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Thema: Belege aus der eigenen Familiengeschichte
Das Thema hat 166 Beiträge:
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volkimal Am: 08.06.2014 14:57:47 Gelesen: 45741# 67 @  
Hallo zusammen,

weiter geht es mit der Gefangenschaft von Familie Hübner. Bisher habe ich mich grundsätzlich an die Regel gehalten und ausschließlich Belege gezeigt, die ich selbst besitze. Um die Gefangenschaft von Hübners vollständig zu dokumentieren muss ich davon abweichen und einige Belege aus anderen Sammlungen zeigen.

Vor einigen Jahren ist auf einem Flohmarkt in Berlin die Korrespondenz von Hübners aufgetaucht. Einige der Stücke konnte ich kaufen, aber natürlich nicht alle. Zusätzlich sind im Archiv der Berliner Mission zahlreiche Briefe von Herrn Hübner vorhanden. Sie lagern heute im Kirchlichen Archivzentrum Berlin. Die Belege aus der Mission sind als pdf-Datei herunterladbar. Ihr erkennt sie daran, dass es schwarz-weiß Abbildungen sind.

Aus den Lagern am Nyassasee (letzter Beitrag) und aus Fort Johnston (heute: Mangochi) sind mir leider keine Briefumschläge und damit auch keine Stempel bekannt. Wie die folgende Karte zeigt, war Familie Hübner vom 21.Juli 1916 an im Lager Blantyre wieder vereint. Leider dauerte diese gemeinsame Zeit nicht allzu lange.



Es ist eine Karte vom Roten Kreuz in Genf an die Berliner Mission mit der Information, dass Gustav Hübner im Lager Blantyre interniert ist. Die folgenden Texte sind aus der Korrespondenz mit Direktor Axenfeld von der Berliner Mission. In einem Brief der Berliner Mission vom 11.10.1916 (Archiv Nr. 91) an Gustav Hübner heißt es:

Müssen wir mit der Möglichkeit rechnen, daß Euch nach einiger Zeit von Eurer Obrigkeit die Frage vorgelegt wird, ob Ihr nach Europa Euch zurückbringen lassen, oder ob Ihr dort verbleiben wollt… Eine weite Seefahrt ist z. Zt. Beschwerlich und wegen der Minen und des Unterseebootkrieges mit Gefahren verbunden…

Gustav Hübner schreibt am 17.10.1916 (Archiv Nr. 94) aus Blantyre an Direktor Axenfeld:

Unser Los hat sich nun auch entschieden, am 20. Oktober werden wir weiter transportiert und eskortiert nach Indien, die Familien bleiben dagegen hier, was aus ihnen wird, weiß man nicht, es heißt: sie sollen nach Deutschland gebracht werden. Kriegsgefangene werden gleich behandelt von den Briten, ganz gleich ob sie Soldaten waren oder nicht. Der Heimat entführt, verloren fast alle Sachen, trennt man nun auch die Familien ohne Rücksicht ob die Familie darunter zu Grunde geht oder nicht…

Brief von Gustav Hübner vom Schiff im Indischer Ozean vom 1.11.1916 (Archiv Nr. 95c):

Was ich in meinem vorigen Brief andeutete ist zur Tatsache geworden, seit dem 20.10. befinden wir uns auf der Reise nach Indien, morgen sollen wir nach Daressalam kommen, von da bringt uns das Schiff nach Mombasa und von dort soll ein ander Schiff uns in die asiatische Verbannung führen. Wir werden wie gefangene Soldaten angesehen und demgemäß verpflegt. – Für ältere Leute gerade nichts Angenehmes. – Mehr sorgen wir uns noch um die eigenen Familien, die nun allein die beschwerliche Reise machen müssen…



Brief von Herrn Hübner aus dem Lager Mombasa an seine Frau im Lager Blantyre vom 13.11.16. Der Brief wurde in Mombasa geöffnet und zensiert und erhielt dabei den Verschlusszettel und zwei Zensurstempel. Aus Blantyre stammen der runde Zensurstempel und der Ankunftsstempel.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 13.06.2014 11:11:38 Gelesen: 45625# 68 @  
Hallo zusammen,

von Mombasa aus wurde Herr Hübner ins Lager Kilindini (ebenfalls in Britisch-Ostafrika) verlegt. Der nächste Brief vom 16.03.1917 kommt aus diesem kleinen Lager. Es diente wie Mombasa dazu, die Deutschen festzuhalten, die außer Landes kamen 6. Der Brief ging an Frau Hübner im Lager Pretoria. Allerdings hat sie der Brief dort nicht mehr erreicht und er wurde ihr ins Lager Tempe bei Bloemfontein nachgeschickt. Herr Hübner schreibt:

Kilindini, den 16.III.1917
Denke, vor einigen Tagen gingen Briefe von euch aus Pretoria ein, allerdings nur 8 Brüder bekamen Nachricht, wie freue ich mich und danke dem Herrn, dass ihr glücklich die lange Reise zurückgelegt habt...
Von Dir erhielt ich bisher zwei Briefe, einen vom 27.12. und vom 25.10....
Von zu Hause habe ich keine Nachricht erhalten, auch andere Brüder nicht. Es heißt nun wieder, dass wir von hier wegkommen in 10 – 15 Tagen, wohin wissen wir nicht.




