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Thema: Kamerun: Echt gelaufene Belege
Das Thema hat 46 Beiträge:
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volkimal Am: 29.10.2017 13:33:02 Gelesen: 647# 22 @  
Hallo zusammen,

nette Briefe, die ihr hier zeigt. Ich habe eine Frage zu dem Stempel aus Garoua (deutsch: Garua):



In Garoua gibt es nach meinem Wissen keinen Ortsteil Chargts. Es fehlt zwar ein Punkt dahinter, aber ich vermute, dass es sich um die Abkürzung des Wortes Chargements = Fracht, Ladung handelt.

Hat jemand eine andere Erklärung?

Viele Grüße
Volkmar
 
Baber Am: 29.10.2017 13:49:22 Gelesen: 637# 23 @  
@ volkimal [#22]

Chargements = Fracht, Ladung handel

Hallo Volkmar,

Deine Vermutung klingt irgendwie logisch aber da das französische Wort "chargement" für Fracht, Aufladen usw. keine Mehrzahl kennt, dürfte es doch etwas anderes heißen.

Gruß
Bernd
 
volkimal Am: 29.10.2017 17:23:13 Gelesen: 616# 24 @  
@ Baber [#23]

Hallo Baber,

das wusste ich nicht. Meine Französischkenntnisse sind sehr dürftig. Der Google-Übersetzer hat nicht gemeckert, als ich "Chargements" eingegeben habe.

Mal sehen, ob jemand eine andere Idee hat.

Viele Grüße
Volkmar
 
sentawau Am: 30.10.2017 17:18:19 Gelesen: 577# 25 @  
@ Saguarojo [#13]

Ich kann noch einen Brief aus der ehemaligen deutschen Kolonie zeigen. Hier wurde in Duala kein Einschreibzettel, sondern ein Stempel verwendet.


 
zockerpeppi Am: 30.10.2017 17:28:00 Gelesen: 567# 26 @  
@ volkimal [#24]

Chargts steht meiner Meinung nach für 'Einschreiben'

beste Sammlergrüße
Lulu
 
volkimal Am: 30.10.2017 17:55:54 Gelesen: 559# 27 @  
@ zockerpeppi [#26]

Hallo Lulu,

im Französischen kenne ich das Einschreiben nur als "recommandée".

Von welchem Wort ist dann das "chargts" abgeleitet?

Viele Grüße
Volkmar
 
Mondorff Am: 30.10.2017 20:26:16 Gelesen: 542# 28 @  
@ volkimal [#27]

Vielleicht von Chargé, der vormaligen Bezeichnung für Einschreiben.

Die Sendungen konnten chargiert werden.

Hier einige Beispiele von dabei verwendeten Stempeln.





Freundlichen Gruß
DiDi
 
volkimal Am: 30.10.2017 21:08:57 Gelesen: 532# 29 @  
@ Mondorff [#28]

Hallo DiDi,

stimmt, die Chargé-Stempel hatte ich ganz vergessen. Mit "chargiert" wäre auch das "T" erklärt.

Dann fehlt nur noch eine Erklärung für das "S" am Ende.

Viele Grüße
Volkmar
 
zockerpeppi Am: 30.10.2017 21:49:36 Gelesen: 527# 30 @  
Das S ist für mich eindeutig die Mehrzahl.

Die Abteilung, welche die Wert- bzw Einschreibebriefe gehändelt hat, hatte ja nicht nur einen Beleg abzuarbeiten sondern viele.

Tschü

Lulu
 
volkimal Am: 30.10.2017 21:53:39 Gelesen: 524# 31 @  
@ zockerpeppi [#30]

Hallo Lulu,

danke für die Ergänzung!

Viele Grüße
Volkmar
 
Baber Am: 31.10.2017 08:57:16 Gelesen: 503# 32 @  
@ zockerpeppi [#30]

Hallo Lulu,

das Wort "chargiert" gibt es nur im Deutschen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass das französischsprachige Kamerun im Postverkehr ein deutsches Wort verwendet, da die internationale Postsprache ja Französisch ist bzw. war, denn neuerdings werden immer mehr englische Ausdrücke verwendet.

Die französische Verb wäre charger, aber da kommt in keiner Form ein "T" vor.

Der Zusatz im Poststempel CHARGTS muss eine andere Bedeutung haben.

Gruß
Bernd
 
GSFreak Am: 04.11.2017 11:40:19 Gelesen: 428# 33 @  
Hier ein Einschreiben-/Expressbrief von 1972 aus Yaounde an die Deutsche Bank in Köln:

Frankiert mit 7 Marken a 50 F (Mi.-Nr. 711 - teilweise dachziegelartig geklebt) und eine 40 F-Aufdruckmarke (Mi.-Nr. 709) = insgesamt 390 F Porto, entwertet YAOUNDE am 03.11.1972.

