Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Dental Philatelie: 'Auf den Zahn gefühlt' mit Gold und Ehrenpreis
Richard Am: 30.06.2007 21:42:00 Gelesen: 12314# 1 @  
Gezähnter Blick auf die Zahnmedizin

Torgauer Zeitung, Torgau / fl (28.06.07) - Die Torgauer Zahnärztin Dr. Birgit Schirrwagen befasst sich in ihrer Freizeit als Hobby auch philatelistisch mit ihrem Berufsstand. Für ihr seltenes und mit Raritäten gespicktes 60-Blatt-Exponat "Auf den Zahn gefühlt … - ein gezähnter Streifzug durch die Zahnmedizin" erhielt sie kürzlich auf der REGENIA 2007 nicht nur 83 Punkte und eine Goldmedaille, sondern auch einen Ehrenpreis für das beste der 49 gezeigten Objekte in der Klasse "Thematische Philatelie". Mit dieser Punktzahl ist sie zugleich für Rang 1, das ist die erste Bundesliga der Philatelie, qualifiziert.
Tarifcheck24.de - Versicherungen - Leadprogramm

Der Anstoß

"Ich habe vor etwa zehn Jahren während der Torgauer Großtauschtage im Kulturhaus mein Interesse an den gezähnten Kleinkunstwerken entdeckt", gesteht Dr. Schirrwagen auf die Frage nach dem Auslöser für ihr Hobby. Anfangs sammelte sie das Thema Rosen, merkte aber sehr schnell, dass es hier weltweit Hunderttausende Briefmarken gibt und man nie fertig wird. Auf einer Philatelistenmesse in Berlin schließlich entdeckte sie bei einem guten niederländischen Händler die ersten Marken zur Zahnmedizin. "Damit war der Anstoß gegeben, meinen Beruf auch thematisch in der Philatelie zu bearbeiten", lautete ihre Erklärung.

DENTAL-Philatelist

Von Anfang an war Dr. Schirrwagen klar, dass sie nicht Marken nur jahrgangsweise in ein Album sortieren, sondern die Philatelie thematisch in Angriff nehmen wollte. Hierbei sucht man sich ein interessantes oder originelles Thema, erstellt eine Gliederung als roten Faden und beginnt dann blattweise wie in einem Aufsatz das Thema mit philatelistischem Material zu "bebildern". Laut Ausstellungsreglement gehören dazu alle postamtlichen Stücke wie Briefmarken, Sonderstempel, Ganzsachen, Paketkarten, Absenderfreistempel von Firmen, die normalerweise im Papierkorb landen, ja selbst Banderolen von Bogenumhüllungen vom Postschalter. Es gilt dabei der Grundsatz: je älter und seltener, um so besser. Auch Abarten von Verzahnungen gelten als Raritäten, wenn sie zum Thema passen. Auf jedem Blatt des Exponates sollten mindestens zwei unterschiedliche postalische Stücke sein, so lautet die Regel. "Auf diese Weise entsteht Blatt für Blatt und irgendwann wagt man sich mit 26 Blättern in die erste Ausstellung", so Dr. Schirrwagen.

Bei ihr war das vor drei Jahren in Ludwigshafen in Rheinland-Pfalz. Auf Anhieb bekam sie eine Goldbewertung mit Ehrenpreis, weil das Thema sehr selten war und den Juroren gefiel. Ähnlich wie beim Eiskunstlaufen spielt in der Philatelie der subjektive Faktor Juror nämlich eine entscheidende Rolle. "Bisher ist mir leider kein anderer DENTAL-Philatelist in Deutschland bekannt", lautet die Antwort auf die Frage nach vergleichbaren Sammlungen. Ziel von Dr. Birgit Schirrwagen ist es, ohne Qualitätsabfall immer neue Blätter zu präsentieren, bis maximal 120. Schließlich muss der Juror erkennen, dass die Sammlung weiter verbessert ist, wenn sie erneut gezeigt wird. Dass dies der Torgauer Zahnärztin bisher stets gelang, beweisen folgende Fakten. Bisher war sie drei Mal in Rang 3 (Wertungskategorie unter den Philatelisten) und bekam jeweils Gold. Anfang Juni dann die erfolgreiche Ausstellung in Passau, die ihr die Qualifikation für Rang 1 und damit die erste Bundesliga der Philatelie bescherte. Besonders lobten die Juroren die Originalität des Exponates.

