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Thema: Belgien: Postbelege (ohne Ganzsachen)
Das Thema hat 50 Beiträge:
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zockerpeppi Am: 05.10.2016 22:44:35 Gelesen: 2970# 26 @  
Endlich kommt Leben in die Bude. Freut mich, dass das Thema Belgien dann doch nicht ganz vergessen ist. Ich bin kein richtiger Belgien Sammler, aber in vielen meiner Sammlungen spielt Belgien halt eine sehr wichtige Rolle. Deshalb möchte ich euch einen belgischen 'Landpost' Beleg vorstellen. Ich war hin und weg, als ich das 'Teil' entdeckte und musste ein Gebot abgeben. Schön für mich dass da niemand dagegen hielt.





1. Stempel von St. Ghislain vom 13 OCT 1845 nach Mons

2. oben links der kleine Briefkastenstempel in schwarz mit Buchstaben K. Der K wurde laut J.C Porignon (La poste rurale au XIXeme siècle en Belgique et en Europe) in Baudour etwa 5km von St Ghislain entfernt benutzt. Dies findet sich im Inhalt bestätigt.

3. der Einzeiler 'APRES LE DEPART' - der Brief wurde nach Abgang der Post in St Ghislain eingeliefert und konnte erst tags darauf verschickt werden. Geschrieben wurde der Brief in der Tat schon am 12.

4. der Kastenstempel SR (service rural) - der Stempel besagt dass der 'decime rural' bezahlt werden musste

5. das Porto von 3d: St Ghislain - Mons liegt in einem Umfeld von weniger als 30 km --> Porto = 2d + 1 decime rural = 3d

6. ein Ankunfsstempel in Rot von Mons vom 14 OCT 1845

Absender war die Porzellan Manufaktur Declercq aus Badour, welche von François-Joseph Declercq im August 1842 gegründet wurde. Declerq soll angeblich das Handwerk in Meissen und Sèvres erlernt haben. 1845 hat er den Anwalt Nicolas de Fuisseaux aus Mons als Teilhaber mit an Bord genommen. Die Firma entwickelt sich fortan prächtig. Sie gewinnen so manchen Wettbewerb mit ihren Kreationen. Später dann führt Fuisseaux das Werk alleine.

1844 haben die Gebrüder Boch nach dreijähriger Bauzeit ihr belgisches Werk 'Keramis' (Boch frères etCie) in La Louvière eröffnet. La Louvière liegt Luftlinie nur knappe 25 Km von Baudour entfernt. Die Manufacture Baudour kann somit als Konkurrenzunternehmen angesehen werden und ist deshalb wichtig für meine Villeroy & Boch Sammlung.

Es gibt noch andere interessante Neuzugänge in meinem Sammlungen, ich brauche nur noch etwas Zeit zum Aufarbeiten.

beste Sammlergrüße
Lulu
 
Belgiensammler Am: 08.10.2016 21:49:10 Gelesen: 2900# 27 @  
Damit die Bude am Leben bleibt ein Behördenbrief zum halben Porto.



Um die finanzielle Belastung der Kommunen zu senken, konnten aufgrund eines königlichen Erlasses vom 25. April 1927 unverschlossene Briefe zum halbierten Portosatz versandt werden. Die Portohalbierung galt für alle Gewichtsstufen. Verschlossene Briefe mussten voll bezahlt werden.

Hier eine Einzelfrankatur zu 2,25 Fr halbiertes Porto 14.05.1973. Das Normalporto betrug vom 01.06.1972 - 30.09.1973 4,50 Fr. Eine Einzelfrankatur mit 2,25 Fr war nur auf einem Brief mit halbierten Porto möglich. Bei Briefen und Postkarten taucht diese Portostufe nicht auf.

Herzliche Grüße an alle Interessenten
Karl
 
zockerpeppi Am: 08.10.2016 23:41:08 Gelesen: 2889# 28 @  
Von mir etwas Klassisches

Antwerpen, Stempel Anvers vom 25 Nov 1870 nach Diekirch - Luxemburg. P.D Port payé jusqu'à destination Stempel in schwarz. Der Beleg ist mit 20 c portogerecht frankiert, Tarif im Postvertrag von 1867 für Briefe außerhalb des 30 Km Rayons. Beide Marken wurden mit dem Raute-Punkte Stempel n° 12 von Antwerpen entwertet. Auf der Rückseite, folgende Stempel: Zweikreis Luxembourg Par AMBT BRUX-ARL. 26 NOV 70, Ankunftsstempel von Luxembourg und Diekirch vom 26. Nov 70. Der Inhalt ist sehr interessant, allerdings keine Bankgeschichte!



