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Thema: Deutsches Reich: Belege aus dem April 1945
Das Thema hat 38 Beiträge:
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Briefmarkentor Am: 02.08.2014 20:22:10 Gelesen: 6831# 1 @  
Hallo Sammlerfreunde,

mit diesem Beitrag möchte ich alle interessierten Forenteilnehmer aufrufen, ihre Belege aus dem April 1945 vorzustellen. Gesucht sind alle Formen von Belegen, die in dem Zeitraum auf dem Gebiet des Deutschen Reiches, und zwar nach dem Gebietsstand vom 30. September 1938, aufgegeben wurden.

Viele Grüße

Marko
 
Briefmarkentor Am: 02.08.2014 20:24:48 Gelesen: 6829# 2 @  
Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g vom 05. April 1945 aus Bergen auf Rügen in der Provinz Pommern (RPD Stettin) nach Mölln in der Provinz Schleswig-Holstein (RPD Hamburg). Der Brief wurde portorichtig in Mehrfachfrankatur mit zwei Freimarken zu 6 Rpf der Dauerserie mit dem Abbild Adolf Hitlers vom 1. August 1941 (2 x Mi.-Nr. 785) frankiert.




 
hajo22 Am: 03.08.2014 15:59:42 Gelesen: 6770# 3 @  
Fernbrief über 20 gr. vom 20.4.1945 mit 2x12 Pfg. (Mi.Nr. 906). Nach meinem Dafürhalten philatelistisch inspiriert, aber was soll's.

An diesem Tag "feierte" ein Mann seinen 56. und letzten Geburtstag in seinem Bunker in Berlin im Garten der Neuen Reichskanzlei.



Post aus den letzten Kriegstagen im Mai 1945 gibt`s auch noch. Du hast den Mai schon unter "Alliierte Besetzung" gebucht, das ist nicht ganz richtig.

Schönen Sonntag.
Jochen
 
Briefmarkentor Am: 03.08.2014 17:30:03 Gelesen: 6750# 4 @  
Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g als Einschreiben vom 6. April 1945 aus Demmin in der Provinz Pommern (RPD Stettin) nach Berlin (RPD Berlin). Als Dienstbrief mit dem Vermerk "Frei durch Ablösung Reich" brauchte die Sendung aufgrund entsprechende Vereinbarungen mit der Reichspost nicht mit Postwertzeichen freigemacht werden.


 
Briefmarkentor Am: 03.08.2014 17:32:29 Gelesen: 6748# 5 @  
@ hajo22 [#3]

Du hast den Mai schon unter "Alliierte Besetzung" gebucht, das ist nicht ganz richtig.

Hallo Jochen,

danke für den Hinweis. Vielleicht kann man das Thema umhängen.

Viele Grüße

Marko

[Mai-Thema redaktionell geändert]
 
hajo22 Am: 03.08.2014 18:11:40 Gelesen: 6733# 6 @  
@ Marko Haucke [#5]

Oder Du eröffnest ein eigenes Thema Mai 1945 Deutsches Reich und (noch) Besetzte Gebiete (z.B. Böhmen und Mähren).

Hier ein sogenannter "Überroller", Geschäftsbrief mit AH 12 Pfg. aus Gammertingen vom 17.4.1945 mit amerikanischer Zensur.

Bei vielen "Überrollern" weiß man nicht, wann sie den Empfänger oder den Absender (bei Rücksendung) erreichten. Hier ist es anders: Der Empfänger notierte: "Eingegangen 20. Dez. 1945".



Schönen Restsonntag.
Jochen
 
hajo22 Am: 03.08.2014 18:18:17 Gelesen: 6727# 7 @  
@ Marko Haucke [#4]

"Frei durch Ablösung Reich" bedeutete, daß vom Reich ein Pauschalbetrag als Portoablöse an die Reichspost für das ganze Jahr bezahlt worden war.

Sehr interessanter Absender und Empfänger. Der R-Bf. ist was Besonderes!

Viele Grüße
Jochen
 
Briefmarkentor Am: 04.08.2014 20:17:14 Gelesen: 6662# 8 @  
Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g vom 12. April 1945 aus Torgelow in der Provinz Pommern (RPD Stettin) nach Berlin (RPD Berlin). Der Brief wurde portorichtig in Mehrfachfrankatur mit zwei Freimarken zu 6 Rpf der Dauerserie mit dem Abbild Adolf Hitlers vom 1. August 1941 (2 x Mi.-Nr. 785) frankiert.



Der Inhalt des Briefes ist erhalten geblieben:



Und hier noch einmal der Text für alle, die die Schrift nicht lesen können:

Torgelow, den 12.4.45

Liebe Tochter,

ich muß auch einmal wieder ein paar Zeilen schreiben, und denke, daß ihr gesund seid. Könnt ihr das (Leben?) in Berlin noch ertragen? Ich glaube kaum, kommt lieber raus aus Berlin, hier ist es bis jetzt noch ruhig, und wenn wir noch raus müssen, können wir höchstens im Wald flüchten und Deckung suchen, aber ich denke, so weit wird es ja nicht mehr kommen, daß sie hier noch kämpfen dann. Ist doch schon alles vorbei.
Die Flüchtlinge sind alle noch hier.

