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Thema: Postverhältnisse Bayern - Österreich
Das Thema hat 199 Beiträge:
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bayern klassisch Am: 14.06.2017 21:15:13 Gelesen: 6632# 175 @  
@ bignell [#174]

Hallo Harald,

das mag auch möglich sein - ich hoffe über österreichische Prinzessinnen an die Absenderin zu kommen, egal ob 5, 6 oder 70 Jahre alt. :-) Wenn ich nur wüsste, wo suchen?

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bignell Am: 14.06.2017 21:28:17 Gelesen: 6629# 176 @  
@ bayern klassisch [#175]

Hallo Ralph,

genaugenommen gab es zu der Zeit nur drei:

Erzherzogin Sophie Friederike (1855–1857)
Erzherzogin Gisela (1856–1932) ∞ Leopold von Bayern
Erzherzogin Marie Valerie (1868–1924) ∞ Franz Salvator von Österreich-Toskana [1]

Aber den Titel trugen nicht nur diese, sondern auch die anderer Länder, und eine davon war vielleicht mit einem Österreicher verheiratet. Wobei das Aussehen der Krone schon für Österreich spricht. Sophie scheidet aus, und Gisela war zu dem Zeitpunkt bereits in München. Also bleibt Marie mein Tipp.

Funfact: Die letzte österreichische Prinzessin hieß Inge Eberhard [2]

Lg, harald

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Joseph_I.
[2] https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20151023_OTS0071/die-himmlische-prinzessin-die-wahre-geschichte-hinter-daemmerung-ueber-burma
 
bayern klassisch Am: 14.06.2017 21:55:22 Gelesen: 6624# 177 @  
@ bignell [#176]

Hallo Harald,

vielen Dank für deine Hilfe - immer gerne gesehen.

ich könnte in dem Monogramm SMS lesen - oder MV bzw. VM.

Marie Valerie könnte also hinkommen - hatten denn so junge Mädchen schon Kuverts mit Monogrammdruck? Ich bin da leider Laie auf diesem Gebiet.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
hopfen Am: 14.06.2017 22:32:59 Gelesen: 6611# 178 @  
@ bayern klassisch [#5]

Sorry, ist ja nun fast 3 Jahre her, aber wenn ich ein Forum-Thema aufrufe, kommt zumeist der erste Beitrag - und so kam ich zu disem 5., der einen Daten-Eingabefehler enthält:

"Geschrieben in Amsterdam am 10.3.1835, am 15.2.1835 in Nürnberg "franco Grenze" aufgegeben"

Nürnberg-Stempel mit 15. Mar korrekt, also nicht 15.2.1835 sondern 15.3.1835 !

Ist eine Korrektur möglich, damit nicht auch noch nachfolgende Leser diesen Fehler melden müssen ?

Fragt mit phil. Gruß Horst

PS: MEINE eMail-Adresse ist hinterlegt/sichtbar - ich hätte da noch außerhalb vom Forum eine Info für "bayrisch klassisch", betr. Marken/Stempel von bayrisch klassisch - leider habe ich auch auf der Webseite keinen Ralph mit Kontaktadresse gefunden = an Kontakten NICHT interessiert ?
 
bayern klassisch Am: 18.06.2017 09:07:33 Gelesen: 6482# 179 @  
Liebe Freunde,

wieder einer, der sicher über Bodenbach lief, aber keinen Bodenbach - Stempel aufweist.



Verfasst in Triest, dem Freihafen Österreichs, am 19.6.1852 (hätte ihn vlt. lieber morgen einstellen sollen, da hätte er Geburtstag gehabt und zwar den 125.) und frankiert mit 9 Kr. CM korrekt unter 1 Loth.

Ankunft am Bahnhof Augsburg 4 Tage später, wobei wohl 2 Tage auf Österreich gehen bis Bodenbach, dann 1 Tag Transit durch Sachsen bis Hof und der letzte Tag auf Bayern.

Der Empfänger Friedrich Mittler war bekannt, daher bedurfte es keiner Empfängerpräsisierung.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 21.06.2017 14:32:06 Gelesen: 6346# 180 @  
Liebe Freunde,



heute zeige ich einen Brief aus Sonneberg, damals von der Thurn und Taxis - Post versorgt, der am 1.3.1848 geschrieben wurde, aber erst 9 Tage später (!) in Nürnberg als Frankobrief nach Gröden in Tirol (Österreich) mit dem Vermerk "per Augsburg" postalisch aufgegeben wurde.

Von Sonneberg nach Nürnberg sind es ca. 100 km, so dass dies kein Sonntagsspaziergang gewesen sein wird. Aber es gab schon eine Bahn von Plauen im Vogtlande via Hof nach Nürnberg. Ob man die benutzt hat, um ihn nach Nürnberg zu schleppen?

Jedenfalls zahlte man dort 20 Kreuzer, die siegelseitig zu sehen sind, wo auch Klausen, welches für Gröden zuständig war, sich am 13.3. verewigte.

Den schäbigen Abschlag des Nürnberger B.O.C. - Stempels bitte ich vielmals zu entschuldigen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 23.06.2017 13:59:35 Gelesen: 6210# 181 @  
Liebe Freunde,

ob es den je so geben durfte?





RS = Regierungs - Sache des bayer. Landgerichts Regen an das k. k. böhmische Wirtschaftsamt in Eisenstein (böhmisch Eisenstein) vom 26.8.1841.

Eigentlich in Bayern portofrei, aber in Österreich portopflichtig, weil die Gebührenfreiheit an der Grenze zu Österreich endete. Hier aber keine Taxe für die Empfängerbehörde, obwohl es nur Bayern anging, wie uns der Inhalt erklärt:

"Michael Fischer, Soldat des königl. bayr. Inf. Regiments Seckendorff hält sich wahrscheinlich bey seinem außerehelichen Vater, dem Büchsenmacher Fischer in Eisenstein auf, und deßhalb stellt man das dienstfreundliche Ansuchen denselben im Betretensfalle arretiren, und hieher liefern zu laßen. Hochachtung! Der kgl. Landrichter Zottmann".

Leider weiß ich nicht, ob Bayern des offenbar fahnenflüchtigen Fischer habhaft wurde - aber interessant ist solch ein Inhalt allemal.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 25.06.2017 07:50:09 Gelesen: 6060# 182 @  
Liebe Freunde,

heute zeige ich einen Teilfrankobrief aus Nürnberg der Firma G. G. Fendler vom 16.5.1834 an den großen J. J. Voith in Steyr.



Siegelseitig zahlte man 10 Kreuzer rheinisch bis zur bayer. - österr. Grenze. Ab da kamen 10 + 2 = 12 Kreuzer Conventionsmünze dazu, die sich mir als Addition nur dahin gehend erschließen könnten, weil es einen Boten gegeben haben könnte, der Voith für 2 Kr. CM seinen Brief in die Behausung brachte.

Die 10 Kr. CM Postporto für einfache Briefe über 6 bis 9 Poststationen sind mir bekannt, nur 2 Kr. CM Botenlohn halt nicht.

Interessant ist auch der Inhalt: "... Inliegend übermachen wir Ihnen f 2037. 12x p. Ende Juni auf H. Hillenbrands Erben in Augsburg, wir ersuchen Sie hiervon das nöthige zu besorgen und unsere Rechnung nach Eingang, unter gefällige Anzeige vollends auszugleichen. Achtungsvoll zeichnen ergebenst G. G. Fendler".

Heute also nicht mehr vorhanden war ein Wechsel über mehr als 2.000 Gulden, heute etwa 100.000 €. Der Versand wurde aber nicht als Wertbrief, sondern als Recobrief bewerkstelligt. Die Recommandation kostete nur 4 Kr. rheinisch, jedoch waren im Verlustfall auch nur 25 Gulden rheinisch zu erhalten und der Wechsel war weg. Die bayer. Reconummer wurde vorne oben rechts notiert, eine weitere (wo?) hinten dazu.

Die Frage ist natürlich: Durfte man nach den Postprinzipien Wertgegenstände (Wechsel, Bargeld usw.) überhaupt der Briefpost andienen, oder war das prinzipiell gestattet, halt ohne Ersatzmöglichkeit des wahren Wertes und somit nur unter Erstattung von 25 Gulden rh. im Verlustfalle?

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
Magdeburger Am: 25.06.2017 08:28:56 Gelesen: 6051# 183 @  
@ bayern klassisch [#182]

Lieber Bayern Klassisch,

ich denke schon, dass es nicht zulässig war, einen Wechsel mit der Briefpost versenden zu lassen, aber dies wurde sicherlich öfters gemacht, als wir es heute sehen.

Leider ist es auch so, dass häufig bei den Postverträgen die Bestimmungen der Fahrpost teilweise fehlen oder unvollständig sind.

Mit freundlichem Sammlergruss

Ulf
 
bayern klassisch Am: 25.06.2017 09:02:10 Gelesen: 6046# 184 @  
@ Magdeburger [#183]

Lieber Magdeburger,

vielen Dank für deine Antwort. Offenbar ging man das Risiko ein und ein Wechsel (in meiner Sammlung befinden sich mehrere) wog gerade 2 - 3 Gramm, konnte also völlig unauffällig einem gewöhnlichen oder recommandirten Brief untergeschoben werden.

Gäbe es keine Inhalte mehr, wüssten wir von diesem Treiben gar nichts mehr heute. So ist es doch besser.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 30.06.2017 17:27:33 Gelesen: 5745# 185 @  
Liebe Freunde,

auf so einen habe ich 20 Jahre gewartet ... jetzt ist er da. Ich freu mir wie Bolle, wa?!





Brief aus Salzburg vom 30.8.1865 nach München an Fräulein Anna Ahrens Vorsteherin des Maximilians Waiseninstitutes. Der Absender war ob seines Siegels in Österreich portofrei gestellt, daher verblieb der Brief ohne Taxe. Bei der Ankunft am Folgetag war keine Zustellung in München möglich. Man notierte siegelseitig "eigenhändig, berichtigt Köchel", so dass Briefträger Nr. 20 leider nichts machen konnte.

Offenbar ahnte man, dass man den Brief einer höchstgestellten Persönlichkeit (König? Kaise? Fürst?) besser nicht in Abwesenheit der Empfängerin annehmen sollte.

Jedoch wusste man die neue Anschrift, nämlich in Schliersee "Bei der Frau Meßnerin" und ließ den Brief dahin abziehen.

Er war jedoch ausgeliefert worden, auch wenn man ihn nicht haben wollte. Daher setzte München für ihn als weitergeleiteten Frankobrief (!) 3 Kreuzer an (bis 12 Meilen bis 1 Loth). Aber nun setzte ein Umdenken ein. Zwar stand im Postverein nur der Aufgabepost (Salzburg) das komplette Franko bzw. Porto zu, aber wie war bei der Weiterleitung eines Briefes einer höchsten Person, die die aktive Portofreiheit besaß, zu verfahren? Nun, man änderte seine Ansicht, strich die 3 Kr. Porto für die Nachsendung ab und tat so, als hätte der Brief nicht den Postenlauf verlassen, so dass die Portofreiheit dank Siegels noch immer galt und ließ ihn nach Schliersee ab. Dort erfolgte, vlt. aus Ehrfurcht, keine Stempelung mehr und der Brief wurde der Adressatin in der nachbenannten Behausung übergeben. Eigenhändig, natürlich ...

