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Thema: (?) (17) Alliierte Besetzung SBZ: Schöne Belege
Martinus Am: 07.01.2014 20:00:36 Gelesen: 3569# 1 @  
Hier hab ich noch zwei schöne Belege aus meiner Bärensammlung:



Weihnachten in Dresden



Leipziger Messe

Beide Belege hatte ich auch schon mal gezeigt, finde aber beide haben ihren Reiz!

gruß Martinus
 
zonen-andy Am: 13.01.2014 09:19:55 Gelesen: 3460# 2 @  
@ Martinus [#1]

Hallo Brieffreunde,

möchte auch mal 2 Belege zeigen - ob portogerecht weiß ich nicht.

Waagerechtes Paar Mi.Nr.215 bei der linken Marke Druckzufälligkeit rechtes Ohr oben gebrochen. Bei der Mi.Nr.204 "Zono" statt Zone.

Gruß Andreas


 
Briefmarkentor Am: 13.01.2014 09:38:28 Gelesen: 3453# 3 @  
Hallo Andreas,

beide Briefe sind mit 84 Rpf/Pf portogerecht frankiert. Das Porto für einen Inlandsbrief im Fernverkehr bis 20 g betrug seit dem 01. März 1946 24 Rpf, die Gebühr für das Einschreiben 60 Rpf.

Viele Grüße

Marko
 
zonen-andy Am: 13.01.2014 10:20:15 Gelesen: 3449# 4 @  
@ Briefmarkentor [#3]

Hallo Marko,

vielen Dank für die schnelle Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas
 
zonen-andy Am: 26.01.2014 18:14:44 Gelesen: 3371# 5 @  
Hallo Brieffreunde

heute zeige ich einen Brief der hoffentlich portogerecht ist mit einem sehr interessanten Inhalt bitte mal lesen.



Mit freundlichen Grüßen
Andreas
 
Kontrollratjunkie Am: 27.01.2014 01:06:27 Gelesen: 3345# 6 @  
Päckchenadresse mit der Zusatzleistung Einschreiben aus Thum im Erzgebirge gelaufen nach Leipzig.

Das Porto betrug im Dezember 1945 noch nach den alten Reichspostportosätzen 40 Rpf für das Päckchen und weitere 30 Rpf für den Versand mit Einschreiben. Beglichen wurden die Gebühren durch ein senkrechtes Paar der Mi.Nr. 54 a und eine Mi.Nr. 55.

Solche Päckchenadressen mit reiner Ostsachsenfrankatur sind selten.



Gruß
KJ
 
briefmarkenwirbler24 Am: 11.03.2014 18:57:42 Gelesen: 3177# 7 @  
Hallo liebe SBZ-Spezialisten,

am Sonntag habe ich mir beim Großtauschtag folgenden Beleg zugelegt:



Zur Zeit des 2. Weltkriegs befand sich in Moosburg ein großes Internierungslager, das Stammlager des Wehrkreises VII (Stalag VII A). Wie auch bei den meisten anderen Lagern wurde dieses von den Siegermächten nicht geschlossen sondern weiterverwendet. Der Name wurde umgeändert in Civilian Internment Camp No. 6 der 3. US Armee in Moosburg (Zivil Internierungslager Moosburg). Die Nr. 6 bedeutet schlicht und einfach, dass dies das Internierungslager Nr. 6 in der amerikanischen Zone war. Es gibt viele Zeitzeugen und auch viele noch existierende Dokumente über dieses Lager( evt. besitzen einige PS-Mitglieder solche Dokumente).

Wie man auf dem Brief erkennen kann ist dieser an Franz Marzinsky gerichtet.
Auf der Rückseite des Briefes ist auch die Adresse der Absenderin vermerkt:

Annelies Marzinsky
Dresden N.23
Rückertstr.19

Also lässt sich daraus schließen, dass der Mann von Frau Marzinsky in einem solchen Internierungslager gewesen ist.

Meines Erachtens befindet sich noch ein roter Zensurstempel auf der Briefvorderseite mit der Inschrift:

*RELEASED*
C C D
*GROUP "A"*

Vielleicht können ja die SBZ-Spezies noch etwas ergänzen oder zu den Stempeln noch etwas sagen.

