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Thema: (?) (369)(377) Zensurpostbelege
Das Thema hat 377 Beiträge:
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saintex Am: 21.01.2014 21:12:32 Gelesen: 79084# 328 @  
@ Victoria8749 [#327]

Hallo Volker,

jetzt von zu Hause aus einige weitere Informationen.

Bei dem roten Prüfstempel der Auslandsprüfstelle Köln (ABP Köln) handelt es sich nach meiner Ansicht um den Stempeltyp CP3.3.1 nach Landsmann [1] bzw. C-5 c) nach Riemer [2], der nach Landsmann für den Zeitraum 10.41-8.42 nachgewiesen ist. Nach Landsmann wertet dieser Stempeltyp mit ca. 2-3 Euro, da er häufig vorkommt.

Wenn das Aufgabedatum im belgischen Poststempel tatsächlich nicht lesbar ist hätte ich danach bei einem Preis von 10.50 US$ plus Porto "Probleme", da ich auch sonstige "Besonderheiten" des Zensurbeleges nicht erkennen kann. Im Hinblick auf den Wiederverkaufswert sollte bei gängigem Material nach meiner Ansicht nur erstklassige Qualität in die Sammlung aufgenommen werden. Dazu gehört für mich, dass die Poststempel deutlich lesbar sind. Nach den von Dir gezeigten (kleinen) Abbildungen gehört der abgebildete Zensurbeleg nach meiner Ansicht nicht dazu.

Aber möglicherweise kann ein Zensurexperte hier noch Besonderheiten erkennen, die den Preis rechtfertigen und die mir entgangen sind.

saintex

Literatur

[1] Horst Landsmann, Die Zensur von Zivilpost in Deutschland im 2. Weltkrieg, Gröbenzell 2008 Seite 102
[2] Karl-Heinz Riemer, Die Überwachung des Auslandsbriefverkehrs während des 2. Weltkrieges durch deutsche Dienststellen, Düsseldorf 1979 Seite 50
 
zensurpost Am: 21.01.2014 21:22:50 Gelesen: 79079# 329 @  
@ saintex [#328]

Alles korrekt beschrieben.

@ Victoria8749 [#322]

Wie von saintex bereits angegeben 2 bis 3 Euro Katalog"wert" nach Landsmann; den Brief würde ich aber in der Erhaltung nicht einmal für einen Euro aus 'ner Grabbelkiste mitnehmen - absolute Zensur-Massenware.

Beste Grüße
Hans-Georg
 
Victoria8749 Am: 21.01.2014 21:40:55 Gelesen: 79068# 330 @  
@ zensurpost [#329]

Hallo Hans-Georg und saintex,

vielen Dank für die Ausführungen, werde dann die Finger davon lassen.

Viele Grüße Volker
 
DL8AAM Am: 03.02.2014 14:28:16 Gelesen: 78236# 331 @  
In der yahoogroups-Mailingliste "[meterstampsociety]" wurde am Wochenende ein sehr interessanter Stempel gezeigt:



Zensur einmal anders herum, d.h. "Zensurstempel" über eine nicht durchgeführte Zensur. ;-)

" VA DOC NEITHER CENSORED NOR INSPECTED THIS ITEM AND ASSUMES NO RESPONSIBILITY FOR ITS CONTENTS"

Der Text heisst grob übersetzt, dass die Gefängnisbehörde, hier die "VA DOC" (Commonwealth of Virginia - Department of Corrections), den Brief weder zensiert, noch den Inhalt kontrolliert hat und deshalb auch keine Gewähr bzw. Verantwortung über/für den Inhalt übernimmt.

Genutzt wurde deren Absenderfreistempelgerät "02 1W 0001377881" der Connect+ Serie (="1W") von Pitney Bowes - auf den Portowert 0,00 gestellt - mit Slogan-Kundenklischee.

Werden eigentlich in Deutschland "Gefängnisbriefe" kontrolliert bzw. entsprechend gekennzeichnet?

