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Thema: Rumänien: Belege nach 1945
Das Thema hat 200 Beiträge:
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Michael Mallien Am: 11.06.2017 15:30:36 Gelesen: 9092# 176 @  
Auch schon vor der Inflationszeit von 1991 bis 2005 kam es teils zu signifikanten Preissteigerungen. Weniger als zwei Jahre nach dem in [#175] gezeigten Beleg ging dieser Brief auf die Reise und kostete gut 150% mehr.

Einschreiben vom 6. Juni 1977 aus Arad nach Dresden. Die Frankatur in Höhe von 16,20 Lei ist auch in diesem Fall portorichtig.



- Scrisori simple 20g: 4,80 Lei
- Taxa de recomandare: 11,40 Lei

Die Einschreibegebühr ist der Hauptkostenverursacher, denn er verdreifachte sich zwischen den beiden hier betrachteten Portoperioden.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 28.07.2017 12:47:45 Gelesen: 6880# 177 @  
In [#156] zeigte ich einen Beleg aus der letzten Portoperiode der Inflationszeit für den Postverkehr nach Moldawien - Portoperiode 24 (1.8.2004 - 30.6.2005). Er ging am 16.8.2004 aus Galati nach Chisinau.

Hier habe ich ein weiteres Exemplar, welches später in der Portoperiode auf die Reise von Arad nach Chisinau ging und zwar am 14.1.2005. Die Ganzsache zu 4.000 Lei wurde auffrankiert mit den MiNrn. 5824 und 5768 auf die erforderlichen 8.000 Lei.



Mir gefällt der Stempelabschlag ARAD OPRM / 140105 22 / c / TRANZIT. Auffällig ist noch, dass das Wertzeichen der Ganzsache nicht entwertet wurde, obwohl die 4.000 Lei ganz eindeutig zur Gesamtfrankatur gehören.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 19.08.2017 14:10:21 Gelesen: 4927# 178 @  
Ganz aktuell ein Beleg aus dem Posteingang von heute, dem 19.8.2017.

Brief von Bukarest nach Bargteheide vom 16.8.2017. Die Freimachung beträgt 4 Lei. Damit ist der Brief unterfrankiert, denn mit der Zusatzleistung Prioritar bei einem Gewicht von 21-50 g (der Brief wog 38 g) wären 4,50 Lei fällig gewesen.



Der Brief ist vergleichsweise schnell befördert worden. Er enthält einige Inlandsbelege aus der Inflationszeit von 1991-2005. Von den Inlandsbelegen der verschiedenen Portoperioden hatte ich hier bislang wenig zeigen können. Demnächst hoffe ich noch mehr Material rein zu bekommen. Ich freue mich darauf.

Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 20.08.2017 13:43:22 Gelesen: 4891# 179 @  
Heute komme ich zurück zu meiner Aufstellung der Portoperioden in [#52]. Dort hatte ich die Tarife für einfache Inlands-Ortsbriefe (Scrisori "loco" 20g) aufgeführt. Ich möchte diese Aufstellung um eine Portoperiode zu Anfang der Inflationszeit ergänzen, die mit unbestimmten Datum in Band 1 des Werkes von Calin Marinescu aufgeführt und dabei gleichzeitig die Portoperioden durchnummerieren und den Tarif für einfache Inlands-Briefe im Fernverkehr (Scrisori "alte loc." 20g) aufführen.

Eine neue Portoperiode bestimmt sich durch eine Änderung der Tarifstruktur oder des Portos mindestens einer Versendungsart oder Zusatzleistung bei den Inlandstarifen.

Es kommt also vor, dass in der Auflistung unten der Tarif für den einfachen Inlands-Brief im Fernverkehr sich nicht mit der Portoperiode änderte. Wenn ich später auf Beispiele zurück komme, werde ich in solchen Fällen ausführen, was die Portoperioden unterscheidet.