Originell und selten

Immer etwas Neues? Diese Frage findet eine verblüffende Antwort: Man muss in der jeweiligen Thematik kreativ sein und manchmal um die Ecke denken. "Zum Beispiel hatte ich einen wunderschönen Sonderstempel aus Arnstadt mit einer thüringer Rostbratwurst. Wie findet man mit einer Bratwurst thematisch zur Zahn-medizin? Beim Thema Prothetik. Denn was nützt die Bratwurst, wenn man die Zähne zu Hause im Glas vergessen hat", schmunzelte Dr. Schirrwagen. Dazu gab es auf dem entsprechenden Blatt einen Werbestempel für ein Zahnpulver und ein Wasserglas mit schwimmendem Gebiss. Der Betrachter schmunzelt bei dieser Zusammenstellung. Philatelie muss wirklich nicht langweilig sein. Und so richtig stolz und glücklich ist man, wenn einem ein echtes Sammlerstück in die Hände fällt. "Ich besitze eine Ganzsache, von der Jahrestagung des Centralvereins deutscher Zahnärzte, Würzburg 1910. Sie gilt als Unikat", strahlt Dr. Schirrwagen. Feldpostbriefe aus dem 1. Weltkrieg von Kriegszahnärzten beziehungsweise Feldpost von Zahnabteilungen in Lazaretten sind ebenfalls rar und in ihrer Sammlung vertreten. Gleich im ersten Kapitel des Exponates gibt es die Seite "Auf Pferdemärkten wurde auf den Zahn gefühlt". Darauf befindet sich ein Boten-brief von 1750 des Königlich Sächsischen Amtsgerichts zu Torgau an die Pferdtner und Gärtner zu Neiden. Am Gebiss der Pferde wurden deren Gesundheit und Arbeitskraft bewertet.

Zukunftspläne

Wie geht es weiter mit dem wertvollen Exponat? "Ich werde 2008 nochmals in Rang 2 irgendwo in Deutschland, gern in Sachsen, ausstellen", antwortete die Zahn-ärztin. 2009 will sie es auf der NAPOST in Essen zeigen. Das ist die Nationale Deutsche Briefmarkenausstellung. Danach wird das DENTAL-Exponat mit 120 Blatt als Buch erscheinen. Ein Verlag interessiert sich bereits dafür. "Hoffentlich auch viele Berufskollegen", zwinkert die "Dentistin". Vielleicht gibt es ja auch einmal in Torgau die Möglichkeit auszustellen, wie seinerzeit das philatelistische Chranach-Exponat in der Sakristei der Marienkirche aus Anlass der Landesausstellung. "Das wäre auch eine hervorragende Werbung für den rürigen Torgauer Verein", meinte sie. Ja, auch die aktuelle Politik findet ihren Platz in dem hochdekorierten Exponat. So lautet das letzte Kapitel: Zahnmedizin der Zukunft oder "zahnlos" in die Zukunft? "Ich zeige einen Stempel des Deutschen Bundestages und den Werbestempel einer großen Krankenkasse und meine, dass man sich um seine Zähne keine Sorgen machen müsse, wenn man vorbeugt. Dazu ist ein zahnloser Krieger von Leonardo da Vinci auf einer Briefmarke zu sehen. Der Text erläutert, dass die seit Bismarck bestehenden Sozialsysteme seither immer eine Stärke der deutschen Nation waren. "Ich bin überzeugt, dass man auch in Zukunft nicht "zahnlos" sein muss. Nicht in der Philatelie und nicht im richtigen Leben", lautet die Position von Dr. Brigitte Schirrwagen.

(Quelle: http://www.torgauerzeitung.com/NewsDetails.asp?ID=29600)
 
Richard Am: 30.09.2007 23:43:25 Gelesen: 12223# 2 @  
Eine Privatpostmarke für die Sammlung, vorgestellt von Mavrud im BDPh Forum:

http://www.diepresse.com/home/wirtschaft/economist/333567/index.do?_vl_backlink=/home/wirtschaft/economist/index.do
 


AfriKiwi Am: 01.10.2007 01:48:02 Gelesen: 12221# 3 @  
@ Richard Ebert [#2]

Finde ich als eine tolle Marke !

"Eine Privatpostmarke für die Sammlung, vorgestellt von Mavrud im BDPh Forum"

Wenn ich mal spekulieren darf -

Der Anfang von eigener Werbung auf Briefmarken, woran ich nichts verkehrt finde, wird bald weltweit ergriffen.

Hat mehr zu tun mit Werbung als Philatelie und ist in Konkurrenz mit emails.
Noch tiefer in dem Kristalball und ich sehe ein Zahlungsmedium mit elektronischen Marken (solche Privatpostmarken - Werbemarken) als Zahlung für emails.

Und guckt man ganz vorbei durch den Kristalball, ist solcher Umweltschmutz garnicht mehr erlaubt in 2156.

Entschuldige, wenn Ihr denkt ich habe zu viel Scifi gesehen !

Viva Philatelie !

Erich

Unten auch schon so ein Semi-Privatwerbung - hat ja schon seit 1840 angefangen !

90 c Neuseelandmarke von dem 2006-er King Kong Satz
 


AfriKiwi Am: 01.10.2007 02:03:02 Gelesen: 12220# 4 @  
Dental Philatelie - Kong hatte auch schon das Gefühl einen Zahn zu verlieren. Glaube aber nicht von der Philatelie, liegt eher an fehlenden Zahnärzten !
 


Altmerker Am: 26.03.2015 19:46:02 Gelesen: 8284# 5 @  
Da möchte ich doch nach acht Jahren mal wieder was zum Thema beitragen. Ist so eine Spanne von "Leerzeit" eigentlich rekordverdächtig?

Gruß
Uwe


 
Manne Am: 27.03.2015 10:47:06 Gelesen: 8227# 6 @  
So ein Zufall, diese Karte war vor kurzem im Briefkasten, gestempelt am 24.03.15 im Briefzentrum 78 Villingen-Schwenningen.

Gruß
Manne


 
wajdz Am: 30.03.2015 02:42:55 Gelesen: 8163# 7 @  
Dr.med. Birgit Schirrwagen ist in Torgau am Platz der Freundschaft 6 zu finden. Folgendes wird angeboten: Zahnarzt. Der Eintrag ist seit dem 31.03.2006 vorhanden und wurde zuletzt am 25.07.2014 verändert. In Torgau gibt es noch 13 weitere Zahnärzte. Bis zum vorigen Jahr hat es die sammelnde Zahnärztin mindestens noch gegeben, wie aus dem Netz zu entnehmen ist.

Ob sie ihre Sammlung noch noch weiter ausgebaut hat? Zum Thema habe ich auf die Schnelle nur die DDR MiNr 2641 gefunden, die eine Zahnzange aus dem 17. Jahrhundert zeigt. Und zum Thema Zähne ganz allgemein noch eine Marke mit einem mexikanischen Totenkultschädel, der einen recht lückenhaften Zahnstatus aufweist.



MfG Jürgen -wajdz-
 
Fips002 Am: 03.04.2015 12:41:42 Gelesen: 8103# 8 @  
Von mir ein Brief zur Dental-Philatelie.



Gruß Dieter
 
Angelika2603 Am: 03.04.2015 15:09:46 Gelesen: 8080# 9 @  
Hallo

ein paar Belege aus meiner Motivkiste:





Gruß
Angelika
 
Wachauer Am: 03.04.2015 16:03:26 Gelesen: 8068# 10 @  
Liebe Sammlerfreunde,

auf den ersten Blick nicht als zum Thema passend zu erkennen; die personalisierte Briefmarke meines Zahnarztes



Dr. Dr. Wolfgang Manschiebl, Facharzt für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde.

Herzliche Sammlergrüße
Gerhard
 
wajdz Am: 03.04.2015 18:48:20 Gelesen: 8047# 11 @  
Das Thema Zahngesundheit und -pflege wurde in den Nachkriegsjahren nicht nur durch Schulzahnärzte flächendeckend propagiert, 1949 erschien zu diesem Thema auch das Jugendbuch „Karius und Baktus" des Norwegers Thorbjörn Egner. Gewürdigt 1984 und 2012 durch entsprechende Briefmarken.

MfG Jürgen -wajdz-



1984 und 2012
 
wajdz Am: 10.01.2016 20:39:01 Gelesen: 6728# 12 @  
Diesem offensichtlich nicht sehr ergiebiges Sammelthema kann ich einen Beleg hinzufügen, den wir dem nicht nur in seiner Heimat Wissen, Sieg bekannten und unermüdlichen Philatelisten, Organisatoren und Sammler von Belegen, OStR Werner Asbach (1923 bis 2007), verdanken.

Eine Postkarte Anschriftenpüfung mit der MiNr 1379 (40) und der MiNr 1228 (100) aus dem Block 39 mit dem Bild Mouth No. 15 des Künstlers Tom Wesselmann (10. documenta Kassel), dem dazu passenden Sonderstempel 34117 KASSEL 1 vom -8.-8.97 und dem rückseitig abgeschlagenen Tagesstempel 0623 BERLIN 12 vom 12.-8.97



Die Zahntechniker-Innung Berlin-Brandenburg befindet sich übrigens in der Obentrautstraße 16, 10963 Berlin



MfG Jürgen -wajdz-
 
Sachsendreier53 Am: 18.01.2016 14:06:24 Gelesen: 6591# 13 @  
Motiv Zahntechniker auf Bund MiNr.1316 60+30 (Pf), Ausg. vom 9.4.1987, Handwerksberufe, gestempelt in PLANEGG 1 / mb / 8033 (Bayern) am 25.7.1998



mit Sammlergruß,
Claus
 
wajdz Am: 28.09.2016 22:07:20 Gelesen: 4685# 14 @  
@ wajdz [#7]

Leider ist die obengenannte Frau Dr. med.Schirrwagen schon vor einiger Zeit verstorben. Für ihre Sammlung werden nun Interessenten gesucht.

Aber zum Thema taucht doch immer noch wieder etwas passendes auf. Hier zum 100. Jahrestag des amerikanischen Zahnärzteverbandes die MiNr 761:



MfG Jürgen-wajdz-
 
merkuria Am: 28.09.2016 23:28:32 Gelesen: 4658# 15 @  
Schon in den frühen Fünfziger-Jahren war man sich der Notwendigkeit der Zahnpflege bewusst! Die Niederlande widmete die 5 Cent Wertstufe (Mi Nr. 650) der Jugendmarken 1954 dem Thema Zähneputzen.



Und wer nicht gründlich putzt, dem ist der Bohrer sicher!



Papua Neu Guinea verausgabte am 5. August 1964 eine Sonderausgabe zum Thema öffentlicher Gesundheitsdienst (Mi Nr. 58-61) Die 8 Pence Wertstufe war dem Schul-Zahndienst gewidmet (Mi Nr. 59).

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
wajdz Am: 02.10.2016 18:18:58 Gelesen: 4560# 16 @  


Alle mit dem gleichen Bauplan und jeder ein Unikat. Aber etwas verbindet sie alle. Irgendwann habt jeder mal Probleme mit seinen Zähnen, wie dieser thailändische FDC-Sonderstempelbeleg zu einem Dental-Kongreß bestätigt.



MfG Jürgen -wajdz-
 
HWS-NRW Am: 02.10.2016 18:42:18 Gelesen: 4550# 17 @  
@ wajdz [#16]

"Papa, Papa, er hat überhaupt nicht gebohrt!"

