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Thema: (?) (91) Heimatsammlung Mosigkau - Kleiner Vorort von Dessau
Das Thema hat 97 Beiträge:
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Magdeburger Am: 01.05.2014 10:44:08 Gelesen: 14326# 1 @  
Liebe Sammelfreunde

mein Hauptsammelgebiet ist zwar Magdeburg, da vor allem Paketbegleitungen, aber aus irgendeinen Grund habe ich mich Ende letzten Jahres dazu entschlossen, auch Belege aus Mosigkau, bzw. Dessau-Mosigkau zusammen zu tragen. Wie aus letzter Angabe zu entnehmen, ist Mosigkau heute ein Vorort von Dessau. Es ist vorallem ländlich geprägt, also Firmen mehr oder minder Fehlanzeige.

Hier mal ein paar Links zum Ort:

http://de.wikipedia.org/wiki/Mosigkau
http://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Mosigkau

Ich suche also weitere Informationen, auch Belege von und Mosigkau. Auch Ideen zum Aufbau einer sinnvollen Sammlung.

Wer kann mir hierzu helfen?

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bekaerr Am: 01.05.2014 15:56:43 Gelesen: 14289# 2 @  
@ Magdeburger [#1]

Hallo Ulf,

vielleicht hilft Dir das weiter:

Laut Günter Hass (Deutsche Postorte 1490-1920) erhielt Mosigkau im Jahr 1885 eine Postagentur. Da Herr Hass bis zum Jahr 1920 keine Veränderung angibt, ist anzunehmen, dass die Postagentur mindestens bis 1920 ununterbrochen bestanden hat. Offensichtlich gab es auch keine Änderung in der Klassifizierung (z. B. in ein Postamt III. Klasse).

In Müllers Orstbuch von 1927 heißt es:

"Mosigkau, Dorf, 1450 Einwohner, Post und Telegraphenstation, Eisenbahnstation mit Personen-, vollem Gepäck- aber beschränktem Güterverkehr, Kreis Dessau"

Ich wünsche Dir viel Erfolg, vielleicht kannst Du hier über die Entwicklung Deiner Sanmmlung berichten?

Beste Grüße,
Bernd
 
Magdeburger Am: 01.05.2014 16:20:04 Gelesen: 14284# 3 @  
@ bekaerr [#2]

Hallo Bernd,

die Angaben helfen mir schon einmal weiter. Eine Poststelle gab es bis vor kurzem hier. Ich werde die "Inhaber" entsprechend anschreiben, um noch mehr Infos zu bekommen.

Mosigkau hat auch einen Heimatverein und diesen hatte ich leider ohne Erfolg versucht per Mail zu kontaktieren. Gerade habe ich es schriftlich gemacht und hoffe.

Eine Karte vom 17.08.1967 nach Leipzig habe ich mittlerweile schon. Das Schloss als Motiv paßt genauso.



Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 02.05.2014 16:21:41 Gelesen: 14229# 4 @  
Liebe Sammelfreunde,

ich zeige mal eine Postkarte, welche von Heimatverein herausgegeben wurde. Ich habe die zum 11.12.2013 laufen lassen. Allerdings gab es zu dieser Zeit kein Postamt mehr in Mosigkau. Das nächstgelegene befindet sich im sogenannten Junkerspark, was ca. 2 km entfernt ist und auch dort aufgegeben wurde.



Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 03.05.2014 16:46:21 Gelesen: 14187# 5 @  
Liebe Sammelfreunde,

heute habe ich einen Briefumschlag, welcher am 11.12.1954 nach Magdeburg gesendet wurde, erhalten. Vielleicht kann mir jemand sagen, um was für eine Marke es sich handelt und wie der Tarif damals war. Danke.



Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Altmerker Am: 03.05.2014 18:25:45 Gelesen: 14165# 6 @  
@ Magdeburger [#5]

Die 5-Jahrplan-Dauerserienmarke passte gut für diesen interessanten Doppelbrief. Philatelistisch ein schöner Bedarf, Stempel etwas mau. Aber spannend ist, was drin war. Der Fernstudent sandte nämlich seine Hausaufgaben in Mathe an die Hochschule. Muss für über 20 Gramm ein ziemlicher Packen gewesen sein :-) Das C 1 könnte ein Verteilvermerk an der Schule gewesen sein, vielleicht Sektion Chemie. Ich denke, das ist nichts Postalisches.
 
Magdeburger Am: 03.05.2014 19:05:23 Gelesen: 14153# 7 @  
@ Altmerker [#6]

Recht herzlichen Dank für die Antwort.

Ich bin schon einmal froh, überhaupt etwas von diesem Ort zu finden. Sicherlich wäre ich glücklicher, wenn ein deutlich lesbarer Stempel vorhanden wäre.

Also wer was findet, mir eine Info geben!

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 18.05.2014 15:52:19 Gelesen: 14075# 8 @  
Liebe Sammelfreunde,

hier ein Foto, was in der Nähe des höchsten Punkts zwischen Kochstedt und Mosigkau aufgenommen wurden. Gut zu erkennen ist die Kirche.