Brief von Herrn Hübner aus dem Lager Kilindini vom 16.3.1917. Der rote Zensurstempel „No. 3333“ ist aus Mombasa. Zusätzlich ist ein südafrikanischer Zensurstempel abgeschlagen. Der Brief war am 25. 5.1917 in Pretoria (Duchgangsstempel) und wurde von dort aus nach Tempe weitergeschickt, wo er am 26.5.1917 ankam.



Neun Tage nachdem Herr Hübner den Brief aus Kilindini schrieb, ist er schon im nächsten Lager. Nach der Besetzung Tangas (Deutsch-Ostafrika) wurde dort ein Kriegsgefangenen- und Internierungslager eingerichtet, in das auch Herr Hübner verlegt wurde. In diesem Brief vom 17.05.1917 an seine Frau im Lager Pretoria schreibt er:

In dieser Woche erhielten wir keine Briefe aus Pretoria. Von all Deinen Blantyre Briefen habe ich nur zwei erhalten, den vom 21/10. und 27/12. Von Pretoria den vom 9/3. und 19/3. Alle anderen stehen noch aus. Wo mögt Ihr wohl jetzt sein?

Brief vom 17.5.1917 aus dem Lager Tanga. Der Brief wurde aber erst am 29.6.1917 in Tanga von der Zensur freigegeben (roter Zensurstempel der „C“ Sektion). Auf der Rückseite befindet sich der britische Feldpoststempel „304“ vom 18.5.1917 (vom 25.7.1916 bis zum 31.3.1918 in Tanga stationiert). Im Juni 1917 war Frau Hübner schon längst im Lager Tempe, dennoch trägt der Brief keinen Nachsendevermerk. Vermutlich ist die Post gebündelt nach Tempe nachgeschickt worden.

Viele Grüße
Volkmar
 
bayern klassisch Am: 13.06.2014 11:20:05 Gelesen: 45621# 69 @  
@ volkimal [#68]

Hallo Volkmar,

eine ganz tolle Dokumentation hast du da, da möchte man fast neidisch werden (Neid ist mir aber völlig fremd).

Auch die Akzeptanz von "fremden" Belegen, die zur Veranschaulichung der Familienverhältnisse in hohem Maße beitragen, ist nicht zu bemängeln - im Gegenteil, gerade diese muss man erst einmal finden und in den Kontext gekonnt einbauen.

Vielen Dank für diese Einblicke!

Liebe Grüsse und schönes WE von bayern klassisch
 
volkimal Am: 27.06.2014 15:37:55 Gelesen: 45359# 70 @  
Hallo zusammen,

Gustav Hübner schreibt am 19.6.1917 (Archiv Nr. 95f) aus Tanga an die Berliner Mission:

Sehr geehrte Frau Direktor! Da ich an ihren verehrten Herrn Gemahl nicht schreiben darf – es ist uns verboten – so benutze ich die Gelegenheit ihm durch Ihre gütige Vermittlung Mitteilung zu machen. Zwei Briefe erhielt ich von Herrn Direktor in dem Jahr unserer Gefangenschaft. Einen vom 16.10., der am 6.4. in meine Hände gelangte, den andren vom 15.2.17 am 8.6. hier angekommen…
Wie zuversichtlich, mehr naiv, gingen wir der Gefangenschaft entgegen. Alle unsere Anträge auf Freiheit, auf Vereinigung mit den Familien blieben erfolglos, es ist wohl auch keine Aussicht, dass wir vor dem Frieden mit letzteren zusammenkommen werden. Im Camp haben wir vieles lernen müssen, waschen, kochen, kehren, flicken, stopfen, alles muss jeder selbst besorgen. Einen Boy zu halten war meistens nicht gestattet und wenn, dann ist kein Geld vorhanden um ihn zu bezahlen.


Im Lager Tanga ist Herr Hübner schwer erkrankt und an einer Tropenkrankheit fast gestorben. Weihnachten 1917 musste er im Krankenhaus verbringen.



Die Berliner Missionare wurden nicht – wie ursprünglich vorgesehen – nach Indien verschifft. Stattdessen wurden sie nach Ägypten gebracht. Am 10. Januar 1918 erreichten sie das Lager Tura bei Kairo. Der Berliner Mission wurde die Ankunft in Kairo mit dieser Karte vom 10.8.1918 mitgeteilt. Zu diesem Zeitpunkt war Gustav Hübner allerdings schon nicht mehr in Kairo sondern hatte das Lager noch zweimal gewechselt.

