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Thema: Ochsenköpfe aus Rumänien Fürstentum Moldau und aller Welt
Heinz 7 Am: 07.11.2016 23:36:11 Gelesen: 3078# 1 @  
Liebe Briefmarkenfreunde,

Ochsenköpfe sind für Rumänien-Philatelisten natürlich etwas ganz Besonderes. Die ersten 7 Briefmarken des Fürstentums Moldau zeigten alle einen Ochsenkopf:

1. Ausgabe 1858: 4 Werte zu 27, 54, 81 und 108 Parale
2. Ausgabe, auch 1858: 3 Werte zu 5, 40 und 80 Parale

Anbei die Michel Nr. 1



Diese Abbildung zeigt ein besonders schönes Exemplar, gestempelt, auf kleinem Briefstück. Diese Marke hat einen hohen Bekanntheitsgrad und zählt zu Recht zu den besten Briefmarken Europas. Dieses Stück wurde vor vielen Jahren einmal vom Auktionshaus "Ebel" angeboten.

Es gibt aber auch weitere Ochsenköpfe, die wir hier vielleicht uns gegenseitig etwas vorstellen können.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 07.11.2016 23:51:15 Gelesen: 3074# 2 @  
@ Heinz 7 [#1]

116 Jahre nachdem das Fürstentum Moldau einen Ochsenkopf als Briefmarkenmotiv zeigte wählte auch die Schweizer Post dieses Motiv. 1974 kam eine "Pro Patria"-Serie (4 Werte) heraus zum Thema "Archäologische Fundgegenstände" (wie 1973). Der 30 Rappen-Wert zeigt den Stierkopf von Martigny, ein berühmtes altes Fundstück aus den Ruinen des Amphitheaters Octodurus in Martigny. Dieses Kunstwerk stammt aus der Römerzeit!



Vor rund 40 Jahren war dieses Stück im Valerio-Museum in Sitten ausgestellt gewesen, heute ist es im Museum der Stiftung Gianadda in Martigny zu bewundern.

In den Schweizer Briefmarken-Katalogen wird diese Marke gelistet als W II 163 (Zumstein) oder als B 163 (Schweizer BMK des BM Händler-Verbandes). Bei Michel hat diese Marke die Nummer 1032.

Ein wunderschöner Ochsenkopf, auch wenn er nicht so berühmt ist wie die Ausgabe aus Rumänien!

Heinz
 
merkuria Am: 08.11.2016 10:45:44 Gelesen: 3024# 3 @  
Die kanadische Post verausgabte am 4. April 1955 eine Sonderausgabe zum Schutz und der Erhaltung der Tiere in freier Wildbahn (Mi Nr. 298). Gezeigt wird der Moschusochse [1] der heute zu den vom Aussterben bedrohten Tierarten gehört. Die weltweit noch vorhandene Population beträgt ca. 145‘000 Tiere.



Grüsse aus der Schweiz
Jacques

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Moschusochse
 
Heinz 7 Am: 08.11.2016 20:53:51 Gelesen: 2955# 4 @  
Nicht die Schweiz, sehr wohl aber ein Kanton der Schweiz hat in seinem Wappen auch einen Stierkopf, wie das alte Fürstentum Moldau (Auerochse). (Das Fürstentum Moldau schloss sich im XIX. Jahrhundert mit dem Fürstentum Walachei zusammen und wurde später Rumänien). Uri, einer der drei Gründerkantone der Schweiz (1291) trägt im Wappen den Stier.

Die Schweiz hat 1918 eine sehr schöne Briefmarke herausgegeben



Die Pro Juventute-Marke von 1918, 10 Rappen-Wert war eine der ersten Wohltätigkeitsmarken der Schweiz und trägt deshalb die Nummer W I 10 (Zumstein) bzw. J 10 (Schweizer BMK des BM Händler-Verbandes). Bei Michel ist diese Marke die Nr. 143. Die Briefmarke mit einer Nominale von 10 Rappen kostete 15 Rappen, 5 Rappen wurden dem Hilfswerk "Pro Juventute" vergütet.

Heinz
 
Heinz 7 Am: 08.11.2016 21:29:21 Gelesen: 2943# 5 @  
Einen weiteren Ochsenkopf zeigt uns Mecklenburg-Schwerin auf seinen Briefmarken 1856-1864.



Der 2-Schilling-Wert ist Michel Nr. 6a, die 1/4 Schilling Marke ist Michel Nr. 5, beide als Zusatzfrankatur auf 1 Schilling Umschlag U 9, verwendet in Wismar. Dies ist ein Ausschnitt eines kompletten Briefes, der sich in der Boker-Sammlung befand (Los 290 der 7. Boker Auktion = Köhler-Auktion 260 vom 19.3.1988).