MfG

Kevin
 
Kontrollratjunkie Am: 12.03.2014 00:43:02 Gelesen: 3155# 8 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#7]

Hallo Kevin,

toller Beleg, meinen Glückwunsch. Echte Abstempelung aus Dresden Neustadt 23 und mit amerikanischer Zensur aus München, wenn ich richtig informiert bin.

Aber das Beste hast Du noch gar nicht erwähnt. Die von links gerechnet zweite Marken ist eine Mi.Nr. 56 I mit dem schönen Plattenfehler "Perlenschnur über dem Mittelstück". Dieser Plattenfehler kommt nur im D - Bogen in einer Teilauflage auf Feld 11 vor und ist auf portorichtigem Beleg schon eine kleine Rarität.

Gruß
KJ
 
sammler-ralph Am: 12.03.2014 08:41:19 Gelesen: 3133# 9 @  
Ein wenig Postgeschichtlicher Hintergrund zum Zensurstempel:

Die Regierungsgewalt für die westlichen Zonen Deutschlands lag ursprünglich beim obersten Hauptquartier, Alliierte Einsatzwaffe (SHAEF, Supreme Head­quarters Alliied Expidionary Force), dessen Heeresführer der Amerikaner Dwight D. Eisenhower war. Die westlichen Alliierten hatten sich rechtzeitig auf die Übernahme der Regie­rungsgewalt vorbereitet, indem sie die sogenannten Schubladengesetze vorbe­reitet hatten. Auch in der amerikanischen Besatzungszone bildete so das Gesetz Nr. 76 der Militärregierung Deutschland dann die Grundlage für den Postverkehr. Dieses Gesetz untersagte zunächst jeglichen Postverkehr und kündigte für seine Wiederaufnahme Zensurmaßnahmen an:

Gesetz Nr. 76 Artikel III Zensur

8. Jeder durch die Post beförderte Schriftwechsel, alle auf die­sem Wege beförderten privaten Schriftstücke und Urkunden so­wie alle Mitteilungen mittels Fernsprecher, Fernschreiber, Tele­graf und Funkdienst müssen nach Wiederaufnahme des ent­sprechenden Dienstes die Zensurbestimmungen der Militärre­gierung beachten und dürfen nur auf dem behördlich zugelasse­nen Wege übermittelt werden. Mitteilungen, private Schriftstücke und Urkunden im Besitz von Zivilpersonen sind ebenfalls der Zensur unterworfen.

9. Die bei Inkrafttreten dieses Gesetzes gültigen Bestimmungen sind die "ZENSURBESTIMMUNGEN FÜR DIE ZIVILBEVÖLKE­RUNG IN DEUTSCHLAND UNTER DER HERRSCHAFT DER MILI­TÄRREGIERUNG". Abschriften dieser Bestimmungen werden, so­weit wie möglich, in jedem Postamt ausliegen und im Amtsblatt der Militärregierung veröffentlicht. Diese Bestimmungen können von Zeit zu Zeit ergänzt oder abgeändert werden.

10. Die Beamten und Angestellten der Reichspost haben alle zweckdienlichen Schritte zu unternehmen, um eine vollständige Einhaltung der Zensurbestimmungen zu gewährleisten und eine Umgehung der Zensur zu verhindern.

Als sich das Ende von SHAEF abzeichnete, richteten sich die Amerikaner eine eigene Zensurorganisation ein. Zu diesem Zweck wurde die Civil Censorship Division (CCD) gegründet. Diese Organisation bestand aus zwei Arten von Brief­prüfstellen: principal stations (Hauptprüfstellen)sowie field stations (Außenstellen der Hauptprüfstellen. Anfangs waren 3 principal stations im Einsatz:

Group A in München (Dienstbeginn 18.06.45, zuständig für den Eastern Military District)
Group B in Offenbach (Dienstbeginn 01.07.45, zuständig für den Western Military District)
Group C in Berlin (Dienstbeginn 10.09.45, zuständig für den amerikanischen Sektor von Berlin)

Die Zensurstelle Offenbach zog später nach Frankfurt/Main um und wurde dort auch als Group F geführt.

