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Thema: Deutsches Reich Inflationsbelege
Das Thema hat 5245 Beiträge:
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JohannesM Am: 30.11.2013 15:01:22 Gelesen: 705988# 2621 @  
@ muemmel [#633]

Hallo Harald,

wie werden diese Briefe mit 4-fach aufgewerteten Frankaturen eigentlich bewertet? Jetzt sag nicht "4-fach". :-)

Gruß Eckhard
 
juni-1848 Am: 30.11.2013 15:22:08 Gelesen: 705978# 2622 @  
@ inflamicha [#2615]

Gratuliere. Sehe ich zum ersten mal: "Erneutes Vorzeigen" auf Freistempel-Nachnahme!

Heute etwas Einfaches aus der PP 7 (1.1. bis 30.6.1922) für Motivfreunde (Lichtspiele, Kino):



(Datenbank # 4497)

Fernbrief (Porto 2 Mark) von Leipzig 7 nach Harburg (Elbe) vom 9.2.22 mit Germania-Frankatur: 2x 50 Pf (Mi. 146), 1 M (Mi. 150).

Rückseitig großformatige gezähnte, zweifarbige Vignette der Kasino-Lichtspiele in Leipzig, (Neumarkt Ecke Kupfergasse, Lichtspielhaus I.Ranges, Hochelegante, vornehme Einrichtung, Vorführung nur erstklassiger Neuheiten mit vorzüglicher Musikbegleitung, Mittwoch und Sonnabend Programmwechsel).

Der Brief wurde wie abgebildet geöffnet - auch die Rückseite ist vollständig ohne irgendeinen Abriß.

Sammlergrüße, Werner
 
inflamicha Am: 30.11.2013 20:51:44 Gelesen: 705682# 2623 @  
Hallo,

ich habe heute auch was Einfaches: Fernbrief Saalfeld-Stettin vom 24.8.1923. Ab diesem Tage stieg das Porto hierfür von 1.000 auf 20.000 Mark, der größte "Hopser" während der Inflation. Auch alle anderen Porti und Gebühren stiegen in etwa um das Zwanzigfache. Es wurden 10 Marken zu 400 und 16 Marken zu 1000 Mark verklebt.



Der rückseitige 16er-Block wurde mit einem Einzeiler entwertet.

Gruß Michael
 
juni-1848 Am: 30.11.2013 20:59:16 Gelesen: 705670# 2624 @  
@ JohannesM [#2621]

Moin Eckhard,

in welcher Belegekiste auch immer Haralds Nase gerade steckt, seine Antwort wird wohl so ausfallen:

Die 4-fach aufgewerteten Marken sind in dieser letzten Portoperiode der Inla-Zeit Standard. Die neue Währung stand vor der Tür, also wurden keine neuen Wertstufen mehr gedruckt. Es war hierbei unerheblich, ob ein Beleg am Schalter frankiert oder mit älteren nicht zum 4-fachen Wert erstandenen Marken frankiert aufgeliefert wurde. Seltener sind in dieser Portoperiode Frankaturen ohne 4-fach-Aufwertung.

Ein besonderer Wertzuschlag "a la Katalog" ist hier nicht zu nennen. Wie bei den meisten BELEGEN der Infla-Zeit bestimmen hier weniger Michel & Co als vielmehr die Sammlergemeinde selbst das Preisgeschehen.

In diesem Sinne wünsche ich Dir verhandlungsfreudige Käufe,
Werner
 
muemmel Am: 30.11.2013 22:21:36 Gelesen: 705587# 2625 @  
@ JohannesM [#2621]

Grüezi Eckhard,

in früheren Jahren gewährte Onkel Michel in seinem Briefekatalog für die Novemberbelege - also die 4fach aufgewerteten - einen Aufschlag von 5 Euro. Dieser ist aber in den Briefekatalogen der letzten Jahre ersatzlos gestrichen worden.

