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Thema: Portugal Klassik bis zum Jahr 1900
Das Thema hat 35 Beiträge:
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Pepe Am: 17.04.2017 22:34:48 Gelesen: 1172# 11 @  
@ Michael Ehrig [#8]

Ich danke für diese Aufklärung. Dann sollte die in [#4] gezeigte Marke nicht Mi 6 sein, sondern Mi 10. Ist das richtig?

Wenn wir bei der Nr 10 angekommen sind, können wir noch genauer drauf eingehen.

@ henrique [#10]

Das ist ein schönes Stück, vielen Dank fürs zeigen. Die alten Katalogbilder dieser Marke waren sehr schlecht um so mehr die Freude über dieses Bild. Freue mich schon auf die 5 und kann dann ab 7 wieder was zeigen.

@ henrique [#9]

Danke auch für die Tipps zur Literatur und zur Arge. Ist doch toll das der Vorsitzende hier mit an Bord ist. Super. Das wird bestimmt noch spannend werden.

nette Grüße Pepe
 
Michael Ehrig Am: 17.04.2017 23:04:04 Gelesen: 1166# 12 @  
@ Pepe

Ja, genau die unter [#4] gezeigte Marke ist eine Nr. 10, genauer gesagt, die Nr. 10 II, dazu aber später mehr, wenn wir bei der Nr. 10 sind. Aber auch schon bei der Nr. 6 wird es interessant werden, denn auch die "billigen Werte" haben einges zu bieten, was nicht unbedingt im Michel-Katalog steht.

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal kurz zur Nr. 1 zurück, die ich hier in ungebrauchter Erhaltung (Prägestempel Type I) zeigen kann, so dass die Schönheit der filigranen Markenzeichnung besonders gut zur Geltung kommt.



Warum sie trotz relativ hoher Auflage so teuer ist liegt einfach daran, dass sie überwiegend zur Frankatur von Zeitungen benutzt wurde (der Tarif für eine Zeitung war 5 Réis) und damit zumeist sehr rasch entsorgt worden ist, während Briefe (Inlandsporto 25 Réis) viel eher aufgehoben worden sind.

Vorbilder für die portugiesischen Marken war übrigens die englische Oktogon-Ausgabe, die auf Druckmaschinen derselben Bauart (Hersteller Fa. Dryden Brothers, Lambeth/England) gedruckt wurden, wie die portugiesischen Marken. Man hat damals nacheinander zwei Druckmaschinen in England gekauft und per Schiff nach Portugal gebracht. Auf diesen beiden Maschinen wurden mehrere Millionen Marken, jeweils im Einzeldruckverfahren hergestellt.



Viele Grüße

Michael
 
henrique Am: 25.04.2017 18:49:14 Gelesen: 1105# 13 @  
Hallo,

die Michel Nr 5 / 5 Reis rotbraun

Ausgabe im Jänner 1855 mit dem Kopfbild der Königs Pedro V. mit glattem Haar, hergestellt im Prägedruckverfahren durch die "Königliche Münze (Casa da Moeda) in Lissabon



Abgestempelt mit 14er Roststempel von 1853 (runder Balkenstempel mit feinen Balken) mit Amt-Nummer 52 für Porto

Der Portugal-Fan
Henrique
 
Thomas71 Am: 27.04.2017 14:37:17 Gelesen: 1020# 14 @  
Hallo,

super Thema, werde es sicher immer wieder verfolgen. Da ich eigentlich Alt-Schweiz Sammler bin (mit vorliebe Strubel) ist die Interesse an Portugal dennoch vorhanden. Habe es vor kurzem wieder entdeckt und konnte sogar ein wenig ergänzen. Da ich besonders gerne Klassik Marken sammele ist dieses Forum natürlich klasse für mich, um etwas zu lernen.

Freue mich auf die nächsten Beiträge.

Gruß Thomas
 
olli0816 Am: 27.04.2017 15:14:44 Gelesen: 1015# 15 @  
Hallo,

ich hoffe, ich störe nicht bzgl. der Reihenfolge der Marken. Anbei ein Satz Michel 34 - 45. Selbst im Michel-Online gibt es eine Menge Unterscheidungen zu diesem Satz (3 Papiersorten und drei unterschiedliche Zähnungsvarianten). Die 80 Reis habe ich in zwei unterschiedlichen Farben, wobei selbst ich als Farbenblinder die unterscheiden kann.

