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Thema: Altdeutschland Bayern: Schöne Belege
Das Thema hat 816 Beiträge:
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bayern klassisch Am: 18.11.2014 16:41:24 Gelesen: 85282# 417 @  
@ roteratte48 [#416]

Lieber Rolf,

da muss ich dich leider enttäuschen; du hattest schon richtig geschrieben, dass diese Bleistiftangaben oft mit der Realität wenig zu tun haben und so ist es auch hier. Ein Brief mit 2 Ex. der 2I aus 1853 wäre schon sehr ungewöhnlich.

Es ist aber kein übles Briefchen mit 2 Marken der 2II Pl. 2.

An dem verrückten Briefchen aus Frankreich in die Pfalz wäre ich als Pfälzer natürlich interessiert, da ich aus dieser Korrespondenz schon das ein oder andere Stück besitze. Es wäre schön, wenn ich es dir abkaufen könnte.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 23.11.2014 18:31:17 Gelesen: 85011# 418 @  
Hallo zusammen,

heute bekommen, unfrankierter Bahnpostbrief von München nach Zürich vom 22.Juli.1862 denke mal bis Lindau am Bodensee dann weiter mit Bahnpost in der Schweiz, siehe Bahnpoststempel Winterthur - Aarau (Zug 9) angekommen und ausgegeben in Zürich am 23.Juli.1862.

Zum Porto kann mir bestimmt Ralf etwas sagen.

mit besten Grüßen aus Berlin
Rainer


 
bayern klassisch Am: 23.11.2014 19:33:07 Gelesen: 84996# 419 @  
@ Gernesammler [#418]

Lieber Rainer,

der mit "ph" kann ...

Postvertrag Bayern - Schweiz vom 1.10.1852 aus dem 3. Rayon (über 20 Meilen) Bayerns in den 1. Rayon (bis 10 Meilen) der Schweiz = 9 Kr. für Bayern und 3 Kr. für die Schweiz.

Oder in Schweizer Währung: 30 Rappen für Bayern und 10 Rappen für die Schweiz = 40 Rappen, wie von Zürich notiert.

In Bayern durfte er 16,6g wiegen, in der Schweiz nur 15g. Deiner hier wog also max. 15g, weil er einfach taxiert wurde.

Bahnpostaufgaben waren nicht so häufig, weil die Briefe in den Schlitz des Waggons eingeworfen werden mussten. Dort mussten die Bahnpostbeamten wissen, welche Verträge welche Taxen nach sich zogen. Da sie die Strecke München - Augsburg befuhren, mussten sie bei jedem Halt wissen, ob es noch über 20 Meilen oder unter 20 Meilen (Augsburg) vom Grenztaxpunkt zur Schweiz weg war. Gar nicht so einfach damals.

Danke fürs zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 23.11.2014 20:17:55 Gelesen: 84980# 420 @  
Hallo Ralph,

danke für die Erklärung des Briefes, ich hatte diesen vorigen Monat gesehen und der Dame am Stand gesagt wenn keiner die komplette Bayernsammlung kauft, dann hätte ich gerne diesen Brief. Heute war es soweit und ich hatte ein schönes Stück für meine Schweizer Sammlung für Post aus Bayern.

Hier das nächste Stück ein Vorphila Brief vom 15.September 1800 von Ansbach (V.ANSPACH) nach Friedberg, rückseitig ist nur das Siegel der Kriegs und Domainen Kammer innen noch ein Rest einer Siegelschnur.

Ich habe mal vom Text etwas beigefügt.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 23.11.2014 20:52:24 Gelesen: 84967# 421 @  
@ Gernesammler [#420]

Hallo Rainer,

ein schöner Brief - zwar nicht meine Zeit, aber sagen kann ich, dass der Empfänger 1 1/2 Batzen zahlen musste.

1 Batzen war 4 Kreuzer, also 6 Kr. Porto total. Das lief alles per Reichspost, da Bayern 1800 noch keine Staatspost hatte.