Der höchste Punkt ist heute ein Sportplatz, wenig in Richtung Mosigkau befindet sich der Zoberberg, welche schon früher von Slawen besiedelt wurde.

Mosigkau wird erstmal in den Akenschen Schöffenbüchern erwähnt. Aus dem Jahre 1272 existiert folgender übersetzter Eintrag:

"Johannes von Mosecowe überläßt seinem Werbe Berthe 30 Mark in Güter, die der Überlebene haben will." (Quelle "725 Jahre Kirche Mosigkau" von H. Kaczmarek)
Laut Mitteldeutscher Zeitung vom 15.07.2012 hieß der Ort im Jahre 1358 Mosekow, später Mosickau.

Weiterhin ist erähnt, dass Mosigkau aus dem germanischen Mosecowe (um die Kirche) und dem slawischen Rosnigk entstanden ist, was sich unterhalb der Straße nach Köthen befunden hat.



Auf dem Kartenausschnitt habe ich mal die Punkte des heutigen Mosigkau angegeben.



Hier der Ausschnitt der vorhergehenden Karte, welche den Zustand um 1905 zeigen soll.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
WUArtist Am: 18.05.2014 17:01:25 Gelesen: 14063# 9 @  
@ Magdeburger [#8]

Hallo Ulf,

heute hat Mosigkau ca. 2100 Einwohner und ein schönes Schloss!


 
Magdeburger Am: 18.05.2014 17:40:12 Gelesen: 14049# 10 @  
@ WUArtist [#9]

Hallo WUArtist,

"leider" ist meist immer nur das Schloß als Motiv auf Karten zu sehen und passend dazu noch zwei Links zum Schloß:

http://de.wikipedia.org/wiki/Schloss_Mosigkau

http://www.gartenreich.com/de/besuchen/schloesser-und-gaerten/mosigkau/index.html

Wenn es nächste Woche schönes Wetter ist, mache ich mal aktuelle Fotos - auch von den 4 Eingängen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 24.05.2014 15:22:54 Gelesen: 13991# 11 @  
Liebe Sammelfreunde,

Apropos Schloß!



Es gehört zum sogenannten Dessau-Wörlitzer Gartenreich. Es gab auch einen Stempel "DESSAU 2 Besucht ROKOKO - SCHLOSS UND PARK Mosigkau GALERIE DER NIEDERLÄNDER"



Wo genau der Stempel eingesetzt wurde, entzieht sich momentan meiner Kenntnis. Zumindestens liegen mir 4 Abschläge aus dem Zeitraum vom 12.04.1960 bis 28.09.1960 vor.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 21.07.2014 14:47:15 Gelesen: 13801# 12 @  
Liebe Sammelfreunde,

in der Zwischenzeit konnte ich eine Karte bekommen:



Gesendet wurde diese an Fräulein Emmy Meißner in Vockerode bei Wörlitz.



Die Rückseite zeigt (Dessau) Kochstedt (zumindestens ist es möglich, dass die Post an diesem Vorort vorbei ging. Die "Hohe Strasse" läuft noch heute von Dessau-Süd nach Kochstedt. Von dort ging es weiter nach Mosigkau. Allerdings ist diese nur etwas für Wanderer!

Schuricke's Gasthaus, das Gebäude existiert noch heute, war auch eine zeitlang das dortige Postamt, wie mir mitgeteilt wurde.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Cantus Am: 21.07.2014 21:14:43 Gelesen: 13759# 13 @  
Hallo Ulf,

in "Petzolds Orts- und Gemeindelexikon des Deutschen Reiches" vom Oktober 1911 findet sich folgender Eintrag:

Mosigkau, Dorf, Herzogtum Anhalt, Kreis und Amtsgericht Dessau, 1.349 Einwohner, Postanstalt, Eisenbahnstation.

Im "Handbuch für das Deutsche Reich 1913", 38.Jahrgang, findet sich der Eintrag, dass (damals) unter der "Ober-Postdirektion zu Magdeburg für den preußischen Regierungsbezirk Magdeburg und für das Herzogtum Anhalt" in Mosigkau eine Postagentur bestand.

Zur weiteren Materialbeschaffung empfehle ich dir, Kontakt zu Roland Lieder in Lutherstadt Wittenberg [1] oder zu Herrn Lippold in Roßlau [2] aufzunehmen. Bei beiden ist die Möglichkeit gegeben, dass du da zumindest ältere Ansichtskarten bekommen kannst.

Viele Grüße
Ingo

[1] http://www.antiquitaetensammlung.de/antik-roland-lieder-in-lutherstadt-wittenberg-2125
[2] http://www.lippold-auktionen.de/
 
Magdeburger Am: 22.07.2014 15:00:31 Gelesen: 13712# 14 @  
@ Cantus [#13]

Hallo Ingo

danke für die Infos.

Hast du auch Infos zu Dessau-Kochstedt, bzw. -Alten ?

