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Thema: Rumänien Ganzsachen
Das Thema hat 132 Beiträge:
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Heinz 7 Am: 28.05.2014 22:58:02 Gelesen: 18417# 33 @  
@ Markdo [#22]

Hallo,

zu Deiner 10 Bani-Ganzsache mit Zeichnung "Grosse Ziffer im Oval" hat Dir 10 Parale schon Hinweise gegeben. Nun hat nicht jeder einen CMPR-Katalog zuhause (schade eigentlich), darum helfe ich noch mit der Michel-Nummer nach.

Es ist wohl die Nummer P 30 (P für Postkarte). P 31 ist ähnlich, hat etwas grösseres Format (140 x 90 mm; P 30 = 134 x 93 mm) kam aber erst 1903 heraus, und Deine Ganzsache trägt ja einen Stempel von 1902.

Anbei kann ich auch eine P 30 (?) zeigen, sie hat aber das Format 132 x 89 mm und ist damit "zu klein", wenn die Werte bei Michel stimmen. Das Jahr kann ich nicht lesen, die Karte ging von Buzeu nach Belgien.



Vergleicht auch Beitrag [#5]:

@ Mondorff [#5]

DiDi hat uns eine ähnliche Postkarte gezeigt, aber mit Umrandung, und darum P26, P 27, P 28 oder P 29 von 1893 oder 1894.

@ Cantus [#6]

Ingo sagt, es sei vermutlich eine P28.

Liebe Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 28.05.2014 23:20:45 Gelesen: 18412# 34 @  
@ Heinz 7 [#33]

Ich kann Euch den Unterschied zur Antwort-Postkarte zeigen. Das war eine gute Idee: Der Absender zahlte mit dieser Doppelkarte die Antwort gleich mit. Die Karte unten hätte abgetrennt werden sollen und hätte für die Antwort verwendet werden können "RESPUNS".



Da mir die Ganzsache "Vorderseite dkl'sämisch bis bräunlich, Rückseite sämisch" scheint und nicht "auf beiden Seiten sämisch bis rahmfarben", klassiere ich die Doppelkarte als P 27 (F+A) (und nicht P29).

Der Postbeamte in der Schweiz hat hier wohl einen Fehler gemacht. Anstatt den Ankunftsstempel hinten abzuschlagen (25. Juni 1895, drei Tage nach der Postaufgabe in Bukarest), hat der gute Mann versehentlich die Antwort-Karte schon gestempelt. Ob die Karte damit nicht mehr verwendet werden durfte? Oder WOLLTE der Adressat der Fragekarte den Antwortteil nicht benutzen? Wir können ihn leider nicht mehr fragen. Aber so können wir die Doppelkarte "halb-gebraucht" betrachten. Ich habe nichts dagegen.

Der Frageteil der Karte kann von einer "normalen" (einfachen) Auslandkarte unterschieden werden anhand des Textes am unteren Rand (Erklärung). Die fehlt bei den Karten P 26+P 28 (und P 30+P 31; siehe Beitrag 33).

Freundliche Grüsse
Heinz
 
Mondorff Am: 29.05.2014 09:28:45 Gelesen: 18393# 35 @  
'Mal wieder eine Karte mit Destination Luxemburg.



Vermutlich im ähnlichem Muster wie bei #27. Die Karte wurde am 3.11.1905 in Braila gestempelt und in Luxemburg am 7.11.(weil die Adresse unkorrekt war) mit vier Durchgang- und Ankunftstempel von Luxembourg-Gare und Luxemburg-Ville "verziert".

Freundlichen Gruß
DiDi
 
10Parale Am: 29.05.2014 18:22:45 Gelesen: 18365# 36 @  
@ Mondorff [#35]

Eine "unkorrekte Adresse" führte wohl auch bei dieser Ganzsache CP39 bzw. lt Michel P33 ? (allerdings ohne Instruktionszeilen rechts und links wie im Michel Ganzsachenkatalog Europa-Ost abgebildet - kann das jemand erklären ?) zu 5 Abstempelungen und einer Laufzeit von 11 Tagen.