Meine ganz persönliche Meinung dazu ist wie folgt:

Belege mit 10 und 20 Milliarden-Marken verdienen keinen Aufschlag
solchen mit 5 Milliarden-Marken würde ich einen Aufschlag von 2 Euro bewilligen
Belege mit kleineren Wertstufen (500 Millionen, 1 und 2 Milliarden) könnten einen Aufschlag von 8-10 Euro vertragen
Belege mit noch kleineren Wertstufen sind Granaten und nur zu Liebhaberpreisen zu bekommen

Schönen Sonntag noch
Harald
 
muemmel Am: 30.11.2013 23:46:11 Gelesen: 705484# 2626 @  
Zu später Stunde noch eine Drucksache aus der Portoperiode 24 (12.–19.11.1923), die zu der Zeit 2 Milliarden Mark Porto kostete:



(Datenbank # 4084)

Gelaufen am 15.11.23 von Berlin nach Elbing und mit einem Postfreistempel 2000 versehen. Für die restlichen sechs Nullen reichte der Platz im Wertkasten einfach nicht aus und so reaktivierte man diesen Stempel aus früherer Zeit nochmals.

Einen spannenden Sonntag wünscht euch
der Harald
 
JohannesM Am: 01.12.2013 11:48:41 Gelesen: 704961# 2627 @  
@ juni-1848 [#2624]
@ muemmel [#2625]

Harald und Werner,

vielen Dank für die ausführlichen Informationen. Als Heimatsammler müßte man ja "Hans Dampf in allen Gassen" sein, aber so groß ist mein Gehirn nicht. Gut das es dieses Forum gibt. Natürlich habe ich nur einen Beleg mit einer ordinären 20-Mrd-Marke :-( - wenn es wenigstens Walzendruck wäre, aber nein.



Gruß Eckhard
 
inflamicha Am: 01.12.2013 18:59:15 Gelesen: 704653# 2628 @  
Guten Abend,

bevor es morgen mit Notentwertungen weitergeht zeige ich heute einen Nachzügler zu den Dezemberbelegen und einen Neuzugang.

Zunächst vom 12.12.1923 ein Fernbrief von Bleicherode nach Gotha. Hier war jemand der irrigen Meinung, dass die alten Inflationsmarken zum Kurs von 1 Mia = 1 Rentenpfennig aufgebraucht werden können. Die beiden 5 Mia-Marken auf dem Brief waren aber nur noch 1 Pf. wert. Es fehlten also 9 Pfennig. Bei der Nachportoberechnung wurde das Eineinhalbfache davon, also 13,5 Pf. genommen und die 3,5 auf volle 10 Pf. aufgerundet. So kostete der Brief den Empfänger 20 Rentenpfennig, genau so viel als wenn der Brief völlig unfrankiert gewesen wäre.



Den Neuzugang gab es bei den Gebührenzetteln: Postkarte von Rossla (Harz) nach Halberstadt vom 31.8.1923 mit einem Zettel der OPD Halle, das nötige Porto in Höhe von 8.000 Mark wurde bar verrechnet.



Gruß Michael
 
muemmel Am: 01.12.2013 23:03:35 Gelesen: 704514# 2629 @  
Guten Abend,

heute nun eine Streifbandsendung ins benachbarte Ausland aus der Portoperiode 24 (12.–19.11.1923):



(Datenbank # 4085)

Gelaufen am 15.11.23 von Pößneck nach Lausanne und tarifrichtig mit einem Postfreistempel 8 Milliarden Mark freigemacht.

Damit beende ich die Vorstellung der Belege mit Postfreistempeln, die ich aus Sindelfingen mitgebracht habe. Demnächst folgen dann wieder Belege mit Marken.

Einen guten Start in die neue Woche wünscht der
Harald
 
juni-1848 Am: 02.12.2013 18:50:25 Gelesen: 703666# 2630 @  
@ muemmel [#2610]

Klasse! Diese Wertstufe kann ich noch nicht belegen.

@ muemmel [#2618]

Da gibbet wohl ein "Kölner Nest". Mit dieser "Nullenkombination" auch noch nicht gesehen !

Übrigens war einer meiner "Rentner" in Sindelfingen - O-Ton: "Da waren immer zwei vor mir!" ;-) Jetzt weiß ich, wer ...

Und sein Mitbringsel:



Großformatige mehrmals gefaltete Drucksache "Verlag Adalbert Fischerm, Berlin Wilmersdorf, Telefon Pfalzburg 1406 ..." nach Hannover.

Freigemacht mit einem sehr frühen schwarzen Postfreistempel " BERLIN -WILMERSDORF \ 31 12 20 \ 10-11 V \ * 1 II " für die Inlands-Drucksache bis 50 g.

