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Thema: Zweisprachige und mehrsprachige Stempel Weltweit ohne Deutschland und Italien
Das Thema hat 87 Beiträge:
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Journalist Am: 28.06.2017 17:47:40 Gelesen: 5626# 63 @  
@ volkimal [#61]

Hallo Volkmar und an alle anderen,

ergänzend zu Deinen Posting möchte ich hier auch einen zweisprachigen Absenderfreistempel oder sogar Postfreistempel zeigen:



Oben die Schrift dürfte arabisch sein, unten ist es französisch - Cassablanca - Centre de Tri (Briefzentrum)

viele Grüße Jürgen
 
jmh67 Am: 28.06.2017 18:30:32 Gelesen: 5620# 64 @  
@ Heinrich3 [#62]

Ohne jetzt Erbsen zählen zu wollen: Bei dem Stempel mit dem ungarischen Ortsnamen ist die "Erstsprache" wohl slowakisch. Bei den ukrainischen (manche sagen auch russinischen oder ruthenischen) Ortsnamen ist der lateinisch geschriebene Text "nur" die Umschrift des kyrillischen. Palanok und Sinovir hatten aber auch noch ungarische Namen (Palánka und Alsószinevér), Palanok obendrein noch einen (wenn auch wenig gebrauchten) deutschen (Plankendorf), aber dann hätten die Stempel wohl Übergröße haben müssen. ;-)

-jmh
 
volkimal Am: 21.08.2017 19:06:12 Gelesen: 4580# 65 @  
Hallo zusammen,

auf dieser Postkarte ist ein weiterer zweisprachiger Stempel aus Ceylon:



Der Ortsname Kandy ist außer in Englisch noch in Sinhala (Singhalesisch) angegeben: මහ නුවර

Viele Grüße
Volkmar
 
Heinrich3 Am: 21.08.2017 21:05:05 Gelesen: 4558# 66 @  
@ jmh67 [#64]

Diese von Dir aufgegriffene Unterscheidung "Zweisprachig oder zweischriftig" wurde im Beitrag [#15] als nicht klar trennbar angesehen und es hat bisher keinen Einwand gegeben - wer soll es festlegen? Die bisherigen Beiträge haben sicherlich manchem neues geboten, was bei mehrsprachigen Stempeln (davon hätten wir bedeutend weniger) eben nicht in dem Maße eingetreten wäre. Ich gebe zu, daß ich bei den Stempeln aus der Tschechoslowakei genauer hätte sein müssen.

Noch eine schöne Woche wünscht
Heinrich
 
Heinrich3 Am: 03.11.2017 10:09:53 Gelesen: 3244# 67 @  
Hallo,

dieses Thema ist eingeschlafen - schade. Also versuche ich es mit einem Stempel aus der Ukraine wieder zu beleben, als sie noch Teil der Sowjetunion war. Der Stempel zum 24. Kongress der KP der Ukraine 1971 hat links den Text in ukrainisch und rechts in russisch.

Für die jungen Mitglieder: KP = Kommunistische Partei



Schönes Wochenende wünscht
Heinrich
 
filunski Am: 15.11.2017 00:00:20 Gelesen: 2949# 68 @  
Hallo zusammen,

heute mal eine Sprachkombination die wir sicher noch nicht hatten und die man so schnell (noch zumindest) nicht wiederfindet

Die Sprachkombination ist Englisch/Maori, und wo kommt der wohl her?

Ja klar, aus Neuseeland:



Ein Ersttagssonderstempel zu einer Markenneuausgabe die Begriffe in Englisch und Maori (Te Reo Māori) [1] zeigt.



Te Reo Māori ist neben Englisch und Gebärdensprache in Neuseeland anerkannte Amtssprache.

