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Thema: Briefmarkenhändler und Briefmarkensammler früherer Zeiten
Das Thema hat 182 Beiträge:
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Hornblower Am: 16.07.2014 12:38:16 Gelesen: 35430# 33 @  
@ volkimal [#1]

Hallo Volkmar,

Ernst Petritz (1852-1926) war seinerzeit ein sehr berühmter Philatelist und Händler. Er war Gründungs- und Ehrenmitglied des Internationalen Philatelistenvereins Dresden und Redakteur der Zeitschrift "Philatelist", die ab Mai 1880 als Vereinsorgan des IPhVD fungierte. (siehe "Wer ist wer in der Philatelie" von Wolfgang Maassen, 1999). Noch mehr über ihn findet man in "Philatelie und Vereine im 19. Jahrhundert", ebenfalls von Wolfgang Maassen, ein sehr empfehlenswertes Buch mit einer Fülle an Hintergrundinformationen über die Anfänge der Philatelie in Deutschland. Schade, dass all diese Leute, die seinerzeit wirklich Rang und Namen hatten, heute vergessen sind.

Beste Grüße
Michael Ullrich
 
Marcel Am: 03.08.2014 20:21:27 Gelesen: 35229# 34 @  
Hallo!

Hier ein Brief als Drucksache des Briefmarkenhändlers Valerie Vesely aus Prag, erst gelaufen nach Buchholz/Sachsen dann nach Bad Nauheim/Hessen postlagernd, vom 04.09.1943.



schöne Grüße
Marcel
 
10Parale Am: 17.08.2014 18:34:28 Gelesen: 35088# 35 @  
@ volkimal [#1]

Bleiben wir in England, diesen Briefumschlag habe ich auf den Flohmarkt für 2,-- Euro gekauft.

Absender ist die berühmte Firma Theodor Buhl & Co., Stamp Merchants, Publishers of the "Stamp News" and "The Philatelic Record" in London.

Die Zeitschrift "The Philatelic Record" war eine der frühen philatelistischen Zeitschriften in England und wurde zwischen 1879 und 1914 herausgegeben. Theodor Buhl hatte die Gelgenheit, einmal das Briefmarkenhaus von Stanley Gibbons zu kaufen, der Preis von 20.000 Pfund war ihm jedoch zu hoch. 1892 kaufte er die Firma Pemberton Wilson & Co. in London, den Erstherausgeber der Zeitschrift "The Philatelic Record". 1897 bekam eine seiner Sammlungen eine Goldmedaille an der Briefmarkenausstellung in London.

Schöner Beleg, wie ich finde, ein waagrechtes Paar der Stanley Gibbons Nr. 197, der Jubiläums-Ausgabe mit einem historischen Hintergrund.

Schön auch, dass der Brief nach Deutschland gelaufen ist.

10Parale


 
volkimal Am: 17.08.2014 21:33:10 Gelesen: 35058# 36 @  
@ Hornblower [#33]

Hallo Michael,

habe gerade erst Deine Bemerkungen zu meinem Brief entdeckt. Vielen Dank für die Erläuterungen. Ernst Petritz war mir bis dahin nicht bekannt.

Viele Grüße
Volkmar
 
drmoeller_neuss Am: 04.09.2014 15:28:03 Gelesen: 34846# 37 @  
Den Briefmarkenversand Goldhahn gibt es noch heute, wenn auch in Sammlerkreisen nicht ganz unumstritten.

Auf jeden Fall ist viel Frankaturware angefallen, die auf Paketkarten verwertet wurde, obwohl das Postamt Obertshausen schon lange keine Paketkarten mehr frankiert hat. Dann wurde die Registriermaschine eben auf Null gestellt.


 
hajo22 Am: 07.09.2014 17:19:01 Gelesen: 34743# 38 @  
"Aus der "Festung" Berlin grüße ich Sie mit Luftbrückenstempel."
schrieb der bekannte Briefmarkenhändler KROKER, Berlin-Tempelhof, an seinen Kollegen Nerz nach München am 23.10.1948.

Die Drucksache erhielt den Luftbrückenstempel Berlin SW 11 aa und ist auch sicher über die Luftbrücke befördert worden. Bei einer Weiterleitung über Ostberlin (NW 7) wären Marke und Luftbrückenstempel beanstandet und die Drucksache retourniert worden.



Weil Geldüberweisungen nach Berlin nicht so einfach waren, verlangte der Berliner Händler Vorkasse in DM-West im Einschreib- oder Wertbrief. Westdeutsche Post wurde gleichfalls über die Luftbrücke nach West-Berlin befördert.