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 22.07.2014 15:18:16 Gelesen: 13707# 15 @  
Hallo Zusammen,

wie schon in [#10] geschrieben:

Wenn es nächste Woche schönes Wetter ist, mache ich mal aktuelle Fotos - auch von den 4 Eingängen

Als erstes den Westeingang, welcher der einzig geöffnete ist. Gegenüber befindet sich ein Parkplatz. Der Zugang ist über die Knobelsdorffallee.



Der Nordeingang in der Chörauer Strasse. Gegenüber befindet sich die ehemalige Schule und Hort.



Der Südeingang in der Orangeriestrasse.



Schließlich der Osteingang in der Anhalter Strasse - hier ist eigentlich nur noch das Tor erhalten.



Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Cantus Am: 22.07.2014 15:48:23 Gelesen: 13699# 16 @  
@ Magdeburger [#14]

Hallo Ulf,

ich zitiere dazu aus den selben beiden Werken.

Kochstedt

Dorf, Herzogtum Anhalt, Kreis und Amtsgericht Dessau, Post Mosikau, 780 Einwohner

Alten

Dorf, Herzogtum Anhalt, Kreis, Amtsgericht und Eisenbahnstation Dessau, 2.420 Einwohner, Postanstalt, Personenhaltestelle

Es scheint in Alten zwei Postagenturen gegeben zu haben, siehe Scan:



Viele Grüße
Ingo
 
Magdeburger Am: 22.07.2014 16:47:11 Gelesen: 13685# 17 @  
@ Cantus [#16]

Danke!

Kochstedt liegt am Rande des Forst Mosigkauer Heide. An Mosigkau selbst reichte er nicht an.

Alten liegt an der Bahnstrecke von Köthen nach Dessau weiter nach Berlin. Dazu dieser Link:

http://de.wikipedia.org/wiki/Berlin-Anhaltische_Eisenbahn-Gesellschaft

Es gibt auch einen schönen Bericht vom 30. Juli 1840.



Die zurückgelegte Strecke war also Dessau-Alten-Mosigkau.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 26.07.2014 16:59:43 Gelesen: 13599# 18 @  
Liebe Sammelfreunde,

nachfolgende Karten möchte ich zeigen:

Aufgegeben am 26.01.1901 in Mosigkau nach Berlin



Die Rückseite



und

am 12.06.1937 nach Duisburg



die Rückseite dazu



Beide Karten zeigen Motive Dessaus. Vielfach wird "gesagt", die Mosigkauer liefen nach Dessau zum Markt, um ihre Waren zu verkaufen.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Magdeburger Am: 27.07.2014 16:58:06 Gelesen: 13569# 19 @  
Liebe Sammelfreunde,

heute mal ein Beleg nach Mosigkau.



hier die Rückseite:



Wie ich schon erfahren habe, lief der Brief durch München. Auch kann ich noch erkennen, dass der Brief 1943 geschrieben wurde.

Wer kann mir noch mehr zu den kleinen Stempeln sagen? Von wann genau ist der Brief, wenn es erkennbar sein sollte?

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Marcello Am: 27.07.2014 20:37:52 Gelesen: 13547# 20 @  
@ Magdeburger [#19]

Hallo Ulf,

die "kleinen" Stempelchen, wie du sie nennst, sind Zensurvermerke der Zensurstelle. Man erkennt auch daran, daß der Beleg die Zensur durchlief, an dem braunen Verschlußstreifen auf der linken Seite. Wenn du sagst, er ging über München, dann durchlief er die Zensurstelle München.

Grüße
Marcel
 
Altmerker Am: 27.07.2014 22:13:27 Gelesen: 13533# 21 @  
@ Marcello [#20]

Hallo,

darf man an der Zensur in München zweifeln?

Bisher habe ich von dort nur Belege gesehen, wo auch deutlich drauf aufmerksam gemacht wurde, Rundstempel z.B., Hinweis auf die Besatzungsmacht. Spricht der Nummer-Salat nicht eher für Österreichische Zensur oder was ganz anderes?

Gruß Uwe
 
Marcello Am: 27.07.2014 23:05:30 Gelesen: 13525# 22 @  
@ Altmerker [#21]

Servus,

daran gibt es nichts zu zweifeln. Die Zensurstelle München fertige nicht nur die Post ins Ausland, sondern auch aus dem Ausland ab. Diese Zensurstempel bzw. kleine Nummernstempel, kommen auf allen Zensurbelegen während des Krieges, die die deutschen Zensurstellen durchlaufen haben vor. Desweiteren spricht für eine deutsche Zensur, daß man neben dem Verschlußstreifen, den Stempel OKW, wenn auch schwach lesen kann. Als weiterführende Literatur empfehle ich:

Riemer, K.-H., Die Überwachung des Auslandsbriefverkehrs während des II. Weltkrieges durch deutsche Dienststellen, Handbuch und Katalog, 2. unveränderter Nachdruck 2004, 222 S. + Anlagen, mit ca 600 Abb., durchgängig mit Bewertungen, Standardwerk. Enthält die Prüf- und Hinweisstempel, die Zensur-Streifen und Einlagezettel die in den verschiedenen Prüfstellen in Deutschland und in den besetzten Gebieten verwendet wurden.

Gute Nacht
Marcel
 

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