Neues Thema schreiben   Antworten     zurück Suche   Druckansicht  
Thema: Die Stempel der Tschechoslowakei und ihre Aptierungen
Das Thema hat 116 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 2 3 4   5  oder alle Beiträge zeigen
 
hajo22 Am: 05.02.2017 13:27:51 Gelesen: 9823# 92 @  
Drucksache zu 30 h, Absender das Postamt Bor u Ceske Lipy, entwertet mit deutsch aptiertem Stempel (lediglich der Unterscheidungsbuchstabe "g" blieb erhalten) vom 16.8.1945.

Ein Sammlerstück ("Stempelbesorgungsumschlag"). Ich besitze noch mehrere Couverts mit dieser Adresse und verschiedenen Notstempeln.



VG, hajo22
 
volkimal Am: 12.02.2017 15:38:19 Gelesen: 9639# 93 @  
Hallo zusammen,

heute ein ungewöhnlicher Tagesstempel:



Es handelt sich hierbei um einen aptierten Postsparkasse-Erlagscheinstempel aus Podmokly, der nach dem Krieg als Tagesstempel eingesetzt wurde. Eventuell handelt es sich um das heutige Děčín. In dem Fall wäre die deutsche Ortsbezeichnung Bodenbach unten aus dem Stempel aptiert worden.

Einen anderen Postsparkasse-Erlagscheinstempel siehe [#79].

Viele Grüße
Volkmar
 
Detlev0405 Am: 17.02.2017 15:40:45 Gelesen: 9501# 94 @  
@ volkimal [#78]

Hallo Volkmar,

ja bereits 1945 wurden neue Stempel eingeführt, vornehmlich in Großstädten. Hier ein Beispiel sogar für eine Art Sonderstempel von Prag 1.



Dabei fällt auch hier auf, das der R - Zettel noch zweisprachig war und deutsch durchgestrichen wurde.



Daneben zu meinem Glück auf der Rückseite auch ein neuer Stempel von Prag 40 vom 09.08.1945 mit Uhrzeit Angabe.

Mit freundlichen Grüßen
Detlev
 
volkimal Am: 17.02.2017 15:42:38 Gelesen: 9499# 95 @  
Hallo zusammen,

hier zwei Ansichtskarten mit dem Poststellenstempel aus Thomasdorf über Freiwaldau (Ostsudetenland). Leider sind die Stempelabschläge nicht sehr sauber.









Heute gehört Thomasdorf zu Waldenburg (tschechisch Bělá pod Pradědem) und hat den tschechischen Namen Domašov.

Mit meinen Belegen zu diesem Thema bin ich mehr oder weniger durch. Jetzt hoffe ich, dass ihr noch einiges zeigt.

Viele Grüße
Volkmar
 
Detlev0405 Am: 17.02.2017 18:11:35 Gelesen: 9480# 96 @  
In Absprache mit Volkmar stelle ich euch heute mal eine "Aptierung" besonderer Art vor. Wobei der Fachbegriff sehr weit zu fassen ist.

Es handelt sich um einen weiterverwendeten Firmenumschlag des ehemaligen "Sudetenländische Treibstoffwerke AG" in Oberleutensdorf-Maltheuern , heute Zaluzi ( und ist ein Ortsteil von Litvinov ).



Die alte Bezeichnung des Firmenumschlages wurde mehr oder weniger erfolgreich geschwärzt und der neue AFS eingesetzt. Das Werk hieß jetzt Stalin Werk und war im Staatseigentum. Bereits am Juni 1945 wurde hier wieder synthetisches Benzin hergestellt. Ausführliche Geschichte dazu [1].

Das Porto erzählt die Geschichte, die durch den fehlenden Adressaten nicht ersichtlich ist. Ab 01.01.1948 galt ein Briefporto von 5 Kc bis 20g . Das weist eindeutig auf einen Inlandsbrief. Da in Most - 6km entfernt von der Fabrik - offensichtlich die Post einer Zensur unterworfen wurde, kann man die strategische Bedeutung des Werkes für die junge Tschechei ermessen und davon ausgehen, das dieser Postverkehr generell überwacht wurde.

