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Thema: Neuheiten aus Österreich
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Brigitte Am: 05.06.2017 07:03:00 Gelesen: 118258# 538 @  
Sondermarke „Pfarrkirche St. Andrä - Passion 16 - Christus und ungläubiger Thomas“
Serie “Sakrale Kunst in Österreich”

Die römisch-katholische Pfarrkirche nahe des Ortes Thörl-Maglern in Kärnten ist dem heiligen Andreas geweiht. Berühmt ist sie für ihre Fresken aus dem 15. Jahrhundert, die vom Kärntner Maler Thomas von Villach stammen. Die Sondermarke der Österreichischen Post aus der Serie „Sakrale Kunst in Österreich“ zeigt das Motiv des ungläubigen Thomas mit Christus.

Schon im 12. Jahrhundert gab es eine Kapelle in Thörl-Maglern. Die heutige Kirche wurde 1489 geweiht. Der massive Bau im spätgotischen Stil weist noch einige Bauteile aus romanischer Zeit auf. Beeindruckend sind neben dem Kreuzrippengewölbe vor allem die detailreichen Fresken, die Ende des 19. Jahrhunderts entdeckt und 1939/40 restauriert wurden. Geschaffen wurden die Szenen von Thomas von Villach, einem spätgotischer Maler von Fresken und Tafelbildern aus Thörl. Er war etwa ab 1455 in Villach tätig und ist ein bedeutender Vertreter der Villacher Schule.

Seine Werke zeigen Einflüsse der italienischen und später auch der niederländischen Malerei seiner Zeit und zeichnen sich durch ihren Detailreichtum und ihre feine Linienführung aus. Auch das „Landplagenbild“ an der Außenseite des Grazer Doms sowie die Fresken im Stift Sankt Paul und einige weitere Tafelbilder in Kärnten werden ihm zugeschrieben. Gegen Ende seines Lebens war Thomas Stadtrichter von Villach.

Die Fresken im Chor der Pfarrkirche Thörl-Maglern, der Heimat des Malers, entstanden vermutlich in der Zeit zwischen 1470 und 1489. Über der Sakramentsnische ist ein turmartiges Sakramentshaus gemalt, das Christus, Maria und Johannes sowie Szenen vor allem aus dem Alten Testament zeigt. Auf einem Triumphbogen ist das Jüngste Gericht dargestellt. Imposant ist das sogenannte Lebende Kreuz, das den gekreuzigten Christus zeigt. Von den vier Enden des Kreuzes geht je ein Arm ab. Der untere Arm zerschlägt mit einem Hammer das Höllentor, der obere öffnet mit einem Schlüssel das Himmelstor. Der rechte und linke Arm an den Kreuzenden zeigt Szenen mit den allegorischen Figuren Ecclesia und Synagoga. Um das Lebende Kreuz herum ist ein Passionszyklus abgebildet, aus diesem stammt auch das Markenmotiv, das Bildnis des ungläubigen Thomas. Thomas war einer der zwölf Apostel, die Jesus begleiteten. Er wird im Johannesevangelium im Neuen Testament als Zweifler dargestellt, weil er nicht an die Auferstehung Jesu glaubte, bis er dessen Wundmale sah und seine Hand darauf legen konnte. Jesus sagte darauf zu ihm: „Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“ (Joh 20,24–29)

Neben den kunsthistorisch bedeutenden Fresken ist in der Pfarrkirche von Thörl-Maglern vor dem Triumphbogen auch eine geschnitzte Rosenkranzmadonna aus dem 17. Jahrhundert zu sehen. Der Hochaltar von 1613 beherbergt eine Statue des heiligen Andreas. Die barocke Holzempore ist mit einer neugotischen Orgel ausgestattet.



Nennwert: EUR 1,70
Ausgabetag: 14.7.2017
Markengröße: 35 x 35 mm
Entwurf: Peter Sinawehl
Druck: Österreichische Staatsdruckerei GmbH / Offset-Stich (© Etch-Art by OeSD)
Auflage: 160.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
MiNr. 3350
 
Brigitte Am: 07.06.2017 07:07:00 Gelesen: 117529# 539 @  
Sondermarkenblock „150 Jahre Brennerbahn“
Serie „Eisenbahnen“

Eine der wichtigsten Verbindungen von Deutschland über Österreich nach Italien ist die Eisenbahnstrecke über den Brenner, die normalspurige Brennerbahn. Anlässlich des 150. Jubiläums ihrer Eröffnung im August 1867 widmet ihr die Österreichische Post eine Sondermarke aus der Serie „Eisenbahnen“.

Jene Teilstrecke der Eisenbahnverbindung von München nach Verona, die von Innsbruck über den Brennerpass bis nach Bozen verläuft, wird Brennerbahn genannt, auf Italienisch Ferrovia del Brennero. Sie stellt den Zusammenschluss zwischen der 1858 eröffneten k. k. Nordtiroler Bahn (Kufstein–Innsbruck) und der 1859 in Betrieb gegangenen k. k. Südtiroler Bahn (Verona–Bozen) dar. Die Strecke von Innsbruck nach Bozen ist rund 125 Kilometer lang. Die höchste Steigung beträgt 25 Promille, die höchste erreichbare Geschwindigkeit eines Zuges beträgt auf Nordtiroler Seite 100 km/h, in Südtirol etwas mehr.

Geplant und errichtet wurde die Brennerbahn unter der Leitung von Ingenieur Carl von Etzel von der k. k. priv. Südbahngesellschaft. Im Unterschied zur kurz zuvor eröffneten Semmeringbahn wurden aus Kostengründen möglichst wenige Tunnels und Brücken gebaut und stattdessen die steilen Talstufen bei St. Jodok und Gossensass durch Kehrtunnels überwunden. Ebenfalls kostengünstiger war es, bei Matrei und Gossensass die Strecke in das Flussbett (Sill bzw. Eisack) zu legen und für das jeweilige Gewässer einen Tunnel anzulegen. Der Bahnhof am Brennerpass auf 1.371 Meter Seehöhe, der höchste Punkt der Brennerbahn, ist heute der Grenzbahnhof zwischen Österreich und Südtirol, wobei der größte Teil zur Südtiroler Gemeinde Brenner gehört. Dort muss aufgrund der unterschiedlichen Stromsysteme der österreichischen (Wechselstrom) und der italienischen Bahn (Gleichstrom) die Lokomotive gewechselt werden. Heutige moderne E-Loks können allerdings mehrere Stromsysteme benützen und müssen nicht mehr wechseln. Historische Bedeutung erlangte der Bahnhof Brenner im Zweiten Weltkrieg, als Adolf Hitler und Benito Mussolini dort mehrmals zu politischen Gesprächen zusammentrafen.

Seit einigen Jahren ist der Bau des 55 Kilometer langen Brenner-Basistunnels im Gang, der den Güterverkehr von der heutigen Strecke abziehen und die gesamte Verbindung im Rahmen des Systems der Transeuropäischen Netze (TEN-T) beschleunigen wird. Bereits seit 1994 benützen Güterzüge die Umfahrung Innsbruck mit dem fast 13 Kilometer langen Inntaltunnel, um die Lärmbelastung im Unterinntal zu verringern. Bei der Realisierung des Brenner-Basistunnels werden diese Umfahrung sowie die Hochgeschwindigkeitsstrecke im Unterinntal miteinbezogen und machen damit die Eisenbahnachse Skandinavien-Mittelmeer (SCAN-MED) deutlich schneller. Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2026 vorgesehen. Der bereits jetzt beträchtliche Güterverkehr auf der Brennerachse wird zu einem großen Teil von privaten Eisenbahnunternehmen durchgeführt.

Das Briefmarkensujet zeigt einen typischen Personenzug der 1980er-Jahre mit einer E-Lok der Reihe 1020 der ÖBB im verschneiten Bahnhof Gries. Das Gebiet des Brennerpasses auf österreichischer Seite gehört zur Gemeinde Gries am Brenner.



Nennwert: EUR 1,75
Ausgabetag: 15.7.2017
Markengröße: 42 x 33,35 mm
Entwurf: Peter Sinawehl
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Kombinationsdruck Offset-Stich
Auflage: 160.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
MiNr. 3351
 
Brigitte Am: 09.06.2017 07:11:00 Gelesen: 116860# 540 @  
Sondermarkenblock „Eiche“

Anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der Österreichischen Bundesforste, die im Jahr 1997 aus dem Staatshaushalt ausgegliedert und als Aktiengesellschaft neu gegründet wurden, bietet die Österreichische Post eine ganz besondere Rarität für Briefmarkenfreunde: Eine Briefmarke in Form einer Eiche aus echtem Eichenholz.

Eichen (lat. Quercus) sind an ihren charakteristisch gelappten Blättern und an ihren Früchten auch für Laien recht gut erkennbar. In Österreich sind vor allem die Stiel- und die Traubeneiche heimisch. In den östlichen Gebieten unseres Landes sind Eichen weit verbreitet und spielen auch eine bedeutende wirtschaftliche Rolle. Sie können eine Höhe von bis zu 40 Metern sowie ein Alter von rund 1.000 Jahren erreichen.

Eichenholz ist eine der wertvollsten heimischen Furnierholzarten. Auch für Parkett, Türen, Fensterrahmen, Treppen und Möbel wird Eichenholz verwendet. Besondere Bedeutung hat die Eiche bei der Erzeugung von Holzfässern für hochwertige Weine im Barriqueausbau. Eicheln, die Früchte der Eichen, enthalten sehr viel Stärke und sind ein wichtiges Nahrungsmittel für Wildtiere. Die Eichenrinde findet auch in der Medizin Verwendung.

Die Eiche hat ein hartes, gleichmäßig gewachsenes und dichtes Holz – Eigenschaften, die ideal für die Erzeugung hochwertiger Furniere sind, denn das Holz bricht dadurch nicht so leicht. Diese hohe Widerstandskraft und die gute Bearbeitungsfähigkeit sowie die gleichmäßige Struktur und Farbe des Holzes machen die Eiche zu einer beliebten und trendigen Holzart in der Möbelerzeugung.

Alle Eichenbriefmarken wurden aus dünnen Furnierblättern aus Eichenrundholz gefertigt. Dafür wurde ein einzelner Baumstamm verwendet, der aus dem Revier der Österreichischen Bundesforste in Breitenfurt im Wienerwald stammte. Die stattliche Eiche war etwa 210 Jahre alt, 30 Meter hoch und hatte einen Brusthöhendurchmesser von 75 Zentimetern. Sie wurde speziell für die Produktion der Briefmarken geerntet.

Auch alle weiteren Produktionsschritte der ersten österreichischen Holzbriefmarke wurden von heimischen Unternehmen durchgeführt. Das Eichenrundholz wurde von dem in Wien ansässigen Unternehmen rausgebrannt in Kooperation mit Partnerfirmen aufwendig verarbeitet. rausgebrannt hat sich auf die Umsetzung ungewöhnlicher Ideen spezialisiert und mittels modernster Lasertechniken bereits kreative Designs in unterschiedlichsten Materialien realisiert. Die Herstellung der Holzmarken war ein technisch herausforderndes Unterfangen – Holz ist ein lebendiges Material, das „arbeitet“ und sich auch je nach Luftfeuchtigkeit verändert. Die kurze Trockenzeit des Holzes brachte die Gefahr von Rissen und Verformungen mit sich, und die durch die natürliche Holzmaserung nicht ganz ebene Furnierfläche machte den vollflächigen Druck schwierig. Mittels Lasercut und Laserbranding wurde die Baumform aus dem Eichenfurnier gestanzt. Dafür wurde ein eigens entwickeltes Verfahren angewendet, um schöne und saubere Schnittkanten zu erreichen. Jede Eichenmarke ist somit ein individuelles Einzelstück in der Form einer Eiche und mit der besonderen Haptik des nachwachsenden Rohstoffes Holz.



Nennwert: EUR 6,90
Ausgabetag: 28.7.2017
Blockgröße: 45 x 50 x 0,6 mm
Grafikentwurf: David Gruber
Produktion: rausgebrannt e.U. / Siebdruck, Lasercut, Laserbranding
Auflage: 130.000 Blocks
MiNr. 3352
 
Brigitte Am: 05.07.2017 14:33:12 Gelesen: 108743# 541 @  
Sondermarkenblock „Einspänniger Landpostwagen“
Serie „Historische Postfahrzeuge“

Aus der Serie „Historische Postfahrzeuge“ wird diesmal ein einspänniger Landpostwagen präsentiert, wie er zur Zustellung der Briefpost auf dem Lande in Verwendung war. Das Markensujet basiert auf einer Lithographie von A. Fachini.

Der Markenblock zeigt einen kleinen, recht simpel gebauten zweiachsigen Wagen mit vier Rädern und ohne Dach, der von einem einzelnen Pferd gezogen wird. Der Postillion sitzt auf seiner Bank, vor ihm liegt das sogenannte „Felleisen“ (vom französischen Wort „valise“), ein lederner Reisesack, der im Fahrpostdienst als Behältnis zur Aufnahme der Sendungen verwendet wurde. Dazu wird im „Unterricht über den Postbeförderungsdienst auf Straßen“ von 1884 Folgendes angeordnet: „… Die zur Beförderung der Briefpost und Stafetten bestimmten Wagen sollen von der leichtesten landesüblichen Bauart, jedoch so eingerichtet sein, daß in denselben die Felleisen gehörig verwahrt, und vor Verlust oder Beschädigung möglichst gesichert seien, weshalb dieselben entweder nach Art der Cariolwagen gebaut, oder die offenen mindestens mit einer Drahtkette zur Befestigung des Felleisens und einer vor Nässe schützenden Decke versehen sein müssen. … Die Briefpostfelleisen müssen im Inneren des Wagens so verwahrt werden, dass sie vor Nässe und Reibung geschützt und auch vor Verlust gesichert sind und müssen daher im offenen Wagen so untergebracht sein, daß sie der Postillon stets im Auge behält. Niemals darf ein Felleisen außerhalb des Wagens, das ist am Vorder- oder Hintertheile, aufgepackt werden.“ Bei Briefpost bis zu einem Gewicht von 110 Kilogramm hatte die Beförderung mit einem Pferd zu geschehen – der Postillion wurde dabei in das Ladungsgewicht natürlich nicht eingerechnet.

Bekleidet ist der Postwagenfahrer mit einer Uniform, die es seit 1838 für die Postillione gab. Er trägt die „Galamontur“: eine rote Jacke, helle Hosen aus Leder, schwarze Stiefel und einen schwarzen Zweispitz. Über seine Schulter ist mit einer Kordel das Posthorn geschlungen. Es gab auch eine einfachere Uniform, die für den alltäglichen Dienst bestimmt war, sie war aus schwarzgrauem Tuch mit roten Aufschlägen und Silberborten gefertigt, dazu trug man lederverstärkte Hosen. Auf dem Markensujet ist erkennbar, dass der Postillion eine Pfeife im Mund hat – dazu gab es allerdings strenge Vorschriften. So durfte etwa in Anwesenheit von Fahrgästen nur mit ausdrücklicher Erlaubnis der Reisenden geraucht werden.

Auf dem Markenblock ist die Unebenheit des Fahrweges recht gut zu erkennen. Eine Fahrt mit einem solch einfachen Postwagen war daher wohl eine eher holprige Angelegenheit und mit einem einzelnen Pferd sicherlich auch nicht allzu schnell.



Nennwert: EUR 2,10
Ausgabetag: 24.8.2017
Markengröße: 52 x 40 mm
Blockgröße: 100 x 60 mm
Grafikentwurf: Regina Simon
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 130.000 Blocks mit einer Marke
MiNr. 3353 (Block 96)
 
Brigitte Am: 05.07.2017 14:33:28 Gelesen: 108742# 542 @  
Sondermarkenblock „Freimarken 1867“
Serie „Klassikausgabe“

Das Jahr 1867 war ein großer Einschnitt in der Geschichte der Habsburgermonarchie. Der Österreichisch-Ungarische Ausgleich machte aus dem Kaisertum Österreich die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn, und das hatte naturgemäß auch Auswirkungen auf das Postwesen. Die Freimarkenausgabe 1867 trägt diesem Umstand Rechnung.

Ungarn war nun im Rahmen der verfassungsrechtlichen Realunion ein selbstständiger, gleichberechtigter Staat, das gemeinsame Staatsoberhaupt Franz Joseph I. herrschte als Kaiser von Österreich und Apostolischer König von Ungarn. Ab 1. Mai 1867 gab es somit auch eine selbstständige ungarische Postverwaltung. Die Freimarkenausgabe 1867 ist aber dennoch eine „bildgleiche Ausgabe“, die in beiden Postverwaltungen Verwendung fand. Die Währungsbezeichnung „Kr.“ für Kreuzer bzw. Krajczar war für beide Länder passend. Diese Freimarkenserie wurde am 1. Juni 1867 mit den Werten von 2, 3, 5, 10 und 15 „Kr.“ für Ungarn (zu dem auch Siebenbürgen gehörte) ausgegeben. Im österreichischen Kaiserreich war sie erst nach dem Aufbrauchen der vorangegangenen Briefmarkenserien erhältlich. Die Nominalwerte von 25 und 50 Kr. wurden am 1. September 1867 ausgegeben. Gültig waren die Marken in Ungarn („Transleithanien“) bis 31. Juli 1871, im österreichischen „Cisleithanien“ bis 31. Oktober 1884. Die Freimarken 1867 zeigen wiederum wie in der Ausgabe von 1860 den Kopf des Kaisers nach rechts gewendet, allerdings nun mit deutlich erkennbaren Gesichtszügen.

Das Bildnis des Kaiserkopfes ist von einem Perlenkreis eingerahmt, um diesen herum sind geschwungene Ornamente dargestellt. Der Nominalwert steht unterhalb des Bildmotivs. Das Design der 50-Kreuzer-Marke ist deutlich anders als das der anderen Werte.

Gedruckt wurden die Freimarken auf Schalterbögen zu je 100 Stück bzw. zu 80 Stück bei der 50-Kreuzer-Marke, beide Schalterbögen waren mit einem Wasserzeichen versehen. Man unterscheidet dabei den „groben“ und den „feinen Druck“: Bis Ende 1874 wurde relativ dickes, raues Papier verwendet, die grobe Charakteristik entstand beim Druck durch die Verwendung einer Textilunterlage auf der Gegenwalze. Ab 1874 wurde ein dünneres und glatteres Papier eingesetzt. Bei den 5-Kreuzer-Werten werden außerdem zwei Typen unterschieden: Die Type II entstand ab 1872 durch die Verwendung eines neuen Urstöckels. Innerhalb der Typen I und II unterscheidet man nochmals genauer nach unterschiedlichen Druckdetails in Variante a und b. Freimarken im „feinen Druck“ und in der Type II gibt es somit nur in den österreichischen Ausgaben, da die ungarischen nur bis 1871 in Umlauf waren. Exemplare der Freimarken 1867, die im ungarischen Gebiet verwendet wurden, sind bei Sammlern aufgrund der recht kurzen Gültigkeitszeit besonders beliebt. Zudem gibt es bei den Freimarken 1867 im feinen Druck sehr viele Zähnungsvarianten.

Der aktuelle Markenblock aus der Serie „Klassikausgaben“, eine Gemeinschaftsausgabe mit Ungarn, zeigt eine braune Freimarke zu 50 Kreuzern sowie eine 5-Kreuzer-Marke Type I im groben Druck in einem rötlichen Farbton.



Nennwert: EUR 2,88
Ausgabetag: 25.8.2017
Markengröße: 32 x 40 mm
Blockgröße: 80 x 60 mm
Grafikentwurf: Anita Kern
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 126.000 Blocks mit zwei Marken
MiNr. 3354 und 3355 (Block 97)
 
Brigitte Am: 07.08.2017 11:38:26 Gelesen: 97555# 543 @  
Sondermarke „Maria Kirchental“
Serie „Kirchen in Österreich“

Einer der beliebtesten Wallfahrtskirchen im Salzburgerland ist die Sondermarke aus der Serie „Kirchen in Österreich“ gewidmet: der Kirche Maria Kirchental „Zu unserer Lieben Frau Geburt“ in Sankt Martin bei Lofer. Seit mehr als 300 Jahren pilgern Gläubige zu diesem Wallfahrtsort, der im Jahr 2000 unter Denkmalschutz gestellt wurde.

Die Kirche wurde ab 1694 nach Plänen des bekannten Barockarchitekten Johann Bernhard Fischer von Erlach errichtet und 1701 eingeweiht. Die Außenansicht wird von der zweigeschoßigen Ostfassade mit den beiden Türmen und deren kleinen Kuppeln geprägt. Zwischen den Türmen ist das Gnadenbild der Muttergottes mit dem Jesuskind abgebildet. Die Wallfahrtskirche wurde vor einigen Jahren umfangreichen Renovierungsarbeiten unterzogen, nach deren Abschluss 2001 bezeichnete Alterzbischof Eder sie als „Bergkristall unter den Wallfahrtsorten“. Der Innenraum der barocken Kirche beeindruckt durch seine Weiträumigkeit und Helligkeit. Der Hochaltar in seiner heutigen Form stammt aus der Zeit der ersten Kirchenrenovierung um 1858. Er ist aus marmoriertem Holz gefertigt.

Über dem Altartisch erhebt sich ein triumphbogenartiger Altaraufbau mit dem Gnadenbild. Dieses Gnadenbild zeigt das Jesuskind auf dem Arm seiner Mutter, in seiner linken Hand hält es einen kleinen Vogel, einen Stieglitz, auch Distelfink genannt. Mit dem Finger der rechten Hand zeigt das Kind auf den Vogel – der Distelfink gilt als Symbol des Opfertodes Jesu, die roten Federn auf seinem Kopf symbolisieren das vergossene Blut Christi.

Die Holzstatue von Maria und dem Kind wurde um 1400 von einem unbekannten Künstler geschaffen. Etwa um 1689 brachte der Bauer Rupert Schmuck die Statue in das abgelegene Hochtal, und schon bald kamen die ersten Pilger zu der kleinen Waldkapelle mit der Gnadenmutter. Bereits wenig später beschloss der damalige Fürsterzbischof Johannes Graf von Thun, dort eine Wallfahrtskirche erbauen zu lassen. Unter der Leitung des ortsansässigen Baumeisters Stefan Millinger wurde dann binnen weniger Jahre die Kirche errichtet, die auch gerne „Pinzgauer Dom“ genannt wird.