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 08.08.2017 19:06:16 Gelesen: 3927# 186 @  
Liebe Freunde,



Innsbruck 31.12.1861 nach Mauterndorf "über Salzburg" war gewünscht und ausweislich der Siegelseite lief er auch am 1.1.1862 via Salzburg nach dorthin, wo er am 3.1.1862 eintraf.

Der Link von Google.Maps funzt leider nicht - einfach Aufgabe- und Abgabeort eingeben und die Strecke über Bayern nachvollziehen, für die, die das tun wollen.

Er lief über das Berchtesgadener Land (Bayern) die weitere Strecke in einem Tag, danach die kürzere Strecke in 2 Tagen nur über österreichisches Territorium. Vivat Bavaria!

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 26.08.2017 13:40:44 Gelesen: 2901# 187 @  
Liebe Freunde,

für meine wissenschaftliche Ausarbeitung nicht so übel: Brief aus Wien vom 14.6.1853 9 Uhr früh an Herrn H. Mayer bei der Firma Mittler in Augsburg mit 9 Kr. treffend frankiert verschickt. Es traf mich fast der Schlag (im positiven Sinne), als ich das Ankunftsdatum erblickte: 16.6. !!! Ein Stempelfehler ist auszuschließen, denn Mittlers Firma notierte hinten "beantw. d(en) 17. d(ieses) M(onats)".



Halten wir fest, was die direkte Streckenführung Wien - Passau - München - Augsburg angeht, dass wir hier die Strecke Luftlinie von 405 km vor uns haben und unter den damaligen Straßenverhältnissen ein nächster, tatsächlicher Laufweg von ca. 500 km unterstellt werden kann. Eine Zustellung innerhalb von ca. 48 Stunden per Bahn auf dieser Route können wir ausschließen, denn sie verlief natürich 1853 noch nicht durchgängig direkt:

http://www.ieg-maps.uni-mainz.de/mapsp/mape853d.htm

Daher ist hier, auch ohne den Beweis eines Stempelabschlags von Bodenbach, allein aus der extrem kurzen, wohl optimalen Zeit, die Leitung über Nordböhmen, Sachsen und Oberfranken zwingend zu unterstellen.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 26.08.2017 13:47:01 Gelesen: 2899# 188 @  
Liebe Freunde,

hier zeige ich einen 9 Kr. Brief aus Wien vom 29.6.1857 8 A (= 20 Uhr, da 8 Uhr Abends abgestempelt) nach Mannheim, wo er am 2.7. ankam.



Da alle Transitstempel mangeln, ist die Leitung nicht 100%ig fixierbar; grundsätzlich halte ich 2 Leitungen für möglich: Von Wien aus an die bayer. Grenze bei Salzburg und von dort mit der Kutsche nach Rosenheim und von dort durchgehend per Bahn nach Mannheim vom Süden kommend, oder alternativ über Bodenbach - Hof - Bamberg - Würzburg - Frankfurt am Main von Nordosten kommend.

Ende 1857 sah das Bahnnetz so aus:

http://www.ieg-maps.uni-mainz.de/mapsp/mape857d.htm

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 11.09.2017 12:35:59 Gelesen: 2199# 189 @  
Liebe Freunde,



ein Brief vom 14.3.1859 von Wien unter Recommandation nach Innsbruck war ein gewöhnlicher Inlandsbrief über 20 Meilen, für den 15 Neukreuzer als Franko und 10 Neukreuzer (hinten leider entfernt worden) als Recogebühr verklebt wurden. Er lief über das Berchtesgadener Land (Bayern), ohne dort behandelt worden zu sein, da geschlossene Briefpakete hin und her versendet wurden. Pech wäre es für Bayern gewesen, wenn man auf eigenem Territorium den Brief verloren hätte, denn dann wären 24,5 Gulden rheinisch zu ersetzen gewesen. Gut, dass er wohlbehalten in Innsbruck am 15.3. ankam.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 13.09.2017 13:15:23 Gelesen: 2083# 190 @  
Liebe Freunde,

man braucht ab und zu auch mal Glück - ich hatte es, als ich auf ein Lot von 2 Briefen bot, wovon der andere noch vorgestellt werden wird (ein Brief mit Briefen!) und ich den anderen als Beifang verbuchte (ehe ich ihn hatte).





Er sei aber hier gezeigt und besprochen, weil er doch nicht so uninteressant ist, wie es auf den ersten Blick scheinen könnte.

Am Wiener Schalter für recommandirte Briefe gab man am 25.10.1859 einen einfachen Brief nach Schwaig auf, welches durch die Postexpedition Lauf bei Nürnberg versorgt wurde. Hierzu waren 15 Neukreuzer unter 1 Loth über 20 Meilen und 6 Neukreuzer Recogebühr zu frankieren (damals herrschte im Postverein noch Frankozwang bei der Recommandation - das fiel erst mit dem 1.1.1861).

2 Tage später war er in Lauf und wurde seiner Empfängerin, "Ihrer Wohlgeboren Fräulein Sidonie Goes Tochter des hochwohlgebornen Herrn Major Wilhel Goes" zugestellt.

Auf der letzten Seite lesen wir folgendes: "Deinen nächsten Brief, den ich recht lange & ausführlich erwarte, & den du recht bald nach Empfäng dieser Zeilen absenden willst, bitte ich nach Pest a/ Donau, Post restante zu adresiren; es ist so sicherer, da es mir sonst wie hier gehen könnte, wo ich nämlich in dem dir aufgegebenem Hotel zur STadt Frankfurt kein Zimmer frei fand & mich in ein Anderes begeben mußte; so muß ich jetzt jeden Tag in jenem Hotel nachfragen, ob keine Briefe für mich da sind."

Für mich ein kleiner Traum als Liebhaber von poste restante - Briefen.

Oben vorn noch die Reconummer von Wien mit 182 vermerkt - die blaue Tinte dürfte von einer bayer. Poststelle stammen, die es aber nur zu einem Tintenkrüppel geschafft hat. Auch egal, bei dem Inhalt!

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 14.09.2017 16:10:01 Gelesen: 1998# 191 @  
Liebe Freunde,



wieder kann ich einen Brief aus Wien nach Augsburg an Mittler zeigen: Am 26.4.1853 aufgegeben um 15.00 Uhr erreichte er sein Ziel am 28.4. am Bahnhof Augsburg. Eine Beförderungsdauer von nur 2 Tagen - das ging niemals mit der Kutsche, sondern nur über Bodenbach. Wegen der (relativen) Häufigkeit dieser Briefe ohne Bodenbach - Stempel gehe ich mittlerweile davon aus, dass es geschlossene Pakete Wien - Augsburg gab, wenngleich ich auch andere Briefe mit Bodenbach - Stempeln kenne.



Der 2. Brief aus Triest ging auch an Mittler in Augsburg und wurde am 14.3.1855 aufgegeben (ohne Uhrzeit im Stempel) und kam am 16.3. an - zwar nicht so gut zu lesen, aber es bleibt nur das Datum 16. übrig. 2 Jahre später also in der gleichen Zeit bei der Leitung wie oben.

Das waren beides ungeheure Leistungen im Transportwesen der damaligen Zeit, die man nicht hoch genug einschätzen kann!

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 18.09.2017 10:47:42 Gelesen: 1788# 192 @  
Liebe Freunde,

ein schönes Beispiel hier aus Ungarn: Debrezin 2.8.1864 mit 15 Neukreuzer über 20 Meilen innerösterreichische korrekt frankiert bis 1 Loth nach Egg bei Bregenz. Am 28.6. war er innerösterreichisch nach Salzburg per Bahn geschickt worden, dann durchschritt er Bayern mit dem Berchtesgadener Land und kam am 29.8. in Bregenz an.



Interessant ist, dass der Absender Joszef Csanak hinten seinen Schreibschriftstempel angebracht hatte, weil sein Trockensiegel wenig hergab. Kenne ich so kaum einmal, nicht nur von Österreich-Ungarn.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bignell Am: 19.09.2017 21:20:15 Gelesen: 1695# 193 @  
Liebe Freunde,

dieses entzückende Pärchen ist mir heute in die Hände gefallen:





Beide von Wien an Martin Spengelin & Co in Lindau gesandt, einmal Ganzsache 10 Kreuzer mit 5 Kreuzer Zusatzfrankatur, einmal Ganzsache 5 Kreuzer mit 10 Kreuzer Zusatzfrankatur.

Die erste WIEN | 10 | 4 | 7.A, Ankunftstempel LINDAU 12 APR.1866 I, die zweite WIEN | 31 | 10 | 7.A, Ankunftstempel LINDAU | 2 NOV. (Jahr unleserlich) 12 - wahrscheinlich 1865 oder 1866.

Lg, harald
 
bayern klassisch Am: 19.09.2017 23:53:31 Gelesen: 1683# 194 @  
@ bignell [#193]

Hallo Harald,

da zeigst du uns ein sehr schönes Paar - klasse und die gedrehten Nominalen sind besonders attraktiv, zumal an die sehr bekannte Adresse Martin Spengelin in Lindau, der ein Großer in der Branche war.

Von diesen Briefen kann ich nicht genug bekommen. :-)

Danke fürs Zeigen und liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 22.09.2017 19:53:14 Gelesen: 1538# 195 @  
Liebe Freunde,

ein Damenkuvert aus Triest vom 13.2.1866 aus Triest nach Mainz zu 15 Neukreuzern zeigt hinten den Transitstempel von Innsbruck 15.2.1866 und den Mainzer Distributionsstempel 4. Tour am 16.2.1866. Damit ist geklärt, wie er lief:

Triest - Innsbruck - Kufstein - München - Augsburg - Ulm - Stuttgart - Karlsruhe - Heidelberg - Darmstadt - Frankfurt am Main - Mainz.

Hat man auch nicht jeden Tag.

Unten links lese ich "Eppigmauer" und deute das so:

https://books.google.de/books?id=HZ1jAAAAcAAJ&pg=PA395&lpg=PA395&dq=eppigmauer&source=bl&ots=361LAhSWXY&sig=7F3qMOg7JfGQtGlBMeJ-Z_FANyc&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiI3YTgrbnWAhVGJFAKHfq0DvsQ6AEIJzAA

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 10.10.2017 16:00:07 Gelesen: 557# 196 @  
Liebe Freunde,

2 Briefe mit Briefen an Sidonie Goes in Schwaig bei Lauf unweit Nürnberg von ihrem späteren Ehemann Carl.

Der 1. datiert vom 9.11.1859 und wurde in Szolnok, 50 km südöstlich von Budapest, geschrieben, ist die Empfängerin das "Herzallerliebste Schätzchen!! - schön!

Auf der letzten Seite schrieb er: "Wenn es dir möglich ist, so gib mir nach Empfang dieses wieder Nachrichten von dir & zwar Post restante Wien, mit ausdrücklicher Aufzeichnung deiner mir bisher geschriebenen & der von mir erhaltenen Briefe, damit ich genau beurtheilen kann, ob keines unserer Schreiben verloren gegangen ist."






Der 2. datiert vom 29.11.1859 aus St. Pölten, 100 km westlich von Wien, als er wieder auf seiner Retour war. Auch jetzt wieder mit Adresse "mit Briefen des hochwohlgebornen Herrn Major Wilhellm Goes".

Er lief über Salzburg am 30.11., aber ab dann dauerte es bis zum 3.12., ehe er in Lauf war - es hat sich also etwas gezogen.





Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 14.10.2017 10:29:13 Gelesen: 322# 197 @  
Liebe Freunde,

heute mal ein unscheinbarer Abzugsbrief aus Regensburg vom 10.11.1871 (merkwürdiger Stempel für meinen Geschmack) an Mathias Thurnherr in Bregenz.



