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Thema: Alliierte Besetzung SBZ Ostsachen: Ganzsachen
GSFreak Am: 08.07.2017 10:47:42 Gelesen: 476# 1 @  
Und noch eine R-Postkarte:

6 Pf. Fernpostkarte (SBZ - Ost-Sachsen) P 8a, gelaufen als Einschreiben von Niederbobritzsch (Kreis Freiberg) nach Radebeul:

Abgangsstempel NIEDERBOBRITZSCH (UB a) vom 21.09.1945 (Zwekreisstegstempel)

Ankunftstempel (10) RADEBEUL 1 (UB b) vom 22.09.1945 (aptierter Zweikreisstegstempel, die (10) ist hinzugefügt)

R-Zettel von der Rolle mit gedruckter Ortsangabe und gedrucktem Nummerator

Als 30 Pf-Einschreibgebühr ist ein waagerechtes Pärchen der Mi-Nr. 7A (Ost-Sachsen) frankiert.



Gruß Ulrich

[Redaktionell kopiert aus dem Thema "Ganzsachen mit Zusatzfrankatur"]
 
GSFreak Am: 08.07.2017 23:42:51 Gelesen: 425# 2 @  
Wenn die Redaktion schon ein eigenes Thema "SBZ Ostsachsen: Ganzsachen" aufmacht, schiebe ich eine weitere P 8a aus meiner Sammlung nach:

Fernpostkarte vom 15.09.1945 aus Hermsdorf (Ortswerbestempel) nach Freiberg.



Die Mi.-Nr. P 8 ist die einzige Ganzsachenausgabe für Ost-Sachsen. Hinsichtlich der Farbe gibt es zwei Unternummern:

P 8a: grün (Töne)
P 8b: olivgrün

Mit einer Auflage von nur 650 Stück ist die Auflage der olivgrünen P 8b extrem klein und damit auch relativ selten/teuer. Die Auflage der P 8a ist immerhin etwa um den Faktor 1.000 höher.

"Die Postkarten wurden in 25er-Bogen an die Einzelpostämter geliefert und zumeist erst unmittelbar vor dem Verkauf geschnitten. Es wurden auch Ganzbogen frei verkauft. Aus diesen wurden von privater Seite sogenannte Fehlschnitte hergestellt, die durchweg üble Machwerke zum Schaden der Sammler sind" (wörtlich zitiert aus dem Michel-Katalog "Ganzsachen Deutschland 2014", Seite 431).

Die oben gezeigte Karte P 8a weist in der Höhe mit rd. 11 cm eine geringe Übergröße auf (normal ist 10,5 cm). Dadurch taucht am Unterrand die Druckauftragsnummer 6510 auf (nur einmal auf einem 25er Bogen vorhanden). Das ist offenbar ein bewusst gemachter Fehlschnitt, aber meines Erachtens durchaus sammelbar. Im Gegensatz zu formatgerechten Fehlschnitten dieser Ausgabe, auf denen dann bspw. Teile von vier benachbarten Karten zu finden sind.

Gruß Ulrich
 
Thilo Nagler Am: 09.07.2017 15:18:11 Gelesen: 385# 3 @  
"Die Postkarten wurden in 25er-Bogen an die Einzelpostämter geliefert und zumeist erst unmittelbar vor dem Verkauf geschnitten. Es wurden auch Ganzbogen frei verkauft. Aus diesen wurden von privater Seite sogenannte Fehlschnitte hergestellt, die durchweg üble Machwerke zum Schaden der Sammler sind" (wörtlich zitiert aus dem Michel-Katalog "Ganzsachen Deutschland 2014", Seite 431).

Der einzig mir bekannte Bogen der P 8a.

Beste Grüße

Thilo


 
GSFreak Am: 10.07.2017 09:17:19 Gelesen: 339# 4 @  
@ Thilo Nagler [#3]

Hallo Thilo,

großen Dank für das Zeigen des Druckbogens. Unten links auf dem Druckbogen ist die Bogenzählnummer (hier: 5777) zu finden.

In meinem Beitrag [#2] habe ich versehentlich "Druckauftragsnummer 6510" geschrieben. Es muss natürlich "Bogenzählnummer 6510" lauten.

Gruß Ulrich
 
sentawau Am: 10.07.2017 12:55:54 Gelesen: 322# 5 @  
Damit die P 8a nicht allein bleibt, zeige ich auch eine olivgrüne P 8b:




Bei ungebrauchten P 8a ist Vorsicht geboten, denn es sind viele gute Fälschungen im Handel. Bei den mir vorliegenden Stücken ist die Farbe des Wertstempels etwas heller und die Oberfläche des Kartons glänzt. Bei den Originalen ist sie matt. Die nachfolgend abgebildete Karte ist eine Ganzfälschung!



Mit besten Grüßen
Sentawau
 
sentawau Am: 16.07.2017 19:15:00 Gelesen: 249# 6 @  
Ein Notpostkartenformular des Postamtes Zittau?



Beim Postamt Zittau wurden 1945 keine Schwärzungen verwendet, vermutlich weil man zunächst keine Verbindung zur OPD Dresden hatte und nichts davon erfuhr. Anscheinend waren größere Mengen von Postkarten P 314 II vorhanden, man machte sie wieder verwendbar, indem man den Wertstempel schräg herausschnitt und die Karten unten verkürzte, um den Spruch zu entfernen. Die Postkarten entsprachen nun nicht hat mehr dem Weltpostvereinsformat, aber das war nach Kriegsende, als es an allem fehlte, das geringste Problem, Diese Maßnahme muss zentral erfolgt sein, denn meine beiden Belegexemplare – das eine abgestempelt in Zittau, das andere in Eckartsberg bei Zittau geschrieben und gestempelt in Dresden (Rucksackpost !) – weisen beide exakt die gleichen Abmessungen von 14.7 x 8.7 cm auf. Ich vermute, dass diese Karten nicht nur in Zittau, sondern auch im Umkreis verkauft wurden.

Kennen Sie weitere Beispiele?

Schöne Grüße von Sentawau
 
GSFreak Am: 17.07.2017 03:24:09 Gelesen: 229# 7 @  
@ sentawau [#6]

Durch die Beschneidung wurde die Hitler-Ganzsache P 314II zu einem reinen Postkartenformblatt. Die gezeigten Belege sind damit keine (Not)ganzsachen. In dem Beitrag [#6] ist diese Bezeichnung richtigerweise ja auch bewusst vermieden (die Überschrift zu diesem Thread lautet allerdings Ganzsachen).

Ich wollte das noch einmal klar für alle hervorheben, die mit der Materie nicht so vertraut sind.

Ganzsachen sind per Definition alle Arten postalischer Formulare, die durch einen aufgedruckten Wertstempel oder einen gleichartigen Vermerk zur Inanspruchnahme einer im voraus bezahlten postalischen Dienstleistung berechtigen. Im vorliegenden Fall gibt es keinen Wertstempel oder einen gleichartigen Vermerk. Das Porto wurde schlichtweg durch eine Briefmarke beglichen.

Ich kann kein weiteres Beispiel zeigen, da ich diese Art von Karten nicht sammle. Ob diese Formblätter nun von der Post (ein Postamt oder mehrere Postämter) oder evtl. sogar in Geschäften verkauft worden sind, entzieht sich meiner Kenntnis.

Gruß Ulrich
 
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