Herr Keil war wohl nicht mehr im Hotel in Linz, sondern weilte wieder in Wien. Der Brief wurde am 03. März 1896 verfasst und mit einer farbgleichen 5 Bani Marke = 5 + 5 = 10 Bani freigemacht. Aufgegeben am 03. März wurde die Postkarte am 6. März per Bahnpost nach Linz verfrachtet, wo sie am 13. März 1896 mit einem Bahnhofstempel versehen wurde. Ein Tag später, am 14. März 1896, nach 11 Tagen Laufzeit, erreichte der Brief dann die Hauptstadt Wien.

Die Abstempelungen wirken wie ineinandergreifende Räder und Maschinenteile, was die Postkarte für mich zu einem kleinen Kunstwerk erhebt.

Interessant der handschriftliche Vermerk "Austria de sus II/2", was so viel bedeutet wie "Ober-Österreich".

@ Heinz 7 (Beitrag [#33])

Ich entdecke in dieser Postkarte P30 einen kleine runden Kreisstempel mit der Nummer 111. Gibt es dazu etwas zu erfahren?

Schönen Vatertag wünscht

10Parale


 
10Parale Am: 18.06.2014 18:15:42 Gelesen: 18219# 37 @  
Hallo,

heute mache ich einen Zeitsprung und wir befinden uns im Jahr 1948.

Diese Ganzsache P137 (Kopf König Michaels nach rechts) von 1947 ziert diese Mitteilung, die ursprünglich an ein Hotel in CLARENS (Schweiz) gerichtet war, dann aber an das JÜDISCHE SPITAL in Basel umgeleitet wurde.

Wunderschöner 2-Kreis-Ankunftsstempel von CLARENS vom 29.1.48. Dieses war die erste Ganzsache nach der Währungsreform im Jahr 1947, freigemacht wurde diese Ganzsache mit einem Gesamtporto von 9 Leu mit einer Zusatzfrankatur von 1,50 Lei. Interessant vielleicht noch die ZWANGSZUSCHLAGSMARKE Michel Nr. 36I, Invaliden- Witwen- und Waisensteuer für die Kriegsgeschädigten.

Leider kann ich die Rückseite nicht übersetzen, weil sie in ungarischer Sprache verfasst ist. Unter Umständen wurde der (die) Empfänger(in) während des Aufenthaltes im Hotel krank und musste nach Basel ins Jüdische Spital. Nicht nur Briefe, auch Ganzsachen erzählen Geschichten.

10Parale


 
volkimal Am: 18.06.2014 19:38:52 Gelesen: 18209# 38 @  
Hallo Heinz,

aus meiner Familiensammlung kann ich auch eine Karte aus Rumänien zeigen:



Meine Tante Gisela bekam ihre erste Stelle als Lehrerin in Niederholthausen bei Hattingen. Dort lernte sie Maria Rehner kennen, mit der sie bis zu ihrem Tode befreundet war. Frau Rehner, die aus Siebenbürgen in Rumänien stammte, unterrichtete an der Grundschule in Hattingen. In den Sommerferien 1944 fuhr Frau Rehner zu ihrer Mutter nach Agnita in Siebenbürgen. Von dort schickte sie diese Postkarte an Tante Gisela.

Maria Rehner hat diese Karte am 11.8.44 als Einschreibesendung in Agnita, Kreis Tarnava-Mare (Einschreibestempel) aufgegeben. Das Porto betrug 32 Lei, die Marke zu 2 Lei ist eine Poststeuermarke (Zwangszuschlagsmarke). Die Karte wurde zuerst in Rumänien bei der Auslandszensurstelle Bukarest zensiert (schwarzer Rahmenstempel ohne Ortsangabe „ZENSURAT 9“).

