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Thema: Schweiz Dauerserie Tellknabe
Das Thema hat 36 Beiträge:
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Rybnik Am: 09.11.2014 13:22:49 Gelesen: 9861# 1 @  
Schweiz Tellknabe

Wer kann mir sagen, was das ist? Ist das ein Probedruck?

Das Papier ist sehr dünn und der Druck sieht wie geprägt aus. Kann also kein Ganzsachenausschnitt sein oder?


 
volkimal Am: 09.11.2014 13:30:32 Gelesen: 9852# 2 @  
@ Rybnik [#1]

Hallo Rybnik,

es ist ein Ausschnitt aus einem Streifband von 1927 (Michel Nr. S 37).

Volkmar
 
Heinz 7 Am: 09.11.2014 20:54:50 Gelesen: 9818# 3 @  
@ Rybnik [#1]
@ volkimal [#2]

Hallo Rybnik

Volkmar hat bereits geantwortet. Streifbänder hatten oft dünne Papiere, so auch die Nummer 19 (anbei abgebildet) von 1905. Unter diesem Streifband wurde eine Drucksache geschickt von Knonau nach Mettmenstetten (rückseitig Ankunftsstempel vom selben Tage).



Solche Streifbänder sind nicht selten, aber man freut sich trotzdem, wenn man ein sauberes Exemplar findet. Kurz nach diesem gezeigten kamen neue Ganzsachen heraus, u.a. auch Dein gezeigtes Streifband mit dem Motiv "Tellknabe".

Interessant der Vermerk "6 Ct." unter dem Wertzeichen Deines Streifband-Ausschnittes. Offenbar kostete das Streifband 6 Rappen (oder "Centimes"), das heisst, für die "Dienstleistung", ein Streifband zu liefern, das nicht mehr frankiert werden musste (da die nötige Frankatur bereits eingedruckt war), verrechnete die Post einen Rappen extra. Ähnlich ging die Schweizer Post vor bei Markenheftchen, als die Nominale der gelieferten Marken oft auch etwas unter dem Verkaufspreis lag.

Dein Ausschnitt ist meines Wissens leider wertlos. Ganzsachen-Ausschnitte sind in der Regel ohne Wert, da sie nur als Ganzes ein Postwertzeichen darstellen. Es gibt ein paar Ausnahmen; diese können aber wichtig/teuer sein. Ich denke da vor allem an den Ganzsachenausschnitt vom Genfer Couvert Genf U 1, bei dem der Wertstempel als Freimarke verwendet werden durfte (1849); Michel Kat. Nr. GAA1.

Herzliche Grüsse aus der Schweiz - Heinz
 
Cantus Am: 10.11.2014 17:58:25 Gelesen: 9789# 4 @  
Hallo Moderation,

dieses Thema bitte unter "Ganzsachen" zuordnen.

Viele Grüße
Ingo

[Beiträge [#1] bis [#3] am 21.11.14 redaktionell ins Thema Ganzsachen kopiert und Überschrift dieses Themas angepasst]
 
Heinz 7 Am: 11.11.2014 22:12:34 Gelesen: 9741# 5 @  
@ Cantus [#4]

Guten Abend,

Ingo hat recht, zumindest Beitrag 3 gehört eher zum Thema "Ganzsachen", während Beitrag 1 durchaus mit "Tellknabe" zusammenpasst.

So wie dieser Beleg:



Eine weitere Ganzsache; diesmal eine Postkarte. Aber eben: auch wieder mit dem Motiv des "Tellknaben".

Das Motiv "Tellknabe" kam 1907 erstmals zur Anwendung und wurde 1909 in geänderter Zeichnung nochmals ausgegeben. Dieses Wertzeichen war dann über 30 Jahre lang im Einsatz und gehört zu den am weitest verbreiteten Briefmarken der Schweiz. Der 5 Rappen-Wert grün hatte eine Auflage von 295 Mio. Stück, das ist für ein kleines Land wie die Schweiz natürlich sehr viel.

Auch als Ganzsachen wurde die Tellknaben-Zeichnung verwendet. Diese Postkarte von Bonstetten nach Luzern wurde per Bahnpost transportiert (-> "AMBULANT"-Stempel). Eine Seltenheit ist diese Postkarte nicht. Das beste daran ist der sauber abgeschlagene Stabstempel "BONSTETTEN"

Freundliche Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 16.11.2014 23:59:51 Gelesen: 9676# 6 @  
@ Cantus [#4]

Zum Wochenschluss noch eine Ergänzung: Wir haben zu diesem Thema noch keine BRIEFMARKE mit einem Tellknaben gesehen, also sollten wir das vielleicht noch nachholen. Es handelt sich um die ERSTE Serie dieses Motivs (1907), ab 1909 wurde dieses Motiv in anderer Zeichnung neu aufgelegt und dieses Motiv dominierte dann jahrzehntelang die Schweizer Briefmarken-Szene (zusammen mit den "Tell-Brustbildern" (Werte 0.10-0.30) und den "Helvetia mit Schwert" (Werte 0.20 - 3.00)).



Anbei ein hübscher Trauerbrief aus der Schweiz nach ... Nordamerika. Sorry, dass ich das nicht genauer angebe, aber es ist nicht ganz einfach: der Absender gab eine recht knappe Adresse an (siehe Abbildung). Gemäss Wikipedia gibt es

"in Kanada:
Toledo (Ontario), Stadt in Ontario
(...)
in den Vereinigten Staaten:
Toledo (Arkansas), Stadt im Bundesstaat Arkansas
Toledo (Illinois), Kleinstadt im Bundesstaat Illinois, Cumberland County
Toledo (Iowa), Stadt im Bundesstaat Iowa
Toledo (Ohio), Stadt im Bundesstaat Ohio
Toledo (Texas), Stadt im Bundesstaat Texas
Toledo (Washington), Stadt im Bundesstaat Washington
Bistum Toledo (Vereinigte Staaten), Bistum im Bundesstaat Ohio"

Zu "Nordamerika" würde auch Mexiko gehören, aber da listet Wikipedia keine Ortschaften auf, was mich wundert.

Nun, welches "Toledo" nun vor 106 Jahren gemeint war, werde ich kaum noch herausfinden können, weil der Brief nicht mehr hergibt als anbei gezeigt (noch: Name Empfänger & Strasse). Leider ist der Brief nicht komplett, ich habe nur die VORDERSEITE des Beleges, die Rückseite, die natürlich hochinteressant wäre, fehlt; schade! Dennoch freue ich mich über den hübschen Beleg mit der gar nicht so häufigen Verwendung einer Zumstein Nr. 101+102 als Buntfrankatur.

Ich wünsche allen eine gute neue Woche

Heinz
 
Gernesammler Am: 17.11.2014 12:18:45 Gelesen: 9646# 7 @  
@ Heinz 7 [#6]

Hallo Heinz,

ich würde da mal auf das Toledo in Kanada tippen, denn es wird eine Hiett Avenue erwähnt auf dem Streifband und in Kanada wurde in weiten Teilen Französisch gesprochen.

Gruß Rainer
 
wuerttemberger Am: 17.11.2014 13:37:38 Gelesen: 9637# 8 @  
@ Gernesammler [#7]

Google spuckt bei der Suche nach "Hiett Avenue Toledo" seitenweise Treffer aus, die sich auf das Toledo in Ohio, also USA, beziehen. Avenue ist halt auch im englischen Sprachraum geläufig.

Gruß

wuerttemberger
 
Heinz 7 Am: 17.11.2014 14:53:49 Gelesen: 9626# 9 @  
@ Heinz 7 [#6]

Volltreffer! (?)

Mich hat die Frage nach dem "Toledo, Nordamerika" auch weiter beschäftigt, und mittels Google fand ich die wahrscheinliche Lösung:



Es ist vermutlich diese Stadt Toledo, Ohio, einige Meilen südlich von Detroit. Warum? Hier lebte tatsächlich ein "Samuel Koch", der gemäss http://www.search.ancestry am 16.9.1907 verstorben ist und in Tiffin, wenige Meilen südöstlich von Toledo, begraben ist.



Das könnte wirklich passen! Vermutlich handelt es sich um einen Auswanderer aus der Schweiz, der in Ohio verstorben ist. Knapp drei Monate später sandte man aus der alten Heimat ein Beileidsschreiben.

Seltsam ist aber, dass auf der Briefvorderseite kein einziger postalischer Vermerk angebracht wurde. Darum müssen Zweifel bestehen, ob der Brief seinen Bestimmungsort je erreichte. Normalerweise war aber die Schweizer Post zu dieser Zeit meines Wissens äusserst seriös und gewissenhaft; sobald die Briefmarken abgestempelt wurden, wurde bestimmt auch versucht, den Auftrag korrekt auszuführen.

Es ist ja toll, wie mit einigen Mausklicks Recherchen gemacht werden können, die früher wochenlange Arbeit bedeutet hätten. Darum wird die Philatelie auch weiterhin interessant bleiben, ja sogar noch neue (ernsthafte) Freunde gewinnen, davon bin ich überzeugt.

Grüsse - Heinz
 
Gernesammler Am: 17.11.2014 19:21:54 Gelesen: 9602# 10 @  
@ wuerttemberger [#8]
@ Heinz 7 [#9]

Hallo Ihr Zwei,

ich habe heute nur kurz in der Pause mal gelesen und Vermutungen angestellt, aber auch wenn diese falsch waren, ist es kein Problem, denn Heinz ist zu einem Ergebnis gekommen, von dem er vorher meinte, es nicht raus zu bekommen. Das allein macht doch schon etwas aus.

Gruß Rainer
 
Heinz 7 Am: 17.11.2014 20:05:10 Gelesen: 9594# 11 @  
@ Gernesammler [#10]

Genau! Wenn mein "Google-Versuch" nicht so schnell zu einem Erfolg geführt hätte, dann hätte ich vermutlich in diesem Fall rasch aufgegeben und die Frage offen gelassen. Aber solche konkreten Ergebnisse ergeben sich nur in seltenen Fällen so rasch. Bei anderen Fragen kommt man oft jahrelang (oder überhaupt nie) weiter.

Alles Gute, Rainer! - Heinz
 

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