Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Alliierte Besetzung Französische Zone: Zensurpost
philapit Am: 13.02.2013 18:43:40 Gelesen: 4216# 1 @  
US-Zensur schon am 12.3.45 in Giessen ?

War das schon möglich? Der Stempel ist eindeutig 12.3.45. Wer kann dazu was sagen?

Mit freundlichem Gruss
philapit


 
doktorstamp Am: 13.02.2013 18:48:08 Gelesen: 4211# 2 @  
Der Brief ist ein sogenannter Überroller, der nachträglich zensiert war. Die Unkenntlichmachung des Gröfaz war nicht vorgeschrieben.

Der Brief dürfte erst im Juli oder August 1945, wenn auch nicht später zugestellt.

mfG

Nigel
 
philapit Am: 23.02.2013 10:04:09 Gelesen: 4181# 3 @  
Hallo Sammlerfreunde!

Möchte euch heute einige Belege mit verschiedenen Zensurstempeln der Alliierten Besetzungszonen vorstellen:

1.Postkarte mit englischer Zensur aus Stolberg/Rheinland
2.Postkarte von Dresden nach Sottrum
3.Fernbrief von Dresden nach Marktleugast mit sehr seltener russischer Zensur in rot
4.Drucksache-Streifband von Dresden-US Zensur
5.Britische Zensur auf LILO-Brief ? ab Haldesleben.
6.Überroller US -Zensur -Berlin
7.Fernbrief ab Dresden mit blauem russischen Zensurstempel
8.Auslandsbrief von Sottrum nach Schweden mit englischer Zensur
9.Auslandsbrief von München nach USA mit Inhalt-Teile herausgeschnitten-Überroller US.München

Ich glaube schöne Belege aus einer philatelistisch interessanten Zeit!

Gruss phillapit


 
zensurpost Am: 23.02.2013 10:48:11 Gelesen: 4170# 4 @  
@ philapit [#3]

6.Überroller US -Zensur -Berlin

Wieso ist das ein so genannter Überroller?

fragt sich mit besten Grüßen
Hans-Georg
 
philapit Am: 23.02.2013 16:26:33 Gelesen: 4144# 5 @  
@ zensurpost [#4]

Hallo,

danke für die Verbesserung, leider schreibst du nicht, wie es richtig ist. Rollstempel?

Mit freundlichem Gruss
philapit
 
zensurpost Am: 23.02.2013 16:42:34 Gelesen: 4140# 6 @  
@ philapit [#5]

Alfred Meschenmoser definiert in seinem Buch "Überroller-Post von 1945 - 1949 vom 'Dritten Reich' in das 'Nachkriegs-Deutschland'" diese postalischen Belege wie folgt:

"Überroller sind postalische Belege, die noch im 'Dritten Reich', also vor der Besetzung durch die Alliierten, aufgegeben, aber erst nach der Besetzung, also im Nachkriegs-Deutschland, zugestellt bzw. zurückgegeben wurden."

Diese Belege sind somit quasi von der geschichtlichen Entwicklung "überrollt" worden.

Bei dem von Dir gezeigten Beleg dürfte es sich um einen Maschinenstempel der Zensur gehandelt haben.

Rollstempel sind wieder was anderes; ein paar technische Informationen findest Du hier:

http://www.bdph.de/forum/showthread.php?3870-techn.-Frage-zu-Hand-Rollstempeln&s=3f0349efb572e1d797b4a2d9a8ae6eba

Beste Grüsse
Hans-Georg
 
Pommes Am: 18.04.2013 23:47:11 Gelesen: 4002# 7 @  
Ich weiß nicht, ob der Stempel hier ins Thema passt, habe aber kein passenderes Thema gefunden; für ein neues fehlt mir die Kenntnis.

Heute in der Kiloware gefunden:



Einen Schnipsel mit einer südafrikanischen Dienstmarke, wie ich vermute. Was mich eigentlich interessiert, ist der rote "Nebenstempel" vom "Control Commission for Germany / British Element". Kann mir jemand nähere Informationen zu diesem Stempel liefern, als der wikipedia-Artikel zur http://de.wikipedia.org/wiki/Control_Commission_for_Germany/British_Element liefern kann? Der Bezug zu Südafrika erschließt sich mir auch nicht so ganz.

Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
 
Mondorff Am: 25.06.2013 21:49:00 Gelesen: 3828# 8 @  
@ philapit [#3]

Tut mir Leid, vielleicht brauch' ich auch 'ne neue Brille, aber ich sehe unter den vorgestellten Belege keinen Überroller. Ich erkenne keinen Beleg, der "nach Definition Meschenmoser" im 3. Reich aufgeliefert und dann erst im Nachkriegsdeutschland zugestellt wurde.

Freundlichen Gruß
DiDi
 
doktorstamp Am: 25.06.2013 22:52:39 Gelesen: 3819# 9 @  
@ Pommes [#7]

http://www.britishpathe.com/video/first-german-prisoners-arrive-in-south-africa

Viele Soldaten des Afrika Korps wurden nach ihrer Gefangennahme nach Süd-Afrika verschifft. Nach dem Kriege vor ihrer Entlassung wurde nach Verwandten usw. geforscht, bzw. ob sie noch eine Heimat hatten.

mfG

Nigel

Leider mit dem Link muß man die Werbung zwangsläufig anschauen, danach sieht man dann die Nachrichten aus der Zeit.
 
hajo22 Am: 20.08.2013 11:17:33 Gelesen: 3678# 10 @  
Gestern habe ich zufällig meinen Karton "Zensuren" aufgemacht und die nachstehend abgebildete Bärenganzsache gefunden, die wegen des Zensurstempels wohl vor längerer Zeit hier von mir einquartiert wurde.

Es ist eine P 4, gestempelt Potsdam, 4.2.46 nach Biberach mit britischer Zensur "Military Censorship Civil Mail/10040".

Nach meinen Notizen begann der Verkauf der Bärenmarken in der Provinz Brandenburg etwa ab dem 12./19.11.45. Die Bärenganzsachenkarten P3/P4 sind in Brandenburg vermutlich erst später verkauft worden, die ohne PLZ P1/P2 gar nicht, da sie in Berlin schon vergriffen waren bzw. nicht mehr am Schalter. P1/P2 in Brandenburg verwendet müßten daher (sehr) selten sein.



Schönen Tag.
Jochen

[Redaktionell aus dem Thema Berliner Bärenganzsachen kopiert]
 
hajo22 Am: 22.08.2013 22:22:39 Gelesen: 3669# 11 @  
Und weil ich meinen Karton mit den Zensurbelegen geöffnet hatte, fand ich auch noch die nachstehend abgebildete Bärenganzsache P4 aus Charlottenburg 2 vom 28.11.45 nach Tempelhof adressiert. Als Ortskarte mit 1 Pfg. überfrankiert, aber da darf man nicht so pingelig beim Porto sein, denn 1 Reichspfennig war nahezu wertlos und die 5 Pfg. Ortspostkarten vielleicht gerade am Postamt wegen der hohen Nachfrage ausverkauft.

Zensiert von der britischen Zensurstelle, die praktischerweise im Gebäude des PA Charlottenburg 2 residierte. Zensurstempel: "Military Censorship Civil Mails 11942".

Wie auf den Scans erkennbar, wurde die Karte wirklich ausgenutzt bis auf den letzten freien Fleck.



Ob der Zensor wirklich das alles gelesen hat?

Schönen Abend.
Jochen

[Redaktionell aus dem Thema "Berliner Bärenganzsachen von 1945 in ihren Verwendungsformen" kopiert]
 
Richard Am: 19.10.2013 09:47:02 Gelesen: 3331# 12 @  
Beleg vom 01.06.1946 aus Leutkirch, damals französische Zone, nach Manchester, Grossbritannien. Stempel mit handschriftlicher Barfreimachung über 75 Reichspfennig.



Den weiteren Stempel auf der Vorderseite des Briefes kann ich nicht zuordnen, ebenso nicht den "Controle" Klebezettel. Bei letzterem vermute ich die Kontrolle der Alliierten (französischen) Zensur.