Die zweite Zensur stammt aus Wien (sehr schwacher roter Handprüfstempel über dem rumänischen Zensurstempel). In Wien erhielt sie auch die blauen Streifen auf der Rückseite - damit wollte man evtl. vorhandene Geheimschriften erkennen. Diese farbigen Streifen kommen bei der Zensurstelle Wien relativ selten vor. Ich vermute, daß diese Karte untersucht wurde, weil sie als Einschreiben verschickt wurde.

In Dortmund erhielt die Karte am 30.8.44 einen Nachsendevermerk nach Bad Hofgastein, obwohl Tante Gisela gar nicht dort war. In Bad Hofgastein machten meine Großeltern und meine Urgroßmutter eine Badekur. Urgroßmutter war schon 80 Jahre alt. Sie war von den Alpen, die sie das erste Mal sah, ganz begeistert.
Da Frau Rehner auf der Karte die Anschrift meiner Großeltern in Dortmund Kirchhörde angegeben hatte, wurde die Karte mit der anderen Post nach Bad Hofgastein nachgeschickt.

Viele Grüße
Volkmar
 
Cantus Am: 19.06.2014 14:35:42 Gelesen: 18185# 39 @  
Guten Tag allerseits,

viel Schönes und Interessantes habt ihr hier gezeigt. Bevor ich mich daran mache, weitere Ganzsachen von Rumänien herauszusuchen und einzuscannen, mache ich allen denen, die hier bereits Beiträge gebracht haben, aber ausdrücklich nur diesen, das Angebot, kostenlos von mir gelaufene Bildpostkarten aus den 1990er Jahren oder auch vereinzelt Ganzsachernumschläge zu bekommen; meine Mailadresse ist hinterlegt. Das Angebot soll ausschließlich dazu dienen, dass die, die bereits mit Freude Ganzsachen von Rumänien samnmeln, so ihre Sammlungen erweitern können, nicht jedoch dazu, dass Andere damit Geschäfte machen können.

Viele Grüße
Ingo
 
10Parale Am: 21.07.2014 16:26:54 Gelesen: 18003# 40 @  
@ Heinz 7 [#128]

Ich möchte das Thema erneut aufnehmen und zeige hier ein weiteres frühes Streifbank aus Rumänien. Die Zeitung ging wohl an den Staatsanwalt Crasnariu, die Anschrift wurde geändert.

Rückseitig der nicht ganz häufig anzutreffende 2-K-Stempel von Andreesti im Jud. (Judetul = Kreis) Gorjiu. Die Ganzsache S5 wurde am 26. Juni 1895 abgeschlagen. Der Michel bewertet sie mit 4,-- Euro.

10 Parale


 
Cantus Am: 30.07.2014 23:17:27 Gelesen: 17913# 41 @  
Von meiner Reise habe ich mir u.a. diese Karte mitgebracht, gefunden auf dem Flohmarkt am Leineufer in Hannover.

Eine Mi. P 108 mit dem "Brustbild König Michaels nach halbrechts" im Wertstempel, geschrieben am 25.3.1944 und trotz Zensur bereits am 29.3.1944 in Curtea de Arges angekommen.



Viele Grüße
Ingo
 
10Parale Am: 31.07.2014 19:21:49 Gelesen: 17868# 42 @  
@ Cantus [#41]

Super, nun weiss ich, wo in Hannover Flohmarkt ist. Von diesen Zensurstempeln gibt es wohl eine Menge. König Michael, der lebt ja noch und ich finde das immer wieder schön, in seine Historie zu sehen, d.h. die Zeiten und Epochen die er durchlebt hat.

Ich präsentiere heute die Ganzsache P69 aus dem Jahr 1922/24, König Ferdinand, also der Großvater von Michael [#41], 50 Bani. Dieses Porto reichte wohl nicht bis nach Chemnitz, so dass die Ganzsache mit 3 verschiedenen Marken aus dem Freimarkensatz Michel Nr. 264-285 im Wert von 4,50 Lei zusätzlich frankiert werden musste. Das Porto betrug also insgesamt 5 Lei, ist das aber auch portogerecht für diese Ganzsache nach Deutschland?



