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Thema: Vorphilatelie 19. Jahrhundert: Belege vorgestellt
Das Thema hat 87 Beiträge:
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briefmarkenwirbler24 Am: 14.04.2014 12:23:28 Gelesen: 6975# 63 @  
Hallo liebe Vorphila-Experten,

nachdem ich jetzt schon seit einiger Zeit keine Vorphila-Briefe bzw. markenlose Belege mehr eingestellt habe, möchte ich euch jetzt wieder einen zeigen:





Der Brief geht von Hamburg nach Hücken(...?)

Ich hoffe ihr könnt mir dazu näheres erzählen! :)

MfG

Kevin
 
Michael D Am: 14.04.2014 12:28:04 Gelesen: 6971# 64 @  
Hallo Kevin,

der Brief ging wohl nach Bückebourg.

Gruß
Michael
 
bayern klassisch Am: 14.04.2014 13:08:45 Gelesen: 6962# 65 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#63]

Hallo Kevin,

Michael D hat Recht - Bückeburg ist der Zielort.

Die Aufgabepost kassierte vom Absender 2 Gutegroschen und 6 Gutepfennige für Hannover und als Weiterfranko für Thurn und Taxis einen Gutengroschen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
zockerpeppi Am: 15.04.2014 21:31:00 Gelesen: 6897# 66 @  
Ich möchte mich an diesem Thread beteiligen und einen Beleg vorstellen. Ich nutze dann auch gleich die Gelegenheit den Empfänger näher vorzustellen. Mir sind die Umstände der Briefe wichtig und soweit möglich arbeite ich dies auf. Diesen Einkauf tätigte ich für meine Luxemburg, Land und Leute Sammlung.

Der Brief ging ab LUIK (Lüttig/Liège), roter Einzeiler auf der Vorderseite in Belgien nach Luxemburg an den Advokaten De La Fontaine. Eine durchaus gute Wahl denn das Schreiben aus dem Jahre 1828 bezieht sich auf einen Prozess einer Witwe Metz gegen meinen Lieblingsbankier Pescatore. Das Porto belief sich auf 25 cts, Portostufe laut Postverordnung vom 12.12.1826. Auf der Rückseite befindet sich lediglich ein roter Zweizeiler FRANCO LUXEMBOURG.



Hier nun einige Daten betreff dem Empfänger Ignace de la Fontaine (6.1.1878 11.2.1871), 1807-1810 Jura Studium in Paris, 1810-1842 Jurist zu Gericht in Luxemburg, 1816 Mitglied des Provinzialrates, 1830-1831 treuer Anhänger während der belgischen Revolution von Guillaume I, König der Niederlande und Großherzog von Luxemburg, 1841-1848 Gouverneur von Luxemburg, 1.8.1848 – 2.12.1848 Vorsitzender der ersten Regierung Luxemburgs, 1849-1851 Mitglied des Gemeinderates von Luxemburg Stadt, 1857-1868 Vorsitzender des Staatsrates (conseil d’Etat).

Erwähnen sollte man noch dass er Gründungsmitglied des Chemin de Fer Guillaume Luxemburg war. Er wurde zeitlebens mehrmals geehrt: Kommandeur des belgischen Leopold Ordens, Träger des preussischen roten Adlerorden, Träger der „Grande Croix“ de l’ordre de Couronne de chêne, Orden der von Guillaume II 1841 ins Leben gerufen wurde.

Als altes Zeitdokument kann ich euch einen Urlaubspass des Königlich-Großherzoglich Luxemburgischen Bundes-Contingents, Jäger Bataillon 4 Kompagnie aus dem Jahre 1846 zeigen. Unterschrieben wurde der Pass vom Kommandanten und vom Gouverneur des Großherzogtums De La Fontaine. Und damit ihr alle eine Idee habt wie De La Fontaine aussah, noch eine Gedenkkarte aus dem Jahre 1956.



beste Sammlergrüße
Lulu
 
Concordia CA Am: 20.04.2014 23:15:55 Gelesen: 6793# 67 @  
Dieser eher unscheinbare Beleg zeigt eine der großen Raritäten unter den Essener Stempeln. Der kleine Kreisstempel mit einem Durchmesser von 19 mm, ein sogenannter Fingerhutstempel, ist in Essen nur kurzzeitig und ausnahmsweise in den Jahren 1841 und 1842 verwendet worden und nur auf wenigen Belegen nachweisbar. In vielen Orten ist dieser preußische Stempel der Vormarkenzeit wesentlich häufiger zu finden.

