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Thema: Schweiz Dauerserie Tellknabe
Das Thema hat 36 Beiträge:
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Heinz 7 Am: 23.03.2015 18:10:05 Gelesen: 9272# 12 @  
@ Gernesammler [#10]

Hallo, Kollegen

Ist es tatsächlich schon vier Monate her, seit wir das letzte Mal etwas über "Walterli" (den Sohn des Tell) besprochen haben? - Unglaublich, wie schnell die Zeit vergeht!

Als viertes Beispiel eines Motives "Tellknabe" möchte ich Euch den Wert zu 3 Rappen orange vorstellen, Zumstein Nr. 137. Die Marke gefällt mir gut in ihrer schlichten, klaren Zeichnung. (Michel übrigens, zufällig, AUCH 137 (137 x)!

Diese (zweite) Zeichnung des Tellknaben erfolgte in drei Typen, wobei die 3 Rappen-Marke orange gibt es nur in Type II. (= Sehne hinter dem Schaft, Henkel der Armbrust klein).



Die Marke erschien mitten im ersten Weltkrieg, 1917, ist also auch bald hundert Jahre alt. Vermutlich schlummert diese Marke in fast jeder Schweizer Briefmarkensammlung, denn mit einer Auflage von 120 Millionen Stück war dies eine weit verbreitete Marke.

Der Stempel ist von Bonstetten, 22.III.1920 (also März, die Monate wurden mit römischen Zahlen angegeben). Stempel-Gruppe 149 B; auch keine Seltenheit.

Aber trotzdem: einfach schön!

Heinz
 
Gernesammler Am: 23.03.2015 20:14:37 Gelesen: 9264# 13 @  
@ Heinz 7 [#12]

Hallo Heinz,

die Schlichtheit dieser Marke macht Sie zum Sammelobjekt, da wie Du sagst in jeder Sammlung solche schlummern und wenn man ein wenig Glück hat auch mal einen schönen mittigen Stempel wie Deinen findet oder was ich Euch zeigen möchte den Tellbub, Zumstein Nr. 101 links das Original, in der Mitte mit Muskelschwund im linken Arm der rechte ist gebrochen und der Schaft rechts der Armbrust löst sich auf, die rechte Marke zeigt das Ganze noch etwas stärker durch die Farbnuance.

Gruß Rainer


 
10Parale Am: 23.03.2015 22:00:19 Gelesen: 9254# 14 @  
@ Gernesammler [#13]

" die Schlichtheit dieser Marke macht Sie zum Sammelobjekt, da wie Du sagst in jeder Sammlung solche schlummern und wenn man ein wenig Glück hat auch mal einen schönen mittigen Stempel"

Mein bescheidener Beitrag zu diesem doch jetzt boomenden Thread ein waagrechtes Paar "Walterli" zu je 5 Rappen grün, abgeschlagen am Hauptbahnhof in Basel (SBB - oder Zentralbahnhof) mit zwei Stempeln vom 14.II.14.

Und weil der Bahnhof zur selbigen Zeit zumindest auf mich sehr pittoresk wirkt mit den Pferdekutschen, gleich eine Postkarte aus dem Jahr 1913, wie der Bahnhof damals ausgesehen hat.

Beide Postkarten gingen übrigens an die Friseuse Hortenzia im benachbarten Mülhausen (Elsass), wo ein verliebter Schreiber sich mühte.

Liebe Grüße

10Parale


 
Gernesammler Am: 24.03.2015 20:11:18 Gelesen: 9219# 15 @  
@ 10Parale [#14]

Hallo 10Parale,

nicht nur die Rückseite sehr hübsch, sondern auch die Vorderseite, Postkarten wie sie glaube ich jeder mag.

Hier einmal zwei Ganzsachen Postkarten mit Zusatzfrankatur des Tellbuben zu 7 1/2 Rappen, Zumstein Nr.138 III und 148 II die gleiche Marke mit Aufdruck, beide nach Deutschland Berlin und Schlesien. Hier kann man getrost den Satz erwähnen "wenn der Vater mit dem Sohne", Ganzsachen Postkarte mit Vater Tell nebst Zusatz und dem Tellbuben.

Gruß Rainer


 
Heinz 7 Am: 25.03.2015 20:30:13 Gelesen: 9187# 16 @  
@ Gernesammler [#15]

Schön, was Du uns zeigst, Rainer!