Leider habe ich dazu keine Literatur. Was bedeutet die blaue Taxierung 20? Ich gehe davon aus dass der Brief unterfrankiert war und in Deutschland noch einmal 20 Pfennig Porto erhoben wurden, was der Empfänger zu bezahlen hatte. Davon zeugt auch ein Porto-Stempel von Chemnitz vom 11.10.1924 auf der Vorderseite, aber das ist nur laienhafte Spekulation. Auf jeden Fall wurde die Ganzsache an die Gebrüder Unger, Maschinenfabrik in Chemnitz am 08. Oktober 1924 verfasst und abgeschlagen, war 3 Tage später in Chemnitz. Auf der Rückseite der Text und zwei Stempel, die aussehen wie Uhren mit Zeitanzeige. Wer weiss mehr darüber?

Liebe Grüße

10Parale
 
Cantus Am: 16.09.2014 01:17:23 Gelesen: 17630# 43 @  
@ 10Parale [#42]

Hallo,

der Flohmarkt ist nicht so leicht zu finden, denn Hannover ist groß und die Leine hat kilometerlange Ufer. Der Flohmarkt liegt am Leibnizufer, an der gegenüberliegenden Seite gibt es die Straßenbezeichnung "Am Marstall". Man findet da leichter einen Parkplatz, aber Vorsicht, da gibt's auch schnell ein "Knöllchen".

Von mir heute eine Postkarte, die am 16.8.1926 mit Zusatzfrankatur von Botoșani [1] nach Lüdenscheid geschickt worden war.



P 71

[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Boto%C8%99ani

Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 21.09.2014 19:15:45 Gelesen: 17549# 44 @  
Heute ein ungebrauchter Umschlag aus dem Jahr 1963, der speziell für den Versand von Einschreiben hergestellt worden war; in der Ganzsachen-Philatelie nennt man so etwas Einschreibe-Umschlag (EU). Im Bild ist die Piata-Universität von Bukarest zu sehen.



EU 3

Viele Grüße
Ingo
 
10Parale Am: 26.09.2014 20:25:57 Gelesen: 17502# 45 @  
@ Cantus [#44]

Danke Cantus, von meinem Ort nach Hannover sind es ca. 800 km, aber ich hoffe dennoch einmal diesen Flohmarkt besuchen zu können.

Ich freue mich das das Thema Ganzsachen weitergeht. Ich habe in einem Schuhkarton, der auf einem meiner Schränke sein Dasein fristete, gerade einige Ganzsachen Rumäniens gefunden. Bin selbst erstaunt, dass ich sowas habe.

Nun habe ich aber das Problem, dass ich im Michel Ganzsachenkatalog immer finde, was ich nicht habe und habe, was ich nicht finde. Der obere Ganzsachenumschlag wurde anläßlich des 125. Geburtstages von Albert Einstein herausgebraucht. Unten ist eine Postkarte die in der Zeit von [#44] herausgegeben wurde und die die "Helden des Vaterlandes" ehrt.

Trotz Michel-Katalog konnte ich sie bislang nicht finden. Egal, sie sind sehr schön und ich werde in Kürze weitere Ganzsachen Rumänien vorstellen.


 
Cantus Am: 27.09.2014 01:28:28 Gelesen: 17487# 46 @  
@ 10Parale [#45]

Hallo,

ich habe deine beiden Umschläge auch nicht finden können, allerdings muss der untere Umschlag nach Anfang 2004 herausgegeben worden sein, denn Ende 2003 wurde das Porto bei Umschlägen auf 4.000 erhöht. Im Michel-Ganzsachenkatalog Osteuropa von 2004 ist der Umschlag mit Einstein jedenfalls noch nicht verzeichnet.