Viel Spaß mit der "Pseudoaptierung"
Detlev

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Z%C3%A1lu%C5%BE%C3%AD_(Litv%C3%ADnov)
 
hajo22 Am: 27.02.2017 23:06:08 Gelesen: 8987# 97 @  
Einschreib-Ganzsache zu 60h AH (P15I) und Zusatzfrankatur 60h AH + 2x1,20 Kr. AH mit privatem Überdruck "Osvobozená/CSR/1945" (= befreite CSR 1945), gestempelt Horschitz (im Stempel die deutsche Ortsbezeichnung aptiert und im R-Zettel gerötet) vom 8.5.1945. Portorichtig mit 3,60 Kr. frankiert.



Ich finde mit dem 8.Mai (Tag der Kapitulation der Wehrmacht) eine recht frühe Aptierung. Vielleicht kann aber ein Leser noch frühere zeigen?

VG, hajo22
 
Detlev0405 Am: 28.02.2017 20:33:38 Gelesen: 8913# 98 @  
@ hajo22 [#97]

Zu Deinem Datum Hajo muss ich einen Einwand machen, der dann auch den Beleg zumindest mit einer Menge Fragen überhäuft.

"Östlich von Prag kämpften noch die Soldaten der eingekesselten Armeegruppe Mitte des Feldmarschalls Schörner in der Umgebung von Lissa an der Elbe/Lysá nad Labem, Jitschin/Jièín, Höritz/Hoøice, Pardubitz/Pardubice, Chrudim und Chotìboø zu beiden Seiten der Elbe." [1]

Erst am 11.Mai 1945 kapitulierte die Armee Schörner gegenüber der russischen Armee mit etwa 860.000 Mann. Dieser Tag gilt auch in Tschechien als der Tag des Kriegsendes. In diesem Kriegsgebiet lag auch Hoøice v Podkrkonoší.

Ich halte es unter den gegebenen Bedingungen zumindest für sehr wagemutig, einen solchen Beleg zu produzieren. Einen offiziellen Postweg würde ich einfach bezweifeln. Die letzte Frage die sich mir auftut, wo die Überdruckmarken hergekommen sein sollen.

Zumindest alles Fragen, die nicht so einfach von der Hand zu weisen sind.

Viele Grüße
Detlev

[1] http://www.demokratiezentrum.org/fileadmin/media/pdf/petrasct.pdf
 
hajo22 Am: 28.02.2017 22:19:16 Gelesen: 8893# 99 @  
@ Detlev0405 [#98]

Soweit bekannt bestimmte Hitler in seinem politischen Testament GFM Schörner zum Oberbefehlshaber des Heeres. Am 8.5.45 überbrachte ein amerikanischer Militärkonvoi unter Oberstlt. Robert Pratt Schörner in seinem Hauptquartier in Bad Welchow eine Ausfertigung der deutschen Kapitulationsurkunde.

Am nächsten Tag (9.5.) floh Schörner in Zivil mit einem Fieseler Storch nach Österreich, wo er gefangen genommen und später an die UdSSR ausgeliefert wurde.

Wenn die "Armee Schörner" erst am 11.5. kapitulierte (die Rote Armee besetzte an diesem Tag Bad Welchow), dann wohl ohne ihren Befehlshaber.

Die Gesamtkapitulation der deutschen Wehrmacht wurde am 8.5.45 vollzogen.

Zu den überdruckten Marken auf der Ganzsache [#97]: Ich schrieb doch private Aufdrucke.

VG, hajo22
 
hajo22 Am: 01.03.2017 14:56:59 Gelesen: 8837# 100 @  
Einschreibbrief aus Dawle vom 15.5.45 portorichtig frankiert mit 4,20 Kr. Die Marken mit privatem Überdruck "Posta CSR".

Retourbrief. Bei der Rückankunft in Dawle am 18.5. ist die deutsche Ortsbezeichnung entfernt.

Diverse tschechische Vermerke kann ich leider nicht übersetzen.



VG, hajo22
 
rudi63 Am: 01.03.2017 18:53:06 Gelesen: 8827# 101 @  
@ hajo22 [#97]

Hallo,

einen schönen Beleg zeigst Du da.

Karel Holoubek hat 1996 ein Buch "Revolutionsausgaben" herausgegeben, in dem die verschiedenen Ausgaben nach

- echten Lokalausgaben

- Privaterzeugnissen

- ungeklärten Ausgaben

unterschieden werden.

Die Ausgabe Horice v Podkrkonosi gilt als Lokalausgabe, ausgegeben vom Postmeister und verkauft auf der Post. Es gibt übrigens 3 verschiedene Typen, von denen sich 2 auf der Karte finden. Überdruckt wurden Böhmen und Mähren Mi.Nr. 89-110 und 142, also der ganze Satz.

Die Forschungen zu diesen Ausgaben sind noch nicht abgeschlossen und werden es wohl auch nie sein, sie alle als nicht amtlich zu bezeichnen ist wohl nicht korrekt, man vergleiche bei den deutschen Lokalausgaben, viele wohl philatelistisch beeinflusst, aber durchaus gibt es Bedarfspost. Es war halt überall Chaos, aber Briefmarkensammler und -händler gab es trotzdem.

Viele Grüße
Rudi
 
hajo22 Am: 01.03.2017 19:26:45 Gelesen: 8820# 102 @  
@ rudi63 [#101]

Hallo Rudi,

vielen Dank für Deine interessanten Informationen.

Ja, das habe ich auch bemerkt: CSR einmal größer und einmal kleiner gedruckt und das im waagrechten Paar.

Gab es die Ganzsache auch mit diesem Aufdruck oder wurden die Hitler-Ganzsachen nicht überdruckt? Ich muß in meine Böhmen und Mähren Ganzsachen-Sammlung sehen, vielleicht finde ich da noch was.

Ich habe die Aufdrucke immer als privat angesehen, von Lokalausgaben wußte ich nichts. Bin jetzt wieder ein bißchen klüger geworden.

Sollte ich noch was finden, zeige ich das hier. Sind die Aufdrucke in #100 auch Lokalausgaben?

VG, hajo22
 
hajo22 Am: 01.03.2017 19:39:40 Gelesen: 8817# 103 @  
Vielleicht ist diese 60 h Hitler-Ganzsache mit (sehr) früher aptierter deutscher Ortsbezeichnung (Prag 33) vom 5.5.45 von Interesse. Den Hitler wollte man wohl bewußt nicht mehr stempeln, daher der nahezu völlig daneben gesetzte aptierte Ortsstempel.



VG, hajo22
 
rudi63 Am: 01.03.2017 20:16:17 Gelesen: 8811# 104 @  
@ hajo22 [#102]

Servus hajo22,

zum Dawle Aufdruck habe ich im Holoubek Katalog nichts gefunden, der Aufdruck ist mir nicht bekannt, habe aber irgendwo noch einen Grau-Katalog, muß da mal schauen.

Ist aber auch ein schöner Beleg, gut aufheben.

Gruß Rudi
 
Pete Am: 17.04.2017 14:57:19 Gelesen: 6598# 105 @  
Der nachfolgende Viererblock der Mi-Nr. CSR 427 (60h) wurde bereits in Beitrag [#24] gezeigt - aptierter Ortsstempel aus Turnov vom 17.07.1945. In einem Posten Böhmen und Mähren fand sich gestern das passende Gegenstück - Mi-Nr. B&M 22 (20h) und zeigt das Gerät in dem vorherigen Zustand: Handstempelabschlag Turnau 1 / 20.03.1941 / f / Turnov 1



Eine weitere Kombination ergibt sich anhand der Briefmarken auf dem nachfolgenden Scan - B&M 40 (02.01.1941), B&M D19 (März (?) 1944) und CSR 468 (11.06.1946)



Handstempelabschlag PILSEN 1 / 3c / PLZEN 1 zweisprachig und (nach Kriegsende) aptiert einsprachig

Soweit einem Angebot eines Fachliteraturhändlers entnehmbar, existiert ein Fachbuch [1] in tschechischer Sprache über die Aptierungen von Stempeln (1945-1946) aus dem Protektorat Böhmen und Mähren. Mir liegt dieses Buch nicht vor, dürfte inhaltlich allerdings recht interessant sein.

Gruß
Pete

[1] Václav Bláha, Poválečná poštovní razítka 1945–1946, na území Čech, Moravy a Slezska (erschienen im Jahr 2000)
 
Detlev0405 Am: 17.04.2017 19:23:42 Gelesen: 6571# 106 @  
@ Pete [#105]

Hallo Pete,

da Ostern ist "schenke" ich Dir das Ausstellungsexponat von Vaclav Blaha via Internet. Es gibt sogar deutsche Erläuterungen dazu. Daraus ist auch die Broschüre abgeleitet.

http://www.exponet.info/exhibit.php?exhibit_ID=172&lng=CZ

Viel Spaß

Detlev
 
Pete Am: 18.04.2017 19:19:41 Gelesen: 6483# 107 @  
@ Detlev0405 [#106]

Dank dir für den Hinweis. Es handelt sich um ein sehr interessantes Exponat und zeigt sehr deutlich, wie umfangreich und tiefgehend das Thema Aptierungen bearbeitet werden kann :-)

Anhand der bisherigen Beiträge würde ich den Thementitel "Die Stempel der Tschechoslowakei und ihre Aptierungen" gedanklich in drei (ggf. auch vier) Teilbereiche gliedern wollen:

1.) Aptierung von Tagesstempeln aus dem Gebiet der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn ab 1918 sowohl für den tschechischen als auch den slovakischen Landesteil (Bsp. Beiträge [#6]; [#10]; [#13]; [#14]; [#45] usw.)
2.) Aptierung von Tagesstempeln aus dem Gebiet der ČSR, welches ab Oktober 1938 dem Deutschen Reich angegliedert wurde (Beiträge [#64]; [#65]; [#66] usw.)
3.) Aptierung von Tagesstempeln aus dem Gebiet "Böhmen und Mähren" bzw. unter 2.) zwangsweise dem Deutschen Reich angegliedert, welche im Mai 1945 nach der Kapitulation des Deutschen Reiches in dem wiederrichteten tschechoslowakischen Staat integriert wurden (Bsp. Beiträge [#21]; [#71] bis [#77] usw.)

Generell scheinen mir auch Absenderfreistempel relevant, wenn diese aptiert wurden. Als vermutlich vierte Kategorie dürfte die postalische (Weiter-)Verwendung von Freistemplern (ggf. auch Tagesstempeln?) nach der Aufteilung der ČSFR zum 01.01.1993 in die Slovakei und der Tschechischen Republik aufkommen. Maschinenstempel sind allgemein ebenfalls von Aptierungen betroffen sein (Bsp. [#86]).

Möglicherweise existiert noch eine weitere Gruppe; die Aptierung tschechoslowakischer Handstempel durch Anpassung des Ortsnamens während der Zeit der deutschen Besetzung (Böhmen und Mähren) ab ca. 1940 (oder 1941). Wer weiß mehr?

Gruß
Pete
 
Detlev0405 Am: 19.04.2017 07:30:25 Gelesen: 6417# 108 @  
@ Pete [#107]

Generell scheinen mir auch Absenderfreistempel relevant, wenn diese aptiert wurden.

Der Nachsatz ist entscheidend, wenn diese aptiert wurden. Ich habe mich auf Bitten eines anderen Sammlers von aptierten Absenderfreistempeln nach Beispielen aus Tschechien umgesehen. Sowohl alle renommierten Händler als auch Auktionshäuser angesprochen - alle ohne Ergebnis. Auch war meine Suche auf tschechischen Plattformen für Briefmarken ergebnislos.

Offensichtlich wurden in beiden Perioden die Absenderfreistempel - deutsche Besetzung als auch nach 1945 - nicht aptiert. Während der deutschen Besetzung habe ich lediglich zweisprachige Absenderfreistempel von Banken und Versicherungen gefunden, die aber offensichtlich Neuanfertigungen waren.

Das Vorgehen wäre auch logisch, da ja gerade das Mittelteil eines Absenderfreistempel (egal ob Firmen oder Behörden) immer in der jeweiligen Landessprache verfasst war und eine Aptierung wenig Sinn machen würde. Das ist aber nur eine Hypothese bisher, ich bemühe mich noch um eine amtliche Auskunft dazu.

Vielleicht hat ja jemand der Spezialisten einen Beispielbeleg, der das Gegenteil beweisen kann.

Gruß
Detlev
 
Pete Am: 19.04.2017 18:47:22 Gelesen: 6368# 109 @  
@ Detlev0405 [#108]

Generell scheinen mir auch Absenderfreistempel relevant, wenn diese aptiert wurden.

Der Nachsatz ist entscheidend, wenn diese aptiert wurden.


Ich spielte bei der Formulierung dieses Gedankens meinerseits gedanklich auf die Teilung der ČSFR zum 01.01.1993 an, bei denen bis Ende 1992 betriebene tschechoslovakische Freistempler in den Wertrahmen neue Landesbezeichnungen ("Česká republika" bzw. "Slovensko") erhielten. Ich habe bisher lediglich Freistempler aus den Jahren 1993-1995 aus der tschechischen Republik mit dem neuen Landesnamen gesehen und gehe nichr davon aus, dass sich alle Besitzer von Frankiergeräteanlagen zeitgleich Anfang 1993 neue Geräte beschafft haben. ;-) Allerdings habe ich diesen Aspekt bisher nie weiter verfolgt und eingegangenes Material im Tausch weitergegeben.

Generell dürfte eine Aptierung eines Absenderfreistempels seit der Einführung derartiger Geräte im jeweiligen Land drei potentielle Bereiche betreffen:

- Wertrahmen durch Änderung der Landesbezeichnung, ggf. Währungsangabe oder Gerätenummer
- Orts-/Datumsteil durch Änderung des Ortsnamens durch eine neue Schreibweise oder Ortsumbenennung, Änderung der Post(gebiets-)leitzahl, ggf. neue Vorgaben bei der Wiedergabe des Datums
- Werbeeinsatz (des Absenders).

Gruß
Pete
 
Detlev0405 Am: 20.04.2017 13:32:29 Gelesen: 6305# 110 @  
@ Pete [#109]

Der Zeitrahmen von 1993 bis 1995 scheint mir auch der einzig praktikable für mögliche Adaptionen von Absenderfreistempeln. Nur hat diese Zeit, im Gegensatz zu den beiden anderen Perioden, eine bessere materielle Basis, um die Frankiermaschinen sehr schnell auszutauschen. Und es wären ja nur die Einsätze für den Stempel auszuwechseln, nicht der gesamte Automat. Ob sie zu der Zeit schon elektronisch programmierbar waren weiß ich leider nicht, wenn ja erübrigt sich eine weitere Suche.

Ich werde diese Zeit auch einmal betrachten und sehen, ob ich Beispiele finde.

Gruß Detlev
 
hajo22 Am: 20.04.2017 17:22:05 Gelesen: 6284# 111 @  
Nichts Besonderes, nur ein harmloser Einzeiler-Notstempel vom 17.8.1945.

Auf der Rückseite Absenderangaben, dafür mache ich aber keinen eigenen scan.



Aptierte Absender-Freistempel aus der frühen Nachkriegszeit habe ich noch nie gesehen.

Möglicherweise gibt es keine (Stempelmaschinen amtlicherseits eingezogen?).

BG, hajo22
 
hajo22 Am: 20.04.2017 18:14:08 Gelesen: 6272# 112 @  
Dann zeige ich noch einen markenlosen Firmenbrief, der nur einen aptierten Poststempel vom 11.6.45 aufweist und nach Prag adressiert ist. Keine Gebührenvermerke.



VG, hajo22
 
Pete Am: 20.04.2017 18:31:13 Gelesen: 6270# 113 @  
@ Detlev0405 [#110]

Und es wären ja nur die Einsätze für den Stempel auszuwechseln, nicht der gesamte Automat. Ob sie zu der Zeit schon elektronisch programmierbar waren weiß ich leider nicht, wenn ja erübrigt sich eine weitere Suche.

Elektronisch programmierbare Anlagen kamen um 1990 (zumindest in der Bundesrepublik) erst sukzessive auf (Bsp. Modelle T100 bzw. T1000 von Francotyp und Postalia). Mechanische Geräte waren weiterhin auf dem Markt vorherrschend. Ich kann mich bei den bisher gesehenen Belegen der ČSFR bzw. Nachfolgenstaaten für den Zeitraum von 1990-1995 auch nicht entsinnen, Modelle gesehen zu haben, welche (der Frankiergerätefarbe nach) elektronisch funktionierten.

Bezüglich der Auswechslung von Bestandteilen eines Absenderfreistempels kann der Absender den Werbeeinsatz selbständig wechseln. Für den Rest muss ein Mechaniker her bzw. sollte lediglich ein seitens der Postverwaltung bzw. Frankiergerätehersteller beauftragter (lizensierter) Mechaniker zugelassen werden. Gerade im Bereich des Wertrahmens geht es bei den Ziffern für die Nominale auch um bares Geld (Porto) - die Masse an Sendungen macht es in solch einem Fall.

Ich hatte mich allerdings auch bereits gefragt, was mit den Frankiergeräten geschehen ist, welche nach Mai 1945 in den früheren Gebieten von Böhmen und Mähren bzw. den bis dato zwangszugewiesenen reichsdeutschen Regionen standen. Es sollten nicht allzu viele Frankiergeräte gewesen sein, vermutlich eine zwei- oder dreistellige Anzahl.

Gruß
Pete
 
volkimal Am: 23.04.2017 15:28:27 Gelesen: 6044# 114 @  
@ Detlev0405 [#108]

Hallo Detlev,

Du schreibst:

Offensichtlich wurden in beiden Perioden die Absenderfreistempel - deutsche Besetzung als auch nach 1945 - nicht aptiert..

Aptierte Absenderfreistempel sind zwar sehr selten, sie kommen aber vor. Ich habe bisher zwei Beispiele registriert. Da ich sie aber nicht besitze möchte ich sie hier nicht abbilden.

Erstes Beispiel:

Absenderfreistempel aus Brüx vom 22.10.1943.

Der Ortstempel war ursprünglich zweisprachig (tschechisch/deutsch). Der tschechische Name Most wurde entfernt (aptiert).

Werbeklischee: Text: "Sudetenländische / Bergbau Aktiengesellschaft / Hauptverwaltung / Brüx" Abbildung: Schlägel und Eisen. Ob der Text immer so war kann ich nicht sagen. Eine Aptierung ist nicht zu erkennen.

Wertrahmen Reichsadler. Da der Ortsstempel aptiert wurde, war vermutlich ursprünglich ein anderer Wertrahmen aus der Tschechoslowakei vorhanden. Dieser wurde gegen den Wertrahmen Reichsadler ausgetauscht (zählt für mich nicht zu den Aptierungen).

Zweites Beispiel:

Absenderfreistempel aus Prag 4 vom 28.05.1945:

Ortsstempel: Die deutsche Ortsbezeichnung Prag 4 wurde ausgegossen (aptiert).
Werbeklischee: Logo der Firma Stpek (?)

Wertrahmen: Böhmen und Mähren / Čechy a Morava. Die deutsche Bezeichnung wurde ausgegossen (aptiert).

Wenn Du die Abbildung sehen möchtest, schicke ich Dir (oder den anderen) die beiden Abbildungen per Email zu. Bitte dazu eine Mail an mich.

Viele Grüße
Volkmar
 
Detlev0405 Am: 25.04.2017 17:54:20 Gelesen: 5922# 115 @  
@ volkimal [#114]

Hallo Volkmar,

ich danke Dir für die Vorlage der Stempel. Nun weiß ich zumindest, dass es auch solche Aptierungen gibt, wenn sie auch sehr selten sind.

Viele Grüße
Detlev
 
volkimal Am: 08.07.2017 09:59:44 Gelesen: 2240# 116 @  
Hallo zusammen,

diese Stempel habe ich letztes Wochenende bekommen:



Bodenbach = Podmokly ist heute der größte linkselbische Stadtteil von Tetschen = Děčín, einer Stadt im Norden der Tschechischen Republik. Bei der Besetzung des Sudetenlandes Anfang Oktober 1938 wurde der Ort ins Deutsche Reich eingegliedert.



Königswald = Libouchec lag ca. 15 km westlich von Bodenbach. Der Stempel von Königswald war kein normaler Tagesstempel. Das Datum wurde zusätzlich mit einem Gummistempel abgeschlagen.

Weiß einer von Euch, um was für einen Stempel es sich handelte?

Viele Grüße
Volkmar
 

Das Thema hat 116 Beiträge:
Gehe zu Seite: 1 2 3 4   5  oder alle Beiträge zeigen
 
  Antworten    zurück Suche    Druckansicht