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Thema: Deutsches Reich: Dauerserie Hindenburg
Das Thema hat 168 Beiträge:
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hajo22 Am: 30.11.2014 17:51:25 Gelesen: 29495# 69 @  
@ stampmix [#68]

Schönes Stück zum Sonderporto von 10 Pf. in die CSR.

Dann will ich schnell noch die Ganzsachensammler erfreuen:

Hier eine 6 Pf. Hindenburg-Ganzsache aus dem Sudetenland mit aptiertem Stempel "Barzdorf bei Jauernig" 7.11.1938 nach Budweis mit Nachporto (60 und 20 h, gestempelt Budweis 8.11.38), da das Fernporto von 6 Pf. in die CSR nicht ausreichte, weil das Sudetenland ja jetzt Ausland war. Zum Sonderporto fehlten 4 Pf. Rechnet man die 1,5-fache Nachgebühr hätten 60 h reichen müssen, aber es wurden 80 h, also der doppelte Fehlbetrag angesetzt.

Die Karte betrifft die Abbestellung eines Zeitungs-Abos. In der angespannten Atmosphäre wurde auch so eine belanglose Karte von den Tschechen zensiert (Censurovano).



Dann zeige ich noch eine "richtig" frankierte Ganzsache 6 Pf. Hindenburg + 4 Pf. für das Sonderporto. Befreiungsstempel "Bund der Deutschen" nach Budweis. Gleichfalls eine Zeitungs-Abo-Abbestellung. Gleichfalls zensiert.



Ankunftsstempel des Empfängers: 14.11.1938.

Schönen Abend.
Jochen
 
Manne Am: 30.11.2014 19:13:51 Gelesen: 29473# 70 @  
Ein Brief aus Breslau nach Villingen mit 12 Pfg. Hindenburg.

Gruß
Manne


 
saintex Am: 30.11.2014 20:35:26 Gelesen: 29426# 71 @  
@ hajo22 [#58]

Hallo Jochen,

noch kurz zu Deinen im Beitrag [#58] angesprochenen Fragen:

1. Da im Juni 1933 die Südamerka-Linie der Deutschen Lufthansa noch nicht in Betrieb war, blieb dem Absender nur der Versand des Luftpostbriefes mit der französischen Luftpost. Mit der Schiffspost betrug die Laufzeit nach Südamerika damals ca. 3 Wochen.

2.Eine Gebührenübersicht für die französische Luftpost analog Deinem Luftpost-Werbeblatt der Deutschen Lufthansa habe ich leider nicht. Meine Portoinformationen stammen aus dem MICHEL Postgebühren-Handbuch Deutschland, 2. Auflage München 2004 und dem Amtsblatt des Reichspostministeriums sowie den vom Reichspostministerium herausgegebenen Luftpostlisten.

3.Zur Ehrenrettung der französischen Luftpost muss ich darauf hinweisen, dass die Beförderungszeit meines Luftpostbriefes deshalb relativ lange gedauert hat, weil der Brief erst am Montag, den 12.6.1933 in Toulouse eintraf, der planmäßige Abflug der französischen Flugpost in Toulouse jedoch bereits Sonntag früh war. Da die französische Luftpost nur einmal wöchentlich verkehrte mußte der Brief bis zum Abflug am nächsten Sonntag, dem 18.6.1933 warten. Der Brief traf dann planmäßig eine Woche später in Buenos Aires ein.

Um beim Empfänger Irritationen über die lange Laufzeit des Briefes zu vermeiden hatte die Post in Toulouse auf der Rückseite des Briefes einen entsprechenden Hinweisstempel angebracht: "Arrivée à Toulouse/Après/Départ de l'Avion" (= Nach Abgang des Flugzeuges in Toulouse eingetroffen).

Die längere Laufzeit der französischen Luftpost im Verhältnis zur deutschen Luftpost erklärt sich darüberhinaus auch daraus, dass die französische Luftpost den Südatlantik im Jahr 1933 mangels geeignetem Fluggerätes nicht mit dem Flugzeug sondern mit speziell für die Postbeförderung gebauten Schnellbooten (Avisos) von Dakar im Senegal nach Natal in Nord-Brasilien überquerte. Die Überfahrt dauerte dreieinhalb Tage.