PP 01: 01.04.1991 - ??.04.1991 4,50 Lei
PP 02: ??.04.1991 - 09.10.1991 4,50 Lei
PP 03: 10.10.1991 - 09.03.1992 8 Lei
PP 04: 10.03.1992 - 30.11.1992 10 Lei
PP 05: 01.12.1992 - 03.06.1993 15 Lei
PP 06: 04.06.1993 - 01.07.1993 25 Lei
PP 07: 02.07.1993 - 30.10.1993 29 Lei
PP 08: 01.11.1993 - 31.03.1994 45 Lei
PP 09: 01.04.1994 - 30.06.1995 60 Lei
PP 10: 01.07.1995 - 17.03.1996 100 Lei
PP 11: 18.03.1996 - 02.03.1997 150 Lei
PP 12: 03.03.1997 - 01.06.1997 400 Lei
PP 13: 02.06.1997 - 15.09.1997 450 Lei
PP 14: 16.09.1997 - 01.02.1998 500 Lei
PP 15: 02.02.1998 - 17.05.1998 900 Lei
PP 16: 18.05.1998 - 21.10.1998 1.050 Lei
PP 17: 22.10.1998 - 03.01.1999 1.100 Lei
PP 18: 04.01.1999 - 14.03.1999 1.100 Lei
PP 19: 15.03.1999 - 20.06.1999 1.100 Lei
PP 20: 21.06.1999 - 25.07.1999 1.300 Lei; ab dieser Portoperiode wird nicht mehr zwischen Orts- und Fernverkehr unterschieden.
PP 21: 26.07.1999 - 03.10.1999 1.300 Lei
PP 22: 04.10.1999 - 02.01.2000 1.500 Lei
PP 23: 03.01.2000 - 27.02.2000 1.500 Lei
PP 24: 28.02.2000 - 30.04.2000 1.700 Lei
PP 25: 01.05.2000 - 31.07.2000 1.700 Lei
PP 26: 01.08.2000 - 30.09.2000 1.700 Lei
PP 27: 01.10.2000 - 03.12.2000 2.000 Lei
PP 28: 04.12.2000 - 07.01.2001 2.000 Lei
PP 29: 08.01.2001 - 14.05.2001 2.200 Lei
PP 30: 15.05.2001 - 19.08.2001 2.200 Lei
PP 31: 20.08.2001 - 14.10.2001 2.500 Lei
PP 32: 15.10.2001 - 14.03.2002 2.500 Lei
PP 33: 15.03.2002 - 02.06.2002 2.500 Lei
PP 34: 03.06.2002 - 30.09.2002 3.000 Lei
PP 35: 01.10.2002 - 14.10.2003 3.000 Lei
PP 36: 15.10.2003 - 02.11.2003 3.000 Lei
PP 37: 03.11.2003 - 31.07.2004 4.000 Lei
PP 38: 01.08.2004 - 17.04.2005 5.000 Lei
PP 39: 18.04.2005 - 30.06.2005 5.000 Lei
++++++++++++ 10.000 alte Lei --> 1 neuer Leu
01.07.2005 - 14.02.2007 0,50 Lei
 

Meine ersten Beispiele stammen aus dem Jahr 1997, in dem vier Portoperioden betrachtet werden können (PP 11 bis PP 14). Am deutlichsten fällt die Steigerung von PP 11 auf PP 12 aus. Das Porto für den einfachen Inlandsbrief stieg um 166% von 150 Lei auf 400 Lei.

Ich kann vier Belege aus diesem Jahr zeigen.

1. Einschreiben aus Birlad nach Bârlad vom 20.1.1997, frei gemacht mit 370 Lei.

Wikipedia entnehme ich das Birlad gleichbedeutend ist mit Bârlad, also handelt es sich hier um einen Ortsbrief.



Das Bild rechts zeigt den Stempel auf der Rückseite des Beleges. Er stammt vom 22.1.1997.