Gruß
Thomas
 
reichswolf Am: 03.02.2014 14:53:20 Gelesen: 78230# 332 @  
@ DL8AAM [#331]

Ein Verwandter von mir hat gesessen. Briefe an oder von ihm wurden wohl kontrolliert (ich weiß aber nicht, wie genau und ob z.B. alles gelesen wurde), aber es gab keinerlei Vermerke auf den Umschlägen oder dem Briefen selbst. Das war in beide Richtungen so.

LG,
Christoph
 
Sennahoj Am: 22.02.2014 18:26:49 Gelesen: 76795# 333 @  
Hallo zusammen,

ich habe hier einen Beleg (1946) von Wien nach Berlin. Links sind zwei Zensurstempel zu finden: Der lilane scheint von der Zensurstelle der Alliierten in Wien zu sein. Was hat es mit der Zahl "407" im Stempel auf sich oder mit dem Vermerk "W." (es gibt ja auch den selben Stempel mit dem Vermerk "W.N.")? Der rote Stempel scheint von der Amerikanischen Zensurstelle in Berlin zu sein. Einige Infos zu diesem Stempel (der einem Bandstempel ähnelt) wären auch nicht schlecht.

LG Sennahoj


 
sammler-ralph Am: 12.03.2014 08:41:19 Gelesen: 75644# 334 @  
Ein wenig Postgeschichtlicher Hintergrund zum Zensurstempel:

Die Regierungsgewalt für die westlichen Zonen Deutschlands lag ursprünglich beim obersten Hauptquartier, Alliierte Einsatzwaffe (SHAEF, Supreme Head­quarters Alliied Expidionary Force), dessen Heeresführer der Amerikaner Dwight D. Eisenhower war. Die westlichen Alliierten hatten sich rechtzeitig auf die Übernahme der Regie­rungsgewalt vorbereitet, indem sie die sogenannten Schubladengesetze vorbe­reitet hatten. Auch in der amerikanischen Besatzungszone bildete so das Gesetz Nr. 76 der Militärregierung Deutschland dann die Grundlage für den Postverkehr. Dieses Gesetz untersagte zunächst jeglichen Postverkehr und kündigte für seine Wiederaufnahme Zensurmaßnahmen an:

Gesetz Nr. 76 Artikel III Zensur

8. Jeder durch die Post beförderte Schriftwechsel, alle auf die­sem Wege beförderten privaten Schriftstücke und Urkunden so­wie alle Mitteilungen mittels Fernsprecher, Fernschreiber, Tele­graf und Funkdienst müssen nach Wiederaufnahme des ent­sprechenden Dienstes die Zensurbestimmungen der Militärre­gierung beachten und dürfen nur auf dem behördlich zugelasse­nen Wege übermittelt werden. Mitteilungen, private Schriftstücke und Urkunden im Besitz von Zivilpersonen sind ebenfalls der Zensur unterworfen.

9. Die bei Inkrafttreten dieses Gesetzes gültigen Bestimmungen sind die "ZENSURBESTIMMUNGEN FÜR DIE ZIVILBEVÖLKE­RUNG IN DEUTSCHLAND UNTER DER HERRSCHAFT DER MILI­TÄRREGIERUNG". Abschriften dieser Bestimmungen werden, so­weit wie möglich, in jedem Postamt ausliegen und im Amtsblatt der Militärregierung veröffentlicht. Diese Bestimmungen können von Zeit zu Zeit ergänzt oder abgeändert werden.

10. Die Beamten und Angestellten der Reichspost haben alle zweckdienlichen Schritte zu unternehmen, um eine vollständige Einhaltung der Zensurbestimmungen zu gewährleisten und eine Umgehung der Zensur zu verhindern.

Als sich das Ende von SHAEF abzeichnete, richteten sich die Amerikaner eine eigene Zensurorganisation ein. Zu diesem Zweck wurde die Civil Censorship Division (CCD) gegründet. Diese Organisation bestand aus zwei Arten von Brief­prüfstellen: principal stations (Hauptprüfstellen)sowie field stations (Außenstellen der Hauptprüfstellen. Anfangs waren 3 principal stations im Einsatz:

Group A in München (Dienstbeginn 18.06.45, zuständig für den Eastern Military District)
Group B in Offenbach (Dienstbeginn 01.07.45, zuständig für den Western Military District)
Group C in Berlin (Dienstbeginn 10.09.45, zuständig für den amerikanischen Sektor von Berlin)

Die Zensurstelle Offenbach zog später nach Frankfurt/Main um und wurde dort auch als Group F geführt.

Am 01.10.45 erfolgte die Trennung von Truppenführung der U.S. Army und der Militärregierung. Analog wurde auch die Zensur-Organisation angepasst:

CCD Group A in München: Diese Zensurstelle war für Bayern zuständig. Ihr war eine field station in Nürnberg zugeordnet, welche am 27.08.46 nach Kulmbach umzog und dort als Group D geführt wurde.
CCD Group B in Frankfurt/Main, die für Hessen zuständig war.
CCD Group C in Berlin, deren Zuständigkeitsbereich der amerikanische Sektor von Berlin war.
CCD Group E mit Sitz in Esslingen. die Zensurstelle gehörte erst als Detachment E zur CCD Group B und wurde am 23.11.45 in Group E umbe­nannt. Die Stelle war für den amerikanisch besetzten Teil von Württemberg und Baden zuständig. Ihr war eine field station in Karlsruhe zugeordnet.
CCD Group ? in Bremen. Diese Zensurstelle bestand nur vom Herbst 1945 bis zum Frühjahr 1946.

Die Zensurstellen Esslingen und Kulmbach wurden im April 1947 geschlossen, ihre Aufgaben gingen auf die Zensurstelle Offenbach über. Diese wurde am 18.08.47 geschlossen. Am 15.10.47 wurden die Zensurbestimmungen in der amerikanischen und in der britischen Besatzungszone aufgehoben. In den Jahren 1948 bis 1950 erfolgten lediglich noch Devisenkontrollen.

[Redaktionell aus dem Thema "Alliierte Besetzung SBZ: Schöne Belege" kopiert]
 
Mondorff Am: 12.03.2014 18:07:55 Gelesen: 75598# 335 @  
Etwas aus der deutschen Besetzung Belgiens 1914-18



Nicht ideal erhaltene Päckchen-Ausschnitte, frankiert mit gelochten Marken (R). Ein Beleg mit Tagesstempel OUGREE vom13.8.1918 und Zensurstempeln von Lüttich und Trier nach Rumelange in Luxemburg. Das Datum des anderen Belegs ist nicht zu entziffern.

Ist der rechteckige einzeilige Rahmenstempel GEPR. LÜTTICH etwas Besonderes ?

fragt
DiDi
 
dr.vision Am: 12.03.2014 19:50:47 Gelesen: 75582# 336 @  
@ Mondorff [#335]

Hallo DiDi,

zur Information: Die Lochung R wurde von der Firma Société Anonyme d'Ougrée-Marihaye verwendet, einer Eisen und Stahl verarbeitenden Firma in der Provinz Lüttich. [1]

Zu dem Rahmenstempel kann man sagen, dass er nicht so häufig vorkommt, aber trotzdem nicht rar ist.

[1] http://en.wikipedia.org/wiki/Ougr%C3%A9e-Marihaye

Grüße von der Ostsee
Ralf
 
Altmerker Am: 12.03.2014 20:16:17 Gelesen: 75576# 337 @  
@ Sennahoj [#333]

Hast Du die gleiche Stempelnummer mit W. und W.N.? Würde mich wundern. W. wäre Wien, W.N. Wiener Neustadt.