Der Absender schreibt, dass nun 15 Tage vergangen sind seit er Tschiderer 350 Sack Roggen verkauft hat, diese aber aus zwei Gründen noch immer nicht verschicken konnte. Erstens es stehen keine Eisenbahnwaggons zur Verfügung und zweitens gäbe es ein formelles Ausfuhrverbot nach Luxemburg. Er hofft auf baldige offizielle Order die Fuhre losschicken zu können. Er erwähnt noch, dass diese Verzögerung ihn eine Menge Geld koste und inzwischen schon die Hälfte seines Gewinns verschlungen hätte. Er rechnet damit, dass sich Tschiderer an diesem Verlust beteiligt.

Nun stellt sich die Frage, warum gab es ein Ausfuhrverbot auf Seiten Belgiens? Ich dachte an ein politisches Verbot im direkten Bezug auf die Auswirkungen des 1870/71 Krieges. Immer wieder gab es Streitigkeiten entweder mit Frankreich/Preußen/England wegen der Luxemburger Neutralität. Es entbrannte so manche diplomatische Krise und das oftmals wegen Belanglosigkeiten.

Ich recherchiere noch und lese folgendes Buch (676 Seiten): Le Luxembourg dans la guerre de 1870 (Luxemburg im 1870ger Krieg). Zumindest weiss ich jetzt schon, warum keine Eisenbahnwaggons zur Verfügungen standen und warum wir zusätzlich Korn kaufen mussten:

1. Im Sommer 1870 war die Ernte sehr schlecht. Zudem kam ein vorläufiges Ausfuhr Verbot auf Seiten Preußens. Betroffen waren die Luxemburger Bauern entlang der Mosel welche Felder auf deutscher Seite besaßen und die Ernte nicht einbringen konnten.

2. Preußen hielt belgische und luxemburgische Eisenbahnwaggons zurück um den Truppen Transport vor und nach dem Fall von Metz zu organisieren.

Und warum Belgien nicht wollte oder nicht konnte, wird sich sicherlich auch noch klären.

Spannende Geschichte
Lulu
 
Lars Boettger Am: 17.10.2016 10:09:57 Gelesen: 2799# 29 @  
Das Streifband als Belgien wurde in Namur abgesandt. Es ist mit fünf Centimes frankiert. Das reicht leider nicht für den Versand nach Luxemburg. Das Streifband wurde mit einem T(axe)-Stempel versehen. Auf der Rückseite befindet sich der Kommentar in Bleistift "aff. oblig. 0,10 Fr". Ungefähre Übersetzung: Vorgeschriebene Frankatur 0,10 Fr.

Das Streifband erreichte noch Vianden, das zeigt der Ankunftsstempel. Dann wurde es kurz darauf wieder an den Absender zurückgesandt (2. Stempel von Vianden). Interessant finde ich, dass nicht mit einer Portomarke versucht wurde, das fehlende Porto einzuziehen.

Beste Grüsse!

Lars


 
Manne Am: 17.10.2016 11:37:56 Gelesen: 2786# 30 @  
Hallo,

aus meiner Sammlung Schmid-Schlenker ein Brief aus Brüssel nach Bad Dürrheim, Stempel leider nicht lesbar.

Gruß
Manne


 
Belgiensammler Am: 18.10.2016 20:39:44 Gelesen: 2753# 31 @  
Guten Abend,

weiter mit diesem interessanten Thema. Portofreier Brief der Regierung. Vermerk P.V. Portvrij mit Schreibmaschine:

Hallo Manne, hast Du Baudouinmarken übrig?

Gruß Karl


 
Mondorff Am: 18.10.2016 21:04:50 Gelesen: 2741# 32 @  
@ zockerpeppi [#28]

"Von mir etwas Klassisches."

und klasse recherchiert!

Bisou DiDi
 
Manne Am: 19.10.2016 15:41:05 Gelesen: 2716# 33 @  
Hallo,

ein Express-Brief aus Brüssel vom 01.04.1966 an die Fa. Schmid-Schlenker in Bad Dürrheim.

