Thema: Sind die Michel Kataloge zu teuer geworden ? Welche Alternativen gibt es ?
modirawatleng Am: 03.11.2020 15:35:28 Gelesen: 18874# 14@  
@ 22028 [#10]

Man kann auch seriös recherchieren und findet dann schnell heraus, dass der durchschnittliche Buchpreis von 9,30 € im Jahre 2004 auf 10,98 € im Jahre 2016 gestiegen ist. Das sind etwas mehr als 18 Prozent in zwölf Jahren.

Daraus ergibt sich, dass die Preissteigerungen der Kataloge des Schwanenberger Verlags exorbitant oberhalb derjenigen vergleichbarer Produkte liegen.

Verständlich ist, dass Philatelie-Firmen und Zubehör-Hersteller ihre Gewinnmargen angesichts sinkender Kundenzahlen sichern müssen. Aber es ist auffällig, dass die Strategien im deutschen Philatelie-Sektor sehr kundenunfreundlich und eigensinnig sind: Verlage fahren Hochpreis-Strategien, viele Alben-Hersteller ignorieren die Folienproblematik und zahlreiche Auktionshäuser bieten wider besseres Wissen Fälschungen und Verfälschungen an. Gleichzeitig werden Krokodilstränen über einen Niedergang der Philatelie vergossen, den man auf diese Weise selbst befeuert.

Eine Alternative für einen Katalog-Hersteller wäre beispielsweise eine Ausdifferenzierung des Angebots. Wer sammelt denn heute noch "Deutschland" oder auch nur "Deutschland Spezial ab 1945"?! Natürlich kann man seine Einnahmen steigern, indem man kleinere Kataloge mit genauerem Zuschnitt auf tatsächliche Sammelgebiete zu Preisen herausgibt, die sich für den Verlag und für die Käufer rechnen. Zumal durch geringere Preise für Kataloge mit genauerem Zuschnitt auch der Anreiz da ist, sich öfter und mehr Kataloge zuzulegen.

Das würde freilich Redaktionsarbeit erfordern, doch die beschränkt sich beim Schwanenberger Verlag weitestgehend auf das Hinzufügen von Neuausausgaben. Längst etablierte Erkenntnisse aus der philatelistischen Forschung fließen nur selten und sehr, sehr langsam in die Kataloge ein - wenn überhaupt.

modirawatleng
 
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