Wie ich finde ein schönes Stück, das sich in meiner Luftbrückensammlung befindet.

Schönen Sonntagnachmittag.
Jochen
 
zockerpeppi Am: 07.09.2014 19:28:09 Gelesen: 34715# 39 @  
Aus dem Jahre 68: Nachnahme Beleg Absender Hermann E. Sieger nach Luxemburg



beste Sammlergrüße
Lulu
 
Mondorff Am: 08.09.2014 16:24:51 Gelesen: 34667# 40 @  
Ein Sammler und ein Händler suchten beide Kontakt mit Luxemburg:



Eine Ganzsachen-Umschlag von einem Sammler aus Mexiko aus dem Jahre 1929



... und eine Ganzsachen-Postkarte von einem Händler aus Tunesien aus dem Jahre 1894.

Freundlichen Gruß
DiDi
 
Heinz 7 Am: 10.09.2014 13:49:29 Gelesen: 34604# 41 @  
@ ziffer-freak [#44]

Ein sehr schöner Beleg!

Ich kenne das Briefmarkenhaus Sekula. Es war auch bekannt für wirklich aufsehen erregende Briefmarken-Auktionen. Mit dem Namen "Bela Sekula" verbindet der Philatelist aber auch einige nicht so gute Erfahrungen.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
ziffer-freak Am: 10.09.2014 22:33:48 Gelesen: 34562# 42 @  
@ Heinz 7 [#41]

Hallo Heinz,

was auch immer die Familie Sekula (oder früher auch Szekula) angestellt hat, damit sie zu diesem schlechten Ruf gekommen ist; ich darf damit - sprich mit diesem Brief - eine äusserst angenehme Erfahrung verbinden.

Die verwendeten Marken sind nämlich tatsächlich die wesentlich selteneren (und entsprechend teureren) Ausgaben auf geriffelten Papier.

Hier das entsprechende Attest, dessen zusätzlicher Kostenaufwand sich für mich auf jeden Fall gelohnt hat (Fotos des Briefes siehe [#44]):



Der Katalogwert (nach SBK) in einzelnen Einheiten berechnet beläuft sich somit bereits auf insgesamt rund CHF 4'400.-. Ein solch grosser zusammenhängender Bogenteil aber dürfte eine grosse Seltenheit darstellen (vor allem bedarfsverwendet auf komplettem Originalbrief), und daher ist wohl sogar eher noch ein höherer Liebhaberpreis anzusetzen.

Somit dürfte wahrscheinlich der Umschlag heute wesentlich mehr Wert sein, als der damalige Inhalt. Wenn Sekula das geahnt hätte. ;-)

Liebe Grüsse
Andy

(Dieser Brief ist übrigens zu haben. Ich wäre auch für ein Tauschangebot gegen Altschweiz-Marken offen.)
 
Heidelberg Collector Am: 22.09.2014 21:57:49 Gelesen: 34347# 43 @  
Hallo Zusammen,

habe gerade einen kleinen Posten Belege aus der Zeit um 1948-1950 bekommen und da sind auch vier Belege von Briefmarkenhändlern dabei, die ich an dieser Stelle gerne zeigen möchte. Natürlich bieten zwei der Händler auch die Potschta-Marke an, die gerade wieder in aller Munde ist. Habe sie einfach mal der Reihe nach abgebildet:



Briefmarken Günter Naacke



Briefmarken Günter Naacke (29.04.1949 - Rückseite)



Briefmarken Rudolf Hantschke, Bautzen



Briefmarken Rudolf Hantschke (Angebotsliste 02.06.1949 - mit Potschta-Angebot)



Briefmarken Alfred Seppelt, Berlin-Wilmersdorf



Briefmarken Alfred Seppelt (Ausschnitt seiner Preisliste 18.05.1949 - auch er bietet die Potschta-Marken an)



R. Ludwig, Dreden 30.09.1959



Weiß jemand etwas über die Händler? Anekdoten? Ich bin neugierig. Gerne hätte ich auch mehr Informationen über den Sammler, an den die Angebote gingen, Herrn Dr. Robert Shubnell.

Suche für meine Heimatsammlung Briefmarkenhändlerbelege aus Heidelberg, gerne auch Werbung etc. bis ca. 1960. Gerne auch Tausch gegen die gezeigten Belege oder ähnliche Belege.

Beste Grüße,

der Heidelberg Collector
 
hajo22 Am: 23.09.2014 10:23:57 Gelesen: 34254# 44 @  
Reichspost-Maschinenstempel Kiel 1 b mit Wellenstempel-Einsatz vom 5.3.46 mit 3x8 Pfg. AM-Post (deutscher Druck, Mi.Nr. 21) an den Briefmarkenhändler Fritz Paulus in Mettlach/Saar. Die PLZ wurde von (22) auf (18) handschriftlich korrigiert. Ein Brief ins Saarland noch zum Inlandstarif mit 24 Pfg.-Frankatur.



