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Thema: Postanweisungen von 1865 bis 1925
Das Thema hat 30 Beiträge:
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Lars Boettger Am: 21.08.2009 14:18:21 Gelesen: 25974# 6 @  
@ die_ganzsache [#5]

Hallo Joachim,

ist das ein Probedruck? Fehlt dann nicht ein Vermerk wie "Muster", "Specimen" oder ein "Ungültig"? Ist das möglicherweise ein Formular - ohne Wertstempel?

Beste Sammlergrüsse!

Lars
 
die_ganzsache Am: 21.08.2009 14:41:40 Gelesen: 25968# 7 @  
@ lars

Ich glaube mehr an einen Probedruck - ich habe einige andere Ganzsachen dieser Art (auch mit Wertstempel), die ohne "Muster" oder ähnlichen Aufdruck sind. Die Formulare sahen zu dieser Zeit (glaube ich wenigstens) anders aus. Doch sicher bin ich mir nicht.

Gruss
Joachim
 
bayern klassisch Am: 21.08.2009 14:47:56 Gelesen: 25968# 8 @  
Hallo Joachim,

an einen Probedruck glaube ich nicht. Diese Vordrucke ohne Werteindruck wurden für dienstliche Geldanweisungen benötigt und benutzt, die gebührenfrei waren, so dass man eines Werteindruckes nicht bedufte. Ich hatte mal 2 vor vielen Jahren in gebrauchter Form in meiner Sammlung.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
die_ganzsache Am: 21.08.2009 14:56:04 Gelesen: 25966# 9 @  
@ bayern klassisch

Danke - das klingt plausibel.

Ich hatte vor kurzem ein derartiges ungebrauchtes Stück in einem Auktionskatalog gesehen - dort wurde es als "Essay ohne Wertstempel" mit Ausruf EUR 260 (!) angeboten.

Gruss
Joachim
 
die_ganzsache Am: 21.08.2009 15:05:03 Gelesen: 25964# 10 @  
Frage: für ein Katalogvorhaben suche ich Scans von Anweisungen mit privaten Zudrucken - hat da jemand noch was?

Beispiel: A 104



Gruss
Joachim
 
bayern klassisch Am: 21.08.2009 17:57:05 Gelesen: 25954# 11 @  
Hallo Joachim,

diesen Auktionshaus solltest du dir beim Verkauf deiner Sammlung merken - wenn sie auch nur annähernd erlösen, was sie fordern, bist du ein gemachter Mann. :-)

Die Postanweisung mit Zudruck kenne ich nur bei den späteren Vordrucken - sie sind liegen geblieben, während Bayern sein Postregal abgegeben hatte. Danach kamen sie zum Altpapier oder wurden umgetauscht.

Ab und zu findet man ein paar Stück ungebraucht auf großen Messen oder in Sindelfingen, wo sie für 1-2 Euro oft jahrelang vergeblich angeboten werden.

Gebraucht wären sie m. E. alle sehr selten, jedoch habe ich in 30 Jahren noch nie eine gesehen.

Leider kann ich mit keinen Unterlagen oder Scans dienen, da nicht mein Sammelgebiet.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Lars Boettger Am: 21.08.2009 19:45:02 Gelesen: 25941# 12 @  
@ die_ganzsache [#10]

Hallo Joachim,

ich habe mal zwei Postanweisungen aus Luxemburg angehängt, passt ja gut zum Thread. Dort wurde grundsätzlich extra frankiert. Ungebrauchte Postanweisungen sind nicht häufig, da muss man mehr wie 1-2 Euro ausgeben. Gebraucht sind noch seltenere, selbst semi-klassische Postanweisungen bringen ca. 120 - 150 Euro auf Auktionen.

Beste Sammlergrüsse!

Lars




 
Christian Am: 23.08.2009 11:44:45 Gelesen: 25878# 13 @  
Guten Tag zusammen!

Erst einmal freue ich mich darüber, dass das Thema zu regen Zuspruch findet.

Die "Dreigeteilten"

Ich bin mit Sicherheit kein Spezialist für diesen Bereich. Sollten mir Fehler unterlaufen sein, sind Richtigstellungen herzlich willkommen.

Seit 1910 hatten die Postanweisungen des Deutschen Reiches die bekannte 3-Teilung. In Bayern wurde die erste Postanweisung in dreigeteilter Form erstmals 1920 ausgegeben.