Der obere Umschlag dürfte zumindest zeitlich einigermaßen zuzuordnen sein, denn auf der Umschlagrückseite steht vermutlich das Jahr verzeichnet, in dem der Druckauftrag genehmigt worden war. Schau mal nach, vielleicht hilft das dann weiter.

Viele Grüße
Ingo
 
Cantus Am: 09.10.2014 00:17:46 Gelesen: 17390# 47 @  
Im Jahr 1934 wurde ein neuer Wertstempel geformt, den man "König Karl II. im Kreis, Inschrift ROMANIA am Unterrand" nennt. Diesen Wertstempel gibt es jedoch nur in Zusammenhang mit der Herausgabe einer 16teiligen Bildpostkartenserie. Davor und auch danach waren andere Wertstempel in Gebrauch.



Ich habe nun eine erste Karte dieser Ausgabe finden können, gelaufen am 10.9.1937 von Bukarest nach Berlin.



Mi. P 96

Viele Grüße
Ingo
 
Heinz 7 Am: 11.10.2014 00:20:50 Gelesen: 17350# 48 @  
@ 10Parale [#40]

Hallo,

ein schönes Exemplar zeigst Du uns da, wenn auch nicht "Luxus" (die Vorderseite). Der Lokalstempel ist aber sehr nett.

Und vier Euro ist ja wirklich nicht viel für so ein Stück!

Als "Bettmümpfeli", wie wir Schweizer sagen, gibt es noch ein ähnliches Streifband, ein Streifband S 6 von 1899 mit der neuen Wertbezeichnung.



Auch hier gab es eine Umleitung. Der Katalogpreis dieses Stückes ist auch kein Hindernis, es zu kaufen: Euro 10.

Gute Nacht -
Heinz
 
10Parale Am: 14.10.2014 22:10:50 Gelesen: 17277# 49 @  
@ Heinz 7 [#48]

Das ist eine sehr schöne alte Ganzsache, Heinz. Herr Goldstein wohnte nicht mehr in Galatz, so dass der Inhalt des Steifbandes in Braila zubefördert wurde. Netter Stempel.

Meine Vorrat an solche sehr alten Ganzsachen ist momentan erschöpft, deshalb würde ich mich über weitere Beispiele sehr freuen. Ich zeige beigefügt noch eine eher moderne rumänische Ganzsache, ein Umschlag aus dem Jahr 2009.

Im Jahr 1459 wurde Bukarest zum ersten mal urkundlich erwähnt. Es ist die Hauptstadt Rumäniens und ist manchen als das kleine Paris bekannt. Ich kann die Stadt für einen Besuch nur empfehlen. Immer wieder findet man mitten im modernen Stadtgetümmel uralte Kirchen, die so wirken, als hätte sie der liebe Gott persönlich dort aufgestellt.

Auf der Ganzsache sieht man ein Bild von Vlad Tepes, ein Fürst, der mit recht bizarr grausam anmutenden Methoden sich gegen die osmanischen Einfälle zur Wehr setzte. Bram Stoker hat ihn wohl für seine Figur des "Graf Dracula" herangezogen. Ist ja irgendwie aktuell, denn da beginnt doch im Fernsehen eine Serie mit gleichnamigen Titel.

Liebe Grüsse

10Parale


 
10Parale Am: 05.11.2014 22:24:13 Gelesen: 17095# 50 @  
Hallo liebe Sammler,

nach längerer Zeit möchte ich hier wieder mal eine Ganzsache zeigen:

Carta Postala (CP) 35 mit sehr klarem Abschlag B4 BACAU mit Posthörnchen Typ I vom 31. Januar 1896 nach Bralin. Links unten Ankunftsstempel vom 2.2.1896. Bralin in Prussia - Preußen.

Rückseitig rumänische Sprache an Pfarrer Müller in Fürstl. Neudorf, Post Bralin.