Ankunftstempel Köln: Handrollstempel KÖLN 1, UB by vom 06.11.1972 20 Uhr, um 21:30 Uhr am gleichen Tag erfolgte ein Zustellungsversuch, allerdings war da die Bank schon geschlossen (handschriftlicher Vermerk).

Eingangsstempel der Bank: 06.11.1972 09:17 Uhr, das Datum dürfte allerdings falsch eingestellt sein: es müsste sicherlich 07.11.1972 lauten.



Gruß Ulrich
 
Heinrich3 Am: 04.11.2017 16:27:59 Gelesen: 406# 34 @  
@ volkimal [#22]

Hallo Volkmar, hallo Baber,

in meinem großen Französisch-Buch lese ich, daß es den Ausdruck Bureau des chargements gibt. Dieses ist bei der Post für Wertsendungen zuständig. Da ja Kamerun früher kurz in deutscher Hand war, stelle ich mir vor, daß es dort auch Nachnahme-Sendungen gibt. Auch für diese ist eine derartige Stelle dann zuständig.

Schönes Wochenende wünscht
Heinrich
 
volkimal Am: 04.11.2017 18:04:21 Gelesen: 388# 35 @  
@ Heinrich3 [#34]

Hallo Heinrich,

herzlichen Dank! Dann lag ich mit meiner ersten Vermutung doch nicht verkehrt. Nur die Bedeutung hatte ich noch nicht richtig heraus.

Viele Grüße
Volkmar
 
zockerpeppi Am: 12.11.2017 19:59:15 Gelesen: 251# 36 @  
@ Baber [#32]

Dieses Wort gibt es durchaus auch im französischen, es hat zwar mehrere Bedeutungen u.a auch Fracht.

Aus meinem schon etwas in die Jahre gekommenen 'petit Robert':

2° remise à l'administration des postes d'un pli cacheté, en déclarant les valeurs qu'il contient
- paquet ainsi remis. Bureau des chargements



Lulu
 
zockerpeppi Am: 12.11.2017 20:07:04 Gelesen: 247# 37 @  
@ [#36]

Eigentlich wollte ich einen Beleg aus Cameroun nach Luxemburg zeigen:

Einschreiben aus Yaounde R.P. CAMEROUN 28.6.1974



beste Sammlergrüße
Lulu
 
Baber Am: 13.11.2017 09:31:56 Gelesen: 216# 38 @  
@ zockerpeppi [#36]

Hallo Lulu,

ich gebe mich geschlagen!

In meinem auch schon etwas älteren Worterbuch war die 2. Bedeutung nicht vermerkt, nur die erste und dort gibt es auch in Deinem Wörterbuch bei chargement keine Mehrzahl mit "S". Man lernt immer wieder dazu.

Gruß
Bernd
 
volkimal Am: 13.11.2017 10:57:28 Gelesen: 207# 39 @  
@ zockerpeppi [#36]

Hallo Lulu,

vielen Dank für diese Ergänzung.

Viele Grüße
Volkmar
 
zockerpeppi Am: 13.11.2017 21:29:29 Gelesen: 172# 40 @  
Einen Beleg hätte ich noch, allerdings mit vielen Fragezeichen.

Wieder ab Yaounde nach Luxemburg diesmal Poste restante. Absender CONTROLE DELEGUE DU FONDS EUROPEEN DE DEVELOPPEMENT EN REPUBLIQUE UNIE DU CAMEROUN Le Contrôleur Délégué.



Stempel Yaounde Depart Cameroun vom 24.12.1974. Frankiert à 70 fr. Einmal in Luxemburg angekommen wurden in Obercorn 3 fr dazu geklebt und am 30.12.74 auch entwertet.

Das Porto kann ich mangels Quellen nicht prüfen, auf den ersten Blick ist nicht ersichtlich, ob der Beleg unterfrankiert war. Mir kam daher nur eins in den Sinn: Eine Zusatztaxe für Poste restante? Doch ich konnte auf die Schnelle hierfür keinen Hinweis im Handbuch Tarife der Briefpost finden. Im Vergleich zu dem Einschreiben mit 230 F unter Post [#37] scheint die Frankatur mit 170 F verhältnismäßig billig zu sein. Könnte natürlich auch sein, dass der Absender Recht auf eine Portoermäßigung hatte (?).

Die Spezialisten hier im Thread haben sicherlich eine plausible Erklärung - ich kapituliere.

beste Sammlergrüße
Lulu
 
volkimal Am: 13.11.2017 22:08:04 Gelesen: 163# 41 @  
@ zockerpeppi [#40]

Hallo Lulu,

gib bei Delcampe.net einmal die Suchbegriffe "Poste restante Luxembourg" ein. Dort findest du mehrere postlagernde Sendungen aus dem Ausland nach Luxemburg mit zugeklebten Luxemburger Marken. Unter anderem diese:

http://www.delcampe.net/de/sammlerobjekte/briefmarken/luxemburg-abarten-kuriositaeten/luxemburg-luxembourg-poste-restante-taxe-1974-294910120.html

Dort wurden ebenfalls im Jahr 1974 die gleiche Gebühr von 3 Fr. Aufgeklebt. Du dürftest also mit einer Postlagergebühr richtig liegen.

Viele Grüße
Volkmar
 
Mondorff Am: 13.11.2017 22:42:06 Gelesen: 159# 42 @  
@ zockerpeppi [#40]
@ volkimal [#41]

Das gehört zwar nicht unbedingt zu diesem Thema, aber:

Da kannst Du in diesem Buch leider lange suchen Lulchen.

Wir, die Verfasser der Tarife der Briefpost in Luxemburg (2002) hatten die Nachportogebühren (wie auch die Postlagergebühren) nicht einfach vergessen, sondern, weil wir in den amtlichen Unterlagen, die uns zur Erstellung der Tabellen zur Verfügung standen, leider nur sehr unzureichende Informationen finden konnten, absichtlich weggelassen. Besser nichts wie nur Stücke, war unsere Überlegung.

Pardon allerseits
DiDi
 
zockerpeppi Am: 14.11.2017 19:41:37 Gelesen: 114# 43 @  
@ volkimal [#41]

Vielen Dank für deine Recherche.

@ Mondorff [#42]

Das war keine Kritik. Mir war als hätten wir diese Postrestante Taxe schon einmal (vor längerer Zeit) in einer Vereinsversammlung besprochen. Aber damals habe ich mich noch nicht sonderlich für solche Details interessiert, deshalb nun mein Griff zum Handbuch.

Tschü
Lulu
 
Michael Mallien Am: 17.11.2017 14:26:11 Gelesen: 66# 44 @  
In einem Briefeposten, den ich gerade bekommen habe, befinden sich auch vier Briefe aus Kamerun. Wie es der Zufall will erweisen sich diese Briefe als ein "Streifzug durch die Jahrzehnte" von den 1960er bis in die 1990er Jahre. Die Veränderung der Posttarife ist ebenso ablesbar, wie die Änderungen der Landesbezeichnungen auf den Marken.

1. Brief aus Garoua nach Paris, Frankreich vom 31.10.1960.
Landesbezeichnung auf der Marke: CAMEROUN
Tarif: 25 Franc



2. Brief aus Sangmelima nach Chaumont, Frankreich vom 22.12.1972.
Landesbezeichnung auf der Marke: REPUBLIQUE FEDERALE DU CAMEROUN
Tarif: 45 Franc



3. Brief aus Yaoundé nach Paris, Frankreich vom 16.??.1982.
Landesbezeichnung auf der Marke: REPUBLIQUE UNIE DU CAMEROUN
Tarif: 70 Franc



4. Brief aus Ngaoundere nach Paris, Frankreich vom 12.03.1990.
Landesbezeichnung auf der Marke: REPUBLIQUE DU CAMEROUN
Tarif: 100 Franc



Was mir bei diesen Briefen zum ersten mal auffällt ist, dass die Stempel nicht nur auf den Marken, sondern auch immer noch einmal separat abgeschlagen wurden. Das schien wohl Standard gewesen zu sein.

Viele Grüße
Michael
 
volkimal Am: 17.11.2017 18:43:11 Gelesen: 47# 45 @  
@ Michael Mallien [#44]

Hallo Michael,

du schreibst Was mir bei diesen Briefen zum ersten mal auffällt ist, dass die Stempel nicht nur auf den Marken, sondern auch immer noch einmal separat abgeschlagen wurden. Das schien wohl Standard gewesen zu sein.

Es war mir bisher nicht bewusst, dass das so häufig der Fall war, dass ein weiterer Stempel neben den Marken abgeschlagen worden ist. Ich habe meine Belege einmal daraufhin angesehen. Du hat eindeutig recht - es sind nur wenige Stücke, auf denen der Zusatzstempel fehlt. Das ganze war übrigens auch schon bei den meisten Belegen in der französischen Kolonialzeit in den 20-er Jahren der Fall!

Der große Vorteil ist, dass man so oft einen schönen Stempelabschlag hat, den man bei Philastempel einstellen kann.

Viele Grüße
Volkmar
 
Torsten Grunwald Am: 17.11.2017 19:02:27 Gelesen: 46# 46 @  
@ volkimal [#14]

Hallo Volkmar,

in dem Buch von Heinrich Türk über Einschreibezettel ist auch ein solcher Beleg abgebildet.

Gruß
Torsten
 

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