Schon am Folgetag schlug der Brief dort ein (Respekt!), doch Thurnherr war bereits ins nahe Dornbirn verreist, was die Bregenzer Post dazu verleitete, Bregenz zu streichen und Dornbirn darüber zu setzen, ohne Angabe von Gründen. Der Brief wurde prompt am Folgetag in Dornbirn zugestellt, ohne weitere Angaben wie Wohnung oder Logis - die Jungs waren damals halt einfach Klasse und auf dem Quivive.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 14.10.2017 10:59:49 Gelesen: 317# 198 @  
Liebe Freunde,

ein kleines Kleinod ist mir wieder mal in die Hände gefallen - Brief der Firma Geipel & Jaeger aus Asch (Böhmen, ganz nah an Bayern!) nach Basel an Marcus Boelger. Das Datum war der 14.12.1870.



Der Absender frankierte 10 Neukreuzer, die sich in 6 Neukreuzer für Österreich und 4 Neukreuzer für die Schweiz aufteilten. Aus "naheliegenden" Gründen wählte man in Asch den lokalen Paketschluß Oberkotzau in Bayern, wo er am 14.12.1870 eintraf und hinsichtlich seines Weiterfrankos zu berichtigen war, denn Bayern rechnete direkt mit der Schweiz ab und konnte daher das frontseitig notierte Weiterfranko von 4 Neukreuzern so nicht stehen lassen. Folgerichtig waren die 4 Nkr. zu streichen und durch 3 Kreuzer rheinisch zu ersetzen, was perfekt realisiert wurde.

2 Tage später traf der Brief in Basel ein und wurde zugestellt. Im Inhalt ging es um wechselseitige Bestätigungen von Telegrammen, deren Eintreffen und korrekte Ausführungen. Hat man ja auch nicht alle Tage und wenn jemand mal ein Telegramm aus dem Dezember 1870 aus Asch nach Basel sehen sollte, wäre ich über eine Meldung erfreut.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
bayern klassisch Am: 14.10.2017 12:09:55 Gelesen: 307# 199 @  
Liebe Freunde,

die Firma Danzer in Wien schrieb am 27.12.1862 um 7 Uhr Abends "An die Löbliche Baron von Lerchenfeldsche Gut-Verwaltung in Pillham pr Neuhaus, Bayern, pr Scheerding".



Sie frankierte korrekt mit 15 Neukreuzern für einen einfachen Brief über 20 Meilen nach Bayern. Da der Ort Pillham heute nur gut 100 Einwohner hat, kann man sich seine Bedeutung vor über 150 Jahren gut vorstellen - sie tendierte gegen Null. Zu Pillham:

https://de.wikipedia.org/wiki/Pillham

Da der Absender dem Empfänger den Versand seiner bestellten Ware per Bahn avvisierte, musste dieser möglichst schnell wissen, was da für ihn ankommen sollte aus Wien, was es wog und was es kostete. Daher war die Präzisierung der Adresse sehr wichtig, weil im Falle eine postalischen Irrung u. U. die gelieferten Waren in Schärding tagelang hätten liegen können und so erhebliche Beträge an Lagergeld nach sich gezogen haben könnten.

Auch Neuhaus (am Inn) war keine Weltstadt, so dass man später mit blauer Tintenverdeutlichung notierte "per Scheerding", denn Schärding in Österreich lag Neuhaus fast gegenüber und Pillham war nicht weit davon entfernt.

Siegelseitig sehen wir nur den Stempel von Schärding vom Folgetag, mehr nicht. Da ich diese Korrespondenz kenne und praktisch nie ein bayer. Ankunftsstempel auf dergleichen Briefen aus Österreich anzutreffen ist, halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass die Gutsverwaltung in Schärding ihre Post selbst abholte, zumal der Güterversand ja auch dort allein stattfand und nicht im beschaulichen Pillham.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 

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