Vielleicht kann mir ein anderes Mitglied meine Fragen beantworten, ebenso die, aus welchem Grund ein Jahr nach Kriegsende die Barfreimachung verwendet wurde.

Schöne Grüsse, Richard
 
taro Am: 20.10.2013 10:13:48 Gelesen: 3293# 13 @  
@ Richard [#12]

Hierzu folgendes Zitat aus dem Michel-Spezial 2010 Band 2:

"Auch nach der ab 17.12.1945 begonnenen Ausgabe von Briefmarken kam es im Bereich der Französischen Zone noch bis 1948 immer wieder zu erheblichen Engpässen, so dass in weit größerem Maße als in den übrigen Besatzungszonen Barfrankierungen und Teilbarfrankierungen durchgeführt werden mussten".

Der Stempel besagt übrigens: "Von der Kontrollbehörde geöffnet" - gehört also zu dem seitlichen "CONTROLE"-Klebezettel, mit dem die geöffnete Seite wieder verschlossen wurde.

Grüße
Sven
 
langbrief Am: 27.05.2014 17:22:47 Gelesen: 2679# 14 @  
@ Richard [#12]

Die Barfreimachung von Auslandspost ist vor Ausgabe der Länderausgaben regelmäßig anzutreffen. Allerdings brauchte man Stempel, welche die Barfreimachung in der Sprache des Weltpostvereins dokumentierten (Taxe percue), und die gab es nur bei größeren Postämtern. Bei Markenverwendung war der Gebrauch von 5 Stück Wappenmarken zu 15 Pf. häufiger, als es die Notierung im MICHEL-Briefekatalog einem weismachen möchte, zumal die 15er seit 1.3.46 zu nichts mehr nütze war.

Das "C" im Spitzovalstempel bezeichnet den Nordteil der Französischen Zone (Dein Brief geht nach Engeland), das "D" steht für den Ort der Zensurstelle, wobei ich mir nicht sicher bin, ob es sich um Koblenz oder Worms handelt, da bräuchte man einen Spezialisten.

Gruß

Wolfgang
 
Richard Am: 01.06.2014 09:07:36 Gelesen: 2609# 15 @  
@ taro [#13]
@ langbrief [#14]

Vielen Dank an Sven und Wolfgang für die kompetenten Antworten. Zensurpost ist für mich immer ein spannendes Thema.

Schöne Grüsse, Richard
 
hajo22 Am: 03.08.2014 18:11:40 Gelesen: 2400# 16 @  
Hier ein sogenannter "Überroller", Geschäftsbrief mit AH 12 Pfg. aus Gammertingen vom 17.4.1945 mit amerikanischer Zensur.

Bei vielen "Überrollern" weiß man nicht, wann sie den Empfänger oder den Absender (bei Rücksendung) erreichten. Hier ist es anders: Der Empfänger notierte: "Eingegangen 20. Dez. 1945".



Schönen Restsonntag.
Jochen

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Deutsches Reich: Belege aus dem April 1945 "]
 
diva Am: 18.10.2014 11:19:34 Gelesen: 2147# 17 @  
Alliierte Besetzung Französische Zone Kontrollbrief

Habe hier noch einen Brief gefunden von Offenburg Baden nach Alfdorf bei Lorch, der geöffnet wurde. Sollte bei der Beschreibung etwas nicht in Ordnung sein, bitte ich um Berichtigung, vielen Dank für Eure Mithilfe.


 
stampmix Am: 18.10.2014 13:57:41 Gelesen: 2124# 18 @  
@ diva [#17]

Hallo diva,

dein Zensurbrief ist aus (17b) DIERSBURG über OFFENBURG und mit 25Pf. leicht überfrankiert, was damals öfter vorkommt.

Zu dem Amerikanischen Zensurstempel kann ich dir nichts weiter sagen.

beste Grüsse
stampmix
 
diva Am: 18.10.2014 15:10:41 Gelesen: 2110# 19 @  
Hallo Stampmix,

besten Dank auch für diese Info. Ich habe noch weitere Briefe mit Zensur, Frage soll ich diese auch noch einstellen ?

Liebe Grüße
Diva
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht