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Thema: Retourmarken Bayern
Christian Am: 29.12.2009 01:04:16 Gelesen: 10744# 1 @  
Bayerische Retourenmarken ?

Hallo zusammen.

Heute möchte ich mich mit einer Frage zu den bayerischen Retourenmarken an das Forum wenden.

Zuerst einmal möchte ich beschreiben, was ich bereits in Erfahrung bringen konnte.

Unzustellbare Briefe wurden an den Absender zurückgeschickt. Für den Falle, dass kein nach außen sichtbarer Hinweis auf den Absender fehlte, wurde der Brief an eine Kommission beim jeweils zuständigen Oberpostamt weitergeleitet. Die Kommission öffnete den Brief und verschloss ihn für die Rücksendung, falls ein Absender ermittelt werden konnte, mit einer Retourenmarke.

Retourenmarken der Ausgabe 1865/66


Nürnberg, Würzburg, Bamberg


Augsburg, München


Speyer

Ausgabe 1869/81

Regensburg wurde bei der ersten Ausgabe vergessen, deshalb erhielt Regensburg diese Ausgabe bereits ein Jahr vor den anderen Oberpostämtern.



Leider endet meine Literatur hier. Die folgenden Marken kann ich nicht mehr zuordnen. Stammen sie aus der gleichen Ausgabezeit, oder wurde eine weitere Serie aufgelegt?



Es wäre schön, wenn jemand eine Antwort für mich hätte.

Herzliche Grüße

Christian

PS: Weitere Exponate sind natürlich auch herzlich willkommen.
 
Postgeschichte Am: 29.12.2009 02:06:27 Gelesen: 10735# 2 @  
@ Christian [#1]

Hallo Christian,

die Verwendungszeit für den Verschlusszettel von Nürnberg "Commission / für / Rückbriefe / Nürnberg." wird mit 1871 bis 1910 angegeben. Es sind weitere Verschlusszettel mit Inschrift "Kommission" in fraktur und in antiqua bekannt. Der Verschlusszettel von Augsburg "Commission / für / Retourbriefe / Augsburg" (ist in 2 verschiedenen Typen bekannt) ist in der Zeit vom 1883 bis 1909 registriert worden. Nachzulesen ist dies im "Handbuch Retourverschlußmarken (Deutsche Gebiete) von Gerhard Weileder, der meines Wissens auch Mitglied der Philaseiten ist.

Gruß
Manfred
 
Christian Am: 29.12.2009 13:50:11 Gelesen: 10703# 3 @  
@ Postgeschichte [#2]

Lieber Manfred,

auf dich ist wie immer Verlass. Dankeschön!

Liebe Grüße

Christian
 
Harald Zierock Am: 29.12.2009 13:50:48 Gelesen: 10702# 4 @  
Hallo,

Früher waren die Retourmarken im Michel verzeichnet; heute nicht mehr!

Kann mir jemand sagen warum?

Schönen Tag,

Harald
 
Postgeschichte Am: 29.12.2009 14:53:49 Gelesen: 10694# 5 @  
@ Harald Zierock [#4]

Hallo Harald,

das wird nur der Schwaneberger Verlag beantworten können. Meines Erachtens sind es zu viele. Das von mir angeführte Buch über die Retourverschlußmarken ist über 200 Seiten stark. Im Michel Briefekatalog sind bei Bayern zumindest beispielhaft 5 Retourmarken abgebildet.

Gruß
Manfred
 
Harald Zierock Am: 29.12.2009 15:08:25 Gelesen: 10691# 6 @  
@ Postgeschichte [#5]

Hallo Manfred,

Das ist tatsächlich viel, könnte aber trotzdem von Michel bearbeitet werden, denn schließlich gibt es ja auch ein Band über Privatpostmarken.

Viele Grüße,

Harald
 
Postgeschichte Am: 29.12.2009 15:32:31 Gelesen: 10687# 7 @  
@ Harald Zierock [#6]

Hallo Harald,

was haben aber Retourmarken mit Privatpostmarken gemeinsam? Privatpostmarken sind Briefmarken, Retourmarken sind Verschlußstreifen. Dies ist mit Sicherheit nichts für einen Briefmarkenkatalog. Dafür gibt es doch das von mir zitierte Werk.

Gruß
Manfred
 
Christian Am: 29.12.2009 15:50:37 Gelesen: 10680# 8 @  
@ Postgeschichte [#7]

Hallo Manfred,

im Bayern Spezialkatalog Band1 von Peter Sem sind sie aufgeführt. Aber eben leider nur die beiden von mir zuerst gezeigten Typen. Dort wird auch eine Bewertung vorgenommen. Wenn ich DM-Werte um- bzw. hochrechne, dürfte der Wert je Marke so um die 15 € liegen, Speyer etwas darüber.

