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Thema: (?) (1) (11) Portobestimmung von Belegen: Altdeutschland Bayern - Schweiz
12 kreuzer rot Am: 21.03.2017 05:52:06 Gelesen: 1166# 1 @  
Hallo,

kann mir jemand Auskunft geben über diesen Wertbrief von Bayern in die Schweiz ? Finde leider im Michel nichts Genaueres.



Porto 1,05 Mark für Wertbrief über 600 Mark, von Ingolstadt (21.07.1904) nach Luzern (22.07.1904).

Davon 60 Pf (bis 45 Gramm) in die Schweiz?
20 Pf Einschreiben?
25 Pf. für was?
Laut Michel für je 300 Mark 5Pfennig Versicherung, das wäre dann 10 Pf.
Ich kämme dann auf 90 Pf.
Was bedeutet die Angabe 750? Neben der Wertangabe? Etwa Franken?

Mit freundlichen Grüßen
12 Kreuzer rot
 
bayern klassisch Am: 28.03.2017 17:06:10 Gelesen: 1083# 2 @  
Hallo 12 Kreuzer rot,

kann ich leider nicht - bin Kreuzersammler und da nur für die Briefpost. Sorry!

Liebe Freunde,

heute zeige ich einen einfachen Frankobrief aus Würzburg vom 13.12.1860 nach Einsiedeln in der Schweiz. Es gibt eine Sondersituation Unterfrankens zur Schweiz hinsichtlich der Leitung über Bayern bzw. über Baden zu berücksichtigen.



Hier wohl über Bayern ohne Involvierung der badischen Bahnpost (oder im geschlossenen Briefbeutel, was ich aber weniger glaube). Jedenfalls war der Brief (9 Kreuzer für Bayern, 3 Kreuzer für die Schweiz, von derselben hinten in Rötel notiert) schon am Folgetag in Zürich (Respekt!) und dürfte auch nicht viel später in Einsiedeln (ca. 40 km südöstlich davon) ausgetragen worden sein.

Verwendung fanden 2 nette Exemplare der Nr. 4 Platte 3 - Inhalt hat er leider keinen mehr, aber damit kann ich leben.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
12 kreuzer rot Am: 29.03.2017 19:46:49 Gelesen: 1047# 3 @  
Hallo bayern klassisch,

danke für deine Antwort. Es war mir schon klar dass du für die Pfennigzeit wenig bzw. kein Interesse hast! Im Gegenzug bei der Kreuzerzeit nicht zu Toppen bist. Es ist nur etwas verwunderlich das gar keine Meinung bzw. Antwort kommt, weder hier noch woanders! Bei der Gulden/Kreuzer Währung wird einen schon geholfen. Aber nichts zum Trotz werde mal nach Lektüre umschauen. Wenn ich die Lösung habe, werde ich sie reinstellen. An eine Fälschung glaube ich definitiv nicht so recht.

Mit freundlichen Grüßen
12 Kreuzer rot
 
bayern klassisch Am: 29.03.2017 19:59:47 Gelesen: 1044# 4 @  
@ 12 kreuzer rot [#3]

Hallo,

ich hatte schon viele Bayernbriefe in meinen Händen, aber einen Markenlosen als Fälschung habe ich noch nie gesehen. Von daher: Entwarnung, da ist alles echt, ganz sicher.

Von 10 Sammlern sind 8 oder 9 Kreuzerzeitsammler, daran wird sich bei Bayern wohl nie etwas ändern. Von den 1 oder 2 Pfennigzeitsammlern werden schon einige Ahnung haben, aber wenn keine Marken verklebt wurden und wir bei der Fahrpost sind, werden die Kenner äußerst knapp, auch in einem beliebten Forum wie diesem hier.

Fabulieren und knobeln kann man natürlich immer - aber ob es dann auch stimmt? Besser hoffen und warten, bis einer kommt, der sich wirklich damit auskennt.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
12 kreuzer rot Am: 19.04.2017 18:36:07 Gelesen: 935# 5 @  
Hallo bayern klassisch,

ich habe nicht geglaubt, dass die Pfennigzeit so schwierig ist, um Informationen zu bekommen! Mit der Kreuzerzeit ist es um ein vielfaches einfacher. Wobei, auch die Literarische Auswahl doch sehr viel größer zu scheinen ist.

Was mich allerdings etwas verwundert; die Gebühren von Bayern und Deutsches Reich (Ausland) sind ziemlich Identisch. Nur im Zeitraum des Beleges finde Ich nichts über Wertbriefe.

Habe auch mal bei der „Arge Bayern“ angefragt. Auch nichts, bzw. keine Antwort bekommen.

Der Beleg ist schon frankiert! Hier die Rückseite. Vielleicht ergibt sich jetzt etwas. Es würde mir ja schon reichen mit was für einer Literatur ich weiter komme!

Mit freundlichen Grüßen
12 Kreuzer rot


 
bayern klassisch Am: 19.04.2017 22:35:03 Gelesen: 920# 6 @  
@ 12 kreuzer rot [#5]

Frag mal bei Dr. Wolf Becker in Leverkusen an - wenn der es nicht weiß, weiß es keiner. Mehr kann ich leider dazu nicht sagen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
12 kreuzer rot Am: 20.04.2017 12:09:39 Gelesen: 895# 7 @  
Hallo bayern klassisch,

danke für den Tipp, werde es mal versuchen.

Mit freundlichen Grüßen
12 Kreuzer rot
 
12 kreuzer rot Am: 07.05.2017 09:59:55 Gelesen: 811# 8 @  
Hallo,

ich habe jetzt die Lösung für das Porto.

60 Pfennig bis 45 gramm in die Schweiz,
20 Pfennig für Einschreiben
25 Pfennig Versicherungsgebühr

Weltpostverein in ein benachbartes Land 8 Pfennig je 240 Mark, ergibt 24 Pfennig aufgerundet auf 25 Pfennig.

Mit freundlichen Grüßen

12 Kreuzer rot
 
Max78 Am: 07.05.2017 12:29:31 Gelesen: 799# 9 @  
Servus 12 Kreuzer rot,

einen finde ich sehr interessanten Brief zeigst Du da. Lediglich zugunsten der besseren Orientierung im Themenbereich würde ich folgendes vorschlagen (an die Redaktion):

Da es sich hier meiner Meinung nach nicht um eine typisch bayrische "Versendungsart" (Portohöhe) handelt (zu Bayern gibt es eh schon dank Bayern Klassisch genügend präzis zugeordnete Themen), würde ich die Beiträge zu einem Thema zusammenführen, das man z. B. "Wertbriefe im internationalen Postverkehr (ab Weltpostkongress 1878 oder Pfennigzeit)" nennen könnte. Es gibt bestimmt nicht Massen dieser Belege und das Thema "Wertbrief" zersplittert sich in lauter einzelne Themen, die gerade mal 1-5 Beiträge beinhalten. Es wäre meines Erachtens schön, wenn man hierzu Stück für Stück ein interessantes Thema aufbaut. Ich könnte z. B. einen ähnlichen Beleg zeigen, der sich von dem gezeigten (inklusive Portohöhe) kaum unterscheidet, allerdings vom KuK Österreich nach Württemberg.

mit Grüßen Max
 
Richard Am: 07.05.2017 17:27:09 Gelesen: 772# 10 @  
@ Max78 [#9]

Hallo Max,

einen neuen Beitrag zu verschieben ist kein Aufwand. Bei älteren Beiträgen und verschiedenen Themen bedeutet dies aber enormen Zeitaufwand und diese Zeit habe ich in den nächsten Wochen oder Monaten nicht.

Zudem führt es dazu, dass Forum-interne und externe Links (Google und Co.) dann ins Leere laufen und zu einer Abwertung der Suchmaschinen führen. Dies möchte ich vermeiden.

Schliesslich gibt es die Themen "Portobestimmung" mit voller Absicht, um bisherige und künftige Leser damit vertrauter zu machen.

Du kannst gerne ein Thema für Wertbriefe eröffnen, dabei bitte bestimmen, welche Länder oder Zeitabschnitte gezeigt werden sollen. Ein Wertbriefe Thema existiert bereits hier im Forum.

Schöne Grüsse, Richard
 
Max78 Am: 13.05.2017 01:54:25 Gelesen: 698# 11 @  
@ 12 kreuzer rot [#8]

Servus 12 Kreuzer rot,

könntest du eventuell noch kurz mitteilen, ab wann die genannte Versicherungsgebühr: Weltpostverein in ein benachbartes Land 8 Pfennig je 240 Mark festgelegt wurde (Kongress/ Jahr)?

mit Dank im Voraus und Grüßen Max
 
bayern klassisch Am: 01.07.2017 09:29:12 Gelesen: 509# 12 @  
Liebe Freunde,

ich möchte an dieser Stelle mal ein Beispiel aus der Praxis zeigen, wie sich die Zeit bereits vor dem raumgreifenden Postvertrag der Südstaaten zur Schweiz mit dem Okt. 1852 änderte, als die Schweiz ein Bundestaat wurde und eine Bundespost ausrief (1.1.1849).



