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Thema: Stempel bestimmen: Russland
Das Thema hat 91 Beiträge:
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volkimal Am: 02.05.2017 15:28:39 Gelesen: 6150# 67 @  
@ Detlev0405 [#66]
@ Koban [#65]

Hallo Detlev und Koban,

vielen Dank für die Info.

Du schreibst "Bei der Arge Russland kannst du auch die Bestimmung der Hauptstrecken mit Nummern finden." Finde ich das im Netz oder muss ich die ArGe anschreiben?

Viele Grüße
Volkmar
 
Detlev0405 Am: 03.05.2017 05:22:19 Gelesen: 6117# 68 @  
@ volkimal [#67]

Hallo Volkmar,

im Netz habe ich das nicht gefunden also bleibt nur der direkte Weg zur Arge.

Siehe http://www.arge-russland.de/1767861.htm Kapitel 1.7.3 - dort werden die Hefte aufgelistet, die sich damit beschäftigen.

Viele Grüße
Detlev
 
volkimal Am: 14.06.2017 21:22:46 Gelesen: 4963# 69 @  
@ Detlev0405 [#68]

Hallo Detlev,

danke für die Mühe. Habe Deinen Beitrag vorher irgendwie übersehen.

Heute von mir eine italienische Ganzsache, die nach Russland befördert wurde:



Obwohl die Anschrift und der Empfänger der Karte in kyrillischer Schrift angegeben ist, wurde die Karte in Deutsch geschrieben.

Kann jemand die Anschrift lesen und übersetzen?



Neben dem italienischen Stempel Roma Ferrovia (= Eisenbahn) vom 10. Februar 1880 trägt die Karte den Ankunftsstempel С.-ПЕТЕРБУРГЪ = САНКТ-ПЕТЕРБУРГ = Санкт-Петербург = St. Petersburg. Was das letzte Zeichen "Ъ" im Namen "С.-ПЕТЕРБУРГЪ" bedeutet weiß ich nicht. Genausowenig ist mir bisher gelungen, den Text im unteren Bereich zu entziffern. Wer kann mir helfen?

Erstaunt war ich, als ich den blauen Rechteckstempel über der Marke entziffert hatte. Da die Marke keinen Werteindruck hat, wurde dort der Stempel ФРАНКИРОВАНИЕ = Frankatur abgeschlagen. Auch hier passen die beiden letzten Buchstaben nicht genau mit dem Stempel überein. Die Bedeutung ist aber eindeutig.

Viele Grüße
Volkmar
 
oldebuche1945 Am: 15.06.2017 09:49:48 Gelesen: 4941# 70 @  
@ volkimal [#69]

Hallo,

die Karte ging an einen Doktor Erdberg in St. Petersburg. Das besagte Zeichen ist ein sogenanntes "Weichheitszeichen", welches in vielen Begriffen Verwendung findet.

MfG
oldebuche1945
 
Detlev0405 Am: 16.06.2017 11:23:56 Gelesen: 4904# 71 @  
@ oldebuche1945 [#70]

Wobei es sich hier um das sogenannte ъ твёрдый знак - Härtezeichen handelt. Das ь мягкий знак auch Weichheitszeichen hat oben links den Anstrich nicht.

MfG
Detlev
 
KaraBenNemsi Am: 16.06.2017 11:25:19 Gelesen: 4903# 72 @  
@ volkimal [#69]

Hallo Volkmar,

dann schauen wir mal:

Der von oldebuche richtig identifizierte Herr wohnte an der Ecke Litejnyj Prospekt/Simeonowskaja Straße.

Das Zeichen "Ъ" ist das sogenannte Härtezeichen. (Das Weichheitszeichen von oldebuche sieht etwas anders aus). Das war früher oft gebräuchlich und zeigt die Aussprache des davor stehenden Konsonanten an. Für Deine Übersetzungen, bei denen es Dir ja um den Sinn der Wörter geht, kannst Du das Härtezeichen getrost ignorieren.

Bei Deinem FRANKIROWANIE stimmen die letzten Buchstaben nicht, weil auf der Karte FRANKIROWANO steht. Das bedeutet "frankiert", ändert aber nichts an dem Sinn des Stempels, den Du schon herausgefunden hast.

Der schöne St. Petersburger Stempel liest sich wie folgt:

"S. PETERBURG / 2 / 2 / EKSP. WYD. INOSTR. KOR." also "St. Petersburg / 2 / 2 / Expedition für die Ausgabe ausländischer Korrespondenz". Das Datum in der Mitte (3. Februar 1880) wird im unteren Kreis durch die Uhrzeitangabe "5 Uhr" ergänzt.

Eine nette Karte.

Viele Grüße

Carsten
 
volkimal Am: 18.06.2017 19:52:00 Gelesen: 4869# 73 @  
@ oldebuche1945 [#70]
@ Detlev0405 [#71]
@ KaraBenNemsi [#72]

Hallo Oldebuche, Detlev und Carsten,

wird sind vorhin von einer viertägigen Radtour zurückgekommen. Daher erst jetzt vielen Dank für Eure Hilfe bei der Übersetzung der Stempel und der Texte. Toll, was man durch Philaseiten alles herausbekommt.

