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Thema: Rumänien für Sammler
Das Thema hat 391 Beiträge:
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zonen-andy Am: 27.11.2014 14:47:15 Gelesen: 52396# 267 @  
@ 10Parale [#266]

Hallo 10Parale,

herzlichen Dank für die ausführliche Beschreibung der Stempelabschläge, die ich mir gleich notiert habe. Anbei nochmals schöne Stempel auf schlecht gezähnten Marken bis auf Mi.Nr.36 siehe Scan.



Mit freundlichen Grüßen

Andreas
 
Heinz 7 Am: 27.11.2014 21:20:23 Gelesen: 52338# 268 @  
@ 10Parale [#266]

Vielen Dank, 10 Parale,

für die begeisterte Anteilnahme. Geteilte Freude ist doppelte Freude, sagt man so schön; darum ist es ein Geschenk, wenn man Gleichgesinnte findet, die sich an denselben Dingen erfreuen können.

Dir auch viel Glück beim Weiter-Suchen und -Sammeln !

Heinz
 
10Parale Am: 28.11.2014 21:13:54 Gelesen: 52267# 269 @  
@ zonen-andy [#267]

wow, die Stempel sind das i-Tüpfelchen der Marken - wie ich finde.

Die folgende Marke sollte ich eigentlich unter dem Titel "Weltrekorde der Philatelie" einstellen. Während der Michel Katalog sich mit 2 Farbunterscheidungen "ziegelrot" und "karminrosa" begnügt, habe ich für die Michel Nr. 20 in einem rumänischen Katalog sage und schreibe
27 Farbunterscheidungen wahrgenommen.

1. roz - rosa (10 Farbunterscheidungen innerhalb rosa)
2. rosu-roz - rosa-rot ( 2 Farbunterscheidungen innerhalb rosa-rot)
3. rosu - rot (12 Farbunterscheidungen zzgl 1 Papierunterscheidung)
4. cinabru - zinnober (3 Farbunterscheidungen zzgl. 1 Papierunterscheidung)

Was mich mehr interessiert, ist das Zeichen bei der linken oberen Marke rückseitig = vielleicht hat dies jemand schon mal gesehen und kann Auskunft darüber geben?

Liebe Grüße

10Parale


 
zonen-andy Am: 29.11.2014 18:13:51 Gelesen: 52214# 270 @  
@ 10Parale [#269]

Hallo 10Parale,

was für eine schöne Farbenvielfalt der 18 Bani Marken. Bei meiner rechten Marke sieht mir die Kopfzeichnung etwas anders aus z.B. Ohr und Haare.



Viele Grüße

Andreas
 
Pepe Am: 03.12.2014 17:43:45 Gelesen: 52051# 271 @  
1891 Mai 10./24.

Michel 90-94, Satz zum 25. Regierungsjubiläum von König Karl I.

Nur 63.000 Sätze soll es geben. Es wird auf Fälschungen zum Schaden der Post und zum Schaden der Sammler hingewiesen. Das kann ja wieder heiter werden.



Mi 90, lilarot, gz: 11½ : 13¼; Mi 91, violett, gz: 13¼; Mi 92, grün, gz: 13¼



Mi 93, ziegelrot, gz: 13¼; Mi 94, olivbraun, gz: 13¼

Die Ausgabe war nur drei Tage lang gültig. Die 15 Bani müsste erst Tag gestempelt sein.

Nette Grüße
Pepe
 
10Parale Am: 03.12.2014 22:03:49 Gelesen: 52014# 272 @  
@ Pepe [#271]

In einem rumänischen Briefmarkenkatalog habe ich für diese Jubiläumsausgabe eine Auflage von 63.960 Stück gefunden.

Kiriac Dragomir nennt (siehe unten) ganz andere Zahlen, die erheblich davon abweichen: 1 1/2 Bani 120860; 3 Bani 128860; 5 Bani 63.960 - da taucht die Zahl wieder auf; 10 Bani 63700; 15 Bani 129480; macht zusammen = 506.860 für mich auch ein Rätsel.

Tatsächlich gültig waren die Marken am 10., 11., und 12. Mai 1891, so dass die 15 Bani Marke, die zu zeigst erst Tag gestempelt ist.

Dragomir Kiriac spricht in seinem Werk "Catalogul Marcilor Postale Romanesti" davon, dass es sich bei dieser Ausgabe um die erste weltbekannte Jubiläumsausgabe von Briefmarken handelte. (Es gibt auch 2 Ganzsachen mit Aufdruck der Jubiläumsmarken).

Hier ein ungebrauchter Satz.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 03.12.2014 22:32:21 Gelesen: 52010# 273 @  
@ Pepe [#271]

Hallo Pepe,

schön, dass Du da weitermachst. Die 13. Ausgabe von Rumänien war wirklich speziell, sie war nur drei Tage lang gültig, wurde aber massenhaft eingesetzt. Die Michel-Datenangabe ist etwas irreführend: 10./22. Mai war Ersttag (julianisch/gregorianisch), 12./24. Mai war Letzttag der Gültigkeit. (In Rumänien galt weitherum noch bis 1919 der julianische Kalender, aber die Post verwendete ab 1.1.1865 den gregorianischen Kalender, der im 19. Jahrhundert eine Differenz von 12 Tagen hatte. Vgl. die Forumsbeiträge zu unterschiedlichen Kalendern!) Das Datum 10. Mai sollte also nicht vorkommen und ist wohl eine Fälschung.



Anbei siehst Du einen Brief von Bukarest nach Dresden: eingeschrieben. Die 50 Bani sind mit einem kompletten Satz der Regierungsjubiläums-Marke verklebt worden.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 05.12.2014 21:01:30 Gelesen: 51843# 274 @  
@ 10Parale [#269]

Hallo 10 Parale,

ich habe das Zeichen, glaube ich, auch schon gesehen, kann es aber nicht zuordnen. Vermutlich ist es irgend ein (unbekanntes?) Besitzerzeichen.

Ja, die 18 Bani-Marke ist sehr vielseitig/vielfarbig. Ich habe auch einige klar unterscheidbare Varianten, scheitere aber "grandios" beim Versuch, die 27 Varianten (!) auseinanderzuhalten. Ich finde, da wird "des Guten zuviel" unterschieden. Naja, das mag jeder so sehen, wie er will.

Heinz
 
10Parale Am: 05.12.2014 22:01:22 Gelesen: 51837# 275 @  
@ Heinz 7 [#274]

Danke für die Info, Heinz. Ich bin völlig Deiner Meinung. Langsam erreichen wir auch mit Hilfe von Pepe Gefilde, in denen es sehr schwierig wird.

Ich mache mal einen Sprung ganz nach vorne, an das Ende der postklassischen Zeit in Rumänien. Manche hören hier auf zu sammeln. Auch mit dem gregorianisschen und julianischen Kalender bin ich noch lernfähig. Abgebildet noch eine Jubiläumsmarke mit einem gregorianischen 22. Mai.

Ich zeige eine Mischfrankatur, 1908 gelaufen, 10 Bani Gesamtfrankatur, von Bukarest an den Briefmarkensammlerverein in Amberg / Bayern / Oberpfalz. Es handelt sich um Briefmarkenausgaben, die in Rumänien als "Spic de Grau" bekannt sind - zu deutsch würde ich sagen "Ährenausgabe", weil die Briefmarken eine Umrahmung haben, in der links und rechts je eine Weizenähre abgebildet ist.

Die Ausgabe startet 1893 und wurde mit verschiedenen Serien bis 1906 fortgeführt. Der hier abgebildete Mischfrankatur wurde frankiert mit der Michel Nr. 129, 1 Bani grau/schwarz (lt. Michel 1903) und 3 Marken der Michel Nr. 131, 3 Bani rotbraun (1900).

Ich habe auch die Rückseite abgescannt, da ich aber dieser Art Sütterlin Schrift nicht mächtig bin, bleibt der Text im Dunkeln.

Übrigens noch schöner Ankunftsstempel von Amberg vom 16. Oktober 1908 und eine 13. im Kreis - vielleicht kann hier bayern klassisch helfen.

Für mich eine besondere Marke, da mein Vater aus Amberg stammte.

Liebe Grüße

10Parale




 
Heinz 7 Am: 07.12.2014 11:31:24 Gelesen: 51724# 276 @  
@ 10Parale [#275]

Hallo mein Freund,

es ist in der Tat so, dass uns die 14. Ausgabe von Rumänien, die sog. "Ährenausgabe" echt stressen kann, weil sie ist so vielseitig und (auch) kompliziert mit ihren Möglichkeiten/Varianten. Wir können uns aber auch einfach darüber freuen! Ich schrieb bereits, dass der erste Leiter der ARGE Rumänien, Horst Scherrer, eine phantastische Sammlung der Ährenausgabe aufbaute und das auch perfekt zur Schau stellen konnte. Er hat mit seiner Ausstellungssammlung dann auch prompt höchste Preise gewinnen können. Viele dieser Marken sind zwar geringwertig (rein vom Katalog betrachtet), aber als seltenen Kombination, vielleicht mit einer seltenen Zähnung, oder aus einem anderen Grund trotzdem besonders sammelwürdig. Solche Ausgaben eignen sich sehr auch für Sammler, die sich die klassischen Grossraritäten finanziell nicht leisten können.

Es ist schön, wenn anstatt einer 10 Bani-Marke eine Kombination von 3- und 1-Ban(i) verwendet wird. Da diese Marken aber aus derselben Ausgabe stammen, sprechen wir hier von einer "Buntfrankatur", nicht von einer "Mischfrankatur". Die zweite Bezeichnung verwenden wir für Frankaturen, bei denen verschiedene AUSGABEN (also z.B. 12.+14. Ausgabe) kombiniert wurde.

Anbei zeige ich auch eine tolle Kombination von tiefen Ährenausgabe-Werten:



Ein Streifband 1 Bani braun (Michel Nr. S 4) von 1894/96 wurde verwendet für eine Auslandssendung in die Schweiz. Weil dazu die Frankatur natürlich nicht ausreichte, wurden zwei Marken hinzugeklebt (Mi 99 + Mi. 101) und in Jassy abgestempelt 30 JUL 97. Die Jahreszahl ist nicht klar lesbar, aber hinten auf dem Streifband ist (zur Freude des Sammlers) ein sehr klarer Stempel "SCHAFFHAUSEN 3.VIII.97", was nicht nur die korrekte Verwendung zeigt, sondern uns auch lehrt, wie rasch die Post befördert wurde.



Auf den zwei Marken kleben noch Überreste der Drucksache, die damals spediert wurde. Zum Glück wurde die Frankatur so sorgfältig abgelöst!

Dass ein solches Stück in dieser nahezu perfekten Erhaltung nun 117 Jahre überdauert hat, grenzt an ein Wunder und zeigt, dass immer schon Briefmarken-Liebhaber solche Schönheiten sorgfältig gehütet haben. Das wird auch die nächsten 117 Jahre so sein!

Bei diesem Stück sprechen wir "technisch" nun von einer "Ganzsache mit Zusatzfrankatur" (oder: "Ganzsache mit Zusatz-Buntfrankatur").

Herzliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 12.12.2014 20:49:18 Gelesen: 51455# 277 @  
@ Heinz 7 [#276]

"Wir können uns aber auch einfach darüber freuen!"

Wow, ein Streifband S4 mit Zusatzfrankatur in die Schweiz, was für ein Hammer - ich freue mich für Dich.

Ich meinerseits freue mich über diese unscheinbare Postkarte vom 09. März 1900, abgeschlagen in Bukarest, gut erkennbarer Ankunftsstempel von Villefranche (Frankreich).

Sei es nun die 10 Bani Marke Michel Nr. 114, 120 oder 133a bleibe dahingestellt - man müsste diese Marke wohl ablösen, um das zu erforschen. Mir gefällt auch das Bild auf der Rückseite; die Nationalbank von Bukarest. Dazu ein Text in Französisch, den ich hier mal ins Deutsche übersetze:

"Das Klima in unserem Land ist extrem. Im Sommer steigt das Thermometer bis zu 34 Grad Celsius, während es im Winter manchmal bis unter 26 Grad Celsius unter Null sinkt. Was für ein Übergang ..."

Mittlerweile steigt die Temperatur in Bukarest im Sommer auch mal über 40 Grad Celsius, wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann. Eine Postkarte für die Weltklimakonferenz 2015 in Paris.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 13.12.2014 10:46:00 Gelesen: 51409# 278 @  
@ 10Parale [#277]

Köstlich, diese Ansichtskarte! Der Text musste damals ja auf der Vorderseite angebracht werden, die Rückseite war nur für die Adresse bestimmt.

Apropos Weltklima-Konferenz: Früher wurde es in Rumänien ja öfter lange Zeit sehr kalt. Das lernen wir u.a. daraus, dass die Donau nicht mehr schiffbar war, wegen Eisbildung! So haben manche Briefe einen langen Umweg nehmen müssen, weil die Donau kein grosses Gefälle hat und deswegen langsam fliesst und sich bei längerer Kälte tatsächlich mächtige Eisbarrieren bilden konnten!

Vielleicht weiss da ein Meteorologe, wann dies das letzte Mal war, dass die Donau so richtig zugefroren war?

Post- und Ansichtskarten finde ich auch faszinierend. Ich finde es toll, wie Du, 10 Parale, immer wieder verschiedene Aspekte der Rumänien-Philatelie ins Spiel bringst. Ich sehe das nämlich genauso; alle Facetten der Rumänien-Philatelie sind interessant !



Am 24. März 1898 wurde diese hübsche Ansichtskarte von Bukarest nach Wien geschickt. Ohne besonders interessanten Zusatztext, aber diese Art von Ansichtskarten ("Gruss aus..."-Lithokarten) waren um die Jahrhundertwende in ganz Europa sehr beliebt.

Herzliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 15.12.2014 20:12:43 Gelesen: 51268# 279 @  
@ Heinz 7 [#278]

Ich finde es toll, wie Du, 10 Parale, immer wieder verschiedene Aspekte der Rumänien-Philatelie ins Spiel bringst.

Danke für die Lorbeeren. Ich versuche aus jedem Beleg etwas herauszuholen. Da bin ich ganz und gar Autodidakt. Vielleicht fehlt mir auch irgendwie die Studienatmosphäre meiner längst vergangenen Schulzeit. Die Philatelie lässt mich wieder zu dem Schüler werden, der ich einmal war.

Dazu ein großer Satz ins Jahr 1928. Wer an die Schweiz denkt, denkt sofort an Wilhelm Tell und damit verbinden sich Figuren wie Friedrich Schiller, der Landvogt Gessler, Tell´s Sohn Walter und Orte wie der Vierwaldstätter See und Ereignisse wie der Rütli-Schwur.

Daran musste ich denken, als ich diesen Briefumschlag in meiner Sammlung entdeckte, allein aufgrund des Absenders, La Wilhelm Tell in Bucuresci. Tatsächlich gab es ein Haus mit solch einem Namen und da soll es ebenfalls schöne Lithokarten geben. Würde mich freuen, so etwas mal zu finden.

Im WorldWideWeb kann man über solche Themen unendlich forschen.

Ach ja, diesmal kann ich die Marke genau bestimmen. Es ist der Wert zu 10 Lei,Michel Nr. 328, König Michael aus dem Jahr 1928 im größeren Format. Es gibt von dieser Ausgabe noch einen Satz mit einem kleineren Format aus dem Jahr 1930 und noch ein Satz mit Wasserzeichen 4.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 16.12.2014 20:09:51 Gelesen: 51177# 280 @  
Hallo,

zur Ergänzung hier noch ein mit 20 Lei (2 x 10 Lei Michel Nr. 328 im waagrechten Paar) freigemachter Einschreibebrief von Sibiu nach Berlin-Grünau. Rückseitig schöner Ankunftsstempel von Berlin Grünau vom 29.10.29 und ein Bahnpoststempel Breslau-Oderberg.

10Parale


 
Heinz 7 Am: 28.12.2014 20:51:49 Gelesen: 50579# 281 @  
@ 10Parale [#279]

Hallo,

dieser Wilhelm Tell-Beleg hat gleich doppelten Bezug zur Schweiz, weil er ja in die Schweiz gesandt wurde. Interessant!

Heute zeige ich eine britische Marke mit dem Bild von King Edward VII. Was hat das mit Rumänien zu tun?



Nach den Marken des Heimatlandes folgen im Michel die Gebiete, in denen britische Marken auch verwendet wurden. Unter dem Kapitel "Britische Post in der Türkei" sind gemäss Michel West 2000/2001 (A-K), Seite 1286+1287 immerhin 61 Marken gelistet von 1885-1921. Die Freimarken-Ausgabe Grossbritannien Nr. 107 wurde mit geändertem Wertaufdruck "1 Piastre" zur Marke "Britische Post in der Türkei No. 23".

Eine solche Briefmarke kam nun zur Verwendung und wurde abgestempelt am 2. OCT 1906 an Bord eines Transportmittels (Bahn/Schiff). Es muss die Linie "CONSPOLI - CONSTANZA - BUCURESCI" sein, denn die anderen Stempel der Gruppe SMR sehen anders aus. Dragmoir behandelt diese Stempel in Kapitel "10.1.1. Posta din trenurile accelerate românesti" ("Die Stempel der Post in rumänischen Eilzügen") auf Seite 255. SMR2a, leider ohne Abbildung (das ist eine Ausnahme).

Auf einer Abbildung - leider ohne Quellenangabe - fand ich folgenden philatelistischen Hinweis zu dieser Marke:



Der Autor spricht hier von Schiffsstempel, aber Dragomir teilt die SMR-Stempel ausdrücklich auf (Bahn/Schiff) und ich weiss jetzt nicht mit Sicherheit, ob es tatsächlich ein Bahnstempel war. Ich folge aber der Katalogisierung von Dragomir und stelle das unter "Bahnstempel" ein, nicht "Schiffstempel".

Auch eine unscheinbare, fast wertlose Marke (Katalog Michel: -.30) kann einem Sammlerherzen Freude bereiten. Der wunderbare, zentrische Vollstempel ist dafür verantwortlich. Ich habe solch eine Verwendung "Britische Post in der Türkei nach Rumänien" bisher noch nie real gesehen. Darum ist Stempelkunde für Philatelisten wertvoll.

Heinz
 
10Parale Am: 09.01.2015 20:12:59 Gelesen: 50163# 282 @  
@ Heinz 7 [#281]

Wow, ein hoch interessanter Stempel aus längst vergangenen Tagen. Ich denke es ist der Stempel SMA1 (2-Kreis-Stempel mit Ornament Blume anstatt Posthorn), der auf meiner Abbildung oben links abgebildet sein müsste, mit einer leichten Rotation - Dragomir Kiriac Seite 256.

Es gab wohl Stempel für die innerrumänische Linie Bukarest - Constanta (ca. 300 km Entfernung - heute verläuft dort für den Individualverkehr eine mautpflichtige Autobahn) und Stempel für die internationale Linie von Paris nach (Konstantinopel) über Bukarest und Constanzs.

Hier setzt nun meine Frage an: Was bedeutet Conspoli oder Cospoli = ist das eine Abkürzung für Polis (Poli) Constantinopel (Cons oder cos.) ?

Vielleicht weisst Du mehr darüber oder ein anderer Leser.

Liebe Grüsse

10Parale


 
Heinz 7 Am: 10.01.2015 01:05:19 Gelesen: 50144# 283 @  
@ 10Parale [#5]

Hallo 10 Parale,

Du bezeichnest ja die Michel Nr. 10 als Deine Lieblingsmarke und zeigst uns in der Rubrik "echt oder falsch" gleich einen 40er-Bogen des Plattendruckes - Michel Nr. 10 II (1864).

Zur Ergänzung anbei ein Bogen der Nr. 10 I, als Hand-Einzeldruck (1862).

Man sieht im Vergleich sehr schön, wie der Drucker beim Handeinzeldruck unregelmässige Abdrucke produzierte (z.B. Marke 28+29 sind eng beieinander gedruckt), wogegen beim späteren Plattendruck alle 40 Marken in einem Arbeitsgang gedruckt werden konnten. Das war nicht nur sehr viel schneller erledigt (Zeitersparnis!), auch Platz bzw. Papier liess sich damit einsparen! Die Handeinzeldruck-Bogen enthielten nur 32 Marken, die Plattendruck-Bogen aber 40.



Dass mein Bogen etwas gräulich aussieht liegt daran, weil das sehr dünne Papier ist flächendeckend auf einen gräulichen Karton geklebt. Das ist vielleicht für eine ungebrauchte Marke/Bogen keine "Wunschvorstellung", aber ich will mich nicht beklagen. So hat der sehr sensible Bogen die letzten 150 Jahre doch gut überstanden und das seltene Stück ist gesamthaft in guter Erhaltung.

Für alle "Kehrdruck-Liebhaber": vergleicht bitte den Plattendruck-Bogen mit dem Handeinzeldruckbogen: dort haben wir die berühmten 90 Grad-tête bêche-Markenpaare und nur EINEN 180 Grad Kehrdruck; hier hingegen haben wir 8 x 180-Grad Kehrdruck-Paare.

Schönes Wochenende! Heinz
 
zonen-andy Am: 13.01.2015 13:32:15 Gelesen: 49981# 284 @  
Hallo,

ich habe mal 3 Marken aus der Ausgabe 1900/1911 Mi.Nrn.127-144 eingescannt die größere weiße Flecken oder Striche aufweisen. In meinem Michel-Südosteuropa Katalog 2011 sind keine Plattenfehler angegeben oder sind solche Druckabweichungen fast normal?




Grüße Andreas
 
10Parale Am: 16.01.2015 21:05:53 Gelesen: 49828# 285 @  
@ zonen-andy [#284]

So lange keine Antwort auf Deine Frage und auch weiterhin keine Antwort. Ich habe mal nachgelesen und lediglich einen einzigen Hinweis gefunden, dass es bei der 10 Bani Marke aus dem Jahr 1900 (Michel Nr. 120 - Grosse Wappeneinpressung auf über 25 Marken) häufig zu Plattenfehlern gekommen ist. Ich werde versuchen, hierüber mehr in Erfahrung zu bringen und bitte um Geduld. Vielleicht kann Heinz etwas mehr darüber sagen.

Auf der Rückseite mancher Briefmarken sieht es ja auch manchmal aus wie bei meinem Spickzettel während der Schulzeit. So auch in dem Beispiel, dass ich hier vorstellen will.

Lt. dem Vorbesitzer dieser Marke handelt es sich um die Michel Nr. 123, 15 Bani schwarz aus dem Jahr 1900 mit der grossen Wappeneinpressung als Wasserzeichen, gezähnt 11 1/2.

Ich habe tagelang versucht die auffällig diagonal liegenden gelochten Initialen (Perfins) zu lesen und Gott sei Dank lief heute abend gerade das Fernsehen und meine aus Rumänien stammende Ehefrau war auch da. Ich grellen Licht des LED-Bildschirm fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Die Lochstanzungen ergeben das Wort "ADEVARUL".

Doch was ist "ADEVARUL"? Es ist ein rumänisches Wort und bedeutet "DIE WAHRHEIT". Aber was soll "DIE WAHRHEIT" als Perfin? Flink meine Frau gefragt und die wusste sofort, dass es seit dem Jahr 1888 in Rumänien eine Zeitung mit solchem Namen gibt. Diese Zeitung kritisierte in ihren Anfangsjahren König Karl I. so heftig, dass sie zeitweise eingestellt werden musste. Die Zeitung ist heute im Besitz eines Ölmagnaten und dem Gründer der Liberaldemokratischen Partei in Rumäniens.

Könnte also sein, dass diese Sicherheitsmaßnahme durchaus dieser Zeitung zuzuschreiben ist, ich gehe mal sehr davon aus.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 17.01.2015 15:33:50 Gelesen: 49780# 286 @  
@ zonen-andy [#284]

Dass es auch für mich noch Rätsel gibt bei dem Thema "Rumänien für Sammler" zeige ich an Hand dieser 3 Marken mit einer Art Stempelaufdruck, die ich jedoch von JASSY und BACAU (Städte im Fürstentum Moldau) noch nie gesehen habe.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 17.01.2015 18:20:30 Gelesen: 49758# 287 @  
@ zonen-andy [#284]

Hallo Andy,



Ich zeige Dir anbei eine Seite aus der früheren Spezialsammlung von einem grossen Spezialisten für Rumänien-Briefmarken. Er hat (u.a.) die "Ährenausgabe" (die 14. Ausgabe "Spic de griu" 1893 ff) hochspezialisiert gesammelt und ausgestellt und dafür meines Wissens auch hohe Auszeichnungen erhalten.

Die dritte und vierte Reihe von Marken zeigen alle "Klischeeschäden und Druckfehler", wie sie für diese Ausgabe tatsächlich recht häufig vorkommen. Im Spezialkatalog CMPR '74 von Dragomir sind auf Seite 150-162 auch einige "Varietati de cliseu" (und ähnliches) aufgelistet.

Deine Fragen möchte ich also wie folgt beantworten:

a) Solche Druckabweichungen sind zahlreich anzutreffen; einzelne davon sind aber sicherlich markant und auch selten.

b) Da sich aber kaum viele Sammler für diese Feinheiten interessieren ist eine Katalogisierung ALLER dieser Druckfehler bisher meines Wissens von KEINEM Katalog konsequent vorgenommen worden.

c) Einzelne dieser vermeintlichen Druckfehler sind aber auch Hinweise oder BEWEISE für (z.T. bekannte) Fälschungen.

Insgesamt also ein schwieriges Thema.

Ich kann mir gut vorstellen, dass in philatelistischen rumänischen Zeitschriften vertiefte Studien zu solchen Druckfehlern zu finden sind. Aber ich kenne mich da, offen gesagt, zu wenig aus, als dass ich Dir genauere Hinweise geben könnte.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
zonen-andy Am: 18.01.2015 11:09:22 Gelesen: 49675# 288 @  
10Parale [#285]
Heinz 7 [#287]

Hallo zusammen,

vielen Dank für eure hilfreichen Kommentare und Scans. Die meisten Druckabweichungen habe ich auf den Mi.Nrn. 133/134 gefunden, wobei vom Druckbild her vielleicht auch Fälschungen dabei sein können. Anbei noch einen Scan der Mi.Nr.104 mit Fehlern. Linke Marke mit Fehler Bestätigung "roter Fleck" zwischen M und A von Romania siehe unter Bild Druckfehler 1. Marke Spezialsammlung aus Beitrag [#287]. Die linke Marke könnte vom Bogenrand stammen, da ich kein Wasserzeichen sehe.



Mit freundlichen Grüßen

Andreas
 
Heinz 7 Am: 22.01.2015 23:08:56 Gelesen: 49370# 289 @  
@ 10Parale [#282]

Hallo 10 Parale,

leider kann ich - trotz intensiver Suche - keine genaue Antwort geben auf Deine Frage.



Conspoli scheint ein Anfangs-Startort (Bahnhof?) gewesen zu sein, aber es scheint mir nicht die türkische/osmanische Schreibweise gewesen zu sein, denn sonst müsste ich den Stempel im Werk "Philatelistischer Atlas des Osmanischen Reiches" von Andreas Birken (1992) doch wohl finden(?). Aber Fehlanzeige! Wie Du ja mit der Abbildung der Seite 256 aus dem Buch von Dragomir schon gezeigt hast, wird der Stempel mehrfach als Anfangs- oder Endstation einer Bahn- oder Schiffslinie genannt. Ob es ein Stadtteil/Bahnhof von Constantionopel war, kann ich nur vermuten, aber nicht sauber nachweisen.

Anbei eine Postkarte, die von Constantinople nach Bukarest geschickt wurde im Jahre 1903. Auf der türkischen 10 Para-Marke sehr schön der Stempel "CONSPOLI-CONSTANTA-BUCURESCI", also der "umgekehrte" Stempel von fig. 1449 (Dragomir, Seite 256). fig. 1450 zeigt dann einen sehr ähnlichen Stempel, aber mit "COSPOLI" (ohne "N")!

Dass beide Schreibweisen zur gleichen Zeit vorkamen, zeigt auch der nächste Beleg von 1896 mit den Stempeln fig. 1454 + fig. 1468.



Auch dieser Brief ist von Constantinople abgegangen. Cospoli/Conspoli muss also (das dürfen wir wohl fast sicher annehmen) ein "Teil" davon sein.

Lass doch bitte die Seiten 253-260 im Buch Dragomir von einer sprachkundigen Person aufmerksam lesen; ich kann das leider nicht (rumänisch). Irgendwo sollte das doch notiert sein, so meine/hoffe ich.

Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 23.01.2015 00:02:57 Gelesen: 49360# 290 @  
@ 10Parale [#282]

Hallo - eine wichtige Ergänzung:

zu Cospoli habe ich gefunden:

"Brockhaus → 10. Band: K - Lebensversicherung → Hauptstück: Seite 0587, „Konstantinopel“"

"... und Levantinern Cospoli , von den Slawen Zarigrad (d. i. Kaiserstadt) genannt, Hauptstadt des türk. Reiches, liegt unter 41° nördl. Br. und 28° 59' östl. L. von Greenwich, auf einer Halbinsel, die im S. vom Marmarameer, im O. vom Bosporus"

bzw.

"Meyers → 10. Band: Königshofen - Luzon → Hauptstück: Seite 0028, von „Konstantinehafen“ bis „Konstantinopel“ Öffnen"

"... Konstantinúpolis, levantisch-ital. Cospoli, von den Slawen Zarigrad, "Kaiserstadt", genannt, die Hauptstadt des osmanischen Reichs und Residenz des Sultans, liegt unter 41° nördl. Br. und 28° 58' östl. L. v. Gr. auf der europäischen Küste"

=> Also offenbar ein anderer (levantisch-ital.) Name für Konstantinopel.

Ich denke, wir haben das Rätsel gelöst.

Heinz
 
merkuria Am: 23.01.2015 00:20:25 Gelesen: 49357# 291 @  
@ Heinz 7 [#289]

Hallo Heinz,

ich bin kein Rumänien-Spezialist, habe aber mal nach Cospoli gegoogelt. Bin dabei mehrere Male auf Constantinopel gestossen, meistens auf Abbildungen des Bahnhofes.



Hier eine Karte aus einer Auktion (Los 2429) die folgenden Begleittext hat:
« Salut de Cospoli. Le personnel du service commercial des Chemins de fer orientaux"

Hier den Link zu dieser Seite:

http://postcardcircuit.com/Stamp_Auction_Collectable/greece-picture-postcards?page=37

Das Foto auf dieser Karte wurde jedenfalls vor dem Bahnhof von Constantinopel aufgenommen (siehe andere Karten in dieser Auktion) Ich denke, Du hast das Rätsel richtig gelöst!

Liebe Grüsse
Jacques
 

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