Danke fürs Zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch
 
roteratte48 Am: 23.11.2014 21:01:40 Gelesen: 84966# 422 @  
@ Gernesammler [#420]

Hallo Rainer,

ein hübscher Beleg mit "Gesicht" - der adlige Stempel von Ansbach ist keine große Seltenheit, aber derart saubere Belege an die Reichsritterschaft am Mittelrhein sind auch zu dieser relativ späten Zeit nicht allzu häufig. Wunderschön geprägtes Siegel - und der Text ist durchaus interessant:

Es geht um die Anmahnung eines recht beträchtlichen Zahlungsrückstandes von 6000 Gulden und die Erklärungen, die der säumige Schuldner zu seiner Entlastung bemüht. Die Verantwortung trage natürlich nicht er, sondern "namentlich Johann Georg Häuser jun. seel. Wittwe, welche seine Geschäfte zu Burgfriedberg gewöhnlich besorge, und dere er auch die nähere Berichtigung dieser Angelegenheit aufgetragen."

Schöner Brief, den viele gerne in der Sammlung hätten - Danke fürs Zeigen!

Liebe Grüße - Rolf
 
Gernesammler Am: 24.11.2014 09:56:47 Gelesen: 84916# 423 @  
@ bayern klassisch [#421]
@ roteratte48 [#422]

Hallo Ralph, hallo Rolf,

vielen Dank für die Erklärung des Briefes in Porto und Text, der Brief selbst hat etwa 3 Seiten Text.

Vielleicht kann ich ja doch eine kleine Bayern Sammlung bei mir mit einfügen.

Gruß Rainer
 
bayern klassisch Am: 24.11.2014 11:22:53 Gelesen: 84900# 424 @  
@ Gernesammler [#423]

Hallo Rainer,

wie sagt man so schön zu deinem Ansinnen: A bissel wos gehd ollaweil! :-)

Es gibt Sammelgebiete, zu denen ich dir weniger raten könnte und im Forum wirst du damit auch nicht alleine gelassen.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 24.11.2014 13:07:50 Gelesen: 84885# 425 @  
Liebe Sammlerfreunde,

damit man sieht, dass auch markenlose Briefe ihren Reiz haben können, hier das jüngste Briefchen meiner Sammlung:

Der folgende Beleg gibt mir derzeit ein Rätsel auf, das ich mit Hilfe des Forums zu lösen hoffe. Der Aufgabestempel zeigt München, den 20.12.1851, der preußische Ankunftsstempel den 23.12. ohne Datum.





Eine Hand aus der Zeit schrieb aber 15. December 1850 darüber, was auch sein kann. Der Absender schrieb "Louis" und da der Inhalt nichts mehr vollständig ist, kann über ihn keine genaue Datierung erfolgen. Empfänger könnte der hier gewesen sein:

http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=1&cad=rja&uact=8&ved=0CCMQFjAA&url=http%3A%2F%2Fmatrikel.adbk.de%2F05ordner%2Fmb_1841-1884%2Fjahr_1849%2Fmatrikel-00752&ei=lBtzVIi0JsWAywOapoLQCQ&usg=AFQjCNG8k85xcfFm_1SF-JhxPeG_omsagA&sig2=ePCSQe6LzrS6-JTqYaJAwQ

Kommen wir zum Salz der Suppe, den Taxen. Bayern hat ganz sicher 6 notiert, wobei das wohl Silbergroschen gewesen sein sollten. Da Hamburg aber leider etwas weiter von München weg lag, als bis 20 Meilen, war ein einfacher Brief mit 4 Sgr., ein schwerer wie hier mit 8 Sgr. zu taxieren.

In Hamburg selbst wurden diese 8 Sgr. siegelseitig von Hamburg/Preußen wiederholt, denn sie waren Bayern gut zu schreiben und frontseitig 11 Schilling Courant notiert, wenn ich das richtig reduziere.

Hierbei ist nicht unwichtig, dass Hamburg selbst erst zum 1.1.1852 Mitglied im DÖPV wurde, die DÖPV - Taxen mithin eigentlich gar nicht anwendbar gewesen wären (also auch keine 20 Meilen = 3. Rayon - Regelung und kein Portozuschlag, den es ja vor dem DÖPV nicht gegeben hatte). Allerdings gibt es da eine VO aus 1850, die ich hier anhänge und die sehr interessant ist.

Zur Vorstadt St. Georg habe ich wenig gefunden - scheint wohl erst später als der Brief "eingemeindet" worden zu sein, hatte aber dennoch wohl Hamburger Tarife.

Für Optimierungen und Präzisierungen wäre ich sehr dankbar.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 01.12.2014 16:01:05 Gelesen: 84514# 426 @  
Liebe Sammlerfreunde,

heute zeige ich eine vorschriftswidrige Entwertung in Landau (Pfalz) vom 6.12.1860 nach Annweiler auf einer 2II Platte 5.