Grüße Christian
 
Postgeschichte Am: 29.12.2009 16:22:13 Gelesen: 10673# 9 @  
@ Christian [#8]

Hallo Christian,

dann hast Du doch einen Ansprechpartner. Es gibt sie also schon, die Spezialliteratur.

Gruß
Manfred
 
bayern klassisch Am: 29.12.2009 17:58:16 Gelesen: 10658# 10 @  
Hallo,

ich hatte hier schon einen Brief mit der Retourmarke von Speyer aus 1872 gezeigt.

Das Problem ist ganz einfach: Diese Märkchen wurden aus den Akten gestohlen oder verhökert und in großen Mengen auf die Sammlerschaft losgelassen. Diese merkte, dass es Belege hiervon kaum einmal gibt und "produzierte", was der Sammlermarkt wollte.

Da sie auch heute noch für wenig Geld in großen Quantitäten verfügbar sind (eBay et altera), versuchen sich immer wieder "Künstler" und "Freischaffende", mit Hilfe von alten Briefen und günstig erworbenen Retourmarken Traumbelege zu produzieren.

Diese Versuche fallen mehr oder weniger lächerlich aus, wenn man die Umstände der Postbehandlung der damaligen Zeit kennt.

Den Gipfel erklomm eine Postkarte (!) von ca. 1880, auf der eine Retourmarke als Weltrarität angepriesen wurde. Da eine Retourmarke eine Verschlußmarke war, fragt man sich unwillkürlich, was bei einer Postkarte geöffnet und wieder verschlossen werden sollte.

Weil daher so viele Briefe manipuliert wurden, zogen sich viele Sammler von diesem interessanten Teilgebiet der Philatelie finanziell enttäuscht zurück.

Die Meinung, dass in einem reinen Briefmarkenkatalog dergleichen nichts zu suchen hat, teile ich auch.

Spezialkataloge wie die von Peter Sem zeigen das Grobe auf. Es dürfte auch hier, wie fast überall bei Bayern, noch einiges zu entdecken geben.

Ich persönlich halte von ungebrauchten Stücken nichts, weil sie mir der Zeit, aus der sie stammen, i. d. R. nichts zu tun hatten. Für echte Briefe mit ihnen kann ich mich aber immer wieder begeistern.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
weite Welle Am: 30.12.2009 18:56:26 Gelesen: 10623# 11 @  
Hallo Sammlerkollegen,

vor gut 3 Jahren ist eine umfassende Dokumentation der bayerischen Retourmarken herausgekommen (siehe Bild), in der auf fast 200 Seiten einerseits eine erschöpfende Typisierung vorgenommen wird, andererseits einige Dutzend Retourbriefe in Abbildungen vorgestellt und erklärt werden. Die das Titelbild zierende Postkarte ist übrigens keine Mache, sondern die einzig bekannte Karte mit nachweislicher Bearbeitung durch eine Rückbriefstelle; auf Postkarten wurden normalerweise keine Verschlußmarken verwendet, da es nichts zu verschließen gab.

Leider ist diese Veröffentlichung nicht auf dem freien Markt erhältlich, da es sich um eine Sonderausgabe für den Freundeskreis der Bayernsammler (nicht eine der beiden ARGEn) handelt, die im Selbstverlag der Verfasser erschienen ist.

Bei Interesse kann ich gerne nachfragen, ob diese noch Exemplare abgeben können. Echte Rückbriefe mit Retourmarken sind aus der Zeit vor 1882 extrem selten, ich habe aus meiner Ausgabe "weite Welle" 1876-81 in den letzten 35 Jahren kaum ein Dutzend Stücke gesehen. Zwei davon, die sich in meiner Sammlung befinden, will ich hier vorstellen.

Im übrigen kann ich die Meinung, dass es viele gefälschte Ganzstücke gibt, nicht teilen. Ich habe bislang kaum derartige Stücke gesehen. Dass es vom vorhandenen losen Material Unmengen gibt - in den letzten Jahren aus einer Quelle in der Karibik auf den Markt geworfen, ist allerdings unbestritten.

Die drei sehr schlecht wiedergegebenen scans sollten zum besseren Betrachten auf das Desktop kopiert werden, dort werden sie brauchbar wiedergegeben und können auch vergrößert werden.

Einen guten Rutsch in ein gesundes und philatelistisch erfolgreiches 2010 wünscht

weite Welle


 
Harald Zierock Am: 30.12.2009 19:07:51 Gelesen: 10619# 12 @  
@ weite Welle [#11]

Klasse Bericht! Man sieht gleich das Du davon eine Ahnung hast.

Harald
 
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