Schönen Tag.
Jochen

[Beitrag redaktionell kopiert aus dem Thema "Reichspost Stempel nach 1945 verwendet"]
 
Heinz 7 Am: 23.09.2014 14:10:46 Gelesen: 34299# 45 @  
@ ziffer-freak [#42]

Glück dem Tüchtigen!

Lieber Andi,

ich gratuliere herzlich zu diesem tollen Ergebnis. Du hast recht, ein S40z + S42z - aus einem Bogenteil aus einem Kehrdruck-Bogen (für die Herstellung von Markenheftchen), echt verwendet, ist eine grosse Rarität und hat einen hohen Wert. Diesen Brief kannst Du sicherlich gut verkaufen.

Es ist ja so, dass die Briefmarken-Händler immer wieder auch schöne Sachen selbst vorbereitet haben, indem sie seltene Frankaturen schön zusammenstellten, Kehrdrucke einbauten, u.s.w. - Auch viele Flugpostbelege gibt es zum Teil nur dank den Händlern, die eben auch wussten, was gut und selten ist (oder wird). Es gibt auch mehrere frühe F.D.-Covers, die nur dank der Initiative von Händlern überhaupt existieren!

Vielleicht teilst Du uns später mit, wie teuer Du den Brief verkaufen konntest; das würde mich interessieren.

Und: das ist vielleicht Ansporn für viele Sammler, (und solche, die es werden wollen), auch "unscheinbare" Belege einmal genauer anzusehen und zu würdigen.

Schöne Grüsse
Heinz
 
ziffer-freak Am: 23.09.2014 21:53:55 Gelesen: 34257# 46 @  
@ Heinz 7 [#45]

Hallo Heinz,

das Interessante daran ist ja, dass gerade dieser Händler seine Geschäftsbriefe stets mit (meist attraktiven) Mischfrankaturen zu frankieren pflegte. Besonders die Übersee-Frankaturen bestanden meist aus Kehrdrucken, Zusammenhängenden Werten, und - ziemlich oft sogar - kompletten, offiziellen Markenheftchen-Blättern (mit meist 2 verschiedenen Marken).

Allerdings haben diese Blätter jeweils nur einen (relativ) geringen Katalogwert (ca. CHF 90.- - 150.-). Schon fast Standard ist deshalb auf eBay ein Startpreis von ca. $ 20.- für solche Briefe! Das Interesse dafür ist jedoch ebenfalls relativ gering.

Auch mein Brief war ein solches $ 20.--Angebot. Ich hatte es mir eigentlich nur angeschaut, weil nur die unfrankierte Vorderseite abgebildet war. Als ich dann allerdings in der "Beschreibung" auch die Rückseite abgebildet sah, wurde ich neugierig: Zwischenstege hatte ich bisher noch nie auf Sekula-Briefen gesehen. Ein Blick in den Katalog liess mich spontan ein Gebot zum Ausrufpreis abgeben: Kat.-Wert rund CHF 950.-! Ich blieb sogar der einzige Bieter, und bekam den Zuschlag. Inzwischen entdeckte ich auch die Möglichkeit, dass die Einheit anhand des Datums ja auch durchaus auf geriffeltem Papier sein könnte. Der Kat.-Wert dafür wäre dann allerdings mit mind. CHF 4'400.- um einiges höher. Da ich keine Möglichkeit hatte, das selbst zu überprüfen, beschloss ich dies einem Experten zu überlassen. Das Ergebnis dieser Expertise kannst du ja unter [#42] sehen.

Da meine Kollegin - Inhaberin vom renommierten Auktionshaus Rölli, Luzern - ihr Interesse bekundete, werde ich den Brief dort zur nächsten Auktion einliefern (Feb. 2015). Der Katalog und die Ergebnisse werden online abrufbar sein.

Lieber Gruss
Andy
 
Heinz 7 Am: 23.09.2014 23:23:21 Gelesen: 34246# 47 @  
@ ziffer-freak [#46]

Hallo Andy,

Danke für die Erläuterungen! Ich wundere mich, dass Du bei ebay solch einen Fund machen kannst, und dass Du dabei alleine geblieben bist. Glückwunsch!