Hat man auch nicht jeden Tag.



Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
briefmarkenwirbler24 Am: 01.12.2014 17:48:36 Gelesen: 84482# 427 @  
@ bayern klassisch [#426]

Hallo Ralph,

ein tolles Briefchen, perfekt geschnittene Marke und in der Erhaltung eine echte Rosine!

LG

Kevin
 
Gernesammler Am: 02.12.2014 19:32:16 Gelesen: 84359# 428 @  
Hallo zusammen,

heute ein Brief aus Bayreuth nach Frankfurt am Main, im Fernverkehr wurden hier 3 Kreuzer verklebt (Mi.Nr.15 mit rotem Seidenfaden). Der Brief wurde geschrieben von einem Herrn Karpeles an einen Herrn B.Sommer, bei Google findet man zu Karpeles entweder einen Arzt oder einen Biographen von J. Brahms die zu dieser Zeit dort gelebt haben.

Gruß Rainer




 
Gernesammler Am: 07.12.2014 11:34:53 Gelesen: 83913# 429 @  
Hallo zusammen,

heute ein Brief von München nach Abensberg, geschrieben als Rechnung der "Neuen Münchener Zeitung" an das wenn ich richtig gelesen habe Königlich Bayrische Bentamte. Innen oberhalb auf der Rechnung ist ein Stempel über einen Betrag von 3 Kreuzern abgeschlagen, ist dieser jetzt die Bezahlung für die Bekanntmachung oder gibt es dafür einen anderen Zweck.

Frankiert wurde der Brief mit einer Mi.Nr.4 II zu 6 Kreuzer auf der linken Seite leider etwas beschnitten, dafür aber auf den anderen Seiten breitrandig geschnitten.

Gruß Rainer




 
bayern klassisch Am: 07.12.2014 13:29:51 Gelesen: 83889# 430 @  
@ Gernesammler [#429]

Hallo Rainer,

nicht uninteressant, was du da geschnappt hast. Der Brief zeigt den spätesten Münchener Mühlradstempel geschlossen 217, der später an Holzkirchen (ab 1.12.1856) ging und dein Brief wurde kurz vor der Umtauschzeit (20.11.1856 - 30.11.1856) geschrieben.

Die 6 Kr. Marke deckte das Franko für einen Brief der 2. Gewichtsstufe (über 1 - 4 Loth) ab, demnach muss noch etwas in dem Brief drin gewesen sein, denn heute dürfte er weniger als 15.625g wiegen (wenn du mal nachwiegen möchtest).

Die 3 Kr. innen = Stempelgeld = Fiskalgebühr hatten mir dem Franko nichts zu tun. Sie waren nach Vorschrift zu erheben, in diesem Fall kostete das Ausstellen der Rechnung 3 Kr., denn der Inhalt hier ist ja eine Quittung an das Rentamt (heute: Finanzamt), die bescheinigt, dass man eine Einrückung (Insertion) in der Zeitung hatte vornehmen lassen und dass der Betrag hierfür eingegangen war. Daher auch im Text die Notation "Inclus(ive) Porto" unter dem Betrag.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 07.12.2014 18:07:54 Gelesen: 83812# 431 @  
@ bayern klassisch [#430]

Hallo Ralph,

vielen Dank für die ausführliche Beschreibung des Briefes, ich sollte mir mal ein Stempelhandbuch zulegen.

Gruß Rainer
 
bayern klassisch Am: 07.12.2014 18:15:23 Gelesen: 83807# 432 @  
@ Gernesammler [#431]

Hallo Rainer,

ich fürchte, das hilft hier nicht wirklich weiter. Da braucht es schon etwas mehr:

http://www.arge-bayern.net

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 19.12.2014 13:22:59 Gelesen: 82872# 433 @  
Liebe Freunde,

heute zeige ich einen frisch erworbenen Brief, von dessen Existenz ist nie überzeugt war, weil seine Behandlung so gegen die Vorschriften verstieß, dass man es kaum für möglich hält.

Aber nun ist er hier und ich möchte ihn euch vorstellen.