Viele Grüße,
Peter

[1] https://www.tpk.govt.nz/en/whakamahia/te-reo-maori
 
volkimal Am: 26.11.2017 15:01:38 Gelesen: 2707# 69 @  
Hallo zusammen,

heute ein arabischer Stempel aus Aleppo (Syrien):



Frankreich erhielt 1919 das Völkerbundmandat für Syrien und Libanon und konnte seine Herrschaft in Syrien bis zum 17. April (Nationalfeiertag) 1946 aufrechterhalten konnte, als die Syrische Republik ausgerufen wurde. Geschichtlich bedingt sind die Stempel in Syrien in arabisch und französisch. Aleppo = حلب (arabisch) = Alep (französisch).

Ganz nett: es ist nicht nur ein zweisprachiger Stempel sondern gleichzeitig auch ein Schnapszahlstempel vom 7.7.77.

Viele Grüße
Volkmar
 
Journalist Am: 03.12.2017 13:05:28 Gelesen: 2556# 70 @  
Hallo an alle,

ich möchte hier heute einen zweisprachigen Stempel aus Oman (Muscat) vom dortigen Flughafen vorstellen:



Was oben in arabisch steht, kann ich leider nicht sagen, unten steht zumindest in englisch "Airport Heights".

Viele Grüße Jürgen
 
volkimal Am: 03.12.2017 14:18:21 Gelesen: 2552# 71 @  
@ Journalist [#70]

Hallo Jürgen,

das ist ganz einfach. Oben steht dasselbe auf arabisch: Airport Heights = مرتفعات المطار

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 15.12.2017 21:27:11 Gelesen: 2230# 72 @  
Hallo zusammen,

heute die Sprachkombination Chinesisch/Esperanto:



Eine Übersetzung der Texte und weitere Informationen findet ihr hier:

http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?PR=168474

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 21.12.2017 19:39:08 Gelesen: 1896# 73 @  
Hallo zusammen,

Die verschiedenen Schreibweisen von Pjöngjang

Bei Stempeln mit zwei Schriften stellt sich für mich immer wieder die große Frage danach, ob dort auch wirklich zwei Sprachen sind. Ich möchte das Problem einmal mit ein paar Stempel aus Pjöngjang, der Hauptstadt Nordkoreas erläutern.





Bei Wikipedia heißt es:

„Pjöngjang (koreanisch 평양 [pʰjʌ̹ŋja̠ŋ], MR P'yŏngyang, RR Pyeongyang, YR Phyeng.yang), auch Pjongjang, Pyongyang oder in der DDR Ph(j)öngjang geschrieben, ist die Hauptstadt der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) und liegt im Südwesten des Landes.“
Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Pj%C3%B6ngjang

Was steckt dahinter?
평양 = Koreanisch
P'yŏngyang = MR = McCune-Reischauer ist zusammen mit der revidierten Romanisierung und der Yale-Romanisierung eine der am meisten gebrauchten Umschriften für die koreanische Schrift.
Pyeongyang = RR = Die revidierte Romanisierung des Koreanischen ist seit dem Jahr 2000 die offizielle Umschrift für die koreanische Sprache in Südkorea. In dieser Funktion löste sie eine Umschrift ab, die auf der McCune-Reischauer basiert und von 1984 an gültig war.
Phyeng.yang = YR = Yale-Romanisierung bezeichnet vier an der Yale-Universität entwickelte Umschrift-Systeme für die ostasiatischen Sprachen Hochchinesisch, Kantonesisch, Koreanisch und Japanisch.
Pjongjang = Pjongjang ist eine alternative, näher an der Aussprache orientierte Schreibweise, wie sie beispielsweise die Neue Zürcher Zeitung verwendet.
Pyongyang = Pyongyang ist im englischsprachigen Raum üblich.
Ph(j)öngjang = Schreibweise in der DDR
 

Der erste Stempel ist eindeutig Koreanisch. Wie sieht es mit Nr. 2 und 3 aus – welche Sprache ist es? Der zweite Stempel erinnert an die Schreibweise von Pjöngjang nach der Yale-Romanisierung. Allerdings passt der erste Vokal im Stempel nicht („O“ statt „E“). Im dritten Stempel wurde die englischsprachigen Raum übliche Schreibweise Pyongyang verwendet – aber ist es wirklich Englisch oder ist „nur“ eine Transkriptionen des Koreanischen in die Lateinische Schrift?