Nun hoffe ich, dass Christina Bamford den Brief bei Rölli hoch verkaufen kann. Ich werde bestimmt nachsehen, wie das Resultat sein wird! Auch auf den Startpreis bin ich gespannt.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
ziffer-freak Am: 24.09.2014 02:10:45 Gelesen: 34238# 48 @  
@ Heinz 7 [#47]

Ja Heinz,

dieses, und ähnlich gute Schnäppchen lassen sich ohne weiteres auf eBay machen. Einzige Voraussetzungen dazu sind gute Kenntnisse der Materie, etwas Erfahrung, Neugier, Mut, viel Geduld und etwas Glück.

So konnte ich auch bereits schon z.B. je eine etwas mangelhafte "Zürich 4" oder eine "Halbe Doppelgenf" für ca. CHF 50.- ergattern, aber auch schon eine einwandfreie "Ortspost" ohne Kreuzeinfassung zu 5% des Katalogwertes.

Mein grösstes Schnäppchen aller Zeiten aber tätigte ich erst vor ein paar Monaten am Ostersonntag (kurz vor dem Sekula-Brief). Ich werde es in Kürze in meinem Thread "Schweiz: Dauerserie Kreuz/Wertziffern" vorstellen. Als kleiner Tip: Laut dem Attest, das ich nach seinem Erhalt erstellen liess, ist es ein "bedeutendes Stück der Schweizer Philatelie".

Liebe Grüsse
Andy
 
Heidelberg Collector Am: 11.10.2014 11:23:13 Gelesen: 34069# 49 @  
Moin Zusammen,

heute möchte ich Euch einen kleines Teilgebiet meiner Heimatsammlung "Heidelberg" vorstellen. Heidelberg ist bekannt für einen der ältesten Briefmarkenvereine Deutschlands. Natürlich haben sich im Laufe der Jahre einige Händler in Heidelberg angesiedelt. Viele Spuren sind längst verloren gegangen, aber ein Händler taucht immer mal wieder in Kisten oder philatelistischen Überbleibseln auf - es geht um das Briefmarkengeschäft Wilhelmy in Heidelberg.

Einen ersten Eintrag, den ich in den Heidelberger Adressbüchern gefunden habe, geht auf das Jahr 1938 zurück. Das späteste Heidelberger Adressbuch, was mir vorliegt ist von 1974/75 - dort findet sich noch ein Eintrag unter Gertrud Wilhelmy, Briefmarkengeschäft Franz-Knauff-Str. 22.



In den späten 40er bis in die 50er Jahre gab es auch einige Versteigerungen in Heidelberg.

Als Geschenk bekam man so im Jahre 1947 zur 4. Heidelberger Briefmarkenversteigerung (bei erfolgreicher Teilnahme) ein Briefmarkenalbum geschenkt - überreicht von Wilhelmy. Ob man es auch kaufen konnte, kann ich leider sagen. Dieses Album erhielt ich von einem Sammler, dessen Vater erfolgreicher Bieter war!



Heute findet man Wilhelmy in Mannheim. Q 3, 4, 68161 Mannheim - Quadrate.

Belege von Wilhelmy sind auch öfters mal zu finden:



Auch ein Firmenfreistempler war in Benutzung - allerdings habe ich hier noch nicht recherchiert, von wann bis wann er im Einsatz war:



Vielleicht hat der ein oder andere von Euch ja noch etwas beizusteuern - oder kennt noch alte Geschichten, war vielleicht jemand sogar Kunde noch in Heidelberger Tagen? Bei meiner nächsten Fahrt nach Mannheim muss ich mal schauen, was die jetzigen Besitzer von der Firmengeschichte gerettet haben.

Beste Sammlergrüße

Yoska

Suche dringend Material zum Heidelberger Briefmarkenhändler Arnold Georg (Fahrtgasse 5 bzw. Universiätsplatz). Gerne auch Belege "neuerer Händler" wie Edelmann aus den 70er-90er Jahren.
 
BD Am: 11.10.2014 11:57:27 Gelesen: 34059# 50 @  
Hallo,

Faber Heidelberg.

Das waren noch Zeiten, als Briefmarken mit Patentgoldbrillen bezahlt wurden und es 100 Thaler gab, wenn eine Fälschung verkauft wurde.

Beste Grüße Bernd


 
Hornblower Am: 12.10.2014 10:21:50 Gelesen: 33966# 51 @  
@ BD [#50]

Über Wilhelm Faber (ca. 1850 bis etwa 1914/15) hat Wolfgang Maassen sehr interessante Hintergründe herausgefunden. Wer hier mehr wissen möchte, dem sei sein Buch "Philatelie und Vereine im 19. Jahrhundert", S. 319 ff. empfohlen.