Am 01.10.45 erfolgte die Trennung von Truppenführung der U.S. Army und der Militärregierung. Analog wurde auch die Zensur-Organisation angepasst:

CCD Group A in München: Diese Zensurstelle war für Bayern zuständig. Ihr war eine field station in Nürnberg zugeordnet, welche am 27.08.46 nach Kulmbach umzog und dort als Group D geführt wurde.
CCD Group B in Frankfurt/Main, die für Hessen zuständig war.
CCD Group C in Berlin, deren Zuständigkeitsbereich der amerikanische Sektor von Berlin war.
CCD Group E mit Sitz in Esslingen. die Zensurstelle gehörte erst als Detachment E zur CCD Group B und wurde am 23.11.45 in Group E umbe­nannt. Die Stelle war für den amerikanisch besetzten Teil von Württemberg und Baden zuständig. Ihr war eine field station in Karlsruhe zugeordnet.
CCD Group ? in Bremen. Diese Zensurstelle bestand nur vom Herbst 1945 bis zum Frühjahr 1946.

Die Zensurstellen Esslingen und Kulmbach wurden im April 1947 geschlossen, ihre Aufgaben gingen auf die Zensurstelle Offenbach über. Diese wurde am 18.08.47 geschlossen. Am 15.10.47 wurden die Zensurbestimmungen in der amerikanischen und in der britischen Besatzungszone aufgehoben. In den Jahren 1948 bis 1950 erfolgten lediglich noch Devisenkontrollen.
 
briefmarkenwirbler24 Am: 12.03.2014 17:33:45 Gelesen: 3106# 10 @  
@ Kontrollratjunkie [#8]
@ sammler-ralph [#9]

Hallo ihr beiden,

vielen Dank für eure schnellen Antworten zu diesem Beleg!

Normalerweise schaue ich immer sofort nach Plattenfehlern, aber dieses Mal ist mir das wohl entgangen. Vielen Dank für den Hinweis dieses tollen Plattenfehlers!

Eure Meinungen über den Zensurstempel aus München decken sich ja. Vielen Dank nochmals und noch einen schönen Restabend.

MfG

Kevin
 
briefmarkenwirbler24 Am: 29.07.2014 11:43:36 Gelesen: 2647# 11 @  
Guten Morgen,

ich möchte euch heute zwei Belege vorstellen, die meines Erachtens beide ihren Reiz haben:



Der erste Beleg ist frankiert mit einer Michelnummer 196 (80Pf) und 2x mit der Michelnummer 182a (2Pf), also insgesamt 84Pf. Verschickt wurde der Brief am 20.07.1948 in Magdeburg-Fermersleben und ist einen Tag später, also am 21.07.1948, in Magdeburg-Südost bei Erich Hochmuth angekommen.

Ich habe immer so meine Probleme mit den Postgebühren, aber ich glaube der Brief ist korrekt frankiert, das heißt 60Pf für das Einschreiben und 24Pf für den Brief im Fernverkehr.

Die linke 2Pf trägt, wenn ich mich nicht irre, eine HAN (Hausauftragsnummer), aber ich kann diese nicht sicher bestimmen, vielleicht hilft mir ja jemand. ;)



Der zweite Beleg ist frankiert mit 2x der Michelnummer 193 (40Pf) und 2x der Michelnummer 213a (6Pf), also insgesamt 92Pf. Aufgegeben wurde der Brief am 29.12.1948 in Magdeburg-Sadenburg und ist einen Tag später, also am 30.12.1948, ebenfalls in Magdeburg-Sadenburg bei Max Schlutius, Buchdruckerei, angekommen.
Der Brief dürfte ebenfalls korrekt frankiert sein, wenn man davon ausgeht, dass dieser zwischen 21 und 250 Gramm wog.

Denn dann ergibt sich 32 Pf für ein Brief im Ortsverkehr und 60 Pf für das Einschreiben, sprich 92 Pf insgesamt. Was bedeutet der lila Schriftzug im R-Zettel?