Auf "Philaseiten" wurde schon von Bela Szekula gesprochen, einem äusserst umtriebigen Briefmarkenhändler, der auch viele spezielle Frankaturen veranlasst hat. Anbei zeige ich Euch einen Brief vom 23. Februar 1916, also mitten aus dem 1. Weltkrieg. Zwei Tage später kam er am Bestimmungsort an, wie der Ankunftsstempel zeigt



Er sandte einen Einschreibe-Brief nach Chemnitz, Deutschland, Porto 50 Rappen, das ungewöhnlich erbracht wurde:

3 x 13 Rappen Tell-Brustbild, Zumstein Nr. 139 (1915)
6 x 1 Rappen, Tellknabe, Aufbrauchsausgabe (1 auf 2 Rappen), Zumstein Nr. 132 (1915)
1 x 5 Rappen, Tellknabe grün, Type 3 (Zumstein Nr. 125 III) (1910)
3 x Vater Tell, 7 x Sohn Walter - also ein "Gross-Familien-Ausflug". ;-)

Heinz
 
Heinz 7 Am: 15.04.2015 20:05:20 Gelesen: 9094# 17 @  
@ Beitrag [#12]

Die Nummer 137 (Zumstein; Michel Nr. 137 x) wurde 1917 herausgegeben, bereits 3 Jahre später, 1920, wurde ein grösserer Teil ihrer Auflage mit einem neuen Wertaufdruck überdruckt: zweieinhalb statt 3 Rappen! So entstand die "Aufbrauchsausgabe Zumstein Nr. 146, Michel Nr. 156".

Anbei zeige ich einen Dreissigerbogen dieser Marke.



Wer wissen will, warum diese Marke in diesem ungewöhnlichen Bogenformat herausgegeben wurde, soll das Thema "Schweiz Markenheftchen und ihre Herstellung" konsultieren.

Herzliche Grüsse
Heinz
 
hajo22 Am: 15.04.2015 21:57:49 Gelesen: 9075# 18 @  
2x5 Rp. Tellknabe auf einer Feldpost-Ansichtskarte nach München. Absender ist ein schweizer Oberleutnant, der auf seine Leute bei der Grenzpatrouille auf der Ansichtsseite der Karte u.a. hinweist. Handschriftlich vermerkt: "Graubünden, 11.Okt.1915".

Die Marken (10 Rp. Auslandsporto) sind mit dem Stempel "Bataillon 82 Feldpost" (ohne Tagesdatum) entwertet. Als ganz normale Auslandskarte gelaufen. Der Hinweis "Feldpost" gibt hier keine Portobefreiung. Briefträgerstempel in München, vermutlich nicht zensierte Karte.





VG, hajo22
 
Heinz 7 Am: 24.04.2015 21:45:54 Gelesen: 8999# 19 @  
@ hajo22 [#18]

Hallo Hajo,

in Kriegszeiten war es üblich, dass die Schweizer Feldpost Stempel verwendete, wo weder Ort noch Datum der Abstempelung erkennbar waren.

Feldpost-Korrespondenz war grundsätzlich portobefreit, ausser, es waren spezielle Sachen (Einschreiben, Eilsendungen, etc.). Auch Auslandpost war, verständlicherweise, nicht vorgesehen. Darum mussten auf die Karte nach München 10 Rappen frankiert werden.

Eine hübsche Karte, finde ich!

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 28.04.2015 13:36:44 Gelesen: 8942# 20 @  
@ Gernesammler [#15]

Hier kann man getrost den Satz erwähnen "wenn der Vater mit dem Sohne"

Den Gross-Familien-Ausflug von Heinz7 (#16) 3 x Vater Tell, 7 x Sohn Walter kann ich hier nicht übertreffen, aber ein Ausflug nach Milano von 1 x Vater Tell und 3 x Sohn Walter, Abgangsort Milano, kann ich anbieten.

Beim Lesen des Stempeldatums habe ich so meine Schwierigkeiten, aus den drei Zahlen 19, 14 und VI kann ich kein vernünftiges Datum basteln, weil
lt. Zumstein Katalog die Marke zu 2 Cts. mit dem roten Aufdruck zu 5 Cts. (Zumstein Nr. 147 - Aufbrauchserie) im Jahr 1921 erschien. Vielleicht weiss jemand weiter.

Liebe Grüsse

10Parale


 
jmh67 Am: 28.04.2015 14:29:29 Gelesen: 8930# 21 @  
@ 10Parale [#20]

Als Stempeldatum lese ich den 14. VI. 1921, 19-20 Uhr. Die Jahreszahl ist schlecht abgedruckt, aber zusammen mit dem Erscheinungsjahr der Marken ergibt das Sinn.