Beste Grüße
Michael Ullrich
 
Hornblower Am: 12.10.2014 10:34:20 Gelesen: 33962# 52 @  
@ Heidelberg Collector [#49]

Mitte der 70er Jahre war ein Briefmarkengeschäft Wilhelmy in Mannheim, R 5. Die Inhaberin war meines Wissens eine Frau Eva Bierenbrodt, die aber schon vor einigen Jahren verstorben ist. Der Inhaber des heutigen Geschäfts in Q 3 ist, soweit ich weiß, ihr Sohn. In alten Jahrgängen der DBZ aus den 50er Jahren findet sich immer wieder ein Inserat oder ein Auktionsbericht von Wilhelmy in Heidelberg.

Wilhelm Wolfschlag, der ebenfalls in der Anzeige genannt ist, war seinerzeit ein sehr bekannter Händler und Baden-Spezialist. Zusammen mit Siegfried Simon (1895-1960) und J. A. Bosshard hat er 1929 einen damals vielbeachteten Baden-Spezialkatalog herausgegeben, den man heute noch nutzen kann. Leider fehlen mir sowohl von Bosshard als auch von Wolfschlag nähere biographische Angaben. Sollte hier jemand mehr wissen, wäre ich für Hinweise dankbar.

Gruß
Michael Ullrich
 
Hornblower Am: 12.10.2014 10:54:19 Gelesen: 33953# 53 @  
Hier ein zugegebenermaßen sicher philatelistisch beeinflusster Satzbrief "Campione" Mi.-Nr. 6-12 der Ausgabe vom 7. September 1944, gültig bis 31. Mai 1952.

Der Name des Empfängers Behle-Neuhold sagt heute wohl kaum noch jemand etwas. Er war der Herausgeber des "Equator", der ersten farbigen Briefmarken-Illustrierten Deutschlands, die 1948 in Hamburg herauskam. Es erschienen eine Null-Nummer und drei reguläre Ausgaben, dann war Schluss und Behle-Neuhold wohl ruiniert. Seine Spuren verlieren sich in der Schweiz. Horst Hamann (1923-2003) hat sein Schicksal 1993 in seinem Buch "Zwischen Käuzen, Königinnen und Skandalen" anschaulich geschildert. Die vier Hefte sind sehr selten, ich habe viele Jahre gebraucht, sie zusammenzutragen, was sich aber lohnt, denn sie sind auch heute noch lesenswert!

Im regulären Heft Nr. 1 schrebt Behle-Neuhold selbst auf S. 15 einen Artikel unter der Überschrift "Ich war in Campione", in dem er die Geschichte der italienischen Enklave und seiner Marken sehr anschaulich schildert. Den Brief hat er möglicherweise sogar an sich selbst geschickt.

Beste Grüße
Michael Ullrich


 
Heidelberg Collector Am: 12.10.2014 12:34:04 Gelesen: 33944# 54 @  
@ Hornblower [#52]

Hallo Herr Ullrich,

prima, wieder ein weiteres Puzzlestück. :-)

Danke für die Informationen über Herrn Wolfschlag und das Mannheimer Geschäft Wilhelmy. Jetzt muss ich doch mal schauen, ob sich nicht auch zu Herrn Wolfschlag Belege finden lassen.

Beste Sammlergrüße vom Hohentwiel

Yoska
 
Hornblower Am: 12.10.2014 16:35:12 Gelesen: 33922# 55 @  
@ Heidelberg Collector [#54]

Gern geschehen. Ich werde auch einmal die Augen offen halten und in Heidelberg/Mannheim direkt nachforschen, vielleicht lässt sich noch mehr herausfinden.

Beste Grüße
Michael Ullrich
 
Pepe Am: 12.10.2014 17:05:46 Gelesen: 33915# 56 @  
Hier mal Höflichkeit vor 104 Jahren



Einlage im Europa Katalog 1910, 107x171mm (B,H)



Titelblatt, 118x188mm, 108 Seiten, vermutlich Reprint weil zu gut erhalten.

In meinem Besitz schon über 30 Jahre. Wenn es ein Reprint ist, wie erfährt man dessen Augabedatum?

Nette Grüße
Pepe
 
Hornblower Am: 13.10.2014 17:37:35 Gelesen: 33846# 57 @  
@ Pepe [#56]

Es ist ein Nachdruck. Dieser kam 1981 zur NAPOSTA in Stuttgart heraus und kostete 2 DM. Das (extrem seltene) Original hat eine violette Broschur, der Nachdruck eine graue. Zudem kann man beide dadurch leicht unterscheiden, dass die Jahresangabe 1910 beim Nachdruck mittig und beim Original unten links steht.

Beste Grüße
Michael Ullrich
 

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