Aber trotzdem ein nettes Thema (halt nicht für jeden User)

mit Sammlergruß
Werner
 
Christoph 1 Am: 08.10.2016 20:21:24 Gelesen: 4435# 18 @  
@ HWS-NRW [#17]

Es ist doch immer wieder interessant, welche Themen für Motivsammlungen gewählt werden. Meins wäre es nicht, aber ich bin ja auch kein Zahnarzt.

Habe hier noch einen passenden Beleg gefunden: Die Firma Dr. Liebe wirbt auf einem Brief an einen Zahnarzt für ihre Zahnpasta AJONA, die es beide (Firma und Zahnpasta) heute noch gibt. Es wird dort gerade aktuell das 150-Jährige Firmenjubiläum gefeiert. [1]

Brief von Stuttgart-Möhringen nach Frankfurt-Zeilsheim, gelaufen am 27.1.1959



[1] http://www.drliebe.de/special/150/
 
Christoph 1 Am: 13.10.2016 18:59:30 Gelesen: 4375# 19 @  
@ csjc13187 [#18]

Der Absender "DZR" (Deutsches Zahnärztliches Verrechnungszentrum) lässt nichts Gutes ahnen - Inhalt entsprach den Erwartungen, die Kassenleistungen werden ja immer mehr zurückgefahren.

Der Stempel ist übrigens falsch eingestellt - der Brief war bereits heute in meinem Briefkasten, kann also nicht erst heute abgeschickt worden sein.


 
wajdz Am: 13.10.2016 19:25:52 Gelesen: 4362# 20 @  
@ csjc13187 [#19]

Der Stempel ist übrigens falsch eingestellt

Glaube ich eher nicht. Die sind am 13.10. früh versandfertig gemacht worden und direkt bei der Post aufgeliefert worden und dann kann es ganz schnell gehen. Aber wie auch immer, von denen habe ich in diesem Jahr auch mehrere erhalten. Hat mein gesamtes Budget für Ungeplantes minimiert.

MiNr 2344 mit SSt



MfG Jürgen -wajdz-
 
DL8AAM Am: 30.01.2017 03:46:35 Gelesen: 3403# 21 @  


E673571 - Praxisgemeinschaft Dr. med. dent. Rudolf Alten, 37073 Göttingen (07.05.2003).

Gruß
Thomas
 
Stephan Sanetra Am: 15.07.2017 11:58:32 Gelesen: 1736# 22 @  
Zum Jahresweltkongress der Zahnärzte der FDI [1] verausgabte Österreich ab dem 11.10.1982 eine Sondermarke mit dem Bildnis der Hl. Apollonia (Mi.-Nr. 1721) [2]. Auf der folgenden Ersttagskarte mit der o.a. Marke wurde der Name der Heiligen allerdings nur mit einem "L" geschrieben:



Beste Grüße
Stephan Sanetra

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/FDI_World_Dental_Federation
[2] https://de.wikipedia.org/wiki/Apollonia_von_Alexandria
 
Forschungs-Gemeinschaft Australien Am: 15.07.2017 17:10:40 Gelesen: 1703# 23 @  
Angebot eines „reisenden Zahnarztes“, Queensland 1899

Auf einer sogenannten „Viewcard“ von Queensland, d.h. einer Postkarte mit einem Photo auf der Vorderseite (Vorläufer unserer heutigen Ansichtskarte) fand ich einen interessanten Text auf der Rückseite.



1d war damals das übliche Inlandsporto. Wer mit der Adresse gemeint ist, kann ich nicht feststellen. Aus dem Text auf der Rückseite kann entnommen werden, dass es sich bei Mossmann um den Zielort handelt. In den Volkszählungen von 2006 und 2011 gab es dort weniger als 2000 Einwohner. 1899 dürften es dann nur einige Dutzend gewesen sein.

Grundsätzlich weist die Vorderseite keine Besonderheiten auf.



Die Rückseite dieser Karten ist zum Zeitpunkt des Verkaufs leer. Neben handschriftlichem Text gibt auch Texte aus der Schreibmaschine. Hier wurde die Karte eingespannt und beschrieben.

Karten, die wie diese einen vorgedruckten Text aufweisen, wurden im Anschluss an den Kauf der Blanko-Karte nachträglich durch Privat-Personen, Organisationen oder Firmen bedruckt.

Häufig werden sie z.B. als Einladung für Veranstaltungen genutzt, worunter ich diesen Zahnarzt-Besuch auch zählen möchte.

Philatelistisch hat diese Rückseite keine Bedeutung. Es ergeben sich durch die Art der Verwendung keine unterschiedlichen Nummern, Einstufungen oder Bewertungen.

Spannend finde ich aber die Tatsache, dass vier unterschiedliche Materialien für die Herstellung von künstlichen Zähnen zur Verfügung standen. Gold ist hierbei das einzige Material, auf das ich auch selber gekommen wäre.

„Vulcanite“ kann laut Lexikon sowohl vulkanisches Gestein aber auch Hartgummi sein. Hier hoffe ich für die Patienten, dass die Gummi-Variante Anwendung fand.

Nach einer kleinen Internet-Recherche kann man herausfinden, dass es auch heute noch Zahnersatz aus Aluminium gibt, wobei sich die nicht-metallischen Materialien (Keramik) aus einer Vielzahl von Gründen durchgesetzt haben.

Platin als Material konnte ich bisher nur in Form von Beimischungen finden. Hier wäre es schon interessant, ob es damals tatsächlich Zahnersatz vollständig aus Platin gegeben hatte.

Platin ist härter als Gold und was Zähne besonders wichtig ist: „Platin hat von allen Edelmetallen die geringste Leitfähigkeit für Wärme und Elektrizität sowie die geringste Wärmeausdehnung“.

(Quelle: http://www.goldseiten.de/wissen/basiswissen/edelmetalle/platin.php Stand 01.11.2015)

Zu Beginn war Platin preiswerter als Gold und wurde häufig zur Fälschung verwendet und mit Gold überzogen.

Und schon wieder hat eine philatelistische Ganzsache meinen Wissen über die Zusammenhänge in der Welt signifikant verbessert.

Beste Sammlergrüße

Manfred Klimmeck
 
GSFreak Am: 16.07.2017 08:00:08 Gelesen: 1639# 24 @  
Hier ein auffrankierter 5c USA-Ganzsache-Brief nach Köln:

Maschinenstempel EUGENE (OREGON) vom 16.03.1966 "NATIONAL CHILDREN'S DENTAL HEALTH WEEK" (Nationale Kinder-Zahngesundheits-Woche)



Ich finde das prima, wenn man eine Thematiksammlung nach seinem Beruf oder seinen beruflichen Interessen wählt. Da kann man zuverlässig sein Fachwissen in Gliederung und Beschreibung einbringen. Schließlich geht es - nach meinem Verständnis - beim Zeigen einer thematischen Sammlung ja auch darum, Nichtphilatelisten anzusprechen / zu begeistern und das Allgemeinwissen des Betrachters zu vergrößern.

Bei mir ist es das Thema "Wasserwirtschaft / Wasserbau". Bis jetzt war es noch keinem meiner Gäste langweilig geworden, ausgewählte Teile meiner Thematik-Sammlung (z.B. Teilaspekt Trinkwasser) anzuschauen. Aber es kommt natürlich immer auch - wie bei vielen anderen Sachen auf der Welt - auf die jeweilige Aufmachung an.

Gruß Ulrich
 
merkuria Am: 29.07.2017 09:09:32 Gelesen: 1485# 25 @  
Am 4. Mai 1982 verausgabte China Taiwan eine Sonderausgabe zur Propagierung der Zahngesundheit (Mi Nr. 1467-1469)





Gezeigt wird die Freude am Zähneputzen, die Bekämpfung des Zahnsteins sowie die Zahnkontrolle.

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht