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Thema: Altdeutschland Bayern: Ganzsachen der Kreuzerzeit
Das Thema hat 26 Beiträge:
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bayern klassisch Am: 20.06.2009 07:18:35 Gelesen: 16857# 2 @  
Wenn man sich auch nicht sicher war, wie die GU zu stempeln waren, so war doch eines klar: einen Stempel mussten sie vorne mindestens tragen, damit man wenigstens wußte von wo und wann das Poststück abgegangen war.



Wir wissen so wenig wie die Abgabepost 1872 in Augsburg, wann und von wo diese U2 abgegangen war. Da alle Poststücke bei der Aufgabe zu stempeln waren, zeigt diese hier einen klaren Verstoß gegen Postvorschriften. Es ist zu vermuten, dass sie einem Bahnpostwaggon mitgegeben wurde und auf die kurze Distanz keine Stempelung mehr erfolgen konnte.



Weil auch die Humorfraktion zu ihrem Recht kommen soll, zeige ich mal dieses Stück von 1871, welches folgende Anschrift aufweist:

Passau
Eleonore Freifräulein von Schleich
Sollte dem Absender ein weiterer Brief auf der Route Passau verloren gehen,
so wird selber beim K(öniglichen) Oberpostamte Klage stellen ???

Wir stellen also fest, dass auf der 170 km langen Strecke von Neumarkt nach Passau ab und zu ein Briefchen verschütt ging, was den Absender und sein Freifräulein wenig erbaut haben dürfte.

Eine Klage beim zuständigen Oberpostamt in Nürnberg zu stellen dürfte die dortigen Beamten aber nicht zu Schweißausbrüchen genötigt haben, denn für den Verlust nicht qualifizierter Poststücke haftete man nicht (bei Einschreiben oder Wertbriefen sah das natürlich anders aus).

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 21.06.2009 00:39:34 Gelesen: 16826# 3 @  
Wie ich bereits erwähnte, waren die 3 Kr. GU für einfache Fernbriefe vorgesehen. Zu 99,9 % fanden sie so auch ihre Verwendung.

Bis heute ist ein Stück aufgetaucht als Ortsbrief, wobei zu sagen ist, dass es ab dem 1.1.1868 in Bayern keine 3 Kr. Ortsfrankaturen mehr gab.



Am 14.6.1871 wurde in Weissenburg ein Ortsbrief aufgegeben, der bis 1 Loth nur einen Kreuzer, über 1 bis 15 Loth nur zwei Kreuzer gekostet hätte. Offenbar war dem Absender das Schreiben an den Bezirksamtsassessor Käppel sehr wichtig, dass er auf den einen oder die beiden Kreuzer, die er sich hätte sparen können, glaubte verzichten zu müssen.

Oder die Post hatte noch oder schon geschlossen und er musste nehmen, was da war.



Am 11.12.1870 schrieb man von Ansbach nach Linz in Österreich. Als Teil der Adresse notierte der Absender unten links "frei gegen Schein". Dieser Terminus war bei der eingeschriebenen Versendung von Poststücken vorgesehen. Auch hier löste der Abesnder aber keinen Schein, ließ die Sendung also nicht einschreiben, sondern war sie in den Briefkasten des Postlokals von Ansbach.

Die Aufgabepost war gehalten, dergleichen Briefe nicht als rekommandiert zu behandeln, wiewohl es auch Gegenbeispiele gibt.

Um sich nicht dem Verdacht auszusetzen, man hätte die gewünschte Einschreibung verschlafen, strich man den Vermerk "gegen Schein" und notierte "Boite" = Briefkasten. Vermutlich hatte die Poststelle in Ansbach noch nicht geöffnet oder war schon geschlossen, als der Absender seinen Brief aufgeben wollte.

Mit einem traurigen Individualschicksal möchte ich für heute schließen.





Im Krieg 1870/71 waren Sendungen von der Front zur Heimat und vice versa portofrei. Der bayerische Staat zeige sich sehr generös, weil man die Kommunikation innerhalb der Familien nicht noch in diesen schweren Stunden verteuern wollte.