Für Auslandspost gab es eine alliierte Briefkontrollstelle in Wien, die ihre Tätigkeit mit den Stempeln „Österreichische Zensurstelle Briefzensur“ dokumentierte.

Haben beide Belege auf der Rückseite den Verschlussstempel 35x14 mm?

Gruß
Uwe
 
Mondorff Am: 12.03.2014 22:41:07 Gelesen: 75551# 338 @  
@ dr.vision [#336]

Meinen Dank Ralf, für die Klärung der Lochung.

Hier noch ein Zensurbeleg Spanien - Luxemburg mit Zensurstempel und Verschluss-Streifen Valencia.



Der eigentliche Absender war Freiwilliger der Internationalen Brigaden im spanischen Bürgerkrieg und später Minister in Luxemburg.

Schönen Gruß
DiDi
 
dr.vision Am: 21.03.2014 13:01:26 Gelesen: 75117# 339 @  
Moin zusammen,

hier mal ein Beleg, der, soweit ich mir vorstellen kann, nicht so häufig vorkommt, oder doch? Meine Interpretation ist, dass die Karte am 1.Februar 1904 von Nürnberg 2 B?? abgestempelt worden ist. Die Destination war Mailand. Von der Zensurstelle (wo?) wurde die Karte mittig gefaltet, flächig zusammengeklebt und dann mit einem Siegel (an der jetzt Längsseite) und weiteren Klebestreifen (an den jetzt kurzen Seiten) verschlossen. Ich habe mal beide Seiten gescannt und sie dann am PC zusammengesetzt. Die Karte trägt den Stempel REFUSÉ. Dementsprechend wurde sie handschriftlich mit Nurnberg beschriftet, zurück geschickt und war laut Ankunftsstempel am 27. Februar zurück im Postamt Nürnberg 2 BZ.



Kann mir vielleicht jemand mehr zu den noch abgeschlagenen Stempeln sagen? Das Nachporto wurde mit 10 angesetzt, aber 15 Centesimi wurden verklebt? Was bedeutet der senkrecht durch den Vornamen abgeschlagene Stempel? War diese Vorgehensweise (falten und zusammenkleben)der Standard? Natürlich würde mich auch eine Werteinschätzung sehr freuen.

Vielen Dank erstmal und Grüße von der Ostsee.
Ralf
 
wuerttemberger Am: 21.03.2014 15:25:45 Gelesen: 75092# 340 @  
@ dr.vision [#339]

Postkarte aus Nürnberg 2 Bhf nach Mailand nur mit 5 Pfennig frankiert. Von der bayerischen Postverwaltung als unterfrankiert erkannt mit "T" versehen und mit 6¼ Goldcentimen austaxiert. In Mailand in 15 Centesime umgerechnet und mit Portomarken beklebt. Empfänger verweigerte die Annahme. Deswegen der italienische Stempel "RIFIUTO" und dann noch der Stempel in der Weltpostvereinssprache "REFUSE". Zurückgeschickt nach Nürnberg und dort von der Portocontrolle mit 10 Pfennig Nachgebühr belegt. Warum?

Wo siehst Du da eine Zensur?

Gruß

wuerttemberger
 
dr.vision Am: 21.03.2014 17:54:45 Gelesen: 75059# 341 @  
@ wuerttemberger [#340]

Hallo Wuerttemberger,

herzlichen Dank für die schnelle Erklärung. Da die Karte, wie ich schon geschrieben habe, mittig gefaltet und vollflächig verklebt worden ist, dachte ich da an Zensur. Zumal die Klebung mit einem markenähnlichen (mit Zähnung) Siegel-Papier zusätzlich gesichert wurde. Aber jetzt bin ich schlauer. Danke nochmal.