Germania 25PF, braungelb, Ausgabe 1919, in den neuen Portostufen, Michel Nr. A42. 25PF waren nötig, um 5 - 100 Reichsmark anzuweisen



Das Ganze als Postanweisungsformular ohne Wertstempel



Bei dem Zudruck "C 90 E" dürfte es sich wohl um die Formularnummer handeln. Demnach könnte die geklammerte Ziffernfolge "(3.18)" das Druckdatum festhalten?

Postanweisung Germania 40PF, grün, Ausgabe 1920, in den nochmals erhöhten Portostufen, Michel Nr. A44. 40PF waren nun nötig, um 5 - 100 Reichsmark anzuweisen.



Postanweisung Bayern, Ausgabe März 1920, Reichverziertes Ziffernmuster, 40Pf olivbraun, für Anweisungen zwischen 5 und 100 Mark.



mit Überdruck Deutsches Reich, ebenfalls von 1920, Michelnummer A46



Vordruck von 6.1920 (?), vergleichbar der Michel Nr. A49, jedoch ohne Wertstempel.



Nach 1920 wurden meines Wissens nach keine Anweisungen mit Wertstempeln ausgegeben.

Vordruck von 12.1923 (?), ohne Wertstempel.



Herzliche Grüße

Christian
 
Postgeschichte Am: 23.08.2009 22:40:56 Gelesen: 25848# 14 @  
Hier eine Postanweisung im Muster Adler im Kreis von 1893 mit dem Wertstempel von 20 Pf. für Postanweisungen mit einem Betrag von 5 bis 100 Mark (Mi.Nr. A9 II).



Verwendet wurde sie zur Überweisung von 4 Mark von Wernigerode (Bezirksstempel 29 WERNIGERODE) 3.8.1897 nach Berlin SW und wurde dort am 6.8.1897 ausbezahlt.

Gruß
Manfred
 
die_ganzsache Am: 24.08.2009 00:48:55 Gelesen: 25838# 15 @  
Hallo,

eine ungewöhnliche Verwendung für eine PA - A 7 II gebraucht als Rohrpostkarte in Berlin am 23.11.1898



Gruss
Joachim
 
BD Am: 24.08.2009 07:49:00 Gelesen: 25834# 16 @  
@ Christian [#13]

Die dreigeteilten in Bayern gab es wohl schon vor 1920 ?

Mit besten Grüßen BD


 
Postgeschichte Am: 24.08.2009 12:01:32 Gelesen: 25818# 17 @  
@ BD [#16]

Hallo Bernd,

die zweiteiligen Postanweisungen von Bayern mit dem Brustbild des Prinzregenten Luitpold wurden am 10.3.1911 verausgabt.



Hier die 10 Pf für Postanweisungen bis 5 Mark und die 20 Pf für Postanweisungen für Beträge zwischen 5 und 100 Mark. Die Ganzsachen werden im Borek Ganzsachen-Spezial-Katalog Deutschland 1850 bis 1932 unter der Nr. 98 und 99 aufgeführt.

Die von Dir gezeigten dreiteiligen Postanweisungen [#16] ebenfalls mit dem Brustbild des Prinzregenten Luitpold wurden 1913 verausgabt. Im Borek unter der Nr. 100 II und 101 II aufgeführt.

Christian zeigt in seinem Beitrag [#13] die Postanweisung von Bayern mit dem Wertstempel große Wertziffer 40 Pfennig olivbraun, die 1920 verausgabt wurde.

Mit besten Sammlergrüßen
Manfred
 
BD Am: 24.08.2009 12:37:34 Gelesen: 25808# 18 @  
@ Postgeschichte [#17]

Hallo Manfred,

vielen Dank, dies ist wahrlich nicht mein Gebiet. Wobei die verschiedenen Postanweisungen der Kreuzerzeit mir auffällt, das bei den unten gezeigten zwei einen zusätzlichen Wertstempel erhielten. Das sieht schon interessant aus, sie wurden bestimmt nachträglich aufgebracht?

Mit besten Grüßen Bernd


 
die_ganzsache Am: 25.08.2009 18:13:22 Gelesen: 25778# 19 @  
@ bd

Gute Frage - die auch mich interessiert, da ich gerade an einem Handbuch über nachträglichen Wertstempelzudruck auf Ganzsachen arbeite.

Es gibt insgesamt bayerische 4 PAs mit 2 Wertstempeln: A 4, A 9, A 10 und A 13 (jeweils mit unterschiedlichen Typen, doch die lasse ich der Einfachheit halber weg).
A 4 mit 2 und 12 Kr. könnte die 12 Kr-PA (A 3) mit nachträglichem Zudruck des 2 Kr Wertstempels sein
A 9 mit 1 und 10 Kr. - es gibt keine PA mit 10-Kr-Wertstempel, also nicht nachträglich zugedruckt
A 10 mit 2 und 12 Kr. könnte die 12 Kr-PA (A 8) mit nachträglichem Zudruck des 2 Kr Wertstempels sein
A 13 mit 1 und 10 Kr. - es gibt keine PA mit 10-Kr-Wertstempel, also nicht nachträglich zugedruckt

Es stellt sich also die Frage, ob A 4 und A 10 derartig entstanden sind.

Vergleicht man A 4 mit A 3



so sieht man, dass die Stellung des 12-Kr-Wertstempels unterschiedlich ist, bei A 4 ist er weiter nach rechts gerückt, um dem 2. Wertstempel Platz zu schaffen. Also: kein nachträglicher Wertstempelzudruck.

Anders siehr es bei dem Vergleich A 12 mit A 8 aus



die Stellungen der 12-Kr-Wertstempel sind identisch - alles spricht für einen nachträglichen Zudruck.

Gruss
Joachim
 
BD Am: 25.08.2009 19:05:09 Gelesen: 25770# 20 @  
Hallo Joachim,

interessante Schlußfolgerungen. Bei der A 4 ist mir bei meinen wenigen Exemplaren etwas aufgefallen.

Der Wertstempel und das Königreich Bayern gibt es mit unterschiedlichen Breiten, da der Unterschied ca 1/2 cm beträgt, ist wohl von einer gewollten Druckveränderung auszugehen. Einmal nachträglicher Druck und einmal Neudruck?

Mit besten Grüßen Bernd



 
duphil Am: 26.08.2009 08:34:05 Gelesen: 25749# 21 @  
@ die_ganzsache [#19]

Hallo Joachim!

Diese "Zudrucke" erklären sich mir folgendermaßen:

In Bayern gab es durch die Ausgabe von 1, 2, 10 und 12 Kreuzer-Postwertzeichen bereit Vorlagen für die Wertstempel auf den Ganzsachen. Es gab allerdings keine 11 und 14 Kreuzer-Postwertzeichen und somit keine Vorlagen, die für die Bedruckung der Ganzsachen geeignet waren.

Da ja überall gespart werden musste (und muss), und die Herstellung von Druckvorlagen sicher teuer war, wurden einfach vorhandene Formen (in diesem Fall also die der 1, 2, 10 und 12 Kreuzer-Werte) genommen und zu diesen neuen Wertstufen zusammengestellt.

Das ist, wie gesagt, eine Vermutung von mir, da ich mangels Literatur nicht weiß, wann die Ganzsachen erschienen und somit die Vorlagen der Kreuzer-Postwertzeichen auch zu diesem Zeitpunkt für den Druck bereits vorhanden waren. Ich lasse mich da gerne eines Besseren belehren.

Mit freundlichen Gruß
Peter
 
die_ganzsache Am: 01.09.2009 19:45:43 Gelesen: 25702# 22 @  
Kann mir jemand über diesen Klebezettel auf der Postanweisung von Bayern etwas sagen?



Gruss
Joachim
 
bayern klassisch Am: 02.09.2009 20:38:41 Gelesen: 25682# 23 @  
Hallo,

wenn jemand mal etwas sehen möchte, was nicht jede Woche im Angebot erscheint:

http://cgi.ebay.de/Bayern-AU-bei-AIBLING-8-Jun-91-Post-Anweisung-A201_W0QQitemZ140343187880QQcmdZViewItemQQptZBriefmarke?hash=item20ad1b19a8&_trksid=p3286.c0.m14

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Postgeschichte Am: 02.09.2009 20:55:22 Gelesen: 25676# 24 @  
@ die_ganzsache [#22]

Hallo Joachim,

bei dem Zettel handelt es sich um die Bezirksnummer, die bei Postanweisungen des Deutschen Reiches oft mit Stempeln manuell, selten mittels Postanweisungs-Stempelmaschinen aufgebracht wurde. Ein schönes Beispiel zeigt bayern klassisch in seinem Beitrag [#23].