Vielen Dank
Volkmar
 
Mondorff Am: 07.08.2017 13:03:28 Gelesen: 3921# 74 @  
Übersetzung

Heute erhielt ich diesem hübschen kleinen Brief, frankiert mit einer 5 Kop-Marke des Zarenreichs.



Woher könnte der Brief (vom 18.12.1909 wohl gekommen sein?

Freundlichen Gruß
DiDi
 
Altmerker Am: 07.08.2017 13:11:34 Gelesen: 3912# 75 @  
Schwer zu sagen. Ich erkenne ein Ja, ein O, ein I oder Z, ein N und ein Weichheitszeichen, finde aber im Atlas nichts Passendes.

Gruß
Uwe
 
Georgius Am: 07.08.2017 13:26:35 Gelesen: 3897# 76 @  
@ Mondorff [#74]

Hallo DiDi,

meine Vermutung ist der Ort PLOTZK im damaligen zaristischen Rußland. Heute liegt er im Süden der Ukraine.

Viele Grüße
Georgius
 
Mondorff Am: 07.08.2017 17:59:36 Gelesen: 3836# 77 @  
@ Georgius [#76]

Hallo Georgius, Dank für Deine "Auflösung".

Google sagt mir, dass Plozk (Plotzk) auf ukrainisch Плоцьк und russisch Плоцк geschrieben wird. Da fehlt das Weichheitszeichen ь am Ende Wortes, dass im Stempelbild zu sehen ist.

Was nun?

Schönen Gruß
DiDi
 
DERMZ Am: 07.08.2017 18:40:23 Gelesen: 3827# 78 @  
Guten Abend DiDi,

ich habe auch ein wenig gesucht, ich komme auf die Ortschaft Plock, wikipedia sagt auf englisch dazu: In the 19th century, the city was included within the region controlled by the Russian Empire, when Poland was divided among it, Prussia, and Austria-Hungary

Da mir das noch nicht sicher war und auch immer noch nicht ist, habe noch einen weiteren Hinweis gefunden: MЛABA—ПЛOЦКЬ—ЛOMЦA Dort ist dann auch das Weichheitszeichen an der richtigen Stelle. Die anderen Orte sind Mlawa und Lomza.

Ist nur ein Gedanke, aber vielleicht findet jemand noch weitere Quellen zu meiner Behauptung.

Viele Gruesse

Olaf
 
KaraBenNemsi Am: 08.08.2017 17:22:57 Gelesen: 3761# 79 @  
@ Mondorff [#77]

Hallo,

es ist kein Weichheitszeichen, sondern ein Härtezeichen. Das schrieb man früher so und heutzutage schreibt man es halt ohne. Bin für Plock in Polen. Gibt der Text oder Absender nichts her?

Grüße

Carsten
 
Mondorff Am: 08.08.2017 18:02:30 Gelesen: 3752# 80 @  
@ KaraBenNemsi [#79]

Leider ist kein Absender auf dem Briefchen (116 x 72 mm). Auch der, in jener Zeit durchaus übliche Ankunftstempel, fehlt.

Der Pfarrer, Joseph-Nestor Miller, war von 1906 bis 1917 hier in Mondorf tatsächlich in Amt und Würden.

Der Beleg kommt unter ПЛOЦКЬ - Plock in die Sammlung.

Herzlichen Dank an die Helfer, weil - meine Russischkenntnisse sind (seit 1950) doch etwas eingerostet.

DiDi
 
jmh67 Am: 08.08.2017 20:52:52 Gelesen: 3733# 81 @  
Nur damit die lexikalische Einordnung stimmt: Der Ortsname lautet in kyrillischer Schrift ПЛOЦКЪ - das "harte Zeichen" hat einen Anstrich, das "weiche Zeichen" hat keinen.

Übrigens trifft man auch noch hin und wieder das Jat', das hat oben ein Kreuz: Ѣ und wird wie Je (E) gesprochen. Das ist aber 1918 in Russland abgeschafft worden, so wie auch i, ѳ (fita) und ѵ (izhitsa). Die letzten beiden kamen aber - soweit ich weiß - nicht in Ortsnamen vor. Kyrill und Methodius sei Dank.

-jmh
 
Mondorff Am: 08.08.2017 22:33:30 Gelesen: 3722# 82 @  
@ jmh67 [#81]

Danke - Ich werde es richtig schreiben.

DiDi
 
volkimal Am: 03.11.2017 11:29:31 Gelesen: 1492# 83 @  
Hallo zusammen,

bei dieser Karte fand ich den Stempel so ungewöhnlich, dass ich sie mitgenommen habe. Einen Zweikeisstempel mit Punkten im Inneren habe ich noch nicht gesehen. Leider ist die Marke abgelöst, so dass ich nicht einmal weiß, ob ich mit Russland richtig liege.





Wer kann mir sagen, woher der Stempel stammt. Mit meinem Versuch "РОМНЬІ ПОЛТА 8" komme ich nicht weiter.