Der 1. Brief aus Röthenbach vom 17.1.1849 lief noch nach altem Muster. Bayern taxierte ihn mit 3 Kr. bis 6 Meilen unter 1/2 Loth bis Lindau, während Zürich ihn 1 Tag später (typische weinrote Tinte) mit seinen 6 Kr. beschwerte und so auf 9 Kr. kam, dazu für den Aargau weitere 4 Kr., so dass die eigentliche Summe von 13 Kr. korrekt im Nenner stand.

Aber da hatte man die Rechnung ohne den Wirt gemacht, denn der Aargau bestand immer noch (seit 50 Jahren!) auf geraden Kreuzerbeträgen und erhöhte (mittig in Rötel) um eben einen Kreuzer auf 14 Kr. die Gesamttaxe.

Folglich: 3 Kr. für Bayern, 6 Kr. für Zürich, 4 Kr. für den Aargau und 1 Kr. extra für den Aargau.



Am 1.7.1851 sah es etwas anders aus: Bayern notierte immer noch seine 3 Kr. nach alter Manier (der DÖPV oder andere Erfindungen hatten hier nichts geändert) bis 6 Meilen und unter 1/2 Münchener Loth (kein Zolloth!), jetzt aber einen Tag später Zürich kamen für die ganze Schweiz 6 Kr. dazu (über 25 bis 40 Wegstunden). Damit hatten wir dann 3 + 6 = 9 Kreuzer. Hätten wir 9 Kreuzer! Denn noch immer galt: Im Aargau keine ungeraden Kreuzerporti! Ja, auch 1851 noch war dies zu bedenken von den mit Bayern kartenschließenden Poststellen der Schweiz, so dass Zürich gleich auf 10 Kr. erhöhte. In jedem Fall war er so schon 4 Kr. günstiger geworden und ab 1852 sollte sich dies nochmals reduzieren.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Max78 Am: 04.08.2017 17:19:45 Gelesen: 356# 13 @  
Servus Ralph,

zu diesen Briefen kann ich auch noch einen beisteuern, an den gleichen Adressaten, Augsburg - Wohlen 10.7.1849:



Zwar nicht so doll gestempelt, aber man sieht, dass Zürich, so wie Du es in Deinem Beitrag erklärt hast, das Aargau auch noch zu diesem Zeitpunkt getrennt in der Portoberechnung aufgeführt hat (8x Bayern, 6x Zürich, 4x Aargau = 18 Kreuzer). Es ist unglaublich, wie viele Informationen man dank Deiner unzähligen Beiträge mittlerweile finden kann, worüber ich sehr dankbar bin, denn sonst hätte ich die 8 Kreuzer nie im Leben erklären können. In einem anderen Beitrag führtest Du auf, dass es nur in München und Augsburg dieses Sondertarif für Briefe in die Schweiz gab, was hier der Fall sein dürfte. Gut für den Bezahler, sparte er sich somit 2 Kreuzer, weil das Aargau nichts zum "Gradebiegen" hatte. ;-)

mit Grüßen Max

(da für mich "Beifang", kannst Dich bei Interesse gerne melden)
 
bayern klassisch Am: 04.08.2017 18:03:44 Gelesen: 345# 14 @  
@ Max78 [#13]

Hallo Max,

vielen Dank für das Zeigen deines Beifanges und die vielen, netten Worte.

Deine Beschreibung ist natürlich richtig - wenn du den Brief nicht doch selbst behalten willst (eine Sammlung Bayern - Schweiz, egal über welchen Zeitraum, ist ein Hochgenuß, das darf ich dir als Besitzer einer solchen versichern), dann gebe ihn doch an einen talentierten Jungsammler weiter. Ich bin am Ende meiner Sammlertätigkeit, was dieses Sammelgebiet angeht, angekommen und könnte ihn nicht ausstellen, weil ich schon 180 Blatt Bayern - Schweiz habe und ja nur 72 oder maximal 84 davon ausstellen darf - diesen "cut" würde er leider nicht schaffen, obwohl es kein schlechter Brief ist.

Nochmals danke für die überaus nette Offerte, aber wenn ein Jungsammler mit ihm motiviert wird, die Klassik zu sammeln, dann schenke das Briefchen lieber ihm, als mir.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
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