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Thema: Bayern ab "Pfennig-Zeit" (1874/76) bis 30.6.1920: Belege, Marken, Essays
Das Thema hat 78 Beiträge:
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Markus Pichl Am: 08.09.2017 12:33:44 Gelesen: 1747# 54 @  
@ Max78 [#53]

Hallo Max,

die Typenunterschiede habe ich soeben Gerhard am Telefon erklärt und er konnte meine Erklärung anhand der gezeigten Bilder nachvollziehen. Seine Marke ist und bleibt eine Type III. Die Ihm erklärten Typenunterschiede wiederholen sich bei weiteren datierbaren Marken und die im Mai gedruckte Auflage kommt verstärkt ab August 1911 vor (siehe auch meine Marke Type III mit Stempeldatum vom 19. AUG 11).

Auch die "helle" Marke auf der verlinkten Webseite, mit Stempeldatum 25 AUG 11, ist eine Type III und die rechte eine Type II.

Die Type III wird nicht BPP-geprüft, siehe fettgedruckten Vermerk.

Zu gegebener Zeit werde ich wie gesagt einen separaten Thread hierzu eröffnen.

MfG
Markus
 
Max78 Am: 08.09.2017 12:38:32 Gelesen: 1744# 55 @  
@ Markus Pichl [#54]

Und die linke Marke bleibt Ihrer Meinung nach eine Typ I, wie ich vermute.
 
Markus Pichl Am: 08.09.2017 13:48:53 Gelesen: 1729# 56 @  
@ Max78 [#55]

Nein, bei Gerhards linken Marke habe ich daneben gehauen, weil ich mich von der Papierfarbe habe leiten lassen. Die passt so gar nicht zu den Marken der ersten Auflage, siehe E und Kopf des R und der "2" von "12". Wenn Gerhard eine Type I haben sollte und zusammen mit den beiden Marken auf dem Brief einscannt, dann werden wir eine dritte Papierfarbe erkennen können. Aber er sendet mir den Brief sowieso zu und dann kann ich bessere Bilder mit Vergleichsstücken erstellen. Die stark unterschiedlichen Papierfarben, vor allem bei MiNr. 77 viele Tönungen vorkommend, sind herstellungsbedingt bzw. beruht auf eine offenbar nicht gleichmäßige Farbzugabe bei der Papierherstellung (siehe Kohl- und Sem-Handbuch).

Nachstehend eine Ersttagskarte der MiNr. 77 I (hat einmal mir gehört).



Hier zwei soeben eingescannte Marken. Links I. Auflage 1911 (Type I), rechts eine Marke aus einer späteren Auflage (Type II).



Die MiNr. 77 wurde im Jahre 1911 wahrscheinlich dreimal aufgelegt und eine weitere Auflage gab es im Jahre 1912 (Jahresauflage-Nummer "2" in Bogen rechts oben). Insgesamt wurden von der 5 Pfg-Marke 524 Millionen Marken gedruckt. Ein Druckbogen beinhaltete vier Schalterbogen. Die Anzahl der verwendeten Druckplatten ist immens und wahrscheinlich ergeben sich daraus verschiedene wiederkehrende Typen, die nur anhand von kleinsten Merkmalen unterscheidbar sind. Wahrscheinlich ist das ganze ein Faß ohne Boden, soll heißen, Sortierspaß bis ans Lebensende, ohne das dabei wirtschaftlich etwas real greifbares hängen bleibt und daher wird es im Sinne des Prüfwesens bei Type I und II bleiben.

MfG
Markus
 
Markus Pichl Am: 08.09.2017 15:55:19 Gelesen: 1706# 57 @  
Hallo,

wer als Sammler Spaß daran hat und über genügend 5 Pfg-Marken verfügt, um vergleichen zu können, auch bezüglich der Verwendungsdaten, der kann seine Marken nach den im Michel katalogisierten Typen wie folgt grob einteilen.

Type I

Bestes Erkennungsmerkmal der ganz kleine Kopf des R von BAYERN und der ganz kurze mittlere Balken des E in der oberen Schriftleiste.



Type III

Kopf des R nun größer und der mittlere Balken des E etwas länger, aber nicht so lang wie der obere und untere. Kommt auf zwei deutlich unterschiedlich farbigen Papieren vor.





Type II ist in der zeitlichen Reihenfolge der Druckaufträge die letzte Variante.

Der mittlere Balken des "E" nun so lang wie der obere und untere, die kleinen Einsen deutlichere Fußstriche und die Inschriften insgesamt fetter.



Wer noch weiter spezialisieren möchte, wird um Eckrandstücke mit Plattennummer oder gar ganzen Bogen, welche dann auch die Jahresauflagen-Nummer aufzeigen, nicht umhin kommen.

Auch bei einigen anderen Pfennig-Wertstufen sind derartige Unterscheidungen möglich. Ferner bei der 30, 40, 50 u. 80 Pfg-Marke auch eine Unterteilung nach verschiedenen Farbtönungen bzw. Farben.

Beste Grüße
Markus
 
Gernesammler Am: 28.09.2017 19:59:03 Gelesen: 1246# 58 @  
Hallo Sammlerfreunde,

schöner Rechnungsbrief von der Fa.Hermann Bencker (Essig und Öle) aus Bayreuth vom 15.10.1880 spediert nach Pegnitz. Verklebt für das Franko wurde eine Marke zu 10 Pfennig (Bayern Nr.39) gestempelt mit Einkreisstempel Bayreuth Stadt und Ankuftsstempel von Pegnitz.

Gruß Rainer


 
Gernesammler Am: 04.10.2017 20:06:07 Gelesen: 1079# 59 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Ortsbrief innerhalb von München, nichts besonderes aber ich fand diesen Damenbrief einfach schön und zu schade diesen liegen zu lassen. Verklebt für das Franko wurde eine Marke zu 3 Pfennig (Bayern Nr. 47 WZ.3), gestempelt in München am 15.12.1887 zwischen 4-5 Nachmittags und bereits zwischen 6-7 Uhr Machmittags also ca.2-3 Stunden später wurde der Brief schon beim Empfänger ausgegeben, das passiert heute frühestens nach 2-3 Tagen.

Gruß Rainer




 
bayern klassisch Am: 04.10.2017 20:16:14 Gelesen: 1076# 60 @  
@ Gernesammler [#59]

Hallo Rainer,

glaubs mir - früher war alles besser! :-)

Die Post im 19. Jahrhundert war allgemein sehr gut organisiert - davon kann man heute nach Privatisierung und Verschlankung nur träumen.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
10Parale Am: 05.10.2017 11:47:29 Gelesen: 1020# 61 @  
@ hajo22 [#1]

Der Übergang zur Reichspost war am 30.06.1920, wie du in Beitrag Nr. [#1] schreibst. Denke war in Bayern kein Freudentag, war aber leider nicht dabei.

Da ich hälftig bayerische Vorfahren habe, gefällt mir diese Beitragsreihe ganz gut.

Zeige deshalb diese mit 5 Pfennig freigemachte "noch - Auslands - Drucksache", oder, da Bayern ja noch nicht der Reichspost angehörte.

Die grüne 5 Pfennig Marke wage ich nicht zu bestimmten, sie hat aber den Aufdruck "Volksstaat", was mir ein echter Bayer auch mal erklären müsste.

Abgeschlagen am 16.8.19 in Nürnberg.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 06.10.2017 13:57:36 Gelesen: 970# 62 @  
Ein mit 30 Pfennig freigemachter Brief von H. Stadler in Fürth in Bayern vom 23. April 1920 (3 x König Ludwig III. 10 Pfennig aus der Freimarkenserie).

Liebe Grüße

10Parale


 
Gernesammler Am: 06.10.2017 20:09:16 Gelesen: 941# 63 @  
Hallo Sammlerfreunde,

zwei Briefe aus Starnberg von 1909 an ein Fräulein Adele in Seefeld in Oberbayern bei Herrsching am Ammersee. Leider gibt es keine Adresse des Kavaliers der so wie man an den Stempeln sieht innerhalb von 6 Tagen 2 Briefe schickte. Verklebt für das Franko jeweils 2x Bayern Nr. 61 zu 5 Pfennig. Im Inlett der Briefe ist schön zu sehen das Schloß Neuschwanstein und das Bildnis von König Ludwig II, das ich leider nicht zeigen kann, ohne die Briefe zu zerstören.

Gruß Rainer


 
bayern klassisch Am: 06.10.2017 21:22:16 Gelesen: 927# 64 @  
@ Gernesammler [#63]

Hallo Rainer,

zu Adele Cronenberg in Seefeld ist bei mir leider im Internet nichts zu finden. Vlt. hat der Galan sie bald geheiratet und hieß dann ganz anders? Ich fürchte, wir werden es nicht mehr erfahren.

Nette Kuverts, bin froh, dass ich sie dir gegeben habe. Ich hinke hier mit meinen Briefen weit hinterher und komme zu gar nichts. :-(

Liebe Grüsse,
Ralph
 
hajo22 Am: 07.10.2017 09:50:34 Gelesen: 885# 65 @  
@ bayern klassisch [#64]

Ich hinke hier mit meinen Briefen weit hinterher und komme zu gar nichts. :-(

Genauso geht es mir auch.

hajo22
 
hajo22 Am: 07.10.2017 12:12:46 Gelesen: 868# 66 @  


Einschreib-Nachnahme-Brief über 5,50 sfrs. aus München vom 4.7.1919 nach Zürich, Ankunft 7.7.19. Frankiert mit einem Viererblock der 15 Pf. König Ludwig III (Nr. 115A).

Der Brief lag der Zensur/Post-Überwachung vor (Kastenstempel Prüfer 21), wurde aber nicht geöffnet.

Portoberechnung: Auslandsbrief bis 20 gr. = 20 Pf. + Einschreibgebühr 20 Pf. + Nachnahme-Vorzeigegebühr 20 Pf. = gesamt 60 Pf.

hajo22
 
bayern klassisch Am: 07.10.2017 14:53:24 Gelesen: 848# 67 @  
@ hajo22 [#66]

Hallo hajo22,

wenn er von der Zensur nicht geöffnet wurde, wurde er dann vlt. offen aufgegeben?

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
hajo22 Am: 07.10.2017 18:14:48 Gelesen: 832# 68 @  
@ bayern klassisch [#67]

So sehe ich das auch.

Übrigens mein einziger Auslands-Einschreib-Nachnahme-Brief aus Bayern aus der Zeit kurz nach dem Ende des 1. Weltkrieges.

Ob Bayern-Sammler im Forum weitere zeigen können, evtl. auch mit Verschlußstreifen der Zensur oder mußten solche Postsendungen generell offen eingeliefert werden?

hajo22
 
hajo22 Am: 07.10.2017 19:40:44 Gelesen: 819# 69 @  


Brief aus Regensburg vom 25.9.1918 nach Grafenwöhr, frankiert mit 15 Pf. Ludwig III (Nr. 115A).

Zufällig fand ich heute beim Rumkramen im Bayern-Karton den Brief aus dem Jahr 1918. Ich habe so meine Erinnerungen an diesen Platz mit dem ich gegen Ende meiner Dienstzeit 1968 noch Bekanntschaft machen durfte/mußte.

Die jungen GI's mit denen ich auf dem Platz sprach hatten schon alle ihren Einsatzbefehl nach Südostasien. Sie waren davon nicht sonderlich begeistert, denn man wußte schon so einiges über das Einsatzgebiet. Es kommen mir so Gedanken, wenn ich jetzt den Brief mit dieser Adresse in den Händen halte, wie mag es ihnen wohl ergangen sein?

hajo22
 
bayern klassisch Am: 07.10.2017 20:02:27 Gelesen: 815# 70 @  
@ hajo22 [#69]

Hallo hajo22,

schöne Geschichte - auch wenn es für die GI´s wohl nicht immer gut ausgegangen sein wird.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
10Parale Am: 08.10.2017 21:39:27 Gelesen: 747# 71 @  
Hier ein sogenannter Bücherzettel der sehr bekannten Buchhandlung Heinrich Hugendubel in München, freigemacht am 13.12.16 mit 3 Pfennig König Ludwig III.

Links neben der gestempelten Marke der Zensurzweizeiler von Mulhouse.

Angeboten wird übrigens wertvollste Literatur: Naumann, Naturgeschichte der Vögel in 12 Bänden.

Unter dem Link https://auktion.catawiki.de/kavels/11100405-naumann-naturgeschichte-der-v-gel-mitteleuropas-12-b-nde-1897-1905 erfährt man, dass diese Bände für einen vierstelligen Betrag versteigert wurden.

Liebe Grüße

10Parale



 
Gernesammler Am: 09.10.2017 19:56:23 Gelesen: 677# 72 @  
@ bayern klassisch [#64]

Hallo Ralph, hallo Sammlerfreunde,

aus den Kuverts von Dir konnte ich nochmals einige der Adele Cronenburg aussortieren, nochmals ein Brief aus Starnberg nach Deisenhofen, das Jahr ist leider nicht zu erkennen.

Der zweite Brief ist vom 28.12.1906 aus Ludwigshafen nach Pasing, dort kam er am 29.12.1906 an und der dritte Brief an Adele kam wieder aus Herrsching am Ammersee nach Starnberg versendet am 31.3.1910.

Der vierte und letzte Brief aus dieser Serie ist vom 8.10.1917 zeigt einen Brief, hier wurde der Kavalier dann schon erhört und Adele hieß jetzt mit Nachnamen Liebert, Sie wird im Brief auch mittlerweile als Frau Adele angesprochen.

Der Brief selbst kam aus Aschaffenburg wieder nach Starnberg, ob Ihr Mann hier jetzt stationiert war oder gearbeitet hat entzieht sich meiner Kenntnis.

Die ersteren Brief hatten als Franko jeweils 2x die Bayern Nr. 61 verklebt, auf dem vierten Brief war das Franko jetzt schon bei 15 Pfennig seit 1.8.1916 war die Portoperiode 2 in Kraft, verklebt waren hier 2x Bayern Nr. 113.

Gruß Rainer




 
bayern klassisch Am: 10.10.2017 06:13:49 Gelesen: 645# 73 @  
@ Gernesammler [#72]

Hallo Rainer,

eine schöne Strecke aus der Pfennigzeit, perfekt beschrieben. Klasse!

Liebe Grüsse,
Ralph
 
Gernesammler Am: 11.10.2017 19:43:09 Gelesen: 511# 74 @  
Hallo Sammlerfreunde,

Brief als Ortsbrief innerhalb von Bamberg vom 21.4.1897, verklebt wurde hier eine Bayern Nr.60 und gestempelt mit Einkreisstempel von Bamberg, sowie auf der Rückseite der Briefträgerstempel Nr.16.

Die Marke zu 3 Pfennig zeigt an der oberen linken Ecke wie diese sich langsam abspaltet.

Gruß Rainer



 
bayern klassisch Am: 11.10.2017 19:45:54 Gelesen: 509# 75 @  
@ Gernesammler [#74]

Hallo Rainer,

sehr scharfäugig beobachtet, dieser Plattenfehler - gut gemacht.

Liebe Grüsse,
Ralph
 
bayern klassisch Am: 11.10.2017 22:45:19 Gelesen: 478# 76 @  
@ hopfen

Hm, sieht mir eher nach einem Typenunterschied, als nach einem Plattenfehler aus, aber ich bin da nicht kompetent.

Liebe Grüsse von bayern klassisch
 
SH-Sammler Am: 11.10.2017 22:52:29 Gelesen: 478# 77 @  
@ Gernesammler [#74]

Hallo Rainer, hallo Sammlerfreunde,

ich habe in meinem Fundus eine Bayern Ganzsache mit Zusatzfrankatur gefunden. Ich denke mal, die kann ich hier auch zeigen.





Karte zum 150 Jahr Jubiläum des Fürstenhauses Thurn und Taxis, abgehend von München am 19.10.1898 nach Schaffhausen (Schweiz) mit sehr schöner Prägung des Wertstempels.

Da die Thurn & Taxis in den Jahren 1834 bis 1849 das Postwesen in Schaffhausen betrieben, besteht hier natürlich eine Verbindung. Da die "anderen" Schweizer diesen deutschen Postmeister jedoch nicht gerne sahen und opponierten, wurde dem damaligen Fürst Maximilian Karl Fürst von Thurn & Taxis kurzerhand das Schaffhauser Bürgerrecht zugesprochen.

Grüsse an alle

SH-Sammler
Hanspeter
 
Gernesammler Am: 12.10.2017 19:54:30 Gelesen: 421# 78 @  
@ SH-Sammler [#77]

Hallo Hanspeter,

schöne Karte mit toller Beschreibung solche Dinge müssen gezeigt werden, ich hoffe ich sehe noch mehr davon.

Hallo Sammlerfreunde,

nicht so toll wie die Karte von Hanspeter, aber immer noch zeigenswert, eine Ganzsachen Postkarte mit angehangener Rückantwort Karte (WZ 5)leider ist diese nicht genutzt worden, weil die Karte brauchte bis zum Empfänger 5 Tage.
Die Karte ist zu 3 Pfennig (Abbildung "Wertziffer mit Rautenhintergrund") mit Zusatzfrankatur einer Bayern.Nr.60.

Gestempelt wurde mit Einkreiser von Bayreuth II am 23.3.1893 und als Ankunftsstempel ein Einkreiser von Kronach am 28.3.1893 somit für knapp 15 Kilometer 5 Tage.

Gruß Rainer


 

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