4.Aus den von Dir genannten Gründen würde auch ich das Druckdatum Deines Luftpostwerbeblattes auf den April 1935 datieren. Die verkürzten Laufzeiten für die deutsche Luftpost wurden im Amtsblatt des Reichspostministeriums vom 22.3.1935 mit Verfügung Nr. 115/1935 bekannt gemacht.

MfG Wolfgang
 
stampmix Am: 30.11.2014 20:50:35 Gelesen: 29405# 72 @  
Hallo zusammen,

hier eine schöne Farbfrankatur der Hindenburgmarken mit Wasserzeichen Waffeln. Dieser Brief ist Teil einer jahrelangen Korrespondenz, aus der ich wegen der optischen Wirkung einige Belege erstanden habe.

Auslands-Einschreiben der 3.Gewichtsstufe 40-60gr. portogerecht frankiert von Heidenau nach Scotia (USA) am 2.12.1933 gesandt. Rückseitig Bearbeitungsstempel und Ankunftsstempel vom 12.12.1933.



besten Gruss
stampmix
 
hajo22 Am: 01.12.2014 00:12:02 Gelesen: 29378# 73 @  
@ saintex [#71]

Ja, den Verzögerungsstempel von Toulouse konnte ich nicht recht lesen. Den Stempel "Après le départ" oder "nach Abgang der Post" gab es schon in vorphilatelistischen Zeiten. Da war allerdings das Flugzeug nicht schon weg, sondern die Kutsche. Im Ergebnis der gleiche Effekt.

In diesem Sinne gute Nacht.
Jochen
 
stampmix Am: 01.12.2014 18:46:51 Gelesen: 29325# 74 @  
Hallo zusammen,

anbei eine Einzelfrankatur der 30 Rpf. Hindenburg-Marke in einer nicht so häufig erhaltenen Verwendung als Porto einer Warenprobe der 3.Gewichtsstufe 250gr.-500gr von Trosslingen nach Zeil am Main gesendet. Leider unlesbarer Stempelabschlag.



besten Gruss
stampmix
 
hajo22 Am: 01.12.2014 19:14:34 Gelesen: 29321# 75 @  
Senkrechtes Paar der 50 Pf. Hindenburg auf Zeppelinbrief in das "befreite" Sudetenland. Gestempelt Frankfurt a.M. 1.12.1938. Ankunft 2.12.38 Reichenberg/Sudetengau.

Für diese Zeppelin-Sonderfahrt kostete der Brief 1 RM, die Postkarte 50 Pf.



Viele Grüße
Jochen
 
saintex Am: 01.12.2014 22:52:29 Gelesen: 29264# 76 @  
Flugpostbrief befördert auf dem Erstflug der Deutschen Lufthansa AG von Stuttgart nach Rio de Janeiro am 3.2.1934, frankiert mit 80Pf. und 100Pf. Hindenburg (D.R. Mi.-Nr. 494 u. 495). Links neben der Frankatur der rote Flugpostbestätigungsstempel, der in Stuttgart angebracht wurde (Kennbuchstabe "*"). Rückseitig der Ankunftstempel von Rio de Janeiro vom 8.2.1934.



Das Porto von 180 Pf setzt sich wie folgt zusammen: 25 Pf Auslandsbrief bis 20 Gramm, 30 Pf Auslands-R-Gebühr und 125 Pf Luftpostzuschlag nach Brasilien je 5 Gramm.

Die Lufthansa setzte zur Überquerung des Südatlantiks das Katapultschiff "Westfalen" ein, das das Flugboot zur Mitte des Südatlantiks transportierte und dort Richtung Brasilien abkatapultierte. Hier ein Photo des Katapultschiffes aus der Vogelperspektive.



Wolfgang
 
Kontrollratjunkie Am: 01.12.2014 23:40:12 Gelesen: 29256# 77 @  
Beleg des LZ 130 in Form einer Karte der Fahrt des LZ 130 Graf Zeppelin II nach Eger.