-jmh
 
hajo22 Am: 28.04.2015 14:47:46 Gelesen: 8926# 22 @  
@ Heinz 7 [#19]

In Kriegszeiten kein Ort, kein Datum für Feldpost im Stempel? Galt das nur für den 1. Weltkrieg?

Denn bei dieser Militärsache lese ich: "Thun-Kaserne, 15.4.1942.

Frage hat hier eigentlich nichts zu suchen, aber für mich interessehalber.



VG, hajo22
 
jahlert Am: 28.04.2015 23:57:37 Gelesen: 8892# 23 @  
@ 10Parale [#20]

Liebe Eidgenossen,

hier ist nochmals Walterli im 'Kreise der Familie'.



Beste Grüße
Jürgen
 
Heinz 7 Am: 29.04.2015 09:17:42 Gelesen: 8875# 24 @  
@ jahlert [#23]

Lieber Jürgen,

pass auf! Die Frau von Tell war Hedwig. Helvetia war da wohl eine andere. Wir wollen da keine Eheprobleme heraufbeschwören!

:-)

Heinz

(Die gute Hedwig wurde meines Wissens nie auf einer Briefmarke verewigt).
 
Heinz 7 Am: 03.05.2015 21:45:44 Gelesen: 8825# 25 @  
@ Beitrag [#16]

Hallo Freunde,

als Nachtrag zu Beitrag 16 ein ähnlicher Beleg: auch wieder von Bela Sekula, Luzern, diesmal sogar mit 10 Tellknaben (plus 2 x Vater Tell) als schöne 12-Marken-Einheit: UNZERTEILTE zwei Markenheftchenblätter, aus MH-(Kehrdruck-) Bogen von 1929.



Und das Ganze noch von vorne:



Sekula war berühmt für seine Briefe mit der Frankatur auf der Rückseite.

Liebe Grüsse

Heinz
 
Heinz 7 Am: 03.05.2015 21:50:09 Gelesen: 8824# 26 @  
@ hajo22 [#22]

Hallo Hajo,

doch, auch im zweiten Weltkrieg gab es viele Militärstempel, aus denen man weder Ort noch Zeit erkannte. Diese wurden aber (offenbar) nicht durchgängig eingesetzt (auf aller Post mit Militär-Bezug), sondern dieser Stempel "THUN KASERNE" war (wohl) ein ziviler Stempel, kein Militär-Stempel.

Ich bin zwar kein Spezialist für dieses Gebiet, aber vermutlich stimmt meine Auskunft.

Heinz
 
jahlert Am: 03.05.2015 22:14:26 Gelesen: 8817# 27 @  
@ Heinz 7 [#26]

Hallo Heinz, hallo Hajo,

die Auskunft stimmt und die Spezialisten sind die Autoren der 'Poststellenchronik Schweiz (1849 - 2013)', Karl Gebert und Hansjörg Vogt.

Thun Kaserne Eidg. Militärschulen (ab 01.05.1908) auf Seite 231 der Chronik

Beste Grüße
Jürgen
 
Heinz 7 Am: 18.05.2015 23:06:03 Gelesen: 8741# 28 @  
@ jahlert [#27]

Danke Jürgen. Ja, das Buch von Gebert hilft weiter!

Anbei noch ein Brief mit einem Viererblock der Nummer 170 (Zumstein). Zwar keine Weltrarität, aber einen gestempelten Viererblock findet man auch nicht alle Tage.



(vgl. auch: http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=106533 )

Heinz
 
Heinz 7 Am: 31.07.2015 21:53:22 Gelesen: 8256# 29 @  
@ jahlert

Hallo Kollegen,

die Briefmarke mit dem Tellknaben ist ja meistens nicht wirklich selten; im Gegenteil. Von der Ausgabe 5 Rappen rotorange (Zumstein Nr. 152, Michel Nr. 162 x) gibt es eine Auflage von immerhin 160 Millionen Stück. Die Marke war eine Menschen-Generation lang kursgültig (1921 Ausgabe - Ende 1942).



Dieses Brieflein gefällt mir besonders, weil es vom Grand Hotel Brunnen hergestellt bzw. in Umlauf gebracht wurde. Schon damals wusste man, dass die Berge um den Vierwaldstättersee den Besuchern der Innerschweiz gefallen. Frühe Werbung also, auch mit einer "billigen" Briefmarke. Der Brief wurde im Mai 1924 auf die Reise geschickt.