Dass man trotzdem einen GU nahm, hing wohl auch mit der Schnelligkeit zusammen, denn man wollte schnell wissen, wie es um ihn bestellt war. Zumindest läßt dies die Einschreibung vermuten. Wäre der Brief selbst portofrei gewesen, so hätte die Einschreibung immer 7 Kr. gekostet, auch von der Front Richtung Heimat (es ist dies auch der einzige eingeschriebene Brief Heimat - Front, den ich kenne).

Jedenfalls schrieb am 28.8.1870 die Familie ihrem Sohn Ludwig Volk unter der genauen Angabe seiner Einheit per Feldpost. Der Umschlag lief dann auch an seine Einheit in Frankreich, doch weilte unser tapferer Recke nicht mehr dort. "Befindet sich zur Zeit in Nördlingen, Quillmann, hautbrist" notierte man vorne bei seiner bayerischen Einheit in Frankreich.

Nun lief er, zuerst mit der Feldpost, dann per Bahn (ganz normal) nach Nördlingen, wo er (im Spital) zugestellt werden sollte.

Die Zustellung konnte aber auch dort nicht bewirkt werden, denn siegelseitig notierte man in Nördlingen am 24.9.1870 "Adressat in Nördlingen nicht aufzufinden". Wenn ein Soldat nicht im Spital war und auch nicht bei seiner Einheit, dann bedurfte es nicht vieler Worte, um sein Schicksal zu kennen.

Das eingeschriebene Kuvert lief am 26.9.1870 an den Aufgabeort Stadtsteinach retour. Die Annahme dieses Kuverts tat weh ...

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 21.06.2009 21:10:08 Gelesen: 16803# 4 @  
Ein Vorläufer der bayerischen Ganzsachen war die am 1.7.1870 verausgabte Correspondenzkarte (CK). Diese CK wurden dem Publikum mit bereits aufgeklebter Marke verkauft. Wer 50 Stück oder ein Vielfaches davon abnahm, bekam diese auch blanko zum Preis von 9 Kr. am Schalter.

Üblicherweise bestand die Frankatur aus einer 3 Kr. Marke, in der Regel eine Nr. 23, die am selben Tag erschienen war. Es gibt aber, wesentlich seltener, auch CK mit der Nr. 15.

Die CK waren also wie gewöhnliche Briefe zu frankieren und konnten auch qualifiziert aufgegeben werden (Chargé, Expreß, gegen Rückschein oder poste restante). Alle diese Besonderheiten sind sehr selten und von Spezialisten gesucht und gut bezahlt.

CK für Ortssendungen oder Drucksachen wurden mit der Nr. 22, oder wesentlich seltener, mit der Nr. 14 frankiert abgegeben.

Ab dem 1.1.1872 wurde die Gebühr für CK bzw. Postkarten (PK) auf 2 Kr. reduziert, was ihre Beliebtheit steigerte.

Alle Anderen Frankaturen, also nicht 1, 2 und 3 Kr., sind sehr selten und werden sehr teuer bezahlt.

CK wurden in der Regel gefaltet transportiert, sei es durch die Briefträger, die immer ein ausreichendes Quantum mit sich führen mussten, also auch durch die Kunden, die die Karten platzsparend in Hosen und Jacken bei sich trugen. Daher ist eine Mittelfaltung auch kein Mangel. Nur ganz wenige CK blieben ohne Faltung - vermutlich diejenigen, die am Schalter gekauft und direkt beschrieben wurden (Bleistift).



Eine CK aus Immenstadt vom 30.7.1870, also dem 1. Monat der Verwendung, zeigt eine Nr. 15. Die CK lief nach Rosenheim und war bei der Ankunft links oben mit dem Ortsstempel zu bedrucken. Weil die Verwendung dieser neuen Mitteilungsart noch ganz neu war, benötigten die Gebrauchsvorschriften hierfür noch fast 40% der beschreibbaren Fläche der Vorderseite. Die Mitteilungen hatten rückseitig zu erfolgen.





Wie man es nicht machen sollte, zeigt eine CK aus Augsburg vom 2.3.1872. Die Gebührensenkung war an dem Absender, einem Apotheker, spurlos vorüber gegangen. Er hatte aber, wie oben geschrieben, wohl mindestens 50 CK gekauft und diese selbst frankiert. Hierbei hatte er die Marke aber nicht, wie es die Vorschrift war, vorne oben rechts appliziert, sondern hinten oben links.

