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Thema: Nachportobelege / Nacherhebung von Porto
Das Thema hat 105 Beiträge:
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formel1 Am: 08.03.2015 15:46:31 Gelesen: 16236# 81 @  
@ alemannia [#80]

Hallo Guntram,

die Berechnung stimmt so nicht ganz !

Die 51 Cent Nachentgelt werden nur verlangt, wenn die Sendung an den EMPFÄNGER weitergeleitet wird, bei Rückgabe an den ABSENDER wird "normalerweise" nur die fehlende Gebühr auf dem gelben Aufkleber angegeben, ein "Strafporto" wird in diesem Fall nicht verlangt !

Gruss,

formel1
 
DL8AAM Am: 08.03.2015 19:09:28 Gelesen: 16167# 82 @  
@ alemannia [#80]

"Nee", diese gelben Klebelabels der Post fordern lediglich den fehlenden Portoteil (ohne Zusatzkosten) beim Absender nach. Nach dem Aufkleben der offenen Restfrankatur (ohne "Strafgebühr", die Ursprungsmarken behalten ihren Frankierwert), soll die dann vollständig freigemachte Sendung wieder in einen Briefkasten eingeworfen werden, siehe auch der Text. Normalerweise wird der jeweilige, "notwendige" Portosatz auf dem Label genannt.

Nachgebühr wird bei der DPAG (derzeitig) in diesen Fällen auch nicht in nachzuklebenden Marken eingezogen.

Gruß
Thomas
 
T1000er Am: 08.03.2015 19:31:29 Gelesen: 16154# 83 @  
@ alemannia [#80]
@ formel1 [#81]
@ DL8AAM [#82]

Besten Dank für euere bisherigen Informationen. Jetzt stellt sich nur die Frage; wie kommt das Briefzentrum Koblenz auf 0,60 Euro als Fehlbetrag für einen Auslands-Standardbrief, wo doch schon 0,18 Euro zur Portodeckung augereicht hätten?

Hat man hier einfach ein Label auf den Brief gepappt, das gerade nutzlos herum lag?

Schöne Grüße,
T1000er
 
skribent Am: 09.03.2015 09:59:46 Gelesen: 16082# 84 @  
Guten Morgen Zusammen,

mir ist etwas ähnliches passiert.



Der Text ist selbst erklärend.

Einen schönen Wochenbeginn wünscht
Franz
 
juni-1848 Am: 01.04.2015 14:30:01 Gelesen: 15750# 85 @  
Moin zusammen,

nach den aktuellen Nachporto-Erlebnissen mit unseren Post-Dienstleistern ein Rückblick in längst vergangene Nachgebühren-Sammelei. Werft bitte mal einen Blick auf diesen Beitrag:

Thema Postautomation: Die "Frankfurter Porto-Zange"

[http://www.philaseiten.de/beitrag/103916]

Sammlergruß
Werner
 
stampmix Am: 01.11.2015 11:23:11 Gelesen: 12216# 86 @  
@ juni-1848 [#66]

Hallo juni-1848,

deine Frage kann ich nicht beantworten, aber zu deinem Aufkleber zeige ich den entsprechenden Stempel:

30Pf. nachträglich eingezogen / Postamt 1 Hamburg.
Percu l'insuffisance 30Pf / par le bureau de Hamburg 1.

auf einem Auslandsbrief (30Rpf) mit Zusatzleistung Eilpost (60Rpf), am 22.3.1924 von Hamburg nach Paris gesandt und mit 60 Rpf. frankiert. Der Absender erhielt wohl eine Karte, wie in [#78] vorgestellt.

In Paris angekommen mit AKS K1 "Paris * GARE DU NORD / * PROVINCE ? * / 9 * / 24 3 / 24" wurde er mit der Rohrpost nach "PARIS 41 / AV. DUQUESNE / 10.15 / 24 DU -3 / 24" befördert.





mit bestem Gruß
stampmix
 
Journalist Am: 10.11.2015 18:59:09 Gelesen: 11954# 87 @  
Hallo an alle,

derzeit läuft scheinbar ein neuer Versuch zu Nachentgelten in Teilen von Deutschland - siehe folgender Beleg:



Wer kennt hier weitere Belege und aus welcher Gegend - bitte bei mir melden da die Post selbst dazu nichts sagen will - danke.