Gruß
Manne


 
Belgiensammler Am: 30.10.2016 17:47:00 Gelesen: 2588# 34 @  
Hallo zusammen,

wird mal wieder Zeit was zu zeigen, damit es nicht einschläft.

Hier ein militärischer Dienstbrief. Eigenlich war der Versand portofrei, aber der verlangte Sonderdienst Eilzustellung musste bezahlt werden. Die Eilzustellgebühr war von 1.3.1966 - 15.11.1969 12 Fr.



Interessant ist auch der Kastenstempel vom Palais Justice.

Viel Vergnügen
Karl
 
Cantus Am: 30.10.2016 20:44:11 Gelesen: 2570# 35 @  
Von mir etwas Moderneres, eine Werbekarte vom 21.10.1932, gelaufen von Brüssel nach Roulers.



Viele Grüße
Ingo
 
Mondorff Am: 31.10.2016 17:51:15 Gelesen: 2543# 36 @  
So wie Lulchen, Respekt, die sich so richtig reinkniet in die Postgeschichte und die Portorichtigkeit, kann ich's nicht. Beim Porto nehme ich immer an, dass damals niemand, der Briefe abschickte, Geld zu viel hatte.



Kleiner Briefumschlag mit einem stark verzähnten Paar der Mi.-Nr. 27, entwertet mit Punkt-Rhomben-Stempel mit eingebetteter Ziffer 241 und beigesetztem Tagesstempel Martelange vom 9.9.1872 nach Weiler in Luxemburg. Dieses Weiler hatte nie eine postalische Einrichtung.

Laut den rückseitig angebrachten Durchgang- und Ankunftstempeln lief der Brief über Arlon (Belgien), Luxembourg, Troisvierges zum Auslieferungspostamt Clervaux.

Martelange liegt genau an der Grenze zum Großherzogtum und hatte bis 1839 auch zu Luxemburg gehört.

Der Brief wurde zum Grenzzonentarif von 20 Centimes versandt.

Schönen Gruß
DiDi
 
fogerty Am: 31.10.2016 20:09:05 Gelesen: 2527# 37 @  
Nachdem Belgisch-Kongo hier schon mal vor einem Jahr gezeigt wurde, hier nun ein weiterer Beleg aus dem Jahre 56 oder 58, wenn ich den Stempel richtig entziffern kann. Gelaufen von Leopoldville nach St. Gallen in die Schweiz.



Grüße
Ivo
 
zockerpeppi Am: 31.10.2016 22:20:13 Gelesen: 2510# 38 @  
@ Mondorff [#36]

Ich bedanke mich.

Heute wieder einmal zwei Belege aus der deutschen Besetzungszeit mit unterschiedlichen Stempeln aber gleichem Tarif. Ich interessiere mich seit kurzem für Henri Tudor, Vater Engländer - Mutter Luxemburgerin, lebte in Rosport (Luxemburg).

https://de.wikipedia.org/wiki/Henri_Tudor

1. Umschlag der Tudorwerke Bruxelles benutzt in Rochefort, Stempel vom 22. IV.16 nach Brüssel an die Tudor Werke. Portogerecht frankiert zu 10 centimes Tarif vom 1.10.14 - 31.5.16, rote 10 pf Germania Marke mit Belgien 10 centimes Überdruck. In violett ein Kastenstempel Geprüft. Mil. Postüberwachungsstelle Dinant.

2. Umschlag aus Pepinster, Stempel vom 20 III 16 nach Brüssel an die Tudor Werke. Gleicher Tarif nur eben diesmal zwei grüne Germania Marken mit 5 centimes Überdruck. Den Ovalen Stempel deute ich wie folgt: Mil. Überwachungstelle Verviers.



beste Sammlergrüße
Lulu
 
zockerpeppi Am: 04.11.2016 23:43:15 Gelesen: 2378# 39 @  
Heute ein Perfin: CR [1]

Einschreiben der Caisse générale de Reports et de Dépots in Brüssel. Klebezettel mit der Nummer 611 Bruxelles r. Chancellerie.

Stempel BRUXELLES CHANCELLERIE vom 26 Juillet 1906 19-20 Uhr. Frankiert à 0.55: 0.30 für die dritte Gwichtsstufe ab 40 Gramm, Tarif 1909 + 0.25 fürs
Einschreiben, gültig seit 1879 [2]

Auf der Rückseite wurde das Porto von 0.55 in Blau vermerkt. Hinweisen möchte ich noch auf den ovalen Eingangsstempel BRUXELLES (RECEPTION) 26 JUILLET 06
21-22 Uhr Abends [3]



beste Sammlergrüße
Lulu

[1] http://www.vanhuffel.be/stamps/perfins.html
[2] Tarifs postaux 1849-2002 Service Interne, E&M Deneumostier
[3] La poste Belge et ses diverses marques postales de 1814 à 1914, Louis Hanciau
 
zockerpeppi Am: 02.12.2016 19:45:19 Gelesen: 2020# 40 @  
Über diesen Fund habe ich mich richtig gefreut:

der Kaiserliche Generalkommissar für die Banken in Belgien mit Sitz in Brüssel in der Wetstraat 28.

Portofrei, Stempel von Brüssel 2 (NORDB..) 28.2.18 mit einem Reichsdienstsache Einzeiler und dem kreisrundem Stempel des Generalkommissars.



Phila-Gruß
Lulu
 
zockerpeppi Am: 04.12.2016 21:08:49 Gelesen: 1958# 41 @  
Heute einmal ein Siegelbrief aus den sechzigern:

Einschreiben R 704 ab Bruxelles 21 nach Luxembourg, gestempelt am 17.6.65., Ankunft in Luxemburg am 18.6.

Gewicht 75g. Porto 16 Franken, gemäß dem Tarif vom 1.3.66: Standard Brief zweite Gewichtsklasse von 20,1 bis 100g = 6 Franken + Einschreiben 10 Franken



beste Sammlergrüße
Lulu
 
Cantus Am: 05.12.2016 00:07:22 Gelesen: 1944# 42 @  
Von mir ein Eisenbahnfrachtbrief für den Transport eines Paketes am 17.1.1975 von Brüssel in die Region Gérouville. Die Transportgebühr wurde mit belgischen Eisenbahnpaketmarken zu 8, 50 und 300 Francs entrichtet.



Michel 332X, 338X, 343X

Viele Grüße
Ingo
 
Belgiensammler Am: 25.01.2017 19:02:27 Gelesen: 1340# 43 @  
Hallo zusammen,

von mir wieder mal was von der "guten alten Zeit" ein schöner Brief aus Alt-Belgiens bester Stube.



Was damals alltäglich war, ist heute unmöglich. Stempel Bruxelles Depart 15.01.03 Eingangstempel Aschersleben in Sachsen-Anhalt 16.01.03. Na liebe Post?

beste Grüße an alle
Karl
 
zockerpeppi Am: 19.03.2017 22:46:27 Gelesen: 823# 44 @  
Es wäre wieder einmal Zeit

Briefumschlag der Société anonyme métallurgique d'Aubrives et Villerupt, aus Aubrives in Frankreich an die Internationale Bank in Luxemburg.



Der Beleg wurde wohl nach Doische in Belgien gebracht, Aubrives liegt Luftlinie keine 4 km von Doische entfernt. Ob der Absender Porto sparen wollte oder es sonst einen Grund gab? Das Porto ab Belgien für Luxemburg betrug zu dem Zeitpunkt 10c je 20 Gramm (Tarif von 1909). Der Beleg muss also schwerer gewesen sein, da mit 20c frankiert.

Entwertet wurde die Marke mit einem Einzeiler Doische. Dies wäre (so die Beschreibung) eine 'griffe de gare' ein Stations- oder Bahnhofstempel. Einen belgischen Datumstempel sucht man vergeblich. Wahrscheinlich wurde der Brief am 22/23 Januar 1919 geschrieben. Auf der Rückseite befindet sich ein Ankunftstempel Luxembourg-Ville vom 24.1.19 10-11 M.

Ein belgischer Sammler hat uns im Februar berichtet, dass nach dem Abzug der Deutschen Datumstempel in so manchem belgischen Postbüro Mangelware
waren, denn viele deutsche Soldaten haben diese als Andenken mit nach Hause genommen. Entwertet wurden die Postbelege mit allem, was so zu finden war.

Fehlt deshalb auch hier ein Datumstempel? Dies bleibt zu klären.

beste Sammlergrüße
Lulu
 
Manne Am: 23.04.2017 16:22:55 Gelesen: 194# 45 @  
Hallo,

ein Falt-Trauerbrief aus dem Jahr 1930 aus Brüssel nach Ebingen, Stempel leider nicht lesbar.

Gruß
Manne


 
Michael Mallien Am: 23.04.2017 17:35:32 Gelesen: 188# 46 @  
Aus aktuellem Posteingang ein Brief aus Nevele, einer Gemeinde westlich von Gent nach Bargteheide.

Das Stempeldatum ist der 20.4.2017. Die Freimachung beträgt 50 (+12) Cent.


 
Gerhard Am: 23.04.2017 17:40:30 Gelesen: 186# 47 @  
@ Cantus [#1]

und alle anderen:

Möchte dann auch noch einen Belgienbeleg zeigen, der mich die Tage von einem Mitglied im Rahmen der PPA erreichte. Übrigens ein weitere Beweis, dafür, dass dort die Marken in Franc-Währung noch Gültigkeit besitzen. Finde ihn trotz "Spätverwendung" und " philatelisteschem Einfluß" so schön, dass er einen Ehrenplatz in meiner Belgiensammlung bekommt.

MphG
Gerhard


 
Cantus Am: 27.04.2017 00:58:50 Gelesen: 132# 48 @  
Von mir ein Brief, gelaufen am 25.9.1939 nach Beginn des 2. Weltkriegs, aber vor dem Angriff der deutschen Wehrmacht auf das neutrale Belgien. Abgesandt in Brüssel, Zielort war Altenburg in Thüringen.



Viele Grüße
Ingo
 
dr.vision Am: 28.04.2017 12:02:54 Gelesen: 94# 49 @  
Moin zusammen,

mein belgischer Sammlerfreund Francis Kinard brachte mich auf ein sehr interessantes Thema, zu dem er letztens auch einen Vortrag in seinem Verein hielt. Es handelt sich um Sparformulare der belgischen Post.

Mit dem Gesetz vom 16. März 1869 gab der belgische Staat die Garantie für eine allgemeine Spar- und Altersvorsorge. Mit der Verordnung vom 10. Dezember 1869 autorisierte der Minister für öffentliche Angelegenheiten die Zusammenarbeit der belgischen Post mit der Sparkasse. Man bezweckte damit, den Wirtschaftsgedanken in der Arbeiterklasse und in den Schulen zu fördern, und den Menschen die Möglichkeit zu geben, zu sparen, wie und wann sie wollten. Ein Fabrikarbeiter verdiente zu dieser Zeit ungefähr 200 Franc pro Monat.

Erwachsene konnten gewöhnliche Briefmarken der Wertstufen 5 und/oder 10 Centimes verwenden. Den Schulkindern erlaubte man, zusätzlich auch Marken der Wertstufe 2 Centimes zu verwenden. Den Leitern der Grundschulen wurde ein entsprechendes Kontingent Marken „auf Kredit“ zum Verkauf an die Schüler zur Verfügung gestellt und regelmäßig aufgefüllt. Die Marken mussten auf ein spezielles Formular aufgeklebt werden, welches von der Post unentgeltlich abgegeben wurde. Es wurden zwei Arten von Formularen jeweils in französisch, niederländisch und bilingual hergestellt. Für Erwachsene hatten sie 20 Felder und für Kinder 50 Felder.

Entwertet wurden die Sparformulare ab dem 1. Oktober 1881 bis zum 9. Juli 1896 dann am Postschalter mit dem sogenannten „Roulette“- Stempel. Ab diesem Datum haben die Büros ihren Einkreistempel einsetzen müssen mit Ausnahme der Filialen, die über 100 Formulare pro Monat erhielten.

Ich zeige heute zunächst ein Formular für Erwachsene in niederländischer Sprache auf dem 10 Marken der Mi. Nr. 27 verklebt wurden. Entwertet in Berchem / Antwerpen am 19.2.1889 mit dem Roulettestempel.



Demnächst mehr.

Beste Grüße von der Ostsee
Ralf
 
Cantus Am: 28.04.2017 17:22:10 Gelesen: 81# 50 @  
@ dr.vision [#49]

Hallo Ralf,

sehr interessant, ich kannte so etwas bisher nur von Österreich und von Deutschland. danke für's Zeigen.

Viele Grüße
Ingo
 

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