Freundliche Grüsse aus der Schweiz
Heinz
 
merkuria Am: 09.11.2016 09:31:07 Gelesen: 2910# 6 @  
Die philippinische Post verausgabte am 10. Dezember 2008 eine Sonderausgabe anlässlich des bevorstehenden chinesischen Neujahrs 2009, das im Jahr des Ochsen/Büffels [1] steht (Mi Nr. 4164).



Grüsse aus der Schweiz
Jacques

[1] http://horoskop.chinanetz.info/bueffel-ochse/
 
Heinz 7 Am: 09.11.2016 14:23:01 Gelesen: 2883# 7 @  
Wie bereits erwähnt waren alle ersten 7 Briefmarken von Rumänien (bzw. vom Fürstentum Moldau) Marken mit Ochsenköpfen: 1. Serie: 4 Werte, 2. Serie: 3 Werte



Dies ist der höchste Wert der zweiten Serie: 80 Parale, Michel Nr. 7ay.

Diese schöne Marke wird zur Zeit angeboten von Spink Lugano. Text:

Rumania 1858, 80 parale red on yellowish white paper, excellent clear impression, margins varying from complete to ample, tied to piece by complete "Jassy/Moldova" c.d.s. and italic "Recepisse" handstamp, both in blue. Fine and scarce. Signed Heimbüchler. Mi. 7ay. Photo

Die Marke (der 2. Ausgabe) wurde ebenfalls im Hand-Einzeldruck hergestellt, so wie die Marken der 1. Ausgabe. Sie wurde sehr sauber gestempelt mit dem klassischen Zweikreisstempel "JASSY / MOLDOVA". Ein sehr schönes Stück

Freundliche Grüsse
Heinz
 
merkuria Am: 13.11.2016 09:41:52 Gelesen: 2808# 8 @  
Die griechische Post verausgabte am 29. Dezember 1958 eine Freimarkenausgabe mit antiker griechischer Kunst (Mi Nr. 689-695). Auf der 20 Lepta Wertstufe wird eine Vase aus Mykene in Gestalt eines Ochsenkopfes dargestellt (Mi Nr. 690)



Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
Heinz 7 Am: 13.11.2016 17:26:40 Gelesen: 2781# 9 @  
@ merkuria [#8]

Mehr als nur den Kopf zeigt uns die Freimarke Zumstein Nr. 789 / Michel Nr. 1461 von 1992: wir sehen eine halbe Kuh darauf. Aber ich denke, das passt zum Thema!



Diese Marke stammt aus der Serie der "Dauermarken" Tiere, welche 1990 mit dem 50 Rappen - Wert "Katzen" gestartet wurde.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 14.11.2016 19:10:24 Gelesen: 2738# 10 @  
@ Heinz 7 [#1]

Da bin ich ja mal gespannt, wie viel Ochsenköpfe wir hier zu Gesicht bekommen.

Mit den beiden hier abgebildeten Viererblocks wird der Übergang von der Haustiernutzung hin zur Mechanisierung in der Landwirtschaft dokumentiert. Der Ochse, der seit Urzeiten als Arbeitstier in der Landwirtschaft gedient hat, wird durch den Traktor ersetzt, aber nicht ganz.

März 1946, Bodenreform

Michel Nr. 977 - 2 Ochsen ziehen einen Erntewagen
Michel Nr. 978 - Ochsengespann und Traktor

Liebe Grüße

10Parale

   
 
merkuria Am: 16.11.2016 08:36:27 Gelesen: 2685# 11 @  
Die Schweizer Post verausgabte am 18. September 1961 eine Freimarkenausgabe mit hohen Werten (Mi Nr. 738-741). Auf der 10 Franken Wertstufe ist der Evangelist Lucas mit einem Stierkopf dargestellt (Mi Nr. 740) Als Motiv für alle vier Werte dienten geschnitzte Lindenholz-Skulpturen aus der St. Oswald Kirche in Zug. Sie stellen das Hauptwerk eines um 1470 in Zug tätigen Meisters dar und sind heute im Schweizer Landesmuseum in Zürich untergebracht.



Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
merkuria Am: 13.12.2016 09:13:16 Gelesen: 2507# 12 @  
Am 15. Dezember 1960 verausgabte Südkorea einen Sonderblock zum chinesischen Jahr des Ochsen (Mi Block 156). Gezeigt wird ein Knabe mit einem Ochsenkopf.



Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
10Parale Am: 13.12.2016 21:05:16 Gelesen: 2475# 13 @  
@ merkuria [#12]

Von den koreanischen Ochsenköpfen zurück zu den Ur-Ochsenköpfen, den legendären, den unerschwinglichen, siehe auch Heinz7 Beitrag [#1].

1. Ausgabe 1858: der 2.te Wert zu 54 Parale

Dies ist eine von den ungebrauchten 24 bei F. Heimbüchler (Die Ochsenköpfe der Moldau, Seite 300/1) gelisteten Exemplaren, und es soll das schönste sein (trotz eines leichten Buges im rechten Rand). Die Marke ist sehr breitrandig, das Papier blau auf blaugrünlich.

Am 3. Dezember 2006 kam es bei Feldman unter den Hammer, der Ausruf lag zwischen 20-30.000 EURO. Das Stück gehörte einst in die Sammlungen von Maurice Burrus und Tomasini.

Liebe Grüße

10Parale


 
Heinz 7 Am: 14.12.2016 22:40:11 Gelesen: 2419# 14 @  
@ 10Parale [#13]

Lieber Kollege,

dieses Extra-Stück hat auch einen Extra-Preis erzielt! Bei einem Katalogwert von ca. Euro 15'000 (?) (damals) kletterte der Zuschlag auf Euro 46'000! Zählt man die 18.5% Kommission dazu, musste der Käufer schwindelerregende Euro 54'510 hinblättern.



Es ist nicht völlig unüblich, dass "die besten" Luxusstücke manchmal den Katalogwert weit übertreffen (siehe z.B. Spitzenpreise für Basler Taube - Briefe), aber so hohe Resultate erregen sicherlich zu Recht hohe Aufmerksamkeit.

Die 54 Parale-Marke ist, gestempelt, noch einigermassen erschwinglich. Ungebrauchte Exemplare sind aber sehr selten. Darum sind hohe Preise dafür auch nicht ganz überraschend... Aber die Preise der 2006-DF-Auktion waren schon aussergewöhnlich hoch; das sollte man nicht als Massstab nehmen.

Liebe Grüsse
Heinz
 
merkuria Am: 16.12.2016 09:09:06 Gelesen: 2380# 15 @  
@ 10Parale [#13]

Bei solchen teuren Ochsen kann ich nicht mithalten, dafür ein billiges Ochsenpaar aus Afrika:



Am 8. Dezember 1930 verausgabte Madagaskar eine Freimarkenausgabe mit Eingeborenenbildern (Mi Nr. 180-202). Auf verschiedenen Wertstufen wird ein Bauer mit einem Gespann von Zebu-Ochsen gezeigt, hier die Abbildung der 5 Centimes (Mi Nr. 183)

Grüsse aus der Schweiz
Jacques
 
Heinz 7 Am: 16.12.2016 19:20:32 Gelesen: 2359# 16 @  
1991 kam die erste Briefmarke von Moldawien heraus. Ich zitiere Michel:

"Am 23.6.1990 wurde auf dem Territorium der vormaligen Moldauischen SSR die souveräne Republik Moldawien ausgerufen, die sich am 27. August 1991 für unabhängig vom sowjetischen Staatsverband erklärte."

Am 23. Juni 1991 wurde der 1. Jahrestag der Proklamation der Souveränität gefeiert mit den ersten drei Briefmarken von Moldawien.



Nr. 1 von Moldawien

Die recht primitive Zeichnung zeigt das Staatswappen, und darauf ist auch ein Ochsenkopf.

Moldawien darf nicht mit dem historischen Fürstentum Moldau verwechselt werden, das seit rund 150 Jahren zu Rumänien gehört.

Freundliche Grüsse
Heinz
 
10Parale Am: 18.06.2017 22:18:02 Gelesen: 938# 17 @  
@ Heinz 7 [#16]

Auf diesen USA-Marken erscheint der Kopf des Ochsen im Zeichen der Pionierarbeit:

Michel Nr. 594 - ein Pionier mit seinem Ochsenkarren am Red River.

Michel Nr. 570 - ein schwedischer Pionier bei der Besiedlung des mittleren Westens zieht einen zweispännigen Ochsenkarren.

Schönen Sonntag

10Parale


 
10Parale Am: 16.07.2017 19:00:02 Gelesen: 593# 18 @  
Heinz 7 hat uns in [#5] einen Briefausschnitt gezeigt mit dem Stierkopf der Marken aus Mecklenburg Schwerin.

Ich zeige hier noch eine Einzelmarke, die Michel Nr. 3, blau (meine Lieblingsfarbe), mit Stempel Wismar vom 18/11 - (ungeprüft).