Die 100 Reis ist lila bzw. graulila. Den Farbton gibt es bei anderen Sätzen aus der Periode auch, aber gestempelt schauen die alle irgendwie total ausgeblichen aus. Ungestempelt habe ich noch keine 100 Reis besessen, von daher kann ich schlecht beurteilen, ob das die Ausgangsfarbe ist oder andere Einflüsse diesen Effekt erzielen. Vielleicht weiß jemand dazu mehr? Die 240 Reis hat wohl ähnliche Tendenzen, wenn auch nicht ganz so extrem.

Die Zähnung ist zum Teil nicht super.

Portugal ist ein schönes Markenland, auch wenn es nicht zu meinen Kerngebieten gehört. Ich habe gesehen, dass es zumindest in Deutschland keinen Prüfer gibt. Es scheint auch wenig Sammler zu Portugal zu geben, was eigentlich nicht gerechtfertigt ist.



Unter so ziemlich jeder Ausgabe stehen Bemerkungen zu Neudrucken. Gibt es dazu irgendwo Infos, wie man die erkennen kann?

Gruß
Oliver
 
Lars Boettger Am: 27.04.2017 16:32:31 Gelesen: 1005# 16 @  
@ olli0816 [#15]

Ich habe gesehen, dass es zumindest in Deutschland keinen Prüfer gibt.

Der BPP-Prüfer für Portugal schreibt sogar in dem Thread (Michael Ehrig).

Beste Grüße!

Lars
 
olli0816 Am: 27.04.2017 17:04:28 Gelesen: 995# 17 @  
So kann man sich irren. :)

Danke.
 
Michael Ehrig Am: 27.04.2017 23:33:09 Gelesen: 972# 18 @  
@ Lars Boettger [#16]

Vielen Dank für deinen Hinweis auf mich. :-)

@ olli0816 und thomas71

Leider ist dieses Sammelgebiet im deutschsprachigen Raum tatsächlich (zu unrecht) relativ unbeliebt, aber gerade deshalb ergeben sich hier noch viele Chancen etwas zu entdecken. Insofern freue ich mich sehr, dass ihr euch für Portugal interessiert.

Im Hinblick auf die Neudrucke (die zum Teil nach Michel-Definition eigentlich Nachdrucke sind) gibt es durchaus Erkennungsmerkmale. Diese sind im Michel-Katalog recht kurz aber zutreffend im Hinblick auf Papier und Farben beschrieben. Was leider fehlt bzw. im Michel fehlen muss, das ist die Unterscheidung bei einigen Stücken anhand des jeweils verwendeten Druckstempels. So existieren von vielen Werten unterschiedliche Druckstempel von denen zumeist nur einer für die ND verwendet wurde. In einigen Fällen (z. B. bei der Nr. 1 und 5) wurden komplett neue Druckstempel hergestellt. Insgesamt ist das eine recht umfangreiche Materie, die ich vielleicht einmal, wenn ich ein wenig mehr Zeit dazu habe, versuchen werde hier vorzustellen.

Viele Grüße

Michael
 
henrique Am: 04.05.2017 17:30:22 Gelesen: 887# 19 @  
Hallo,

die Michel Nr 6 / 25 Reis blau in beiden Ausführungen;

Typ I Ausgabe im September 1855
Typ II Ausgabe im April 1856

Freimarke mit dem Kopfbild des Königs Pedro V. mit glattem Haar. Hergestellt im Prägedruckverfahren durch die "Königliche Münze (Casa da Moeda) in Lissabon.



Der Portugal-Fan
Henrique
 
Pepe Am: 08.05.2017 10:38:23 Gelesen: 841# 20 @  
@ henrique [#19]

Hier mal eine zweifelhafte Mi 6. Das Kopfbild ist zu sehr gepresst und so müsste man auf andere weise erklären ob es Mi 6 oder Mi 10 ist. Die Frage lautet nach weiteren Unterscheidungsmerkmalen. Bewusst wähle ich eine höhere Auflösung (600 dpi).



Mi 6 oder Mi 10?

Wenn Mi 6, dann die Frage kleine oder große Ziffer? Wenn Mi 10, dann bitte noch etwas warten, weil da sicherlich noch mehr gezeigt werden.

Die schönen Klassik-Briefe wären hier im Thema ebenfalls bestens aufgehoben.

@ olli0816 [#15]

Hallo Oliver, auf die Ausgabe 1870 wird sicher zum späteren Zeitpunkt noch ausführlich berichtet werden, also bitte etwas Geduld.