Maria Kirchental ist berühmt für die unzähligen Votivbilder, die dankbare Pilger gestiftet haben. Seit 2004 werden diese Täfelchen sowie zahlreiche Gaben aus Wachs, Holz, Silber oder Stein im Kirchentaler Wallfahrtsmuseum ausgestellt und so die mehr als 300-jährige Geschichte dieses Wallfahrtsortes dokumentiert. Neben der Kirche gehören noch das ehemalige Mesnerhaus sowie das ehemalige Pfarrhaus zum Ensemble. Im „Haus der Besinnung“ leben heute Missionarinnen Christi und Herz-Jesu-Missionare, die die Wallfahrtsseelsorge übernehmen sowie verschiedene Kurse und spirituelle Begleitung anbieten.

Viele Menschen kommen als Wallfahrer nach Maria Kirchental, das auf rund 900 Meter Seehöhe in einem Hochtal am Fuße der Loferer Steinberge gelegen ist. Aber auch Wanderer sind von der hier herrschenden Einheit von Natur und Kultur beeindruckt und genießen die Ruhe des abgelegenen Ortes.





Nennwert: EUR 0,80
Ausgabetag: 10.9.2017
Markengröße: 34,8 x 42 mm
Entwurf: Kirsten Lubach
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 175.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
MiNr. 3356
 
Brigitte Am: 09.08.2017 07:08:00 Gelesen: 96901# 544 @  
Sondermarke „Post am Rochus“
Serie „Moderne Architektur in Österreich“

2011 beschloss die Österreichische Post, den Standort der Unternehmenszentrale in der Postgasse in Wien 1 aufzulassen und einen neuen Hauptsitz zu errichten. Im Herbst 2017 ist der Bau nun abgeschlossen und die „Post am Rochus“ wird eröffnet. Die Sondermarke zeigt die neue Unternehmenszentrale mit Blick vom Rochusmarkt.

Seit der Gründung der Post- und Telegraphenverwaltung im Jahr 1866 hatte diese ihren Sitz in der Postgasse im Bezirk Innere Stadt im Gebäude des ehemaligen Barbarastifts in Wien. Nach dem Beschluss zum Umzug in ein neues Hauptgebäude übersiedelte die Unternehmenszentrale vorübergehend in die Haidingergasse im 3. Bezirk. Die neue Zentrale sollte im innerstädtischen Bereich entstehen, und zwar auf einer posteigenen Liegenschaft in der Nähe des Rochusmarktes. Aus einem EU-weiten Ideenwettbewerb ging schließlich der Entwurf von Schenker Salvi Weber Architekten ZT GmbH gemeinsam mit feld72 architekten zt gmbH als Sieger hervor. Am 13. April 2015 erfolgte der Spatenstich für die neue Post am Rochus zwischen Erdbergstraße, Grete-Jost-Park und Rasumofskygasse.

Auf einer Gesamtfläche von rund 49.000 Quadratmetern bietet das neue achtstöckige Gebäude im Herzen des 3. Bezirks Arbeitsplätze für etwa 1.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Österreichischen Post AG. Mehr als 5.000 Quadratmeter Geschäftsflächen für rund 20 Shops auf mehreren Etagen machen die Post am Rochus zudem zu einem Einkaufs-, Dienstleistungs- und Gastronomiezentrum mit einem breit gefächerten Angebot. Auch eine Post- und BAWAG P.S.K.-Filiale darf dabei natürlich nicht fehlen. Bei der Auswahl der Shop-Partner wird der Schwerpunkt auf lokale, vorwiegend österreichische Unternehmen beziehungsweise österreichische Betreiber gelegt. PKW- und Fahrradabstellplätze sowie die Anbindung an die U-Bahn-Station Rochusgasse sorgen für eine gute Erreichbarkeit. Die beiden mit der Planung beauftragten Architekturbüros erläutern dazu: „Post am Rochus soll ein Ort der Begegnung sein. Kein in sich geschlossenes Objekt, sondern ein durchlässiges Element urbanen Grätzl-Lebens.“

Der Neubau der Post-Zentrale soll wesentliche wirtschaftliche Impulse in dem aufstrebenden Bezirksteil rund um den Rochusmarkt setzen. Eine denkmalgeschützte Art-Deco-Fassade in der Rasumofskygasse wurde in den Neubau integriert. Die Shop- und Gastronomieflächen binden den angrenzenden Grete-Jost-Park direkt an den Rochusmarkt an, der Park wird zudem revitalisiert und zu einer innerstädtischen Ruhezone aufgewertet.

Die Entscheidung für einen Standort im innerstädtischen Bereich und nicht „auf der grünen Wiese“ begründet Post-Generaldirektor DI Dr. Georg Pölzl mit dem Qualitätsanspruch des Unternehmens: „Natürlich ist die Errichtung eines Gebäudes mitten in der Stadt um einiges komplexer, aber wir setzen damit auch ein Zeichen für Kundennähe. Ganz wie es der Mission der Österreichischen Post AG entspricht: verlässlich, vertraulich, persönlich.“





Nennwert: EUR 0,80
Ausgabetag: 21.9.2017
Markengröße: 42 x 35 mm
Entwurf: Karin Klier
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 175.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
MiNr. 3357
 
Brigitte Am: 18.08.2017 11:00:50 Gelesen: 92578# 545 @  
Sondermarke „Tag der Briefmarke‘”

Das diesjährige Motiv der Sondermarke zum Tag der Briefmarke ist dem „letzten Ritter“ Kaiser Maximilian I. gewidmet. Sein Versepos Theuerdank aus dem Jahr 1517 ist ein bedeutendes Werk der frühen Buchdruckerkunst. Der Zuschlag zu dieser Briefmarke kommt auch heuer wieder der Förderung der Philatelie zugute. Maximilian wurde im niederösterreichischen Wiener Neustadt geboren – daher wurde der ebenfalls in Niederösterreich beheimatete Briefmarkensammlerverein Hirtenberg aus Anlass seines 50-Jahr-Jubiläums mit der Ausrichtung der Österreichischen Verbandsbriefmarkenausstellung ÖVEBRIA 2017 betraut. Maximilian I. (1459–1519) aus dem Hause Habsburg wurde 1508 zum Kaiser des Heiligen Römischen Reichs – jedoch ohne Krönung durch den Papst –, nachdem er schon zuvor römisch-deutscher König und nach dem Tod seines Vaters Friedrich III.

Herrscher der österreichischen Erblande war. Maximilian war sehr gebildet und zeigte großes Interesse an der Wissenschaft und an klassischen ritterlichen Traditionen wie dem Turnierkampf und der mittelalterlichen Heldenliteratur. Er inszenierte sich ganz bewusst als Ritter, dazu gehörten auch poetische Werke wie der Theuerdank oder der Weißkunig, in denen er auf idealisierende Weise aus seinem Leben erzählt.

Maximilian konzipierte diese Werke und wirkte selbst an der Erstellung der Texte mit. Sie wurden jedoch von seinen Vertrauten wie seinem Sekretär Marx Treitzsaurwein und dem Probst Melchior Pfintzing inhaltlich und redaktionell bearbeitet, Letzterer fügte auch eine sogenannte Clavis ein, Erklärungen zu den Personen und Ereignissen.

Theuerdank erzählt in sich reimenden Versen die fiktive Geschichte von Maximilians Brautwerbefahrt zu seiner späteren Gemahlin Maria von Burgund: Ritter Theuerdank macht sich auf den Weg zu seiner Braut Ehrenreich und erlebt auf dieser Reise verschiedene Abenteuer, bei denen er sich in klassischer ritterlicher Manier bewähren muss. Das allegorische Epos ist in 118 Kapitel unterteilt, jedes einzelne wird von einem kunstvollen Holzschnitt eingeleitet, der die Erlebnisse des Ritters sehr detailreich und plastisch illustriert. Die Holzschnitte stammen von bedeutenden Künstlern der damaligen Zeit wie Hans Schäufelin, Hans Burgkmair oder Leonhard Beck.

Für den Druck des Werkes entwickelte Vinzenz Rockner, ein Kanzleimitarbeiter Maximilians, eine eigene Schrifttype, die heute als Vorbild der deutschen Frakturschrift gilt. Diese Schrift mit kunstvoll gestalteten, geschwungenen Buchstaben wurde der Kanzlei-Hofschrift nachempfunden und zusätzlich mit Schreibschnörkeln versehen. Die Erstauflage des Theuerdank wurde 1517 vom kaiserlichen Hofbuchdrucker Johann Schönsperger der Ältere in Nürnberg mit teils kolorierten Holzschnitten gedruckt. Etwa 40 Exemplare wurden als Prachtausgaben auf Pergament gedruckt, rund 300 weitere auf Papier.

Der ersten Druckauflage folgten bis 1693 noch elf weitere Druckversionen, die sich teilweise auch im Inhalt durch sprachliche Modernisierungen und Bearbeitung der Verse unterschieden. Eine handschriftliche Vorfassung des Theuerdank befindet sich heute in der Österreichischen Nationalbibliothek.





Nennwert: EUR 2,88 + EUR 1,44
Ausgabetag: 6.10.2017
Markengröße: 42 x 33,35 mm
Grafikentwurf: Anita Kern
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 216.000 Marken in Kleinbögen zu 6 Stück
MiNr. 3362
 
Brigitte Am: 21.08.2017 07:08:00 Gelesen: 92212# 546 @  
Sondermarke „Peter Paul Rubens - Mädchen mit Fächer“
Serie „Alte Meister“

Der große flämische Barockmaler Peter Paul Rubens (1577–1640) studierte zeitlebens die „Alten Meister“: Sie waren ihm Vorbilder und Inspiration. Er kopierte und interpretierte sie auf seine Weise, um daraus zu lernen und sie zu übertreffen. Eines dieser Gemälde ist das „Mädchen mit dem Fächer“, das Rubens nach einem Bildnis von Tizian schuf und das die Österreichische Post nun auf einer Briefmarke aus der Serie „Alte Meister“ präsentiert.

Tizian (um 1488–1576), der venezianische Meister aus der Renaissance, malte seine „Dame in Weiß“ um 1555, also rund 70 Jahre vor Rubens. Tizian hatte das Bild an Philipp II. gesandt, gemeinsam mit einem Brief, in dem er die Dargestellte als „die uneingeschränkte Herrin meiner Seele“ bezeichnete. Das Mädchen in Tizians Gemälde wird oft als seine Tochter Lavinia gesehen, die 1555 geheiratet hatte. Es kann sich jedoch auch um Emilia, eine illegitime Tochter des Künstlers, handeln.

Auch Rubens wusste nicht, wen das Porträt darstellte. Er hatte Tizians Werk 1628/29 auf seiner Reise nach Madrid am spanischen Hof gesehen. Aus zeitgenössischen Büchern wusste er vermutlich, dass sich junge Frauen in Venedig nach der Hochzeit in Weiß kleideten, wenn sie das Haus verließen, daher deutete er die Dargestellte wohl als Braut. Vielleicht kannte Rubens auch den Kupferstich „Die venezianische Hochzeit“ von Hendrick Goltzius, auf dem eine Braut ähnlich gekleidet und mit ebenso hochgestecktem Haar abgebildet ist. In Rubens‘ Inventar seiner Sammlung wird sein Gemälde als „Bildnis einer Braut“ bezeichnet. Seine Kopien von Tizian-Bildern malte Rubens übrigens großteils für sich selbst, am Ende seines Lebens besaß er 69 solcher Exemplare. Tizians Malerei hatte großen Einfluss auf spätere Künstler verschiedenster Epochen, Peter Paul Rubens setzte sich in seiner eigenen Entwicklung besonders intensiv mit Tizians Werk auseinander.