Die zweite Frage ist, ob eigentlich in der Mitte noch ein Datum steht, dass in diesem Fall fehlt.

Viele Grüße
Volkmar
 
DERMZ Am: 03.11.2017 14:29:54 Gelesen: 1471# 84 @  
@ volkimal [#83]

Guten Nachmittag Volkmar,

für mich sieht der 4. Buchstabe im zweiten Wort wie ein Ф in Schreibschrift aus, aber gross weiter bringt es mich auch nicht. Und ob die 8 eine 8 ist oder eher ein B könnte auch noch sein, ich versuche mal, ob ich jemanden finde, der sich damit auskennt.

Und am Ende taucht noch ein russisches Г auf, das ich gar nicht interpretieren kann.

Trotzdem viele Grüsse

Olaf
 
Altmerker Am: 03.11.2017 15:30:41 Gelesen: 1460# 85 @  
@ DERMZ [#84]

Der Briefaufgabeort könnte heißen Poltawa, also richtig, die 8 ist keine, sondern ein russisches W. Nur davor das Romny (ukrainisch Ромни; russisch Ромны) bereitet mir noch Sorgen.

Gruß
Uwe
 
Altmerker Am: 03.11.2017 15:32:51 Gelesen: 1458# 86 @  
@ Altmerker [#85]

Hier die Lösung: Romny (auch Romen), Kreisstadt im russ. Gouv. Poltawa, am Einfluß der Romna in die Sula und an den Eisenbahnlinien Libau-R. und R.-Krementschug, hat eine Realschule, ein Mädchengymnasium, 2 Banken, 4 Jahrmärkte und (1897) 22,539 Einw., die Tabakbau, Anfertigung von Bauernstiefeln, landwirtschaftlichen Geräten und Tonwaren und ansehnlichen Handel treiben.

Viele Grüße
Uwe
 
volkimal Am: 03.11.2017 16:09:15 Gelesen: 1449# 87 @  
@ DERMZ [#84]
@ Altmerker [#85]

Hallo Olaf und Uwe,

vielen Dank. Also steht im Stempel "РОМНЫ ПОЛТАВА". Das sind zwei Orte, die ca. 175 km voneinender entfernt sind - oder irre ich mich?

Handelt es sich demnach um einen Bahnpoststempel?

Viele Grüße
Volkmar
 
KaraBenNemsi Am: 03.11.2017 17:21:22 Gelesen: 1440# 88 @  
@ volkimal [#87]

Hallo Volkmar,

Uwe (Altmerker) hat die Lösung schon präsentiert. Im Stempel steht ROMNY POLTAW. G. also Romny (im) Poltawer Gouvernement. Das ist also kein Bahnpoststempel, sondern der Abgangsstempel aus dem Ort Romny.

Viele Grüße

Carsten
 
KaraBenNemsi Am: 03.11.2017 17:48:21 Gelesen: 1429# 89 @  
@ volkimal [#87]

Nun noch zum Stempel selbst: Das ist ein sogenannter Killerstempel, der so oder ähnlich schwerpunktmäßig ich würde sagen um 1910 (plus/minus ein paar Jahre) in Russland weit verbreitet war. Er diente eigentlich zur Unbrauchbarmachung höherwertiger Marken, wie sie auf Paketkarten oder Postanweisungen vorkommen. Das fragliche Postamt in Romny war also nicht ganz klein, denn es hatte immerhin spezielle Stempel für diese Arten von Postsendungen. Dieser Stempel auf einer Postkarte ist also zumindest ungewöhnlich. Ob das häufiger vorkommt weiß ich nicht (habe ich noch nie drauf geachtet) oder ob das für diesen Ort gar typisch ist, müsste jemand sagen, der sich mit dieser Ecke Russlands näher beschäftigt.

Viele Grüße

Carsten

Nachtrag: Ich habe gerade gesehen, dass auf der Rückseite der Karte ja ein eindeutiges Datum steht: 18. XI. 09. Dann kommt die Datierung des Stempels "um 1910" ja hin.
 
volkimal Am: 03.11.2017 18:48:30 Gelesen: 1414# 90 @  
@ KaraBenNemsi [#88]

Hallo Carsten,

vielen Dank! Da liege ich natürlich mit dem Bahnpoststempel völlig falsch.

Du schreibst, dass es ein Killerstemel ist. Ich vermute, dass er damit kein Datum hatte.

War die "1" im Inneren eine Art Unterscheidungszahl?

Ich nehme die Frage zurück. Ich habe gerade solch einen Stempel einschließlich Datum bei Delcampe gefunden:

Suchbegriff "50k Imperial Eagle" unter den beendeten Angeboten.

Viele Grüße
Volkmar
 
KaraBenNemsi Am: 03.11.2017 19:00:30 Gelesen: 1408# 91 @  
Hallo Volkmar,

die Stempel hatten ganz normale Datumsangaben. Die 1 gehört also zum Datum. Wenige Reste von abgeschlagenen Ziffern sieht man im Datumsfeld auch noch. Jetzt kann man spekulieren, warum das Datum nur so schwach abgeschlagen ist.

Viele Grüße

Carsten
 

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