beides Ortsteile von Wuppertal). Damals galt hier die Portohöhe für den Nachbarortsverkehr (= 40 Mark wie bei Ortsbriefen) - Fernbriefe kosteten 100 Mark Porto.

Der Vordruckbrief wurde offensichtlich von einer der Banktöchter des seit 1790 bestehenden Bankhauses J. Wichelhaus, P. Sohn A.G. mit Absenderstempel (...kasse) versehen und mit dem Ortsporto von 20 Mark (die Perfin-Marke) in der vorangehenden Portoperiode PP12 bis Ende Februar 1923 beklebt.

Als das Couvert dann endlich verwendet wurde, frankierte ein fleißiger Bankbediensteter nach - und übersah dabei die günstigere Nachbarortsgebühr.

Übrigens war im Jahre 1960 die Deutsche Bank zu 100 % am Kapital dieses Bankhauses beteiligt und hat das Traditionsunternehmen später geschluckt. Das Stammhaus ist im "Inventar ehemaliger Bauwerke in Wuppertal" gelistet und wurde um 1975 herum abgerissen.

In der Regel wurden immer ganze Markenbögen durchlocht. Dass es dabei wie bei Zähnungen oder Aufdrucken schon mal zu technischen Unregelmäßigkeiten kam, ist nicht auszuschließen.

Kann jemand eine größere Einheit von Marken zeigen, die nicht alle mit Firmenlochung versehen sind ?

Bis bald, Werner
 
Michael D Am: 26.06.2013 20:39:52 Gelesen: 124136# 368 @  
@ juni-1848 [#367]

Hallo Werner, danke für die umfassende Erläuterung.

Wo finde ich was über den Nachbarortstarif ?

Den Absenderstempel lese ich als "..ksac.." In der Durchsicht kann man auch "Drucksache" lesen.

Dann würde (ohne berücksichtigung Nachbarortstarif) tarifmässig eine Drucksache bis 250 Gramm passen.

Gruß
Michael
 
juni-1848 Am: 27.06.2013 17:46:18 Gelesen: 124008# 369 @  
@ Michael D [#368]

Oha ! Den überklebten Handstempel "Drucksache" hatte ich als irgendwas mit "...kasse" (z.B. Depositenkasse) interpretiert.

So ist die Erklärung allerdings trivial:

Vorfrankiert als Drucksache mit 20 Mark Firmenlochung (in der PP13). Dann nachfrankiert mit 80 Mark ungelocht für Fernbrief-Verwendung zu 100 Mark und dabei gleichzeitig "Drucksache" überklebt. Es waren halt gerade keine firmengelochten mehr zur Hand.

Über den "Nachbarortstarif" (Suche: Nachbarort* ) wird ausführlich in diesem Thread diskutiert: [http://www.philaseiten.de/thema/5498]

Viel Spaß bei der Lektüre. ;-)
 
Michael D Am: 27.06.2013 19:45:31 Gelesen: 123984# 370 @  
@ juni-1848 [#369]

Was mich an deiner Vorfrankierung-These etwas stört, ist die Tatsache, dass auch die Perfin-Marke den Drucksachen-Stempel schon teilweise verdeckt.

Eine bessere Theorie habe ich allerdings auch nicht.

Danke für den Link. Laut der dort zu findenden Auflistung gehörte Vohwinkel / Elberfeld nicht zu den Orten mit Ermässigung.

Gruß
Michael
 
rostigeschiene Am: 27.06.2013 20:45:07 Gelesen: 123972# 371 @  
Ich vermute das man einen, schon vorher als Drucksache vorbereiteten, Umschlag verwendet hat, weil man in jener Zeit auch mit Papier und Briefumschläge sparsam umging.

Die Erklärung meines Namenvetters, das zum Zeitpunkt, als die Briefmarken verklebt wurden, keine gelochten zur Hand waren ist für mich die wahrscheinlichste.

Werner
 
Manne Am: 28.06.2013 10:36:54 Gelesen: 123908# 372 @  
Hallo zusammen,

wieder etwas aus meinem Fundus, kann die jemand einordnen?

Gruß
Manne












 
rostigeschiene Am: 28.06.2013 14:11:39 Gelesen: 123871# 373 @  
@ Manne [#372]

Hallo Manfred,

zu den von Dir vorgestellten Briefmarken kann ich folgendes schreiben:

Die erste mit de Lochung KV ist vom Kameradschaft Verlagsges. in Berlin Rummelsburg, die Verwendung ist nur im Jahr 1926 bekannt.

Für die Lochung WMC sind zwei Verwender im Katalog angegeben, W. Michovius, Tuchhaus in Cottbus 1926-1934 und Weil, Marx & Co. Weisswarenfabr. in Frankfurt 1923-1937.

GJB wurde von der Firma Gebr. Jürgens in Braunschweig 1925-1934 gelocht.

Für die Lochung LLD kommen wieder zwei Firmen in Betracht, beide aus Dresden, C.Stephan, Chemisch-Pharm. Werke im Jahr 1930 und Leo-Werke, Chlorodont-Zahnpasta, zwischen 1924 und 1937.

Die Perforation GB kann man ohne einen Beleg nicht zuordnen weil 14 Firmen dieses Kürzel benutzten.

Die letzte, SD, ist der Firma F.A.Seiler, Schneider Bedarfsartikel aus Dessau zuzuordnen verwendet in den Jahren 1900-1938.

Werner
 
Manne Am: 28.06.2013 15:14:16 Gelesen: 123859# 374 @  
@ rostigeschiene [#373]

Hallo Werner,

vielen Dank für Deine ausführliche Beschreibung.

Gruß
Manne
 
Marcel Am: 15.07.2013 10:28:26 Gelesen: 121829# 375 @  
Habe hier 4 Briefe mit Firmenlochungen. Die Briefe sind zwar in keinem Topzustand, aber vielleicht für die Bestimmung der vorhandenen Lochungen entscheidend, da ich keine Unterlagen in dieser Richtung habe. Ich bin mir sicher das hier die Arge Lochungen mitliest - vielleicht ist ja etwas dabei, was noch nicht bekannt ist.









schöne Grüße
Marcel
 
heide1 Am: 15.07.2013 10:35:29 Gelesen: 121827# 376 @  
Moin,

hätte gerne Näheres über diese beiden Perfins (Lochungen) erfahren, wer kann dazu etwas sagen?

Gruß Jürgen


 
rostigeschiene Am: 15.07.2013 15:24:42 Gelesen: 121787# 377 @  
@ Marcel [#375]

Hallo Marcel,

zu den von Dir vorgestellten Lochungen kann ich folgendes schreiben.

Die erste, aus Meckenbeuren, ist bekannt als 1-HW-34, auch der Ort Meckenbeuren und einige Daten, 1910 bis 1912, haben schon vorgelegen, nur der Verwender, Hermann Wölfle, war unbekannt. Dank Deines Briefes kann diese Lochung nun zugeordnet werden.

Wenn Du nichts dagegen hast würde ich die Abbildungen diese Briefes kopieren und an unseren Schriftführer senden. Zur Aktualisierung des Kataloges.

Die anderen Drei sind bekannt und im registrieren Verwendungszeitraum.

1-FZ-6 Werdau F.Zschenderlein, Chem.Werke 1907 1944

1-HW-12 Leipzig Der Holzkäufer, Zeitschrift 1914 1920

1-GD-14 Heilbronn Gebr.Dittmar, Garten- u. Forstger 1908 1938

schöne Grüße

Werner
 
rostigeschiene Am: 15.07.2013 15:25:15 Gelesen: 121786# 378 @  
@ heide1 [#376]

Hallo Jürgen,

zu den von Dir vorgestellten Lochungen kann ich folgendes schreiben.

1-ES-29 E.Schering, Chemische Fabrik Berlin 1893 1935

1-R&C-12 Röhlig & Co. Spediteure Bremen 1897 1934

Beide sind bekannt und im registrieren Verwendungszeitraum.

schöne Grüße

Werner
 
heide1 Am: 15.07.2013 17:10:23 Gelesen: 121771# 379 @  
@ rostigeschiene [#378]

Moin Werner,

ich hätte es mir denken können, wer es sofort weis, vielen Dank!

Hast Du die unendliche Güte und gibst mir die fachlich richtige Bezeichnung dazu? Soll ja ein bisschen was her machen.

Gruß Jürgen
 
rostigeschiene Am: 15.07.2013 18:08:17 Gelesen: 121757# 380 @  
@ heide1 [#379]

Hallo Jürgen,

die korrekte Bezeichnung steht schon in meiner Antwort.

