Thema: Deutsches Reich: Dauerserie Hindenburg
22028 Am: 31.12.2020 15:54:50 Gelesen: 66590# 215@  
@ Pete [#213]

Die Sendung, frankiert zu 25 Pf. (Deutsches Reich Mi-Nr. 471 oder 522), wurde im April 1934 in Moorburg aufgegeben und ging dort über das Postamt Harburg-Wilhelmsburg (heute beides Teile von Hamburg) nach Frankfurt (Main). Dort wurde am 25.04.1934 eine zollamtliche Sichtung der Sendung vorgenommen, der Brief geöffnet und wieder verschlossen. Am 02.05.1934 kam der Brief (scheinbar per Schiff) in Bagdad an und lief weiter bis zum Zielort Basrah im Irak (Ankunft am 03.05.1934).

Wenn der Brief am 23. April 1934 in Moorburg aufgegeben wurde und am 2. Mai in Baghdad ankam könnte es von der Brieflaufzeit hinkommen dass er mit der Overland Mail befördert wurde. Es ist zumindest kein Luftpostaufkleber auf dem Brief und Portozuschläge für die Overland Mail gab es zu der Zeit auch keine mehr.

Auszug aus Nachrichtenblatt des Reichspostministeriums vom 12 April 1929
Ausland. †) Nr. 146/1929. Briefbeförderung nach Irak (Mesopotamien) (Ia 2463 – 2 Pal.b). Den Zeitungen und Handelskammern ist folgendes mitgeteilt worden:

»In der Briefbeförderung nach Irak (Mesopotamien) tritt von Mitte April an eine erhebliche Verbesserung ein. Von diesem Zeitpunkt an werden Sendungen dahin nicht mehr über Bombay-Basra, sondern ausnahmslos über die nunmehr wöchentlich zweimal verkehrende Wüstenkraftpost Damaskus-Bagdad geleitet. Die DRP nimmt den bisher von den Absendern erhobenen besonderen Zuschlag für die auf diesem Wege beförderten nicht mehr in Anspruch. Auch die Unterbringung des Leitvermerks »By Overland Mail Haifa-Bagdad« ist in der Aufschrift der Sendungen ist künftig nicht mehr erforderlich. Durch die neue Leitweise erfährt der Briefverkehr nach Irak eine Beschleunigung von ungefähr 14 Tagen.«

Damit die Sendungen den Anschluss an die Dienstags und Freitags von Damaskus abgehende Wüstenkraftpost nach Bagdad erreichen, werden sie von den Leitstellen in Kartenschlüssen für Bagdad mit folgenden Gelegenheiten abgesandt.

Freitags über Brindisi-Alexandrien mit den Dampfern des Triester Lloyd,

Sonntags über Marseille-Alexandrien mit den Dampfern der Messageries Maritimes,

Dienstags mit dem Simplon Orient Expreß über Konstantinopel.

Zu den Verbindungen unter a und b sind die Sendungen den Leitstellen in Frankfurt (Main) (BPA 19) und München (BPA 1), zu der Verbindung unter c ausschließlich der Leitstelle in München (BPA 1) zuzuführen.

In der Postdampferliste für Mai wird die Änderung berücksichtigt werden [1].

Per Schiff kam er sicher nicht in Baghdad an da er in dem Fall, da der Brief nach Basrah adressiert ist, mit dem Schiff in Basrah angekommen wäre und dort sicher gleich verteilt worden wäre und nicht erst nach Baghdad ging.

Schade dass keine anderen Durchgangsstempel oder snstige Leiutwegvermerke auf dem Brief sind.

[1] https://fuchs-online.com/overlandmail/content/01/01_eastwards_Germany.htm
 
Quelle: www.philaseiten.de
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