Mein erster aus Dezember 1920 - dem ersten Monat der schwarzen Freistempel.

Mich ließ "Telefon Pfalzburg 1406" kurz stutzen. Im Netz habe ich auf die Schnelle nichts gefunden. War Pfalzburh ein Stadtteil von Wilmersdorf oder ein Ortsteil aus dem "Milljöh" ?

Sammlergruß, Werner
 
muemmel Am: 02.12.2013 20:44:56 Gelesen: 703536# 2631 @  
@ juni-1848 [#2630]

Moin Werner,

trotz der vielen Falten ein schönes und nicht häufig anzutreffendes Teil, das aber hoffentlich noch in die Datenbank wandern wird.

Grüßle
Mümmel
 
muemmel Am: 02.12.2013 21:09:44 Gelesen: 703508# 2632 @  
Guten Abend an die Belegsammler,

wie versprochen, heute wieder mal ein Beleg mit Briefmarken:



(Datenbank # 4532)

Ein dienstlicher Brief der 2. Gewichtsstufe bis 100g, tarifrichtig mit 2,8 Millionen Mark frankiert. Gelaufen am 4.10.23 von Duderstadt nach Seulingen. Verklebt wurden die Dienstmarken D92 und D93.

Belege mit Dienstmarken von Oktober und November 1923 muss man schon ein wenig länger suchen.

Dezemberliche Grüße
Harald
 
inflamicha Am: 02.12.2013 21:22:27 Gelesen: 703492# 2633 @  
Guten Abend,

heute aus der PP 16 ein etwas größerer Einschreibbrief der 2. Gewichtsstufe bis 100 g von Gera nach Köln (also ins "Kölner Nest" s.o. ;-)) vom 28.8.1923, Porto 45.000 M (25.000 Fernbrief -100 g + 20.000 Einschreibgebühr).



Die Marken sind behelfsmäßig mit einer Art Rolle entwertet, der Tagesstempel nebengesetzt.

Gruß Michael
 
JoshSGD Am: 03.12.2013 11:20:43 Gelesen: 702892# 2634 @  
Werte Belegefreunde,

heute machen wir weiter mit einem Kettenhemd, allerdings in Mischfrankatur.

Wir sehen eine Fernpostkarte in das Ausland von Dresden nach Gablonz, Tschechoslowakei, portorichtige Frankatur von 2,75 Mark in MiF Mi.Nr. 191 und 104 a. (PP 8, 1.7. - 30.9.1922).



(Datenbank # 659)

Gruß
Josh
 
muemmel Am: 03.12.2013 16:50:46 Gelesen: 702644# 2635 @  
Salut,

aus der Portoperiode 19 (1.–9.10.1923) heute eine Fernpostkarte, die zu der Zeit 800.000 Mark Porto verschlang:



(Datenbank # 4530)

Gelaufen am 3.10.23 von Grimma nach Dresden und mit einer 302 frankiert.

Grüßle
Harald
 
drmoeller_neuss Am: 03.12.2013 17:33:19 Gelesen: 702580# 2636 @  
2 Millionen betrug das Porto am 02. Oktober 1923 für einen Fernbrief von Köln nach Frankfurt. Empfänger war die Russische Tee-Import Gesellschaft GmbH.


 
inflamicha Am: 03.12.2013 22:01:36 Gelesen: 702396# 2637 @  
Guten Abend,

"nur" 20.000 Mark kostete dieser Fernbrief von Offenbach nach Berlin vom 29.8.1923. Die Markenentwertung erfolgte durch einen stummen Stempel, während der Werbestempel "OFFENBACH (MAIN) KAISER-FRIEDRICH-QUELLE / DEUTSCHES EDELWASSER" nebengesetzt ist.



Gruß Michael
 
JoshSGD Am: 04.12.2013 12:58:00 Gelesen: 701824# 2638 @  
Was sind schon Pfennige, Tausend oder Millionen Mark, wenn man auch von Milliarden reden kann? Heute ein Beleg aus der PP 25 (20.11. - 25.11.23) von Berlin nach Halle/Saale in der 2.Gewichtsstufe (über 20g bis 100g). Portogerecht am Ersttag der PP 25 mit 28 Milliarden Mark frankiert, MeF Mi.Nr. 325 A P a, rückseitig eine Marke mit dem PF "Sprung im Korbdeckel.



Gruß
Josh

(Datenbank # 4539)
 
muemmel Am: 04.12.2013 18:23:54 Gelesen: 701607# 2639 @  
Na gut, dann mach ich mal weiter mit den Milliarden, und zwar mit einem Fernbrief aus der Portoperiode 26 (26.–30.11.1923), der Vierfachperiode:



(Datenbank # 4090)

Der Brief ging am 28.11.23 von Nordhorn nach Telgte auf die Reise. An Marken wurde angefangen von der MiNr. 268 (100.000 Mark) bis MiNr. 336 (10 Milliarden Mark) alles mögliche verklebt, was noch an Marken vorhanden war.

Viele bunte Grüße
Harald
 
inflamicha Am: 04.12.2013 20:55:53 Gelesen: 701490# 2640 @  
Guten Abend,

also schmeißen wir mit den hohen Beträgen rum: 20 Stück zu 200 Millionen kleben auf diesem Auslandsbrief von Remscheid nach Kopenhagen vom 8.11.1923 und decken das erforderliche Porto von 4 Milliarden Mark ab.



Die rückseitigen Marken wurden mit einem Formularstempel entwertet, Text "Betrag am ..... auf das Postscheckkonto / P.Sch.A. ...... Kto.Nr. ...... des Empfängers / überwiesen. Kontoauszug vom ..... / Giropostkarte Nr. ...... / Remscheid, ........ / Postamt I".

Gruß Michael
 
muemmel Am: 05.12.2013 17:15:18 Gelesen: 700822# 2641 @  
Salut,

aus der Portoperiode 23 (5.–11.11.1923) heute ein Ortsbrief der 2. Gewichtsstufe bis 100g:



(Datenbank # 4180)

Der Brief war innerhalb von Frankfurt am Main unterwegs und zwar am 6.11.23. Das Porto dafür betrug 600 Millionen Mark und wurde mit 60 Marken der MiNr. 318 AP realisiert.

Stürmische Grüße
Harald
 
inflamicha Am: 05.12.2013 21:17:04 Gelesen: 700724# 2642 @  
Guten Abend,

aus der PP 19 kommt dieser Ortsbrief aus Hamburg vom 5.10.1923, das Porto in Höhe von 800.000 Mark ist mit den verklebten 6 Marken zu 100.000 M und 4 Marken zu 50.000 M bezahlt.



Die vom Maschinenstempel nicht getroffenen Marken wurden mit geschmierter Stempelfarbe nachentwertet.

Gruß Michael
 
zockerpeppi Am: 06.12.2013 00:14:31 Gelesen: 700674# 2643 @  
Adresskappe Pfiffikus D.R.P. macht jeden gebrauchten Briefumschlag wieder verwendbar, spart Geld und Papier.

Dieser Umschlag wurde tatsächlich zweimal benutzt, gut hinsehen!



Finanzamt Ballenstedt an die Gemeindebehörde Badeborn, Stempel vom 18.11.22.

Portogerecht frankiert mit 32 Dienstmarken à 50 Pfg, Total 16 Mark

Gruß
Lulu
 
muemmel Am: 06.12.2013 19:03:32 Gelesen: 700320# 2644 @  
Guten Abend,

heute eine Fernpostkarte aus der Portoperiode 19 (1.–9.10.1923):



(Datenbank # 4473)

Gelaufen am 8.10.23 von Crailsheim nach Niederndorf und tarifrichtig frankiert mit Marken der 275a und 295.

Ein spannendes Wochenende wünscht euch
der Harald
 
inflamicha Am: 06.12.2013 20:34:33 Gelesen: 700250# 2645 @  
Guten Abend,

von mir gibt´s heute einen Brief von Hamburg nach Danzig, de facto Ausland. Bis zum 31.12.1923 galt allerdings der Inlandstarif in Höhe von 20.000 Mark für den Fernbrief der ersten Gewichtsstufe bis 20 Gramm.



Mit 10mal 300, 4mal 500 und 3mal 5000 Mark ist der Brief portogerecht frankiert. Die rückseitigen Marken sind mit dem bekannten Hamburger Grobsendungsstempel mit Datumszeile entwertet. Im August 1923 war dieser Gummistempel bereits stark abgenutzt und kaum noch lesbar.

Gruß Michael
 

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