Die Fahrt nach Eger fand am 13.08.1939 statt, die Karte trägt den entsprechenden Bestätigungsstempel und einen Nachgebührvermerk. Verwendung fand eine Ganzsache mit Wertstempel zu 6 Rpf aus der Dauerserie Hindenburg. Da der Absender keine Frankaturergänzung auf die erforderlichen 50 Rpf Gebühr für die Zeppelinpostbeförderung vorgenommen hat, wurde ein Nachgebührvermerk angebracht und 44 Rpf (ohne Strafgebühr) beim Empfänger in Eger / Sudetenland kassiert.

Interessant daran ist die Tatsache, dass die Reichspost hierbei praktisch nur für die Zeppelingesellschaft tätig geworden ist, denn das rein postalische Porto für die Postkarte in Höhe von 6 Rpf hat der Absender entrichtet. Für diese Dienstleistung hat die Reichspost von der Zeppelingesellschaft keine Vergütung erhalten.



Beste Grüße
Rüdiger
 
stampmix Am: 02.12.2014 14:15:21 Gelesen: 29155# 78 @  
Hallo zusammen,

hier der Frageteil der Ganzsachenkarte P220I-F am 1.6.1933 von Hamburg an das Luftpostamt Karlsruhe gesandt. Der Luftpostzuschlag von 10Rpf. wurde mit der Hindenburgmarke Mi.486 frankiert. Verstümmelter Aufgabestempel KBS "HAMBURG 1 / LU / -1.6.33 7-8V" und Ankunftstempel KBS "KARLSRUHE / (BADEN) / FLUGHAFEN / -1.6.33.4-5N", sowie Flugpostbestätigungsstempel R2: "Mit Luftpost befördert. / Karlsruhe(B) Flughafen"

Rückseitig interessanter Text eines Luftpostsammlers und es bleibt die Frage, ob der Postbeamte vorschriftsmässig gehandelt, oder ein späterer Liebhaber den Antwortteil abgetrennt hat.



besten Gruss
stampmix
 
hajo22 Am: 02.12.2014 14:28:30 Gelesen: 29153# 79 @  
@ saintex [#76]

Nach der von mir benannten Literatur (#65) wurden beim 1. Flug am 3.2.1934 ab Berlin-Tempelhof mit einer HE (Heinkel) 70 der Deutschen Lufthansa 48 kg Post befördert. Aufgrund der hohen Luftpostgebühren nach Südamerika kann man davon ausgehen, daß die meiste Post 5 gr. nicht überstieg. Bei 48.000 gr. wären das 9.600 Poststücke, die man als Höchstmenge annehmen kann. Sicher war auch (Geschäfts-)Post dabei, die schwerer war als 5 gr., also lag die tatsächliche Menge sicher darunter und betrug vielleicht (ich nehme das mal einfach an) 5-6.000 Poststücke. Vielleicht gibt es genauere Angaben dazu, ich weiß es nicht. Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise Ende der 20iger Jahre waren noch spürbar, also Geld knapp.

Der Südatlantikdienst der Deutschen Lufthansa bestand bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges (letzter Flug 24.8.1939).

Ich zeige aus meiner Sammlung einen 5 gr.-Luftpostbrief frankiert mit 100 und 50 Pf. Hindenburg + 25 Pfg. Sondermarke zur Leipziger Messe, gestempelt Berlin SW 61 am 27.6.1940. Entweder über Lissabon oder über Italien abgeleitet, entsprechende Stempel sind auf dem Poststück nicht vorhanden. Vielleicht weiß "saintex" mehr dazu.
Portoberechnung: 25 Pfg. Auslandsbrief bis 20 gr., Luftpostgebühr nach Argentinien 1,50 RM pro 5 gr.
OKW-Zensur, vermutlich Zensurstelle Berlin



Viele Grüße
Jochen
 
stampmix Am: 03.12.2014 20:56:36 Gelesen: 29074# 80 @  
Hallo zusammen,

hier eine Einzelfrankatur der 40 Rpf. Hindenburgmarke (Mi.524) als Einschreiben-Auslands-Warenprobe bis 100gr., am 24.8.1936 von Friedrichshafen nach St.Louis (USA) gesandt.