Grüße von der Ostsee
Ralf
 
JimWentzell Am: 13.04.2014 04:25:29 Gelesen: 73687# 342 @  


Einen Beleg aus den USA nach VAMDRUP (Dänemark) aus der Ersten Weltkriegszeit - leider ist die Maschinenentwertung zu weit oben. Dadurch wurde die Marke irgendwie zusätzlich entwertet.
 
DL8AAM Am: 22.05.2014 14:03:09 Gelesen: 71714# 343 @  
Nur eine Linkinfo:

Ein recht interessanter, aber leider nur kurzer, Abriß zum Thema amerikanische Inlandszensur im Rahmen des Manhattan Projects aus dem WWII findet sich aktuell im "Linn's Stamp News Newsletter": "John M. Hotchner: Censored domestic mail and the secret Manhattan Project" [1].



Gruß
Thomas

[1] : http://linns.com/news/us-stamps/498/Censored-domestic-mail-and-the-secret-Manhattan-Project
 
Sachsendreier53 Am: 28.05.2014 09:06:12 Gelesen: 71383# 344 @  
@ Postgeschichte [#259]

Wie von Manfred erklärt (oben, zur 2.Karte), handelt es sich bei folgender Ganzsache P 110 auch um einen blauen Zensurstempel aus METZ.



Man beachte auch den interessanten Text der M. Salomon aus BUNZLAU vom 6.6.1917, zum Thema Schuhe.

mit Sammlergruß,
Claus
 
DL8AAM Am: 04.06.2014 18:48:05 Gelesen: 70970# 345 @  
Und schon wieder ein recht interessanter Abriß aus dem "Linn's Stamp News Newsletter". Nicht wirklich passgenau in den Bereich "Zensurpost", aber doch nah verwandt und in Ermangelung tippe ich die Linkinfo mal in dieses Thema:

Ken Lawrence: " Covering the World: South Africa’s Angola involvement" [1]



Es geht in der Belegbesprechung um einen "Feldpost"-Privatbrief aus Südafrika an einem Angehören des seinerzeit (Januar 1976) in Angola stationierten "Johannesburg Infantry Regiment" der südafrikanischen Armee. Das wirklich Interessante daran ist der rückseitig angebrachte Handstempel " Destroy After Reading", d.h. "Brief nach dem Lesen vernichten!", dem zum Glück nicht Folge geleistet wurde (war es doch ein Brief seiner Mutter). ;-)

Gruß
Thomas

[1] : http://linns.com/news/international-stamps/541/Covering-the-World-South-Africaand#8217s-Angola-involvement
 
Wim Ehlers Am: 11.06.2014 20:36:02 Gelesen: 70315# 346 @  
Zu diesem Thema kann ich einen Brief zeigen, der am 03.06.1947 von Aalesund in Norwegen nach Freising in Bayern geschickt wurde. Zensurstempel aus München sind gut zu erkennen.



Auch hier gilt: Mein Scanner spinnt, denn der braune Streifen befindet sich nicht auf dem Beleg.

Beste Grüße
Wim
 
hajo22 Am: 12.06.2014 00:10:26 Gelesen: 70276# 347 @  
@ eurowelter [#346]

Der Brief wurde von den Engländern zensiert (siehe Zensur-Stempel mit Krone), der rote (amerikanische) München-Zensur-Maschinenstempel ist lediglich ein "Durchlauf"-Zensur-Stempel. Bedeutet: Lag der Zensurstelle vor, wurde aber nicht geprüft/geöffnet.

Und so "ward" das Postgeheimnis in der amerikanischen Zone in diesem Fall gehütet.