Der Brief selbst stammt aus dem Bereich der PLZ 79xxx - die Anschrift wurde auf Wunsch zensiert.

viele Grüße Jürgen
 
Henry Am: 12.11.2015 12:31:55 Gelesen: 11875# 88 @  
Hallo, wer kann hier helfen?



Wie kommt hier die Einzugsgebühr von 42 Pf zustande?

Es handelt sich um eine Berliner Antwortpostkarte, die zum Zeitpunkt der Stempelung am 3.4.66 nicht mehr gültig war. Nur Absender- und Adressatendaten sind vorhanden, kein Text. Im Scan vielleicht schwer zu sehen: Unter dem Nachgebühr-Vermerk ist ein roter Nachgebühr-Stempel vom 05.04.66 vorhanden. die Karte scheint also echt gelaufen zu sein. Der Antwortteil ist völlig unbeschriftet. Die Frankatur wurde mit Kuli durchgestrichen, soweit ich beurteilen kann, ist dies vom Absender gemacht worden (gleiche Kulistärke und -farbe).

Postkartengebühr betrug zum Zeitpunkt Stempeldatum 20 Pf im Fernverkehr (Ortsverkehr scheidet wegen Ort München aus). Wäre schön, wenn mich jemand aufklären könnte.

Mit philatelistischem Gruß
Henry
 
stampmix Am: 12.11.2015 19:58:31 Gelesen: 11820# 89 @  
@ Henry [#88]

Hallo Henry,

ab 1.4.1966 betrug in der BRD das Porto für eine Inlandspostkarte 20Pf. Nachgebührenregelung: einfacher Fehlbetrag + 30Pf.

Da der Postbeamte nicht erkannte, dass die Berliner GSK P43 nur bis zum 31.12.1964 frankaturgültig war, berechnete er (20Pf - 8Pf) + 30Pf. = 42Pf.

mit bestem Gruß
stampmix
 
Henry Am: 13.11.2015 12:35:27 Gelesen: 11777# 90 @  
@ stampmix [#89]

Hallo stampmix,

herzlichen Dank für die schnelle Erklärung. Auf das Nichterkennen der Ungültigkeit wäre ich nun nicht gekommen, da der Postler beim Anbringen des Nachgebühr-Stempels wohl doch etwas genauer hingesehen haben musste.

Mit philatelistischem Gruß
Henry
 
Journalist Am: 19.11.2015 19:51:05 Gelesen: 11505# 91 @  
@ Journalist [#87]

Hallo an alle,

anbei ein Link zur Vorabveröffentlichung eines Artikels aus der nächsten Philatelie zum Thema Nachentgelte:

http://jolschimke.de/label/nachentgeltversuche-bei-der-deutschen-post-ag.html

Es geht dabei unter anderen um dieses neue Label:



Wer hat hier weitere Belege und kann entsprechende Scans von solchen Belegen und oder den dazugehörigen Quittungen zusenden - diese werden zu Auswertung und weiteren Erforschung des aktuellen Versuchs benötigt, da die Deutsche Post AG aus innerbetrieblichen Gründen dazu keine Auskunft geben wollte - danke für die Mithilfe bei der Erforschung.

Betroffen sind derzeit die folgenden Briefzentrenbereiche BZ 40 (Düsseldorf) BZ 41 (Mönchengladbach) BZ 79 (Freiburg) und BZ 77 (Offenburg) - wer kennt weitere BZ-Bereiche ?

viele Grüße Jürgen
 
10Parale Am: 24.08.2016 15:12:36 Gelesen: 3505# 92 @  
@ Forum [#1]

weiss nicht genau ob ich hier richtig bin.

Dieser amtliche Altbrief lief am 29.01.1851 von Hermannstadt (damals Österreich) über Wien (rückseitiger Rahmenstempel vom 3. Februar 1851) nach Thübingen im Königreich Württemberg.

Lot Rötelung 30 wurde er nachtaxiert, aufgespalten in 2 x 15 Kreuzer. Erst am 1. September 1851 trat das Königreich Württemberg dem DÖPV bei. Die Beförderungsleistung auf nicht-österreichischem Gebiet musste also demnach von Thurn & Taxis unternommen worden sein. Es ist ein 2 - seitiger, amtlicher Brief.

Ich denke der Brief erreichte Thübingen im Königreich Württemberg am 07. Februar 1851, ich schließe dies aus dem rückseitigen, runden, blauen Stempel D1 7/2.

Weiss jemand mehr über die Nachtaxierung?

Liebe Grüße

10Parale


 
bayern klassisch Am: 24.08.2016 15:38:01 Gelesen: 3497# 93 @  
@ 10Parale [#92]

Hallo 10Parale,

du zeigst einen Portobrief, keinen nachtaxierten Brief (das wäre zu dieser Zeit ein Brief gewesen, für den der Absender frankiert hätte, aber die Aufgabepost das Franko zu niedrig angesetzt hätte - ein solcher Brief wäre "nachtaxiert" worden).

Grundlage war der Postvertrag (PV) Österreichs mit Württemberg (Taxis) vom 1.5.1843.

http://www.dasv-postgeschichte.de/pdf/958.pdf

Ich hoffe, der Link funktioniert. Da kannst du mal etwas nachlesen, wenn du magst.

Ich vermute daher, dass der Brief bei hälftiger Notation (Porto) eigentlich 30 Kreuzer kosten sollte für die Gemeinschaftskasse Österreichs mit Württemberg (12 Kr. Conventionsmünze (CM) = 15 Kr. rheinisch plus 50% fürs 2. Gewicht plus 50% fürs 3. Gewicht = 24 Kr. CM = 30 Kr. rheinisch plus den Transit durch Bayern, jetzt aber nicht moderiert, weil es Bayern nicht interessierte, ob es ein Privat- oder Dienstbrief war, demnach 4 Kr. CM + 2 Kr. CM + 2 Kr. CM + 2 Kr. CM + 2 Kr. CM = 12 Kr. CM = 15 Kr. rheinisch, wie auf dem Brief vermerkt.

Nur bei einem Brief der 1. Gewichtsstufe (bis 1/2 Wiener bzw. Münchener Loth = 8,75g) wäre eine inparitative Reduktion der Gebühren erfolgt in 12 Kr. CM = 13 Kr. rheinisch bzw. 4 Kr. CM für Bayerns Transit in 7 Kr. rheinisch. Bei schweren Briefen war das nicht so.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
10Parale Am: 24.08.2016 20:04:41 Gelesen: 3450# 94 @  
@ bayern klassisch [#93]

Vielen herzlichen Dank, wieder dazugelernt. Wer weiß, wieviel Biber in der Donau schwimmen? Nicht verzagen, Bayern klassisch ...

Liebe Grüße

10Parale
 
DERMZ Am: 05.09.2016 19:08:03 Gelesen: 3108# 95 @  
Guten Abend, wer kann hier einem Laien helfen?



Nach meiner Einschätzung ist die Karte im Juli 1960 oder Juli 1961 von Bronte (Sizilien) nach Schwenningen gelaufen. Das Porto nach Deutschland wäre ab dem 1. Juli 1960 40 Lire gewesen, Inlandsporto 25Lire zu dieser Zeit.

Wie ist der blaue Stempel T 30/90 zu verstehen? und wie kommt man auf 16 Pfennig Nachporto? Ich gehe davon aus, daß der blaue Stempel aus Italien stammt.

Wer kann ein wenig Licht in mein geistiges Nirwana bringen?

Danke und viele Grüße

Olaf
 
drmoeller_neuss Am: 06.09.2016 10:44:43 Gelesen: 3052# 96 @  
@ DERMZ [#95]

Von der italienischen Seite aus ist die Berechnung klar:

Doppelter Fehlbetrag (15 Lire) geteilt durch das Porto eines einfachen Auslandbriefes (90 Lire) ergibt den Bruch, der mit dem Porto eines einfachen Auslandsbriefes des Empfängerlandes zu multiplizieren ist.

Der Auslandsbrief kostete damals in der Bundesrepublik Deutschland 40 Pfennig, wäre dann aufgerundet 14 Pfennig (40 x 1/3).

Keine Ahnung, wie man auf 16 Pfennig gekommen ist.
 
DERMZ Am: 06.09.2016 13:52:47 Gelesen: 3014# 97 @  
@ drmoeller_neuss [#96]

Vielen Dank für die Information drmoeller,

leider bin ich wohl etwas schwer von Verstand, ich habe es noch nicht ganz verstanden. Also der Fehlbetrag ist 15 Lire, dieser wird zur Strafe verdoppelt - bis dahin habe ich es verstanden. Aber warum wird dann der Fehlbetrag durch das Porto eines einfachen Auslandsbriefes geteilt und nicht durch das Porto einer Postkarte? Für den Empfänger ist es natürlich von Vorteil wenn das Referenzporto hoch ist, dann wird das Ergebnis des Bruches kleiner --> weniger Nachporto.

Liege ich richtig in der Annahme, dass egal ob Postkarte oder Brief, als Referenz wird immer der einfache Auslandsbrief herangezogen?

Danke für weitere Aufklärung

Gruss Olaf
 
Lars Boettger Am: 18.09.2016 18:40:19 Gelesen: 2686# 98 @  
Ein rezentes Beispiel aus diesem Jahr:

Auslandsbrief, frankiert mit 70 Cents (Inland). Für den Versand nach Luxemburg sind 90 Cents fällig. Der Brief bekommt einen gelben Hinweisaufkleber und geht an den Absender zurück. Der verklebt das fehlende Porto und sendet den Brief erneut los. Interessanterweise wird das Zusatzporto nicht entwertet.

Beste Grüsse!

Lars


 
Journalist Am: 19.09.2016 11:30:32 Gelesen: 2635# 99 @  
@ DERMZ [#97]

Hallo Olaf,

bei Auslandstaxierungen muß immer das Absendeland die komplette Taxierung (hier den Taxstempel) anbringen und komplett ausfüllen. Falls es dann im Empfängerland erkannt wird, wird es dort kassiert.

Generell gilt laut Weltpostvertrag auch bei uns in Deutschland immer, das unter dem Bruchstrich das aktuell gültige Auslandsporto für den entsprechenden Standardbrief stehen muss - das sind derzeit seit dem 1.1.2016 bei uns 90 (für 90 Cent Standardauslandsbrief)

Die Angabe unter dem Bruchstrich ist also im Weltpostvertrag geregelt.

Viele Grüße Jürgen
 
csjc13187 Am: 19.09.2016 14:42:03 Gelesen: 2614# 100 @  
Ich möchte hier mal zwei Belege zeigen, die gut dokumentieren, wie die Erhebung von zu wenig entrichtetem Porto bei der Deutschen Bundespost in den 1970er Jahren funktionierte:

Beleg 1:

Der Absender aus Mülheim an der Ruhr schickte im Dezember 1977 einen Brief nach Neuseeland (Gewicht 8g) und frankierte ihn mit 70 Pfennig (Standardbrief Ausland). Erforderlich war aber wohl ein Porto von 1,50 DM, denn der Absender hatte offenbar übersehen, dass ein Brief nach Neuseeland nicht auf dem Landweg verschickt werden kann. Somit fiel Luftpostgebühr in Höhe von 80 Pfennig an (40 Pfennig je angefangene 5g Gewicht in der Länderzone 3).

Das Postamt in Duisburg verklebte nun die fehlenden 80 Pfennig, um die Laufzeit des Briefs nicht zu verzögern und schickte am 20.12.1977 eine Postkarte (Vordruck "Ergänzung der Freimachung einer Briefsendung nach dem Ausland") an den Empfänger, bei deren Zustellung der Postbote die 80 Pfennig als Nachgebühr beim Empfänger eingezogen hat.



Beleg 2:

Hier hat der Absender aus Eppertshausen bei seinem Postamt am 23.10.1979 einen Wertbrief (Gewicht 319g, Wertangabe 500 DM) eingeliefert. Der blieb wohl versehentlich unfrankiert (wie auch immer das passiert sein mag). Das Postamt in Bonn stellte das fehlende Porto fest (Brief bis 500g = 2,30 DM / Zusatzleistung Wertbrief bis 500 DM = 3 DM) und verschickte am 24.10.79 eine Postkarte (Vordruck "Nacherhebung zuwenig entrichteter Postgebühren") an den Absender, bei deren Zustellung der Postbote die 5,30 DM als Nachgebühr eingezogen hat. Drollig ist, dass sich die Post freundlich für das "Versehen" entschuldigt.



Interessant, dass in beiden Fällen keine zusätzliche Gebühr für die Erhebung des Nachportos verlangt wurde.

Ich finde: interessante Episoden zur jüngeren deutschen Postgeschichte.

Viele Grüße,
Christoph
 
merkuria Am: 19.09.2016 15:26:38 Gelesen: 2609# 101 @  
Hier ein ganz aktuelles Beispiel der Schweizer Post zur Nacherhebung von Porto aus meiner heutigen Tagespost:



Ein unzureichend freigemachter Brief, aufgegeben am 14. September 2016 in Kreuzlingen (Schweiz) jedoch mit deutschem Absender, erreichte mich heute. Der Brief war gekennzeichnet mit einem 25 x 40 mm grossen, dreisprachigen amtlichen Kleber „Fehlende Frankatur“ und dem Zusatz „Bei fehlenden Absenderangaben erfolgt der Taxnachbezug beim Empfänger“. Obwohl der deutsche Absender bekannt ist, hält man sich aus Kosten- und Einfachheitsgründen wohl lieber an den Schweizer Empfänger!

Mit separater Post erreichte mich dann die untenstehende, zweiteilige Karte der Schweizer Post mit der Abrechnung der fehlenden Taxe. Meine Aufgabe ist es nun, die Geschäftsantwortkarte abzutrennen, den fehlenden Betrag in gültigen Marken aufzukleben und die Karte in den nächsten Briefkasten einzulegen.



Ob sich dieser ganze Aufwand für einen Einzug von 0.70 CHF wirklich lohnt, sei dahingestellt.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
DL8AAM Am: 19.09.2016 15:49:22 Gelesen: 2599# 102 @  
@ Journalist [#99]

bei Auslandstaxierungen muß immer das Absendeland die komplette Taxierung (hier den Taxstempel) anbringen und komplett ausfüllen. Falls es dann im Empfängerland erkannt wird, wird es dort kassiert.

Jürgen, soweit die Theorie. Dafür, das oft nicht so recht klappt, hier ein Beispiel aus dem Niger nach Deutschland, für den ich sogar noch selbst verantwortlich bin. ;-)



1989 war ich mit meiner Jetztfrau auf einer kleinen Rucksackrundreise für ein paar Wochen in Mali, Niger und Burkina Faso unterwegs. Da es häufig vor Ort doch recht schwer möglich war, passende Briefmarken zu ergattern, selbst auf den Postämtern (im Hinterland) nicht, haben wir auch ein paar unfreie Briefe an die Eltern in die Heimat geschickt (es gab 1989 ja noch kaum Intercafes in Afrika, hi). Da unser Französisch seinerzeit eher auf Stammelniveau grottich-schlecht bis Null war (und meines ist eigentlich bis heute nicht sehr viel besser geworden), kamen dann solche frenglische Gebühr bezahlt Empfänger-Hinweise, wie "Postage paye par Recepteur" zustande, autsch ... ;-) Zumindest hat man in der Hauptstadt das trotzdem richtig erkannt und man hat neben dem Tagesstempel noch zwei nachgebühranzeigende Buchstaben T handschriftlich angebracht. Dann aber nicht korrekt taxiert, weshalb der Brief ohne Nachgebühr bei meinen Eltern einging. Auch so kann man als Jugendlicher seine notorisch knappe Reisekasse schonen. ;-)

Poststempel vom 04.09.1989: NY • CENTRE • TRI • NATIONAL • REP. NIGER für das Centre National de Tri Postal Niamey, d.h. das nationale "Briefzentrum" in Niamey (NY = Niamey, nicht New York ...), Republik Niger.

Ob heutzutage solche Sendungen noch ihren Weg zum Empfänger finden oder doch gleich im Müll landen, mag ich nicht wirklich zu sagen, aber vermuten ... ;-)

Gruß
Thomas
 
csjc13187 Am: 23.09.2016 18:39:08 Gelesen: 2473# 103 @  
Heute bekam meine Frau einen Brief von ihrer Schwester - ich gebe zu: Die Frankatur war für mich gedacht. :-) Leider ist die geplante Bedarfs-Einzelfrankatur mit der diesjährigen Sport-Zuschlagmarke nicht gelungen. Denn: Die Schwägerin hat einen Umschlag verwendet, der nicht den Standardmaßen entspricht. Der Umschlag ist ... zu klein! Deshalb wurde er mit einem Nachgebühr-Aufkleber versehen, an die Absenderin zurückgeschickt und die fehlenden 0,75 € wurden von ihr nachfrankiert. Insgesamt hat das Brieflein nun also (inkl. Zuschlag) 1,75 € gekostet. Dafür hat es aber auch drei verschiedene Stempel erhalten:

Zunächst am 19.9. einen Handroll-Wellenstempel (Kennbuchstabe c), dann am 22.9. einen Maschinenstempel, ebenfalls mit Welle (Kennbuchstabe ma) und schließlich, weil damit nicht alle Marken getroffen wurden, ist auch noch ein Tagesstempel (Kennbuchstabe nicht lesbar) zum Einsatz gekommen. Alle Stempel aus dem Briefzentrum 79 (Freiburg).


 
klinhopf Am: 23.09.2016 22:52:09 Gelesen: 2449# 104 @  
@ merkuria [#101]

"Ob sich dieser ganze Aufwand für einen Einzug von 0.70 CHF wirklich lohnt, sei dahingestellt."

Naja, nicht jede Aktion ist immer kostendeckend:

- Kleinvieh macht auch Mist und
- "erzieherisch" wirkende Aktion

In Deutschland gibt es ein "Einziehungsentgelt" von 2 Euro ! (zur Kostendeckung ?)

Und wenn dann solche "fehlfrankierten" Karten an die "Poste CH SA" nicht in den Reißwolf kommen sondern in Sammlerhand, können sicherlich sehr interessante Stücke dabei sein - sei es seitens der Marken oder der Stempel

meint mit phil. Gruß in die Schweiz
Ingo Pfennig aus Augsburg
 
Lars Boettger Am: 27.11.2016 13:03:30 Gelesen: 385# 105 @  
Der nachfolgende Beleg aus Trier nach Kleinmacher (bei Remich) in Luxemburg wurde am 28.3.1921 bei der Post aufgegeben. Der Faltbrief des Amtsgerichts bestätigt die Eintragung des Empfängers als Genosse bei der Gewerbebank e.G.m.b.H. in Trier.

Der Faltbrief wurde mit 50 Centimes taxiert, ein vorausbezahlter Brief aus Deutschland hätte umgerechnet 25 Centimes gekostet, es kam noch einmal der gleiche Betrag als "Strafe" dazu. Interessant ist die Frankatur. Neben der recht häufig anzutreffenden 5 Centimes-Marke wurde auch ein waagerechter Dreierstreifen der 15 Centimes auf 12 1/2 Centimes verklebt.

Diese Marke findet man recht selten auf Belegen, es ist die viertteuerste gestempelte Portomarke von Luxemburg. Das heißt nicht viel, denn die teuerste Portomarke von Luxemburg notiert gestempelt 32,50 Euro.

Beste Grüße!

Lars


 

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