In St.Louis angekommen wurde der R2 "SUPPOSED LIABLE / to Customs Duties" und der Taxstempel(?) "Foreign Letter Package / COLLECT 10 CENTS / for Custom Clearance. / Postage-due stamps to / be affixed & cancelled." abgeschlagen, sowie die notwendige 10 cts- Marke vorschriftsmäßig angebracht und entwertet. Die Zollbehandlung wurde mit dem "PASSED FREE / U.S. CUSTOMS ST.LOUIS" abgeschlossen.



beste Grüsse
stampmix
 
hajo22 Am: 03.12.2014 21:59:29 Gelesen: 29050# 81 @  
Philatelistische Spielerei zum Tag der Briefmarke 1937, die es sogar in den Michel-Deutschland-Spezialkatalog (Katalog 2012: Seite 543) geschafft hat.

Bogen der 3 Pf. Hindenburg-Marke wurden zum Tag der Briefmarke schachbrettartig mit Werbung überdruckt (auf private Initiative).

Hier als Drucksache mit einem senkrechten Paar 3 Pf. Hindenburg-Marke + mit Werbung überdruckte Marke, anstandslos gestempelt und befördert am 10.1.1937 in Frankfurt/a.M.

Auf der Ansichtsseite Werbung des KABE-Verlages.



Schönen Abend.
Jochen
 
stampmix Am: 04.12.2014 20:12:04 Gelesen: 28991# 82 @  
@ hajo22 [#81]

Bogen der 3 Pf. Hindenburg-Marke wurden zum Tag der Briefmarke schachbrettartig mit Werbung überdruckt (auf private Initiative).

Hallo Jochen,

"überdruckt" kann ich nicht erkennen. Wurden die Markenfelder im Bogen durch Werbung ersetzt?

Hier ein Brief der es eilig hatte und am 7.11.1934 von Crivitz nach Lübeck gesandt wurde. Portogerecht frankiert mit 2*Mi.512 und 2*Mi.553.



besten Gruss
stampmix
 
Jürgen Zalaszewski Am: 04.12.2014 21:36:12 Gelesen: 28977# 83 @  
Hallo in die Runde,

zur Hindenburg-Trauerrand-Serie möchte ich auch einen interessanten Brief zeigen. Die Marken wurden in Halle am 2.12.36 abgestempelt, da war die 5 Rpfg Marke schon seit 11 Monaten ungültig. Die Nachgebühr von 8 Rpfg setzt sich aus dem Fehlbetrag von 5 Rpfg, 1 1/2 mal genommen und auf vollen Pfennigbetrag aufgerundet, zusammen.



Beste Grüße
Jürgen
 
hajo22 Am: 05.12.2014 16:19:17 Gelesen: 28926# 84 @  
@ stampmix [#82]

"überdruckt kann ich nicht erkennen."

Ich habe es sinngemäß so wiedergegeben, wie es im Michel-Spezialkatalog vermerkt ist. Es wurden also 3 Pf. Hindenburgmarken durch den Aufdruck "entwertet". Das war den Initiatoren die Sache wert.

Hier noch ein Scan des Überdrucks, der m.E. am unteren Rand einen braunen Streifen zeigt, also eine 3 Pf.-Marke verdeckt.

Anders kann es ja nicht sein, denn die Post war nicht Initiator dieser Werbekampagne zum Tag der Briefmarke.



Ich zeige heute einen interessanten Luftpostbrief aus Pforzheim nach Teheran/Iran.

Hier wurde die Luftpostgebühr (Europa-Tarif 10 Pf.) nur bis Moskau bezahlt. Ab Moskau ging es dann konventionell - also mit der Bahn - nach Teheran.

Keine philatelistische Spielerei (Absender Uhrenfabrik, Empfänger eine Bank im Iran). Vermutlich gab es keine direkte Luftpostverbindung Deutsches Reich-Iran.

Gestempelt 24.12.1940 mit handschriftlichem Vermerk "Luftpost bis Moskau", frankiert mit 25 Pf. Auslandsbrief bis 20 gr. und 10 Pf. Luftpostgebühr.