Viele Grüße
Volkmar
 

jmh67 Am: 22.12.2017 07:22:22 Gelesen: 1876# 74 @  
@ volkimal [#73]

Die Sprache ist natürlich immer Koreanisch, nur die Wiedergabe ist jeweils eine andere, weil man sich lange nicht auf eine lateinische Umschrift einigen konnte. Da brauchen wir aber nur um die Ecke zu schauen: Wird zum Beispiel die ukrainische Währung nun lateinisch Griwna, Hriwna oder Hrivna geschrieben?

-jmh
 
volkimal Am: 07.01.2018 20:48:10 Gelesen: 1134# 75 @  
Hallo zusammen,

noch ein Beispiel zur Frage "mehrsprachig" oder "mehrschriftig":



Es ist ein Stempel von einem mobilen Postamt in Israel. Daher die Abbildung des Autos unten. Wenn man auf der Seite http://www.bait-tov.com/store/pic.php?ID=mc163-2 auf die Pfeile klickst siehst man noch mehr davon.

Auf dem Stempel siehst man drei Schriften: Die lateinische, hebräische und arabische Schrift. Jetzt kommt aber ein Problem, dass immer wieder bei Stempeln mit 2 Schriften auftaucht: Welche Sprachen sind es? Insbesondere was für eine Sprache ist „BI’QUA YERIHO“?

Oben steht: בקעת יריחו = Jericho-Tal (von rechts nach links lesen)

Die Stadt Jericho heißt
Jericho in Deutsch
Jericho in Englisch
Jéricho in Französisch

Im englischen Wikipedia findet man https://en.wikipedia.org/wiki/Jericho :
Jericho (/ˈdʒɛrɪkoʊ/; Arabic: أريحا‎ Arīḥā [ʔaˈriːħaː]; Hebrew: יְרִיחוֹ‎ Yeriḥo) is a city in the Palestinian Territories and is located near the Jordan River in the West Bank.

Yeriho ist also kein Englisch, sondern der hebräische Name der Stadt mit lateinischer Schrift geschrieben - es ist also eine Transkription. Beim Arabischen sieht man an der Lautschrift, dass es ein anderer Name sein muss. Demnach sind es eigentlich nur zwei Sprachen aber drei Schriften. Das Thema würde (glaube ich) zu lang, aber eigentlich wäre es günstiger wenn es heißt "Zweisprachige und mehrsprachige Stempel oder Stempel mit mehreren Schriften Weltweit ohne Deutschland und Italien"

Viele Grüße
Volkmar
 
EdgarR Am: 07.01.2018 23:57:11 Gelesen: 1104# 76 @  
Zwei- und mehrsprachige Stempel?

Diese kann man dort erwarten, wo eine Postverwaltung bzw. -gesellschaft in einer Nation tätig ist, wo es mehr als eine Amtssprache gibt.

Belgien (mit flämisch/niederländisch und wallonisch/französisch) ist ein bekannter Fall, Kanada mit französisch und englisch, Grönland mit dänisch und grönländisch, Finnland mit finnisch und schwedisch.

Allerdings treibt es nicht jedes Land mit mehreren Amstsprachen so weit: die Schweiz mit 3 bzw. 4 Amtssprachen tut es nicht (jedenfalls nicht mit den Stempeltexten, also den Ortsnamen, die sind stets nur in der lokal herrschenden der verschiedenen Amtssprachen). Luxemburg macht es ähnlich.

Ein interessanter Sonderfall ist die Post des Vatikan: Ort in der Regel in italienisch, aber vielen Stempeln die sonstigen Textinhalte auf Latein.
 
volkimal Am: 08.01.2018 20:55:17 Gelesen: 1015# 77 @  
@ EdgarR [#76]

Hallo EdgarR,

Du schreibst, dass man zweisprachige Stempel dort erwarten kann, wo es mehr als eine Amtssprache gibt. Das stimmt natürlich.

Ein anderer Fall sind aber Länder mit fremden Schriften. Hier zum Beispiel zwei Stempel aus Afghanistan, in dem die arabische Schrift verwendet wird.



Bei beiden Stempeln steht oben der arabische Name Kabuls = کابل . Beim ersten Stempel ist unten der Name der Stadt eindeutig in der französischen Schreibweise Kaboul. Beim zweiten Stempel ist es dagegen die englische Schreibweise Kabul. In Afghanistan gab es allerdings nie die Amtssprache Französisch oder Englisch. So weit ich es herausbekommen kann, stand Afghanistan aber eher unter britischem bzw. sowjetischen Einfluss als unter französischem Einfluss.

Weshalb dann der französische Name Kaboul im Stempel? Ich gehe davon aus, dass man neben der arabischen Schrift auch noch die lateinische Schrift verwenden wollte. So konnte man den Aufgabeort auch im Ausland lesen. Da Französisch die offizielle Postsprache ist, hat man bei Kabul zunächst den französischen Namen in den Stempel eingesetzt. Später verwendete man dann die englische Schreibweise. Obwohl der Name von کابل [ˈkɒːbul] dem Namen [ˈkɑːbʊl] sehr ähnlich klingt, gehe ich hier zumindest beim französischen Namen nicht von einer Transkription sondern tatsächlich von der zweiten Sprache - Französisch - aus. Beim englischen Namen könnte man darüber streiten.

Ich weiß nicht, ob auch kleinere Orte Stempel mit lateinischer Schrift hatten. Dort würde ich dann eher von einer Transkription als von Englisch oder Französisch reden.

Das Stempeldatum wurde außer in unserem auch noch nach dem iranischen Kalender angegeben. Weitere Informationen siehe http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=168385#M121 und die folgenden Beiträge

Viele Grüße
Volkmar
 
EdgarR Am: 09.01.2018 09:21:40 Gelesen: 921# 78 @  
@ volkimal [#77]

Hallo Volkmar,

bei Stempeln wie den von Dir gezeigten - also mit exotischen Schriften und aus der "guten alten Zeit" - habe ich den Verdacht, der Grund für die Transkription der Ortsnamen in lateinische Schrift, oder sogar die Doppelung der Ortsnamen ins französische oder englische, könnte vielleicht etwas mit Bestimmungen des Weltpostvereins zu tun haben? Wegen internationalem Briefverkehr und so?

Stutzig machte mich nämlich Dein Kabul-Stempel mit "KABOUL" - also auf französisch, der "Weltpostvereinssprache". Denn Afghanistan hat nun wirklich keinerlei Berührung mit französischem Kolonialwesen gehabt.

Es müsste doch festzustellen sein, ob es nicht zumindest vorzeiten einschlägige Bestimmungen des Weltpostvereins gab die derartiges vorsahen?

Phile Grüße
EdgarR
 
volkimal Am: 14.01.2018 10:27:14 Gelesen: 609# 79 @  
@ EdgarR [#78]

Hallo EdgarR,

die Frage Es müsste doch festzustellen sein, ob es nicht zumindest vorzeiten einschlägige Bestimmungen des Weltpostvereins gab die derartiges vorsahen? finde ich sehr interessant. Ich habe aber keine Ahnung, ob es solch eine Bestimmung gab. Vielleicht weiß ein anderes Philaseiten-Mitglied mehr dazu.