Nach der bayer. Transportordnung waren Freimarken, die siegelseitig aufgeklebt worden waren, nicht gültig. Der Augsburger Aufgabepost entging die Marke jedoch nicht, denn man notierte "verte" für "umseitig", entwertete die Marke mit dem Zweikreisstempel der Filialpost in der Stadt und spedierte sie nach München, wo sie einen Tag später eingangsgestempelt wurde - nur nicht vorne oben links, sondern hinten in der Mitte unten.

Dass beide Poststellen die nicht erlaubte Stempelfarbe violett benutzten, macht die Sache nicht wirklich besser.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 26.06.2009 16:15:29 Gelesen: 16768# 5 @  
Zum 1.1.1873 wurden in Bayern die ersten Postkarten (P) mit dem Werteindruck 2 Kr. heraus gegeben. Sie unterscheiden sich in Type I (3. Zeile "werthes") und Type II (3. Zeile "wertes"). Die Type II ist deutlich seltener und daher wesentlich teurer (fünfmal die 5 Euro je für ungebraucht und gebraucht).



Eine schmucke P1 I aus Würzburg zeigt uns, wie vorgegangen werden sollte. Der Werteindruck wurde sauber getroffen und darunter der Aufgabestempel nochmals beigesetzt. Der Post - Abgabe - Stempel von Mainz war wenigstens auf der richtigen Seite, wenngleich zu tief gesetzt worden.



Weitergeleitete P1 I aus Traunstein nach Nürnberg und wieder retour nach Traunstein. Die Weiterleitung nicht ausgelieferter Poststücke war ab dem 1.1.1868 in Deutschland und Österreich kostenlos.

Am 1.2.1874 kam die P2 mit einer Nominale von einem Kreuzer heraus, die für Ortskarten oder Drucksachenkarten vorgesehen war.





Für einen Kreuzer schickte man von Miltenberg nach Oberlangenstädt ein Reise - Avis, also eine Ankündigung, dass ein Reisender in der nächsten Zeit beim Empfänger eintreffen würde, der mit ihm Geschäfte zu machen wünschte.

Dergleichen Karten sind nicht häufig - Sem notiert für die P2 I zu Recht 125 Euro für gebrauchte Stücke und nur 8 Euro für ungebrauchte. Das Verhältnis dürfte heute etwa bei 1 zu 1.000 liegen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Concordia CA Am: 26.06.2009 16:58:09 Gelesen: 16763# 6 @  
@ bayern klassisch [#25]

Im Beitrag [#24] schreibst Du dass die Stempelfarbe violett nicht erlaubt war. Nun meine ich bei dem Beleg von Traunstein auch die violette Stempelfarbe zu erkennen. Im Sem ist der Stempel mit der Winkler-Nr. 20a für Traunstein nur mit den Stempelfarben grün und violett aufgeführt.

Unterlag die Verwendung der Stempelfarben genauen Vorschriften oder war der Anarchie oder dem Einfallsreichtum der jeweiligen Postexpedition Tür und Tor geöffnet?

Mit besten Sammlergrüßen
Jürgen
 
bayern klassisch Am: 26.06.2009 19:26:08 Gelesen: 16747# 7 @  
Hallo Concordia CA,

die Stempelfarbe Bayerns war während der gesamten Kreuzerzeit schwarz. Seit der Verordnung darüber vom Okt. 1849 hatte sich nie etwas geändert.

In der Sekundärliteratur wird erwähnt, dass ab ca. 1871 blaue bzw. violette Stempelfarbe, die von den Telegraphenämtern stammen soll, in den Postbetrieb einfloß.

Ob das so ist, halte ich für fraglich. Ich kenne nämlich die Primärliteratur, und in dieser ist immer nur von schwarzer Farbe die Rede, während die blaue/violette nicht akzeptiert wurde und dann mehrfach gegen Strafeinleitung verboten wurde.

Trotzdem kann ich ab 1871 jedes Jahr die blau - violette Farbe nachweisen; es gab diese Farbe auch bei Postexpeditionen, die nie eine Telegraphenstation hatten. Wie hätten diese denn an die Farbe kommen sollen? Von der Materialverwaltung in München bzw. dem Bezirksamt ihrer Umgebung sicher nicht.