Hier wurde er auf einem Insinuationsdokument von Essen nach Werden am 12. Mai 1841 abgeschlagen.

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen


 
bayern klassisch Am: 21.04.2014 09:34:23 Gelesen: 6746# 68 @  
@ Concordia CA

Lieber Jürgen,

ist es nicht ein ganz besonderer Reiz, gerade bei altpostgeschichtlichen Belegen, wenn man von großen Städten solch schöne und seltene Stücke bekommen kann? Wenn die meisten "Essen" hören, denken sie an eine Stadt weit über 600.000 Einwohner, womit einhergeht die vermeintliche Tatsache, dass es von dort keine seltenen Stempel oder gar Stempelformen geben kann.

Aber dank deines Briefes weiß man jetzt, dass es auch ganz anders sein kann, als heute zu vermuten wäre.

Ich glaube auch nicht, dass Essen für über 170 Jahren auch nur annähernd so bedeutend war, wie man heute meinen könnte. Von daher Chapeau zu dem Schuss. :-)

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
roteratte48 Am: 18.11.2014 12:58:33 Gelesen: 5865# 69 @  
Ein Briefchen ganz anderer Art:



Grüße an alle Forumler - Rolf
 
bayern klassisch Am: 18.11.2014 16:41:24 Gelesen: 5808# 70 @  
@ roteratte48 [#69]

Lieber Rolf,

an dem verrückten Briefchen aus Frankreich in die Pfalz wäre ich als Pfälzer natürlich interessiert, da ich aus dieser Korrespondenz schon das ein oder andere Stück besitze. Es wäre schön, wenn ich es dir abkaufen könnte.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
roteratte48 Am: 18.11.2014 20:03:54 Gelesen: 5772# 71 @  
@ bayern klassisch [#70]

Über das "verrückte Briefchen" sollten wir hier in Verkaufshinsicht nicht sprechen, sonst landet der Beitrag zu Recht im Nirwana. Generell ja - ruf mich doch, wenn Du magst, gelegentlich an.

Immer schön, von Dir zu lesen oder zu hören - liebe Grüße nach GG!

Rolf
 
bayern klassisch Am: 19.11.2014 15:25:55 Gelesen: 5712# 72 @  
@ roteratte48 [#69]

Lieber Rolf,

nach unserem netten Telefonat von eben will ich deinen kleinen Brief aus Frankreich in die Pfalz dann doch "vorab" beschreiben.

Ursprünglich als französischer Portobrief von Besancon nach Strasbourg am 13.4.1847 abgeschickt, hatte ihn Besancon mit 5 Decimes taxiert. Der Brief wog 8g (oben links gewogen) und lag daher in der 2. französischen Gewichtsstufe.

Bei seiner Ankunft nach knapp 200 km am Folgetag konnte er jedoch nicht zugestellt werden. Jetzt saß die franz. Post auf einer Portoforderung von 5 Decimes (knapp 15 Kr.), die keiner zahlen konnte. Es fand sich jedoch jemand, der die neue Anschrift kannte und zwar "Gänsheim par Speiern". Orthographisch korrekt wäre Geinsheim bei Speyer gewesen, aber die Postler damals waren schlau und wussten in der Regel schon, wohin das Baby zu schicken war.

Nun war es aber ein Auslandsbrief geworden nach dem Postvertrag Bayerns mit Frankreich vom 1.1.1822 und Frankreich wollte nicht nur 5 Decimes dafür haben,sondern mehr! Ergo stempelte man in der Grenzstadt Strasbourg mit einem C.F.3.R. = Correspondance Francais 3sieme Rayon, also "französischer Brief aus dem 3. Entfernungsrayon" zur Pfalz. Jetzt wurden 18 Kr. angesetzt für den französischen Portoanteil, in denen die ursprünglichen 5 Decimes keine Rolle mehr spielten, denn sie waren obsolet geworden. 18 Kr. entsprachen 6 Decimes, so dass Frankreich noch ein kleines Geschäftchen machte und ihn einfach nach Wissembourg (deutsch: Weißenburg im Elsaß) leitete, wo er am 16.4. ankam.

