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Thema: Heimatsammlung Epfendorf a.N.
Ron Alexander Am: 03.11.2017 17:01:25 Gelesen: 783# 1 @  
Hallo zusammen,

ich möchte hier meine Heimatsammlung vorstellen. Genannte Quelle hierzu das „Heimatbuch Epfendorf 994 – 1994. Zu Beginn möchte ich etwas auf die Geschichte eingehen und anschließend dann auf die Philatelie überleiten was ich die letzten Jahre zu meiner Sammlung hinzufügen konnte.

Erst einmal grundlegendes zur Geschichte. Epfendorf a.N., wie der Name schon sagt, liegt im Neckartal. Dort mündet die Schlichem in den Neckar und speist diesen mit zusätzlichem Wasser. Der Schlichemklamm selbst ist im Neckartal durchaus bekannt und wird auch sehr oft von Wanderern besucht. Hierüber wurde auch schon ein Video gedreht was ihr hier finden könnt:

https://www.youtube.com/watch?v=fvZummYyFfM



Nicht weit von Epfendorf liegt Rottweil, die Älteste Stadt Baden – Württembergs. Aus diesem Grund ist auch Epfendorf sehr stark von den Römern / Kelten geprägt. Bei Ausgrabungen wurden hierbei schon einige Artefakte und Gräber gefunden.

Die am 4 November ausgestellte Königsurkunde, in der Epfendorf, Bösingen, Herrenzimmern, Irslingen und Waldmössigen erstmals erwähnt sind, ist lediglich aus einer Abschrift des 12 Jahrhunderts bekannt, diese befindet sich in der Chronik des Klosters Petershausen. Das Original ist leider verschollen und seine Spur verliert sich im Jahr 1565. Die Urkunde selbst entspringt aus der Zeit von König Ottos III. In Epfendorf steht auch noch eine Burgruine, die Schenkenburg. Diese stammt von der Herzogin Hadwig von Schwaben, diese gilt als Wohltäterin Epfendorfs. Es steht leider nicht mehr sehr viel.



Die Burg diente aber damals zur Überwachung des Neckartales. Entlang des Neckars selbst trifft man auf die eine oder andere Ruine.

Der Name Epfendorf soll sich der Geschichte nach vom Epff(kraut) ableiten oder auch Eppich genannt. Heute kennt man das Kraut unter dem Namen Sellerie. Der Grund in Epfendorf ist sehr salzhaltig und sumpfig, also ein idealer Nährboden für das Kraut.

So, jetzt möchte ich aber weiter gehen auf den ersten Beleg aus Epfendorf selbst.

Brief lief von Tübingen nach Epfendorf, im Zeitalter des Königreiches Württemberg. Der Brief wurde am 5 August 1873 in Tübigen aufgegeben. Der Brief war an Herrn Sauter zur Krone in Epfendorf adressiert. Zur Verwendung kam die Ganzsache U20.



Dies ist die Rückseite des Briefes aus Tübingen. Der Brief hat Epfendorf am 5 August 1873 erreicht. Somit erreichte der Brief noch am Ausgabetag den Zielort. Wenn man die Distanz von ca. 60 km betrachtet durchaus bemerkenswert.



Grüße,
Ron
 
bayern klassisch Am: 03.11.2017 17:16:13 Gelesen: 775# 2 @  
@ Ron Alexander [#1]

Hallo Ron,

ein sehr schönes Thema, das ist gerne und interessiert gelesen habe. Bitte mehr davon!

1873 waren aber 60 km an einem Tag eher ein kurzer Sprung - da kenne ich Briefe, die in dieser Zeitspanne 800 km zurücklegten und es wird sicher welche geben, die noch weitere Strecken hinter sich gebracht haben.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Ron Alexander Am: 04.11.2017 10:15:28 Gelesen: 708# 3 @  
Schönen guten Morgen,

leider ist zum Thema Postfiliale nichts im Heimatbuch geführt, sehr schade, aber ich nehme stark an dass sie in den wohl ältesten Gebäuden des Dorfes untergebracht war, davon aber später noch etwas mehr, wenn es dann zu den ersten Postkarten um 1900 kommt.

Weiter geht es nun mit einem Brief von Epfendorf nach Rottweil, im Zeitalter des Königreiches Württemberg. Aufgegeben wurde der Brief am 27 Juni 1884. Der Brief wurde mit 5 Pfennig frei gemacht. Dabei handelt es sich um Michelnummer 45.



Der Brief erreichte sein Ziel noch am selben Tag nach dessen Aufgabe in Epfendorf am 27 Juni 1884. Dies ist am Ankunftsstempel von Rottweil auf der Rückseite zu erkennen. Rottweil ist jetzt ja nicht so weit von Epfendorf entfernt, ca. 15km. Wobei ich annehme, dass zur Damaligen Zeit die Beförderung wohl entlang des Neckars lief der auch beide Ortschaften miteinander verbindet.



Grüße,
Ron
 
hopfen Am: 04.11.2017 15:52:13 Gelesen: 665# 4 @  
@ Ron Alexander [#1]

Für die Heimatsammlung liegt bereit ein Beleg aus 1972 - der Stempel ist (noch) nicht in unserer Datenbank:


 
Ron Alexander Am: 04.11.2017 17:02:26 Gelesen: 649# 5 @  
@ hopfen [#4]

Hallo Hopfen,

ich pflege die Stempel noch ein, guter Hinweis. Bis in die 70iger rein müsste ich so einiges abdecken können.

Grüße,
Ron
 
Ron Alexander Am: 05.11.2017 17:07:41 Gelesen: 597# 6 @  
Schönen Sonntag,

weiter geht es in meiner Heimatsammlung.

Postkarte, aufgegeben in Epfendorf am 03 März 1897. Die Postkarte erreichte ihr Ziel am 04 März 1897. Adressiert wurde diese an Herrn A. Strohmaier in Ehningen. Zur Verwendung kam die Ganzsache P37.



Abgesandt wurde die Karte von Herrn Johannes Sauter mit Familie. Erstellung laut Datum am 3/3/97. Ankunftsstempel befindet sich auf der Brief Vorderseite.



Grüße,
Ron
 
heku49 Am: 05.11.2017 17:21:26 Gelesen: 585# 7 @  
@ Ron Alexander [#6]

Hallo Ron, nicht Brief- sondern Kartenvorderseite.

Gruß Helmut
 
Max78 Am: 05.11.2017 17:27:54 Gelesen: 581# 8 @  
@ Ron Alexander [#6]

Servus Ron,

schön, dass man hier einmal Württemberg-Stempel von einem etwas kleineren Ort sehen kann, die allesamt nicht oft zu finden sind. Das Frühdatum des Kreuzerzeitstempels auf deinen Belegen ist im Handbuch "Die postalischen Stempel Württembergs 1875-1925" nicht genannt. Das könnte doch motivieren als Heimatsammler. ;-) Es soll auch noch einen Bahnstempel (Halbkreisstempel um 1900) gegeben haben, den Du vielleicht in Deiner Sammlung hast. Falls ja, würde ich mich freuen, ihn einmal "live" zu sehen.

Bzgl. den Ankunftstempeln auf Vorderseite, so war das üblich auf Karten. Es kommt eher äusserst selten vor, dass man auf Karten die Abschläge rückseitig anbrachte, da man das zu lesende ja nicht überstempeln musste. Ich habe ein paar wenige Distributionsstempel, die auf der Rückseite abgeschlagen wurden, das war es aber auch schon.

Aber Stempel sind ja nicht das Einzige, es gibt in einer Heimatsammlung bestimmt noch Interessanteres zu entdecken.

Gerne sehe ich mehr, einen schönen Abend, Max
 
Ron Alexander Am: 06.11.2017 08:45:56 Gelesen: 523# 9 @  
@ Max78 [#8]

Hallo Max,

danke für den Hinweis. Einen früheren Epfendorf Stempel habe ich leider noch nicht gefunden. Der Stempel selbst war aber sehr lange im Einsatz, wie man dann auch in den nächsten Belegen sehen wird. :-) Bahnpost soll es gegeben haben, aber bisher keinen Stempel gesehen. Kenne nur die Stempel hierzu aus Oberndorf a.N. und Rottweil. Wenn es da einen gegeben hat kam er nicht oft zum Einsatz.

Der Bahnhof von Epfendorf selbst war meine ich bis in die 80iger rum im Einsatz. Eisenbahn selbst gab es wohl auch schon um 1900 rum, wie unten auf der Karte erkennbar. Muss da noch mal im Heimatbuch nachschauen, dass legt leider keinen Wert auf Philatelistische Belange. :-)

Postkarte aus Epfendorf aus der Jahrhundertwende, im Zeitalter des Königreiches Württemberg. Hierbei befindet sich das zu beschreibende Feld, sprich der "Gruß" auf der Postkarten Vorderseite rechts unten. Man beachte auf dem Bild die kaum bewaldeten Hügel, dies wird sich noch ändern.



Die Postkarte wurde in Epfendorf am 11 März 1900, mit dem Ziel „An Familie Bünkle in Stuttgart“, aufgegeben. Auf der Rückseite des Briefes befindet sich der Ankunftsstempel von Stuttgart, der am 12 März 1900 abgeschlagen wurde. Zur Beförderung wurden 5 Pfennig entrichtet (Katalognummer 56).



Man beachte das der Stempel von 1873 auch um 1900 noch im Einsatz ist. Jedoch wird der Trennstrich zwischen dem Tag und Monat immer "dünner" und verschwindet noch ganz. Stempelgröße bleibt aber die Selbe. Ich nehme an das der Trennstrich irgendwann wohl entfernt wurde oder von selbst her ausgebrochen ist bei einer Verwendungszeit von geschätzt 40 Jahren.

Grüße,
Ron
 
Ron Alexander Am: 07.11.2017 08:40:25 Gelesen: 461# 10 @  
Schönen guten Morgen,

und es geht weiter. :-)

Postkarte von Epfendorf nach Oberndorf, im Zeitalter des Königreiches Württemberg. Aufgegeben wurde die Karte vom Schultheissenamt Epfendorf an das Kameralamt in Oberndorf. Die Postkarte wurde in Epfendorf am 16 Juni 1903 aufgegeben und erreichte Oberndorf noch am gleichen Tag. Zur Verwendung kam die Dienstpostkarte DP 2 mit Ortsportoermäßigung.



Dies ist die Rückseite der Postkarte. Obwohl die Karte Oberndorf schon am 16 Juni 1903 erreicht hat, trägt sie den Eingangsstempel des Kameralamtes vom 17 Juni 1903.



Wie man erkennen kann, der Ursprungs Stempel aus der Kreuzer Zeit ist auch nach 1900 immer noch im Einsatz. Ich gehe davon auch aus, dass dieser Stempel wohl seit 1851 rum im Einsatz sein dürfte aber dafür fehlen mir leider die Belege.

Grüße,
Ron
 
Ron Alexander Am: 08.11.2017 07:21:45 Gelesen: 412# 11 @  
Schönen guten Morgen,

so und weiter geht es.

Postkarte mit einer Abbildung aus Verdun während des ersten Weltkrieges.



Die Postkarte wurde als Feldpost von dem Schlachtfeld in Verdun nach Epfendorf gesandt. Die Karte wurde am 22.12.1915 aufgegeben und erreichte Epfendorf an Weihnachten, 24.12.1915. Adressiert war die Karte an Regina Merz im Langenthal.

Text:
Verdun
Liebe Tochter,
ich habe das Paket erhalten. Besten Dank. Ich hab` von Herrn Bauer von Oberndorf auch ein Paket erhalten. Danke auch mal in meinem Namen. Besten Gruß sende Dir. Grüße an Walburga und M. ?


Absender:
Mehrmann-Merz Jakob
Landwehr-Infanterie-Regiment 125, 6. Kompagnie,
2. Landwehr-Division


Die Karte wurde nach Tübingen in die Klinik weiterbefördert, weil die Tochter zuhause nicht mehr angetroffen wurde und zwischenzeitlich in die Klinik eingeliefert wurde.



Wie wir jetzt auch erkennen, Epfendorf hat endlich einen neuen Stempel erhalten, der alte der Kreuzerzeit wurde in seinen wohlverdienten Ruhestand geschickt.

Grüße,
Ron
 
reichswolf Am: 08.11.2017 15:46:01 Gelesen: 377# 12 @  
@ Ron Alexander [#11]

Ich denke, der Absender war ein Wehrmann, meines Wissens ein Dienstgrad noch unterhalb des Gefreiten. Ich habe selbst mehrere Feldpostbelege, deren Schreiber diesen Titel führen.
 
Ron Alexander Am: 08.11.2017 15:54:05 Gelesen: 372# 13 @  
@ reichswolf [#12]

Danke für den Hinweis, W und M bei der Entzifferung liegen ja leider doch arg zusammen aber konnte damit weder noch etwas anfangen. Nehme das in meine Unterlagen so mit, Danke!

Grüße,
Ron
 
Ron Alexander Am: 09.11.2017 07:07:51 Gelesen: 306# 14 @  
Schönen guten Morgen,

die Postkarte / Ganzsache wurde in Epfendorf am 26 März 1925, mit dem Ziel „Wasserbauamt in Rottweil a.N.“, aufgegeben. Die Postkarte stammt aus dem Zeitalter des Freien Volksstaat Württemberg. Zur Verwendung kam die Ganzsache P162 I.



Links unten ersichtlich wurde der Brief zwar in Epfendorf abgestempelt aber der Absender war in Talhausen, Teilort von Epfendorf, wohnhaft.



Grüße,
Ron
 
Ron Alexander Am: 10.11.2017 08:44:45 Gelesen: 241# 15 @  
Schönen guten Morgen,

Blick auf Epfendorf und in das Neckartal. Bild dürfte im Bereich der Krummen Steige aufgenommen worden sein.



Panoramabild von ähnlicher Stelle wie es heute aussieht:



Die Postkarte wurde in Epfendorf am 13 Januar 1933, mit dem Ziel „An Sina Wolf in Waiblingen / Stuttgart“, aufgegeben. Frei gemacht wurde die Postkarte mit 6 Pfennig (MiNr.: 465).


 
Ron Alexander Am: 13.11.2017 06:33:23 Gelesen: 194# 16 @  
Schönen guten Morgen,

heute einen Blick aus Richtung Kapfkreuz auf Epfendorf. Die Postkarte trägt kein Datum. Der Bebauung nach zu urteilen könnte das Bild in den 1930 Jahren entstanden sein. Leider ist die Postkarte nicht gelaufen, aufgrund der Abbildung passt sie aber dennoch sehr gut zur Heimatsammlung. Anscheinend gab es "damals" doch einige Postkarten aus Epfendorf.



Hier noch die Rückseite, der Vollständigkeit halber.



Epfendorf war auch Kurort für verletzte Soldaten im zweiten Weltkrieg, dazu aber später mehr.

Grüße,
Ron
 
Cantus Am: 13.11.2017 11:42:31 Gelesen: 170# 17 @  
@ Ron Alexander [#16]

Hallo Ron,

sehr schön, dein Thema, zumal ich zuvor noch nie etwas von Epfendorf gehört hatte; die gesamte Region dort ist mir fremd. Ich warte interessiert auf deine nächsten Beiträge, Karten, Briefe, Erläuterungen, was auch immer.

Viele Grüße
Ingo
 
Ron Alexander Am: 14.11.2017 19:56:20 Gelesen: 123# 18 @  
@ Cantus [#17]

Danke Ingo!

Dann mache ich mal weiter, mit einem etwas traurigeren Kapitel der Geschichte.

Feldpost Brief, aufgegeben von einem Soldaten auf Heimaturlaub. Der Soldat wurde während des Russlandfeldzuges verletzt. Dabei hat er sich eine Kopfverletzung zugezogen. Im Brief schreibt er seinen Eltern das er auf dem Weg der Besserung ist. Briefinhalt liegt vor. Abgeschlagen wurde der Feldpoststempel der zuständigen Feldpoststelle sowie Poststempel von Epfendorf. Aufgegeben wurde der Brief am 13 Januar 1942.



Auf der Rückseite ist der Absender erkenntlich sowie dessen Feldpostnummer: 42001. Die Feldpostnummer sowie der Absender war verbindlich auf dem zu befördernden Beleg zu vermerken.



Der Inhalt befindet sich auch noch im Brief, insgesamt hat der Soldat zwei Briefe geschrieben.

Brief 1:



Brief 2:



Grüße,
Ron
 
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