Viele Grüße
Volkmar
 
volkimal Am: 14.01.2018 10:31:06 Gelesen: 606# 80 @  
Hallo zusammen,

das Großfürstentum Finnland war seit 1809 ein mit einer weitgehenden inneren Autonomie ausgestatteter Teil des Russischen Reiches. Es entstand, nachdem das seit Jahrhunderten zu Schweden gehörende Finnland infolge mehrerer russisch-schwedischer Kriege an Russland abgetreten werden musste, und endete 1917 infolge der russischen Revolutionen in der Unabhängigkeit Finnlands.



Wie man an der Postkarte sieht, gab es in Finnland drei offizielle Sprachen: Schwedisch (links), Finnisch (rechts) und Russisch (unten). Auch die Stempel aus der Zeit um 1900 waren dreisprachig. Die drei Ortsnamen beim Stempel sind in derselben Reihenfolge angegeben. Als Beispiel zwei dieser Stempel auf einer finnischen Ganzsache von 1896. Aufgegeben wurde die Karte in Wyborg, das damals noch den alten deutschen Namen Wiborg hatte. Die Karte ging nach Helsinki, wo sie den zweiten dreisprachigen Stempel erhielt.



Der Stempel aus Wyborg hat den Stempeltext: * VIBORG B. * WIIPURIA S. * / ВЫБОРГЪ Ж. А. Um welche Sprachen handelt es sich?
Wyborg ist eine Stadt in der Oblast Leningrad in Russland. Sie liegt in der historischen Region Karelien zwischen Sankt Petersburg und der finnischen Grenze. In Karelien sprach man damals Karelisch. Die karelische Sprache gehört zum ostseefinnischen Zweig der finno-ugrischen Sprachen. Nach Wikipedia hat Wyborg folgende Namen:

deutsch: Wyborg, früher Wiborg, Wiburg (veraltet)
englisch: Vyborg
schwedisch: Viborg
finnisch: Viipuri
russisch: Выборг
 

Im Stempel aus Wyborg (laut Wikipedia eine Transkription des russischen Выборг) steht links der schwedische Name VIBORG und unten der russische Name ВЫБОРГЪ, rechts steht WIIPURIA. Das ist vermutlich eine alte finnische Schreibweise. Hinter dem Ortsnamen ist jeweils noch ein Zusatz.

Nun zum Ankunftsstempel aus Helsinki. Links steht der Schwedische Name HELSINGFORS, rechts der finnische Name HELSINKI. Aber was ist unten? Der russische Name der Stadt ist laut Wikipedia ХЕ́ЛЬСИНКИ, im Stempel steht aber ГЕЛЬСИНГФОРСЪ. Das soll laut Wikipedia eine Transkription des schwedischen Namens Helsingfors ins Kyrillische sein. Hat man hier wirklich eine Transkription benutzt, obwohl russisch doch eine der offiziellen Sprachen in Finnland war? Ortsnamen haben sich im Laufe der Zeit häufig verändert. Kann es sein, dass ГЕЛЬСИНГФОРСЪ ein früherer russischer Name von Helsinki ist. Ich weiß es nicht.

Viele Grüße
Volkmar
 

DERMZ Am: 14.01.2018 11:13:14 Gelesen: 599# 81 @  
@ volkimal [#80]

Hallo Volkmar,

ich bin nun wahrlich kein Russisch-Experte, aber ich meine mich an mein Schul-Russisch erinnern zu können, da dass Russische Alphabet kein "H" kennt, wird dieses entweder in ein "Х" oder ein "Г" transkribiert.

Ich glaube, heute wird eher das "X" - gesprochen wie "CH" - genutzt, das "Г" - gesprochen wie "G" - wird heute eher weniger genutzt.

Ob man damals eher den schwedischen oder den finnischen Namen transkribiert hat, entzieht sich aber meiner Kenntnis.