1-ES-29 und 1-R&C-12 sind die Registraturnummern im Katalog.
Zusätzlich werden dort noch die Höhe, die Anzahl der Löcher, der Verwender und der bekannte Verwendungszeitraum angegeben.

Soweit hast Du alle Informationen. "Ironie an" Die Anzahl der Löcher kannst Du bestimmt ohne Hilfe zählen. "Ironie aus."

Werner
 
Marcel Am: 16.07.2013 02:19:34 Gelesen: 121737# 381 @  
@ rostigeschiene [#377]

Hallo Werner,

selbstverständlich darfst Du den Brief kopieren und zur Aktualisierung des Kataloges nutzen.

schöne Grüße
Marcel
 
juni-1848 Am: 16.07.2013 10:06:09 Gelesen: 121708# 382 @  
Moin zusammen,



(Datenbank # 2868)

Die Accumulatoren-Fabrik AG aus Hagen in Westfalen durchlochte die 100.000 M Queroffset (Mi. 257), hier auf Brief vom 9.10.1923. Alle Marken mit Perfin "A.F."



Der rückseitige 10er-Block läßt erkennen, daß die Lochung wohl im Spaltenwechsel "normal" und "horizontal spiegelverkehrt" über den Bogen angeordnet war:



Wer kennt den Verwendungszeitraun dieser Lochung ?

Von der 100.000 M Queroffset (Mi. 257) habe ich bisher nur recht wenige Lochungen gesehen.

Gibt es zu dieser Marke eine Übersicht aller bekannten Lochungen ?

Bis die Tage, Werner
 
rostigeschiene Am: 16.07.2013 14:22:44 Gelesen: 121681# 383 @  
@ juni-1848 [#382]

Hallo Werner,

die Verwendung dieser Lochung, der Accumulatoren-Fabrik AG aus Hagen, ist in der Zeit 1900 bis 1924 nachgewiesen.

Mit Deiner These Der rückseitige 10er-Block läßt erkennen, daß die Lochung wohl im Spaltenwechsel "normal" und "horizontal spiegelverkehrt" über den Bogen angeordnet war liegst Du leider falsch.

Die Marken wurden nicht im Bogen perforiert sondern einzeln. Man hatte zur Arbeitserleichterung die Markenbogen gefaltet um mehrere gleichzeitig zu lochen.
Dadurch bedingt kommen gespiegelte und auch Kopf stehende sowie kopf stehende gespiegelte Lochungen vor.

Durch das Falten und die dadurch stärkere Papierdicke kommen auch nicht vollständig durchlochte Exemplare vor, weil die Perforationsnadeln nicht mehr richtig durch das Papier gelangten. Hier einmal ein Bild einer Lochungsmaschine.



Deiner zweite Frage, bezüglich einer Übersicht aller bekannten Lochungen der 100.000 M Queroffset, kann ich verneinen. Die Marken wurden, von den Firmen, in der Menge gelocht wie sie für das jeweiligen Porto benötigt wurden.

Viele Grüße
Werner
 
briefmarkenwirbler24 Am: 17.07.2013 10:38:05 Gelesen: 121593# 384 @  
Hallo Leute,

ich habe eine von Österreich eine äußerst späte Firmenlochung und zwar von der Michelnummer 1219 im Jahre 1966.

Kann mir jemand etwas dazu sagen?


 
juni-1848 Am: 17.07.2013 17:43:43 Gelesen: 121548# 385 @  
@ rostigeschiene [#383]

Besten Dank, lieber Werner,

für die ausführliche Erläuterung und das Zeigen eines "Perfin-Lochers"!

Mit Firmenochungen hatte ich mich bisher wenig beschäftigt. Mir sind nur die vielfältigen Richtungsvarianten (Kopfsteher, Spiegelungen etc.) bei den großformatigen Queroffset-Marken der Inflazeit aufgefallen. Wegen der Ausrichtung der Lochungen bei größeren Einheiten der normalformatigen Marken (Korbdeckel, Aufdrucke etc.) hatte ich vermutet, daß die händischen Lochungsmaschinen wenigstens die Größe eines Viertelbogens erfassten.