Rubens fertigte eine relativ originalgetreue Kopie von Tizians Porträt an. In einigen Details sind aber doch Unterschiede zu erkennen. So zeigt die Haut bei Rubens deutlich mehr Farbe und nuancierte Weichheit, die Augen sind weiter geöffnet, das Dekolleté etwas tiefer, die Haare ein wenig lockiger, das Kleid mehr gebauscht. Insgesamt wirkt die junge Frau lebendiger, körperlicher und sinnlicher als bei Tizian, ihr Lächeln ein wenig selbstbewusster. Auch durch die besondere Technik unterscheidet sich Rubens‘ Version vom Original: So schimmert etwa an Stellen wie im Augenwinkel die hellgraue Grundierung bläulich durch und lässt die Haut licht und transparent erscheinen. Das Gemälde „Mädchen mit Fächer“, gemalt um 1628/29 auf Leinwand und nicht – wie sonst oftmals bei Rubens – auf Holz, ist heute Bestandteil der Gemäldegalerie im Kunsthistorischen Museum in Wien.





Nennwert: EUR 2,10
Ausgabetag: 7.10.2017
Markengröße: 35 x 42 mm
Grafikentwurf: Dieter Kraus
Foto: KHM-Museumsverband
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Kombinationsdruck Offset-Stich
Auflage: 170.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
MiNr. 3363
 
Brigitte Am: 23.08.2017 07:01:00 Gelesen: 92128# 547 @  
Sondermarke „Grinzinger Tracht“
Serie „Klassische Trachten“

Beim Wort „Grinzing“ denkt wohl jeder sofort an Heurige, Wein und Wienerlieder. Passend dazu gibt es auch eine eigene Grinzinger Tracht, die nun auf einer Sondermarke präsentiert wird. Da Grinzing ja ein klassisches Weinbaugebiet ist, wird dieses Dirndl auch als Weinhauertracht bezeichnet.

Grinzing am Fuße des Kahlenberges war einst ein Vorort von Wien. Seit 1892 gehört es zu Döbling, dem 19. Wiener Gemeindebezirk. Die malerischen Weinberge und die traditionelle Heurigenkultur machen Grinzing zu einem gerne besuchten Ausflugsziel für Gäste aus aller Welt. Der historische Ortskern mit der spätgotischen Grinzinger Kirche und dem begrünten Dorfanger gibt dem Ort heute noch seinen dörflichen Charakter, auch wenn Grinzing nunmehr eine beliebte Wohnadresse für die heimische Prominenz ist.

Das Grinzinger Alltagsdirndl war in dieser Form schon im 19. Jahrhundert bekannt und wurde bereits in der Zwischenkriegszeit vor rund 80 Jahren nach historischen Vorlagen erneuert – allzu streng sind die Vorschriften heute aber nicht. Das Besondere am Dirndl ist der Schnitt des Leibchens, der typisch für eine Wiener Tracht ist: Der rechte Teil wird über den linken geschlagen und dort seitlich geknöpft. Die Knöpfe sind gleichzeitig auch eine ganz charakteristische Verzierung, sie sind entweder gleichmäßig untereinander angeordnet oder mit etwas Abstand nach dem obersten Knopf. Durch diesen Überschlag ergibt sich ein eckiger Ausschnitt auf der Vorderseite, der sich am Rückenteil, der einfache Bogennähte hat, wiederholt. Ausschnitt, Verschlusskante und Bogennähte sind paspeliert. Neben diesem asymmetrischen Oberteil gibt es auch eine entweder vorne oder am Rücken geschnürte Variante, die meist in Braun- und Blautönen gehalten ist.

Genäht wird das Alltagsdirndl aus rot, blau und weiß kariertem Baumwollstoff oder Leinen – früher wurden oft Bettzeugreste dafür verwendet. Der etwa knöchellange Rock kann auch ein anderes Muster aufweisen. Die Knöpfe sind aus Perlmutt. Dazu wird eine farblich abgestimmte, einfärbige oder zart gemusterte Schürze getragen, die etwa fünf Zentimeter über dem Rocksaum endet und am Bund stark gezogen ist. Eine weiße Dirndlbluse mit kurzen oder halblangen Ärmeln ergänzt die Tracht. Für eine festliche Variante werden edlere Stoffe wie Seide oder Brokat in hellem und dunklem Blau verwendet, dazu silberne Knöpfe und eine besonders feine Silberborte für die Kanteneinfassung. Diese Festtagstracht ist aber eher selten zu sehen.

Eine typische Grinzinger Männertracht gibt es nicht. In den Weingegenden Niederösterreichs und Wiens ist der sogenannte Kalmukjanker verbreitet, der auch „Hauerjanker“ genannt wird. Kalmuk ist ein robuster, dicht gewalkter Baum- oder Schafwollstoff (früher wurden dafür auch Stoffabfälle verwendet), aus dem Jacken für die Donauschiffer erzeugt wurden. Der Janker wird in verschiedenen Schnittvarianten getragen, mit Stehkragen ein- oder doppelreihig. Geschlossen wurde er ursprünglich mit Perlmuttknöpfen, Hirschhornknöpfe kamen erst mit Anfang des 20. Jahrhunderts auf.





Nennwert: EUR 0,80
Ausgabetag: 11.10.2017
Markengröße: 31,8 x 50 mm
Entwurf: Anita Kern
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 405.000 Marken in Bögen zu 10 Stück
MiNr. 3364
 
Brigitte Am: 25.08.2017 07:03:00 Gelesen: 92092# 548 @  
Sondermarke „Weltmuseum Wien“

Am 25. Oktober wird das Weltmuseum Wien nach einer umfangreichen Neugestaltung wiedereröffnet. Aus diesem Anlass widmet die Österreichische Post dem traditionsreichen Museum eine Sondermarke.

Das Weltmuseum Wien gilt als eines der bedeutendsten ethnologischen Museen der Welt. Seine Geschichte begann im Jahr 1806, als mit dem Erwerb eines Teils der „Cookschen Sammlungen“ eine eigene „k. k. Ethnographische Sammlung“ im kaiserlichen Hofnaturalienkabinett eingerichtet wurde. Ab 1876 erfolgte die Verwaltung der Bestände durch die Anthropologisch-Ethnographische Abteilung des Naturhistorischen Museums. 1928 wurde diese Abteilung im Corps de Logis der Neuen Hofburg als Museum für Völkerkunde eröffnet. 2013 wurde das Museum in Weltmuseum Wien umbenannt, es ist heute Teil des KHM-Museumsverbandes. Im Herbst 2014 wurden die Tore des Museums für eine Neukonzeptionierung und entsprechende Umbauten geschlossen.

Die neu gestaltete Schausammlung wird das Herzstück des neuen Museums sein. In vierzehn Sälen werden die zentralen Bestände des Weltmuseums Wien gezeigt und aus zeitgemäßer Sicht interpretiert. Die einzelnen Säle sind Themen wie z. B. dem Kolonialismus, der Geschichte Japans in der Wiener Weltausstellung 1873 oder den ethnographischen Sammlungen dreier junger Habsburger gewidmet.

Das Sujet auf der Sondermarke zeigt eine Federbüste einer hawaiianischen Gottheit, die um 1779 im Rahmen der dritten Weltumsegelung des britischen Seefahrers James Cook erworben wurde. Vermutlich handelt es sich um den Kriegsgott Ku (Kuka’ilimoku: „der, der das Land ergreift“) aus der Kamehameha-Dynastie Hawaiis im 18. Jahrhundert. Der Götterkopf (ki’i hula manu) wurde bei Ausbruch eines Inselkrieges auf eine lange Stange gesteckt und als Symbol der Macht im Kampf mitgeführt oder bei Wettkämpfen um Unterstützung angerufen. Die rund 55 Zentimeter hohe Federbüste besteht aus einem Flechtwerk von gespaltenen Luftwurzeln einer Kletterpflanze. In ein darüber liegendes Netz aus Pflanzenfasern waren rote Federn des Baumläufervogels eingeknüpft, die allerdings nur noch in Resten vorhanden sind. Die Augen sind aus Perlmutt und Kukui-Nüssen gestaltet, die Augenbrauen aus schwarzen Federn. Der breite Mund trägt 49 geschliffene Hundeeckzähne im Oberkiefer und 48 im Unterkiefer und lässt den Kopf besonders furchterregend aussehen. Gemeinsam mit anderen Kunstwerken, die von den Cook’schen Weltreisen stammen, wurde diese Federbüste auf Initiative von Kaiser Franz I. für das Wiener Hofnaturalienkabinett erworben. Der Naturforscher Baron Leopold von Fichtel konnte sie 1806 bei einer Versteigerung in London ankaufen.

Das Weltmuseum Wien sieht sich als Archiv mit Dokumenten der kulturellen Vielfalt der Menschheit und der Veränderungen der Kulturen der Welt. Es leistet durch seine Auseinandersetzung mit kulturellen Unterschieden und Gemeinsamkeiten einen wichtigen Beitrag zum Verständnis einer multikulturellen Welt.





Nennwert: EUR 1,75
Ausgabetag: 11.10.2017
Markengröße: 40.05 x 50 mm
Grafikentwurf: Regina Simon
Foto: KHM-Museumsverband, Weltmuseum Wien
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Kombinationsdruck Offset-Stich
Auflage: 170.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
MiNr. 3365
 
Brigitte Am: 28.08.2017 07:11:00 Gelesen: 91584# 549 @  
Sondermarke „Rothirsch“
Serie „Wildtiere und Jagd“

Dem Rothirsch, dem größten heimischen Huftier, widmet die Österreichische Post eine Sondermarke aus der Serie „Wildtiere und Jagd“. Seine imposante Größe hat dem Rothirsch auch den Titel „König der Wälder“ eingebracht.

Das auffälligste Merkmal des Rothirsches (lat. Cervus elaphus) ist wohl sein markantes mächtiges Geweih, das besonders stark verzweigt und weit ausladend ist. Nur männliche Tiere tragen ein Geweih, das bis zu acht Kilogramm wiegen kann. Hirsche werden in der Jägersprache nach der Zahl der Enden an ihrem Geweih bezeichnet, so ist etwa ein „Zwölfender“ ein männliches Tier, das an mindestens einer Geweihstange sechs Enden aufweist. Hat er an beiden Stangen gleich viele Sprossen, so ist er ein „gerader Zwölfender“. Im ersten Jahr tragen die jungen Hirsche ein Geweih, das nur aus einem einzigen Spieß besteht. Das Geweih wird jedes Jahr im Spätwinter abgeworfen und wächst dann aufs Neue nach, meist mit mehr Enden und Gabelungen als zuvor. Dabei spielen die Hormone, aber auch äußere Faktoren wie Klima, Nahrungsangebot usw. eine große Rolle. Während des Wachstums ist das Geweih durch einen sogenannten Bast geschützt, der „abgefegt“ wird, wenn das Geweih nach zwei bis vier Monaten – je nach Alter des Hirsches – ausgewachsen ist.

Weibliche Hirsche nennt man Hirschkühe oder auch Kahlwild, weil sie kein Geweih tragen. Sie leben in Familienverbänden mit den Jungtieren zusammen. Im Winter bilden mehrere solcher Familien gemeinsam ein Rudel, das von einer erfahrenen Hirschkuh angeführt wird. Die Männchen bilden eigene, meist kleinere Rudel. Ältere männliche Tiere sind auch oft als Einzelgänger oder in Begleitung eines einzelnen jüngeren Hirsches unterwegs. Zur Brunftzeit im Herbst sucht sich ein Männchen dann ein Rudel von Hirschkühen, das es gegen Rivalen in oft heftigen Zweikämpfen verteidigt. Im darauffolgenden Juni werden dann die Kälber geboren, die ein charakteristisches hellbraunes Fell mit weißen Flecken aufweisen.

Rothirsche sind sehr anpassungsfähig. Sie leben vorwiegend in schattigen Wäldern, wo sie das Zusammentreffen mit Menschen tunlichst vermeiden können, und grasen in der Dämmerung oder nachts auf Lichtungen und an Waldrändern. Ihre Nahrung besteht aus Gräsern, Blättern, Flechten und Rinden, aber auch Früchten. Bis zu zwanzig Kilogramm Futter werden täglich aufgenommen. Ausgewachsene männliche Tiere können mehr als 200 Kilogramm Körpergewicht und rund 1,5 Meter Schulterhöhe erreichen. In Mitteleuropa haben erwachsene Tiere – abgesehen von der Jagd durch den Menschen – kaum natürliche Feinde, daher können Hirsche in freier Wildbahn ein Alter von rund 18 Jahren erreichen. Rehe zählen übrigens auch zur Familie der Hirsche, jedoch zur Unterfamilie der Trughirsche. Sie sind somit nur entfernt mit den Rothirschen verwandt, die zu den Echten Hirschen gehören.





Nennwert: EUR 2,50
Ausgabetag: 14.10.2017
Markengröße: 40 x 32,5 mm
Entwurf: Kirsten Lubach
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Kombinationsdruck Offset-Stich
Auflage: 180.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
MiNr. 3366
 
Brigitte Am: 14.10.2017 13:54:06 Gelesen: 75890# 550 @  
Sondermarke „80. Geburtstag Adi Übleis“

Er war einer der erfolgreichsten Trabrennfahrer Österreichs, sein Name ist auch heute noch vielen ein Begriff, selbst wenn sie mit Pferdesport eigentlich nichts zu tun haben. Die Österreichische Post gratuliert der Traberlegende Adi Übleis mit einer Sondermarke zu seinem 80. Geburtstag.

Der Trabrennsport hat eine lange Tradition in Österreich: Der Wiener Trabrennverein wurde 1874 gegründet, die Trabrennbahn in der Krieau wurde 1878 eröffnet. Den „Trabrennverein zu Baden“ gibt es seit 1892. Mit den Trabrennplätzen in der Krieau, in Baden und in Ebreichsdorf gibt es drei heimische A-Bahnen mit mindestens 1.000 Metern Länge, dazu noch rund zwanzig B- oder C-Bahnen. Die Leitung und Organisation des Trabrennbetriebs im Land obliegt der Zentrale für Traber-Zucht und -Rennen in Österreich.

Adolf „Adi“ Übleis wurde am 10. November 1937 in Thalheim bei Wels in Oberösterreich als eines von zehn Kindern eines Fuhrunternehmers geboren. Der Vater hatte zwar Pferde für seine Wagen, aber Adi war vorerst nicht interessiert und machte eine Lehre als Automechaniker. Dennoch nahm er schließlich als junger Amateur an Trabrennen in Wels statt und fand wider Erwarten Gefallen daran. Schnell feierte er erste Erfolge und wurde als Trainer engagiert. 1964 zog er nach Wien und wurde in der Wiener Krieau immer erfolgreicher. Er siedelte sich in Baden bei Wien an und lernte dort Herta kennen, 1967 wurde geheiratet. 1970 gewann er mit 105 Siegen das erste von neun Championaten und mit dem Hengst Big Ben das Österreichische Derby, das er insgesamt viermal für sich entscheiden konnte. 1971 war er bei der Europameisterschaft in Deutschland und anschließend auch bei der Weltmeisterschaft der Trabrennfahrer in den USA siegreich, wo er seinen Konkurrenten auf und davon fuhr.

1974 konnte er in Wien nochmals den Europameistertitel erringen. In den 1970erund 1980er-Jahren war er einer der Besten und heimste mit seinen Pferden wie Big Ben, Vulkan, Action Française und Mick Dundee zahlreiche Siege ein. Bis zum Ende seiner Karriere 2007, als er mit siebzig Jahren schließlich keine Trabrennen mehr fahren durfte, gewann er rund 3.500 Trabrennen.

Auch im Ruhestand befasst er sich noch mit Pferden, unter anderem auf dem Trabergestüt der Familie Übleis in Leobersdorf oder als Ehrenpräsident des Badener Trabrenn-Vereins – in Baden, wo er auch sein Zuhause fand, feierte er einen Großteil seiner Siege. Heute ist dort die Adi-Übleis-Allee – natürlich beim Trabrennplatz Baden – nach ihm benannt.

Die Sondermarke zeigt den Sulky eines Trabrennfahrers sowie den Ausnahmesportler Adi Übleis in einer gewohnten Pose: mit einem Kranz für einen errungenen Sieg.





Nennwert: EUR 0,68
Ausgabetag: 10.11.2017
Markengröße: 50 x 31,8 mm
Grafikentwurf: David Gruber
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 185.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
MiNr. 3367
 
Brigitte Am: 16.10.2017 07:08:01 Gelesen: 75270# 551 @  
Sondermarke „150 Jahre Universität für angewandte Kunst Wien“

Gegründet mit Dekret vom 21. September 1867 als Kunstgewerbeschule des k. k. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie, feiert die Universität für angewandte Kunst heuer ihren 150. Geburtstag. Die Österreichische Post gratuliert mit einer Sondermarke.

Das k. k Museum für Kunst und Industrie, das heutige MAK, wurde errichtet, damit Künstler, Industrielle und das Publikum die großen Stile der Vergangenheit an kunstgewerblichen Objekten studieren konnten. Die angegliederte Kunstgewerbeschule war als Aus- und Weiterbildungsstätte für Entwerfer und Handwerker aufgebaut, sie sollte gleichermaßen Künstler und Lehrer ausbilden, um den Anforderungen der "Kunstindustrie“ zu dienen. 1877 wurde für die Kunstgewerbeschule von Heinrich von Ferstel ein eigenes Gebäude an der Wiener Ringstraße errichtet – noch heute hat die „Angewandte“ dort ihren Hauptsitz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Kunstgewerbeschule in Hochschule für angewandte Kunst umbenannt, seit 1998 ist sie Universität. Die Kunstgewerbeschule gilt als eine der Geburtsstätten des Wiener Jugendstils.

Josef Hoffmann und Kolo Moser lehrten hier, Gustav Klimt und Oskar Kokoschka wurden hier ausgebildet. In späteren Jahren war Margarete Schütte-Lihotzky Absolventin der „Angewandten“, die erste prominente Architektin Österreichs und Erfinderin der „Frankfurter Küche“. Im Gegensatz zu anderen Schulen waren an der Kunstgewerbeschule von Anfang an auch Frauen zum Studium zugelassen.

Heute zählt die Universität für angewandte Kunst zu den renommiertesten Kunstuniversitäten der Welt. Eine große Vielfalt von Studienrichtungen zu den Bereichen Architektur, Design und Kunst wird angeboten. Bekannte Persönlichkeiten aus unterschiedlichen Bereichen waren als Lehrende an der Universität im Einsatz, so etwa Christian Ludwig Attersee, Josef Beuys, Rudolf Burger, Hans Hollein, Wilhelm Holzbauer, Alfred Hrdlicka, Wolfgang Hutter, Maria Lassnig und Peter Weibel – um nur einige zu nennen. Anlässlich des 150-Jahr-Jubiläums lädt die Ausstellung „Ästhetik der Veränderung.

150 Jahre Universität für angewandte Kunst Wien“ zu einem Blick in die Geschichte der Institution, die zugleich auch ein Teil der Kunstgeschichte Österreichs ist. Auch die Zukunft von Kunst und Bildung in einer Welt der gesellschaftlichen und technologischen Umbrüche ist Thema der Ausstellung.

Aufgrund des steigenden Bedarfs wird derzeit ein Erweiterungsgebäude an der Vorderen Zollamtsstraße realisiert, das zusätzliche Räumlichkeiten für den Lehr- und Forschungsbetrieb bietet. Es wird 2018 eröffnet werden und enthält unter anderem ein großzügiges, überdachtes Atrium mit einem Veranstaltungszentrum. Eine Innenansicht dieses Bauvorhabens bildet das Sujet der Sondermarke zum Jubiläum.

Gleichzeitig wird der historische „Schwanzer Trakt“ im Hauptgebäude der „Angewandten“ umfangreich saniert. Die Planung der beiden Projekte liegt beim Architekturbüro Riepl Kaufmann Bammer Architektur GbR aus Wien. [http://www.dieangewandte.at]





Nennwert: EUR 1,70
Ausgabetag: 10.11.2017
Markengröße: 33,35 x 42 mm
Grafikentwurf: Anita Kern
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 160.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
MiNr. 3368
 
Brigitte Am: 18.10.2017 07:01:00 Gelesen: 74588# 552 @  
Sondermarke „Weihnachten 2017 - Weihnachtsornamente veredelt mit Swarovski® Kristallen“

Was wäre Weihnachten ohne Weihnachtsschmuck, ohne die Ornamente und Dekorationen, die wir mit diesem christlichen Fest verbinden? Leuchtende Sterne und Schneeflocken mit ihren filigranen Formen sind eines der beliebtesten Symbole für die Winterzeit und das Weihnachtsfest, ganz besonders edel sind sie hier auf der Weihnachtsbriefmarke mit einem echten, funkelnden Swarovski Kristall verziert.

Ein tiefblauer Himmel und glitzernde Schneeflocken, die durch die Luft tanzen und wie kleine Sternchen wirken: So stellt man sich eine traumhaft verschneite Winterlandschaft vor. Auch wenn es heutzutage selbst in alpinen Gegenden nicht mehr selbstverständlich ist, dass es weiße Weihnachten gibt, so hoffen wir doch Jahr für Jahr wieder auf ein „Winterwunderland“ mit Schneeflocken und strahlend blauem Himmel, so wie auf der Weihnachtsbriefmarke. Die Sterne und Schneeflocken auf der Sondermarke sind Darstellungen aus der traditionellen Serie „Weihnachtsornamente“, in der Swarovski jedes Jahr zur Weihnachtszeit ein neues glänzendes Kristallornament in der Form eines Sterns oder einer Schneeflocke herausbringt. So sorgen Swarovski Ornamente bereits seit mehr als 25 Jahren für festliches Strahlen während der Feiertage, ob als Schmuck am Weihnachtsbaum oder als dekorativer Geschenkanhänger.

Für das besondere Strahlen dieser Weihnachtsbriefmarke sorgt der glänzende Kristall, der eines der Weihnachtsornamente ziert. Er funkelt besonders magisch, denn er wurde mit dem „Aurora Borealis“-Effekt veredelt, daher schimmert er in allen Farben des Regenbogens und erinnert an die irisierende Schönheit der Nordlichter – ihnen verdankt dieser faszinierende Effekt auch seinen Namen. 1956 wurde der „Aurora Borealis“-Effekt erstmals der Weltöffentlichkeit vorgestellt und ist bis heute von zeitloser Eleganz.

Kristalle von Swarovski sind für ihr außergewöhnliches Strahlen bekannt. Schon seit über 120 Jahren werden in dem Tiroler Traditionsunternehmen Schmuck, Modeaccessoires, Figurinen und vieles mehr erzeugt. In den 1910er-Jahren wurde eine eigene Glashütte gegründet, die für die Versorgung mit Rohstoffen sorgte. Daniel Swarovski, der das Unternehmen 1895 gegründet hat, versuchte von Anfang an, den technischen Fortschritt voranzutreiben und die Brillanz und Reinheit der Kristalle immer weiter zu steigern, wobei das Herstellungsverfahren von Swarovski Kristall bis heute streng geheim gehalten wird. Unter dem Namen Tyrolit entstand zudem auch eines der heute führenden Unternehmen zur Herstellung von Schleifmitteln, während sich der Firmenzweig Swarovski Optik mit Ferngläsern, Zielfernrohren und Teleskopen befasst. Weltweit bekannt sind die Swarovski Kristallwelten in Wattens in Tirol, wo weltbekannte Künstler unter der Inszenierung von André Heller Millionen von funkelnden Elementen zu einem großen Gesamtkunstwerk verbunden haben.





Nennwert: EUR 2,50
Ausgabetag: 13.11.2017
Markengröße: 32,5 x 40 mm
Grafikentwurf: Anita Kern
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 180.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
MiNr. 3369
 
Brigitte Am: 20.10.2017 07:03:00 Gelesen: 73901# 553 @  
Sondermarke „Weihnachten 2017 - Adventkalender“

Der Adventkalender ist alljährlich ein sicheres Anzeichen dafür, dass Weihnachten naht. Mit seinen 24 Fenstern hilft er vor allem den Kindern, die Tage bis zum Heiligen Abend zu überbrücken. Die Vorweihnachtszeit beginnt ja in Geschäften und Kaufhäusern oft schon im Herbst, wenn nach den Halloween-Dekorationen die Schoko-Nikoläuse und dann auch die Weihnachtskugeln Einzug in die Verkaufsregale halten. Davon abgesehen gibt es aber auch heute noch Traditionen und Bräuche, die in unserem Kulturkreis in der Adventzeit verbreitet sind.

Der Ausdruck Advent kommt vom lateinischen Wort adventus, das so viel wie „Ankunft“ bedeutet. Er bezeichnet den Zeitraum vor Weihnachten, in dem sich die Christenheit auf die Geburt Jesu Christi als Menschwerdung Gottes vorbereiten soll. Der Advent beginnt nicht an einem fixen Datum, sondern immer am vierten Sonntag vor dem Christtag, dem 25. Dezember. Daher umfasst die Adventzeit immer vier Sonntage, die Adventsonntage, an denen wir heute eine Kerze am Adventkranz anzünden. Der Heilige Abend am 24. Dezember bildet das Ende des Advents, er kann zugleich auch der vierte Adventsonntag sein.

Liturgische Adventkalender haben demnach auch mehr Fenster, weil sie mit dem Beginn der Adventzeit zu zählen beginnen und meist bis zum 6. Jänner, dem Tag der Erscheinung des Herrn, reichen. Der uns wohl eher geläufige Adventkalender ist jedoch ein „Dezember-Kalender“: Er zählt die Tage vom 1. bis zum 24. Dezember, an dem bei uns das Weihnachtsfest gefeiert wird. 24 Kästchen oder Fenster sind es also, die uns die Wartezeit auf den Weihnachtsabend und auf das Christkind verkürzen und die Vorfreude steigern sollen.

Die Ursprünge des Adventkalenders gehen auf das 19. Jahrhundert zurück. Oft waren es 24 Bilder, die bis Weihnachten aufgehängt wurden, oder 24 Kreidestriche, von denen die Kinder jeden Tag einen weglöschen durften. Beliebt waren – und sind auch heute noch – Kerzen, die jeden Tag bis zur nächsten Markierung abgebrannt werden. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erschienen erstmals gedruckte Adventkalender, seit etwa 1920 mit Fensterchen, die man öffnen konnte.

Heutige Adventkalender sind vor allem für Kinder gedacht. Oft sind sie mit kleinen weihnachtlichen Schokoladefiguren gefüllt – eine für jeden Tag. Kreative Eltern basteln auch gerne selbst einen Adventkalender aus kleinen Säckchen oder Schächtelchen, die sie dann mit süßen Naschereien oder kleinen Überraschungen füllen. Aber auch Adventkalender mit nostalgischen Weihnachtsbildern erfreuen sich großer Beliebtheit. Auch Fenster an Gebäuden werden gerne als Adventfenster geschmückt, zum Beispiel auch die Fenster des Wiener Rathauses.

Die Weihnachtsmarke zeigt einen Adventkalender mit 24 Feldern, die weihnachtliche Motive wie Kerzen und Sterne schmücken, auch der Nominalwert und der Aufdruck „Austria“ sind in einem Fenster versteckt.





Nennwert: EUR 0,80
Ausgabetag: 17.11.2017
Markengröße: 32 x 40 mm
Grafikentwurf: Kerndesign
Druck: Cartor Security Printing / Offsetdruck
Auflage: 750.000 Marken in Sets zu 5 Stück
MiNr. 3370
 
Brigitte Am: 23.10.2017 07:07:00 Gelesen: 72517# 554 @  
Sondermarke „Weihnachten 2017 - Maria mit Kind, Carlo Maratta“

Zu Weihnachten feiert die christliche Welt die Geburt Christi: Das Gemälde des italienischen Barockmalers Carlo Maratta zeigt die Gottesmutter Maria mit dem kleinen Jesuskind, ein seit jeher sehr beliebtes religiöses Motiv, das nun eine Weihnachtsmarke der Österreichischen Post ziert.

Das Gemälde des italienischen Barockmalers Carlo Maratta „Maria mit Kind“ verkörpert auf exemplarische Weise das barocke Andachtsbild. Liebevoll hält die kindlich wirkende Maria ihren Sohn in den Armen, er ist jedoch nicht dem Betrachter zugewendet, sondern es scheint, als würde das Kind der Außenwelt entzogen, als würde die Mutter es jemand anderem präsentieren. Es entsteht der Eindruck, als wäre das Bild ein Ausschnitt eines größeren Motivs wie einer „Anbetung der Hirten“. Die Darstellung verleiht dem religiösen Thema menschliche Nähe und eine lyrische, feierliche Stimmung, ein charakteristischer Stil, der durch die Gegenreformation propagiert wurde.

Carlo Maratta (1625–1713) gilt als einer der Hauptmeister der klassizistischen Malerei im römischen Hochbarock in der Tradition von Raffael. Schon in jungen Jahren kam Maratta – oder Maratti, wie er auch genannt wird – nach Rom, um bei Andrea Sacchi Malerei zu studieren, mit dem ihn zeitlebens eine enge Freundschaft verband. Erste Werke für kirchliche Auftraggeber brachten ihm bald Anerkennung ein, und er wurde von Papst Alexander VII. empfangen, der ihm neue Aufträge zukommen ließ. Noch heute sind einige seiner Altarbilder in römischen Kirchen zu sehen. Carlo Maratta war bald einer der führenden Künstler Roms, der von kleinen Andachtsbildern bis hin zu großformatigen Altarbildern und Fresken ein vielfältiges Repertoire hatte. Er wurde Leiter der Accademia di San Luca und gründete ein eigenes Studio mit vielen Lehrlingen und Mitarbeitern.

Seine Malerei orientierte sich an seinem Lehrer Sacchi. Eine streng gegliederte Komposition mit klar abgesetzten Konturen der einzelnen Figuren und eine maßvolle Farbgebung charakterisieren seine Bilder. Vor allem seine religiösen Gemälde folgten dem klassischen akademischen Malstil in der Tradition Raffaels. Die „Madonna mit Kind“ war ein von ihm oft gewähltes Sujet. Daneben war er aber auch ein bekannter Porträtmaler, unter anderem malte er Papst Clemens IX. und seinen Lehrer Andrea Sacchi. Auch mythologische Szenen waren oft Motive seiner Werke.

Das Ölgemälde, das aus der Zeit um 1660 stammt, wurde im Jahr 1801 aus der Sammlung Albani in Rom erworben und ist in der Gemäldegalerie im Kunsthistorischen Museum Wien zu sehen. Carlo Marattas Gemälde wurde vielfach nachgeahmt, eine Kopie dieses Werks ist etwa in Padua im Museo Civico zu sehen.





Nennwert: EUR 0,80
Ausgabetag: 17.11.2017
Markengröße: 42 x 33,35 mm
Grafikentwurf: Dieter Kraus
Foto: KHM-Museumsverband
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 500.000 Marken auf Rollen zu 50 Stück
MiNr. 3371
 
Brigitte Am: 25.10.2017 07:11:00 Gelesen: 71585# 555 @  
Sondermarke „Weihnachten 2017 - Anbetung der Könige, Pfarrkirche Altschwendt“

Im oberösterreichischen Bezirk Schärding liegt die kleine Gemeinde Altschwendt mit rund 700 Einwohnern. Die römisch-katholische Pfarrkirche ist dem heiligen Maximilian geweiht. Auf der Weihnachtsbriefmarke ist eines ihrer kunstvollen Glasfenster abgebildet, das die Anbetung des Jesuskindes durch die Heiligen Drei Könige zeigt. Der markante Zwiebelturm mit dem vergoldeten Kreuz an der Spitze macht die Pfarrkirche St. Maximilian zum Wahrzeichen von Altschwendt. Das Gotteshaus wurde 1849 fertiggestellt, zuvor stand den Einwohnern nur eine kleine Kapelle zur Verfügung.

Imposant ist der kunstvoll gestaltete Hochaltar aus 1932 aus der Werkstätte des Bildhauers Josef Furthner aus Zell an der Pram: Über dem marmornen Altartisch und dem Tabernakel thront der Kirchenpatron Maximilian und bildet die Verbindung zur darüber stehenden Kreuzigungsgruppe mit Johannes und Maria.

Der Altarraum wird von zwei großen Bogenfenstern links und rechts vom Altar erhellt, den beiden bedeutendsten Kunstwerken der Kirche. Auf einem der Fenster ist die Geburt Christi zu sehen, auf dem zweiten die Anbetung des Christuskindes durch die Heiligen Drei Könige. Im Matthäusevangelium wird berichtet, dass sie dem Stern folgten und dem Jesuskind wie auf dem Glasfenster abgebildet ihre Gaben Weihrauch, Gold und Myrrhe darbrachten. Die Gesichter und die Bekleidung der Personen sowie auch die Pflanzen im Vorder- und im Hintergrund der Szene sind mit großem Detailreichtum gestaltet.

Die fast dreieinhalb Meter hohen Glasbilder stammen aus dem Jahr 1914 und wurden in der 1884 gegründeten Oberösterreichischen Glasmalerei Penner & Schürer hergestellt – einer der drei damaligen großen österreichischen Glasanstalten in Wien, Linz und Innsbruck. Josef Raukamp (1881–1960), ein gelernter Glasmaler aus dem Rheinland, übernahm nach dem Tod des Glaskünstlers Schürer 1905 die künstlerische Leitung der Werkstätte und 1915 schließlich das ganze Unternehmen. 1954 verkaufte Raukamp die Glasmalerei an das Stift Schlierbach, wo sein Bruder, ebenfalls ein Glasmaler, als Pater lebte. Das Zisterzienserstift führt die Glaswerkstätte bis heute fort und ist neben Innsbruck die zweite bedeutende Glasanstalt Österreichs.

