Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Gedanken zur Zukunft der organisierten Philatelie
Cantus Am: 21.04.2017 11:13:45 Gelesen: 865# 1 @  
Als ich einmal begonnen hatte, mich für Briefmarken zu interessieren, war ich ein kleiner Junge von vielleicht acht Jahren, der seinem Vater beim Briefmarkenablösen über die Schulter schaute und es spannend fand, sich mit Briefmarken aus Ungarn, Israel oder Somalia zu beschäftigen, da das alles damals für mich ferne und unbekannte Länder waren. Und so wie mir ging das auch ganz vielen Anderen aus meiner Altersgruppe, was zur Folge hatte, dass fast jeder in meiner Schulklasse Briefmarken sammelte.

Es gab damals aber keine Handys, keine Computer, keine CDs, keine Stereoanlagen, keinen sonstigen elektrischen oder elektronischen Schnickschnack in der Wohnung meiner Eltern und auch keinen Fernseher und als ganz große technische Errungenschaft ein eigenes Telefon für unsere Familie, sodass wir nicht mehr für jedes Telefonat unsere Wohnung im dritten Stock verlassen mussten, um hundert Meter entfernt in der öffentlichen Telefonzelle telefonieren zu können. Es gab auch noch keinen Kühlschrank, dafür wurden regelmäßig große Eisblöcke angeliefert, die meine Eltern dann in einem spezielle Schrank für die Kühlung von Lebensmitteln verwendeten. Und es gab selbstverständlich damals nur sehr geringe Möglichketen, einen privaten PKW zu erwerben, was für meine Eltern, beide Lehrer im öffentlichen Dienst, lange Zeit finanziell nicht möglich war. Statt dessen war man auf die Nutzung von Straßenbahn, Bus oder die eigenen Füße angewiesen, was naturgemäß den Radius der persönlichen Aktivitäten sehr einschränkte.

Was es gab, waren Bücher, Landkarten, Radios, Schallplattenspieler, Gespräche mit den und Erzählungen der Älteren und allerlei Freiluftaktivitäten. Vor diesem Hintergrund war das Sammeln von Briefmarken eine willkommene und sinnvolle Ergänzung.

Und heute? Selbst mir als immer noch engagiertem Sammler fällt es angesichts der vielfältigen Freizeitangebote schwer, mich in eigentlich erforderlichem Umfang um meine Sammlungen zu kümmern. Wenn aber selbst ich Probleme damit habe, bestimmte Zeit für dieses Hobby regelmäßig zu reservieren, wie geht das dann erst jungen oder jüngeren Leuten, die mit und in einer elektronisch gesteuerten oder zumindest beeinflussten Umgebung leben oder aufwachsen? Die per Knopfdruck Informationen über so gut wie jede Region der Erde, über Sitten und Gebräuche, über fremde Sprachen oder heimische Denkweisen oder Besonderheiten ohne spürbare zeitliche Verzögerung abrufen können. Was verbindet diese Mitmenschen noch mit unserem Hobby der Philatelie, seien es nun Briefmarken, Ganzsachen, Stempel oder z.B Ansichtskarten?

Die wenigen, die heute den Weg zur Philatelie finden und auch dabeibleiben, sind vor allem in der Gruppe derer zu finden die ihre Berufsausbildung hinter sich haben, im Beruf stehen, Familie besitzen oder zumindest in einem Alter sind, wo man sich in dieser Richtung orientieren kann, und die aus verschiedenen Gründen nach einer sinnvollen Freizeitergänzung suchen. Der Altersdurchschnitt derer, die unsere Reihen ergänzen, dürfte daher eher in den Vierzigern zu suchen sein und nicht mehr so wie früher im Kindesalter.

Und wo pflegt man heute den Gedankenaustausch zum eigenen Hobby? Mit Sicherheit nicht mehr in der Schulklasse oder in der Kneipe an der Ecke, sondern wohl eher im Internet oder zumindest in Sammlerorganisationen, die sich nicht mehr am Wohnort des Sammlers, sondern an den Schwerpunkten seines Sammelns orientieren. Aus meiner Sicht ist damit die Existenz von Ortsvereinen mit Blick auf die Zukunft der Philatelie weitgehend überflüssig geworden, während gleichzetig die Menge der ARGEn wohl zunehmen wird. Sicherlich werden sich die älteren Sammler auch noch weiterhin mit Gleichgesinnten in ihren angestammten Ortsvereinen treffen und austauschen wollen, das ist aber ein aussterbender Mitgliederbereich, der in zwanzig bis dreißig Jahren altersbedingt mit Sicherheit keine wesentliche Rolle mehr spielen wird.

Wo aber Ortsvereine ihre Daseinsberechtigung verlieren, da machen auch Landesverbände keinen Sinn mehr. Diese beiden Organisationsformen heute noch zu fördern oder zu verteidigen macht aus meiner Sicht keinen Sinn mehr, zeugt aber mindestens von Realitätsverlust, wenn man den Blick nicht auf die Gegenwart, sondern auf die weitere Zukunft richtet. Natürlich verlieren dadurch einige Leute ihre Leitungsfunktion, die ihnen zum Teil wohl sehr viel bedeutet, aber das ist nun mal der Gang der Geschichte und mit Sicherheit nicht mehr zu vermeiden.