Mit Deinem Hinweis habe ich den in [#382] gezeigten Beleg unter die Lupe genommen und finde alles im Detail bestätigt. Mehr noch:

1a. Der Zehnerblock wurde vor dem Lochen mittig senkrecht gefaltet (Die Faltung ist noch zu erkennen).
1b. Die horizontal gespiegelten Lochungen der rechten Reihe wurden von der Gummiseite her ausgeführt und haben den gleichen Abstand zum Markenrand wie bei der linken Markenreihe, also zusammengefaltet gelocht.

2a. Die Abstände der horizontalen Lochungen von Marke zu Marke verraten, daß auch die beiden Fünferstreifen auf der Vorder- und Rückseite zusammenhingen und gefaltet gelocht wurden.
2b. Spektakulär die um 8 Grad geschrägte Lochung der beiden Marken in der Mitte der Fünferstreifen.
2c. Je ein Perfin-Loch in der Zähnung der oberen Marke der beiden Fünferstreifen verrät die vollständigen Reihen 9 und 10 eines Bogens - und tatsächlich verbirgt sich unter dem Stempel der beschädigten Marke des rückseitigen Zehnerblocks der Plattenfehler III (Beule am Fuß).

Offensichtlich wurde der Bogen senkrecht Reihe um Reihe zusammengefaltet und dann Marke für Marke durch den Locher geschoben und auf diese Weise mit jeweils einer Handbewegung zeilenweise gelocht.

Gelegentlich werde ich diesen Perforierungsvorgang an einigen gelochten Bogenteilen auf Großformat-Belegen verifizieren.

Nochmals vielen Dank für die Richtigstellungen und Erläuterungen,
Werner
 
rostigeschiene Am: 17.07.2013 18:08:06 Gelesen: 121539# 386 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#384]

Leider habe ich für die Lochungen aus Österreich keine Literatur.

Werner
 
heide1 Am: 18.07.2013 12:54:34 Gelesen: 121474# 387 @  
@ rostigeschiene [#380]

Moin Werner,

unter meinen 700 Stück Deutsches Reich 47 hier nun die letzte Lochung aus HAYINGEN. Ist hier nur ein Teil der Lochung zu sehen,

fragt Jürgen


 
rostigeschiene Am: 18.07.2013 14:00:21 Gelesen: 121465# 388 @  
@ heide1 [#387]

Moin Jürgen,

auch diese unvollständige Lochung habe ich gefunden, verwendet zwischen 1886 und 1916.

Als Verwender ist die Firma Les P.F.de Francois de Wendel, Hayingen, in meinen Unterlagen aufgeführt.

Die Katalogbezeichnung für diese Löcher 2-FW&-1

Hinter diesem Link findest Du einige interessante Fakten zu der Firma die für diese Lochung verantwortlich ist, oder besser war.

http://www.fhw-online.de/de/FHW-Auktion-103/?AID=95580&AKTIE=Les+Petits-Fils+de+Francois+de+Wendel+%26+Cie.+%28De+Wendel%92sche+Berg-+und+H%FCttenwerke%29

Viele Grüße
Werner
 
heide1 Am: 19.07.2013 06:30:11 Gelesen: 121419# 389 @  
@ rostigeschiene [#388]

Moin Werner,

kannst Du diese Lochung auch komplett zeigen, damit ich Unwissender sie mir richtig vorstellen kann?

Gruß Jürgen
 
Marcel Am: 19.07.2013 11:27:29 Gelesen: 121380# 390 @  
Hallo!

Habe gestern einen Umschlag geschenkt bekommen. Kann mir einer sagen, welche Firma oder Gesellschaft sich hinter der Lochung verbirgt? Leider ist es auf dem Umschlag nicht ersichtlich, aber ich weis das der Inhalt ein Pappkreuz mit Jesusbildnis beinhaltete. Dieses muß aber ursprünglich nicht drin gewesen sein. Derjenige wollte dieses Bild leider nicht mitgeben, denn hinten drauf stand ein Dankesschreiben für die erhaltene Spende vom Gemeindepfarrer aus Hanau - vielleicht bekomme ich es ja noch. Nun mach ich mir ´nen Kopf. Der Umschlag (mit rückseitiger Pappverstärkung) ist gelaufen am 15.04.1905 von Berlin nach Jena.



schöne Grüße
Marcel
 
rostigeschiene Am: 19.07.2013 13:16:38 Gelesen: 121371# 391 @  
@ heide1 [#389]

Moin Jürgen,

hier die Abbildung der Lochung für Unwissende.



Viele Grüße
Werner
 

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