Herzliche Grüsse

Heinz
 
jahlert Am: 02.10.2015 21:43:12 Gelesen: 7673# 30 @  
@ Heinz 7 [#24]

Die beiden Herren dachten oft an Hedwig, lieber Heinz:



Wenn der Vater Wilhelm mit dem Sohne Walter über ein Geschenk für Mutter Hedwig grübelte, dann kam ihnen Schaffhausen in den Sinn. So entstand der erste Reinfall!

Beste Grüße
Jürgen
 
10Parale Am: 06.11.2017 23:04:57 Gelesen: 323# 31 @  
@ jahlert [#30]

Wenn der Vater Wilhelm mit dem Sohne Walter über ein Geschenk für Mutter Hedwig grübelte, dann kam ihnen Schaffhausen in den Sinn. So entstand der erste Reinfall!

Ein Wortspiel? Da zeig ich doch grad mal spontan eine alte farbige Litho aus dem Jahr 1901. Da sieht man Vater Wilhelm mit dem Knaben zusammen am Vierwaldstätter See.

"Erzählen wird man von dem Schützen Tell
so lang die Berge stehn auf ihrem Grunde"


Abgeschlagen in WORB am 11.01.1901. Am gleichen Tag in Interlaken angekommen. Interessant ist jedoch die schöne Litho.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 06.11.2017 23:36:31 Gelesen: 314# 32 @  
@ 10Parale [#31]

Wunderbare Karte!

Gratuliere!

Heinz
 
10Parale Am: 07.11.2017 22:18:07 Gelesen: 252# 33 @  
@ Heinz 7 [#32]

Danke Heinz. Die Schweiz hat einiges zu bieten an wunderschönen Geschichten und Motiven.

Diese Ganzsache (Bundesfeier-Postkarte) mit dem Tellknaben zu 5 Rappen wurde mit einem weiteren Tellknaben zu 5 Rappen am 27.XI.1921 in Zürich abgeschlagen.

Die Karte zeigt links den Gründer des Roten Kreuzes, Henri Dunant mit Rauschebart und rückseitig eine Frau in einem roten Gewand und einem grauen Umhang, worin sich 3 Kinder verstecken. Das rote Kreuz ist weiss und die Frau blickt nach rechts. Sehr allegorisch.

Liebe Grüße

10Parale


 
hajo22 Am: 07.11.2017 22:43:13 Gelesen: 245# 34 @  
@ 10Parale [#33]

und rückseitig eine Frau in einem roten Gewand und einem grauen Umhang, worin sich 3 Kinder verstecken. Das rote Kreuz ist weiss und die Frau blickt nach rechts. Sehr allegorisch.

Die Frau zeigt die Helvetia.

hajo22
 
Heinz 7 Am: 07.11.2017 23:19:08 Gelesen: 239# 35 @  
@ 10Parale [#33]

Den Tellknaben trifft man auf Briefen der Jahre 1907-1942 unzählige Male an.

Es könnte sein, dass ich diesen schönen Beleg schon in einem anderen Thema gezeigt habe, vielleicht freut Ihr euch dennoch darüber:



50 Rappen auf Chargé-Brief 1917 von Bern nach Schweden hätte man natürlich auch mit weniger Marken frankieren können. Hier treffen wir u.a. auf zehnmal die 3 Rappen-Tellknabe-Marke.

Hübsch, finde ich.

Liebe Grüsse
Heinz
 
Heinz 7 Am: 13.11.2017 20:50:41 Gelesen: 106# 36 @  
@ 10 Parale

Lieber Freund,

beim Thema "Tell" schreibst Du, dass Du das Basler Rathaus magst. Darum MUSS ich Dir heute die beiliegende Postkarte zeigen:



Das Basler Rathaus, in Farbe, wie gewünscht. Auf einer Postkarte von 1909. Frankiert mit Tellknaben, Zumstein Nr. 101 + 102 (2 x) von 1907 und Nr. 117 von 1909.

Drei Marken kleben auf der Bildseite, eine klebt auf der Adress-Seite. Und diese zeigt uns, wohin die Postkarte ging.



Dir, als Rumäniensammler, muss ich nicht erklären, warum ich diese Karte sehr gerne habe! Interessant ist auch der Text der Karte (philatelistischer Inhalt).

Herzliche Grüsse
Heinz
 

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