Der Sammler der Gegenwart oder Zukunft wird sich vorrangig drei verschiedenen Kontaktmöglichkeiten zuwenden:

Variante 1 = Kontakt über’s Internet, z.B. über Sammlerforen wie die Philaseiten

Variante 2 = Kontakt zu einer ARGE oder einem überregionalen Verein, wo dieselben Sammungsschwerpunkte gepflegt werden wie in der eigenen Sammlung oder wo bestimmte außergewöhnliche Aktvitäten gepflegt werden wie z.B. beim Deutschen Altbriefsammlerverein das Projekt mit den Postverträgen, wo man mit dem Vereinsbeitrag dieses Projekt fördern möchte. Oder als Gnzsachensammler bietet sich vorrangig die Mitgliedschaft in einem Ganzsachensammlerverein an, wobei der Münchner Ganzsachensammlerverein verantwortlich zeichnet für die Michel-Ganzsachen-Kataloge, der Berliner Ganzsachensammlerverein für die Ausgaben der NGK-Kataloge, also die Ganzsachenkataloge der besonderen deutschen Ausgaben oder zu Themen außerhalb von Europa. Während es aber in Deutschland immerhinn noch diese beiden Vereine sowie zwei weitere überregionale Organisatinen gibt, die sich mit Ganzsachen beschäftigen, gibt es z.B. in Österreich keinen einzigen Verein mehr, der noch den Namen eines Ganzsachensammlervereins verdient.

Variante 3 = Direktmitgliedschaft im BDPh

Damit der BDPh in Zukunft in ausreichendem Maße seinen Aufgaben als überregionaler Interessensverband nachkommen kann, muss der Umfang seines aktiven Verwaltungsbereiches erheblich erweitert werden, damit die Aufgaben, die heute zum Teil von den Landesverbänden wahrgenommen werden, zukünftig im Interesse der Sammler, aber auch abstrakt im Interesse der zukünftigen Philatelie rechtzeitig und allseits interessenwahrend erledigt werden können.

Viele Grüße
Ingo
 
22028 Am: 21.04.2017 11:31:05 Gelesen: 852# 2 @  
Da fällt mir dann nur eines ein.

Wer organsiert dann z.B. kleine Rang 2 oder 3 Ausstellungen oder Tauschtage wenn es keine Ortsvereine mehr gibt? Auch Rang 1 oder gar Internationale Ausstellungen (davon gab es in Deutschland nicht viele) geht nicht ohne regionale Vereine. Virtuelle Helfer gibt es zwar deren viele, aber zum anpacken muss man vor Ort sein.

Und was ist mit den Sammlern die sich nicht über das Internet organisieren wollen / können, aus welchen Gründen auch immer? Die treffen sich dann nach wie vor in einer Kneipe am Eck ?

Was haben wir damit gewonnen?

NICHTS!
 
Briefmarkentor Am: 21.04.2017 12:14:01 Gelesen: 823# 3 @  
Was erwartet oder benötigt der einzelne Sammler von einer wie auch immer gestalteten Organisation? Der Nutzer 22028 hat im Beitrag [#2] ja schon das Ausstellungswesen in den Raum geworfen.

In welcher Form lassen sich diese Bedürfnisse am effektivsten erfüllen?

Ist dann der einzelne Sammler gewillt und in der Lage, seinen Beitrag zu dieser Organisation zu leisten?

Ich persönlich vermute, dass es nach einer intensiven Auseinandersetzung mit den obigen Punkten auch zukünftig eine organisierte Philatelie geben wird. Wahrscheinlich aber nicht mehr in der Form und zu den Kosten, wie wir sie heute kennen. Im übrigen hat die Zukunft mit den unzähligen Internetforen doch schon längst begonnen. Dafür einmal meinen herzlichen Dank an alle Betreiber von philatelistischen Foren.
 
Ron Alexander Am: 21.04.2017 13:38:36 Gelesen: 775# 4 @  
Hallo zusammen,

sehr schön beschrieben Ingo, gefällt mir sehr gut und darin finde ich mich auch wieder. Stehe Anfang der 30er. Ein Ortsverein hat mich nie interessiert. Ich bin aber auch noch in dem Zeitalter aufgewachsen als es kein Internet und kein Handy gab bzw. Handy kam als ich dann so ca. 16 war so langsam aber sicher in Mode. Wir waren in der Schule auch einige Philatelisten, gefördert durch unseren Englischlehrer. Das hat Spaß gemacht und war interessant. Aber auch schon hier war es nicht mehr die breite Masse.

Ich denke die Zukunft liegt aus einer Mischung aus Variante 1 und 2. Ich selbst stehe Privat und Beruflich voll im digitalen Zeitalter. Dies war für mich ja auch der Grund einen YouTube Kanal über das Thema aufzusetzen, so erreicht man die Jugend heute nun mal. Wer sich interessiert kann reinschauen, sich Lust holen oder es dann auch einfach lassen. Meine Hoffnung ist hierbei, dann einfach den ein oder anderen für das Thema zu begeistern. So war es in meiner Jugend doch auch, man hat sich über ein Thema unterhalten, wie z.B. Panini Fußball Bilder, der erste hat angefangen und die anderen sind mitgezogen. So sehe ich das Internet, man sieht was es so gibt, es gefällt einem, man begeistert sich dann dafür und man macht weiter, oder der Spaß geht wieder verloren und man hört eben auf. Das Ziel muss es sein, genau die erstere Fraktion zu erreichen.

Ich bin froh das es solche Foren gibt wie z.B. hier Philaseiten. Dies ist doch schon der Beginn der, wie ich es nennen, "Philatelie 2.0"! Social Media ist m.E. die Steigerung zu 4.0, die 3.0 überspringe ich einfach mal da sie etwas unharmonisch klingt. ;)

Grüße,
Ron
 
Cantus Am: 22.04.2017 14:02:53 Gelesen: 664# 5 @  
@ 22028 [#2]

Hallo,

deine Worte passen nicht so recht zu meinen Überlegungen, denn ich habe ja nicht über die heutige Situation nachgedacht, sondern über die weitere Zukunft der Philatelie. In den letzten zwanzig Jahren meines Berufslebens habe ich immer wieder die Aufgabe gehabt, Lösungen für abstrakte Probleme finden zu müssen, ohne dabei auf aktuelle Gegebenheiten oder persönliche Vorlieben Rücksicht nehmen zu dürfen. Und genau das habe ich hier auch getan.