 
10Parale Am: 09.11.2014 21:58:06 Gelesen: 17033# 51 @  
Hallo zusammen,

hier mal etwas ganz Besonderes aus dem Jahr 1899, aus Focsani:

Ein jüdischer Philatelist F. Hausvater, Mitglied eines Sammler-Vereins "Dresden & Gössnitz", bittet seinem vermutlichen deutschen Vereinskollegen, Herrn Ludwig Eckner um einen franko-franko Tausch von den Marken Ihrer beiden Länder.

Rumänien ist klar ---- guter Tausch, aber gegen was tauscht Herr Hausvater? Die Ganzsache P34 F (Frageteil) ist mit 5 Bani Zusatzfrankatur (Michel Nr. 102?) portogerecht frankiert nach TANNA Zusatz Reuss j. Linie. Es handelt sich dabei um das Fürstentum Reuss jüngere Linie, dass im heutigen Thüringen angesiedelt war. Ich nehme mal an zu jener Zeit mussten es Marken des deutschen Reiches gewesen sein, bzw. von Preußen etc. Vielleicht irre ich mich auch.

Ich bilde mal Vorder- und Rückseite der Ganzsache ab, so dass sich jedermann(frau) ein Bild machen kann. Interessante Philatelisten-Ganzsache, wie ich finde. Vorallem der wohl offizielle Kastenstempel von Tanna auf der Vorderseite und der gezähnte Absenderstempel von F. Hausvater (man beachte: Roumanie - französische Ausdrucksweise) erwecken die Aufmerksamkeit.

Interessantes Detail am Rande: Die Schreibmaschine, auf die die Ganzsache beschrieben wurde hätte ich gerne mal gesehen. Hatte es schon ein Wagnergetriebe oder war es eine alte Remington? Auf jeden Fall war der e-Hebel nicht ganz in Ordnung. Auch ein Sammelgebiet.

Liebe Sammlergrüsse

10Parale


 
10Parale Am: 21.11.2014 20:16:42 Gelesen: 16910# 52 @  
@ Heinz 7 [#12]

Ich habe diese ungebrauchte Antwortpostkarte für das Ausland 10 Bani gefunden. Zunächst hielt ich sie für eine P16 wie sie von Dir in [#12] beschrieben und dokumentiert ist.

Nun gibt es ja noch die 1882/85 herausgegebene P20 in der Farbe rot/ockergelb, der Antwortteil soll rahmfarben sein. Ich bin mir nicht ganz sicher welche der beiden Postkarten ich hier vor mir habe, P16 oder P20, was denkt Ihr?

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 22.11.2014 11:05:35 Gelesen: 16879# 53 @  
@ 10Parale [#52]

Hallo mein Freund,

ich meine, Du zeigst uns eine Michel Nummer 20. Anbei meine Vergleichsstücke:



Links siehst Du einen verwendeten Antwortteil. "Réponse" heisst (französisch) "Antwort", und diese Sprache wurde damals in Rumänien für Internationale Postangelegenheiten verwendet (rumänisch für Inland). Im konkreten Fall schrieb Herr Pollack Herrn Bormann in Aue (Sachsen) und brachte die (Antwort-) Postkarte am 21.9.1893 zum Versand. Gemäss Notiz auf der Rückseite (wo keine Ankunftsstempel zu finden sind) kam die Karte am 24.9.93 an. Das Ganze verwirrt uns ein wenig, denn eine von Rumänien gesandte Antwort-Postkarte hätte ja von Aue nach Bukarest zurückgesandt werden sollen (Denn wenn die Frage aus Aue/Sachsen gekommen wäre, wäre ja eine Deutsche Karte verwendet worden). Also - was da genau passiert ist, wissen wir nicht. Denkbar ist, dass der Antwort-Teil als Frageteil verwendet wurde. Wir wissen es nicht.