Dort sandte man ihn nach Landau i.d.P. (= in der Pfalz) weiter, der Kartenschlußpostexpedition der Pfalz, wo er mit 6 Kr. für die pfälzische Strecke taxiert wurde (bei 8g wäre er in Bayern noch einfach gewesen, weil das halbe Münchener Loth galt und das war 17,5g schwer!). Korrekt wären 4x gewesen für einfache Briefe über 6 - 12 Meilen, aber was solls, wer solche Briefe bekam, zahlte sowieso alles und unübersichtlich war das Brieflein eh schon genug.

Die vorn notierten 9 Kr. machten noch weniger Sinn und wurden folgerichtig abgestrichen.

Über Neustadt an der Weinstraße (18.4.) ging es dann von Speyer aus (hier ohne Halbkreisstempel in rot, wie sonst bei dieser Korrespondenz) nach Geinsheim per Landboten, der dafür 3 Kr. verlangte. Folglich sehen wir vorne die Postgebühr von 24 Kr. für den Brief und siegelseitig 3 Kr. Landbotengebühr, so dass man für ihn total 27 Kr. zu bezahlen hatte.

Er wird, lieber Rolf, ganz sicher Eingang in meine kleine Bayern - Frankreich - Spezialitäten - Sammlung finden und dafür danke ich dir herzlichst.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 02.12.2014 14:09:25 Gelesen: 5604# 73 @  
Liebe Sammlerfreunde,

heute zeige ich einen Brief aus London vom 31.12.1861, der auf griechisch (!) geschrieben wurde und nach Triest gerichtet war. Schon am 1.1.1862 war er "via Ostende" in Aachen, wo ihn die 1. Brigade der preußischen Bahnpost mit 35 Neukreuzer taxiert hatte. Grundlage bildete der Postvertrag Großbritannien - Preußen vom 1.7.1859 (Additionalvertrag zu dem alten Vertrag vom 1.8.1852).





4 Sgr. für Belgiens Transit, über die Nordsee und Großbritannien (14x rheinisch = 20 Nkr.) und 3 Sgr. für über 20 Meilen von der Vereinsaufgabepost Aachen gelegenen Postorte (9x rheinisch = 15 Nkr.).



Leider kann ich kein Griechisch - aber wer es lesen kann, ist hierzu gerne eingeladen.

Ich habe daher nur die Vermutung, dass der Empfänger in Triest gar nicht der eigentliche Empfänger war, sondern der Brief von dort aus nach Griechenland weiterlaufen sollte (per Schiff ohne Einschaltung der teuren Post).

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bignell Am: 02.12.2014 18:49:05 Gelesen: 5563# 74 @  
@ bayern klassisch [#73]

Hallo BK,

ein sehr schönes Stück, wenn geht bitte den dritten Scan nochmal flacher. Oben links könnte ein Ortsname stehen, dann würde klar ob es ein Forwarder ist oder nicht. Falls der Brief an ein Ziel mit österreichischer Postverwaltung gegangen ist, wäre das Porto dasselbe gewesen wie nach Triest.

Lg, harald
 
bayern klassisch Am: 03.12.2014 13:09:49 Gelesen: 5490# 75 @  
@ bignell [#74]

Hallo Harald,

besser bekomme ich das nicht hin. Es wäre schön zu erfahren, ob es griechisch ist und wer, was, wem geschrieben hat.



Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bignell Am: 03.12.2014 18:07:24 Gelesen: 5459# 76 @  
@ bayern klassisch [#75]

Hallo BK,

eindeutig griechisch, aber griechische Schreibschrift kann ich kaum lesen. Aber vielleicht gibt's ja jemand im Forum, der es kann. :)

Lg, harald
 
10Parale Am: 15.01.2015 11:39:04 Gelesen: 5103# 77 @  
@ Vorphilatelisten,

möchte hier mal den ältesten Beleg mit Zeichen einer postalischen Beförderung in meiner Sammlung vorstellen.

Am 1. Juli 1819 verfasste diesen vollständig erhaltenen Geschäftsbrief ein gewisser Archibald Crawford im Landkreis Westmoreland auf Jamaica in englischer Sprache. Rückseitig befindet sich wohl ein halbkreisartiger Stempel von J A M A I C A (Insel der britischen Kolonie zu jener Zeit!).

Vorderseitig ein schön sichtbarer roter Einkreisstempel, wie ich ihn aus englischen Briefen kenne, also wohl der Ankunftsstempel von Edinburgh vom 19. August 1819.

Auffällig auch die Zahl 1/2 in einem Art Quadrat, was das wohl bedeutet? Eine schwarze Taxierung 9/8 hat wohl auch eine Bedeutung und die
"only Double"....nur doppelt? Da schwebt man also im Tal der Ahnungslosen.

Der Brief bringt es immerhin auf 10 gramm und dürfte in den letzten 196 Jahren wohl kaum an Gewicht verloren haben. In 4 Jahren feiert dieses sehr alte Brieflein sein 200. Beförderungjahr, wenn man bei Briefen von so etwas sprechen kann.

10Parale


 
Fips002 Am: 15.01.2015 13:48:17 Gelesen: 5088# 78 @  
@ 10Parale [#77]

Hallo 10 Parale,

nach meiner mir vorliegenden Literatur möchte ich Deinen Brief bestimmen.

Nach dem Vermerk links unten, Packet, wurde der Brief aus West Indien nach Europa mit einem Segelschiff mit Vertrag befördert und unterlag der Packet-Rate. Diese war höher als die Ship Letter Rate. Das Gewicht des Briefes betrug eine Unze. Das Gewicht für einen einfachen Brief war 1819 1/4 Oz.

Ankommende Segelschiffe liefen den Hafen Falmouth in England an und der Brief wurde danach wohl nach London gesandt. Die Rate für einen einfachen Brief betrug allgemein 2Shilling 2 Pence, 2/2d nach der Post Office Directory vom Januar 1813. Der Brief wurde mit vierfachem Porto belastet, also 8/8d. Hinzu kommt noch die Inlandgebühr London-Edinburgh von 1/1d (Entfernung 300-400 Meilen). Der Stempel 1/4d ist ein Zollstempel für Kutschen über 2 Achsen zwischen England und Schottland. In Jamaika wurde der Brief als Doppelbrief gekennzeichnet, Schottland berechnete aber die vierfache Rate. Als Gesamt Porto komme ich somit auf 9/9 d. Soweit meine Berechnung deines Briefes.

Gruß Dieter
 
bayern klassisch Am: 15.01.2015 14:39:01 Gelesen: 5074# 79 @  
@ Fips002 [#78]

Hallo,

sollte der 1/2 Stempel nicht ein Zuschlag für Sendungen über Grossbritannien nach Schottland darstellen?

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
mario0612 Am: 15.01.2015 16:55:09 Gelesen: 5039# 80 @  
Hallo,

der "Add!1/2" Stempel steht, wie Fips002 gesagt hat, für die Benutzung einer Kutsche mit mehr als 2 Achsen über Zollstraßen. Diese Straßen gab es in Schottland und in England. Dieser Betrag konnte als Stempel oder Handschriftlich vermerkt werden.

Der Begriff "only double" steht dafür, das es sich um einen 2 Seiten Brief handelt. In dieser Zeit wurde das Porto nach Meilen und Seiten Anzahl im Brief berechnet. Bei 3 Seiten wäre das Porto verdreifacht worden.

Beste Grüße

Mario
 
Fips002 Am: 15.01.2015 18:47:00 Gelesen: 5011# 81 @  
@ bayern klassisch [#79]

Hallo,

natürlich mussten die 1/2 d zusätzlich bezahlt werden für die Benutzung einer Kutsche mit mehr als 2 Achsen. Es war eine Steuer, die auch als Schlagbaum-Steuer bezeichnet wurde.

Gruß Dieter
 
bayern klassisch Am: 15.01.2015 19:05:27 Gelesen: 5003# 82 @  
@ Fips002 [#81]

Hallo Dieter,

dann wusste der Postmeister, der für die Taxierungen und Stempel zuständig war, dass die zu verwendenden Kutsche nach Schottland mehr als 2 Achsen hatte, wenn ich das recht verstehen.

Progressierten diese Gebühr wie das Porto, oder war es ein fixer Betrag, der vom Empfänger entrichtet werden musste?

Liebe Grüsse von bayern klassisch

P.S. Ich finde diese britischen Usancen hochinteressant!
 
10Parale Am: 15.01.2015 19:20:23 Gelesen: 4993# 83 @  
@ Fips002 [#78]
@ bayern klassisch
@ mario0612

Vielen herzlichen Dank für diese wunderschönen, auch einleuchtenden Erklärungen und ff.-Diskussionen zu diesem Brief. "Britische Usancen" - was für eine wunderbare Wortschöpfung.

Tatsächlich hat der Brief 3 beschriftete Halbseiten (also 2 dicke Seiten) und wie immer bei diesen Briefen wurde das Kuvert sozusagen aus dem Brief selbst durch Faltung gebastelt und mit Taxierungen freigemacht.

Ich stelle die erste Seite hier mal zur Ansicht und ich halte weiter Ausschau nach solchen Schmankerln.

Vielen vielen Dank

10Parale


 
Fips002 Am: 15.01.2015 20:17:40 Gelesen: 4976# 84 @  
@ bayern klassisch [#82]

Hallo,

noch einige Erläuterungen zu den Additional Stempel, 1/2d-Stempel.

Differenzierte Zölle existierten ab 1663 bis in die Mitte des 19.Jahrhunderts. Diese Steuern wurden erhoben, um die Instandhaltung der Straßen sicherzustellen. Es erfolgte die Einführung einer Ausgleichsabgabe von 1/2d je Brief für die von der Post an die Trust zu zahlenden Zölle, sofern der Brief, wann auch immer auf seiner Beförderungsroute, mittels eines mehr als zweirädrigen Postfahrzeuges innerhalb Schottlands befördert wurde.

Am 8. Juni 1813 erließ der Präsident des Inland Office London folgende Dienstanweisung:

Alle für Schottland bestimmten Briefe sind zusätzlich zu den derzeit geltenden Posttarifen mit einem 1/2d Zuschlag zu belegen. bei Briefen von Schottland ist morgen früh in der gleichen Weise zu verfahren. Es wird darauf hingewiesen, dass ohne Rücksicht auf Gewicht der Zuschlag nur jeweils 1/2d pro Briefeinheit betragen darf. Die Ausgabe der "Add 1/2d" Stempel erfolgt zuerst an die Hauptämter in London, Edinburgh und Glasgow.

Die vollständige Gebühr für den Brief, einschließlich der 1/2d, hatte der Empfänger zu bezahlen.

Beste Grüße

Dieter
 
bayern klassisch Am: 15.01.2015 20:50:20 Gelesen: 4967# 85 @  
@ Fips002 [#84]

Hallo Dieter,

vielen Dank für diese hoch interessanten Infos. Da merkt man eben den Kenner.

Wenn du mal einen Brief von/nach Bayern mit diesem 1/2 Stempel finden solltest, würde ich mich über eine Mitteilung freuen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
mario0612 Am: 15.01.2015 21:49:03 Gelesen: 4953# 86 @  
Hallo,

als kleiner Zusatz zur add! 1/2 mail tax. Den Zöllnern war es bei Strafe verboten, diese Postkutschen an- oder aufzuhalten.

Schönen Abend

Mario
 
bayern klassisch Am: 16.01.2015 14:24:24 Gelesen: 4902# 87 @  
@ mario0612 [#86]

Hallo Mario,

interessant - war weltweit zwischenzeitlich sehr ungewöhnlich, kommt aber (EU wir danken dir) wieder in Mode. In sofern waren die britischen Usancen (danke für dein Lob, 10Parale!) ihrer Zeit weit voraus.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 

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