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Thema: Deutsches Reich: Devisenkontrolle im Auslandsbrief- und Paketverkehr
Das Thema hat 116 Beiträge:
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Postgeschichte Am: 20.12.2011 12:50:42 Gelesen: 49188# 92 @  
@ 22028 [#90]

Die Post- und Telegrammüberwachungsstellen wurden vor, bzw. während des 1. Weltkrieges zur Überwachung des Post- und Telegrammverkehrs als Zensurstellen eingerichtet. Der genaue Zeitpunkt der Einrichtung ist, da er der Geheimhaltung unterlag, bis auf Einzelfälle meines Wissens nicht bekannt.

Gruß
Manfred
 
Postgeschichte Am: 20.12.2011 13:03:36 Gelesen: 49184# 93 @  
@ wuerttemberger [#91]

Ich habe auch nicht von Zensurangelegenheiten gesprochen. 22028 hatte nach der Funktion der Hamburger Stelle allgemein gefragt.

Gruß
Manfred
 
22028 Am: 20.12.2011 13:18:53 Gelesen: 49179# 94 @  
OK, das hilft mir schon mal weiter. Vielen Dank.
 
22028 Am: 20.12.2011 13:22:27 Gelesen: 49178# 95 @  
Noch ein Wort zur Hamburger Stelle. Ich habe 4 SCADTA Belege welche durch die Hamburger Stelle liefen, daher das besondere Interesse daran. Dass sie durch die Hamburger Stelle liefen vermute ich mal dass Post aus Südamerika in Hamburg sortiert wurde, da lag es nahe die Hamburger Überwachungsstelle zu nutzen.

Sehe ich das richtig?
 
Postgeschichte Am: 20.12.2011 14:49:05 Gelesen: 49165# 96 @  
@ 22028 [#95]

Hamburg war nach Aktenfunden für verschiedene Staaten zuständig, u.a. für Nord-, Zentral- und Südamerika, Karolinen, Ostasien, Kiautschau, Marianen, Samoa, Marschall- und Palauinseln zuständig. Sie verwendete für die Kontrollen verschiedene Zensorstempel. Robin Pizer hat Anfang der 90er Jahre verschiedene Abhandlungen zu den Postüberwachungsstellen veröffentlicht, u.a. auch über die Devisenkontrollstelle Hamburg 1918-1923, die als Anlage 1 zum AGZ-Rundbrief 68/91 (Arbeitsgemeinschaft Zensurpost) veröffentlicht wurde. Diese kann ich Dir empfehlen.

Gruß
Manfred
 
22028 Am: 20.12.2011 15:14:06 Gelesen: 49159# 97 @  
@ Postgeschichte [#96]

Danke nochmal. Ich möchte nicht zu tief in die Sache einsteigen da mich ja nur die SCADTA Belege an sich interessieren, habe aber die ARGE Zensurpost angeschrieben und mit Robin Pizer bin ich auch in Kontakt, möchte ihn nur nicht zu sehr nerven.
 
wuerttemberger Am: 20.12.2011 16:42:45 Gelesen: 49142# 98 @  
@ Postgeschichte [#93]

Die Funktion der Hamburger Stelle lässt sich wohl am besten in den Akten derjenigen Behörde nachlesen, die diese Stelle eingerichtet und bezahlt hat. Das war meines Wissens nach das Reichsschatzamt (später Reichsfinanzministerium). Sofern keine postalische Bearbeitung in der Stelle erfolgte, und das kann ich hier nicht erkennen, dürften die Akten des Postamts darüber kaum Auskunft geben können, zumal solche nachrangigen (im postalischen Sinne) Akten sowieso bald ausgesondert und vernichtet wurden. Trotzdem will ich niemand von einer Suche im Postarchiv abhalten, denn man findet immer wieder interessante Vorgänge an Stellen, die man gar nicht vermutet hat.

Gruß

wuerttemberger
 
Postgeschichte Am: 20.12.2011 16:58:52 Gelesen: 49139# 99 @  
@ wuerttemberger [#98]

Hallo Axel,

diese Antwort ist eher an 22028 gerichtet.

Gruß
Manfred
 
22028 Am: 22.12.2011 12:22:19 Gelesen: 49028# 100 @  
Besten Dank an alle.

Habe zwischenzeitlich den Artikel zur Hamburger Stelle erhalten und über meine 4 SCADTA Briefe einen kleinen Artikel geschrieben. Der Artikel wird in einiger Zeit in der Philatelistischen Presse erscheinen, die Diskussion hier habe ich dort selbstverständlich genannt.
 
Manne Am: 29.12.2011 17:53:48 Gelesen: 48656# 101 @  
Hallo zusammen,

ein Beleg aus meiner Heimatsammlung, Erhaltung leider nicht perfekt.

