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Thema: Deutsches Reich Inflationsbelege
Das Thema hat 5373 Beiträge:
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inflamicha Am: 11.01.2014 19:14:03 Gelesen: 730754# 2774 @  
Guten Abend,

ebenfalls ein Eilbrief wurde von der Reichsgetreidestelle Berlin am 2.6.1923 nach Magdeburg verschickt. In der PP 13 vom 1.3.-30.6.1923 kostete der Fernbrief 100 Mark, die Eilbestellgebühr in den Ortsbestellbezirk betrug 120 Mark.



Der Beleg ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert. Zunächst haben wir die amtliche (ich vermeide hier bewusst die in meinen Augen unsinnige Formulierung halbamtlich) Lochung der Marken mit "K G". Um herauszubekommen was diese 2 Buchstaben bedeuten muss man in die Zeit des I. Weltkrieges zurückgehen.

Zur staatlichen Zwangsbewirtschaftung der immer knapper werdenden Rohstoffe entstanden eine ganze Reihe an Leitungs- und Kontrollorganen, deren bekannteste wohl die Kriegsrohstoffabteilung gewesen ist. Um einige weitere Stellen zu nennen, seien hier nur die Reichsfuttermittelstelle, die Reichskartoffelstelle, die Reichsbekleidungsstelle und die Reichsbranntweinstelle genannt.

Am 1.11.1914 wurde die Kriegsgetreidegesellschaft gebildet, aus der am 28.6.1915 die Reichsgetreidestelle wurde. Das heißt die Lochungsvorrichtung der Kriegs -Getreidegesellschaft wurde einfach weiterverwendet. Durch die schlechte wirtschaftliche Lage in der Nachkriegszeit, hohe Reparationsleistungen an die Siegermächte und die zunehmende Inflation waren staatliche Lenkungs- und Kontrollgremien weiterhin erforderlich, man denke hier z.B. an die Devisenkontrolle, die deutliche Spuren auf den entsprechenden Postsendungen hinterlassen haben.

Der zweite Aspekt ist der Stempelabdruck der Custos-Portokontrolle. Die römische III im Stempel ist eine Reaktion auf die wachsende Inflation. Da die Stempel nicht verstellbar waren, sind frühere Versionen mit Wertstufen in Pfennig und Mark nicht mehr verwendbar gewesen bzw. wurden entweder mehrfach abgedruckt oder sozusagen "umgewidmet". Beispielsweise stand der 3 Mark-Stempel für die Fernpostkarte, der 6-Mark-Stempel für den Fernbrief, obwohl die tatsächlichen Porti inzwischen viel höher waren. Letzteres kann als Vorstufe der römischen Zahlen gelten, da auch hier die jeweilige römische Ziffer für eine Portostufe galt. Die "III" auf dem Beleg hier dürfte für den Eil-Fernbrief stehen. Endete eine Portoperiode, mussten die Zählerstände abgelesen und abgerechnet werden, für die neue Portoperiode wurde der Gegenwert der Stempel neu definiert.

Auf der Rückseite schließlich findet sich der Kleinschriftstempel "MAGDEBURG Telegraphenamt".

So, genug gequasselt. Schönen Sonntag und freundliche Sammlergrüße.

Michael
 
juni-1848 Am: 11.01.2014 19:41:49 Gelesen: 730729# 2775 @  
@ inflamicha [#2774]

Zeitgeschichte pur - und sehr schön aufgedröselte Erklärung insbesondere zu den Kontrollorganen jener Zeit.


Heute eine einfache Postkarte zur Dokumentation damalig umständlicher Proceduren im Zahlungsverkehr:



(Datenbank # 4663)

Aus der PP 2 (1.8.1916 - 30.9.1918) stammt dieser Vordruck einer "Empfangsbestätgung für eine Postanweisung" (als Postkarte) ab Czersk nach Berlin vom 8.9.1916, portorichtig frankiert mit Germania 7,5 Pf.

Das Formular "Empfangsbestätgung für eine Postanweisung" ist zumeist aus Bayern bekannt. Deshalb wird es hier gezeigt, obwohl es stark vergilbt und an den Rändern "unruhig" ist sowie einen schweren Mittelbug hat.

Dieser Formularvorfdruck "Empfangsbestätgung für eine Postanweisung" wurde teils von der Post zur Verwendung ausgegeben.

Rückseitig erkennen wir das Datum 28.8.16, den Ort des Empfangs, den Wert (15 Mark) der Postanweisung und die den Empfang bestätigende Unterschrift des Empfängers, der die Karte am 8.9.16 an den Aufgeber American Express in Berlin retournierte. Erst am 25.9.16 stempelte der Empfänger den Eingang und wusste, dass sein Geld gut in Czersk angekommen war.

Wichtig bei diesem Zahlungsverkehr war, dass der Geldbetrag beim Empfänger eingegangen ist. Dies galt es zu bestätigen. Einen Nachweis über die Absendung einer Bestätigung des Erhalts eines Postanweisungsbetrages hätte man zwar beibringen können, aber nicht müssen. Bei dem Erhalt des Anweisungsbetrages war dieser ja zu quittieren und von daher allein hatte man "amtlich" einen Nachweis, der seinerzeit mindestens 2 Jahre aufgehoben, also auch nachweisbar war. Ohne die Empfangsbestätigung hätte der Zahlende nicht den Empfänger der Überweisung sondern die auszahlende Stelle befragt, wo der Betrag geblieben war. Letztere hätte über den im Annahme- und Auszahlungsregister als erhalten und quittiert erkannten Betrag eine Bestätigung an die Aufgabepost zurück gesendet.

Mit zunehmender "Automatisierung" entfielen diese umständlichen und zeitraubenden Proceduren - etwa bei "Warenlieferung erfolgt nach Zahlungseingang".

Der Ort CZERSK genoß schon kurz nach seiner Gründung ab 1386 bis 1772 "Stadtrechte". Die 1827 eröffnete "Handels"-Straße Berlin – Königsberg und die ab 1873 in Betrieb genommene OSTBAHN-Linie führten zu einem starken wirtschaftlichen Aufschwung mit deutlicher Zunahme der Einwohnerzahl. Auf Grundlage des Versailler Vertrages wurde Czersk 1920 polnisch und zählte schon weit über 6.000 Einwohner. 1926 bekam Czersk wieder "Stadtrechte". Zwischen 1939 und 1945 war die Stadt von der Wehrmacht besetzt und wurde 1942 in HEIDERODE umbenannt. Nach dem 2. Weltkrieges wurde sie wieder polnisch.

Mit Sammlergruß, Werner
 
BD Am: 12.01.2014 11:58:11 Gelesen: 730380# 2776 @  
Hallo,

Paket in die Schweiz vom 6.1.1921
da bis 5 kg Weltpostvereinstarif pro Land 0,5 Goldfranken bei 2 Ländern = 1 Goldfranken
Umrechnung am 6.1.1921 1 Goldfranken = 8 Mark.

Beste Grüße Bernd




 
juni-1848 Am: 12.01.2014 13:57:50 Gelesen: 730329# 2777 @  
@ BD [#2776]

Wie auf dieser, so finden wir auch auf anderen Paketkarten hie und da Stempel oder handschriftlich ein großes "R", "Revision", "revidiert", "revise" etc.

Was genau ist eine "Revision" und wie lief sie seinerzeit bei Paketkarten des Deutschen Reichs ab ?

Vielen Dank, Werner
 
BD Am: 12.01.2014 17:27:16 Gelesen: 730209# 2778 @  
Hallo Werner,

eine schwierige Frage. Revidiert oder Reverse für "Überprüft" wurde weder bei der Reichspost oder beim Zoll in Deutschland verwendet. In der Schweiz wurde der Stempel aber auf einigen Paketkarten abgeschlagen. Ob es um die Zuleitung zum Zoll oder um die vollzogene Zollüberprüfung ging, ist mir unbekannt.

Anbei eine Paketkarte, über die man viel schreiben könnte. Aber in Hinsicht Zoll hat sie einen interessanten Nebenstempel. Neben dem bekannten Zollgebührenstempel vom Postzoll Basel datiert 29.6.23 vorderseitig, befindet sich auf der Rückseite ein Stempel Zollrevision datiert 28.6.23. Also Vortag der Zollgebührenfestsetzung. Das könnte bedeuten, die Karte mit Paket ist beim Zoll angekommen oder das Paket wurde schon am am 28. überprüft.

Alles Mutmaßungen, einfach gesagt, ich weiss es nicht. Leider kann ich deine Frage nach dem R nicht beantworten.

Beste Grüße Bernd




 
Gernesammler Am: 12.01.2014 17:40:21 Gelesen: 730202# 2779 @  
Hallo Inflafreunde,

Postkarte aus der Portoperiode 15 (1.8.1923 - 23.8.1923) im Fernverkehr von Iserlohn nach Hagen, Porto waren 400 Mark die Postkarte ist somit portogerecht frankiert worden. Abgestempelt wurde mit Bahnpoststempel Letmathe - Unna Zug 1334. Zur Frankatur wurde eine Mi.Nr.250 verwendet.

Gruß Rainer


 
philast Am: 12.01.2014 18:04:40 Gelesen: 730193# 2780 @  
@ BD [#2778]

Hallo,

dein Beleg ist noch in einer weiteren Hinsicht was besonderes. Es handelt sich hier um eine Teilbarfranktur. Siehe rechter Rand.

6650Mk in Marken und 29000 Mk Bar frankiert macht die ausgewiesenen 35650 Mk Gesamtgebühr. Laut dem Inflationsbriefe Buch von G. Kobold sind Teilbarfrankturen auf Auslandspaketkarten recht selten. Mal ganz davon abgesehen, daß der Einnahmenachweisstempel von Marburg im Nawrocki noch nicht registriert war.

Mit freundlichen Grüßen
philast
 
juni-1848 Am: 12.01.2014 19:19:31 Gelesen: 730145# 2781 @  
@ BD [#2778]

Danke Bernd,

für den Versuch einer Antwort. Ich hatte schon geahnt, dass die "Revision" (seinerzeit) nichts mit der Reichspost zu tun hatte. Entsprechende Bearbeitungsvermerke sind mir bisher auch nur auf Paketkarten in die Schweiz und auf einer "durch die Schweiz" nach Italien aufgefallen.

Ich habe flüchtig meinen Bestand an Bund-Paketkarten durchgeblättert und fand auch hier "Revision" auf Karten in die Schweiz (bis ca. 1972, Heinemann).

Vielleicht kann ein alter schweizer Kontakt weiterhelfen. Erhalte ich positive Antwort, poste ich sie hier.

Schönen Sonntag noch, Werner
 
juni-1848 Am: 12.01.2014 19:43:39 Gelesen: 730124# 2782 @  
Und natürlich werde ich auch heute noch einen aus der Datenbank beisteuern. Aus der PP 23 (5.11. bis 11.11.1923):



(Datenbank # 4599)

Fernbrief (1 Mrd) ab Baden-Baden vom 7.11.23 per Eilboten (2 Mrd) nach Frankfurt am Main, portorichtig frankiert mit 15x Mi. 323 AP (200 Mio).

Die Rückseite des Briefes wurde mit Originalbriefpapier restauriert, um dem Stechuhr-Stempel einen würdigeren Rahmen zu geben.

Dieser Zweizeiler "TAF-RH 2 \ NOV 8 7-02 V. 1923" dokumentiert die beschleunigte Weiterleitung durch die nur für den internen Gebrauch genutzte Rohrpost in Frankfurt.

Zu Mittag "12-1 V" des gleichen Tages erreichte der Brief das Postamt 9 und wurde dann vom Boten "45" abgetragen.



Wünsche allen noch einen gemächlichen Hobby-Abend,
Werner
 
inflamicha Am: 12.01.2014 20:16:20 Gelesen: 730102# 2783 @  
@ juni-1848 [#2782]

Guten Abend,

auch nicht alltäglich Werner, schönes Stück.

Mit dieser farbenfrohen Buntfrankatur geht es in die neue Woche:



Fernbrief vom 21.9.1923 (PP 18) aus Ehingen an der Donau nach (Berlin-) Charlottenburg, dass Porto von 250 Tausend Mark wurde mit 5, 20 und 3mal 75 Tausend Mark aus der 1. und 2. Berliner Ausgabe zusammengestückelt.

Gruß Michael
 
juni-1848 Am: 13.01.2014 15:38:08 Gelesen: 729463# 2784 @  
@ muemmel [#2769]

Nabend Werner, von den 100-Tausendern haste doch mittlerweile so viele, dass die beiden keine große Lücke darstellen dürften. :-)

In der Tat!

Ein Riesencouvert - zu groß für Scanner und "Riesenalbum" übersät mit der leuchtenden Pracht der 100000-Queroffset - und es war um mich geschehen. Einige der 257er hatte ich in diesem Thema schon gezeigt (alle zu finden in der Datenbank mit der Volltextsuche "Interne Nr. 257").

Also in den nächsten Monaten vorrangig Mi. 257!

Ich beginne mit Mischfrankaturen mit jeweils nur einer einzigen Mi. 257,
heute eine "getarnte Einzelfrankatur" aus der PP 17 (1.9. bis 19.9.1923):



(Datenbank # 4608)

Von: Frankfurt (Main) 1
Nach: Basel (Schweiz)
Belegdatum: 17.09.1923
Versandart: Postkarte
Verkehrsart: Ausland
Gewichtsstufe: ---
Porto: 120.000,- Mark
Porto und Gebühren: 120.000,- Mark

Foto-Ansichtskarte (St. Georgsbrunnnen) von Rothenburg (Tauber) ab Frankfurt (Main) nach Basel ohne Ankunftsstempel. Frankiert wurde mit einer 100.000 Mark Queroffset (Mi. 257) in farbübersättigtem Druck.

Die Entwertung erfolgte mit rotem Oval-Steg-Stempel mit Bogen unten "FRANKFURT \ (MAIN) 1 \ * 17.9.23.11-12V \ Gebühr bezahlt" als Einnahmenachweis ( Teilbar-Frankatur) mit handschriftl. Ergänzung "20" durch violetten Kopierstift.

Ausnahmsweise entzückt hier " rote Schrift auf rotem Grund" das Auge des Betrachters!

Und es handelt sich bei genauerem Hinsehen um eine geschichtsträchtige JUDAIKA-Karte:

Der Empfänger der Karte war der jüdische Maschinenbau-Ingenieur Max Bloch. Er arbeitete bis zu seinem Unfalltod im Jahre 1926 in der 1911 gegründeten Patentverwertungsgesellschaft "Motorkultur AG" in Basel. Das Unternehmen unter Führung der Erfinder Konrad von Meyenburg (geboren in Dresden) und August Grunder hatte selbst nie die Absicht, ihre Maschinen auch zu bauen. Zweck des Unternehmens war einzig die optimale Vermarktung der Meyenburg-Erfindungen, insbes. der Patente für landwirtsch. Maschinen mit rotierenden elastischen Bodenbearbeitungswerkzeugen. Mit den erworbenen Patentrechten bauten die Siemens-Schuckert-Werke GmbH (in Siemensstadt bei Berlin), Allis -Chalmers (USA), SIMAR (Schweiz) und SOMUA (Frankreich) die Meyenburg-Traktoren und -Maschinen.

1912 heiratete Max Bloch die 20-jährige Jüdin Suzanne Weil-Olff, die gerade ihre Matura mit besten Noten bestanden hatte. Nachdem ihre 3 Söhne das Haus verlassen und akademische Laufbahnen eingeschlagen hatten, wurde die schon 44-jährige Suzanne Bloch nach noch nicht einmal 5 Studienjahren unter dem führenden Schweizer Zoologen Adolf Portmann mit summa cum laude promoviert. Nach 44 Forscherjahren verstarb die für die schweizerische Gynäkologie und Zoologie sowie für die internationale Säugetier-Embryologie zu Ehren gekommene Privatgelehrte im Alter von 90 Jahren.