Auf der rechten Seite habe ich eine ungebrauchte Doppelkarte gescannt, sie sieht so aus wie Deine in Beitrag [#52]. Ich habe aber die Karte gekehrt, damit Du den sehr markanten Farbunterschied siehst: Die Rückseite ist viel heller. Das wollte wohl die Michel-Katalogisierung zum Ausdruck bringen:

"Wie vorherige Ausgabe, jedoch Rs. rahmfarben, 147 x 105 mm". "Rs." heisst "Rückseite" und damit scheint der Fall klar.

Nun bin ich aber soeben neu verunsichert, weil die Dimension stimmt überhaupt nicht. Alle meine P 16 und P 20 Postkarten haben nämlich die Breite von 16 cm, was doch deutlich mehr ist als die angegebenen 147 mm. Die Höhe stimmt ungefähr (105 mm).

Weiss jemand etwas zu dieser Frage (Formatgrösse)?

Grüsse - Heinz
 
Heinz 7 Am: 22.11.2014 11:30:39 Gelesen: 16876# 54 @  
@ 10Parale [#52]

Ich will gleich noch nachhaken.



Oben siehst Du eine Michel Nr. P 16 F. Es ist keine P 15, weil sie hat am unteren Rand diese Erklärung: "La carte ci-jointe est destiné à la réponse", das heisst: "Die anhängende Karte ist für die Antwort vorgesehen". Der Frageteil wurde korrekt versandt von Crajova 25 FEB 82 und hat vorderseitig einen kleinen Einkreisstempel "27/2" (?), der vielleicht ein Ankunftsstempel von Leipzig ist?

Ich denke, die Farbbezeichnung Michel: "lilarot auf helllilarosa" macht Sinn und ist in deutlichem Kontrast zur Michel Nr. P 18. Dies ist auch eine Auslandkarte, aber keine Doppelkarte (kein solcher Vermerk zu finden, darum P 18 und nicht P 20). Sehr schön ersichtlich der Farbunterschied: "rot auf ockergelb, Rückseite rahmfarben". Das trifft ziemlich genau zu, wobei "dunkelorange" für meine Karte genauer wäre als "rot".

Die Karte wurde am 5. Oktober 1893 von Bukarest gesandt und kam in Donauwörth an bereits am 7. Oktober, wie aufgrund des Ankunft-Stempels klar ersichtlich ist.

Übrigens noch ein Wort zu den Formaten: P 16 F ist 152 mm breit und P 18 159 mm, Höhe ca. 100 bzw. 99 mm. Also auch wieder "weit ab" von den Katalognotierungen.

Freundliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 23.11.2014 18:34:27 Gelesen: 16830# 55 @  
@ Heinz 7 [#54]

Erst einmal vielen Dank für diese guten Erläuterungen, die mir sehr hilfreich sind bei der Klassifikation meiner Ganzsachen.

Der Michel Ganzsachenkatalog gibt folgende Formate an: 147 x 105 mmm für die Ganzsachen P14 - P20.

Kiriac Dragomir gibt im Werk "Catalogul Marcilor Postale Romanesti" auf Seite 476 an: 153 x 93 mm für die U.P.U. Ganzsachen ab 1879.

Nur für die Ganzsache P18 gibt er an: 153 x 102 mm.

Ich glaube hier gibt es doch erhebliche Abweichungen. Ebenfalls in den Farben bin ich mir nicht ganz sicher.

Was bedeutet rahmfarben? (ich bitte um Farbe in den Michelkatalogen!) Alle meine Ganzsachen sind rückseitig heller als vorderseitig, keine einzige Ganzsache ist auf beiden Seiten gleichfarben ?

Ich werde mir weitere Ganzsachen zulegen müssen, um möglichst viel Vergleichsmaterial zu sammeln.

Anschließend zeige ich noch ein Ganzsache P24 aus dem Jahr 1893. Hier war

1. ein sehr fleißiger Postbediensteter mit 4 Abstempelungen von BUCURESCI erpicht, ins Guiness-Buch der Weltrekorde zu kommen.

