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Thema: (?) (22) Alliierte Besetzung: Portobestimmung von Belegen
Das Thema hat 26 Beiträge:
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Kontrollratjunkie Am: 17.09.2012 11:39:58 Gelesen: 4688# 2 @  
@ Hawoklei [#3]

Hallo,

bei Deiner Bestimmung liegst Du richtig. Der einfache Ortsbrief kostete 16 Rpf, die zweite Gewichtsstufe 32 Rpf. Beide Varianten passen nicht zu der von Dir korrekt ermittelten Frankatur.

M.E. hat der Absender den Brief richtig für einen Fernbrief freigemacht (24 Rpf erste Gewichtsstufe + 80 Rpf Eilgebühr Ort). Vermutlich war ihm nicht bekannt, dass der Versand eines Ortsbriefes günstiger war.

Gruß
KJ
 
Gisi Am: 21.08.2013 14:06:16 Gelesen: 3785# 3 @  
Porto nach der Währungsreform

Kann mir jemand sagen, ob das Porto für dieses Einschreiben mit 76 gr von Wiesbaden nach Washington, DC richtig angesetzt war?

Besten Dank,
Gisi


 
el-mue Am: 21.08.2013 15:46:22 Gelesen: 3756# 4 @  
@ Gisi [#3]

Lt. Michel, Deutschland Spezial 2013/II ist das Porto wie folgt zu berechnen:

Portoperiode zw. 15.09.1947 bis 31.08.1948

Auslandsbrief bis 20g: 50Pf
jede weitere 20g, 30Pf: 90Pf
Einschreibgebühr: 60Pf
___________________________________
200Pf
 


Somit ist der Brief portorichtig frankiert.

Beste Sammlergrüße

El Mü
 

Gisi Am: 21.08.2013 17:27:44 Gelesen: 3738# 5 @  
@ el-mü [#4]

Hallo und besten Dank für die schnelle Antwort.

Sammlergruss,
Gisi
 
lueckel2010 Am: 09.09.2013 21:20:40 Gelesen: 3652# 6 @  
In einem Nachlass habe ich drei Einschreibbriefe gefunden, deren verklebtes Porto (diverse Werte der Serie "Allgemeine Ausgabe / Französische Zone" Mi.-Nr. 1/ 10, siehe Scan) jeweils 1.00 RM betrug, eine Summe, die aufgrund der mir zur Verfügung stehenden Portotabellen (Michel Deutschland Spezial 2013) überhaupt keinen Sinn ergibt. Alle Briefe sind demnach wohl überfrankiert.

Absender ist in allen Fällen das Postamt Koblenz; sie sind als "Postsache" gekennzeichnet und müssten demnach wohl portofrei sein.



Meine Fragen zu diesen Briefen:

1. Gab es 1946 beim Postamt Koblenz eine Art "Versandstelle für Sammlermarken der Französischen Zone"?

2. Wenn ja, wurde für eventuell gelieferte Briefmarken eine Gebühr erhoben? Wurde eine solche Gebühr zur Frankatur hinzugerechnet (dadurch hätten sich dann vielleicht "sinnvolle" 1.00 RM-Frankaturen ergeben)?

3. Hat der Empfänger (ein Briefmarkensammler, mit schon damals einigem Sachverstand!) die Umschläge selber vorbereitet, frankiert und nach Koblenz geschickt? War dies bei einer eventuellen Versandstellen-Bestellung (siehe 1) erforderlich?

Bei dem abgebildeten Beleg ist mir noch ein Detail aufgefallen: Er hat einen gedruckten Feldpost-Einschreibzettel, in den dann von Hand "KOBLENZ" eingestempelt wurde, sicherlich der damals vermutlich allgemein herrschenden Materialknappheit geschuldet.

Ich freue mich auf kompetente Beantwortung meiner Fragen, bedanke mich schon jetzt dafür im Voraus und verbleibe einstweilen

mit freundlichen Grüßen, Gerd Lückert
 
el-mue Am: 10.09.2013 08:24:59 Gelesen: 3623# 7 @  
@ lueckel2010 [#6]

Portoperiode 27.10.45 - 28.02.46:

Eine mögliche 1,00 RM - Frankatur für den Inlandsverkehr wäre (die allgemeinen Zonen galten als Inland):


Geschäftsbriefe 250-500g: 30 PF
Einschreiben: 30 PF
Eilzustellung (Ort): 40 PF
 



Nur fehlt der Eilzustellungsvermerk. Interessant ist das Reco-Label (Feldpostzettel mit Handstempel Koblenz). Hier stellt sich die Frage, wurden Altbestände improvisatorisch aufgebraucht mangels Material oder ist es der Zettel einer Institution, dazu könnten auf der Rückseite noch Informationen enthalten sein.

Beste Sammlergrüße

El Mü
 

JFK Am: 10.09.2013 09:55:39 Gelesen: 3611# 8 @  
@ lueckel2010 [#6]

Postaufträge dienten in der Vergangenheit auch teilweise als Nachnahme, was für die "Versandstellenvermutung" sprechen könnte. Eine Alternative wäre somit:

Postauftrag 0,50 RM
Einschreiben 0,30 RM
Vorzeigegebühr 0,20 RM

macht in Summa 1,00 RM
 

Woher kommt meine Vermutung/Aussage?

a) Michel Postgebühren-Handbuch Deutschland
b) http://de.wikipedia.org/wiki/Postauftrag

Damit ist zwar noch nicht alle Fragen konkret angesprochen, aber es soll ja noch Rheinland-Pfälzer unter uns geben.

Und ob die Vermutung richtig ist ->...? vielleicht findet sich ja ein kompetenter Portofuchs für die französische Zone/Zonenausgaben.

Nette Grüße

JFK
 

mausbach1 Am: 10.09.2013 10:48:51 Gelesen: 3605# 9 @  
Diese "nachverwendeten" R-Zettel sind mir von mehreren Orten bekannt.

Und jetzt kommts: Die Orte liegen alle in Rheinland-Pfalz und als Absender bzw. Empfänger handelt es sich jeweils um "Postleute". :-)
 
Kontrollratjunkie Am: 10.09.2013 12:15:16 Gelesen: 3590# 10 @  
@ mausbach1 [#9]

In meiner Ostsachsen-Sammlung befindet sich ebenfalls ein Einschreiben, auf welchem ein Rekozettel der Feldpost aufgebraucht wurde. Ich vermute einfach Materialknappheit, die sicher auch in anderen Zonen an der Tagesordnung war.

Gruß
KJ
 
Briefmarkentor Am: 10.09.2013 13:18:37 Gelesen: 3578# 11 @  
@ mausbach1 [#9]

Feldpost-R-Zettel lassen sich aus dem gesamten Deutschen Reich finden. Genauso rückgeführte R-Zettel aus Gebieten, die nicht mehr Teil des Deutschen Reiches waren.



Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g als Einschreiben vom 28. März 1946 aus Klein Lukow über Penzlin (OPD Schwerin - SBZ) nach Berlin.



Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g als Einschreiben vom 18. März 1946 aus Torgelow (Landkreis Ueckermünde - OPD Schwerin - SBZ) nach Burg.



Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g als Einschreiben vom 10.01.1946 aus Wolgast (Landkreis Greifswald - OPD Schwerin - SBZ) nach Zollchow über Prenzlau (OPD Potsdam - SBZ) mit rückgeführtem R-Zettel aus Christburg (RPD Danzig)


 
mausbach1 Am: 10.09.2013 14:36:23 Gelesen: 3561# 12 @  
@ Kontrollratjunkie [#10]
@ Briefmarkentor [#11]

Besten Dank. Mein Horizont ist erweitert.
 
lueckel2010 Am: 11.09.2013 16:33:02 Gelesen: 3533# 13 @  
Zunächst einmal ein Dankeschön an alle Sammlerfreunde, die sich gemeldet haben!

Zu den einzelnen Antworten:

@ el-mue [#7]

Geschäftspapiere(?) per Eilzustellung dürften kaum vorliegen.

Alle drei Briefe haben keinerlei Hinweise (Klebezettel, Schriftvermerke, rückseitige Durchgangsstempel), die auf die Beförderungsart "Eilzustellung" hinweisen. Laut rückseitiger Eingangsstempel -meines Wissens zur damaligen Zeit bei "Einschreiben" noch vorgeschrieben- "DAHL/ (ENNEPE-RUHR-KREIS)", heute Ortsteil von Hagen/ Westfalen, sind sie immer 4 Tage "unterwegs" gewesen.
Mindestens 250 g (Geschäftsbriefe) dürften wohl kaum in die (normalformatigen) Umschläge gepasst haben.

@ JFK [#8]

Postaufträge als "Nachnahme" versandt dürften wohl auch nicht vorliegen. Bei allen drei Briefen gibt es keinerlei Hinweise auf diese Sendungsart (Klebezettel, schriftliche Vermerke auf die einzuziehenden Geldbeträge).

Mittlerweile neige ich zu der Annahme, dass der Absender(wer immer dies auch war) "wahllos" Dauermarken der genannten Serie verklebt hat (Misch- und Mehrfachfrankaturen).

Allerdings lasse ich mich gern "belehren" und freue mich auf eventuelle weitere Aussagen.

Noch einen schönen Abend, Gerd
 
JFK Am: 11.09.2013 17:14:56 Gelesen: 3521# 14 @  
@ lueckel2010 [#13]

http://de.wikipedia.org/wiki/Postauftrag

Netten Gruß
JFK
 
Redfranko Am: 13.08.2014 13:21:02 Gelesen: 2883# 15 @  
Hallo zusammen,

ich habe heute folgenden Beleg gefunden, bei dem ich noch nicht mal ansatzweise das korrekte Porto bestimmen kann.

Wer kann mir hier helfen? Wie setzten sich die 16,40 zusammen?



Bin für jeden Hinweis dankbar.

Gruß,
Frank
 
Briefmarkentor Am: 13.08.2014 13:31:35 Gelesen: 2875# 16 @  
Hallo Frank,

dieser Brief wurde nach der Währungsreform aufgegeben und mit 16,40 RM (alter Währung) frankiert. Die Postwertzeichen in RM waren zu 1/10 ihres Nennwertes gültig. Bei 16,40 RM / 10 kommst du auf ein Porto von 1,64 M (neuer Währung).

Damit wurde der Brief portorichtig frankiert (Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g = 24 Pfennig, Einschreibegebühr = 60 Pfennig, Gebühr Eilboten = 80 Pfennig).

Viele Grüße

Marko
 
hajo22 Am: 13.08.2014 13:32:03 Gelesen: 2873# 17 @  
@ Redfranko [#15]

Währungsreform 16,40 RM = 1,64 DM

Einschreiben 60 Pfg.
Eilboten 80 Pfg.
Bf. bis 20gr 24 Pfg.
= 164 Pfg.
 


Portorichtig.

Grüße
Jochen
 

Redfranko Am: 13.08.2014 13:36:04 Gelesen: 2867# 18 @  
@ hajo22 [#17]

Hallo Jochen,

vielen Dank für Deine schnelle Antwort! Das mit den Division durch 10 war mir mal wieder entfallen, ich habe mich da bislang zu wenig mit beschäftigt, nun ist aber ein Berg an Belegen aus der Zeit "aufgetaucht".

Gruß,
Frank
 
Redfranko Am: 13.08.2014 13:36:51 Gelesen: 2865# 19 @  
@ Marko Haucke [#16]

Hallo Marko,

auch an Dich vielen Dank! Hatte erst jetzt Deine Antwort gesehen.