Für einen Brief im Fernverkehr wäre dieser Beleg aus PP 11 portorichtig:
Scrisori "alte loc." 20g: 150 Lei
Taxa de recomandare: 220 Lei

Möglicherweise passt das Porto auch für den Ortsbrief. Das wäre dann der Fall, wenn der besondere Tarif für Ortsbriefe nicht für Briefe mit Zusatzleistungen gegolten hat. Kann das jemand bestätigen?

2. Einschreiben aus Iasi nach Bârlad vom 14.3.1997, frei gemacht mit 850 Lei. Rückseitig mit einem Ankunftsstempel aus Bârlad vom 15.3.1997.



Dieser Brief aus PP 12 ist portorichtig:
Scrisori "alte loc." 20g: 400 Lei
Taxa de recomandare: 450 Lei

3. Brief aus Bucuresti nach Petrila vom 19.4.1997, was zu PP 12 gehört. Die korrekte Frankatur in Höhe von 400 Lei ist rückseitig angebracht. Dort befindet sich auch ein Ankunftsstempel vom 22.4.1997.



4. Brief aus Nuntabu nach Bucuresti vom 18.12.1997. Jetzt sind wir schon in PP 14. Mit 500 Lei ist auch dieser Brief portorichtig. Rückseitig befindet sich ein Ankunftsstempel vom 21.12.1997.



Ich hoffe in Kürze noch weitere Portoperioden für den Inlandsbriefverkehr hier dokumentieren zu können.

Viele Grüße
Michael
 

Michael Mallien Am: 01.09.2017 21:29:14 Gelesen: 4439# 180 @  
Heinz hat die Portoperioden der Inflationszeit in den Jahren 1944 bis 1947 sehr schön dokumentiert. Ich möchte einen Blick auf die Zeit nach Einführung der neuen Währung im August 1947 werfen anhand der darauf folgenden Portoperioden. Im Besonderen betrachte ich die Inlandstarife für

A Ortsbriefe (Scrisori "loco" 20g)
B Fernbriefe (Scrisori " alte loc." 20g)
C Einschreibegebühr (Taxa de recomandare)

In Band 1 des Werkes von Calin Marinescu sind folgende Portoperioden aufgeführt:

17.08.1947 A: 8 Lei; B: 12 Lei; C: 20 Lei
05.05.1948 A: 7 Lei; B: 11 Lei; C: 20 Lei
09.01.1951 A: 7 Lei; B: 11 Lei; C: 24 Lei

Die im August 1947 eingeführte Währung galt nicht einmal für 5 Jahre, denn am 28.1.1952 gab es einen erneuten Währungsschnitt im Verhältnis 20:1 was zu diesen Portostufen führte:

28.01.1952 A: 0,35 Lei; B: 0,55 Lei; C: 1,20 Lei

Das Porto für die hier betrachteten Tarife blieb 30 Jahre (!) stabil. Erst 1982 kam es zu einer Erhöhung.

Ich möchte heute zwei Inlands-Einschreiben aus der 30-jährigen Portoperiode zeigen, über deren Gesamtporto ich verwundert bin:

1. Einschreiben aus Ocna Mures nach Cluj vom 17.1.1968 zu 1,55 Lei:



Das wäre portorichtig für einen Ortsbrief bis 20g (s. oben). Rückseitig befindet sich noch ein Stempel CLUJ TRANZIT vom 18.1.1968. Galt dieser Brief tatsächlich als Ortsbrief, obwohl Cluj selbst mit ca. 80 km doch recht weit entfernt ist. Immerhin befinden sich beide Orte in derselben Region.

2. Einschreiben aus Bucuresti nach Cluj vom 20.8.1968 ebenfalls mit 1,55 Lei frankiert:



Das hat mich dann doch erstaunt, denn es handelt sich mit Sicherheit nicht mehr um einen Ortsbrief. Das Porto hätte 1,75 Lei betragen müssen. Vielleicht stimmen die Angaben im Marinescu nicht, oder ich habe die Sendungsarten falsch interpretiert? Leider kann ich kein Rumänisch. Auf Seite 122 des Marinescu, Bd. 1 sind Hinweise und Quellen zu den besagten Portoperioden aufgeführt. Vielleicht findet sich jemand, der diesen Text lesen kann?



