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Thema: Was sind Dauerserien?
Cantus Am: 30.08.2017 11:53:35 Gelesen: 352# 1 @  
Aus gegebenem Anlass hätte ich gerne eure Meinungsäußerung zu dem Thema.

Im allgemeinen unterscheide ich zwischen Sondermarken und allgemeinen Freimarken. Heutzutage ist die Unterscheidung nicht schwer, so sind z.B. Marken der Blumenserie Freimarken, die insgesamt als Dauerserie eingestuft werden können, so wie z.B. auch die Machin-Ausgaben von Großbritannien oder die Architekturmarken von Österreich. Alles Andere sind Sondermarken, die zu einem bestimmten Anlass herausgegeben worden sind. Aber wenn wir ein paar Jahrzehnte zurückgehen, z.B. in die 1950er Jahre, da gab es in Madagaskar eine Freimarkenserie mit mehr als 20 verschiedenen Wertstufen, überwiegend massenhaft verklebt auf heute noch reichlich vorhandenen Briefen und Karten. Alle diese Marken sehen wie Sondermarken aus, sind aber keine, wie man unschwer belegen kann.

Und wenn man noch weiter zurückgeht, zum Beispiel in de Zeit zwischen 1900 und 1930, also in eine Zeit, innerhalb derer die ersten Briefmarkenausgaben in den Katalogen als Sondermarken bezeichnet werden, dann bleiben da große Mengen verschiedener Briefmarkenausgaben übrig. Das sind zweifelsfrei alles Freimarken, aber sind das auch alles Dauerserien?

Und als was soll man die Briefmarkenausgaben davor bezeichnen, zurück bis zum Anfang der Markenausgben?

Viele Grüße
Ingo
 
HWS-NRW Am: 30.08.2017 12:37:52 Gelesen: 331# 2 @  
Hallo Ingo,

ich denke mal, der Begriff "Dauerserie" kommt wohl aus dem deutschsprachigen Sammlerbereich, die Postanstalten haben meines Wissens immer nur fachspezifisch unterschieden in Freimarke, Sondermarke (Sonderpostwertzeichen) Luftpostmarke usw., denn bei der offiziellen Wortfindung in "früheren Jahren" in den offiziellen "Allg. Dienstanweisungen" (ADA) hat man sicherlich nicht gewußt oder daran gedacht, daß es bei den Ausgaben von z.B. Freimarken aufgrund zum Beispiel neuer Tarife dann auch notwendigen "Nachlieferungen" innerhalb einer Freimarkenserie geben würde.

mit Sammlergruß
Werner
 
Christoph 1 Am: 30.08.2017 13:02:52 Gelesen: 319# 3 @  
@ HWS-NRW [#2]

Hallo Werner,

ich denke mal, der Begriff "Dauerserie" kommt wohl aus dem deutschsprachigen Sammlerbereich, die Postanstalten haben meines Wissens immer nur fachspezifisch unterschieden in Freimarke, Sondermarke (Sonderpostwertzeichen) Luftpostmarke usw.

Das ist nicht ganz korrekt, denn der Begriff "Dauerserie" wurde auch ganz offiziell von der Deutschen (Bundes) Post verwendet, zum Beispiel in zahlreichen Ersttagssonderstempeln [1].

Auch heute noch wird von der Deutschen Post die Serie "Blumen" ganz offiziell als Dauerserie bezeichnet [2].

Hallo Ingo,

Heutzutage ist die Unterscheidung nicht schwer, so sind z.B. Marken der Blumenserie Freimarken, die insgesamt als Dauerserie eingestuft werden können, [...]. Alles Andere sind Sondermarken, die zu einem bestimmten Anlass herausgegeben worden sind.

Das finde ich gar nicht so eindeutig klar, denn gerade heutzutage werden auch viele "Sondermarken" in Rollenform (selbstklebend) über einen sehr langen Zeitraum angeboten und als "Serie" herausgegeben, z.B. die Serien "Schreibanlässe", "Tierkinder"... Diese selbstklebenden Briefmarken erzielen durchgängig deutlich höhere Auflagen als die normalen "Sondermarken", erscheinen mit bildähnlichen (wiedererkennbaren, offensichtlich "serienähnlich" gestalteten) Motiven über mehrere Jahre hinweg und werden teilweise auch häufiger verwendet als die "normalen" Dauermarken aus der Blumenserie. Insofern ist die Unterscheidung hier gar nicht mehr so klar, finde ich.

Viele Grüße
Christoph

[1] http://www.philastempel.de/stempel/suchen/ablage/950
[2] https://philatelie.deutschepost.de/Businessbereich/Briefmarken/Nassklebend/Weitere-Wertstufen/Dauerserie-Blumen-Aster-0-50-EUR-ZBg-mit-EAN-Code.html
 
abrixas Am: 07.12.2017 13:36:22 Gelesen: 146# 4 @  
"Monotone Dauerserien" versus Sondermarken und bunte Bildchen aus Afrika und Umgebung

Blättert man sich durch die monatlich erscheinenden Rundschau-Ausgaben eines deutschen philatelistischen Verlages, finde ich immer mehr Gefallen an meinen über lange Jahre hinweg erschienenen Dauerserien, die ich am liebsten sauber bedarfsgestempelt dazufüge. Ausgaben aus Übersee (z.B. Antigua und Barbuda - wo immer diese Staaten liegen mögen - , Taiwan, Cook-Inseln, Guinea-Bissau, Sierra Leone und weitere Staaten), die man bestenfalls den "Kaugummi-Bildchen" zuordnen kann: In der Regel handelt es sich um verkaufsfördende Alibibelege, die niemals einen Postsack von innen gesehen haben. Ich finde diese Briefmarken (egal ob "post"frisch oder gestempelt) als nicht sammelnswert (als Geldanlage schon gar nicht).





Ich bevorzuge gestempelte Exemplare, denn ich erfreue mich vielmehr an der Stempelvielfalt auf diesen Bedarfsausgaben. Um aufzuzeigen, wie ich diese DS-Stücke unterbringe, seien hier vier Beispiele gezeigt. Anhand der Lücken mag man unschwer darauf schließen, dass es Wertstufen dabei gibt, die nicht so leicht bei den Tauschtagen und in den Kilowaren-tüten und -paketen zu finden sind. Das mag das Jagdfieber durchaus anheizen. Und dazu der Upgrade-Reiz: Erwische ich ein noch sauberer gestempeltes Stück, ersetze ich den vorherigen Platzhalter auf dem selbst gestalteten Albumblatt durch das Luxus-Papierchen.
 
StefanM Am: 07.12.2017 13:58:14 Gelesen: 142# 5 @  
Ob man Dauerserien als monoton empfindet sei einmal dahin gestellt.

Soweit ich weiß, sind Dauerserien dadurch gekennzeichnet, daß die Einzelwerte nach Bedarf produziert werden, während Sonderausgaben eine feste Auflage haben, die einmal hergestellt wird. Wenn also ein Wert einer Dauerserie gebraucht wird, kommt es zu einer neuen Auflage.

Manchmal gibt es auch bei den Sonderausgaben neue Auflagen. Aber das sind eigentlich immer Ausnahmen.

Ob die Dauerserie nun eher schlicht gehalten ist, oder aber als "bunte Bildchen" empfunden wird spielt für die Definition keine Rolle.

Gruß
Stefan
 
Cantus Am: 07.12.2017 15:19:45 Gelesen: 117# 6 @  
@ abrixas [#4]

Hallo,

bevor das hier in Vergessenheit gerät, möchte ich dir mitteilen, dass ich deine Form des Sammelns und Präsentierens der Freimarken ganz hervorragend finde und danach durchaus Lust bekomme, selber so ein Projekt zu gründen, allerdings gibt es Staaten wie Schweden, Belgien oder die USA, wo es bei einer Vielzahl von Freimarken die unterschiedlichsten Schnittvarianten an den Seiten gibt, was das Ganze im Vorfeld recht unübersichtlich erscheinen lässt.

Außerdem möchte ich dir zum Teil widersprechen, was die Freimarkenausgaben fernerer Länder betrifft. Wenn man nicht nur ein oder zwei Marken eines Landes besitzt, sondern z.B. ein ganzes Album voll mit Bedarfsbelegen dieses einen Landes, dann stellt man sehr schnell fest, dass es auch bei exotischen Ländern durchaus die Unterscheidung zwischen Sondermarken und Freimarken für den täglichen Frankaturbedarf gibt. Dazu gehören z.B. Länder wie der Senegal, die Elfenbeinküste, Tunesien, Ägypten, Mexiko, Indonesien oder Taiwan.

Viele Grüße
Ingo
 
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