Gruß,
Frank
 
westfale1953 Am: 13.08.2014 18:37:24 Gelesen: 2830# 20 @  
Hallo zusammen,

wer kann mir sagen, wie dieses 66 Pfg. Porto zustande kommt? Luftpost / Einschreiben von Darmstadt nach Berlin



Danke,
Bernhard
 
volkimal Am: 13.08.2014 18:54:29 Gelesen: 2824# 21 @  
@ westfale1953 [#20]

Hallo Bernhard,


Brief: 20 Pfennig
Einschreiben: 40 Pfennig
Luftpost: 5 Pfennig
Insgesamt: 65 Pfennig
 


Der Luftpostzuschlag innerhalb Deutschlands betrug 5 Pfennig je 20g für alle Briefsendungen. Der Brief ist also um 1 Pfennig überfrankiert.

Viele Grüße
Volkmar
 

Briefmarkentor Am: 31.08.2014 11:15:28 Gelesen: 2714# 22 @  
Hallo,

kann mir jemand bei der Bestimmung des Portos für folgenden Beleg weiterhelfen?



Ich würde auf

Brief im Fernverkehr bis 20 g = 24 Rpf
Einschreibegebühr = 60 Rpf
Rückschein = 60 Rpf

1,44 RM kommen. Frankiert ist der Brief aber nur mit 1,26 RM. Habe ich einen Denkfehler?

Viele Grüße

Marko
 
Briefmarkentor Am: 07.09.2014 14:08:38 Gelesen: 2651# 23 @  
Bei folgendem Beleg benötige ich eure Hilfe:



Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g vom 30. August 1949 aus Waren in Mecklenburg (OPD Schwerin - sowjetische Besatzungszone) nach Berlin (Magistratspost Groß-Berlin). Der Brief wurde in Mischfrankatur mit 108 Pfennig (1 x Mi.-Nr. 220, 1 x Mi.-Nr. 227) frankiert. Laut meiner Waage hat dieser Brief ein Gewicht von 10 g, womit ein Porto von 84 Pfennig ausreichend gewesen wäre. Weshalb 108 Pfennig verklebt wurden, erschließt sich mir zur Zeit noch nicht, zumal der Absender ein Unternehmer mit sicher hohem Postaufkommen war, der nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten gehandelt haben dürfte.

Beide Briefmarken wurden mit dem Zweikreisstegstempel (3) WAREN (MÜRITZ) / h 30. 8.49-11 abgeschlagen.

Hat jemand eine Idee bezüglich des Portos oder handelt es sich eher um einer Unaufmerksamkeit des Absenders?

Den Inhalt des Briefes will ich euch natürlich nicht vorenthalten:


 
volkimal Am: 07.09.2014 14:45:17 Gelesen: 2643# 24 @  
@ Marko Haucke [#23]

Hallo Marko,

der Briefinhalt könnte das Porto erklären. Es hießt dort:

Zur Glaubhaftmachung der vorstehenden Angaben überreiche ich anliegend eine eidesstattliche Versicherung der Antragstellerin.

Der Brief dürfte also eine Einlage gehabt haben, und dadurch mehr als 20 g gewogen haben.

Viele Grüße
Volkmar
 
LK Am: 07.09.2014 14:47:49 Gelesen: 2642# 25 @  
@ Marko Haucke [#23]

Hallo Marko,

aufgrund der zusätzlichen Vorlagen, die schon im Schreiben erwähnt sind,

Armenschein
Eidesstattliche Versicherung

und sicherlich auch wie zu dieser Zeit schon üblich eine Handlungsvollmacht für den Rechtsbeistand, wird das Gewicht dieses Briefes wohl über 20 Gramm gelegen haben.

Gruß

LK
 
Briefmarkentor Am: 07.09.2014 15:19:06 Gelesen: 2635# 26 @  
Natürlich! Ich habe den Brief zwar gelesen, aber an die Anhänge zum Brief habe ich nicht gedacht.

Vielen Dank für eure raschen Antworten.
 

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