Ich denke, es ist ein Märchen, was die Telegraphen - Farbe angeht, denn Telegraphenmarken mit dieser blau - violetten Farbe habe ich noch keine gesehen. Diese müssten aber doch zuhauf blau - violett abgestempelt worden sein, wenn diese These tatsächlich zuträfe ...

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 05.07.2009 16:05:46 Gelesen: 16694# 8 @  
Liebe Sammlerfreunde,

kein direkter Postbetrug, aber immerhin gelungen war die Abgabe einer Ortskarte am 25.5.1874 in Würzburg um 21.00 Uhr Abends. Dass nur ein 1 Kr. Wertstempel entwertet wurde, übersah man dort im Schein einer trüben Funzel. Korrekt wären es 2 Kr. für Fernpostkarten nach Ulm gewesen.



Hätte man während des Postlaufs dieses bemerkt, hätte man zu rechnen gehabt: Unfrankierter Brief zu 7 Kr. abzüglich des einen Kreuzers = noch 6 Kr. vom Empfänger einzuziehen.

So selten dergleichen unerkannte Unterfrankaturen auch sind, gelang es mir eine 2. an Land zu ziehen, die vergleichbar war:



In München ab 20.00 - 21.00 Uhr Abends aufgegeben war es am 28.10.1874 sicher nicht mehr sooo hell, als dass die Aufgabepost an der Farbnuance hätte erkennen können, ob es eine 1 oder 2 Kr. Postkarte war, die da vor ihnen lag. Auch in Schweinfurt hatte man am Folgetag Stress und prüfte nicht mehr nach.



Korrekt machte man das in der Pfalz am 11.5.1874 in Alsenz. Die Ortspostkarte nach Alzey ("Alsei") erforderte 2 Kr., wodurch die Karte keine Vergünstigung erhielt und als unfrankierter Brief abzüglich des Wertstempels angesehen wurde. Noch 6 Kr. waren auch viel Geld für eine Postkarte ...

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Erdinger Am: 07.08.2009 14:43:20 Gelesen: 16469# 9 @  
Man wird es mir wohl nicht verübeln, wenn ich diesen schönen Thread wieder nach vorne hole.



Als ich dieses Stück seinerzeit unbesehen bei einer Auktion ersteigerte, konzentrierte sich mein Interesse vor allem darauf, dass es aus Taufkirchen/Vils stammte.

Der doppelte Stempelabschlag - auch auf dem Werteindruck - freute mich seinerzeit. Die Abnutzung des Stempelgeräts belegt, dass in Bayern - äh Taufkirchen schon immer etwas härter zugelangt wurde (frei nach dem unsterblichen Ministerpräsidenten Max Streibl zitiert), und der Abschlag zeigt, dass der sparsame Expeditor seine Stempelfarbe vorschriftswidrig wohl mit etwas Öl gestreckt hat. Für Taufkirchen übrigens ein hervorragender Abschlag - mir sind noch viel schlechtere bekannt, die dank eines trockenen Stempelkissens ohne weiteres als Blindprägungen durchgehen können.

Heute freut mich mehr, dass der Absender "NB Ein Druckbogen mitkommend im Kreuzband" auf die Vorderseite geschrieben hat!

Bei diesen Ganzsachenumschlägen muss man praktisch immer Abschläge bei der Erhaltung in Kauf nehmen. Das Papier (damals sehr modernes, holzschliffhaltiges, maschinenglattes Material) ist dünn und lappig. Es dürfte schon zur Ausgabezeit sehr empfindlich gegen Einrisse etc. gewesen sein. Mehr als "Pracht" ist fast nicht zu finden!

Liebe Grüße vom
Erdinger
 
bayern klassisch Am: 07.08.2009 21:37:06 Gelesen: 16449# 10 @  
Lieber Erdinger,

ganz außergewöhnliches Stück dank des Vermerks - quasi eine Art Muster ohne Wert anhängend.

Herrlich! Um das beneidet dich nicht nur der klassische Heimatsammler, sondern auch ich dich von Stund an ...

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Erdinger Am: 22.08.2009 17:38:47 Gelesen: 16343# 11 @  
Lieber bayern klassisch,

da wäre noch ein weiteres Stück, vielleicht nicht ganz so beneidenswert - weil wir nie erfahren werden, wo es aufgegeben wurde.

Der Expeditor versah das Stück mit einer Einschreibnummer, setzte den roten "Chargé"-Stempel drauf - und sonst nichts.

Auf der Rückseite gibt es auch keinen Stempel der Abgabepost. Vielleicht, weil der Aufgabeort mit dem Zielort/Ortszustellbezirk identisch war?



Viele Grüße vom rätselnden
Erdinger
 
bayern klassisch Am: 22.08.2009 20:34:52 Gelesen: 16329# 12 @  
Lieber Erdinger,

auch ein kleines Vortragsstück - zu Ungunsten der bayerischen Postbediensteten allerdings, denn kein Aufgabe- und Abgabestempel habe ich bisher in der Kreuzerzeit nur noch ein weiteres mal gesehen.

Ein Ortsbrief dürfte es aber nicht gewesen sein, denn bei einer hoch gestellten Persönlichkeit wie der eines königlich bayerischen Notars hätte man als Ortsangabe "Dahier" oder "Hier" geschrieben und nicht den Ort ausgeschrieben, schließlich kannte jeder in seinem Ort seine Honoratioren.

Als Ortsbrief wäre er ja überfrankiert gewesen, aber er hat auch so 10 Kr. total gekostet.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
die_ganzsache Am: 24.08.2009 00:58:48 Gelesen: 16286# 13 @  
Hallo,

hier zwei schöne Privatganzsachen-Umschläge 1 Kreuzer hellgrün der Weiss'schen Buchdruckerei (PU 1 B 1/01 und /02) - hat die jemand gebraucht?



Gruss
Joachim
 
bayern klassisch Am: 24.08.2009 07:59:53 Gelesen: 16278# 14 @  
Hallo Joachim,

wenn es die gebraucht gäbe, wären wir in sehr ordentlichen Preisregionen. Für dreistellige Eurobeträge wäre da wohl nichts zu machen.

Jedenfalls habe ich in meinem Leben noch nie eine gebrauchte Privatganzsache mit 1 Kr. gesehen. Aber man kann ja nicht alles gesehen haben.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
die_ganzsache Am: 24.08.2009 11:57:37 Gelesen: 16263# 15 @  
@ bayern klassisch

Das gilt aber wohl nicht für die 3 Kr. Privatumschläge:



Gruss
Joachim
 
bayern klassisch Am: 25.08.2009 09:48:30 Gelesen: 16242# 16 @  
Hallo Joachim,

zuerst einmal Danke für die schöne Zusammenstellung von privaten Ganzsachen, die wahrlich nicht jeder hat und finanziell wird haben können.

Der große Unterschied ist die Nominale, du hast es schon geschrieben. Es verhält sich hierbei wie bei den amtlichen Ausgaben auch:

Auf 1000 Dreikreuzerkuverts kommt nicht einmal eine Drucksachenschleife.

Das lag auch daran, dass sie weniger nachgefragt wurden und die allermeisten von ihnen vom Empfänger abgezogen und der damaligen Rundablage anvertraut wurden.

Die ersten Sammler warfen sie auch teils weg, weil es eben keine Marken waren. Als in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts das Sammeln von Ganzsachen rapide nach oben ging, war das Kind (Schleife) schon längst in den Brunnen (Mülleimer) gefallen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
die_ganzsache Am: 25.08.2009 14:52:50 Gelesen: 16231# 17 @  
@ bayern klassisch

Zum Abschluss nun PU 3:



Chargé-Brief vom 31.10.1874 oder 1875 (?) - das Porto von 10 Kr. kann ich nicht erklären.

Gruss
Joachim
 
bayern klassisch Am: 25.08.2009 14:56:51 Gelesen: 16230# 18 @  
Hallo Joachim,

ein außergewöhnliches Stück - selten und sehr gut erhalten - was will man mehr?

Die privaten Ganzsachen Umschläge kenne ich nur in ganz wenigen Fällen mit Zusatzfrankatur - danke fürs Zeigen sagt bayern klassisch.
 
die_ganzsache Am: 30.08.2009 11:05:13 Gelesen: 16152# 19 @  
Kann jemand mehr über das Privat-Streifband PS I (siehe Kopie des Sem-Kataloges) sagen. Hat jemand vielleicht einen Scan oder eine Kopie davon ?



Gruss
Joachim
 
bayern klassisch Am: 30.08.2009 17:55:09 Gelesen: 16125# 20 @  
Hallo Joachim,

da ich die Kreuzerzeit Bayerns seit gut 30 Jahren sammle, habe ich schon viel gesehen.

Das bei Peter Sem angegebene Stück kenne ich aber nur aus der Literatur. Als Unikat ist es mit einer Preisangabe von 3.000 Euro hinreichend bewertet.

Auf der anderen Seite druckt ein Verein nicht 3 oder 4 solcher Stücke, sondern vermutlich Hunderte, vielleicht gar noch mehr.

Es wäre also durchaus möglich, dass dergleichen Stücke noch irgendwo schlummern.

Leider kenne ich die Sammlung nicht, in der das Stück ruht, sonst würde ich den Kontakt herstellen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
thebestneverrest Am: 20.02.2010 20:36:34 Gelesen: 15188# 21 @  
Altdeutschland Bayern: Briefmarken mit Posthorn bestimmen

Hallo meine Lieben,

ich habe einen alten Brief mit Bayern 10 Pfenning Briefmarken gefunden, aber oben ist nicht der Wert sondern ein Posthorn zu sehen. Meine Frage, sind Briefmarken und Brief echt ? Kann mir jemand weiter helfen ?

Danke in Voraus.

Bitte Seht die Fotos an !






 
reichswolf Am: 20.02.2010 21:23:26 Gelesen: 15178# 22 @  
@ thebestneverrest [#21]

Es handelt sich hier nicht um eine Briefmarke auf einem Brief, sondern um eine Ganzsache. Das ist (in diesem Fall) ein Umschlag, auf den ein Wertzeichen direkt aufgedruckt wurde und der so von der Post verkauft wurde. Diese Wertzeichen können das gleiche Bild zeigen wie Briefmarken, sie können aber auch unterschiedlich zu den Marken gestaltet sein.

Bei diesem Umschlag (Michelnummer U6) weicht die Zeichnung nur ein wenig ab, wie du festgestellt hast (Posthörner statt Wertziffern), es gibt aber auch Ganzsachen, deren Wertzeichen völlig anders gestaltet sind als die zeitgleich gültigen Briefmarken.

Wichtig ist auf jeden Fall noch, daß der Umschlag (und alle anderen Ganzsachen) als ganzes ein Postwertzeichen ist, also bitte niemals zerschneiden.

Beste Grüße,
Christoph
 
Stempelwolf Am: 20.02.2010 21:39:03 Gelesen: 15175# 23 @  
@ thebestneverrest [#21]

Hallo,

hierbei könnte es sich um den Ganzsachenumschlag U6 handeln. Mit Wasserzeichen fallend = U6X (50 Euro), mit Wasserzeichen steigend U6Y (30 Euro).

Beste Grüße
Wolfgang
 
bayern klassisch Am: 20.02.2010 21:55:40 Gelesen: 15171# 24 @  
Hallo,

und echt ist es auch noch. :-)

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
thebestneverrest Am: 21.02.2010 12:20:22 Gelesen: 15136# 25 @  
@ Wolfgang und Bayern Klassisch

Vielen, vielen Dank für die Informationen ! :-)
 
Cantus Am: 15.02.2014 02:56:22 Gelesen: 5035# 26 @  
Hallo,

ich möchte auch einmal einen U1 mit Klappenstempel 1 zeigen. Der Umschlag ist zwar etwas lädiert, aber für meine kleine Sammlung "Altdeutschland / Briefe" ist er immer noch gut genug. Ich habe versucht, mit dem Scanner den Klappenstempel sichtbar zu machen, aber trotz farblicher Bearbeitung ist kaum mehr als das zentrale Posthorn zu erkennen.

Der Umschlag lief am 21.9.1889 von Lindau nach Laupheim.



Viele Grüße
Ingo
 

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