Gruß
Manfred
 
duphil Am: 03.09.2009 08:39:08 Gelesen: 25661# 25 @  
@ bayern klassisch [#23]

Hallo zusammen!

Ich habe das Bild mal hierhin kopiert. Es wird ja irgendwann bei ebay gelöscht.



Mit freundlichen Gruß
Peter

---

Redaktionell auch die Beschreibung ergänzt:

1891, echt gebrauchte Post-Anweisung als "Post-Dienst-Sache" über 2 Mark, an die K. Postbezirkskasse in München mit klarem K1: " AU bei AIBLING 8 Jun.91 "

Rückseitige Abstempelung mittels R4 des Zentralbahnhofs von München vom 9 Jun.1891.
 
weite Welle Am: 09.09.2009 20:45:03 Gelesen: 25597# 26 @  
Hallo,

hier mal zwei ungewöhnliche Entwertungen von bayerischen PAWs durch KGE- (A14) und Postablage-Stempel (A16III)



Gruß
weite Welle
 
Hawoklei Am: 27.08.2012 13:28:06 Gelesen: 14723# 27 @  
Hallo an alle interessierten Leser,

nach fast 3 Jahren hole ich das Thema mal wieder nach vorne. Ich zeige eine Post-Anweisung von 1865 aus dem "Herzogthum Braunschweig". Zur Übermittlung von 40 Thalern verwendet am 4./5. JULI 1865. Oben links ist ein blauer Post-Annahmestempel von HASSELFELDE 4.JULI 1865 nur schlecht zu erkennen, weil der Beleg auch eine kräftige blaue Farbe hat. Im Mi. Ganzsachen-Katalog die Nr. A2 mit Wertstempel Prägedruck "Springendes Pferd im Oval" 2 Groschen dunkelblau.

Beste Grüsse Hans


 
Hawoklei Am: 27.08.2012 14:03:36 Gelesen: 14717# 28 @  
Anschließend zwei ungebrauchte Formulare von 1866 aus dem "Postbezirk Hamburg". Der linke Vordruck hat in der Überschrift das Hamburger Wappen auf weissem Untergrund im schwarzen Kreis und trägt rechts davon den Prägedruck-Wertstempel 3 Schilling im achteckigen Rahmen. Im Katalog mit der Nr. A1 b benannt.

Der rechte Vordruck hat einige Veränderungen in Text und Schriftbild, hat aber keinen Wertstempel sondern den Text im gepunktetem Rechteck "Zum Aufkleben der Freimarken." Weil der Wertstempel fehlt, ist es auch keine "Ganzsache" und steht also auch nicht im MICHEL-Katalog!

Beste Grüsse Hans


 
Baldersbrynd Am: 06.12.2017 14:56:11 Gelesen: 144# 29 @  
Hallo Alle,

hier ein Postanweisung aus Ballum (jetzt Dänemark) nach Varde in DK.
Sendet am 29.3.1866, durchgestempelt in Apenrade 30.3.66 und in Hadersleben 31.3.66.
Am oben steht Hermed pr Postanvisning 2 Mark(?) 8 Schilling Courant. (Hiermit per Postanweisung ...)
Empfänger Hans P. Nielsen Fattiggaarden ved Warde (Armenhaus bei Warde)
Unten links steht: Frit (Frei) in Schl(eswig)(?)
Im Mitte mit blau geschrieben Fr. 32 S(killing)(?) RM Rigsmønt (Reichs Münze)

Jetzt frage ich:
Die 2 Mark 8 Sch. umgerechnet bis dänische Schillige sind viel mehr als 32 Sch. Die Kurs war 1¼ Schl. cour = 4 Schillinge dänish. Habe ich etwas mischvestanden?

Die Rückseite sind eine kleine Katastrophe. Ich meine das zwei Briefmarken sind entfernt. Die Porto in Schleswig war 1¼ Sh für Brief und 2 Sh. für Postanweisung. Das Porto in Dänemark war 4 Sk für Brief und 8 Sk. für Postanweisung.

Kann jemand mir helfen mit diesem Brief?

Viele Grüße
Jørgen


 
Manne Am: 06.12.2017 17:18:53 Gelesen: 129# 30 @  
Hallo zusammen,

dieser Einzahlungs-Schein aus Sachsen aus dem Jahr 1856 sollte auch passen.

Gruß
Manne


 

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