Josef Raukamp und sein Bruder revolutionierten die Glasmalkunst der damaligen Zeit, indem sie wieder zu im Mittelalter verwendeten Methoden zurückkehrten und das Glas nicht bemalten, sondern die Bilder mosaikartig aus farbigen Gläsern zusammensetzten.

Auch die Glasfenster aus Altschwendt sind aus Echtantikglas mit einem geätzten Überfangglas und mit Schwarzlot- und Silbergelbmalerei gestaltet sowie mit Blei gefasst. Die Umrahmungen rund um das Motiv zeigen in den floralen Elementen und Ornamenten deutlich den Einfluss des Jugendstils. Josef Raukamp gilt als einer der wichtigsten Vertreter der österreichischen Glasmalkunst im 20. Jahrhundert, unter anderem gestaltete er auch die zwölf Fenster in den Turmkapellen des Linzer Doms.





Nennwert: EUR 0,68
Ausgabetag: 1.12.2017
Markengröße: 31,43 x 50 mm
Grafikentwurf: Dieter Kraus
Druck: Cartor Security Printing / Offsetdruck
Auflage: 2.050.000 Marken in Sets zu 5 Stück
MiNr. 3372
 
Brigitte Am: 27.10.2017 07:08:00 Gelesen: 70735# 556 @  
Sondermarke „Weihnachten 2017 - Vintage Christmas“

Zur Weihnachtszeit denken viele Menschen wehmütig an ihre eigene Kindheit und an vergangene Zeiten. Die Weihnachtssondermarke mit dem nostalgischen Motiv erinnert ein wenig daran, wie es früher einmal war.

Das Markensujet stammt aus den 1910er-Jahren. Es zeigt zwei kleine Mädchen, modisch gekleidet in warme Mäntelchen mit Pelzbesatz, den Kopf mit schicken Hüten bedeckt und dazu Stiefelchen mit Gamaschen. Ob es das Christkind ist, das mit einer kleinen Helferin Geschenke verteilt und einen Weihnachtsbaum bringt? Denn der kleine Schubkarren, den die Kinder führen, ist vollbeladen mit feinem Lebkuchen – vielleicht als Schmuck für den Christbaum? – und Spielsachen: Eine Puppe, ein Kasperl, eine Trommel, ein Eichhörnchen, ein Ball, und sicherlich sind noch viele weitere Schätze darunter verborgen.

Das Wort „vintage“ bedeutet im Englischen so viel wie altmodisch oder auch klassisch, es wird üblicherweise in einem positiven Zusammenhang verwendet. Vintage heißt aber auch Weinlese bzw. ein bestimmter Jahrgang des Weins. In unserem Sprachgebrauch bezeichnet man als „Vintage“ vor allem Gegenstände, die aussehen, als wären sie aus einer längst vergangenen Zeit, z. B. Einrichtungsgegenstände, Accessoires, Autos oder Kleidungsstücke. Dabei kann es sich tatsächlich um alte, gebrauchte Dinge handeln oder um neue, die nur im Stil einer bestimmten Epoche gestaltet sind bzw. künstlich „gealtert“ werden. Auch Bilder, die das Leben in der früheren Zeit – wenn auch romantisiert – darstellen, sind „Vintage“, so wie auch das nostalgische Markensujet. Trends wie Vintage oder Retro sind immer mehr gefragt: eine Rückbesinnung auf die Vergangenheit („Retro“) oder eben das Wiederverwenden von Gebrauchtem.

Auch wenn es früher nicht immer einfach war, die „guten alten Zeiten“ erscheinen uns oft ruhig und unbeschwert, und dieses Gefühl versuchen wir heute mit alten Bildern und Traditionen wieder heraufzubeschwören. Nostalgische Erinnerungen an die eigene Kindheit kommen da auf – damals, als noch ganz andere Dinge von Bedeutung waren als heute in unserem stressigen Erwachsenenleben. Damals freuten wir uns noch auf Weihnachten, die Geschenke und den strahlenden Christbaum, heute machen wir uns Sorgen, ob uns das aufwendige Weihnachtsmenü gelingen wird oder ob das neueste elektronische Kommunikationsgerät, das wir verschenken, auch das richtige ist.

Vielleicht sollten wir uns wieder auf den „Geist der vergangenen Weihnacht“ besinnen und uns Zeit für die Familie nehmen, gemeinsam etwas basteln oder den (Enkel-) Kindern eine Geschichte vorlesen, anstatt vor dem TV-Gerät zu sitzen oder auf das Mobiltelefon zu starren. Vielleicht hat ein Kind auch heute noch mehr Freude mit einem Kuscheltier als mit einer elektronischen Spielkonsole, oder es möchte vielleicht lieber mit der Oma Kekse backen als im Gedränge am Weihnachtsmarkt Kinderpunsch trinken?





Nennwert: EUR 0,68
Ausgabetag: 1.12.2017
Markengröße: 42 x 33,35 mm
Grafikentwurf: Kerndesign
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 1.750.000 Marken auf Rollen zu 50 Stück
MiNr. 3373
 
Brigitte Am: 21.12.2017 06:59:39 Gelesen: 46663# 557 @  
Sondermarke „Bugholzmöbel – Michael Thonet“
Serie „Österreichische Erfindungen“

Ein Kultmöbelstück aus Österreich

Wer kennt sie nicht, die klassischen Wiener Kaffeehausstühle mit der gebogenen Rückenlehne? Erfunden hat sie der Tischler und spätere Unternehmer Michael Thonet, der damit einen echten Klassiker erschaffen hat.

Michael Thonet wurde 1796 in Boppard am Rhein geboren. Als selbstständiger Möbeltischler begann er schon bald mit der Herstellung von Möbeln aus gebogenem Holz zu experimentieren. Die Holzteile für seine Bugholzmöbel wurden gekocht und dann mit einer Biegeform in die gewünschte Form gebracht und zusammengeleimt, ein Verfahren, das er ständig verbesserte. 1836 entwickelte er den „Bopparder Schichtholzstuhl“, mit dem er erste Erfolge feierte.

Die Gebrüder Thonet in Wien Fürst Metternich, den Thonet 1841 auf der Weltausstellung kennenlernte, holte ihn nach Wien, wo er dem Kaiserhof seine Entwürfe präsentierte und auch ein Patent dafür erwarb. Kurze Zeit später übersiedelte er mit einer Familie nach Wien und gründete gemeinsam mit seinen fünf Söhnen einen eigenen Betrieb, die Firma Gebrüder Thonet. Bei der Londoner Weltausstellung 1851 stellte Thonet seine Bugholzmöbel einem internationalen Publikum vor und schaffte so den Durchbruch. Der wachsende Betrieb übersiedelte 1857 in ein neues Werk im mährischen Koritschan.

1859 entwickelte Thonet den legendären Stuhl Nr. 14 (heute 214) aus massivem Buchenholz, für den er 1867 bei der Weltausstellung in Paris eine Goldmedaille erhielt. Dieser Wiener Kaffeehausstuhl ist heute eine Design-Ikone und gilt als der meistgebaute Stuhl der Welt, bis 1930 wurden über 50 Millionen Exemplare produziert. Das Besondere an ihm war, dass er in seine Einzelteile zerlegbar war und somit aus vorgefertigten Teilen einfach zusammengebaut werden konnte. Das machte ihn zu einem Massenkonsumartikel und nebenbei auch ideal für den Export in alle Welt. Ein weiteres erfolgreiches Design von Thonet ist u. a. auch der Stuhl Nr. 4, der auf der Sondermarke zu sehen ist.

Michael Thonet verstarb 1871 und wurde in einer Familiengruft auf dem Wiener Zentralfriedhof beerdigt. Die Thonet GmbH hat heute ihren Sitz in Frankenberg in Deutschland, und immer noch sind Nachfahren Michael Thonets aktiv in die Geschäfte eingebunden.





Nennwert: EUR 0,80
Ausgabetag: 22.1.2018
Markengröße: 31,8 x 50 mm
Grafikentwurf: David Gruber
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 350.000 Marken in Bögen zu 10 Stück
MiNr. 3375
 
Brigitte Am: 23.12.2017 07:23:00 Gelesen: 46561# 558 @  
Sondermarke „Steyr Typ 50 - Baby“
Serie „Autos“

Ein kleines Raumwunder für die Alpenrepublik

Der Steyr 50 Kleinwagen, liebevoll Steyr Baby genannt, war zu seiner Zeit ein echter österreichischer „Volkswagen“: ein sparsamer Wagen mit den Vorzügen eines großen Automobils.

Entwickelt wurde der Wagen von Ing. Karl Jenschke, der seit 1922 für die Steyr-Werke arbeitete: Planungsarbeiten für einen Flugmotor – gemeinsam mit dem Motorkonstrukteur Karl Wagner – führten schließlich zur Konstruktion eines kleinen wassergekühlten Vierzylinder-Boxermotors als Basis für einen Kleinwagen. Der Steyr 50 wurde von Steyr-Daimler-Puch von 1936 bis 1938 gefertigt, danach überarbeitet und mit stärkerem Motor als Steyr 55 auf den Markt gebracht. Von beiden Varianten wurden in Summe 13.000 Stück hergestellt. Der Steyr 50 kostete 4.500 Schilling, der 55er 5.000 Schilling, was damals nicht gerade preiswert war. 1940 wurde die Produktion kriegsbedingt eingestellt.

Klein, aber oho!

Vorgabe war, dass der Wagen vier Personen mit Gepäck ausreichend Platz bieten sollte. Weiters sollte er bergtauglich sein, was bei einer Testfahrt über den Katschberg auch hinreichend bewiesen wurde. Die dazu notwendige Leistung erbrachte der schon erwähnte Vierzylindermotor mit 978 Kubikzentimetern Hubraum und 22 PS bei 3.800 Umdrehungen; mit seinem Vierganggetriebe schaffte der Steyr 50 eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h. Die stromlinienförmige, selbsttragende Karosserie sorgte für ein niedriges Eigengewicht bei größtmöglicher Stabilität. Der Innenraum war für damalige Verhältnisse geräumig, die rückwärtigen Passagiere konnten wegen der großen, nach hinten zu öffnenden Türen bequem einsteigen. Das Reserverad in einem separaten Reserveradkasten und ein Schiebedach waren schon in der Serienausstattung dabei.

Das Steyr Baby wurde als geräumiger, sicherer, leistungsfähiger und praktischer Wagen gelobt, vor allem seine Fahrtüchtigkeit auf den steilen Alpenstraßen wurde gerne hervorgehoben. Zudem galt es als qualitativ hochwertig, sparsam im Verbrauch und günstig in der Erhaltung. Ein Kleinwagen als Vollautomobil – ein echter „Volkswagen“ eben, der heute noch eine Legende ist.





Nennwert: EUR 1,25
Ausgabetag: 27.1.2018
Markengröße: 42 x 34,8 mm
Grafikentwurf: David Gruber
Foto: Wolfgang Buchta
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 130.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
MiNr. 3376
 
Brigitte Am: 27.12.2017 07:08:00 Gelesen: 45493# 559 @  
Sondermarke „Wiener Tuba“
Serie „Musikinstrumente“

Blechblasinstrument mit tiefem Klang

Die Tuba ist ein Blechblasinstrument und gehört zu den Bügelhörnern. Die hier präsentierte Wiener Tuba liefert einen wichtigen Beitrag zum ganz besonderen Wiener Klangstil.