2. eine Postkarte für eine Auslandsverwendung im Gebrauch, schöner AK-Stempel vom Postamte 7 in Berlin (wo immer das auch war)

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 24.11.2014 22:02:26 Gelesen: 16788# 56 @  
@ 10Parale [#55]

Guten Abend,

ich habe mehrere Postkarten, die beidseitig gleichfarbig sind. Z.B. Nr. P 9 ("sämisch"), Nr. P 12 ("weisser Karton"), Nr. P 13 ("hellila"), Nr. P 14 (wohl "helllilarosa"), u.s.w. Darum ist der Unterschied zu den Postkarten P 17-P 20 auch so klar, wie ich in Beitrag 53 zeigen konnte. "Rahmfarben" scheint also die Umschreibung zu sein für ein nicht reines Weiss.

Mit den Formaten hat Michel vermutlich nicht aufgepasst und eine Formatänderung 1878 nicht berücksichtigt. Meine Postkarte P 13 ist volle 16 cm breit, nicht nur 147 mm, wie katalogisiert, u.s.w. - Gut, dass der CMPR auch Masse angibt; ich muss das einmal studieren. Auch in älteren Zeitschriften wurde das meines Wissens einmal breit besprochen, aber im Moment kann ich mich nicht genau erinnern, wo das war, und Zeit zum Suchen habe ich jetzt auch nicht.



Anbei ein Bild der P 13, ohne Zweifel zu bestimmen. Herstellungsjahr "Tiraju - 1878", mit genauer Gebrauchsanweisung auf rumänisch. Diese Ganzsachen wurden in grossen Bogen hergestellt, perforiert, und konnten dann so getrennt werden. Diese sehr saubere Karte (sie ist 135 Jahre alt!) wurde am 23.4./5.5.1879 geschrieben (Doppeldatum julianischer/gregorianischer Kalender) und erreichte Zielort Braila am 7.5.1879, wie der Ankunftsstempel hinten zeigt.

Apropos Stempelung. Ich stelle fest, dass viele Ganzsachen bildseitig zweifach entwertet wurden: das Wertzeichen einmal (separat) und die Ganzsache als solche auch noch einmal. Warum es bei Deinem Exemplar dann gleich 2 x 2 = 4 Stempel sind, weiss ich aber auch nicht. Der Postbeamte begnügte sich in meinem Fall mit einem einzigen Stempel-Abschlag.

Freundliche Grüsse - Heinz
 
10Parale Am: 06.12.2014 22:24:27 Gelesen: 16576# 57 @  
@ Heinz 7 [#56]

Ist doch das Schöne an der Philatelie, dass man Maße anlegen, Farben bestimmen und Texte studieren kann. Ich vergleiche sie oft mit der Malerei und ich glaube, unser Drang, Unterschiede zu erkennen (z.B. Plattenfehler, Druckzufälligkeiten etc.) ist beseelt von dem Wunsch, etwas Einzigartiges zu besitzen.

Hier aus dem Jahr 1931 die Ganzsache Michel P87 (Kopf Königs Karl II nach rechts), 2 Lei grün, mit Zusatzfrankatur 4 Lei orange (Michel Nr. 380) auf einer Mitteilung an eine Firma in Basel.

Wie wir dem kurzen Text der Rückseite entnehmen, wurde die Mitteilung in Sibiu verfasst, die Ganzsache wurde aber in Bukarest abgestempelt, was mir noch etwas Mühe bereitet. Firmen habe solche Ganzsachen oft abgelocht, damit sie in einem Ordner verschwanden.

"ESTE OPRIT SE INTRODUCE SCRISORI BANI SAU ALTE OBIECTE" - bedeutet natürlich das Verbot Geld oder andere Gegenstände in Briefen zu befördern.

Liebe Grüße

10Parale


 

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