Schönen Abend.
Jochen
 
reichswolf Am: 18.06.2014 01:19:32 Gelesen: 69876# 348 @  
@ reichswolf [#248]

Noch zwei Beispiele für die Zensur von Post nach Belgien möchte ich heute zeigen. Zunächst eine Ansichtskarte aus Dänemark, die laut handschriftlichem Vermerk als Drucksache gelaufen ist (für Dänemark habe ich keine Portotabellen, ich habe daher die Portorichtigkeit nicht überprüft). Frankiert wurde die Karte mit einer MiNr. 77 und einem waagerechten Paar der MiNr. 78, welche jeweils mit dem Stempel ODENSE ○ JB.P.E. ○ am 05.09.1915 entwertet wurden. In Aachen lief die Karte dann durch die Zensur. Davon zeugt der violette Stempel Auslandsstelle Aachen * Frei- gegeben. Am Zielort Antwerpen kam dann noch der kleine Einkreisstempel 216 auf die Karte, ein Zustellerstempel.



Als nächstes dann ein Brief aus dem böhmischen Gablonz (heute tschechisch: Jablonec nad Nisou) nach Brüssel vom 05.05.1916. Frankiert wurde mit einer MiNr. 147, welche mit dem Bahnpoststempel TANNWALD - REICHENBERG 129 [1] entwertet wurde. Eine erste Zensur erfuhr der Brief ziemlich bald, wie der rote Stempel Überprüft K.u.K. Briefzensur Reichenberg zeigt. Die nächste Zensur in Aachen wurde mit dem gleichen Stempel wie oben dokumentiert, dazu kam noch der kleine violette Stempel 30. Der Brief wurde mittels Verschlußzettel Kaiserliches Postamt Aachen 1 verschlossen. In Brüssel bekam dann auch der Brief einen Zustellerstempel, die 272.



Wie immer, falls jemand etwas ergänzen kann, immer her mit allen Infos. ;-)

LG,
Christoph

[1] siehe dazu: http://de.wikipedia.org/wiki/Reichenberg-Gablonz-Tannwalder_Eisenbahn
 
Marcel Am: 30.07.2014 21:55:09 Gelesen: 65812# 349 @  
Hier eine Karte aus Belgrad (Serbien) vom 04.10.1941 nach Weißenfels in Sachsen-Anhalt geprüft durch das Oberkommando der Wehrmacht.



schöne Grüße
Marcel
 
Concordia CA Am: 21.08.2014 18:13:01 Gelesen: 63830# 350 @  
Aus der Klingenstadt Solingen in die dänische Hauptstadt Kopenhagen lief dieser Geschäftsbrief.

Der Absenderfreistempel weist das Datum 27.04.1944 auf. Bei der Post aufgeliefert wurde der Brief einen Tag später, wie der beigefügte Tagesstempel Solingen 1 b vom 28.04.1944 dokumentiert.

Die Auslandsbriefprüfstelle Hamburg, Kennbuchstabe f im Stempel auf der Verschlußbanderole, bearbeitete den Brief vor der Weiterleitung nach Dänemark. Sie hinterlies dabei weitere Prüfstempel und -vermerke.



Etwa makaber kommt mir der Werbespruch der Fa. Zwilling im AFS vor: "ZWILLINGS STAHLWAREN gibt es nach dem Krieg wieder in jeder Menge". Sehnte man sich den Endsieg oder das Ende des Krieges herbei, um seinen Kunden wieder alles liefern zu können?

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
rostigeschiene Am: 05.10.2014 15:01:33 Gelesen: 61171# 351 @  
Kennt jemand diesen Zensurstempel?

Aufgegeben wurde diese Postkarte in Bisperode, also in der britischen Besatzungszone am 25.7.46.

Obwohl die Briten die Postzensur bis in die 50iger Jahre betrieben ist hier kein Zensurvermerk der Briten zu finden. Doch ganz ohne Zensur ging es wohl doch nicht. Der Zensurstempel in französischer Sprache belegt das.



In die Lager gesandte Post wurde vor der Aushändigung an die Gefangenen zensiert.

Ich denke ein schönes Beispiel.

Gruß Werner
 
Manne Am: 05.10.2014 15:50:55 Gelesen: 61153# 352 @  
Hallo,

hier eine Karte aus Griechenland und Holland nach Schwenningen.

Gruß
Manne




 

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