Und morgen geht's weiter.

Sammlergruß, Werner
 
muemmel Am: 13.01.2014 21:19:32 Gelesen: 729268# 2785 @  
Guten Abend,

aus der Portoperiode 19 (1.–9.10.1923) heute eine Ortspostkarte:



(Datenbank # 4645)

Gelaufen am Letzttag der Portoperiode von Dresden nach Klotzsche, das zwar erst 1930 nach Dresden eingemeindet worden ist, aber es galt für die benachbarten Städte Ortstarif. Zur Frankatur wurde eine 297 verwendet.

Schöne Grüße
Harald
 
inflamicha Am: 13.01.2014 21:40:19 Gelesen: 729251# 2786 @  
Guten Abend,

von mir gibt es heute noch einen Beleg mit Custos-Portokontroll-Stempeln: Eingeschriebener Fernbrief von der Kohlenhandelsgesellschaft "Teutoburgia" Ibbenbühren in Westfalen nach Osnabrück vom 27.10.22 (PP 9) mit einer schönen Mehrfachfrankatur der Mi-Nr. 115 e. 6 Mark Porto für den Fernbrief und 4 Mark Einschreibgebühr ergeben die verklebten 10 Mark Gesamtporto.



Für diesen Betrag gab es offensichtlich kein Custos-Stempelgerät. Deshalb wurden die 10 Mark aus 3mal 3-Mark und 2mal 50 Pfennig-Stempelabdrucken zusammengestoppelt.

Gruß Michael
 
Gernesammler Am: 14.01.2014 19:59:37 Gelesen: 728824# 2787 @  
Hallo Inflafreunde,

Brief in der 1.Gewichtsstufe bis 20 Gramm aus der Portoperiode 24 (12.11. - 19.11.1923) vom 15.11.1923 innerhalb von Berlin versendet, der Brief wurde mit einer Mi.Nr.327 BP verklebt und ist somit portogerecht.

Die Marke hat als kleines Schmankerl ein Korbdeckelbruch in der Haupttype.

Gruß Rainer


 
inflamicha Am: 14.01.2014 22:09:38 Gelesen: 728786# 2788 @  
Guten Abend,

vorm Schlafengehen schnell noch was einfaches: Fernbrief vom 3.2.1923 (PP 12) von (Berlin-) Charlottenburg nach Leipzig, das erforderliche Porto (50 Mark) wurde mit 5 Exemplaren der 10 Mark Schnitter erbracht.



Und damit gute Nacht!

Michael
 
juni-1848 Am: 15.01.2014 00:30:36 Gelesen: 728729# 2789 @  
Moin moin,

heute die nächste Mischfrankatur mit einem Exemplar der Mi. 257 und einer zusätzlichen Marke, wiederum aus der PP 17 (1.9. bis 19.9.1923):



(Datenbank # 4616)

Auslandspostkarte (120.000 M) vom Verlag des Vereines Deutscher Ingenieure ab Berlin SW 19 vom 13.9.23 an die Zentralschweizerischen Kraftwerke in Luzern.
Frankiert wurde portorichtig mit Mi. 257 (100 Tsd Queroffset) und Mi. 280 (20 Tsd Aufdruck auf 12 M), farblich runder Eindruck durch eine rote Mischfrankatur und zusätzlichem roten Firmen-Eingangsstempel.

Beide Marken tragen die diagonale Firmenlochung (Perfin) "V.d.J.".
Durch die diagonale Stanzung ist beim Trennen oben ein Teil der Aufdruck-Marke verloren gegangen (kein wertmindernder Mangel).