In anderen Themen wurde schon mehrfach darüber diskutiert, wie man junge Sammler gewinnt und sie auch bei der Stange hält. Ich selber habe damit bisher hier bei uns auf dem Land nur schlechte Erfahrungen gemacht. Während es mir noch ab und zu gelungen ist, Kinder oder Jugendliche erst einmal an das Briefmarkensammeln heranzuführen, ist bei denen aber entweder mit Einsetzen der Pubertät das Interesse erloschen oder aber, viel schlechter, diese Jungsammler haben sich nach einem ersten Versuch nicht mehr getraut, das Thema an ihrer Schule anzusprechen, weil das zu massivem Mobbing durch komplette Schulklassen oder Altersgruppen führte. Wenn man aber weder Tauschpartner hat noch sich überhaupt zu dem Thema äußern darf, erlischt sehr schnell das Interesse an dieser Art von Hobby.

Auch wenn es an anderen Orten durchaus gelungen sein könnte, Jungsammler als unsere Nachkommen zu gewinnen, so dürfte deren Anzahl insgesamt jedoch weit geringer sein als die Anzahl derer, die altersbedingt das Hobby der Philatelie aufgeben oder unvermittelt sterben. Das hat zur Folge, dass in den nächsten zehn bis zwanzig Jahren die Anzahl derer, die sich aktiv mit irgendwelchen philatelistischen Themen beschäftigen, erheblich sinken wird. Wenn man zusätzlich bedenkt, dass die heutige Jugend fast ausschließlich Kontakte über das Internet anbahnt oder vor allem dort auf diverse Freizeitaktivitäten stößt, ist kaum damit zu rechnen, dass sie sich statt dessen irgendwelchen Ortsvereinen zuwendet.

Das Modell des Ortsvereins hat damit in der Vergangenheit zwar seinen Zweck erfüllt, passt aber nicht mehr zu den Gepflogenheiten des Internetzeitalters und wird deshalb aussterben.

Wenn ich als Sammler, schon etwas länger dabei oder noch ganz frisch, mich mit dem Gedanken trage, welcher Interessensgemeinschaft ich beitreten sollte, so würden für mich mit Sicherheit die Vorteile, die ich dadurch gewinne, im Vordergrund stehen. Während ich jedoch erste Hinweise zum Umgang mit der Materie, zu Bezugsquellen, zu möglichen Sammlertreffen und Anderem problemlos aus dem Netz ziehen kann, bleibe ich dadurch aber immer noch ein einsamer Sammler, dem persönliche Treffen mit Material- und Erfahrungsaustausch fehlen. Was also sollte mir ein Vereinsbeitritt bringen?

Nun, an erster Stelle würde ich mich wohl daran orientieren, was ich selber sammle und wo ich eine Gruppe mit ähnlichen Interessen finde. Diese Gruppe sollte sich zwar möglichst wohnortnah zusammenfinden, wenn das aber nicht geht, sich dann doch zumindest in recht regelmäßigen Abständen an einem fest definierten Ort treffen, sodass es mir z.B. während eines Urlaubs möglich wäre, so ein Zusammentreffen auch einmal persönlich aufzusuchen.

Wo ein persönliches Treffen mit zukünftigen Vereinskameraden eher unwahrscheinlich erscheint, sollte mein zukünftiger Verein über einen gut funktionierenden Rundsendedienst verfügen, bei dem die Mitglieder des Vereins eigene Dubletten den anderen Mitgliedern fair ausgepreist zum Kauf anbieten, damit ich auf diesem Wege und unabhängig von möglichen Händlerangeboten meine Sammlung(en) erweitern kann.

Des weiteren sollte mein zukünftiger Verein regelmäßig Publikationen veröffentlichen, aus denen ich Informationen zu eigenen und auch fremden Sammelgebieten erhalten kann, in denen ich aber auch selber Erkenntnisse, die ich bei der Beschäftigung mit meiner Sammlung gewonnen habe, Anderen vermitteln kann.

Und ein letzter Wunsch wäre da noch, dass ich über so einen Vereinsbeitritt kostenlos regelmäßig Zeitschriften oder andere Publikationen ins Haus geliefert bekomme, die mir die vielen Winkel und Ecken der Philatelie, die außerhalb meiner eigenen Sammelschwerpunkte liegen, aufzeigen und mein Interesse wecken.

Was ich aber auf gar keinen Fall erwarte ist eine Gruppierung, die sich vor allen Dingen damit beschäftigt, die Philatelie nicht als Hobby, sondern vor allen Dingen als Wettstreit untereinander zu bestreiten, damit Einzelne dann später behaupten können, sie seien die Gewinner, während andere, die mit vielleicht noch größerer Inbrunst ihre Sammlung pflegen, dann als Menschen mit minderwertigeren Sammlungen dastehen. Auch wenn Jungsammler diese Zusammenhänge meistens noch nicht durchblicken, so hat mir eine jahrzehntelange Beschäftigung mit diesem Thema doch gezeigt, dass ein echter Wettstreit tatsächlich gar nicht stattfindet, da die Einen, finanziell gut ausgestattet, sich (fast) alles das kaufen können, was nach Ihrer Meinung und auch der Meinung derjenigen, die solche Ausstellungsstücke bewerten sollen, unbedingt dazugehört, um eine hohe Bewertung und Einstufung zu erlangen, während Andere, die über viel weniger Einkommen verfügen und deshalb nicht die international herausgehobenen Sammlerstücke erwerben können, zumeist nur niedrigere Bewertungen für ihre Sammlungen erhalten.