Nette Grüße Pepe

@ alle

Auch wenn die Portugal Klassik nicht die ganz große Sammlermasse anzieht, danke für die bisherigen Beiträge und allen Interessierten ein wenig Freude weiterhin.
 
henrique Am: 08.05.2017 14:33:46 Gelesen: 824# 21 @  
@ Pepe [#20]
und an alle Portugal-Interessierte

Der Hinweis auf meine "Historischen Briefe von Portugal" ist sicher fällig.

Unter "BELEGE aus PORTUGAL" habe ich bereits etliche Klassik-Briefe / Faltbriefe ab 1855 eingestellt.

Beste Grüße
Henrique
 
Michael Ehrig Am: 10.05.2017 23:51:25 Gelesen: 758# 22 @  
@ Pepe [#20]

Es handelt sich um eine Michel Nr. 10 II. Weitere Erkennungsmerkmale neben der Kopfzeichnung sind insbesondere der Abstand des C von CORREIO zum Schriftbandrand, der bei der Nr. 10 etwas weiter als bei der Nr. 6 ist, die Form der R in CORREIO und REIS, die bei der Nr. 10 II einen stark nach rechts verlängerte Serife am rechten Fuß aufweisen und insbesondere bei der Nr. 10 II gegenüber der Nr. 6 I kleinere Köpfe aufweisen. Die R der 6 II weisen von denen der 6 I und der 10 II abweichend kaum Serifen auf.



Ganz besonders aussagekräftig jedoch ist das Muster der Guillochen, insbesondere oben rechts über dem E von CORREIO. Während bei der Nr. 6I zwei fast parallel zueinander verlaufende U-förmige Bogen über dem E gezeichnet sind, die von aufwärts gerichteten Linien geschnitten werden, befinden sich an dieser Stelle bei der 6 II ein u- und ein n-förmiger Bogen, die sich nicht berühren, während sich bei der 10 II zwei völlig voneinander abweichende u-förmige Linien finden, von denen die obere einen sehr engen u-förmigen Bogen bildet, der von keiner anderen Linie geschnitten wird.



Viele Grüße

Michael
 
Pepe Am: 11.05.2017 21:37:17 Gelesen: 690# 23 @  
Hallo Michael,

bin ich heute gleich zweimal richtig erfreut über die Philaseiten. Auch hier wirklich tolle Hilfe und super Fachwissen für mich und alle Freunde der Klassik Philatelie. Also ein richtig großes Dankeschön. Einfach wertvoll und hilfreich.
Ich werde bei der Reihenfolge bleiben und mache mal mit der Mi 7 weiter.



1855, Mi 7 a, gelbgrün oder b, blaugrün?

Hier der erste Punktnummernstempel. Nummer 1 wird sicher Lissabon sein. Aber wie viele Nummern wird es geben? Werden die mit höherer Zahl immer kleinere Orte beziffern und somit immer seltener? Wie viele Stempelvarianten kommen vor?

Also reichlich Stoff für die Spezialisierung. Nun ich bin froh, wenn dann überhaupt mal eine Marke in halbwegs guter Erhaltung vorliegt.

Noch mal großen Dank
Nette Grüße Pepe
 
Gerhard Am: 12.05.2017 14:38:11 Gelesen: 663# 24 @  
@ Pepe [#23]

Hallo Pepe,

zunächst einmal Dank dafür, dass du uns hier Alt-Portugal zeigst. Ich würde, obwohl dies ohne Vergleichsmaterial und am Bildschirm eh, schwierig ist auf blaugrün tippen. Gelb müßte m.E. zu erkennen sein, aber dieses ist nur m. persönliche Einschätzung.

MphG
Gerhard
 
henrique Am: 13.05.2017 08:21:50 Gelesen: 630# 25 @  
Anbei die verwendeten Stempeltypen der PORTUGIESISCHEN POST von 1853 bis 1869:



Henrique
 
henrique Am: 13.05.2017 09:07:37 Gelesen: 627# 26 @  
Portugal Ausgabe April 1856

50 Reis in den beiden Farben



7a gelbgrün mit Punktstempel
7b blaugrün mit Balkenstempel

Grüße Henrique
 
Michael Ehrig Am: 14.05.2017 16:43:18 Gelesen: 602# 27 @  
@ Pepe [#23]

Wie an den Abbildungen von Henrique zu erkennen ist, fällt die Unterscheidung der a- und b-Farbe auf Abbildungen schwer und je nach Scannereinstellung kann diese sogar völlig verfälscht erscheinen. Daher ist die sichere Zuordnung nur am Original möglich.

Zu deinen Fragen bezüglich der Stempel nun an dieser Stelle ein kleiner Vortrag, der hoffentlich nicht langweilt. Ich werde ihn einfach in mehrere Beiträge aufteilen, dann liest es sich besser.

Mit der ersten Postreform zum 01. Juli 1853 wurden in Portugal parallel zur Verwendung von Briefmarken auch die dazu vorgesehenen Entwertungsstempel eingeführt. Hierzu wurden Nummern-Balkenstempel entwickelt, deren Sinn und Zweck die Unbrauchbarmachung der Marken sein sollte, daher auch als „Killer-Stempel“ bezeichnet.

Entsprechend dem Gesetz vom 27. Oktober 1852 waren die Marken mittels dieses Stempels zu entwerten, während der Ortsstempel gesondert auf den Briefumschlag nebengesetzt werden sollte.

Bei den ersten Stempeln handelte es sich um die von Henrique oben links gezeigte Variante mit einer Vielzahl schmaler Balken. Sie wird allgemein als 20-Balkentype bezeichnet, da die Mehrheit dieser Stempel 20 Balken aufweisen und zwar in der Form 6:8:6 bei den ein- und zweistelligen Nummern:



Bzw 5:10:5 bei den dreistelligen Nummern:



Es sind allerdings von einigen Orten, insbesondere von Lissabon (Nr. 1) und Porto (Nr. 52) auch andere Balkentypen bekannt, z. B. 5:9:5, 5:5:5 oder 4:7:4. Daneben gibt es noch diverse weitere für den Stempelsammler interessante Varianten bei den Balken und den Ziffern, das würde aber jetzt hier zu weit führen und verwirren.

Zur Verwendung kamen die Nummern 1 bis 230. Die Verteilung der Nummern richtete sich nach den im Zuge der Reform eingerichteten Zentral-Postverwaltungen (Administrações Centrais do Correio de ...) und deren untergeordneten Postdirektionen (Direcções). Man begann mit der Zentral-Postverwaltung von Lissabon mit der Nummer 1, deren untergeordnete Postdirektionen erhielten die folgenden Nummern in alphabetischer Reihenfolge, also Alcacer do Sal die Nr. 2, Alcobaça die Nr. 3 und so weiter. Die Zentral-Postverwaltungen waren Lissabon (1), Porto (52), Coimbra (77), Vianna (102), Viseu (112), Santarem (136), Estremoz (159), Villa Real (176), Beja (192) und Faro (208). Die "benachbarten Inseln - Ilhas adjacentes" Azoren und Madeira waren der Zentral-Postverwaltung von Lissabon zugeordnet und schlossen die Reihe der Lissabon zugeordneten Nummern ab: 48 - Angra do Heroismo (Azoren), 49 - Horta (Azoren), 50 Ponta Delgada (Azoren) und 51 - Funchal(Madeira). Darauf folgte die nächste Zentral-Postverwaltung, nämlich Porto mit der Nummer 52.

Dabei ist interessant, dass 1853 zunächst nur 219 Nummern vergeben worden waren und die Nummern 220 bis 230 erst sukzessive mit der Einrichtung von neuen Direktionen vergeben wurden. Diese entsprechen daher nicht mehr dem ursprünglichen Ordnungssystem, sondern sind in der Reihenfolge der Eröffnung der Direktionen vergeben worden.

Viele Grüße

Michael
 
Michael Ehrig Am: 14.05.2017 16:54:51 Gelesen: 599# 28 @  
Fortsetzung zu den Nummernstempeln Portugals:

Da die Stempel der 20-Balkentype recht schnell verschmutzten und zudem viel Tinte verbrauchten, entschied man sich bereits im Jahr 1856/57 zur Reduzierung der Balkenzahl auf 11 (dickere) Balken, wobei hier zwei Typen zum Einsatz kamen, nämlich die Type 4:3:4



und die Type 3:5:3



Überwiegend wurden die Orte nur mit einer der beiden 11-Balken-Stempeltype ausgerüstet, jeodch sind einige Orte bekannt, in denen beide Typen zur Verwendung kamen, z. B. Grandola, Palmella, Braga, Villa do Conde usw.

Von Lissabon und Porto, den beiden Postorten mit dem höchsten Postaufkommen, sind ab 1858 die sogenannten Punktstempel bekannt, deren Zweck die weitere Einsparung an Stempelfarbe war.


 
Michael Ehrig Am: 14.05.2017 20:39:54 Gelesen: 579# 29 @  
Portugiesische Nummernstempel, dritter Teil:

Zweite Postreform 1869

Am 12. November 1869 trat die zweite Postreform in Kraft. Sie beinhaltete unter anderem eine Reduzierung und Neuordnung der Zentral-Postverwaltungen von bislang zehn auf acht. Die Zentral-Postverwaltungen von Vianna und von Estremoz wurden aufgelöst, die beiden Orte erhielten den Status einer Direktion und ihre angegliederten Direktionen wurden den bestehenden Zentral-Postverwaltungen zugeordnet. Zudem wurden einzelne Direktionen mit geringem Postaufkommen geschlossen und dafür andere eröffnet. Die Nummern der Zentral-Postverwaltungen und der Direktionen wurde neu verteilt. Insgesamt wurden bis zum Ende der zweiten Reform im Jahr 1878 240 Nummern verteilt. Dabei wurde einer Vielzahl an Orten eine neue Nummer zugeordnet, die früher einem anderen Ort zugeordnet war. Hier demonstriert am Beispiel Porto: früher 52, nun 46 (zuvor Villa Nova da Rainha).



Der zweiten Postreform wird als typisch eine neue Stempelform zugeordnet, nämlich die ovalen Balkenstempel, mit acht fetten Balken in der Form 3:2:3:



Diese Zuordnung ist jedoch ungenau, denn bereits Mitte des Jahres 1869 wurden die ersten Stempel der neuen Form eingeführt, die 2. Reform trat jedoch erst zum 12. November 1869 in Kraft.

Die vor Inkrafttreten der Reform ausgegebenen Stempel der neuen Form wurden den Direktionen mit der bislang bestehenden alten Nummer ausgehändigt. Mit Inkrafttreten der Reform wurden diese eingezogen und an die neu nummerierten Orte übergeben. So kam es im Ende 1869 und Anfang 1870 dazu, dass

a) vereinzelt Nummerstempel der neuen ovalen 8-Balken-Type zunächst in dem einen, dann in einem anderen Ort mit ein und derselben Nummer verwendet wurden bzw.
b) dass ein Ort in den Jahren 1869/70 ovale 8-Balken-Stempel unterschiedlicher Nummern verwendete.



Pezo da Regoa, November 1869, alte Nummer 71



Pezo da Regoa, Oktober 1870, neue Nummer 123

1878 wurde von der Postverwaltung beschlossen, aus Gründen der Arbeitsökonomie auf die Verwendung von unterschiedlichen Stempeln zur Entwertung der Marken und der Kennzeichnung des Aufgabeortes (und -datums) zu verzichten und die Ortsstempel zur Entwertung der Marken zu verwenden. Allerdings wurde das alte System in einigen Orten noch länger verwendet und die Nummernstempel sind in Einzelfällen auch noch in späteren Jahren als Aushilfsstempel verwendet worden.

Übrigens gibt es von den Stempeln der ovalen 8-Balken-Type zwei Varianten, in Setubal (Nr. 37) wurde neben dem gewöhnlichen Stempel auch die von Henrique gezeigte Type mit neun feinen Balken und in Guimarães (Nr. 58) ein Stempel mit dünnen Balken in der Form 6:4:6 verwendet.

Soviel zu den Nummernstempeln.

Viele Grüße

Michael
 
Pepe Am: 16.05.2017 17:43:09 Gelesen: 538# 30 @  
@ henrique [#26]

Dem Portugal Fan ein herzlichen Dank für die beiden Farben, die sich allerdings wirklich schwer unterscheiden lassen. Und sehr hilfreich die Stempelübersicht.

@ Michael Ehrig [#29]

Hallo Michael,

ich möchte wieder ein großes Dankeschön loswerden für diesen interessanten Beitrag über die Stempel der alten Zeit. Sicher ist auch das ein absolutes Spezialgebiet. Und eine Mega Herausforderung die komplette Nummerierung zu sammeln.

Ich meine, wer wirklich ein Gebiet bearbeitet, der wird auch 10 und mehrmals die gleiche Marke aufnehmen, wenn halt der Stempel oder die Farbe oder sonstige Varianten vorkommen.

Die kleine Ansammlung meinerseits ist dagegen recht oberflächlich. Der Altsammler hatte sich dafür gleich die Klassik von ganz Europa vorgenommen, und dies ist ja auch eine unendliche Geschichte.

Die Farbaussage stimmt natürlich auch. Ich hatte ehrlich gehofft noch weitere Marken gleicher Nummern zu sehen und wünsche mir weiterhin Scans in hoher Auflösung. Sehr schön sind die Briefgesichter. Da hoffe ich auch auf mehr.



1855 02 01, Mi 8, lila, Punktnummer Stempel 1, Lissabon

Nette Grüße Pepe

Nebenbei bemerkt, der ESC ist dies hier nicht. Aber "twelf Points Portugal" - das passt. :)
 
henrique Am: 26.05.2017 00:16:06 Gelesen: 466# 31 @  
Die Michel Nr 9 zu 5 Reis / Ausgabetag 10. Mai 1856 - 2. Ausgabe mit dem Kopf des Königs Pedro V. (nun mit gelocktem Haar)

In den 3 Farbvarianten (lt Michel)



rotbraun mit Balkenstempel 4:3:4 / Amt Nr 48 ANGRA do Heroismo (Terceira)



gelbbraun mit Punktstempel / Amt Nr 1 LISSABON



schwarzbraun mit Punktstempel / Amt Nr 52 PORTO

Der AFINSA- bzw MUNDIFIL-Katalog listet detaillierte Typen / Druckvarianten von I - XIII auf

Euer Portugal-Fan
Henrique
 
Michael Ehrig Am: 08.06.2017 23:39:50 Gelesen: 234# 32 @  
Es wird Zeit den Thread mal wieder nach vorne zu holen:

Heute möchte ich noch zu den Nummern 7 und 8 ein paar kurze Nachträge beisteuern:

Nr. 7a als Sechserblock (leider etwas repariert):



Und als Einzelfrankatur,

einmal auf einem Brief der zweiten Gewichtsstufe im Inland versandt:



Sowie als Teilfranko auf einem Brief der zweiten Gewichtsstufe in den Kirchenstaat:



Zur Nr. 8 ein Dreierstreifen, der ebenfalls wie der obige Sechserblock den typischen Klischeeversatz, der durch den manuellen Papiervorschub in der Druckmaschine verursacht wurde, aufzeigt:



Viele Grüße

Michael
 
Michael Ehrig Am: 08.06.2017 23:56:09 Gelesen: 231# 33 @  
Aber wir waren ja schon bei der Nummer 9, zu der ich eine typische Verwendung, nämlich zur Frankatur einer Zeitung (hier ein Zeitungsfragment) beisteuern möchte:



Zu den Farben der Nr. 9 gibt es unterschiedliche Katalogisierungsvarianten. Während der aktuelle Michel-Katalog drei Farben, nämlich gelbbraun, rotbraun und schwarzbraun unterscheidet, waren im Michel Europa-Katalog 1942 noch fünf Farbtöne verzeichnet: rotbraun, gelbbraun, schwarzbarun, kastanienbraun und olivbraun. Demgegenüber kennt der portugiesische Mundifil-CE insgesamt sieben Farbtöne, nämlich rotbraun, gelbbraun, dunkelbraun, braun, graubraun, gelbolivbraun und rosabraun.

Viele Grüße

Michael
 
henrique Am: 18.06.2017 00:48:54 Gelesen: 131# 34 @  
Nun die Michel Nr 10 zu 25 Reis in blau / Kopfbild König Pedro V.
Ausgabetag am 10.Mai 1856 in den beiden Ausführungen

Links: Typ I feines Netzwerk......................................... Rechts: Typ II grobes Netzwerk



Hergestellt im Prägedruckverfahren in der "Königlichen Münze / Casa da Moeda" in Lissabon.

Der Entwurf wieder von Francisco de Borja Freire, dem ersten "Königlichen Münzstecher", von dem alle Markenentwürfe bis 1866 stammen.

Ein entsprechender Beleg / Historischer Faltbrief von PORTO nach VIANNA de CASTELLO / wurde bereits unter "Belege aus Portugal (Beitrag 19)" gezeigt.

Euer Portugal-Fan Henrique
 
Pepe Am: 19.06.2017 13:27:38 Gelesen: 91# 35 @  
Nachtrag zur Mi 9



Die Farbe kann ich leider nicht genau bestimmen.

@ henrique [#34]

Super mal den Unterschied hier so deutlich wahrzunehmen



Mi 10 II mit groben Netzwerk, der Größenunterschied ist unkorrekt und ist nur durch das Ausschneiden des Scans entstanden.

@ Michael Ehrig [#33]

Euch Beiden nochmals vielen Dank für die schönen Beiträge. Werde nun die Pinzette gegen die Unkrauthacke tauschen. Der Garten ruft schon wieder.

Nette Grüße
Pepe
 

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