Entwertet wurden die Marken durch zweimaligen Durchlauf der Halbstempel-Maschine mit dem Werbeeinsatz "FRANKFURTER \ MESSE \ 23.-29.SEPT.1923"

Historisches, Quelle u.a. [http://de.wikipedia.org/wiki/Verein_Deutscher_Ingenieure ]:

Die Wurzeln des VDI (Verein Deutscher Ingenieure) führen zurück auf das Jahr 1846 im Königlichen Gewerbeinstitut Berlin. Im gleichen Jahr wurde in Berlin die Studentenverbindung der Akademische Verein HÜTTE e.V. gegründet.

Der VDI wurde am 12. Mai 1856 in Alexisbad (Harz) durch Mitglieder des Akademischen Vereins Hütte e.V. Berlin anlässlich eines Ausfluges zu seinem 10. Stiftungsfest gegründet. 1857 wurde erstmals die Zeitschrift des Vereins Deutscher Ingenieure veröffentlicht. Im gleichen Jahr erschien das erste "Hütte - Des Ingenieurs Taschenbuch" des Akad. Vereins Hütte e.V.

1866 initiierte der VDI die Gründung von Dampfkesselüberwachungsvereinen als Vorläufer der heutigen Technischen Überwachungsvereine (TÜV).

Das erste deutsche Patentgesetz von 1877 wurde maßgeblich durch Vorarbeiten des VDI beeinflusst.

Am 21. Dezember 1896 veröffentlichter der VDI einen Aufruf, welcher Ferdinand Graf von Zeppelins Pläne, ein Starrluftschiff zu konstruieren, protegierte.[4]
Die jahrzehntelangen Versuche des VDI, die Ingenieurwissenschaften als wissenschaftliche Disziplin zu etablieren, waren erfolgreich. Die Technischen Hochschulen erhielten im Jahr 1899 das Promotionsrecht (Dr.-Ing.), gleichzeitig wurde der akademische Grad Diplom-Ingenieur etabliert.

Die VDI-Hauptversammlung 1903 in München gab den Anstoß zur Gründung des Deutschen Museums durch Oskar von Miller.

1917 war der VDI Mitbegründer des Deutschen Normenausschusses (heute DIN).
1921 erschienen erstmals die "VDI Nachrichten".

1923 wurde der VDI Verlag gegründet und der oben gezeigte Beleg stammt aus diesem ersten Jahr des Bestehens.

Sammlergruß, Werner
 
muemmel Am: 15.01.2014 20:29:58 Gelesen: 728245# 2790 @  
Guten Abend,

aus der Portoperiode 5 (6.5.1920–31.3.1921) hier ein einfacher Fernbrief aus der Sammlung von unserer Forumlerin diva:



(Datenbank # 4662)

Da es sich um einen Brief von der Technischen Hochschule Hannover an die Technische Universität Clausthal handelt, wurden die 40 Pf. Porto mit zwei Dienstmarken D91a realisiert.

Clausthal und Zellerfeld wurden erst 1924 zu Clausthal-Zellerfeld vereinigt, wobei die Technische Universität Clausthal jedoch bis heute ihren Namen behalten hat.

Scherzhaft als Universität mit nur den Jahreszeiten Frühling, Herbst und Winter bezeichnet.

Schöne Grüße
Harald
 
inflamicha Am: 15.01.2014 22:05:23 Gelesen: 728206# 2791 @  
Guten Abend,

vom 22.11.1923 (PP 25) stammt dieser Fernbrief von Celle nach Crossen an der Mulde, das Porto betrug 20 Mrd. Mark.



Der Brief ist portogerecht frankiert mit 2mal Mi-Nr. 336 APa.

Gruß Michael
 
Stephan Sanetra Am: 16.01.2014 15:08:05 Gelesen: 727875# 2792 @  
@ muemmel [#2790]

Hallo Harald,

man sagt auch, es wäre die Uni mit zwei Wintersemestern im Jahr.

Beste Grüße
Stephan
 
muemmel Am: 16.01.2014 18:26:04 Gelesen: 727773# 2793 @  
@ Roedsand [#2792]

Servus Stephan,

stimmt, das mit den zwei Wintersemestern hatte ich auch schon mal gehört, aber irgendwann wohl vergessen.

