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Thema: Deutsches Reich Inflationsbelege
Das Thema hat 5244 Beiträge:
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inflamicha Am: 02.10.2014 21:15:39 Gelesen: 547865# 3345 @  
Guten Abend,

zurück zu den Privatganzsachen-Kartenbriefen, heute ein am 12.9.1920 (PP 5) als Fernbrief benutztes Exemplar mit Wertstempel 40 Pf. Germania ohne Zusatzfrankatur von Berlin nach Leipzig-Konnewitz. Absender ist ein Herr Weiner, Mitglied im Berliner Ganzsachen-Sammler-Verein. Dieser Herr war Urheber der Wertstempelzudrucke auf Feldpost-Kartenbriefen. Im Text des Briefes bittet er somit auch unter Verweis auf den Vereinsvorsitzenden Dr. Stenger, der dem Empfänger wohl ungebrauchte Feldpostkartenbriefe in größeren Mengen überlassen hat, um Zusendung vorhandener Bestände, um weitere Überdrucke veranlassen zu können.

Herr Weiner besaß später die größte Sammlung dieser Privatganzsachen mit seltensten Kombinationen (kein Wunder, denn an der Quelle saß der Knabe...), z.B. Wertstempel auf bayerischen Feldpostkartenbriefen. Laut Strahlendorff/Mette ist die Sammlung 1941 kriegsbedingt ganz oder zumindest in großen Teilen verloren gegangen.



Ich wünsche euch ein erholsames verlängertes Wochenende!

Gruß Michael
 
muemmel Am: 02.10.2014 21:32:57 Gelesen: 547855# 3346 @  
Ebenfalls einen schönen guten Abend,

aus der Sammlung von André heute ein eingeschriebener Ortsbrief:



Zunächst ist die Mischung von Frei- und Dienstmarken etwas, das man nicht jeden Tag findet. Hinzu kommt, dass es sich um einen R-Ortsbrief der 2. Gewichtstufe >21–100g handelt, nach denen man ebenfalls lange suchen muss. Das Porto betrug 30 Mark und für die Einschreibgebühr waren 40 Mark zu berappen.

Alles in allem ein nicht alltäglicher Beleg.

Ein schönes und sonniges verlängertes Wochenende wünscht euch
Harald
 
kauli Am: 02.10.2014 22:32:01 Gelesen: 547835# 3347 @  
Nabend zusammen,

heute eine Paketkarte, zufällig aus Berlin nach Memel, und zufällig noch ein neues Spätdatum. Aber das nur nebenbei.

Paketkarten per Einschreiben sind auch nicht häufig zu bekommen.

Aus der PP 10, frankiert mit 128 M. Davon 120 M für Pkete bis 5 kg. über 75 km. für das Einschreiben waren 8 M
zu entrichten.

Interessant auch der Aufkleber mit mit dem Hinweis "Das Paket lagert behufs Verzollung beim Zollamt".



Viele Grüße
Dieter
 
muemmel Am: 03.10.2014 11:48:41 Gelesen: 547618# 3348 @  
Guten Morgen,

aus der Portoperiode 25 (20.–25.11.1923) zeige ich hier eine Fernpostkarte, die vom Berliner Reichstag nach Aachen gelaufen ist:



Abgesehen davon, dass der Stempel außerordentlich sauber abgeschlagen wurde, ist auch der Empfänger erwähnenswert. Professor Dr. Schmid-Burgk lehrte an der Technischen Hochschule Aachen und genoss einen außerordentlichen Ruf. Nähere Informationen kann man bei Wikipedia unter "Max Schmid-Burgk" nachlesen (das kopieren des Links klappt leider nicht).

Den Text der Mitteilungsseite kann ich nur rudimentär lesen:

Sehr geehrter Herr Professor!

Ihre Zuschrift vom 17. ??? ??? im ???. Ganz viele ???? Ihren Brief sodann ???.

Ihr ergebenster
Unterschrift

Da die Unterschrift unleserlich ist, wird der Absender wohl unbekannt bleiben. Es wäre jedoch lieb, wenn sich Forumler finden, die den Text vervollständigen können.

Schöne Grüße
Harald
 
inflamicha Am: 03.10.2014 12:15:41 Gelesen: 547612# 3349 @  
@ muemmel [#3348]

Hallo Harald,

der Text lautet:

Sehr geehrter Herr Professor! Ihre Zuschrift vom 17. habe ich im Spar-Ausschuß mit dem R(eichs)Finanz Min(isterium) verhandelt u. Ihren Brief sodann dort vorgelegt. Ihr ergebenster (Unterschrift)

Gruß Michael
 
muemmel Am: 03.10.2014 13:34:32 Gelesen: 547575# 3350 @  
@ inflamicha [#3349]

Michael,

ganz herzlichen Dank. Damit kann ich das Teil nun in meiner Sammlung vernünftig beschreiben.

Gruß
Mümmel
 
muemmel Am: 03.10.2014 20:20:35 Gelesen: 547429# 3351 @  
Guten Abend,

nun wieder ein R-Brief aus der Sammlung von André:



Gelaufen am 20.8.1923 von Rastede nach Biberach/Riss und frankiert mit einer 253. Porto 1000 Mark, Einschreibgebühr ebenfalls 1000 Mark.

Hübsche Grüße
Harald
 
inflamicha Am: 04.10.2014 12:30:41 Gelesen: 547173# 3352 @  
Mahlzeit,

ein paar mehr Exemplare der Mi-Nr. 253 und rückseitig zusätzliche Marken der Mi-Nr. 254 erforderte ein R-Fernbrief am 24.8.1923, also eine Portoperiode später (PP 16). Ab diesem Tage verzwanzigfachte sich das Porto zu den auf Haralds gezeigtem Beleg frankierten Beträgen- Briefporto also 20.000 M und Einschreibgebühr ebenfalls 20.000 M, die Gesamtsumme von 40.000 M wurde mit 5mal 2000 und 10mal 3000 Mark-Marken beglichen.



Neben der interessanten Empfängerangabe "An die Fahrkartenausgabe. Hauptbahnhof. Potsdam." erfreut der aufgebrauchte R-Zettel alter Form mit rechtsstehendem R das Auge. In kleinen Postorten mit wenig Nachfrage nach der Zusatzleistung Einschreiben sind diese längst abgelösten Zettel noch bis in die Inflationszeit und darüber hinaus verwendet worden. Fahrland hatte damals nur wenig mehr als 1000 Einwohner, inzwischen wurde der Ort nach Potsdam eingemeindet.

Gruß Michael
 
BD Am: 04.10.2014 13:23:57 Gelesen: 547146# 3353 @  
Hallo,

Paketkarte vom 3.8.1923 zu einem Paket von 6 kg. über 375 km. mit Dringenden Versand.

Porto Normalpaket 12600 Mark; Dringend (schnellster Weg) 3 -fach = 37800 Mark.

Bei dringenden Pakete musste die Eilbotengebühr (hier wären es 3000 Mark) zwingend für die sofortige Auslieferung mit bezahlt werden.

Es gab eine sehr seltene Ausnahme, der dringende Versand Postlagernd.

Beste Grüße Bernd


 
muemmel Am: 04.10.2014 21:49:03 Gelesen: 546902# 3354 @  
@ BD [#3353]

Lieber Bernd,

es wäre wirklich sehr begrüßenswert, wenn Du solch nicht alltägliche Belege auch in die Belege-Datenbank stellen würdest (andere Belege aus deiner Sammlung sind natürlich auch immer willkommen). Ich weiß zwar, dass Du beruflich nicht allzuviel Zeit für´s Hobby hast, aber schön wäre es schon.

@ alle

Nun ein weiterer R-Brief aus André´s Sammlung, den man sicher nicht alle Tage findet:



Gelaufen am 6.11.1923 von Gronau an die Deutsche Bank in Berlin. Porto 1 Milliarde und für die R-Gebühr ebenfalls 1 Milliarde. Frankiert wurde mit 40 Marken der MiNr. 321 BP, und um solch ein Teil zu finden, braucht es schon etwas Geduld.

Hübschen Sonntag noch
Harald
 
BD Am: 05.10.2014 09:07:30 Gelesen: 546651# 3355 @  
Hallo Harald,

diesmal wollte ich sofort den Beleg in die Datenbank einstellen, habe es allerdings erst einmal abgebrochen.

Postlagernd ! Laut Oechsner wären 50 Mark in der Periode für postlagernde Sendungen vorauszufrankieren. Das dürfte laut Postordnung auch auf Pakete zutreffen. Die 50 Mark fehlen an der Frankatur, entweder hat man es im kleinen Metschkau vergessen oder es gab Ausnahmen.

Ich bin ratlos, denn eine Nachtaxierung von Mannheim fehlt. Diese hätte das doppelte der nicht vorausbezahlten Postlagernd-Gebühr betragen müssen. Das einfachste wäre auf andere Paketkarten mit postlagernd zu schauen, aber die muß man erst einmal finden.

Ich habe keine, vielleicht kann jemand helfen.

Gruß Bernd
 
BD Am: 05.10.2014 09:38:36 Gelesen: 546631# 3356 @  
Luftpostkarte vom 10.3.1922

Anläßlich der Leipziger Frühjahrsmesse 1922 wurden Sonderflugpostlinien eingerichtet. Vom 4. bis 14.3.1922 die Linie Hamburg-Magdeburg-Leipzig-Dresden und retour.

Der Luftpostzuschlag für Postkarten und Briefe betrug vom 1.4.1921 bis 28.2.1923 bei innerdeutschen Flügen 20 Pfennige.

Beste Grüße Bernd



(Datenbank # 6721)
 
Germaniafan Am: 05.10.2014 11:30:55 Gelesen: 546532# 3357 @  
Hallo ins Forumm,

für meine Germania-Sammlung konnte ich mir vor kurzem ein Sahnestückchen sichern:



Portorichtige Fernpostkarte von Strassburg nach Saverne. MeF Mi.Nr.85II (2)

Bei diesem unscheinbaren Beleg handelt es sich um einen Mitläufer Beleg aus dem Elsass. Nach Rückgabe von Elsass-Lothringen an Frankreich waren ab dem 22.11.1918 sämtliche Postämter in Elsass-Lothringen von Franzosen besetzt. Ab 1.12.1918 galten die französischen Postbestimmungen. Nach IBJ (1919,S.180 f) werden die vorhandenen Bestände an deutschen Marken bis zum 15.12. neben französischen Postwertzeichen weiterverkauft und erst zu diesem Datum vom Schalterverkauf zurückgezogen.

Quelle und weitere Ergänzungen siehe 100 Jahre Germania von M. Jäschke Lantelme, S.233-34.

Bedarfsbelege dieser Mitläufer sind nicht häufig zu finden um nicht zu sagen selten.



Bildseite der Karte die General Gouraud [1] auf der Strasse nach Schirmeck zeigt.

Schöne Grüße
Guido

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Henri_Gouraud_%28General%29
 
inflamicha Am: 05.10.2014 14:45:02 Gelesen: 546400# 3358 @  
Hallo,

nach längerem mal wieder ein Dienstbeleg, nicht schön aber reiner Bedarf:

Fernbrief vom Verbandspräsidenten des Siedlungsverbandes des Ruhrkohlenbezirkes in Essen nach Dortmund-Dorstfeld mit Zustellungsurkunde vom 14.9.1921 (PP 6), Porto 60 Pf., Zustellgebühr 50 Pf. und 60 Pf. Briefporto für die Rücksendung der Urkunde, summa summarum 1 Mark und 70 Pfennig.



Gruß Michael
 
philast Am: 05.10.2014 18:16:47 Gelesen: 546311# 3359 @  
@ BD [#3355]

Hallo,

anbei 3 Paketkarten postlagernd.



Dringendes Nachnahme Paket von Chemnitz 23.8.1920 nach Erlangen, postlagernd
3kg Tarif über 75km = 2,00 M

Dringend = Tarif * 3 + Eilbote (entfällt bei postlagernd)

==> 6,00 M
Nachnahme 1,00 M
Postlagernd 0,10 M
----------
Summe 7,10 M wie frankiert
 





Nachnahme Wert Paket von Augsburg nach Faulbach Unterfranken 7.1.21, postlagernd


4kg Tarif über 75km = 2,00 M
Nachnahme 1,00 M
Wert Einschreibegebühr 0,50 M
Wert Versicherung
bis 1000M 2,00 M
Postlagernd 0,10 M
----------
Summe 5,60 M wie frankiert
 





Paket von Weissach 1.2.21 nach Ansbach, postlagernd


10kg Tarif über 75km = 4,00 M
Postlagernd 0,10 M
----------
Summe 4,10 M
 



Postlagergebühr nicht frankiert, keine Nachgebühr erhoben.

Mein Fazit:

Ich meine, die nicht frankierte/nachtaxierte Postlagergebühr ist einfach ein Versehen zu Lasten der Post.

Ausnahmen gab es meines Wissens nach keine, d.h. wenn postlagernd verlangt war vom Absender, dann hatte der Absender auch den entsprechenden Preis zu zahlen.

Grüße
philast
 

philast Am: 05.10.2014 18:59:37 Gelesen: 546265# 3360 @  
Hallo,

noch ein Beleg aus Hamburg:



Von Hamburg 1 Eilbriefe 26.10.23 9:30N nach Haag, frankiert mit 75.550.000 Mk.

Auslandsbrief bis 20g 30.000.000 Mk
+ weitere 20g 15.000.000 Mk
+ weitere 20g 15.000.000 Mk
+ weitere 20g 15.000.000 Mk
+ Strassenbahngebühr 500.000 Mk
da kein Eilbotenbrief
Summe 75.500.000 Mk,
 

d.h. der Beleg ist um 50.000 Mk oder ca. 0,07% überfrankiert.

Der Absender wohnte in der Amselstr.8 (Barmbek, Zustellpostamt Hamburg 22). Dienstschluss der Postämter war üblicherweise ca. 20 Uhr, während in die Hamburger Strassenbahnbriefkästen bis 22 Uhr Postsendungen eingeworfen werden konnten und auch weiterbearbeitet/befördert wurden. Diese Postsendungen wurden dann am Bahnhof den Strassenbahnbriefkästen entnommen und im Postpavillon mit dem Stempel Hamburg 1 Eilbriefe versehen auf die weitere Reise geschickt.

Der Nebenstempel 'Aus dem Strassenbahnbriefkasten' ist hier (leider) nicht abgeschlagen worden. Daß der Brief etwas schwerer als die üblichen 20g war, kann man den deutlichen Beförderungsspuren rechts und links entnehmen.
Der mutmaßliche Weg des Beleges in Hamburg ist in dem beigefügten Stadtplan zu entnehmen (grüne Linie).



Grüße
philast
 

muemmel Am: 05.10.2014 19:17:00 Gelesen: 546257# 3361 @  
@ philast [#3359] und [#3360]

Das sind doch schöne Belege, die auch wunderbar einen Platz in der Belege-Datenbank finden könnten.

Grüßle
Harald
 
BD Am: 05.10.2014 19:19:49 Gelesen: 546254# 3362 @  
@ philast [#3359]

Hallo Philast,

vielen Dank, einfach sensationell. Die erste ist der absolute Hammer.

Jetzt ist also sicher, die Postlagerndgebühr war vom Absender auch bei allen Versendungsarten und Zusatzgebühren von Paketen zu entrichten. Nach Studium der Vorschriften ist sicher, der Empfänger hatte die fehlende Gebühr nicht zu entrichten. Da für Pakete der Frankierungszwang bestand (ich glaube ab dem 1.10.1919) wurde ein am Gesamtporto fehlender Betrag immer vom Absender nachträglich eingezogen. Somit erscheint ein eventuelles Nachporto wohl nicht unbedingt auf der Paketkarte.

Nochmals Danke für die Beispiele
Bernd
 
muemmel Am: 05.10.2014 20:17:28 Gelesen: 546227# 3363 @  
Guten Abend,

hier ein Beleg der Versandart "Geschäftspapiere", bei dem ich mir aber nicht sicher bin, ob das Teil tatsächlich unter dieser Verwendung gelaufen ist:



Gelaufen am 7.11.1923 von Frankfurt am Main nach Weinheim. Das Porto für Geschäftspapiere bis 250g betrug 1 Milliarde Mark, frankiert wurden aber lediglich 200 Millionen Mark (MiNr. 323 APa). Letzteres entsprach dem Porto für eine Drucksache bis 25g. Fragt sich nun, ob der Absender statt "Drucksache" irrtümlich den Stempel "Geschäftspapiere" erwischt hatte oder ob die Post nicht aufgepasst hatte.

Schönen Gruß
Harald
 
juni-1848 Am: 05.10.2014 22:04:21 Gelesen: 546171# 3364 @  
@ philast [#3360]
@ Richard

Und diesen Beitrag bitte ebenfalls in das Thema [http://www.philaseiten.de/thema/4550] Postbeförderung per Straßenbahn kopieren.

Dank vorab, Werner
 
juni-1848 Am: 05.10.2014 22:14:36 Gelesen: 546168# 3365 @  
Moin zusammen,

dann werde ich die prachtvollen Infla-Frankaturen mal wieder mit einem farblosen Barzahler quälen.

Aus der PP 1 (1.7.1906 bis 31.7.1916) stammt dieser Beleg:



(Datenbank # 6697)

Fernbrief ab " SCHLAWE \ 18.2.13.6-7-N \ * (POMMERN) a" nach Stettin.

Die Barzahlung des Portos wurde mit dem violetten Zweizeiler " FR. LT. EINN.-NACHW. IN \ SCHLAWE (POMM.)" bestätigt und zusätzlich bezeugt mit schwarzem Siegelstempel " KAISERL. DEUTSCHES POSTAMT \ SCHLAWE \ (POMMERN)".

Diese Barzahlung stammt aus einer Zeit weit vor der allgemeinen Zulassung (25.8. bis 14.12.1923) der Barzahlung zur Hochinflation.

Die Rückseite trägt nur den handschriftlichen Absender.

Wünsche allen einen guten Wochenstart,
Werner
 
muemmel Am: 06.10.2014 20:40:15 Gelesen: 545750# 3366 @  
Hallöle,

heute wieder ein Beleg aus der Sammlung von André:



Eingeschriebener Fernbrief vom 1.12.1923 von Frankfurt am Main nach Rosenheim. Frankiert mit 5 x 329 AP und 1 x 341.

Ein schöner Dezemberbrief mit Übergangsfrankatur (Inflations- und Rentenpfennigmarken). Das Porto wurde vorderseitig mit 100 Milliarden Mark = 10 Rentenpfennig verklebt, für die Einschreibgebühr kam dann die rückseitige Marke zu 20 Rentenpfennig zum Einsatz.

Schönen Gruß
Harald
 
inflamicha Am: 06.10.2014 20:52:22 Gelesen: 545746# 3367 @  
Guten Abend,

am 30.11.1923 war man im Postamt Berlin-Reinickendorf West der Zeit schon einen Tag voraus, zumindestens für den Moment. Der Poststempel war schon auf den 1.12. morgens umgestellt worden (7-8 V), da musste noch dieser Beleg gestempelt werden:



Ortsbrief mit 40 Mrd. Mark Portosoll, mit einer zum vierfachen Nennwert verwendeten Marke zu 10 Mrd. Mark portorichtig frankiert. Die Marke wurde mit dem bereits umgestellten Stempel entwertet. Da am nächsten Tag das Briefporto auf 50 Mrd. Mark oder 5 Rentenpfennig festgesetzt war, wäre der Brief eventuell mit Nachpoorto belegt worden, vielleicht wollte man dem Absender auch nur den rechtzeitigen Versand des Briefes an den Empfänger (immerhin das Steueramt) dokumentieren. Wie auch immer, der Stempel wurde wieder auf den 30.11. 8-9 N zurückgestellt und neben der Marke abgeschlagen. Der falsch eingestellte Stempel wurde mit Blaustift durchkreuzt. Das war noch Service.

Gruß Michael
 
muemmel Am: 06.10.2014 21:00:22 Gelesen: 545739# 3368 @  
@ inflamicha [#3367]

Hallo Michael,

das ist mal wieder Postgeschichte in Reinkultur.

Grüßle
Harald
 
inflamicha Am: 07.10.2014 21:38:09 Gelesen: 545285# 3369 @  
Guten Abend,

aus der PP 7 stammt diese Paketkarte mit Kleinschriftstempel "UNTERNEUBRUNN Kr. Hildburghausen -2.6.22" für ein 10 Kilo-Paket an eine Wurstfabrik in Halle an der Saale:



Die Karte trägt einen Selbstbucher-Paketzettel der Firma Rudolf Schmidt Witwe in Unterneubrunn. Für das Paket waren 18 Mark Paketgebühren fällig.

Gruß Michael
 

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