Der Ochse ist, - wie alle wissen, ein kastrierter Stier, das Tier wird durch diese Maßnahme zahmer und arbeitssamer.

Liebe Grüße

10Parale


 
10Parale Am: 16.07.2017 21:08:05 Gelesen: 570# 19 @  
@ 10Parale [#18]

Der Ochsenkopf der Moldau ziert ein Stern zwischen den Hörnern (siehe [#1]). Das Motiv wurde in Anlehnung an das moldauische Wappen der Fürstengeschlechter gewählt. In Mecklenburg Schwerin erkenne ich auch etwas zwischen den Hörnern, was ist das?

Hier die Michel Nr. 1, sozusagen ein Stierquartett in einer gebrauchten Marke mit 3 Stempelausschnitten. (Schwerin ? Rostock ?).

Liebe Grüße

10Parale


 
Lars Boettger Am: 16.07.2017 23:07:11 Gelesen: 553# 20 @  
@ 10Parale [#19]

Bist Du sicher, dass die Marke(n) echt sind? Die Mi. Nr. 1 hat einen punktierten Grund, die Mi. Nr. 4 ist durchstochen. Deine Marken haben eine Ähnlichkeit mit der Mi. Nr. 4, aber das Markenbild weicht in Details ab.

Beste Grüße!

Lars



Bildquelle: http://www.philasearch.de
 
10Parale Am: 17.07.2017 08:40:51 Gelesen: 498# 21 @  
@ Lars Boettger [#20]

Natürlich bin ich nicht sicher, ob die Marken auch wirklich echt sind. Dies kann nur eine Prüfung sicherstellen.

Was mich beruhigt, ist die Tatsache, dass ich die Marken von einem französischen Händler an einem Dorfmarkt erstanden habe. Dieser hatte ein breitgefächertes Angebot und auf einer weiteren Seite bot er sogar den Sachsendreier für sage und schreibe 1.450,-- Euro an.

Würde vorschlagen, Richard kopiert das Thema hier aus in das zutreffendere Thema "Mecklenburg Schwerin Marken echt oder falsch".

Ich könnte nun der Allgemeinheit den Namen des Händlers preisgeben, denn die Marken befinden sich alle in einer Händlerkarte integriert. Das will ich aber nicht unbedingt tun, bitte um Verständnis.

Ich erkenne so etwas wie einen punktierten Hintergrund, aber auch auf dem Scan in #20 wird nicht ganz ersichtlich, ob die Marken einen punktierten Hintergrund haben. So weit erst mal, muss jetzt zur Arbeit.

Liebe Grüße

10Parale
 
mausbach1 Am: 17.07.2017 10:03:54 Gelesen: 484# 22 @  
@ 10Parale [#18]

Einfache Erklärung:

Ochse = Arbeiter - Stier/Bulle = Playboy
 
10Parale Am: 01.08.2017 22:11:51 Gelesen: 331# 23 @  
Ich zeige hier einen wohl sehr alten Ring, der nach Angabe des Vorbesitzers um die AD 1200 (Anno Domini) von einem Kreuzritter benutzt wurde. Der Ring ist sehr leicht (1,7 gr.) und aus Bronze. Es gibt eine Vielzahl von Ringen mit verschiedenen Motiven aus jener Zeit, so z.B. auch Löwen etc.

Was mir besonders auffällt, ist das Motiv mit dem Ochsenkopf und der Sonne zwischen den Hörnern. Dieser Ring könnte tatsächlich aus der Moldau stammen und von einem dortigen Ritter oder Landsmann benutzt worden sein. Das ist natürlich eine reine Vermutung.

Wer schon einmal Münzen aus der Zeit des Fürstentums Moldau gesehen hat, kennt das Motiv des Ochsenkopfes. Diese Münzen waren in lateinischer Sprache und zeugten vom Reichtum des Landes. Der Kopf des Auerochsen kommt auch auf alten moldauschen Wappen vor und die berühmten Ochsenköpfe sind eine Fortsetzung dieser heraldischen Tradition.

Natürlich könnte dies auch ein Zufall sein oder eine Fälschung. Selbstverständlich obliegt auch solch ein Objekt der Pflicht, es auf Authentizität und Echtheit zu prüfen. Mittlerweile wird ja neben Briefmarken und Münzen auch Schmuck und allerlei Antikes in Auktionskatalogen feil geboten. Deshalb hoffe ich auf Verständnis für diesen Ausflug in ein etwas anderes Gebiet.

Liebe Grüße

10Parale


 
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