Grüßle
Harald
 
inflamicha Am: 16.01.2014 21:59:03 Gelesen: 727659# 2794 @  
Guten Abend,

vom 8.10.1923 (PP 19) stammt diese Postkarte aus Plau, gesandt an den Kreistierarzt in Parchim. Die Fernpostkarte kostete 800.000 Mark.



790.000 Mark in Dienstmarken wurden überlappt (als sog. Treppenfrankatur) aufgeklebt, da auf der Karte nur wenig Platz zum Frankieren war. Offensichtlich waren keine Dienstmarken mit kleineren Nennwerten vorhanden, die fehlenden 10.000 Mark wurden jedenfalls in normalen Freimarken frankiert, ebenfalls überlappt.

Gruß Michael
 
juni-1848 Am: 16.01.2014 22:47:39 Gelesen: 727629# 2795 @  
Moin zusammen,

heute die nächste Mischfrankatur der 100.000-Queroffset - wiederum aus der PP 17 (1.9. bis 19.9.23):



(Datenbank # 4614)

Ansichtskarte "Fernsicht auf die Weser vom Badener Berg bei Achim" wurde am 12.9.1923 als Auslandskarte (120 Tsd Mark) ab "Bremen \ * 5 r" nach Küssnacht (ohne Ankunftsstempel) versendet.

Es wurde portorichtig frankiert mit Mi. 257 (100.000 Mark Queroffset) und 2x Mi. 262 (10.000 Mark Kölner Dom).

Der Scan offenbart gnadenlos die mit bloßem Auge kaum sichtbaren Stockpunkte an einigen Markenzähnen.

Sammlergruß, Werner
 
muemmel Am: 16.01.2014 23:45:06 Gelesen: 727602# 2796 @  
@ juni-1848 [#2795]

Moin Werner,

dann schieb ich doch gleich mal ne weitere Mischfrankatur mit der 257 hinterher:



(Datenbank # 4644)

Auslandsbrief bis 20g von Offenbach nach Zürich, gelaufen am 9.10.23 (Letzttag der Portoperiode 19). Zur Frankatur wurden 257, 287a, 300 und 306 verwendet. Vorderseitig Werbestempel von Offenbach, restliche Marken mit Grobsendungsstempel entwertet.

Grüßle
Harald
 
muemmel Am: 17.01.2014 17:55:35 Gelesen: 727078# 2797 @  
Guten Abend,

aus dem Bestand unseres Forummitglieds diva hier eine Drucksache aus der Portoperiode 7 (1.1.–30.6.1922):


(Datenbank # 4660)

Sicher kein außergewöhnlicher Beleg, der mit einer Marke der 183 tarifrichtig frankiert ist und am 25.4.22 von Hamburg nach Hamm unterwegs war.

Nun ließen mich die unten stehenden eingerahmten Worte Kaliklora und Lovan nicht ruhen. Nach einiger Sucherei wurde ich dann auf einer österreichischen Seite [1] fündig. Kalklora war demnach ein Zahnpasta der Fa. Queisser & Co und Lovan muss auch irgend ein medizinisches Produkt gewesen sein, zu dem ich aber nicht sonderlich viel gefunden habe.

Einen hübschen Start in ein spannendes Wochende
Harald

[1] http://www.genuin.at/alte_reklame/produktgruppen/koerperpflege/mund_zahnpflege/kaliklora.html
 
heide1 Am: 17.01.2014 18:39:23 Gelesen: 727056# 2798 @  
@ muemmel [#2797]

Wir bieten Ihnen die Medizin Lovan mit Wirkstoff Fluoxetine. Wir bieten auch andere Medikamente mit Wirkstoff Fluoxetine von einem anderen Hersteller. All diese Medikamente werden für die gleichen Indikationen der Ärzte als Lovan verwendet und pharmazeutischen Analoga dieser Medizin.

Prodep 10 (Fluoxetine 10mg), analog Lovan, 30 pills.

Gruß Jürgen
 

Das Thema hat 5373 Beiträge:
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