Ich habe gehört, die Leute flüchten auch schon aus Berlin raus. Da gibt es keine Kartoffel, kein Gas, gar nichts. Hier ist ja auch alles knapp, aber bis jetzt haben sie hier noch keine Bomben geschmissen. Alarm haben wir ja auch öfter, aber sie fliegen immer rüber, es kann ja noch kommen, man weiß es ja nicht. Wir wollen es nicht hoffen. Wenn doch das mal erst ein Ende hätte. Wenn ihr auch noch raus müsst, wo wollt ihr dann hin? Dann kommt doch hierher zu uns, wo ihr bleibt, da bleiben wir alle.
Liebe Kinder, jetzt muß ich schließen. Ich bin noch gesund, viele herzliche Grüße und Küsse an alle, Mutter.
Schreibt bald.


Die Gemeinde Torgelow wurde am 28. April 1945 durch Truppen der Roten Armee besetzt.
 
hajo22 Am: 06.08.2014 10:19:29 Gelesen: 6618# 9 @  
Wir glauben an den deutschen Sieg!

So lautet eine Durchhalteparole auf einem Feldpostbrief vom 12.4.45 an das Deutsche Rote Kreuz in Ettal/Oberbayern.



Keine 4 Wochen später war alles vorbei.

Schönen Tag.
Jochen
 
hajo22 Am: 06.08.2014 17:07:30 Gelesen: 6580# 10 @  
Anfang des Monats April 1945 gab es noch verhältnismäßig viel Zivilpost im süddeutschen Raum. Das änderte sich im Laufe des Monats mit der fortschreitenden Besetzung dieses Gebietes durch die Alliierten (im Wesentlichen der US-Army, daneben auch durch französische Einheiten).

Hier ein Einschreibbrief frankiert mit 2 Volkssturm-Zuschlagsmarken zu je 12 Pfg. und 3 Zuschlagsmarken Stadt Oldenburg zu je 6 Pfg., insgesamt 42 Pfg. (= Fernbrief 12 Pfg. + R-Gebühr 30 Pfg.). Mit Zuschlägen hat der Brief 1 RM gekostet.

Gestempelt mit dem Ortswerbestempel Ravensburg 1 ("Nähe Bodensee und Alpen") v. 5.4.45 nach Salach (Ankunft 6.4.45).

Der gezeigte Orts-Werbestempel von Ravensburg wurde nach dem Krieg weiterverwendet.



Ravensburg dürfte im Zeitfenster vom 25.4. bis 29.4.45 besetzt worden sein.

Schönen Tag.
Jochen
 
hajo22 Am: 09.08.2014 15:28:14 Gelesen: 6536# 11 @  
Später Einschreibbrief aus Linz/Donau mit 42 Pfg. AH (Mi. A795) v. 11.4.45 nach Gallneukirchen (Ankunft 13.4.45).

Der Brief konnte noch zugestellt werden. Das etwa 130 km Luftlinie östlich von Linz gelegene Wien wurde am 13./14.4.45 von der Roten Armee besetzt. Erst am 5.5.45 fuhren in Linz Einheiten der 11. US-Panzerdivision ein.



Schönen Samstag
Jochen
 
hajo22 Am: 14.08.2014 23:26:08 Gelesen: 6519# 12 @  
Hier ein Brief gestempelt München vom 27.4.45 (im Original besser lesbar als auf dem scan), also keine 2 Wochen vor der "Stunde Null". Die Amerikaner hatten gerade München besetzt. Der Brief ist mit 12 Pfg. als Fernpost freigemacht, der Absender wohnte in Bergen/Obb. Er oder ein Reisender nach München, der den Brief mitnahm, gab ihn in München zur Post. Das erschien dem Absender wahrscheinlich sicherer, denn es ging ja wohl um Geld und da sollte die Post schon ankommen. Doch die Post wurde zu spät aufgegeben, der Brief "überrollt" und zensiert. Wann die Zustellung nach Kriegsende erfolgte, kann man nicht ersehen.



Schönen Abend.
Jochen

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Deutsches Reich Dauerserie Hitler"]
 
hajo22 Am: 25.08.2014 18:33:07 Gelesen: 6370# 13 @  
Brief vom 13.4.45 aus München-Neuaubing nach Freudenstadt/Schwarzwald.

Der Brief wurde "überrollt" und erhielt den Verzögerungsstempel aus Süd-Württemberg (Französische Zone) 3-Zeiler in rot: "Weiterleitung durch/Kriegsverhältnisse/verhindert."

Die beim Zusammenbruch im Frühjahr 1945 im Gebiet der späteren französischen Besatzungszone angehaltenen Sendungen wurden im Jahre 1949 von der französischen Besatzungsmacht freigegeben und an die Empfänger oder Absender nachträglich ausgehändigt.

Privat- und Geschäftsbriefe tragen regelmäßig keine Zensurvermerke.

Diesen Verzögerungsstempel gibt es in verschiedenen Ausführungen.



Im vorliegenden Fall wurde der Brief an den Absender nach M-Neuaubing zurückgeschickt (Adresse rückseitig). Kein Eingangsvermerk (leider).

Schönen Tag.
Jochen
 

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