Allgemein charakteristisch für die Tuba ist ihre stark konische Form vom Mundrohr bis zum Schallstück, das bezeichnet man als weite Mensur. Wegen ihres tiefen Klangs ist sie das Bassinstrument unter den Bügelhörnern, dabei unterscheidet man zwischen Basstuba und der noch tieferen Kontrabasstuba. Die Tuba gibt es in verschiedenen Grundstimmungen, sie wird dann entsprechend F-Tuba, Es-Tuba, C-Tuba oder B-Tuba genannt. Je nach Art hat eine Tuba drei bis sechs Ventile.

Tuben – man verwendet auch die Mehrzahlform Tubas – werden sowohl in klassischen Orchestern und Bläserensembles als auch in der volkstümlichen Blasmusik und im Jazz eingesetzt. Mit ihrem tiefen Klang wird die Tuba im Orchester in der Bassfunktion einerseits zur Unterstützung der Kontrabässe bzw. des Posaunensatzes verwendet, andererseits erfüllt sie auch solistische Aufgaben, z. B. im Riesenmotiv oder im Wurmmotiv in Wagners „Ring des Nibelungen“.

Gespielt wird die Tuba vorwiegend im Sitzen, dabei ruht das Instrument auf dem Oberschenkel des Spielers oder auf dem Sessel. Der Trichter weist dabei nach oben. Für das Spielen im Stehen oder etwa beim Marschieren wird ein Tragegurt verwendet.

Die Wiener Variante der Tuba

Die schlanke Wiener Tuba ist eine F-Tuba ganz eigener Bauart. Sie hat sechs Ventile, von denen je drei mit der linken und der rechten Hand gespielt werden, das sogenannte Wiener Griffsystem. Durch ihren engeren Mensurverlauf hat die Wiener Tuba eine etwas hellere Klangfarbe als eine „normale“ F-Tuba. Damit schließt sie direkt an den Klang des Wiener Horns an und harmoniert optimal mit dem Posaunensatz.

Als „Wiener Klangstil“ bezeichnet man die spezifische Interpretation von Musikstücken in der Tradition der Wiener Klassik durch namhafte österreichische Orchester wie etwa die Wiener Philharmoniker, die Wiener Symphoniker, das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich oder das Orchester der Volksoper Wien unter Verwendung von besonderen Instrumenten wie der Wiener Oboe oder des Wiener Horns.





Nennwert: EUR 2,10
Ausgabetag: 22.1.2018
Markengröße: 33,35 x 42 mm
Entwurf: Maria Schulz
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Kombinationsdruck Offset-Stich
Auflage: 130.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
MiNr. 3374
 
Brigitte Am: 12.02.2018 17:03:26 Gelesen: 2751# 560 @  
Sondermarkenblock „Freimarken 1863/64“
Serie „Klassikausgabe“

Der „Doppeladler im Oval“

Der weiße Doppeladler der Freimarken 1863 und 1864 wird in einem farbigen, ovalen Rahmen mit einem geometrischen Muster dargestellt, in dem oben die Währung und unten der Wert angegeben ist.

Ein Beschluss des Deutsch-Österreichischen Postvereins, dass die meistbenötigten Wertstufen der beteiligten Postgebiete gleiche Farben aufweisen sollten, machte diese neue Markenserie bereits kurz nach der vorigen Ausgabe erforderlich. Als Stecher war wieder Josef Tautenhayn im Einsatz.

Auch bei diesen Freimarken gab es eine Ausgabe für das Kaisertum Österreich mit Kreuzer-Nominalen sowie eine gleich aussehende Ausgabe für Venetien mit Soldi-Werten. Die Marken wiesen folgende Farben auf: hellgelb für den Wert 2, hellgrün für 3, blassrosa für 5, blau für 10 und hellbraun für 15 Kreuzer bzw. Soldi.

Briefmarkenkenner achten auch besonders auf die Prägung des Doppeladlers: Je abgenutzter die Druckplatte war, desto weniger gut sind die farbigen Details des Adlers erkennbar.

Das Ende der Soldi-Freimarken Die Ausgabe erfolgte ab der zweiten Jahreshälfte 1863. Frankaturgültig waren die Marken in Österreich und der Militärgrenze bis 31. August 1869, in Kroatien-Slawonien bis 31. März 1868, in Ungarn infolge des Österreichisch-Ungarischen Ausgleichs bis 15. Juni 1867 und in Venetien, das im Zuge der österreichischen Niederlage im Deutschen Krieg 1866 an Italien fiel, bis längstens Oktober 1866.

Die Soldi-Marken aus der Serie 1863/64 waren die letzten Freimarkenausgaben für Venetien. Marken in Soldi-Währung waren jedoch seit 1863 auch bei den Levantepostämtern gültig und daher auch nach der Abtretung Venetiens dort bis 1869 noch in Gebrauch.

Hergestellt wurde diese Freimarkenserie mittels Prägedruck auf Maschinenpapier mit Gummierung und einer Bogenzähnung 14. Ab 1864 wurde das Wort „BRIEF-MARKEN“ als Wasserzeichen angebracht, diese neuen Ausgaben hatten auch eine weitere Bogenzähnung (9 ½).

Der aktuelle Markenblock zeigt eine österreichische Marke in Hellblau im Wert von 10 Kreuzern mit enger Bogenzähnung sowie einen 5-Soldi-Wert mit weiter Zähnung in dunklem Rosa.





Nennwert: EUR 2,88
Ausgabetag: 3.3.2018
Markengröße: 32 x 40 mm
Blockgröße: 80 x 60 mm
Grafikentwurf: Anita Kern
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 130.000 Blocks mit zwei Marken
 
Brigitte Am: 14.02.2018 07:08:00 Gelesen: 2271# 561 @  
Sondermarke „Treuebonusmarke 2017 - Gelber Rhododendron”

Ein blühendes Dankeschön

Ein strahlend gelber Blütengruß ist die diesjährige Treuebonusmarke: Der Gelbe Rhododendron, auch Gelbe Azalee oder Pontische Azalee genannt, besticht durch seine wunderschönen, großen, duftenden Blüten.

Rhododendron luteum gehört zur Familie der Heidekrautgewächse und zur Gattung der Rhododendren. Er wird auch als Gelbe Alpenrose bezeichnet, weil er – wie die heimischen rosa blühenden Alpenrosen – zu den wenigen Rhododendronarten zählt, die in Europa vorkommen. Die meisten Arten gibt es in Asien, einige auch in Australien und Nordamerika. Rhododendronarten, die im Winter ihr Laub abwerfen, werden meist als Azaleen bezeichnet.

Strahlend gelb und duftend Zu den Azaleen wird auch der Gelbe Rhododendron gezählt. Er ist ein winterharter Strauch, seine länglichen Blätter verfärben sich im Herbst rot und gelb, bevor sie abfallen. Im Frühjahr erscheinen noch vor den neuen Blättern die Blütenknospen, traubige Blütenstände mit bis zu siebzehn Blüten. Die großen Blüten sind leuchtend gelb, das oberste der fünf Blütenblätter ist etwas dunkler. Fünf helle Staubblätter ragen weit aus der Blüte heraus. Der Gelbe Rhododendron blüht im Mai und Juni und duftet stark.

Die Wildart des Gelben Rhododendrons ist von Südosteuropa bis zum Kaukasus heimisch. Charakteristisch ist sie für die Flora im Pontischen Gebirge im Norden der Türkei, ihm verdankt sie auch ihren Namen als Pontische Azalee. Vereinzelt gibt es auch in westlicheren europäischen Gebieten Vorkommen, oftmals durch verwilderte Zierpflanzen entstanden.

Wegen seiner leuchtend gelben und duftenden Blüten ist der Gelbe Rhododendron ein beliebter Garten- und Parkstrauch, der bis zu vier Meter hoch werden kann. Zahlreiche Hybridvariationen in verschiedenen Farben werden als robuste, winterharte Zierpflanzen angeboten.

Die Pollen des Gelben Rhododendrons enthalten giftige Substanzen, die auch im daraus gewonnenen Honig enthalten sind: Der sogenannte Pontische Honig kann Vergiftungserscheinungen und Halluzinationen hervorrufen. Schon in der griechischen Antike wurde von seiner verheerenden Wirkung berichtet, der Soldaten außer Gefecht setzen und damit Kriege entscheiden konnte.





Nennwert: EUR 0,68
Ausgabetag: 3.3.2018
Markengröße: 33,35 x 42 mm
Entwurf: Brigitte Heiden
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 330.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
 
Brigitte Am: 16.02.2018 07:03:00 Gelesen: 1534# 562 @  
Sondermarke „KTM R 125 Grand Tourist“
Serie „Motorräder“

Legendäre Zweiräder aus Österreich

Ein Klassiker von KTM – heute der einzige in Österreich beheimatete Motorradhersteller – ist die KTM R 125 Grand Tourist, die auf dieser Sondermarke abgebildet ist.

1934 gründete Hans Trunkenpolz im oberösterreichischen Mattighofen eine Schlosserwerkstatt und erweiterte diese später zu einem Kfz-Betrieb, der bis nach Kriegsende vor allem von Reparaturen und der Herstellung von Ersatzteilen lebte.

Weil der Bedarf für leistbare Zweiräder in den Nachkriegsjahren hoch war, entwickelte Trunkenpolz 1951 ein Leichtmotorrad mit einem 98er-Sachs-Motor von Rotax. Das Motorrad mit dem typischen Seilzugstarter hieß Moser-KTM 100, weil Trunkenpolz damals der Compagnon einer Firma namens Moser & Co war. Das Kürzel KTM stand für „Kraftfahrzeuge Trunkenpolz, Mattighofen“. 1953 wurden die ersten Prototypen der KTM R 100 präsentiert und schließlich die Serienproduktion gestartet.

Beeindruckende Qualität 1954 kam die erste 125-Kubikzentimeter-Maschine heraus: die KTM R 125 Tourist mit Zweitaktmotor, Teleskopgabel, Kickstarter, Dreiganggetriebe und Sitzkissen sowie 6,1 PS Leistung. Ernst Kronreif stieß als Finanzier zu KTM, der Name stand damit offiziell für „Kronreif & Trunkenpolz, Mattighofen“.

1955 folgte das Nachfolgemodell, die R 125 Grand Tourist, die nun wie die Rennmaschinen mit einer Langarmschwinggabel (Earles-Gabel) ausgerüstet war. Bis 1958 liefen davon etwa 6.000 Exemplare vom Förderband. Interessant ist auch, dass die KTM R 125 Grand Tourist Motorräder in den 1950er-Jahren auch als „Gelbe Engel“ unterwegs waren: Der Automobilclub ÖAMTC setzte Grand-Tourist-Beiwagengespanne als Pannenhilfsfahrzeuge ein. KTM konzentrierte sich schließlich auf die Entwicklung von (Roller)Mopeds und Fahrrädern, später auf Geländemotorräder.

Bis heute sind KTM-Maschinen im Motocross, Endurosport und Supermoto im Einsatz. Einige der erfolgreichsten Fahrer sind Heinz Kinigadner, der in den 1980ern zweimal Motocross-Weltmeister auf KTM wurde, oder Matthias Walkner, 2012 Weltmeister der MX3 Klasse. Die KTM AG ist heute eine Dachgesellschaft mit Sitz immer noch in Mattighofen.





Nennwert: EUR 2,20
Ausgabetag: 17.3.2018
Markengröße: 42 x 34,8 mm
Grafikentwurf: David Gruber
Druck: Joh. Enschedé Stamps B. V. / Offsetdruck
Auflage: 250.000 Marken in Bögen zu 50 Stück
 

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