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Thema: Bund Farbunterscheidung sinnvoll - Beispiel Mi. 455
umdhlebe Am: 21.08.2018 13:56:37 Gelesen: 2734# 1 @  
Bund Mi-Nr. 455: sinnvolle Farbunterscheidung?

Hallo,

anschließend an eine Diskussion über die Ursachen unterschiedlicher Gummiriffelungen und der Schwierigkeit diese zu erkennen, möchte ich diese mit einem Beispiel über Farbunterschiede im Michel-Spezialkatalog fortsetzen.

Dort findet sich beispielsweise beim Bund in der Freimarkenserie Deutsche Bauwerke von 1964/65 eine Unterscheidung von Mi-Nr. 455a "schwärzlichgrün" und 455b "schwarzolivgrün". Dem Katalog ist die Ursache zweifelsfrei zu entnehmen: Mi-Nr. 455a ist eine Rollenmarke, und Mi-Nr. 455b entstammt dem Markenheftchen Nr.10.

Meine Diskussionsfrage ist nun: Ist es sinnvoll, die Katalognotierungen 455a und 455b anhand eines Farbunterschiedes aufzuführen, der erst auf einem Scan mit 1200 dpi überhaupt erkennbar wird, zumal es sich um eine Doppelung handelt? Alle anderen Marken der Freimarkenserie Mi-Nr. 454-461 sind Rollenmarken. Das Markenheftchen 10, das entsprechende Markenheftchenblatt und der Markenheftchenbogen sind an entsprechender Stelle im Katalog separat aufgeführt.

Hier ein hochauflösender Scan: links das Markenheftchenblatt (Mi-Nr. 455b) und rechts zwei einzelne Rollenmarken (Mi-Nr. 455a). Der Farbunterschied lässt sich hier zumindest erahnen, entspricht aber nicht der Deutlichkeit der Farbtafeln 39-0-8 und 39-7-8 aus dem Michel-Farbenführer (38.Auflage).



Anders ausgedrückt: Die Marken 455a und 455b entstammen unterschiedlichen philatelistischen Erzeugnissen, die man deutlich voneinander unterscheiden kann und die daher auch sinnvoll an unterschiedlichen Stellen des Katalogs aufgeführt sind. Dann wird aber ein Kriterium dieses Unterschieds - der Farbton - das mit bloßem Auge unter der Tageslichtlampe kaum zu erkennen ist, zum Anlass genommen, um diesen Unterschied als 455a und 455b ein zweites Mal zu katalogisieren und mit dem eher fiktiven Michel-Preisunterschied von 0,50 zu 0,80 EUR auszuzeichnen. Das mag zwar im Interesse von Händlern sein, die neben dem Markenheftchen auch die Einzelmarken des Markenheftchens noch einmal absetzen können - aber ist es philatelistisch sinnvoll?

Meiner Auffassung nach ist dies eine Doppelung die gestrichen werden sollte.

Gruß,
umdhlebe
 
Henry Am: 21.08.2018 16:58:54 Gelesen: 2668# 2 @  
@ umdhlebe [#1]

Ich denke schon, dass es gut ist, Marken aus unterschiedlichen philatelistischen Erzeugnissen, die farblich unterscheidbar sind, als Einzelmarken im Katalog aufzuführen und auch zu bewerten, auch wenn die Bewertung hinterfragbar ist. Es gibt eben auch Sammler, die sich mit Einzelmarken begnügen und nicht Einheiten sammeln. Und da die Marken auch auf Belegen einzeln verklebt wurden, kommen sie eben auch auf dem Markt einzeln vor. Das gilt zumindest für die Variante gestempelt. Bei postfrisch kann man sich zwar der Meinung verschreiben, dass so gesammelt wird, wie erwerbbar. Also das, was einzeln gekauft werden kann, auch als Einzelmarke zu sammeln. Und was nur als Einheit abgegeben wird, wird auch nur als Einheit gesammelt. Aber das wollen halt nicht alle so handhaben, und somit gibt eben auch der Markt die unterschiedlichen Vorkommen her. Dass dies im Katalog dann an unterschiedlichen Stellen erscheint, entspricht der Kataloglogik.

Mit philastelistischem Gruß
Henry
 
jmh67 Am: 21.08.2018 21:17:26 Gelesen: 2605# 3 @  
Ich hoffte ja, dass man die beiden "Konfektionierungen" der Marke an der Zähnung auseinanderhalten könnte, indem bei den Rollenmarken die Schere senkrecht, bei den Heftchenmarken aber waagerecht zugeschlagen hat, aber das scheint hier nicht zu funktionieren. Bei britischen Marken geht es recht gut, aber was haben die Deutschen mit ihren Briefmarken angestellt, dass das so gerupft aussieht?

-jmh
 
Florian_Pietsch Am: 30.10.2023 12:03:10 Gelesen: 358# 4 @  
Die Farbunterscheidung ist sinnvoll, da so Rollenmarken ohne Nummer hinten drauf vom über eine Preiskatalogisierung mit erfasst werden. LG
 
opti53 Am: 30.10.2023 15:25:30 Gelesen: 303# 5 @  
@ Florian_Pietsch [#4]

Hallo Florian,

schön, dass Du das 5 Jahre alte Thema wieder aufwärmst. Die Katalogisierung ist hier allerdings tatsächlich etwas fragwürdig. Dabei geht es weniger um den (nicht ganz leicht zu erkennenden) Farbunterschied, als vielmehr um die Preisgestaltung.

Die 455 gibt es in Farbe a aus Bogen und Rollen, und in Farbe b aus Markenheftchen. Postfrisch wertet die Einzelmarke b mit -,80. Das waagerechte Paar in b wird mit 1,40 angegeben. Das MH-Blatt 16 hat gar nur einen Wert von 6,--. Wie passt das bitte zusammen? Man kann also Wertsteigerungen erzielen, wenn man waagerechte Paare oder Heftenblätter in Einzelmarken aufteilt.

Da hat wohl bei Michel jemand (mal wieder) nicht aufgepasst.

Viele Grüße

Thomas
 
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