Wenn sich aus dem Text keine Hinweise für die Behandlung von Orts/Fernbriefen ableiten lassen, können weitere Beispiele von Inlandseinschreiben helfen, die Umstände zu klären. Am besten wäre ein Beleg, der sicher als Ortsbrief eingeordnet werden kann.

Viele Grüße
Michael
 
10Parale Am: 02.09.2017 17:11:47 Gelesen: 4392# 181 @  
@ Michael Mallien [#180]

Aus dem Text, den du abbildest, ergibt sich kein weiterer Hinweis auf eine Behandlung von Orts-/Fernbriefen.

28. Jan. 1852 - Hotararea = Beschluss Nr. 148, hier wird angezeigt, dass der Tarif um das 20-fache reduziert wurde, gemäß der Parität der neuen Währung.

Leider habe ich aus dieser 30-jährigen Porto-Bestands-Periode bislang kein einziges Einschreiben auftreiben können. Ich besitze lediglich noch ein paar einfache Orts- und Fernbriefe aus meiner privaten Sammlung.

Es ist mir auch ein kleines Rätsel. Vielleicht ist der 1. Brief tatsächlich portogerecht frankiert, da er innerhalb des Kreises Cluj lief. Vielleicht gab es eine Art Rayon, vergleichbar mit der Gültigkeit einer Fahrkarte innerhalb einer bestimmten Region. Ein Irrtum seitens des Autors schließe ich eigentlich aus. Ich möchte mich nicht auf Spekulationen verlassen. Hier brauchen wir wirklich Vergleichsmaterial.

Ich zeige im folgenden 2 Briefe (extern):

1. eine schöne Buntfrankatur von Tomnatic (Triebswetter) aus dem Jahr 1974 - nach Steinen-Höllstein, umgeleitet nach Grenzach-Wyhlen

2. ein portogerecht freigemachtes Einschreiben - 6,20 Lei - von Codlea nach Schopfheim (12.3.74).

Ich hoffe, lieber Michael, dass ich im Laufe der Zeit noch Belege auftreiben kann, die mehr Klarheit verschaffen.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinrich3 Am: 08.09.2017 19:04:29 Gelesen: 4075# 182 @  
Nach der Abgabe meiner Rumänien-Sammlung sind mir einige Briefe über geblieben, die ich vor dem Verkauf noch hier zeige:

3 Luftpostbriefe an den gleichen Empfänger von 2 unterschiedlichen (?) Absendern mit unterschiedlichen Porti.



Zwischen den beiden oberen Briefen ist die Differenz nur 15 Bani, während der Brief unten doch deutlich mehr kostete. Da der Brief nicht nach höherem Gewicht aussieht, tippe ich auf philatelistische Frankatur.
 
Michael Mallien Am: 08.09.2017 19:42:16 Gelesen: 4065# 183 @  
@ 10Parale [#181]

Lieben Dank für die Übersetzung. Ich werde auch nach weiteren Einschreibe-Belegen aus der Zeit Ausschau halten.

Ich schließe einen Irrtum des Autors nicht unbedingt aus, denn mir sind auch an anderen Stellen ein paar Ungereimtheiten aufgefallen, die ich genauer untersuchen möchte.

Das soll beileibe keine generelle Kritik an dem grandiosen Werk von Calin Marinescu sein, doch schreibt er auch selbst, dass nicht alle Daten sicher belegt werden können und einige Portostufen durch das Zusammentragen von Belegen gesichert werden müssten.

@ Heinrich3 [#182]

Danke für das Zeigen dieser Belege. Das Porto für einen einfachen Brief nach Deutschland per Luftpost in der zutreffenden Portoperiode beträgt in der Summe 5,65 Lei, die sich wie folgt zusammensetzen:

Scrisori simple externe 20g: 4,80 Lei
Suprataxe "prin avion": 0,85 Lei

Damit ist der 3. gezeigte Beleg portorichtig.

Der 1. Beleg passt mit 4,90 Lei ganz gut auf eine Beförderung ohne den Zuschlag für die Luftpost und wäre nur mit 10 Bani überfrankiert. Allerdings wurde ein Luftpostumschlag verwendet, aber zumindest fehlt der "prin avion" Stempel.

Der 2. Beleg ist gar nur mit 3,85 Lei frankiert, was auf den ersten Blick gar nicht auffällt. Die Marken zu 90 Bani und 1,10 Lei sind die MiNr. 3068 zum Tag der Briefmarke 1972. Es ist tatsächlich nur eine Michelnummer! Die "90 Bani" ist der Zuschlag, der auf einem Zierfeld gedruckt ist. Erkennbar ist dies auch daran, dass der sonst übliche Eindruck POSTA ROMANA auf dem Zierfeld fehlt.

Viele Grüße
Michael
 
Heinrich3 Am: 12.09.2017 19:14:13 Gelesen: 3860# 184 @  
@ Michael Mallien [#183]

Hallo Michael,

danke für die Erläuterungen, auch wenn es mir nicht mehr viel bringt. Vielleicht sind die 4 letzten mir verbliebenen Briefe noch von Interesse.


 
Michael Mallien Am: 12.09.2017 20:00:10 Gelesen: 3852# 185 @  
@ Heinrich3 [#184]

Hallo Heinrich,

die Briefe sind alles einfache Briefe ohne Zuschlag für "prin avion", wenn ich es richtig sehe. Ich kann nicht alle Daten erkennen, deshalb nenne ich mal die Portoperioden, die infrage kommen:

01.03.1972 - 31.05.1976: 2,75 Lei
01.06.1976 - 24.02.1982: 4,80 Lei

Zwei Belege mit 4,80 Lei sind ja dabei. Die anderen sind wohl nicht genau portorichtig mit 2,65 Lei bzw. 4,60 Lei.

Viele Grüße
Michael
 
Heinrich3 Am: 12.09.2017 22:58:43 Gelesen: 3832# 186 @  
@ Michael Mallien [#185]

Hallo Michael,

danke für die Antwort. Die Stempeldaten sind 24.3.73, 4.12.?? (vermutlich 1978), 31.8.78 und 4.3.77. Sie passen also bis auf die kleinen Differenzen zu den Portoperioden, die Du nennst.

Nach meiner Meinung wurden derartige Differenzen geduldet, da Geld ja nicht so wichtig war. Diese damalige Einstellung kenne ich aus mehreren in diesen Jahren sozialistischen Ländern.

Heinrich
 
Michael Mallien Am: 26.09.2017 20:34:58 Gelesen: 3007# 187 @  
Heute zeige ich einen Beleg wegen seines Stempels, bei dem mich die Datumsanzeige zunächst stutzen ließ.

Dieser Brief ging am 12.11.1954 als Einschreiben aus Bukarest nach Genf in die Schweiz.



Hier der Stempel noch einmal mit der seltsamen Einstellung des Datums:



Auf der Rückseite beweisen die Ankunftsstempel in der Schweiz die Interpretation des Stempels:



Kamen solche Stempeleinstellungen regelmäßig in dieser Zeit vor?
War es eine fehlerhafte Einstellung?
Oder hat sich der Postler vielleicht einen Scherz erlaubt?

Ich weiß es nicht, aber andere Belege aus der Zeit könnten Aufschluss darüber geben.

Ansonsten ist der Brief mit 2 Lei portorichtig frankiert:

Auslandsbrief bis 20g (Scrisori simple): 0,70 Lei
Einschreiben (Taxa de recomandare): 1,05 Lei
Luftpostzuschlag für die Schweiz: ~ 0,25 Lei

Ich habe nicht zufällig "~ 0,25 Lei" geschrieben, denn so steht es im Band 2 von Calin Marinescu auf Seite 155. In seinem Vorwort schreibt er selbst, dass er nicht alle amtlichen Verfügungen vorliegen hatten und einige Tarife aufgrund von Belegen eingeschätzt wurden. Daraus könnte man ableiten, dass die meisten Luftpostsendungen in die Schweiz in der Portoperiode 1.9.1954 - ...11.1955 einen Zuschlag von 0,25 Lei trugen. Wie man sieht bestand auch bei dem genauen Tag im November Unsicherheit. In der nachfolgenden Portoperiode bis zum 31.8.1957 sind dann 0,25 Lei als fester Wert angegeben.

Viele Grüße
Michael
 
Heinz 7 Am: 27.09.2017 13:41:28 Gelesen: 2942# 188 @  
@ Michael Mallien [#187]

Lieber Michael,

ich habe mich in der Tat auch schon gewundert über ähnliche Datumangaben, z.B. "90.3" bei Ausgaben der 14. Ausgabe (Ährenausgabe). Das muss dann gelesen werden als 1903 (Jahresangabe).

Dass die Tausenderzahl in Rumänien des öfteren weggelassen wird, ist mir auch aufgefallen. Dies galt bereits im XIX. Jahrhundert, ist also 1954 schon "lange geübte Praxis".

Herzliche Grüsse
Heinz
 
Michael Mallien Am: 29.09.2017 13:57:08 Gelesen: 2808# 189 @  
@ Heinz 7 [#188]

Lieber Heinz,

okay, dann ist das also bekannt. Danke für die Info.

Ich habe wieder mal einen Beleg aus der Inflationszeit. Der Brief ging am 30.11.1992 nach Wiesbaden und ist portorichtig mit 55 Lei frankiert.



Die Besonderheit liegt darin, dass tags darauf, am 1.12.1992 eine neue Portoperiode begann und der einfache Auslandsbrief dann 90 Lei gekosstet hätte.

Viele Grüße
Michael
 
10Parale Am: 29.09.2017 20:39:40 Gelesen: 2780# 190 @  
@ Michael Mallien [#189]

Sozusagen ein Letzttagbrief einer Portoperiode. Oh, wie gerne lese und bestaune ich, was das moderne Rumänien (1992 war 3 Jahre nach der Revolution) so hervorbringt.

Bekam heute ein Einschreiben, freigemacht mit einer Marke aus 2016 zu 16 Lei, die den Nationalpark CEAHLAU in den Karpaten vorstellt, schöner Doppel-Abschlag von SUCEAVA (22.09.2017). Suceava liegt in der historischen Region Bukowina am nordwestlichen Rand des historischen Gebietes der Moldau. In einer ihrer Kirchen wurden Woiwoden der Moldau gekrönt.

Liebe Grüße

10Parale

   
 
volkimal Am: 29.09.2017 21:52:20 Gelesen: 2771# 191 @  
Hallo zusammen,

Brief aus der Großstadt Brașov vom 18.03.1981:



Die Briefmarke wurde mit einem Maschinenstempel einer Sowjetische Tischstempelmaschine SchMN-2 entwertet.

Viele Grüße
Volkmar
 
Michael Mallien Am: 01.10.2017 13:53:34 Gelesen: 2669# 192 @  
@ 10Parale [#190]

Ich freue mich immer darüber, was ich alles zu sehen bekomme aus der modernen Bedarfspost. Dein Beleg ist auch sehr schön mit der für Auslandsbriefe/Einschreiben vorgesehenen Frankatur zu 16 Lei:

- Auslandsbrief bis 20g: 4 Lei
- EInschreibegebühr: 12 Lei

Und den schönen Stempeln natürlich!

Ich habe hier noch einen Brief, der nicht so schön aussieht, aber dennoch seinen Reiz hat. Der großformatige Brief (330 x 235 mm) ging am 6.2.1997 per Einschreiben nach Wiesbaden und ist mit 6.050 Lei frankiert. Das ist portorichtig für

Scrisori externe 51-100g: 3.500 Lei
Taxa de recomandare: 2.550 Lei



Der Reiz liegt für mich in der höheren Gewichtsstufe, dem 10er-Block der 500 Lei Marke und den handschriftlichen Hinweisen zu der Einschreibesendung. Das Einschreibevermerke handschriftlich sein können hatte mich schon immer etwas gewundert. Hier wird offensichtlich auf einen Vertrag mit der Post verwiesen:



Viele Grüße
Michael
 
Michael Mallien Am: 02.10.2017 10:32:30 Gelesen: 2631# 193 @  
Drucksachen per Einschreiben zu versenden ist in Rumänien nicht ungewöhnlich. Wenn aber eine höhere Gewichtsstufe versendet wird zu einer Zeit kurzer Portoperioden, frankiert mit Marken in vergleichsweise geringer Auflage, so entstehen interessante Belege, die es lohnen aufgehoben zu werden, auch wenn sie etwas unansehnlich sind.

Diese Drucksache/Einschreiben ging am 14.2.2001 von Cluj-Napoca nach Wiesbaden. Vermerkt ist ein Gewicht von 0,147 kg. Die Freimachung erfolgte mit 4 Exemplaren der MiNr. 5529. Dabei ein waagerechter 3er-Streifen aus der obereren rechten Bogenecke. Die Marke hat eine Auflage von 200.000 Stück. Ihren Nennwert von 11.300 Lei kann man fast übersehen, denn er befindet sich klein gedruckt an der rechten Seite der Marke. Die Gesamtfrankatur beläuft sich auf 45.200 Lei. Das ist geringfügig mehr, als die erforderlichen 45.000 Lei:

Auslands-Drucksache (Imprimate externe) 101-250g: 23.000 Lei
Einschreibegebühr (Taxa de recomandare): 22.000 Lei



Zunächst dachte ich einen weiteren Block Rumäniens zeigen zu können, aufgrund der Rückseite:



Doch es ist kein offiziell verzeichneter Block und der Aufkleber zeigt auch keinen EIndruck einer Nominalen. Na jedenfalls wurde er Zollamtlich abgefertigt. ;)

Viele Grüße
Michael
 
10Parale Am: 17.10.2017 20:39:16 Gelesen: 1876# 194 @  
@ Michael Mallien [#193]

Ein sehr interessanter Beleg. Solche Schmuck- bzw. Gedenkblätter habe ich auch schon gesehen. Der grüne Zollaufkleber passt darauf wie Faust auf Auge.

In Beitrag [#190] zeigte ich einen aktuellen Auslandsbrief, für den du, - danke dir sehr dafür -, in Beitrag [#192] das Porto erläutert hast.

Auslandsbrief bis 20 gramm: 4 Lei
Einschreibegebühr: 12 Lei
 

Heute habe ich vom selben Absender aus Suceava den selbigen Brief erhalten und stelle mit Erstaunen fest, dass der Brief nun insgesamt mit 16,50 Lei freigemacht wurde. Der Link https://www.posta-romana.ro/tarife.html führt mich leider nicht auf die richtige Spur.

Ich kann nur spekulieren, aber etwas ist teurer geworden.

Liebe Grüße

10Parale


 

StefanM Am: 18.10.2017 08:16:04 Gelesen: 1808# 195 @  
@ 10Parale [#194]

Ich habe auf der Webseite der rumänischen Post geschaut. Passen würde eine höhere Gewichtsstufe (21-50 g):



Gruß
Stefan
 
Heinz 7 Am: 12.11.2017 23:00:07 Gelesen: 554# 196 @  
1957 wurde dieser hübsche Brief in die Schweiz geschickt. Er kostete 240 Lei, wobei 4 verschiedene 55 Bani-Marken zur Verwendung kamen.



Da vermutlich wieder zwei Zuschläge fällig waren (Einschreiben und Flugpost), wäre es wichtig, die "Komponenten"-Preise zu kennen. Leider ist dazu im (alten) Büchlein Marinescu (1993) nichts zu finden, obwohl der Titel lautet (Evolutia tarifelor ... 1852-1992). Ich werde also auch die grosse Neuausgabe zu Rate ziehen müssen.

Leider habe ich das Buch noch nicht.

Kennt jemand eine günstige Bezugsquelle?

Heinz
 
Zinnenstadt Am: 13.11.2017 08:35:20 Gelesen: 516# 197 @  
Nach heutiger Planung werde ich in der ersten Dezemberhälfte in Bukarest sein und eventuell Calin Marinescu treffen. Gerne bringe ich das gewünschte Buch mit, sofern es noch verfügbar ist. Ich bräuchte dazu exakte Titelangabe und Adresse, an welches das Buch geschickt werden soll. Den von Herrn Marinescu geforderten Buchpreis und Versandkosten teile ich nach Versand per eMail mit - verbunden mit meiner Kontoverbindung.

Besten Gruß,
Zinnenstadt
 
10Parale Am: 13.11.2017 19:06:25 Gelesen: 481# 198 @  
Lieber Heinz,

dein Brief aus [#196] mit 2,40 Lei hat mich nun auch ins Grübeln gebracht.

Nun möchte ich deine zweite Frage zuerst beantworten. Ich schaue sehr oft bei philabooks vorbei (http://www.philabooks.com ). Dort habe ich die 2 Bände von Marinescu her.

Das Schreiben muss mehr als 20 gramm gehabt haben, so dass ich folgendes ausrechnen kann:

Brief 2. Gewichtsstufe in der Portoperiode vom 1. September 1954 bis 31. August 1957:

- 0,70 Lei zzgl 0,45 Lei für Gewichtszuschlag: 1,15 Lei
- 1,05 Lei für das Einschreiben
- 0,20 Lei günstiger Luftpostzuschlag
 

insgesamt: 2,40 Lei

Michael Mallien mag mich korrigieren, wie bei den Lottozahlen ohne Gewähr.

Quelle: Marinescu Vol. 2 Seite 116 und Seite 154

Liebe Grüße

10Parale
 

Heinz 7 Am: 13.11.2017 20:12:39 Gelesen: 468# 199 @  
@ Zinnenstadt [#197]
@ 10Parale [#198]

Liebe Kollegen,

vielen Dank für Eure Beiträge. Bei Philabooks sind die zwei Bände wirklich recht günstig zu haben (Euro 54.50). Gerne erwarte ich aber das Angebot von Marinescu (direkt). Wenn "Zinnenstadt" das für mich erfragen kann, ist das sehr nett.



Marinescu, Calin: Tarifele, Taxele si Gratuitatile Postale in Romania 1841-2008, 2008, Hdb. der rum. Posttarife 1841-2008 in 2 Bänden, 320 S./ 388 S.,

Es eilt nicht.

Zu den aufgeschlüsselten Leu 2.40 (Beitrag 196+198) sage ich anerkennend "Danke".

Heinz
 
Michael Mallien Am: 14.11.2017 19:56:24 Gelesen: 402# 200 @  
@ 10Parale [#198]
@ Heinz 7 [#196][#199]

Liebe Freunde,

ich habe meine Bände über Philabooks erworben zu dem oben genannten Preis.

Bei der Bestimmung des Portos zu Heinz' würde ich Dir folgen 10Parale. Eine Besonderheit besteht darin, dass bei Marinescu offensichtlich Unsicherheit über den Luftpostzuschlag bestand, denn in der Tabelle ist zur fraglichen Tarifperiode ~0,25 angegeben. Derartige Angaben finden sich gelegentlich in den Tabellen. Marinescu schreibt selbst, dass er nicht über lückenlose Quellen verfügt. Vielmehr wurden Tarife einiger Portoperioden und Versendungsarten auf Basis von gesichtetem Material ermittelt.

Sollte es in ein paar Jahren zu einer weiteren Auflage seines Werks kommen, so können wir damit rechnen, dass neue Forschungsergebnisse dort ihren Niederschlag gefunden haben werden. Das war ja auch schon der Fall zwischen der Auflage von 1993 und 2008.

Viele Grüße
Michael
 

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