Im Brief vom 10.5.1918 (Archiv Nr. 97) von der Berliner Mission an Gustav Hübner heißt es:

Wie mag es Ihnen gehen? Meine Gedanken sind sorgenvoll zu Ihnen und ich sehne mich nach Nachricht. Dysenterie ist eine üble Krankheit. Sie schwächt nicht nur den Körper, sondern macht auch den inwendigen Menschen müde und verzagt…
Kürzlich war ich in Tübingen und habe mir das im Anschluss an das „Institut für ärztliche Mission“ von Professor Olpp dort erbaute Tropen-Genesungsheim um Ihrer aller willen angesehen. Es sucht seinesgleichen als Erholungsstätte für Tropenkranke und ist in erster Linie für Missionare bestimmt…
So habe ich in Tübingen mir gesichert, dass, wenn Sie alle heimkehren sollten, auch Ihnen dort das Heim offen steht…
Komitee hat die Pflegekosten für alle, gleichviel wie lange es dauere, im voraus sichergestellt.


Vermutlich geht es bei der Erkrankung von Gustav Hübner um die Dysenterie (= Ruhr), die er sich im Lager Tanga zugezogen hatte. Herrn Hübner taten das Klima und die Bedingungen in Ägypten gut, denn er ist wieder genesen.



Gesundheitlich hatten nicht alle so viel Glück wie Herr Hübner. Er teilt der Berliner Mission in diesem Brief mit, dass der Missionar Gustav Pröck in Maadi an der Ruhr gestorben ist.

Wie man an der Ortsangabe sieht blieben die Missionare nicht lange im Lager Tura. Die Briefe vom Mai sind schon aus dem Lager Maadi bei Kairo. Aus den Lagern Tura bzw. Maadi sind bisher keine Umschlage von Herrn Hübner bekannt

Viele Grüße und ein schönes Wochenende
Volkmar
 
volkimal Am: 04.07.2014 16:34:40 Gelesen: 45120# 71 @  
Hallo zusammen,

weiter geht es mit Gustav Hübners "Reise" von einem Lager ins andere:

In einem Brief vom 14.8.1918 (Archiv Nr. 103) teilt Gustav Hübner Direktor Axenfeld mit, dass sie schon wieder in einem anderen Lager sind. Er schreibt aus dem Lager Sidi Bishr:

Sehr geehrter Herr Direktor, durch Karte teilte ich Ihnen mit, dass wir seit dem 2.8. hier sind. Ich wende mich nun mit der Bitte um Geld-Zusendung an Sie…
Unser Leben gestaltet sich hier ähnlich als in Blantyre, wir bewohnen zu zweien ein Zelt. Noch ist es sehr warm in Egypthen, bald wird es ja kühler werden. Im Mittelmeer kann gebadet werden…
Von den Frauen haben wir Nachricht von Anfang Juli…




Dieses Foto aus Sidi Bishr schickte Gustav Hübner im Dezember 1918 an seine Frau in Tempe.

Der Brief kam überraschend schnell in Berlin an. Schon am 2.10.1918 wurde er von der Berliner Mission beantwortet. Andere Briefe brauchten dagegen bedeutend länger. In einem Brief vom 25.11.1918 (Archiv Nr. 117a) an Gustav Hübner heißt es:

In den letzten Tagen erhielt ich plötzlich in 2 Strömen zahlreiche Briefe von Ihnen und den anderen Brüdern aus der Zeit von Juni bis in den Oktober, darunter die ihrigen vom 28.6., 14.7. und 9.10.18…
Ich hoffe, da jetzt die Waffen ruhen, daß Ihre Heimkehr endlich näherrückt. Ich schrieb Ihnen schob, daß es unser Wunsch ist, es möchten alle, die sich nicht ganz gesund fühlen, und das werden die meisten sein, wenn möglich über Tübingen heimkehren, um zunächst im Tropengenesungsheim bei Dr. Olpp anzusprechen und seinen ärztlichen Rat zu erhalten…
Auf Schloemanns Arbeitsfeld geht alles im Segen weiter, auch Kollekers blieb bewahrt. Für das Ihrige wie für Sie alle wird viel gebetet.




Brief von Herrn Hübner aus dem Lager Sidi Bishr an seine Frau vom 5.1.1919 mit rechteckigem Lagerstempel und ovalem Zensurstempel „N° 13“.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 10.07.2014 11:35:40 Gelesen: 44966# 72 @  
Hallo zusammen,

die Berliner Missionare mussten noch bis zum Oktober 1919 in Sidi Bishr bleiben. Mit dieser Karte vom 22.10.1919 teilt Herr Hübner der Berliner Mission mit, dass sie am 26. Oktober Ägypten verlassen und Mitte November in Deutschland ankommen würden.



Nachdem ich bisher vor allem über Herrn Hübner berichtet habe, komme ich jetzt zu Frau Hübner und dabei unter anderem zu ihrer Korrespondenz mit meiner Urgroßmutter.



Diesen Brief schickte Gerhard Hübner, der jüngere Bruder von Herbert Hübner, an seine Mutter in das Internierungslager Blantyre in Britisch Nyassaland. Dort angekommen wurde der Brief in das Lager Tempe bei Bloemfontein weitergeschickt.

Viele Grüße
Volkmar Werdermann
 
Marcello Am: 12.07.2014 15:53:07 Gelesen: 44916# 73 @  
Hallo,

dann möchte ich mal weitermachen. Heute stelle ich eine Ganzsache zu 6 Pfg vor. Portogerecht als Postkarte gelaufen und mit einem Teil-Wellenstempel entwertet. Der Beleg, passt auch in den Thread "Beleg aus der eigenen Familengeschichte".

Meine Großmutter schrieb die Karte an einen Teil ihrer Familie (Onkel/Tanten) wo, meine Urgroßmutter nachdem sie in Stuttgart ausgebombt wurde, unterkam aus dem Reichsarbeitsdienst.



Grüße
Marcel
 
volkimal Am: 12.07.2014 22:25:46 Gelesen: 44876# 74 @  
@ Marcello [#73]

Hallo Marcel,

schön, dass auch Du noch alte Belege von Deiner Familie hast! Wenn Du noch mehr hast zeige sie doch beim Thema "Belege aus der eigenen Familiengeschichte". Zur Zeit bin ich dort Alleinunterhalter - ich fände es aber gut, wenn auch andere etwas zeigen würden.

Schöne Grüße
Volkmar

[Beiträge [#72] bis [#73] auf Wunsch von Marcel und Volkmar aus dem Thema "Deutsches Reich Dauerserie Hitler" kopiert]
 
Marcello Am: 13.07.2014 11:44:14 Gelesen: 44837# 75 @  
@ volkimal [#74]

Hallo Volkmar,

ich habe nicht viel aus meiner Familie, aber das was ich habe, zeige ich hier gerne.

heute eine Ganzsache zu 6 Pfg. Die Karte ging von meiner Großmutter aus dem Reichsarbeitsdienst an meinen Urgroßvater ( ihren Vater ) Karl Braun. Mein Urgroßvater weilte noch in Stuttgart, den er war bei der Deutschen Reichsbahn beschäftigt.



Ich hoffe, jeder kann die Schrift meiner Oma lesen, ansonsten liefere ich eine Reinschrift nach.

Grüße
Marcel
 
volkimal Am: 04.08.2014 15:15:05 Gelesen: 44208# 76 @  
@ Marcello [#75]

Hallo Marcello,

nachdem wir gestern aus dem Urlaub zurückgekehrt sind, sah ich vorhin Deine Karte. Danke für's zeigen - weiter so!

Unser Urlaub führte uns dieses Jahr zum "Inselhopping" auf die Åland-Inseln. Von dort aus ging es mit den Rädern und mit Fähren über die Schären bis nach Finnland (Turku) und zurück. Eine Tour, die ich jedem nur empfehlen kann. Dieses Jahr war es aufgrund des Super-Wetters natürlich besonders schön. Der einzige Nachteil: Aufgrund der großen Hitze haben sich in der Ostsee so viele Algen gebildet, dass wir ab der zweiten Woche nicht mehr in der See Baden konnten.



Beim Besuch des Schlosses in Kastelholm sah ich auf einem Briefkasten den Hinweis, dass die Post mit einem Stempel des Schlosses abgestempelt würde. Erstaunt war ich, als ich denselben Stempel vom 31.12.1992 in der Datenbank fand (http://www.philastempel.de/stempel/zeigen/41405 ) mit dem Hinweis, dass es sich um den Letzttag handelt. Wie man sieht muss der Stempel wieder aus der "Versenkung" geholt worden sein. Wie lange er nicht benutzt wurde, kann ich natürlich nicht sagen.

Viele Grüße
Volkmar
 
Wolffi Am: 04.08.2014 17:30:46 Gelesen: 44183# 77 @  
Vielen Dank für den Hinweis.

Ich werde mal schauen, ob ich näheres in Erfahrung bringen kann.

Bis denne
Wolfgang
 
volkimal Am: 06.08.2014 17:51:54 Gelesen: 44097# 78 @  
Hallo zusammen,

nach der Urlaubs-Pause geht es weiter mit der Geschichte von Familie Hübner:

Aus dem Lager Blantyre ist bei uns leider kein Beleg erhalten geblieben. Es muss aber Briefe oder Karten gegeben haben, denn Frau Hübner schreibt auf dieser Karte an Urgroßmutter aus dem Lager Tempe bei Bloemfontein: "In Blantyre erhielt ich Ihren lieben Brief, seitdem hörte ich nichts mehr."



Die Karte ist undatiert, sie muss aber im Frühjahr 1917 geschrieben worden sein, denn es ist die erste Karte aus dem Lager Tempe an Urgroßmutter. Es handelt sich um eine Britisch-Südafrikanische Ganzsache ohne Poststempel aus dem Lager Tempe bei Bloemfontein. Sie hat zwei südafrikanische Zensuren „41“ und „C 4“ und die deutsche Eingangszensur aus Cöln Deutz.

Das Lager Tempe war ein sehr kleines Lager in Südafrika, in das nur Frauen und Kinder gebracht worden sind. Im Lager waren 1917 insgesamt nur 54 deutsche Frauen mit 80 Kindern. Dementsprechend sind Belege aus dem Lager Tempe bei Bloemfontein relativ selten.



Die nächste Karte schrieb Frau Hübner am 14.07.1917. Auch hier hat Frau Hübner eine frankierte Postkarten aus Britisch-Südafrika benutzt – diesmal zu 1 Pence. Auch aus anderen Lagern gibt es frankierte Interniertensendungen 6. Ob die Frankatur erforderlich war und ob hierzu eine Vorschrift existierte ist bisher nicht bekannt.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 10.08.2014 10:30:01 Gelesen: 43977# 79 @  
Hallo zusammen,

diesen Brief schickte Urgroßmutter am 19. April 1918 an Frau Hübner. Leider ist die Briefmarke entfernt worden. Der Brief trägt einen Zensurstempel der Auslands-Überwachungsstelle in Köln Deutz und die Eingangszensur aus Tempe bei Bloemfontein.



Es folgen zwei weitere Briefe von Frau Hübner an Urgroßmutter. Sie tragen die Datumsstempel des Internierungslagers Tempe vom 19. Juli 1918 und vom 9. Dezember 1918 mit dem Text "Commandant's office refugee camp". Auf der Vorderseite sind beidemal die Südafrikanischen Zensuren "41" bzw. "C 4" abgeschlagen. Ein Brief trägt zusätzlich den Stempel „Freigegeben“ (vermutlich aus Cöln-Deutz).





Ich wünsche Euch einen schönen Sonntag. Bei uns ist es mal wieder sehr schön und sonnig.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 16.08.2014 07:52:22 Gelesen: 43812# 80 @  
Guten Morgen zusammen,

Gustav Hübner schreibt am 19.6.1917 (Archiv Nr. 95f) aus Tanga an die Berliner Mission:

Seit bereits 3 Jahren hat meine Frau keine Zeile von Herbert gesehen. Aber wir können dem Herrn danken, wissend dass er lebt und sich auf dem Wege der Besserung befindet. Leider adressieren die Kinder an mich und so gehen die wenig ankommenden Briefe bei mir ein.

In den Lebenserinnerungen von Herr Hübner heißte es:

Viel schlimmer noch waren unmenschliche Schikanen, dass man z.B. den Frauen über Monate hin die Post von ihren Männern vorenthielt, die längst eingetroffen war und erst nach Einspruch einer schweizerischen Kommission aus ihrem Verwaltungsgebäude herausgegeben wurde, in dem sie solange gelagert hatte.



Es sind wohl nicht nur die Briefe der Männer zurückgehalten worden, sondern das galt vermutlich auch die Post von den Kindern und anderen Bekannten. Zusätzlich mussten die Kinder erst einmal wissen, dass die Eltern sich in verschiedenen Lagern befanden und sie an beide Elternteile getrennt schreiben mussten.
Man kann sich die Freude von Frau Hübner vorstellen, als sie endlich nach so langer Zeit wieder einen Brief von Herbert erhielt. Diesen Brief schickte Herbert Hübner am 14. Dezember 1918 aus Hildesheim an seine Mutter. Er schreibt u.a.:

Von Euch hatte ich wieder Nachrichten; habt vielen Dank dafür. Auch vom lieben Vater erhielt ich einen Brief. Gerhard geht es auch gut, er befindet sich in England.

Gerhard, der älteste Sohn von Hübners war Soldat und ist in englische Kriegsgefangenschaft geraten.

Soviel für heute. Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende
Volkmar
 
volkimal Am: 22.08.2014 18:27:50 Gelesen: 43627# 81 @  
Hallo zusammen,

diese beiden Briefe schickte Marie Hübner an die Frau des Missionars Hermann Düring. Er arbeitete im Missionsgebiet in Transvaal. Beide Briefe tragen einen Zensurstempel aus Tempe vom 18. Dezember 1918 und sind am 21. Dezember 1918 in Heidelberg (Transvaal) angekommen.




Ich nehme nicht an, dass Frau Hübner zwei Briefe an einem Tag geschrieben hat. Vermutlich ist die Post vor dem Zensieren einige Zeit liegengeblieben.

Der nächste Brief aus Tempe an meine Urgroßmutter ist mit einem Pergamin-Verschlusszettel von der Auslandpost-Überwachungsstelle in Cöln-Deutz verschlossen. Er trägt den Aufdruck "Unter Kriegsrecht geprüft und freigegeben. Überwachungsstelle VIII. Armeekorps Cöln-Deutz".



Der Brief von Frau Hübner trägt unten links den roten Text "Switzerland Bureau International de la paise Bern". Das internationale Friedensbüro des Roten Kreuzes. in Bern war für die nach Deutschland und Österreich gerichtete Kriegsgefangenenpost zuständig. Der Vermerk wurde aber durchgestrichen und der Brief ist wie üblich über Südafrika, London und Holland nach Deutschland gelangt.

Soweit für heute. Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 05.09.2014 21:52:25 Gelesen: 43222# 82 @  
Hallo zusammen,

etwa ein halbes Jahr nach Kriegsende durfte Frau Hübner in die Heimat zurückkehren. Am 13. Juni 1919 traf sie mit den zwei jüngsten Kindern auf dem Dampfer Ingomana in Rotterdam ein. Am 15. Juni schickte sie diese Ansichtskarte aus Wesel an Direktor Axenfeld.



Auch diese Karte ist im Archiv der Mission. Frau Hübner schreibt:

Sehr geehrter Herr Direktor!
Wir wurden heut des Gesprächs wegen abraten, nicht jetzt nach Berlin zu fahren. So habe ich mich enschlossen über Thüringen zu fahren. Es grüßt Sie und die Ihre
M. Hübner

Nach elfjähriger Trennung konnte sie endlich ihre drei älteren Kinder wieder in ihre Arme schließen. Auf ihren Mann musste sie noch etwa fünf Monate warten, bis auch er in Deutschland ankam. Insgesamt war sie drei Jahre von ihrem Mann getrennt.

Soweit es möglich war, ist der folgenden Tabelle angegeben, wann sich Herr bzw. Frau Hübner in den verschiedenen Lagern befand. Die Daten stammen aus den Brieftexten, Stempeln und den Missionsberichten.



Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 13.09.2014 09:06:46 Gelesen: 43058# 83 @  
Hallo zusammen,

mit dem heutigen Beitrag möchte ich die Geschichte über das Missionarsehepaar Hübner abschließen.

Was geschah mit den verlassenen Missionsstationen, insbesondere mit der von Gustav Hübner gegründeten Missionsstation Bulongwa? Im Missionsbericht vom Januar 1920 beschreibt Missionar A. Weltzsch, was im Krieg passierte:

Die Plünderung der Stationen ist aufs Gründlichste erfolgt. Den Anfang machten die Offiziere, dann folgten die weißen, danach die farbigen Soldaten. Nachher wurde gern, aber mit Unrecht, auf die Eingeborenen des Landes die Schuld abgewälzt. Der gesamte bewegliche Besitz der Missionsstationen muß als verloren angesehen werden. Auch die Pflanzungen sind, teils aus Kriegsgründen, teils aus Zerstörungslust, fast alle vernichtet. Wieviel von den Gebäuden, abgesehen von den niedergebrannten Wohnhäusern des Stationsmissionars und des Seminarleiters in Kidugala, noch erhalten bleibt, wird davon abhängen, ob sie inzwischen von Europäern in Benutzung genommen wurden oder ob etwa Eingeborene in der Lage sind, sich um sie zu kümmern.

Die Schul- und Missionsarbeit, auch der eingeborenen Helfer, wurde von Anfang an stillgelegt. Es sollten die Bewohner des Landes nicht irgendwie unter dem Einfluß deutscher Mission bleiben. Die Schulen wurden planvoll verwüstet und ihre Lehrmittel zerstört. Auch wo Brennholz dalag, heizte man lieber mit Schulbänken.


Nach dem Frieden von Versailles wurde Deutsch-Ostafrika britisches Mandatsgebiet. Dementsprechend wurden die deutschen Missionsstationen unter den britischen Missionsgesellschaften aufgeteilt. Bulongwa und die anderen Stationen in der Umgebung kamen zur Mission der schottischen Freikirche.

Da die britischen Missionsgesellschaften zu wenig Personal hatten, durften 1925 drei deutsche Missionare auf die Stationen Manow, Magoye und Mwakaleli zurückkehren. Herr Hübner bekam diese Möglichkeit nicht.



Darüber, wie es in Bulongwa weitergegangen ist, weiß ich bisher kaum etwas. Mein einziger Beleg aus der Nachkriegszeit ist diese Karte mit der Szene „Morgenandacht in Bulongwa“ aus dem Missionsfilm „Andrea, der Sohn des Zauberers“ (1928). Ob der Film aber auch in Bulongwa gedreht wurde, ist mir nicht bekannt. Heute ist in Bulongwa eines der größten Krankenhäuser der Region.

Gerne würde ich einmal selbst nach Bulongwa fahren und mir ansehen, wie es heute dort aussieht. Mal sehen, ob es klappt.

Viele Grüße
Volkmar
 
bayern klassisch Am: 12.10.2014 09:48:18 Gelesen: 42304# 84 @  
Liebe Sammlerfreunde,

Belege aus der eigenen Familiengeschichte, speziell wenn sie aus der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen, kann ich leider nicht pfundweise zeigen (so sehr ich mir das auch wünsche). Aber ab und zu hat man halt mal Glück und an diesem Glück möchte ich euch partizipieren lassen.



Hochinteressant ist die Tatsache, dass mir kein weiterer Brief mit einem Halbporto aus der Pfalz vorlag.

Geschrieben wurde er am 28.5.1846 vom Friedensrichter in Speyer und am Folgetag zur Post gegeben. Da er mit R. S. für Regierungs - Sache bezeichnet war, auch sonst alle Merkmale eines portofreien Dienstbriefes zeigte, taxierte man ihn in Bayern nicht, auch wenn das prima vista durch die Taxen zweier verschiedener Hände anders aussehen mag. Aber R.S., wenn sie korrekt aufgeliefert wurden, durften niemals taxiert werden, daher unterstelle ich das hier auch nicht.

Wohl in Wien, der genaue Postenlauf ist nicht bekannt, notierte man 1/2 und 12, womit man andeuten wollte, dass er als Official - Sache nur mit dem hälftigen Porto von 12x CM zu belegen ist. Zuvor jedoch sah man ihn wohl auch als Dienstbrief ohne Portobelastung an, denn er zeigt den roten Wiener Ankunftsstempel, der aussagte, dass der Brief ohne Belastung akzeptiert worden war. Hier änderte also die Einteilung in FRANKO / PORTO auch die Farbe der Ankunftsstempelung.

Weil man neben den 12x CM Halbporto für Briefe über 1/2 bis 1 Wiener Loth (2. Gewicht) noch durch Rötel 3x CM Bestellgeld notierte, durfte die Wiener Behörde satte 15x CM zahlen, die sich sich später natürlich bei irgendeiner Partei wieder holte.

Schon das ist für mich als Pfälzer ein PO - Hammer und ein sehr starker Kaufgrund. Aber der Inhalt setzt dem Ganzen noch die Krone auf, denn das Schreiben betrifft das Ableben meines Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Onkels, der auch das Glück hatte, in Speyer geboren worden zu sein, der aber in Wien starb und nun gab es, damals wie heute, Probleme bei der fairen Verteilung des Erbes.

Wie die Erbschaftssache letztlich ausgegangen ist, weiß ich nicht, auch wenn das "schon" der 2. Brief zu dieser Thematik ist. Es gilt also Ausschau zu halten, denn weitere müssten noch existieren.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
volkimal Am: 12.10.2014 10:34:47 Gelesen: 42299# 85 @  
@ bayern klassisch [#84]

Gratuliere,

das ist wirklich ein Super-Beleg!

Volkmar
 
bayern klassisch Am: 12.10.2014 10:39:52 Gelesen: 42297# 86 @  
@ volkimal [#85]

Vielen Dank - ich hoffe, den ein oder anderen Brief mehr zu bekommen, damit ich am Ende weiß, wie alles ausgegangen ist.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
volkimal Am: 15.10.2014 10:26:16 Gelesen: 42194# 87 @  
Hallo zusammen,

nachdem ich die Geschichte von Familie Hübner zu Ende erzählt habe, möchte ich heute mit einem neuen Kapitel meiner Sammlung "Familiengeschichte und Philatelie" beginnen. Sie spielt wieder in der Zeit des Ersten Weltkrieges, diesmal aber in Deutschland. Meine Mutter stammt aus Limbach bei Homburg (Saar) und dort möchte ich anfangen:



Vor dem Ersten Weltkrieg gab es das Saarland noch nicht. Das Gebiet gehörte überwiegend zu Preußen, ein kleiner Teil im Südwesten des heutigen Saarlandes gehörte zu Bayern (Bayerische Pfalz). In diesem Bereich der Bayerischen Pfalz lag Limbach. Dementsprechend trägt der Brief auch eine bayerische Marke und diese wurde mit einem typischen bayerischen Stempel entwertet.

Limbach war ein langgestrecktes Straßendorf von ca. 1000 Einwohnern und hatte keine Altstadt. Bei LIMBACH-Altstadt handelt es sich vielmehr um ein gemeinsames Postamt der beiden benachbarten Gemeinden Limbach bei Homburg (Saar) und Altstadt (Saar). Dass es sich um ein gemeinsames Postamt handelt, erkennt man im Ritter Geographisch-statistisches Lexikon von 1905. Dort heißt es:

Limbach: Gemeinde u. Pfarrdorf in Bayern, Regierungsbezirk Pfalz, Bezirksamt und Post Homburg, Amtsgericht Waldmohr, a. d. Blies, 1184 Einwohner, Post und Telegraphenstation: Limbach-Altstadt.

Altstadt: Gemeinde in Bayern, Regierungsbezirk Pfalz, Bezirksamt Homburg, Amtsgericht Waldmohr, 576 Einwohner, Post: Limbach-Altstadt.



Dieses ist die einzige Karte in meiner Sammlung, die an meinen Uropa aus dem Saarland geht. Ludwig Gräßer wohnte 15 km von Limbach entfernt in Heiligenwald. Heiligenwald gehörte schon zu Preußen. Etwas mehr zur bayerisch-preußischen Grenze bei Limbach findet ihr im Beitrag http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=59317 .

Immer wenn meine Mutter zu ihrem Opa nach Heiligenwald kam sang er das Lied "Ich bin ein Preuße, kennt ihr meine Farben". Außerdem hat meine Mutter im 2. Weltkrieg ein Kleid bekommen, dass aus einer alten bayerischen Fahne genäht wurde. Leider gibt es kein Foto meiner Mutter mit diesem Kleid.

Soweit fürs Erste
Volkmar
 
bayern klassisch Am: 15.10.2014 16:42:33 Gelesen: 42161# 88 @  
@ volkimal [#87]

Hallo Volkmar,

wundervoller Beitrag von dir - klasse!

Zum bayerischen Stempeld darf ich noch sagen, dass es ein Einkreisstempel der Type von Müller war. Der Stempelschneider, das weiß ich nach deinem Beitrag, hat einen Fehler gemacht. Da es in Bayern mehrere Städte mit Bahnhof, Stadt und Altstadt gab, hatte er angenommen, der Ort hätte auch eine Altstadt und hat ihn entsprechend in gemischter Grotesk -Altstadt- und Versalien -LIMBACH- gechnitten.

Wie heißt dieses Sammelgebiet? Fehler bei Stempeln?

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
volkimal Am: 15.10.2014 19:52:05 Gelesen: 42139# 89 @  
@ bayern klassisch [#88]

Hallo bayern Klassisch,

man lernt nie aus! Danke für die Informationen - das wusste ich bisher noch nicht.

Volkmar
 
volkimal Am: 23.10.2014 18:38:58 Gelesen: 41929# 90 @  
Hallo zusammen,

in Limbach bei Homburg (Saar) wohnte auch Ludwig Leibrock, der Vater meines Onkels. Über ihn möchte ich in den nächsten Beiträgen berichten.

Da es manche Namen wie z.B. Leibrock in Limbach sehr häufig gab, war es üblich, dass man außer seinem eigentlichen Namen noch einen Rufnamen hatte. Ludwig Leibrock wurde z.B. Lui genannt.

Lui hatte noch acht Geschwister. In den Klammern steht soweit mir bekannt der Rufname.

Alois (Alis)
Fritz
Adolf (Dolf)
Klara (Klärchen)
Caroline (Lina)
Katharina (Katchen)
Othilie
Emilie ist schon jung gestorben.



Wie man dem Militärpass entnehmen kann, war der Bergmann Ludwig Leibrock verheiratet und hatte ein Kind. Der Erste Weltkrieg begann am 1.8.1914. Schon zwei Monate später, am 1.10.1914 begann Ludwig Leibrock seinen Dienst bei der Ersatz-Reserve beim Rekruten Depot, Landwehr Infanterie Regiment Nr. 8.

Soweit für heute. Beim nächsten Mal geht es mit der Feldpost weiter.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 29.10.2014 17:22:16 Gelesen: 41739# 91 @  
Hallo zusammen,

wie man an der Anschrift dieser Karte sieht, war Ludwig Leibrock nicht nur Bergmann sondern auch Schuster. Als ich Kind war, stand die alte Schuster-Nähmaschine noch auf dem Dachboden. Leider wurden die Briefmarken abgelöst.



Der Cousin Albert schickte die Karte an Lui als er Offiziers-Anwärter beim bayerischen Militär war.

Der Erste Weltkrieg begann am 1. August 1914. Lui trat seinen Militärdienst zwei Monate später, am 1. Oktober 1914, an. 8 Tage später schickte ihm seine Frau Anna diese Ansichtskarte aus Limbach:



Die Anschrift von Lui lautet: "8. Landwehr Rekruten Depot Seysel (Exerzierplatz) Germersheim". Die Rechtschreibung der Worte "Depo" bzw. "Seysel" habe ich korrigiert. Die Ansichtskarte zeigt die Wirtschaft Deutscher Kaiser. Damals war Schmiddefritz (ein entfernter Verwandter) der Wirt. Man sieht ihn auf dem Foto.

Viele Grüße
Volkmar Werdermann
 

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