Geschrieben in Nürnberg am 2.12.1854 war er nach Altdorf in den Kanton Uri (Schweiz) gerichtet. Der Absender, die Firma Conrad Weiß dortselbst, hatte 9 Kr. frankiert in der Annahme, dass die Schweiz zum Postverein gehören würde und über 20 Meilen im Postverein kostete es nun mal 9 Kr.. Das war leider (für 2014: Gott-sei-Dank!) falsch.

Der Postvertrag (PV) zwischen Bayern und der Schweiz vom 1.10.1852 war hinsichtlich unterfrankierter Briefe eindeutig. Im Artikel 10 sagte man ganz klar, dass eine teilweise Frankatur nicht statthaft war. Briefe, welche ungenügend frankiert waren, sollten als ganz unfrankiert behandelt werden und das volle Porto kosten.

Da Altdorf in der Schweiz im 2. Rayon zum Grenztaxpunkt Bayerns lag, reichten die verklebten 9 Kr. zwar bis zur Grenze aus, die 6 Kr. für die Schweiz (20 Rappen) fehlten aber, so dass die Aufgabepost hätte zwar die Marke annullieren müssen, aber gleichzeitig das bayerische Porto von 9 Kr. als Forderung an die Schweiz notieren sollen.

Das hat sie nicht getan - vielmehr tat sie genau das Gegenteil, indem sie mit Rötel 6 x Schwyzgr (Schweizergrenze) als Porto für die Schweiz bestimmte, wie wohl sie das gar nicht konnte.

Aber auch die Schweizer spielten mit und akzeptierten, was nicht zu akzeptieren war. Man nahm nicht 50 Rappen (15 Kreuzer) vom Empfänger, sondern nur 20 Rappen (6 Kr.) und beließ es dabei.

Nun kommt automatisch die Frage, warum 2 Postverwaltungen mit sehr großen Ämtern (Nürnberg und Zürich) solch einen Trick anwendeten.

Möglich wäre, dass es hüben wie drüben großen Ärger gab, wenn Absender und Empfänger heftigst zur Kasse gebeten wurden, weil einer nicht wusste, wie viel zu frankieren war. Bis zum 31.3.1854 hatte Bayern sogar die interne Vorschrift gehabt, den Schweizerischen Anteil bei frankierten Briefen bar zu kassieren, aber keine Marke(n) zu verkleben, sondern ihn nur der Höhe nach auf der Siegelseite vorzumerken und der Schweiz über die Abrechnung in der Briefkarte zu bonifizieren. Im Dezember 1854 war das natürlich längst Geschichte und auf der Siegelseite findet sich natürlich auch kein bar kassiertes Weiterfranko.

So muss der Brief rätselhaft bleiben, aber da ich hübsche, rätselhafte Briefe schätze, habe ich mich mit ihm selbst ein wenig beschenkt, denn es ist ja jetzt die Zeit dafür.

Liebe Grüsse von bayern klassisch und ein frohes Fest für alle, die ihren Spaß an Marken und Briefen haben, seien sie jung, oder so alt wie hier.
 
bayern klassisch Am: 31.12.2014 12:06:52 Gelesen: 82181# 434 @  
Liebe Sammlerfreunde,

heute möchte ich mal einen gewöhnlichen Postablagenbrief zeigen, der als R.S. portofrei von Lanzendorf (2.12.1868 ) über Himmelkron und Neuenmarkt via Marktschorgast nach Berneck befördert wurde.



Interessant ist für mich der Laufweg: Von Lanzendorf (gab es dort einen Briefkasten für die Ruralbriefe?) nach Himmelkron, dort Aufgabe gestempelt, dann nach Norden zur PE Neuenmarkt, dann nach Osten Richtung Marktschorgast und dann weit nach Süden nach Berneck.

Offenbar funktionierte hier nicht, was wir anderswo schon vermutet bzw. bewiesen haben, dass die Landbriefträger (LBT) ihre Briefe der Einfachheit halber dem anderen LBT mitgaben, damit er diese gleich austragen konnte.

Mich freute aber neben der Leitung (immerhin alles an einem Tag!), aber erst 2 Tage gelegen, ehe er auf die Reise geschickt werden konnte, auch die außerordentliche Qualität, mit der alle 4 Poststellen ihre Abdrücke hinterlassen haben. Chapeau meine Herren!

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 05.01.2015 10:26:39 Gelesen: 81880# 435 @  
Hallo zusammen,

da ich gerade beim Aufarbeiten meiner Berliner Stempel bin, fiel mir diese Karte in die Hände.

Es ist eine Ganzsachen-Karte von Bayern zu 5 Pfennig, gestempelt und versendet innerhalb von Berlin SW, dies wird bestimmt nicht oft gewesen sein. Bayern gehörte seit 1871 auch dem Deutschen Reich an, also wurde diese Karte ohne Beanstandung der Post bearbeitet.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 05.01.2015 13:32:13 Gelesen: 81859# 436 @  
@ Gernesammler [#435]

Hallo Rainer,

das mit dem Deutschen Reich angehören ist so eine Sache - politisch sicher richtig, aber postalisch war Bayern mit niemandem vereint. Von daher hätte man in Berlin die Karte als unfrankiert ansehen und nachtaxieren müssen.

Umso schöner, wenn man das nicht gemacht hat, denn so hast du ein ganz besonderes Stück, um das dich jeder Pfennigzeitsammler beneidet - der bayerische am meisten! :-)

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Gernesammler Am: 10.01.2015 14:17:26 Gelesen: 81530# 437 @  
Hallo zusammen,

hier mal eine Ganzsache zu 3 Kreuzer vom 10.4.1870, versendet von Würzburg nach Ludwigshafen, auf der Rückseite hat der Absender eine Werbevignette seines Ladens verklebt. Die Ganzsache habe ich bekommen als U 2, erstens ist das richtig und zweitens wie erkennt man dies?

Gruß Rainer


 
kreuzer Am: 10.01.2015 16:55:10 Gelesen: 81490# 438 @  
@ Gernesammler [#437]

Hallo Rainer,

es handelt sich hier um den Umschlag U1, ausgegeben ab 1.2.1869, U2 ist erst ab Juli 1872 bekannt. Unterschied ist die Form der Klappe des Umschlages, bei U! abgerundet, bei U2 kreisförmig ausgeschnitten.

Viele Grüße

kreuzer
 
kreuzer Am: 10.01.2015 17:00:18 Gelesen: 81486# 439 @  
Hallo zusammen!

Zum Thema bayrische Belege möchte ich noch einen Postablagenbrief vorstellen.

Die Nürnberger Ultramarin Fabrik schickte am 08. Juni 1864 einen Brief auf die Reise ins weit entfernte St. Petersburg (Russland). Dort hatte man noch den julianischen Kalender, so dass der Brief am 01. Juni dort ankam. Zwischen gregorianischem und julianischem Kalender bestand damals eine Differenz von 12 Tagen, so dass die Ankunft in St. Petersburg nach "Nürnberger Zeitrechnung" am 12. Juni war.

Aufgegeben wurde der Brief bei der Postablage Steinbühl, die die Marken (13a + 2 x Nr. 8 ) vorbildlich mit ihrem Postablagestempel entwertete. Bei der Expedition in Nürnberg stempelte man Aufgabe und zusätzlich wurden die Marken mit dem oMR 356 entwertet, was nicht so vorgesehen war, aber eine hübsche Duplexentwertung ergab. Diese ist ist aus Steinbühl häufiger bekannt.

Postablagebriefe aus der Kreuzerzeit in das Nichtpostvereinsausland sind nicht gerade häufig.

Der Vereinsanteil für Bayern betrug 9 Kreuzer Das Weiterfranko betrug 11 Kreuzer, die in rot auf der Vorderseite angeschrieben wurden. Diese entsprechen 10 Kopeken bzw. 3 Silbergroschen, die dann auch in blau rückseitig angeschrieben wurden.

Viele Grüße

kreuzer


 
bayern klassisch Am: 10.01.2015 22:54:15 Gelesen: 81441# 440 @  
@ kreuzer [#439]

Hallo kreuzer,

ein phantastischer Brief, den jeder Bayernsammler gerne hätte, ohne Ausnahme.

Wie viele 20 Kreuzer Frankaturen mit Postablagenstempel mag es heute noch geben? Ich behaupte, dass es keine 3 sein werden.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
briefmarkenwirbler24 Am: 11.01.2015 11:03:38 Gelesen: 81350# 441 @  
@ kreuzer [#439]

Hallo kreuzer,

was für eine Bombe, der Beleg ist ja optisch schon nicht mehr zu übertreffen, von der Seltenheit mal ganz zu schweigen!

Das Geld ist allemal sehr gut angelangt mit diesem Schmuckstück!

LG

Kevin
 

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