Einschreib-Luftpostbrief nach Buenos Aires Argentinien, 20g = Porto 6,55 RM, mit Aufkleber „Geöffnet vom OKW und Stempeln Geprüft OKW“, Zensurstempel 50 im Kreis in violett, rückseitig schwarzer Stempel Certificados Central Nr. 486. Auf der Vorderseite Kastenstempel Nr. 2326 in rot, Marken entwertet mit Zweikreisstegstempel Schwenningen 14.8.41. Marken auf der Rückseite entwertet mit Stempel „Frankfurt/Main, Nachträglich entwertet“, 14.8.41.

Gruß
Manne


 
Baldersbrynd Am: 18.04.2012 13:32:02 Gelesen: 43504# 102 @  
Hallo zusammen,

ich habe diesen Brief erworben. Brief aus Warnsdorf CSR nach Breslau, gesendet am 30.4.1919. Ich glaube, das sind nicht so häufig mit Devisenkontrolle auf Briefen aus dem Ausland, oder?

Viele Grüße
Jørgen


 
Baldersbrynd Am: 29.08.2012 13:32:02 Gelesen: 39137# 103 @  
Heute habe ich diesen Brief bekommen. Einschreibebrief aus Wertheim nach Niederdorf St. in Italien. Gesendet am 7.8.1923. PP 15, 3000 M für Brief und 1000 M Einschreibegebühr.

Der Brief wurde geöffnet bei der Devisenkontrolle in München und zurück geschickt. Stempel auf der Rückseite: Unzulässig nach §1 des C ? 24.XII.1920 (R.G.Bl.No.2 ?)

Viele Grüße
Jørgen


 
22028 Am: 27.12.2012 18:10:19 Gelesen: 35080# 104 @  
Ich konnte nun einen weiteren SCADTA R-Brief erwerben, der vermutlich auch durch die Devisenkontrolle gelaufen ist. Der runde Stempel "204" deutet darauf hin, leider fehlt der PÜ Stempel.

Gibt es solche Fälle öfters?



[Auf redaktionelle Rückfrage von Rainer ergänzt: Die Bezeichnng PÜ Stempel ist keine Abkürzung sondern der Stempel ist in der Art normalerweise auf Briefen der Devisenkontrolle abgeschlagen. Siehe z.B. meinen Beitrag Nr. 33, 67, 85 und 87 und auch Beitrag 38 von doktorstamp, Da werden diese PÜ Stempel auch gezeigt.]
 
22028 Am: 15.07.2013 17:51:27 Gelesen: 27629# 105 @  
Auch der erste Brief dieser Art den ich bisher gesehen habe. Devisenkontrolle auf Brief aus dem Irak, versandt mit der Overland Mail Baghdad-Haifa.


 
volkimal Am: 15.11.2013 14:57:56 Gelesen: 23394# 106 @  
Hallo zusammen,

zur Abwechselung einmal zwei Belege zu diesem Thema:



Geöffnet bei der Devisenkontrollstelle Nr. 9 in Freiburg (Breisgau). Unter dem Aufkleber ist ein Freiburger Stempel vom 14.01.1922. Da der Stempel genau an der Lasche aufhört, wurde dieser Stempel abgeschlagen als der Brief geöffnet war.



Einschreibebrief aus Budapest nach Wehrsdorf in Sachsen. Kontrolliert bei der Devisenkontrollstelle Nr. 4 in Dresden.

Viele Grüße
Volkmar
 
juni-1848 Am: 10.12.2013 00:42:13 Gelesen: 22588# 107 @  
@ TomWolf_de [#4]

Allerdings muß gesagt werden, daß für 21, 25, 26 und 27 bisher keine nummerierten Verschlußzettel nachgewiesen wurden. Hier gibts also einiges noch zu entdecken.

Zum Beispiel diesen hier aus der PP 10 (15.11.1922 bis 14.12.1922);



(Datenbank # 4514)

Der Brief bis 20g wurde im Grenzverkehr (12 Mark) des Barmer Bank-Vereins, Fil. Goch, am 1.12.1922 nach Boxmeer (Niederlande) versendet per Einschreiben (8 Mark) und frankiert mit vor der Entwertung eingerissener 20 Mark Posthorn (Unterdruck).

Rückseitig die Devisenkontrolle mit Zettel der Kontrollstelle 25 (Cleve).
Von dieser Kontrollstelle sind mir bisher keine weiteren Belege mit numeriertem Devisenkontrollzettel bekannt.

Mit Sammlergrüßen, Werner
 
Baldersbrynd Am: 19.03.2014 09:16:56 Gelesen: 20865# 108 @  
Hier ein Orts-Brief in Dresden, gesendet am 3.4.1920, PP4. Geöffnet bei Devisenkontrolle in München (16).

Warum bleibt ein Ortsbrief geöffnet?



Einschreibe-Brief aus Magdeburg nach USA, gesendet am 17.1.1921 (PP5), Brief in 2. Gewichtklasse 80+60 Pf. und 80 Pf. Einschreibegebühr. zusammen 220 Pf. Bandrolle 22 geändert bis 10 (Hamburg).



Einschreibebrief aus Singen nach New York, gesendet am 21.8.1922 (PP8) Briefgebühr 6 Mark und 2 Mark Einschreibegebühr. Geöffnet in Hamburg. Die große V in Ring was bedeutet das?



Viele Grüße
Jørgen
 
22028 Am: 19.03.2014 12:07:39 Gelesen: 20843# 109 @  
@ Postgeschichte [#89]

Manfred,

vielen Dank für das hervorholen dieser alten Diskussion. Ich bin ja kein Devisenkontrollesammler im eigentlichen Sinne, sondern interessiere mich nur für die Infos, da ich einige (5 von 5 derzeit bekannten) SCADTA E-Briefe habe die über die Hamburger Stelle liefen.
 
Bodo35 Am: 09.08.2014 13:30:57 Gelesen: 18384# 110 @  
Hallo,

habe heute auch einen reicht interessanten Brief aus Finland mit Devisenkontrolle und Einlagezettel bekommen. Ich denke das Einlagezette nich all zu oft zu finden sind oder?

Gruß
Bodo35




 
hajo22 Am: 23.09.2014 23:52:24 Gelesen: 17554# 111 @  
@ Cantus [#1]

Hier die Werte zu 3 (4x) und 8 Mills aus Kairo vom 26.5.1939 nach München.

Dort war der Zoll neugierig und hat den Inhalt des Couverts geprüft: "Zur Devisenüberwachung zollamtlich geöffnet", Stempel München 30.5.1939.

Man übte wohl die kommende Zensurhandhabung. Bevorzugt wurde bereits jetzt schon im Protektorat Böhmen und Mähren Auslandspost der "Devisenkontrolle" zugeführt, komischerweise sogar Postkarten!



Schönen Abend.
Jochen

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Ägypten: Frankierte Poststücke aller Zeiten"]
 
diva Am: 19.10.2014 11:18:26 Gelesen: 17252# 112 @  
Zenzurpost Devisenüberwachung

Habe hier noch einen Brief Devisenüberwachung Zollamtlich geöffnet von Kiel 1 nach Sibiu 1 Rumänien. Portogerecht frankiert mit Michel Nr. 522 25 Pfg. Sollten die Angaben nicht in Ordnung sein, bitte ich um Berichtigung.



M.f.G.
Diva
 
22028 Am: 12.11.2014 18:42:30 Gelesen: 16752# 113 @  
Bevor das Thema einschläft, hier ein weiterer SCADTA R Brief welcher über die Devisenkontrollstelle lief.

Leider (noch) nicht in meiner Sammlung.


 
22028 Am: 18.05.2015 17:52:57 Gelesen: 13222# 114 @  
Ist lange nichts mehr zu dem Thema geschrieben worden.

Hatte Düsseldorf im Jahr 1936 auch eine Devisenkontrollstelle?


 
DerLu Am: 04.04.2016 08:15:34 Gelesen: 2503# 115 @  
Ich möchte diesen alten Thread nochmal hervorholen, und eine Frage an die Spezialisten stellen.



Dieser Verschlusszettel der Devisenkontrolle in Dresden befindet sich auf einem eingeschriebenen Brief aus Essen nach Graz. Meine Frage: Der Zettel ist auf allen vier Seiten mit einem Rahmenstempel "Nach Schluss" abgestempelt worden. Der erste Poststempel aus Dresden stammt von 13.11.21 2-3 N, ein zweiter ist vom Folgetag 14.11.21 8-9N, der sich auf dem Verschlusszettel selber befindet. Wenn der Stempel nur eine "Entschuldigung" für eine Verzögerung gewesen wäre, hätte ja eigentlich ein Abschlag gereicht, warum dann aber gleich viermal und sauber in alle vier Ecken, fast wie eine Versiegelung, platziert ?

Kann jemand etwas über diesen Stempel sagen?

Gruß DerLu
 
Baldersbrynd Am: 16.04.2016 11:03:54 Gelesen: 1991# 116 @  
Hallo Alle

Brief aus Wien nach Vedbæk in Dänemark, gesendet am 20.4.1938.

Porto für Brief 20 bis 40 Gramm: Erste 20g 38 Gr folgende 20g 23 Gr zusammen 61 Gr.

Zuschlag für Luftpost: Nach Die Gebühren im Deutschen Reich 1033-1945 Infla Buch 24 sind die Gebühr 30 Gr je 20g.

Ich meine, das muss 40 Gr. je 20g sein, wie nach Norwegen und Schweden und viele andere europäische Länder.

Wenn es 40 Gr sind dann stimmt das Porto auf 141 Gr.

Auf der Rückseite Schlussstreifen aus Wien. Stempel København-Warnemünde am 23.4.1938 T109 (Zug 109).

Viele Grüße


 

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