MfG

Kevin
 
Kontrollratjunkie Am: 29.07.2014 13:30:23 Gelesen: 2625# 12 @  
@ briefmarkenwirbler24 [#11]

Hallo Kevin,

zuerst zum zweiten Beleg. Es handelt sich m.E. um einen Ortsbrief der zweiten Gewichtsstufe (32 Pf) mit der Sonderleistung Einschreiben (60 Pf). Damit ist der Brief portorichtig. Es wurde ein R-Zettel-Vordruck ohne Ortsangabe benutzt, der zum Nachweis der Verwendung in Magdeburg-Sudenburg den Ort eingestempelt erhielt. Manche bezeichnen diese Zettel als Not-R-Zettel.

Der erste Brief ist m.E. überfrankiert, denn ein einfacher Ortsbrief kostete 16 Pf Porto, mit der Einschreibegebühr wären es 76 Pf gewesen. Die linke 2 Pf-Marke zeigt am Unterrand leider nur eine halbe HAN (Hausauftragsnummer), daher ist hier kein nennenswerter Aufschlag angebracht.

Gruß
KJ
 
briefmarkenwirbler24 Am: 31.07.2014 11:36:57 Gelesen: 2563# 13 @  
@ Kontrollratjunkie [#12]

Hallo Rüdiger,

vielen Dank für deine schnelle Antwort!

MfG

Kevin
 
zonen-andy Am: 11.12.2014 17:47:01 Gelesen: 2192# 14 @  
@ zonen-andy [#5]

Hallo,

habe heute meine Prüfsendung von Herrn Paul wieder bekommen. Der Brief ist echt siehe Attest.



Grüße Andreas
 
Kontrollratjunkie Am: 12.12.2014 00:24:21 Gelesen: 2155# 15 @  
@ zonen-andy [#14]

Hallo Andreas,

der Brief stellt m.E. eine große Rarität dar. Die Tatsache der Überfrankierung um 6 Pf sollte nicht so stören. Entscheidend sind die seltenen Marken. Schon die 195 a ist gestempelt keine Massenware, aber eine gestempelte 192 c ist DER Hammer. Vielen Dank für das Zeigen und viel Spaß mit der Rarität !

Gruß
Rüdiger
 
zonen-andy Am: 12.12.2014 16:54:13 Gelesen: 2120# 16 @  
@ Kontrollratjunkie [#15]

Hallo Rüdiger,

vielen Dank für die Beurteilung. Dafür musste ich "wahnsinnige" 4 € auf dem Flohmarkt hinblättern.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas
 
JimWentzell Am: 12.12.2014 19:16:26 Gelesen: 2086# 17 @  
Viele Grüssen aus sonnige Georgia,

anbei eine Frage, es handelt sich um dieser SBZ-Umschlag, der in diesen Thread hoffentlich passt.

Es scheint, dass ein Sammler es nicht leiden konnte, ein leeres Feld worauf einmal eine abgefallene Briefmarken sass - die rote 12pf Marke passt doch nicht - den Umschlag in Ruhe zu lassen.



Ist es nicht entsetzlich, dass jemand auf den sonst noch interessanten Brief, betrüblicherweise eine andere Marke darauf geklebt hat - die Stempelung passt ebenso doch nicht gerade! Auf ersten Blick habe ich das nicht gemerkt, aber sind nicht solche Fälschungen doch unverschämt?

Heisst es nicht, dieser Couvert wäre wertvoller, OHNE diese kindliche Versuchung es wieder "ganz" zu machen?

Soll ich versuchen, die unpassende (und untreue) Marke abzuweichen und dabei auch vielleicht den Umschlag weiter schädigen, oder nicht?
 
Kontrollratjunkie Am: 13.12.2014 02:58:50 Gelesen: 2051# 18 @  
@ zonen-andy [#16]

Hallo Andreas,

dann hast Du für den Brief natürlich viel zu viel bezahlt. Ein schönes Weihnachtsgeschenk hast Du Dir damit gemacht. Wo war der betreffende Flohmarkt noch gleich ? ;-)

Gruß
Rüdiger
 
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