Viele Grüsse
Olaf
 
Heinrich3 Am: 14.01.2018 12:22:54 Gelesen: 580# 82 @  
@ volkimal [#80]

Hallo Volkmar,

auf Deine Frage: Kann es sein, dass ГЕЛЬСИНГФОРСЪ ein früherer russischer Name von Helsinki ist. Ich weiß es nicht.

ГЕЛЬСИНГФОРСЪ zurücktranskibiert lese ich Gelsingfors, was zusammen mit Olafs vorstehender Info eine reine Transkription des schwedischen Namens in Russische ergibt.

Schönen Sonntag von
Heinrich3
 
volkimal Am: 14.01.2018 14:08:51 Gelesen: 560# 83 @  
Hallo zusammen,

vorhin habe ich die beiden finnischen Stempel bei Philaseiten eingestellt. Dabei ist mir etwas aufgefallen. Da ich selbst keinen solchen Stempel besitze, zeige ich die Stempel von Heinrich3 bzw. Balat44 aus der Datenbank:





Nach dem Ende des Großfürstentums Finnland wurden die dreisprachigen Stempel aptiert. Der russische Ortsname wurde entfernt, so dass "nur noch" zweisprachige Stempel (Schwedisch/Finnisch) übrig blieben.

Viele Grüße
Volkmar
 
KaraBenNemsi Am: 14.01.2018 21:01:36 Gelesen: 485# 84 @  
@ volkimal [#80]

Hallo Volkmar,

seinerzeit hieß Helsinki auf Russisch Helsingfors, was tatsächlich nur eine Übernahme aus dem Schwedischen ist, denn der schwedische Einfluss war in Finnland zu russisch-zaristischer Zeit sehr groß und das Schwedische vorherrschende Sprache in Helsinki. Erst mit der Unabhängigkeit setzte sich im Russischen der finnische Name Helsinki durch.

So wird es ausdrücklich im russischen Wikipedia-Artikel zu Helsinki erklärt [1].

Viele Grüße

Carsten

[1]: https://ru.wikipedia.org/wiki/Хельсинки
 
volkimal Am: 14.01.2018 21:36:24 Gelesen: 477# 85 @  
@ KaraBenNemsi [#84]

Hallo Carsten,

dankeschön! Damit ist die Frage des russischen Namens geklärt.

Viele Grüße
Volkmar
 
Basalt44 Am: 18.01.2018 11:26:19 Gelesen: 177# 86 @  
Hallo Volkmar,

bedauerlicherweise ist Dir bei der Erklärung des Ortsnamens Wyborg ein kleiner Fehler unterlaufen. Die Abkürzungen hinter dem Ortsnamen ("B."= Bangård (schwedisch) bzw. "As."= Asema (finnisch)= BAHNHOF) weisen daraufhin, dass es sich hier um ein Bahnhofspostamt handelt.

Viele Grüße aus Berlin
Werner
 
volkimal Am: 18.01.2018 12:50:58 Gelesen: 164# 87 @  
@ Basalt44 [#86]

Hallo Werner,

sehr schön, dass Du den Fehler bemerkt und korrigiert hast. Mir fehlen einfach die Sprachkenntnisse. KaraBenNemsi hat die beiden kyrillischen Zeichen erklärt. Ich stelle deshalb den Stempel aus Wyborg noch einmal komplett vor.



Der Stempeltext ist: * VIBORG. B. * WIIPURI. As. * / ВЫБОРГЪ. Ж. А.
schwedisch: Viborg B. = Viborg Bangård
finnisch: Wiipuri As. = Wiipuri Asema
russisch: Выборгъ Ж. Д.

Der schwedische bzw. finnische Zusatz bedeutet jeweils Bahnhof. Die kyrillischen Zeichen Ж. Д. kommen von железная дорога (= Eisenbahn) oder Железнодорожная станция (= Bahnhof)

Es handelt sich also um ein Bahnhofspostamt.

Viele Grüße
Volkmar
 

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