Während des Krieges verschickt: OKW-Zensur, Zensurstelle vermutlich Frankfurt a.M., Ankunftsstempel Januar 1941 (schwer lesbar).



Schönen Abend.
Jochen
 
saintex Am: 05.12.2014 17:24:58 Gelesen: 28906# 85 @  
@ hajo22 [#84]

Hallo Jochen,

eine direkte Luftpostverbindung Deutsches Reich-Iran bestand in der Tat nicht, weder vor noch nach Ausbruch des 2. Weltkrieges Anfang September 1939.

Bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges wurde deutsche Luftpost in den Iran per Luftpost bis Bagdad oder Basrah im Irak befördert und von dort aus weiter mit Eisenbahn, auf der Straße oder mit Luftpost in den Iran. Laut letzter Luftpostliste vor Beginn des 2. Weltkrieges (Ausgabe August/September 1939) wurden für die Beförderung der deutschen Luftpost nach Bagdad folgende Flugverbindungen genutzt:

a) Berlin-Athen-Beirut-Bagdad (Deutsche Lufthansa)
b) Amsterdam-Batavia/Niederl. Indien (niederländische KLM)
c) London-Singapur (britische Imperial Airways)
d) Brindisi-Bagdad (italienische Ala Littoria ?)
e) Marseille-Hongkong (französische Air France)

Mit Ausbruch des 2. Weltkrieges waren diese Flugverbindungen für die deutsche Luftpost in den Iran unterbrochen. Laut Luftpostliste vom 7.10.1940 (dort Seite 14) wurde deutsche Luftpost in den Iran nur noch auf der Teilstrecke Berlin-Moskau mit Luftpost befördert und hatte den Leitvermerk "Mit Luftpost bis Moskau" zu tragen. Der Luftpostzuschlag betrug 10 Rpf je 20 Gramm. Insoweit ist Dein Luftpostbrief vorschriftsmäßig beschriftet und portogerecht frankiert.

Auch diese Luftpostverbindung wurde im Juli 1941 nach dem Kriegsausbruch zwischen Deutschland und der Sowjetunion unterbrochen. Die Luftpostliste vom 1.8.1941 vermerkt zur Luftpostverbindung in den Iran knapp "- z. Zt. kein Verkehr -".

MfG

Wolfgang
 
volkimal Am: 06.12.2014 06:54:49 Gelesen: 28857# 86 @  
@ stampmix [#82]

Hallo stampmix,



ich glaube, dass man es so am besten sieht.

Viele Grüße
Volkmar
 
stampmix Am: 06.12.2014 09:25:43 Gelesen: 28845# 87 @  
@ volkimal [#86]

Vielen Dank Volkmar.

So sieht man es wirklich. Da wurde tatsächlich erst mit weißer, dann mit schwarzer Farbe überdruckt.

besten Gruss
stampmix
 
hajo22 Am: 06.12.2014 09:30:01 Gelesen: 28841# 88 @  
@ saintex [#85]

Danke für Deine sehr ausführlichen Erläuterungen zu den Luftpost-Transportmöglichkeiten aus dem Deutschen Reich in den Iran vor und während des II. Weltkrieges.

@ volkimal [#86]

Danke. Jetzt sehr deutlich zu sehen (ich konnte es nicht besser zeigen, da keine losen Marken vorhanden mit diesen Überdrucken).

Zurück zum Thema.

Heute zeige ich eine Deutsches Reich P 230IF mit einer nicht so häufigen "Destination".

Der Frageteil dieser Antwortkarte, gestempelt Berlin-Neukölln 1, lief am 6.8.1940 gemäß handschriftlichem Vermerk "via Sibiria" nach Shanghai. Die Karte wurde über die "Transsibirische Eisenbahn" nach Ostasien befördert. Der Antwortteil ist abgetrennt (es wurde also vermutlich geantwortet).

Vorderseitig OKW Durchlaufzensur "Ab" der Zensurstelle Berlin und ein unbekannter Zeichen- oder Zahlenstempel.

Die Ganzsache ist oben links numeriert mit "Karte I". Sie stammt aus einer Korrespondenz von der mir noch weitere Frageteile der P 230IF vorliegen. Die Karte wurde eng beschrieben (vorder- und rückseitig).



Schönen Samstag.
Jochen
 
volkimal Am: 06.12.2014 10:41:40 Gelesen: 28829# 89 @  
@ hajo22 [#88]

Hallo Hajo,

eine sehr schöne Karte! Eine Karte nach China kann ich aber auch noch zeigen:

Onkel Hans, der Bruder von Großvater hat von 1929 bis 1931 in Canton und anschließend bis 1936 in Tsingtao gearbeitet. Nach der Rückkehr in die Heimat hat Onkel Hans natürlich noch weiter Kontakt mit China gehabt. Diese Karte schickte er am 9.5.1938 von Berlin aus nach Kanton.



Die Adresse des Missionshauses in Kanton war "Ha fong tsun". Dieses ist kantonesisches Chinesisch und bedeutet "Dorf unterhalb des Windes". Wie man am oberen Stempel sieht, kam die Karte am 4.6.27 (4.6.1938) in Kanton an. Der Stempel mit den chinesischen Ziffern ist vom 5.6.27 (5.6.1938).



Der Bleistiftvermerk unter der Marke stammt vom Briefträger. Es steht dort sinngemäß "Ich war da, es war keiner anwesend". Um die Karte nachzusenden, wurde wie in China üblicherweise die neue Adresse auf einen Zettel geschrieben und auf die Karte aufgeklebt. Nachdem die Karte nicht zugestellt werden konnte, wurde der Zettel wieder abgerissen. Die Karte erhielt den roten Stempel "Rebuts unknown" also "zurückgewiesen unbekannt". Außerdem erhielt die Karte auf der Rückseite einen roten Stempel aus Kanton vom 20.6.27, diesmal ohne Uhrzeit.



Das chinesische Schriftzeichen unten rechts ist kein offizielles Schriftzeichen sondern ein privates Zeichen eines Postbeamten, dessen Bedeutung natürlich nicht erkennbar ist. Außerdem weiß ich nicht, woher der Nummernstempel "126" links von der Marke stammt.

Viele Grüße
Volkmar
 
stampmix Am: 06.12.2014 14:50:02 Gelesen: 28793# 90 @  
@ hajo22 [#88]
@ volkimal [#89]

Hallo zusammen,

nach diesen tollen Ganzsachenkarten hier bedarfsmässige Hausmannskost.

Luftpostbrief von Bremen nach Rio de Janeiro (Brasilien)am 21.9.1934 abgesandt und schon am 27.9.1934 angekommen. Mit 150 Rpf. portogerecht frankiert.

Als Besonderheit frankiert mit der 100Rpf. Hindenburgmarke mit Wafferzeichen Waffel vom Unterrand (Mi.495) und 2*Mi.553.



besten Gruss
stampmix
 
hajo22 Am: 06.12.2014 15:33:15 Gelesen: 28780# 91 @  
@ stampmix [#90]

Mit den beiden Trauermarken und der 100 Pfg. mit Wasserzeichen Waffeln ein besonders schöner und seltener Luftpostbrief.

Gleichfalls nach Rio de Janeiro adressiert, allerdings 7 Jahre später und jetzt mitten im II. Weltkrieg lief diese 6 Pf. Hindenburg-Ganzsache per Luftpost zu 140 Pf. auffrankiert nach Brasilien (15 Pf. = Auslandskarte + 1,25 Luftpostgebühr à 5 gr.).

Gestempelt 21.5.1941 aus Friedland/Isergebirge, Rückseite Ankunftsstempel 6.41 (handschriftlich rechts oben 3/6/41).

OKW-Zensur (Berlin oder Frankfurt a.M.).

Ganzsachen aus dieser Zeit mit Luftpost nach Übersee befördert sind nicht häufig.



Viele Grüße.
Jochen
 
saintex Am: 06.12.2014 19:01:15 Gelesen: 28750# 92 @  
Heute Abend will ich einen interessanten Luftpostbrief zeigen, den ich kürzlich für meine Sammlung Luftpost im 2. Weltkrieg erwerben konnte.



Auf den ersten Blick bietet der am 14.1.1941 in Essen aufgegebene Luftpostbrief nach Lissabon keine Besonderheiten. Der Brief scheint allerdings mit 1 x 15 Rpf. und 2 x 25 Rpf Hindenburg, mithin gesamt 65 Rpf. überfrankiert. Das Auslandsporto für einen Brief nach Portugal betrug 25 Rpf., der Luftpostzuschlag 10 Rpf je 20 Gramm[1]. Nach meiner Ansicht hätten 35 Rpf. Porto für den Luftpostbrief nach Portugal gereicht.

Der Lp.-Brief durchlief die deutsche Zensur in der Zensurstelle München (Kennbuchstabe "d" auf dem rückseitig angebrachten Verschlußstreifen), die für die Zensur der Post nach Spanien und Portugal zuständig war[2], und traf ausweislich des auf der Rückseite angebrachten Ankunftsstempel am 29.1.1941 in Lissabon ein.

Die Besonderheit des Lp.-Briefes erschließt sich erst auf den zweiten Blick und besteht in dem auf der linken Seite angebrachten Verschlußstreifen mit der Aufschrift "OPENED BY EXAMINER 1746". Hierbei handelt es sich um einen Verschlußstreifen der britischen Zensur, der Lp.-Brief durchlief also auch noch die britische Zensur. Aber wie war das möglich, wenn der Brief nach Lissabon adressiert war ?

Des Rätsels Lösung liegt in der Postanschrift auf der Vorderseite des Briefes : "Lissabon Postfach 506" war eine sog. Deckadresse ( undercover address), über die Privatpersonen mit Wohnsitz in verschiedenen Kriegsstaaten (hier: Großbritannien und Deutschland) private Nachrichten austauschen konnten. Von Lissabon wurde der Brief per Schiff oder Luftpost nach Großbritannien befördert, wo der Brief in London die britische Zensur durchlief und anschließend dem in Großbritannien wohnhaften Empfänger, Herrn Dr. Adolf Rosenberg zugestellt. Die Organisation und Abwicklung dieses Postaustausches zwischen verfeindeten Staaten war von britischer Seite dem Reiseveranstalter Thomas Cook übertragen worden[3]. Ich werde mal im Thread Zensurpost etwas ausführlicher über dieses spannende und interessante Thema schreiben.

Der Brief war übrigens bei ebay für 1 Euro ausgerufen!

Literatur

[1] Paul-Jürgen Hueske, Die Luftpostzuschläge für EUROPA - Auswertung der Deutschen Luftpostlisten von 1933 bis 1945 , Soest 2011
[2] Karl-Heinz Riemer, Die Überwachung des Auslandsbriefverkehrs während des II. Weltkrieges durch deutsche Dienststellen - Handbuch und Katalog, Düsseldorf 1979
[3] Charles Entwistle, Undercover Addresses of World War II, 3. Aufl. Perth, Großbritannien 2006; Socrates Bosovitch, Undercover addresses during the Second World War, Athen, Griechenland 2008

Wolfgang
 
hajo22 Am: 06.12.2014 19:40:17 Gelesen: 28734# 93 @  
@ saintex [#92]

Ja, das Postfach war als Deckadresse bekannt.

Du hast noch eine interessante "Kleinigkeit" vergessen: Der Empfänger in Grossbritannien war Jude, denn die Absenderin, wohl eine Verwandte des Dr. Rosenberg, mußte den Zwangs-Vornamen "Sara" neben ihrem richtigen Vornamen im Absender verwenden. Die Nazis hatten per Gesetz bestimmt, daß weibliche Juden den Vornamen "Sara" und männliche den Beinamen "Israel" zu führen hatten.

Insofern gehört dieser Brief auch zum Sammelbereich "Judaika" im 2. Weltkrieg. Was mag wohl in diesem Brief von 1941 gestanden sein? Vielleicht die Bitte um ein Schiffsticket?

Schönen Abend.
Jochen
 

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