Außerdem stört mich ganz gewaltig am gesamten Ausstellungswesen, dass da von dritter Seite Vorschriften gemacht werden, wie denn eine Sammlung mindestens aufgebaut sein müsse, um überhaupt die Chance auf eine höhere Bewertung erhalten zu können. Das hat doch mit freiem Sammeln nichts mehr zu tun, wenn Personen, die sich der nicht geringen Mühe unterziehen wollen, ihre Sammlung anderen Sammlern im Rahmen einer Ausstellung zeigen zu wollen, so daran gehindert werden, das auf die Art und Weise zu tun, die ihnen selber sinnvoll und wichtig erscheint. Da nutzt auch der Hinweis nichts, dass es ja bereits im Rahmen von Rang III-Ausstellungen die Möglichkeit gibt, so zu verfahren. Der Fehler liegt im System oder genauer gesagt darin, dass es überhaupt diese Einteilung in Rang I, II und III gibt. In absehbarer Zeit wird sich aber auch das überlebt haben, da es dann die meisten Sammler, die heute noch mit ihren Sammlungen solche Ausstellungen erst ermöglichen, altersbedingt nicht mehr geben wird. Und auch die Personen, die sich von solchen Ausstellumgen angezogen fühlen, werden mit Sicherheit weniger werden, sodass dann nur noch die besonderen Ausstellungsereignisse, die vorab kräftig in Fernsehen, schriftlichen Publikationen und Internet beworben werden, eine spürbare Menge an Ausstellungsbesuchern anziehen werden.

Aus all den Gründen bieten sich mir bei der Auswahl meines zukünftigen Vereins folgende Varianten an:

Themenbezogen eine ARGE und/oder ein überregionaler Verein, da beide Organisationsformen wie jeder andere Verein auch einen Vereinssitz haben, an dem man den Vorsitzenden erreichen kann und wo mehr oder minder regelmäßig auch persönliche Treffen der Mitglieder mit Tauschmöglichkeit stattfinden.

Eigene Gründung einer ARGE, wenn bereits ausreichend Kontakte zu anderen Sammlern bestehen, die ebenfalls an so einer ARGE interessiert sind. Dabei kann sich die ARGE sowohl regionalen als auch spezifischen Sammelthemen zuwenden. Denkbar sind auch wohnortnahe Ableger bereits bestehender ARGEn (zur Zeit sind 162 verschiedene ARGEn beim BDPh gelistet), damit Sammler gleicher Interessenslage bessere Möglichkeiten haben, auch im persönlichen Kontakt miteinander zu kommunizieren.

Eine Direktmitgliedschaft beim BDPh, um in Deutschland überhaupt einer philatelistischen Organisation angehören zu können, ohne sich dabei auf eine ARGE oder einen einzelnen Verein festlegen zu müssen, aber auch, um in den Genuss der Publikationen des BDPh zu gelangen, oder einfach nur deshalb, damit ich gewiss bin, dass meine Wünsche und Vorstellungen als deutscher Sammler (nicht Sammler von Deutschland) von der einzigen Organisation, die alle deutschen Sammler nach innen und außen vertritt (und nicht nur die von Berlin oder dem Südwesten), gehört und dort auch diskutiert werden.

Ich würde mich freuen, wenn ich zu meinen Gedanken und Vorstellungen schriftliche Meinungsäußerungen Anderer bekommen würde, positive oder negative, kritische oder zustimmende, das ist grundsätzlich egal, Hauptsache, auch Andere sorgen sich um die Zukunft unseres schönen Hobbys und machen sich so ihre Gedanken, wie das in zehn bis zwanzig Jahren damit noch weitergehen kann.

Viele Grüße
Ingo
 
DL8AAM Am: 22.04.2017 19:37:51 Gelesen: 580# 6 @  
@ Cantus [#5]

Ingo,

vielen Dank für Deine beiden Beiträge, denen ich, mit einer Ausnahme (Ausstellungswesen), vollkommen zustimme.

Ich mit meinen 52 Jahren bin zwar noch ein typischer Vereinstyp, aber ich sehe das aber auch so, dass die "Sache" in dieser Form durch ist, zumindest für Hobbys, bei denen ich die Tätigkeit nicht nötigerweise extern vor Ort betreiben muss. D.h. Sportvereine mit ihren Sportstätten werden sich länger halten, aber auch hier sehe ich die Tendenz, dass die Sporttreibenden eher die in viel teurere Fitnessstudios gehen, als in den günstigen Verein um die Ecke. Ein Verein erwartet/benötigt um zu funktionieren, eben noch "Rahmentätigkeiten", die mit der eigentliche gewünschten "Tätigkeit" wenig bis nichts zu tun haben. Man geht, wann man persönlich will und kann (viele Studios hier [Unistadt] haben inzwischen sogar 24/7 geöffnet. Wer geht denn um 3 Uhr zum "Fahrradfahren" ins Studio? Egal, wer es möchte, kann es eben). Auch sind Vereine in Strukturen eingebunden, die mir in meinem Tun "Vorschriften" machen, gerade das ist heutzutage wenig "beliebt". Deshalb leiden auch Sportvereine unter diesen Entwicklungen. Viele Fußballklubs haben hier im Umland inzwischen "zu machen" müssen bzw. sich zu neuen größeren Sammelvereinen zusammen geschlossen, um überhaupt noch eine Mannschaft auf die Beine stellen zu können.

Diese Tendenz trifft unsere philatelistischen Ortsvereine mit doppelter "Härte", dessen Treffen im weitesten Sinne inzwischen häufig eher an ein geselliges "Kumpelsehen" beim gemütlichen Bier erinnern. Ich mag sowas noch. Aber das sind nur Nebenefekte.

Aus genau dem Grund, den Ingo oben beschrieben hat, hat "mein" Schützenverein auch das werben um Kinder/Jugendliche/Junge Erwachsene vollkommen eingestellt und man konzentriert sich jetzt auf den Mann (Frau) ab Mitte 40. Der (die) ist beruflich situiert bzw. örtlicher gebunden, die Kinder sind langsam aus dem Gröbsten raus, man ist zu alt fürs aktive Fußballspielen und sucht gerade eine passende Freizeitbeschäftigung.

Bis auf meinen lokalen Sportverein, bin ich inzwischen vereinlich nur noch überregional und international organisiert, nämlich da, wo ich für meine Interessen "Interessantes" und Hilfreiches finde. Was die Philatelie betrifft, habe ich mich, nach einer längeren Abwägungszeit, vorerst gegen den örtlichen Verein entschieden, a) weil die monatlichen Treffzeiten (einfach zu früh am Abend) nicht zu meinen Arbeitszeiten passen und [hätte in den letzten 1,5 Jahren genau 1x hingekonnt] b) weil es mir (als moderner Postgeschichtler) in meinen persönlichen Themenbereichen einfach nichts bringt, keine Gleichgesinnten, alles traditionelle Zackenzähler alter Schule. ;-) Das ist nicht negativ gemeint, passt aber nicht zu mir. Ich habe mich deshalb einer internationalen ARGE in den USA angeschlossen. Die haben eine gute Webseite, eine interessantes Email-Magazin und einen passenden Email-Verteiler bzw. eine (Email-) Gesprächsplattform, dabei decken sie mein Hauptgebiet, auch international, gut ab. Da gibts mehr zu FRANKITs, DV- und Label-Frankaturen und Co. als hier vor Ort. Da ich die "Philatelie" trotzdem beziehen will, werde ich demnächst wohl auch in eine für mich passende deutsche ARGE eintreten, auch um so dem BDPh anzugehören (da ich die Idee der internationalen Dachverbandsvernetzung, u.a. auch wegen dem internationalen Ausstellungswesen) unterstützen möchte. Wichtig für das Überleben der internationalen Philatelie ist der Organisationsgrad, wie ich organisiert bin, ist da vollkommen unerheblich, ob als Direktmitglied, als ARGE-Mitglied oder über einen traditionellen Ortsverein. Jeder muss da gleichberechtigt abgeholt werden, wo ist steht oder wo er sich wohl fühlt. Da hat dann auch der gute alte OV wieder seine Chance. Der OV ist aber sicherlich nicht mehr Basis der organisierten Philatelie der Zukunft. Nur sehen wohl viele Verbandsführer (hier eher auf der OV- und LV-Schiene) nicht, dass man sich als Bundesverband vollkommen neu und diverser aufstellen muss, um für die Zukunft eine möglichst breite Basis und eine Chance zu haben. Hier liegen wohl auch etliche der aktuellen Probleme mit der organisisierten Philatelie begründet. Vielen wollen einfach weitermachen wie bisher... Das sieht man auch schon in der (fehlenden) "IT-Vernetzung" der Vereine und der "IT-Durchnetzung" der einzelnen Mitglieder. Häufig habe ich den Eindruck, dass die digitale Welt bei 70jährigen Philatelisten, viel weniger aufgenommen wird, als im Rest der ("vergleichbaren 70jährigen") Bevölkerung. Es sieht oft so aus, als ob eine "geistig innovative" Beweglichkeit bei vielen, auch bei (auch höheren) Funktionären, vollkommen abgängig ist. Augen zu, und durch, wird schon gutgehen, ging ja immer gut.

Wo das nicht so recht zusammen passt, da hat "22028" vollkommen Recht, dass ein Ausstellungswesen nicht ohne "physisch anwesende" Manpower machbar ist. Und ohne die "kleine Ausstellung" vor Ort, auch keine internationalen Weltklasseshows. Und diese sind für die Philatelie essentiell wichtig. Für mich haben New York und Taipei letztes Jahr wieder so einen richtigen Motivationsschub gebracht, auch wenn dort nichts gezeigt wurde, was direkt meine Gebiete betrifft.

Gruß
Thomas
 
Jahnnusch Am: 22.04.2017 20:07:16 Gelesen: 564# 7 @  
Werbung für die Philatelie ist meines Erachtens notwendiger denn je. Der Run mit der Weihnachtsmarke ist schon wieder verebbt.
 
10Parale Am: 22.04.2017 22:21:57 Gelesen: 517# 8 @  
@ Cantus [#1]

Als ich einmal begonnen hatte, mich für Briefmarken zu interessieren, war ich ein kleiner Junge von vielleicht acht Jahren, der seinem Vater beim Briefmarkenablösen über die Schulter schaute und es spannend fand, sich mit Briefmarken aus Ungarn, Israel oder Somalia zu beschäftigen, da das alles damals für mich ferne und unbekannte Länder waren. Und so wie mir ging das auch ganz vielen Anderen aus meiner Altersgruppe, was zur Folge hatte, dass fast jeder in meiner Schulklasse Briefmarken sammelte.

Diese wunderschöne Bild vor Augen (mein Vater sammelte Münzen, hatte aber auch Faible für Briefmarken) meine Gedanken zum Thema:

Wir sollten uns gar keine Gedanken machen über Dinge, die ihren Lauf nehmen werden. Selbst wenn es am Ende aller Zeiten nur noch in England und China Sammlervereine geben wird, dann trete ich eben in einen chinesischen oder englischen Verein ein.

Spaß beiseite: Sammler wird es immer geben, auch im Land der Dichter und Denker. Ortsvereine werden schrumpfen oder aussterben. Der Motivationsschub (wie es DL8AAM in [#6] nennt) muss von jedem einzelnen kommen, der die Faszination der Philatelie verinnerlicht hat. Landes- und Bundesverbände und ARGEN sollten sich dessen bewusst sein und vor allem die altmodischen Strukturen abschaffen, schleunigst.

Um bei Cantus Bild zu bleiben: Ungarn, Israel oder Somalia sind längst keine fernen unbekannten Länder mehr. Sie sind uns nahe gerückt, so nahe, dass wir sie mit einem Mausklick ins Wohnzimmer holen können. Dazu braucht es keiner Briefmarken mehr.

Meiner Meinung nach sollten uns Briefmarken im Alltag begegnen, ohne dass wir mit ihnen rechnen. Ja, das hört sich vielleicht seltsam an. Jahnnusch [#7] ist zuzustimmen: "Werbung für die Philatelie ist meines Erachtens notwendiger denn je." Philatelie braucht Marketing, Events und Sponsoren. Nur ein Beispiel: An der EFIRO 2008 in Bukarest begrüßten uns attraktive Hostessen am Haupteingang und verteilten noch Gewinnspiele für einen neuen Dacia. Sie machten uns auf eine Autoshow in der Nähe aufmerksam und Abendprogramme in Bukarest. Das rumänische Fernsehen war vor Ort und auch ich wurde interviewt, als ich aus der Schatzkammer trat. Vor 2 Minuten hatte ich noch die Originalklischees der Ochsenköpfe bestaunt und mit diesem Gedanken im Kopf bist du gar nicht auf eine Kamera vorbereitet. Ich lispelte dann auch zur netten Interviewerin "I was impressed of the Red Bull" anstatt zu sagen "The Bull Heads" (Ochsenköpfe der Moldau). Meine Frau musste so lachen.

In meinem Kollegenkreis bin ich schon als der "Briefmarkensammler" bekannt. Das gibt mir Motivation. Jeder achtet mich und ehrt mich dafür, keiner ist versucht, mich zu mobben (siehe Cantus Beitrag). Da gibt es kleine Herausforderungen wie z.B. "Was ist die teuerste Marke der Welt, wieviel blaue Mauritius gibt es noch, was ist die erste Briefmarke der Welt, was ist die teuerste Marke Deutschlands, wieviel Briefmarken hast du, was ist deine teuerste Marke?" Wüssten Sie als Experte gleich die Antwort?

Mein Smartphone piepst ab und zu und dann fragen mich die Kollegen: "Na bietest du wieder auf eine Marke?"

Ich mach mir keine Sorgen um die Zukunft, fände es aber schade, wenn diese ganz "unorganisiert" bliebe.

Gutes Thema, Cantus

Schönen Sonntag

10Parale
 
Baber Am: 23.04.2017 09:05:53 Gelesen: 454# 9 @  
@ Cantus [#5]

Hallo Ingo,

Außerdem stört mich ganz gewaltg am gesamten Ausstellungswesen, dass da von dritter Seite Vorschriften gemacht werden, wie denn eine Sammlung mindestens aufgebaut sein müsse, um überhaupt die Chance auf eine höhere Bewertung erhalten zu können.

Hier kann ich Dir aus leidvoller Erfahrung nur zustimmen.

Ich habe z.B. versucht, die Expressgebühren von Östereich von 1946-1999 am Beispiel von Postkarte und Standardbrief zu dokumentieren, und zwar nur mit Freimarken für Postkarten-/Briefgebühr und Expressgebühr und wenn möglich den Gesamtbetrag als Einzelfrankatur. Zur Auflockerung der Sammlung habe ich zur Beginn einer Portoperiode immer die Marken gezeigt, die in dieser Zeit am Schalter vorhanden waren, denn wer eine eilige Sendung aufgeben wollte, ist zum Postschalter gegangen und hat die Sendung dort aufgegeben. Wenn ich diese Sammlung im Kreise der Sammlerkollegen zeige, finden das alle gut, nur wenn ich es als postgeschichtliches Objekt ausstelle, dürfen keine postfrischen Marken vorhanden sein. Wenn ich dann sage, diese Seiten mit den Marken dienen nur als Auflockerung und könnten doch einfach bei der Bewertung unberücksichtigt bleiben, nein sie werden als negativ bei der Bewertung beurteilt.



Die 45 Gr. als Einzelfranktur auf Expesspostkarte ist bisher nur 2 x bekannt.

Gruß
Bernd
 
22028 Am: 23.04.2017 09:22:18 Gelesen: 442# 10 @  
@ Baber [#9]
@ Cantus [#5]

Außerdem stört mich ganz gewaltig am gesamten Ausstellungswesen, dass da von dritter Seite Vorschriften gemacht werden, wie denn eine Sammlung mindestens aufgebaut sein müsse, um überhaupt die Chance auf eine höhere Bewertung erhalten zu können.

Hier kann ich Dir aus leidvoller Erfahrung nur zustimmen.


Auch das gehört doch nicht zum Thema. Über das Ausstellungswesen wurde schon viel geschrieben, es MUSS wie überall wo mehrere Teilnehmer an einem Wettbewerb in derselben Klasse antreten Regeln geben.

@ Baber

Das obere Blatt wie von Dir gezeigt das hat in meinen Augen nichts in einer Postgeschichtlichen Sammung zu tun, das ist rein traditionell. Nur weil Du einmal eine in Deinen Augen nicht passende Bewertung bekommen hast wirfst Du die Flinte ins Korn?

Ich habe Ausstellungssammlungen in Traditionell und in Postgeschichtlich, denke ich kann da etwas mitreden.
 
achim11-76 Am: 23.04.2017 09:56:07 Gelesen: 428# 11 @  
Ich gehöre auch zu denjenigen, die jetzt in den 40ern angekommen sind und wieder mehr Zeit fürs Hobby haben. Vereine oder Arges sind auch nicht so mein Ding, weil ich mich auch nicht irgendwo binden will und ich auch nicht wirklich einen Vorteil in einer Mitgliedschaft sehe.

Bei mir hat es mit dem Hobby auch so angefangen, dass ich mich als kleiner Bub irgendwann mal für Briefmarken interessiert habe und daraus dann das Hobby entstanden ist. Irgendwann hat man dann angefangen, sich einem Verein anzuschliessen über die Jugendgruppe und hat dort die guten (Gönner und Förderer und solche die die Rosinen aus der Sammlung gegen Schrott rauspicken) und schlechten Erfahrungen gemacht.

Aber das Problem an sich mit dem Verein und den Treffen die einmal im Monat stattfanden war zuerst das Problem wie man hinkommt. Als Teenager ohne Auto war man auf die Eltern oder Bus angewiesen. Als man dann später ein Auto hatte dann hat man schlecht dort einen Parkplatz gefunden, weil in Fussgängerzonen-Nähe.

Wie es dann halt so ist in dem Alter, man hat dann andere Interessen und durch die neu entdeckte Mobilität und der daraus resultierenden Möglichkeiten schläft das Hobby dann etwas ein. Bei mir hat es aber nie richtig geruht, da ich auch damals schon gern auf Flohmärkte gehe und auch heute noch gehe. Aber dem Verein habe ich damals schon den Rücken gekehrt. Treffen einmal im Monat waren einfach zu unflexibel, weil es oft vorkommt das einem dann etwas dazwischen gekommen ist. Und nur Beiträge für das BdPH Magazin (damals nur auf A5 und mit nicht wirklich viel Inhalt) zu zahlen und die einmal im Monat stattfindenden Treffen war mir dann vom Prinzip zu teuer.

Heute mit dem Internet kann man sich viel öfters mit dem Hobby beschäftigen, weil man abends mal ins Forum reinschaut und interessante Themen verfolgen kann und man sich dadurch schneller viel Wissen aneignen kann. Das war so in der Form früher nicht möglich. Wenn man Glück hatte, dann hat man früher vielleicht einen im Verein gefunden, der sich auch für sein eigenes Spezialgebiet interessiert. Heute kann man sich mit vielen aus der ganzen Welt austauschen, sich Scans von Marken und Belegen anschauen und austauschen usw. Jetzt wird der eine oder andere bestimmt sagen, das Scans kein Vergleich zur Originalansicht sind. Das ist auch so nicht grundsätzlich verkehrt - aber in Zeiten ohne Internet ging das nicht und man musste unter Umständen weite Strecken zurücklegen. Ich finde es auch richtig super, wenn man sich hier im Forum Marken und Belege anschauen kann, die man früher nie zu Gesicht bekommen hat.

Ausstellungen vor Ort werden für interessiertes Publikum nie verlieren. Es ist halt nur eine Frage, wie man es aufzieht. Man muss weg von Ausstellungen im Kuhkaffhintertupfingen vom Ortsverein XY wo nicht wirklich interessantes gezeigt wird. Die Zukunft wird bei grossen Ausstellungen liegen wie z.b. in New York, wo viel internationales Publikum ein Interesse dran hat. Und auch dafür kann man das Internet nutzen, in Form einer Virtuellen Ausstellung. Und auch hier kann Arbeitsteilung stattfinden, und durch die neue Technik ist es egal ob der eine in Europa sitzt und der andere in Asien. Ich könnte es mir so vorstellen, das diverse Sammler schöne Scans machen und zu anderen per Email schickt, der diese Scans dann auf einer Homepage hochlädt und das Ganze schön gestaltet.

Das Internet war bzw ist eine weitere industrielle und kulturelle Revolution. Und man sollte den Fortschritt nicht verteufeln oder versuchen, sich dagegenzustemmen, weil man es eh nicht aufhalten kann. Wenn früher jeder so gedacht hätte, dann hätten wir heute noch Petroleumlampen anstatt LED-Leuchtmittel, um mal ein Beispiel zu nennen.

Natürlich wird man durch neue Medien und die ständige Verfügbarkeit von Informationen aus dem Netz über das Smartphone abgelenkt. Und ich kenne auch genug Leute, die ein Sklave von ihrem Telefon geworden sind, was sicherlich nicht im Sinne vom Erfinder ist. Alfred Nobel wollte mit seiner Erfinden auch nur Gutes und nicht das sie für Kriege genutzt wird. Aber ich sehe es so, das diese Technik dem Menschen helfen soll und nutze sie entsprechend und ich lasse mich nicht von meinem Telefon versklaven. Wenn es mir auf den Sack geht, dann kann man auch den Knopf zum Ausschalten mal nutzen und seine Ruhe geniessen. :)

Puh, jetzt ist das aber mehr geworden als ich gedacht habe - halt meine 2 cents dazu. :)
 
22028 Am: 23.04.2017 10:06:54 Gelesen: 420# 12 @  
@ achim11-76 [#11]

Wenn Du glaubt, dass bei Ausstellungen in Kuhkaffhintertupfingen vom Ortsverein XY nicht wirklich interessantes gezeigt wird so sagt das mir, dass Du scheinbar nur selten, wenn überhaupt mal, auf Ausstellungen warst. Um z.B. in NY bei der Weltausstellung austellen zu können musst Du in Kuhkaffhintertupfingen beim Ortsverein XY beginnen und Dich hoch arbeiten, wie bei jedem anderen Sport auch. Du beginnst nicht gleich bei den Olympischen Spielen oder bei Weltmeisterschaften. Streng genommen ist Dein Statement eine Beleidigung für die Sammler die im Rang 3 bei einer kleinen Ausstellung beginnen und sich hocharbeiten.

Und, das schreibe ich der sich hochgearbeitet hat und auch in NY ausgestellt hat und derzeit mit zwei weiteren Sammlungen auf Ausstellungen aktiv ist.
 
achim11-76 Am: 23.04.2017 10:17:38 Gelesen: 410# 13 @  
@ 22028

Ich spreche aus der Sicht des Besuchers und nicht aus der Sicht des Ausstellers. Ich habe auch nicht vor, etwas auszustellen. :) Und du hast recht. Ich war noch auf nicht vielen Ausstellungen, weil man vieles sich im Internet anschauen kann. Wo ich eigentlich damit drauf raus wollte ist die Tatsache, das man so was in der nächsten grösseren Stadt oder Kreisstadt machen sollte, da die Verkehrsanbindungen dorthin meistens besser sind als nach Hintertupfingen, da die Leute ja physisch dort hin müssen - sei es mit dem Auto oder öffentlich.

Und das finde ich hier auch immer recht lustig, das sich gleich immer Leute persönlich beleidigt fühlen, wenn man seine Meinung oder einfach mal Gedankengänge in die Runde wirft. ^^

Nicht immer alles auf die Goldwaage legen und gleich persönlich nehmen, das war wirklich nicht die Absicht. :)
 
Magdeburger Am: 23.04.2017 11:14:29 Gelesen: 375# 14 @  
Hallo Zusammen,

gestern ging der Landesverbandstag des LV Sachsen-Anhalts zu Ende. Das beherrschende Thema war die Auflösung des Verbandes zum Jahresende 2017, wofür sich alle anwesenden Vereine ausgesprochen haben. Alle Vereine sind nun aufgefordert, eine Lösung ab 2018 zu finden. Ob diese in den favorisierten Verband des LV Berlin-Brandenburg eintreten werden, wird sich zeigen müssen. Ein so flächengroßer LV braucht jedoch Stukturen, um mit allen Vereinen in ständigen Kontakt zu sein. Daher sollen Regionalvertreter diese Vermittlerposition besetzen.

Interessant waren auf alle Fälle die Gespräche nach dem eigentlichen LV-Tag. So war u.a. auch zu hören, dass einige Vereine lieber direkt dem BDPh eintreten würden, als in einem LV. Leider läßt dies die aktuelle Satzung nicht zu. Aber vielleicht gibt es in Wittenberg Wunder.

Prinzipiell gehöre ich auch zu den Vertretern, die eine solche Lösung besser finden würden.

Desweiteren bin ich der Meinung, dass alle Rang-Ausstellung über den BDPh laufen sollten und nicht nur die Rang 1. Wie in jedem Wettbewerb muß es dazu Regeln geben. Mit der Einführung der sogenannten Open Philately (Offenen Klasse) sind noch mehr Möglichkeiten gegeben. Auch ist es so, dass national nicht nur das investierte Kapital bei der Bewertung eine Rolle spielt. Momentan sehe ich in Ausstellungen die beste Möglichkeit, ob Wettbewerb oder nicht, die Philatelie salonfähiger zu machen.

Aber wie überall braucht man Macher und nicht nur Mitglieder, welche passiv sind. Allgemein wird bspw. in Argen nur von 3 bis 5 % der Mitglieder Beiträge für deren Rundbriefen eingesendet und damit auch veröffentlicht. Selbst in den Internetforen insgesamt dürfte die Prozentzahl kaum höher sein. Mir ist nicht klar, wie dies geändert werden könnte, da sich bekanntlich niemand zwingen lassen wird.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
22028 Am: 23.04.2017 11:39:00 Gelesen: 361# 15 @  
@ achim11-76 [#13]

Und das finde ich hier auch immer recht lustig, das sich gleich immer Leute persönlich beleidigt fühlen, wenn man seine Meinung oder einfach mal Gedankengänge in die Runde wirft ^^

Nicht immer alles auf die Goldwaage legen und gleich persönlich nehmen, das war wirklich nicht die Absicht :))))


Ich bin nicht persönlich beleidigt - aus dem Alter bin ich draussen.

Kleinste Orte haben im allgemeinen keinen Briefmarkenverein, und wenn dann richten die mangels Helfer und Infrastruktur keine Ausstellung aus. Somit fällt die Argumentation Transport / Hinkommen auch weg. Ich, und da bn ich sicher nicht alleine, unterhalte mich gerne direkt mit meinem Gesprächspartner und nicht nur virtuell - wenngleich, wegen meinen Sammelgebieten habe ich Kontakte in allen 5 Kontinenten (oder sind es nun 6 oder gar 7 Kontnente die es ja nach Ansichtsweise gibt? ;-)
 
22028 Am: 23.04.2017 11:44:42 Gelesen: 349# 16 @  
@ Magdeburger [#14]

Desweiteren bin ich der Meinung, dass alle Rang-Ausstellung über den BDPh laufen sollten und nicht nur die Rang 1. Wie in jedem Wettbewerb muß es dazu Regeln geben.


Dem stimme ich auch zu, nur es muss auch einen ausrichtenden / organsierenden Verein geben. Selbst eine Rang 3 Ausstellung, evtl. mit Tauschtag, zu organisieren dazu bedarf es Heerscharen von Leuten.
 
Magdeburger Am: 23.04.2017 11:54:54 Gelesen: 335# 17 @  
@ 22028 [#16]

Hallo 22028,

dies ist natürlich richtig!

Ein Gedanke bei den späteren Gesprächen beim LV war u.a. auch, dass es doch möglich sein sollte, in allen Hauptstädten der einzelnen Bundesländer in naher Zeit eine Ausstellung auf die Beine zu stellen. Häufig scheitert es gerade dort, an geeigneten Objekten wegen der zu hohen Kosten. Leider zeigt sich gerade in großen Städten, das die Vereine dort stärker ums Überleben kämpfen.

Ein Ansprechpartner der BDPh hat m.E. eine bessere Ausgangsposition, als der dortige Vereinsvorsitzende.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
Baber Am: 23.04.2017 11:55:24 Gelesen: 333# 18 @  
@ 22028 [#10]

Das obere Blatt wie von Dir gezeigt das hat in meinen Augen nichts in einer Postgeschichtlichen Sammung zu tun, das ist rein traditionell.

Das war mir auch klar, dass diese Seiten nichts mit Postgeschichte zu tun haben. Sie sollten nur zeigen, dass jetzt eine neue Portoperiode beginnt und zur Auflockerung der Sammlung dienen, damit der Betrachter nicht immer nur einen Beleg nach dem anderen sehen muss.

Mein Wunsch war, diese Seiten bei der Bewertung zu übergehen, sie sozusagen als neutral zu betrachten, aber das geht nach den Regeln eben nicht.

Gruß
Bernd
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht