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Thema: Moderne Postgeschichte: Internationales Remailing
Das Thema hat 177 Beiträge:
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DL8AAM Am: 07.11.2011 20:03:00 Gelesen: 344276# 78 @  
Hier ist heute eine Remailingsendung eingetrudelt, die mal wieder nicht so recht in meine bekannten Schemata passen will:



Deutscher Absender (Firma "Lyreco Deutschland GmbH", Lyreco-Straße 4, 30890 Barsinghausen) [bei Hannover] mit einer innerdeutschen Sendung ins ca. 100km südlich gelegene Göttingen mit einem "komischen", für mich vollkommen unbekannten Gebührbezahlt-Vermerk ("PPI") " P.P. / IMX / PRIORITY".

Auf die Schnelle finde ich nur eine Firmengruppe namens "IMX" ("IMX Ltd." aus Chessington in Surrey (England) [1]; "IMX Spain sl." aus Malaga [2] bzw. "IMX Italy SRL" aus Paderno Dugnano, Milano [3]). Ob diese hinter der Sendung (keine Werbung, sondern eine echte Rechnung) steht ist mir noch nicht ganz klar. Könnte aber passen, bietet IMX doch auf seiner Webseiten auch Dienstleistungen im Bereich "Direct Mail" an. Dort werden expliziet u.a. die Produkte " Examples of services include Mailsort (UK), Infopost (Germany), Bulk (USA), Publicorreo (Spain) ... " angeboten. Hierzu passt der PPI aber nicht? Der PPI selbst gibt nicht einmal das portoeinkassierende Land her! Woher stammt diese Sendung? Sollte die aus UK, Spanien oder Italien kommen, sähe der PPI doch auch vollkommen anders aus? Also schleusen die "irgendwo anders" ein, wo? PPI ohne Herkunftsland sind zumindest "sehr ungewöhnlich" bzw. überhaupt legal? Auch steht nirgendwo das Empfängerland, d.h. die Palette wurde von IMX (?) direkt nach DL geschafft (und der DPAG übergeben)? Es fehlt auch eine Rücksendeadresse aus dem Versandland ?

Wer weiss näheres? Der Beleg verwirrt mich doch etwas.

Gruß
Thomas

[1]: http://www.imx.co.uk/index.php/distribution/direct_mail
[2]: http://www.imxmail.com/en
[3]: http://www.imxitaly.it
 
DL8AAM Am: 14.11.2011 17:07:53 Gelesen: 343931# 79 @  
@ DL8AAM [#71]

Nun ist hier erneut eine Sendung aus Indien mit (Remailing-) PPI von "Pusat Mel & Kurier" (aka: Pusat Mel dan Kurie) aus Malaysia eingegangen. Der Absender ist nicht identisch mit dem in [#71] gezeigten, dafür aber mit den beiden aus Singapore stammenden aus [#76] (Kanzlei D.P. Ahuja & Co. aus Calcutta).



PPI "BAYARAN POS JELAS / POSTAGE PAID / PUSAT MEL & KURIER / MALAYSIA / PMK 0029" mit Rücksendeadresse "LOCKED BAG No. 0029, MM / Special Project Unit / Pusat Mel & Kurier / Pos Malaysia Berhad, Jalan KLIA S1 / 64000, KLIA / Malaysia".

KLIA steht für den Kuala Lumpur International Airport, "Pos Malaysia" steht für das malaysische Postunternehmen. Der Googleübersetzer gibt füt "BAYARAN POS JELAS" Postgebühren für (Express) bezahlt an, wobei für Express kein weiterer Hinweis auf den belegen auftaucht, deshalb wird das wohl ein Übersetzungsfehler sein.

Der in [#71] gezeigte malaysische PPI (Absender hier die Kanzlei "H K Acharya & Company" aus Ahmedabad, Indien) gibt übrigens die "PMK 0027" (PMK für Pusat Mel & Kurier) im PPI und in der Rücksendeadresse "LOCKED BAG No. 0027" an. Ich vermute deshalb, dass meine ursprüngliche Idee, dass es sich hier möglicherweise um eine "Kundenidentifikation" handelt, zutreffend sein könnte.

Auf jeden Fall hat sich damit wohl der direkte Zusammenhang der (Remailing-) PPIs aus Singapore und Malaysia nun bestätigt, und da die Lizenznummer "PP 1880" aus Singapore ([#50][#76]) von Alex [#72] dem Spring/TNT "System" zugeordnet wurde, mag vielleicht hinter dem malaysischen PMK-Dienst (zumindest als Partner) auch Spring/TNT als Remailing-Riese stehen? Hat jemand weitere Informationen oder Ideen? Alex?

Gruß
Thomas
 
DL8AAM Am: 14.11.2011 17:41:49 Gelesen: 343922# 80 @  
Und wenn's so schön ist, hier noch einer:

Sozusagen, mein erster moderner Beleg zum Thema "Deutsche Post in Südwestafrika" ;-)

DHL Namibia

Luftpost/Priority-Brief der Kanzlei "Dr Gerntholtz Inc." aus Cape Town/Kapstadt in Südafrika nach DL, versendet aus Namibia ["Powered by"] über NamPost (Namibia Post) & DHL Global Mail :



PPI "Postage Paid / Windhoek / Namibia" unter der Genehmigungsnummer ("Permit-No.") 1001 mit Rücksendeanschrift "Private Bag / 13276 / Windhoek / Nambia"



Gruß
Thomas
 
Pete Am: 25.01.2012 21:17:52 Gelesen: 339960# 81 @  
Nachfolgend ein älteres Exemplar von Remailing aus der Dominikanischen Republik. Die Briefmarke sieht man gelegentlich in Alle-Welt-Alben bzw. findet Ganzstücke (i.d.R. Ansichtskarten) in Wühlkisten. Neu war mir in diesem Fall die Einspeisung derartiger Sendungen in den internationalen Postverkehr bei der österreichischen Post.



Die zur Frankatur verwendete Briefmarke existiert in verschiedenen Varianten.

Gruß
Pete
 
DL8AAM Am: 03.04.2012 18:29:28 Gelesen: 336082# 82 @  
In den letzten Tagen sind hier ein paar Sendungen aus den USA eingetroffen, die beide eine deutsche Franktur, ein Remailing PPI "Entgelt-bezahlt"-Vermerk, tragen:



Sendung des Department of Business and Economic Development, Office of Tourism Development aus Baltimore, MA 21202. Frankiert per PPI "Deutsche Post / Entgelt bezahlt / 36272 Niederaula" mit Rücksendeadresse "Postfach 1020, 36243 Niederaula".



Ich vermute das hinter diesem Postfach die DPAG/DHL als Remailer steckt.
Ein möglicher Einlieferungsort wäre ein exterritoriales Postaustauschzentrum (Extraterritorial Exchange Offices "ETOE") der Deutschen Post in den USA. Diese ETOEs sind von UPU zugelassene IMPCs (International Mail Processing Centre). Hier können Postsendungen bereits im Ausland bearbeitet und ausgetauscht werden.

Absender mit Sitz z.B. in den USA können hier Sendungen über die Post von z.B. Surinam einliefern. Diese Sendungen erhalten dann bereits in den USA, da dessen ETOE völkerrechtlich gesehen surinamesisches Postgebiet ist, eine surinamesische Franktur bevor sie an ihren Empfänger in Deutschland weiterversendet werden, d.h. so ein Brief mit "Entgelt bezahlt in Paramaribo" hat nie auch nur den südamerikanischen Kontinent am Horizont auftauchen sehen. Siehe [#22], nur das hier der Absender in Kanada sass.

Laut dem International Postal Remailing Newsletter Nr. 28 (Februar 2010) gibt es alleine in den USA 26 dieser exterritorialen Postzentren, aufgeführt werden dort als Betreiber Posten AB (Schweden), Royal Mail Great Britain, Swiss Post, Deutsche Post AG, TNT Post (Niederlande) und La Poste (Frankreich) sowie die Postdienstleiter von New Zealand, Surinam & der Vereinigten Arabischen Emirate. Die deutsche Post besitzt gleich drei dieser ETOE in den USA: Los Angeles, CA; Miami, FL und Chicago, IL.

Eine "dumme Frage", könnte man diese Sendungen statt mit Gebührbezahlt-Labeln auch mit deutschen Briefmarken frankieren? Gibt es hier einen "deutschen Briefkasten"? Wenn ja, was für Poststempel führen diese Zentren? Niederaula?

Ich vermute, da der oben gezeigte Brief zwar eine deutsche Franktur aufweist aber einen Handrollenstempel für eine zolltechnische Befreiung aus Niederaula erhielt, dass diese Sendung über so ein deutsches ETOE in den USA lief, dort frankiert wurde und bereits ab hier als "deutsche Einzelpostsendung" gilt. Normale Briefe aus DL erfahren ja sonst nicht diesen Stempel, auch würde ich ausschließen, dass nicht frankierte Dinge aus den USA, die ja als normale Fracht in DL eintreffen, entsprechend als (Einzel-) Postsendung gehandelt würden, oder ?



Zollstempel: "Von zollamtlicher Behandlung befreit // Deutsche Post AG // NL Internationale Produktion BRIEF // Bearbeitungsstelle 36272 Niederaula"

Hier eine weitere, zeitgleich eintroffene Sendung:



Absender "Virginia Tourism Corporation" aus Richmond, VA 23219 mit identischen PPI und auxiliary markings.

Der eigentliche Grund weshalb ich aber diese beiden Belege hier zeigen wollte, ist das mir bisher vollkommen unbekannte runde Label:



"CCSF / EWR.C.07.12.2010.706 / CARGO".

CCSF sollte für "Certified Cargo Screening Facilities", das sind speziell zertifizierte Einrichtungen, die Luftfracht hinsichtlich ihrer Sicherheit sichtet bzw. durchleuchtet, z.B. um zu verhindern das Briefbomben in den Frachtraum eines Flugzeugs geraten können. Aus diesem Grund würde ich stark vermuten, dass das Label in den USA auf den Umschlag geklebt wurde. EWR könnte dann für eine CCSF beim Newark Liberty International Airport (IATA-Kenner "EWR") in New Jersey stehen? Hat hierzu jemand weitere Informationen?

Gruß
Thomas
 
DL8AAM Am: 20.04.2012 14:33:23 Gelesen: 335328# 83 @  
@ DL8AAM [#61]
@ Pete [#62]

Ein weiteres Beispiel für ein Remailing aus dem Touristiksektor und frankiert vom FRANKIERSERVICE der DPAG mit Rücksendeadresse ( En cas de non remise prière de retourner à) "Postfach 3001, 36243 Niederaula", hier - im Gegensatz zu den in [#61] gezeigten drei österreichischen Absendern - nun aus Italien:



ABB-Remailing [IT-DE-DE] frankiert durch den FRANKIERSERVICE eines (mir) unbekannten Briefzentrums durch das Neopost-Gerät 1D05001011 am 19.04.2012 (Briefkopf 17.04./Eingang 20.04.). Absender "Tourismusverband Eisacktal, Großer Graben 26a, 39042 Brixen-Bressanone, Südtirol/Italien". Mit Vorausverfügung "Falls unzustellbar bitte entsorgen".

@ DirkMHoffmann [#64] " die Sendungen kommen aus Wien" und [#65]

" Kurz zu der Geschichte mit der Österreich Werbung. Spring arbeitet für diesen Kunden und verpackt die Sendungen in der Niederlassung in Wien und übergibt sie zur Zustellung in Deutschland an die Deutsche Post. Die Frankatur in Niederaula, das deutsche Auswechselpostamt der DPAG, deutet darauf hin, dass dies eine Sendung ist, die aus dem Ausland kommt".

Scheinbar steckt also Spring/TNT hinter diesen Mailings und die Brixener orientieren sich (nicht nur) für ihre Werbesendungen wohl eher nach Wien als nach Rom ;-) Steht das Frankiergerät dann also beim IPZ Niederaula oder ggf. sogar bei einem Extraterritorial Exchange Office/ETOE der DPAG in Österreich? Betreibt die DPAG so eines in AT?

Nur warum nutzt TNT für die Zustellung dieser Sendungen die Konkurrenz DPAG/DHL statt das eigene Privatpostnetzwerk in Deutschland? Vielleicht: Wenn TNT/Spring bereits in Wien direkt der DPAG/DHL Global Mail (über ein UPU-ETOE) übergeben könnte, dann würden die sich den eigenen Transport nach DL sparen...
Die exakten ("Direct Mail") Abläufe über diese ETOE sind mir im Einzelnen noch nicht ganz genau klar. Wer liefert wo ein und wer tauscht mit wem wo aus? [1] schreibt " ETOE’s are usually seen as competing with the local postal administration", dass könnte heissen, dass TNT/Spring die Sendungen bereits an ein (falls verhanden) exterritoriales Postamt der DPAG in Österreich übergeben könnte. Gemäß UPU [2] erlaubt Österreich die Errichtung von ETOE auf seinem Staatsgebiet.

Gruß
Thomas

[1]: http://blog.internationalmail.com/2009/03/03/what-is-an-extraterritorial-office-of-exchange-etoe
[2]: http://www.upu.int/nc/en/activities/general-policy-issues/regulatory-issues/extraterritorial-offices-of-exchange.html?download=resultRegulatoryIssuesResponsesToTheEtoeSurveyEn.pdf
 
DL8AAM Am: 25.04.2012 16:05:43 Gelesen: 335141# 84 @  
@ DL8AAM [#83]

Nachsatz: Inzwischen liegt mir eine Sendung des "Tourismusverband Großarltal" (5611 Großarl 1, Österreich), ebenfalls frankiert mit dem Gerät 1D05001011 des DPAG-Frankierservice (im IPZ Niederaula? oder im DPAG-ETOE in Wien?), vom 24.04.2012 vor. Das heisst die Remailingkette aus [#82] lautet eigentlich vollständig "Italien-Österreich-Deutschland". Die Frage ist nun, ob Spring/TNT in Italien selbst die Sendungen einsammelt und dann nach Österreich schafft, um sie letztendlich in Wien an die DPAG zu übergeben - oder ob zwischen Spring/TNT ein weiterer Dienstleister spezialisiert auf den Touristiksektor im Alpenland zwischengeschaltet ist. How?
 
DL8AAM Am: 27.04.2012 15:23:10 Gelesen: 335069# 85 @  
@ DL8AAM [#70]

Heute kam hier wieder eine Sendung vom Absender LULU Service Expeditions in 53100 Mayenne (Frankreich) [laut beiliegenden Lieferschein "Lulu.com, Raleigh, NC 27607, USA] "shipped via UPS Mail Logic Economy" mit belgischer Franktur an. In diesem Fall trägt der PPI (Entgeltbezahlt-Vermerk) zwar wieder die gleiche Rü cksendeadresse ("Postfach 4457, 1934 Brüssel-Flughafen") aber eine abweichende Lizenznummer: " BPI/200" (statt "BPI/4457").



PPI "P.B. - P.P. / Belgique - Belgïe / BPI200" mit Vorausverfügung "If undelivered please return / to PO BOX 4457 / 1934 BRUSSELS AIRPORT BELGIUM".

Ist inzwischen bekannt, wer hinter diesen "via Belgien"-Remailing steckt?

Die Frage ist, ob der PPI wirklich in Belgien oder "sonstwo" auf der Sendung angebracht wurde, steht doch dort "Belgïe" statt "België". Bei einer belgischen Herkunft könnte man erwarten das der "Doppelpunkt" korrekt auf dem e und nicht auf dem i landet ;-) Im Beispiel [#70] konnte das Sonderzeichen i überhaupt nicht gesetzt werden, dort ist "Belg e" eingedruckt. Das alles spricht eher nicht für eine belgischen Eigenverwendung.

Gruß
Thomas
 
DL8AAM Am: 07.05.2012 19:41:10 Gelesen: 334686# 86 @  
@ DL8AAM [#78]

Deutscher Absender (Firma "Lyreco Deutschland GmbH", Lyreco-Straße 4, 30890 Barsinghausen) [bei Hannover] mit einer innerdeutschen Sendung ... mit einem "komischen", für mich vollkommen unbekannten Gebührbezahlt-Vermerk ("PPI") " P.P. / IMX / PRIORITY".

Das war keine Eintagsfliege. Heute kam vom gleichem Absender erneut eine Sendung mit identischem PPI.

Ich hatte seinerzeit mal per Email bei IMX angefragt, leider kam bis auf
I suspect this PPI originated out of our Paris office (or possibly German office - thro Paris or Amsterdam). keine weitere erhellende Information.

Weiss jemand aus der Liste etwa mehr?

Gruß
Thomas
 
Baber Am: 22.09.2012 18:35:49 Gelesen: 327587# 87 @  
Hier das Beispiel eines "nationalen" Remailings

Als die DDR noch formal existierte, wollte ich anläßlich eines Besuches die unterschiedlichen Auslandsgebühren ausnutzen und habe diesen Brief für 35 Pfg statt 70 Pfg nach England aufgegeben. Leider hatte ich mich in der englischen Postleitzahl verschrieben, so dass der Brief nicht zugestellt werden konnte. Er ging zurück in die DDR, wurde dort zur Feststellung des Absenders geöffnet und dann mir wieder in München zugestellt. Außer Spesen nichts gewesen.





Gruß
Baber
 
DL8AAM Am: 25.09.2012 13:18:39 Gelesen: 327410# 88 @  
@ Baber [#87]

Baber, ein schöner Beleg und um Klassen schöner anzusehen, als die gewerblichen modernen Remailings. Ich hatte heute übrigens gleich zwei davon in unseren täglichen Werbeflut gefunden. ;-)



Ausschnitt (mit sämtlichen Angaben) aus einem C5-Umschlag: ABC-Remailing; Absender ist "der daberer - das biohotel" in 9635 St. Daniel, Kärnten (Österreich), versendet über die Schweizer Post SPI (Swiss Post International) nach Deutschland. Economy-Frankiervermerk "P.P. Swiss Post CH 8010 Zürich Müllingen" (P.P. = Postage Paid) und Rücksendeadresse "Exchange Office SPI AT 8010 Zürich Müllingen". Auch hier ist das Ursprungsland der Sendung erkennbar. Ein Exchange Office ist im Prinzip nur ein neues Wort für ein Auswechslungsamt, SPI steht wieder für die Swiss Post International und AT für Austria/Österreich.

Und wenn wir schon einmal dabei sind, ähnlich aber doch anders:



Ausschnitt aus einem A4 Vorblatt (Prospekt unter Platikhülle): ABB-Remailing; Absender ist die "Altenmarkt-Zauchensee Tourismus" in 5541 Altenmarkt-Zauchensee im Salzburger Land (Österreich), versendet als INFOPOST direkt über die DPAG, mit der Infopostwelle als einzigem Frankiervermerk. Der 2D-Matrixcode dient hier nur der Steuerung für das Zusatzprodukt PREMIUMADRESS und beinhaltet keine Angaben zum Frankierwert, d.h. es liegt keinerlei versteckte AFS-Eigenschaft vor [1].

Ausgelesen finden sich lediglich die folgende Informationen im 2D-Matrixcode:

Ergebnis: DEA##/ðé#&¸Aª##
Post-Unternehmen: DEA
Frankierart: 28
Herausgeber: 5099284760
Produktschlüssel: 9912 (Variante Premiumadress: RETOURE)
Erstellungsdatum: 17.06.2010
PremiumadressID: 1

Übrigens, auch in der aktuellen Version 27 der "Produktliste PREMIUMADRESS" vom 01.07.2012 [2] erscheint der oben kodierte Produktschlüssel 9912 nicht. Bei dem hier aufgeführten Datum 17.06.2010 handelt es sich nicht um das Versanddatum, sondern um das Datum der erstmaligen Erstellung dieses vereinfachten Standard-PREMIUMADRESS-2D-Matrixcodes (für diesen Kunden), auf postdeutsch "PREMIUMADRESS-Label" genannt [3].

Etwas unklar ist für mich in diesem speziellen Fall die vom Kunden gewählte PREMIUMADRESS-Variante RETOURE, d.h. bei Unzustellbarkeit wird die Sendung physisch an den Absender zurückgesendet. Es findet sich aber nur eine österreichische Rücksendeadresse auf dem Beleg. Werden etwa INFOPOST-Sendungen nun auch in das Ausland retourniert? Ich meine gelesen zu haben, dass unzustellbare Sendungen grundsätzlich nur in das Land der Franktur, d.h. hier Deutschland, zurückgeschickt werden? Deshalb sieht man bei Remailingsendungen aus Drittländern beim ABB- oder ABC-Remailing, die über die DPAG versendet werden, diese "Deck- bzw. Sammelpostfächer" beim IPZ in Niederaula. Oder steckt hier im 2D-Matrixcode, ggf. unter der Herausgeber-Kennung, eine spezielle Rücksendesteuerung? Die Sendungen gehen womöglich an eine Sammeladresse der DPAG in Dtld. und werden dort gesondert behandelt?

Hat hier jemand nähere Informationen?

Gruß
Thomas

[1]: "Deutsche Post Infopost Zusatzleistung / Frankiervermerk ZL" - http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=48705
[2]: http://www.deutschepost.de//mlm.nf/dpag/images/p/premiumadress/premiumadress_neu/produktliste_premiumadress_27.pdf
[3]: http://www.philaseiten.de/up/781551/7/9/3b91853b_h.jpeg
 
Pommes Am: 20.10.2012 21:13:54 Gelesen: 326025# 89 @  
Ich habe mir gerade das Thema mal durchgelesen, da schwirrt einem ja der Kopf.

Obwohl so aktuell, dennoch so geheimnisvoll - viel Spaß beim forschen!

Etwas ansatzweise Ähnliches wurde in [#58] gezeigt. Wenn ich alles richtig verstanden habe ein ABC-Remailing aus Deutschland über Malta nach den Niederlanden - vielleicht bringt dieser Beleg Euch ein wenig weiter.



Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
 
DL8AAM Am: 16.11.2012 16:22:05 Gelesen: 324719# 90 @  
@ DL8AAM [#83]

Hier ein internationales Remailing, dass ebenfalls aus dem Tourismussektor Österreich stammt, wobei ich hier eher an TNT/PostCon als 'Verantwortlichen' denke. Diese Form erinnert mich stark an die FRANKIERSERVICE Belege der "Österreich Werbung" aus dem Umfeld der DPAG/DHL in Wien.



Da der C4-Umschlag selbst sonst keine zeigenswerten Vermerke trägt, habe ich mich auf die Franktur beschränkt:

Sendung des Hotels "Superior Moar-Gut" aus 5611 Großarl im Salzburger Land. FRANKIT-Franktur (Gerät " 1D05000400"), für österreichische Werbesendung dieser Art schon fast typischerweise "auf der Rückseite direkt über die Verschlußlasche" vom 15.11.2012, konsoldiert über PostCon "K4031". Im Kundenklischee findet sich lediglich ein Querstrich.

Von diesem Gerät liegt mir ein weiterer Abschlag - ebenso nur mit dem Querstrich im Kundenklischee und konsolidert über K4031 - eines österreichischen Absenders vor: Europäisches Patentamt, 1031 Wien.

Scheinbar kommt dieses Neopostgerät grundsätzlich (nur?) auf aus Österreich stammenden Sendungen, die bei der DPAG eingeliefert werden, vor.

Meine Fragen sind a) Wer ist der Betreiber? Wahrscheinlich TNT? und b) Standort? Vielleicht eine TNT-Niederlassung in Österreich? Möglicherweise werden diese derart vorfrankierten (?) Sendungen von der TNT (?) Niederlassung in Österreich nach Deutschland geschafft und hier dann UPU-versendet? Oder die Frankierung passiert erst in einer TNT/PostCon (?) Niederlassung in Deutschland?

Weiss hierzu jemand näheres? Hat jemand weitere Belege dieses Geräts? Auch von Nichtösterreichischen Absendern? Vielleicht sogar konsolidierte Sendungen mit deutschem "Service-Center"-Kundenklischee (von TNT/PostCon) FRANKITs?

Gruß
Thomas
 
Pommes Am: 16.11.2012 18:21:48 Gelesen: 324706# 91 @  
@ DL8AAM [#90]

Hallo Thomas,

viele Fragen und ich habe auch nur auf eine einzige eine Antwort (Hat jemand weitere Belege dieses Geräts?) und diese dürfte Dich vermutlich auch nicht viel weiter bringen, aber dennoch möchte ich das Bild zeigen.

Dieselbe Maschine 1D05000400 wie bei Dir, aber mit zwei Punkten, statt des Schrägstrichs. Leider habe ich nur den Festerumschlag und kann daher nicht einmal sagen, ob der Umschlag in dieses Thema passt. Es gibt da noch zahlreiche weitere Punkte, Striche oder Buchstaben anstelle des Werbeklischees und auch Kombinationen davon mit Punkten und Werbeklischee, aber ob die hier ins Thema gehören? Einen weiteren möchte ich aber noch zeigen.

Ein anderes Gerät aber der gleiche waagerechte Doppelpunkt mit der Kennung 1D10001055. Den hast Du wiederum mit Querstrich statt Punkten ja auch schon in der Datenbank verewigt (http://www.philastempel.de/stempel/zeigen/11076 ) auch dabei scheint es sich ja um Internationales Remailing zu handeln. What ever, hier sind die beiden:



Ach so und auch hier wurde alles über K4031 konsolidiert.

Mit den besten Sammlergrüßen
Thomas
 
DL8AAM Am: 16.11.2012 19:25:28 Gelesen: 324695# 92 @  
@ Pommes [#91]

Thomas,

besten Dank für das schnelle Feedback. Scheinbar haben wir hier wirklich eine Art von Remailing "Netzwerk" um TNT/PostCon vor uns. Ja, warum auch nicht, TNT ist ja einer der ganz großen weltweit aktiven Player in diesem Geschäft. In den beschrieben Fällen um "Österreich Werbung" handelt es sich dabei offentlichtlich um die Remailingvariante "Direct Mail".

Neben der DPAG/DHL und TNT/PostCon setzt "Österreich Werbung" auch auf ein Remailing über deutsche Privatpostdienstleister, hier ein Beispiel:



Prospektversand unter Hülle des Absenders "Österreich Werbung - Austrian National Tourist Office" aus 1043 Wien vom 11.09.2012, zugestellt durch die CITIPOST Göttingen ("ma 3772") am 17.09.2012, eingeschleust in das deutsche Privatpostaustauschnetz über "MB mail & service GmbH + Co. KG" aus 74372 Sersheim an die BWPost aus Stuttgart ("ma 7031") am 13.09.2012. Der Sprung Wien > Sersheim ist leider auf der Sendung nicht direkt dokumentiert, ...



... aber 'MB mail & service' wirbt auf seiner Webseite [1] selbst zumindest auch für internationale Mailings, Zitat " Brief- und Mailingversand weltweit im Premium oder Economy Service: Ob für Mailings, Ihren Briefversand, Broschüren, Zeitschriften, Magazine oder Pakete. Wir finden die beste Lösung für Ihren internationalen Postversand. In Kooperation mit weltweit aufgestellten Partnern bietet unser internationales Zustellnetzwerk eine Vielzahl von innovativen Möglichkeiten für Ihre Geschäftskorrespondenz." Scheinbar haben wir hier einen Beleg aus diesem Netzwerk vor uns.

Bemerkenswert ist, dass die CITIPOST Göttingen die Sendungsnummer der BWPost Stuttgart für ihr eigenes Label übernommen hat, obwohl es sich dabei (wohl?) nicht um eine codX UPOC-Mandantenkennung handelt, zumindest ist mir "7228" nicht also solche erkennbar.

Gruß
Thomas

[1]: http://www.mailundservice.de/international.html
 
Pete Am: 17.11.2012 13:13:26 Gelesen: 324654# 93 @  
@ DL8AAM [#92]

Ein weiterer Beleg der "MB mail & service GmbH + Co. KG" wurde vor einiger Zeit hier im Forum gezeigt: http://www.philaseiten.de/cgi-bin/index.pl?ME=52221#M22

Gruß
Pete
 
Nachtreter Am: 17.11.2012 14:57:22 Gelesen: 324643# 94 @  
@ DL8AAM [#92]

TNT ist direkt an der BW-Post beteiligt, seit sie ihr Zentrum in Fellbach für die eigene Verteilung/Zustellung geschlossen hat. Vielleicht gehört ja MBmail-Service (als "eigentlicher" Absender) auch noch dazu?

Ein schönes Wochenende

Nachtreter
 
DL8AAM Am: 27.11.2012 14:58:58 Gelesen: 324020# 95 @  
@ Pommes [#91]

Ein anderes Gerät aber der gleiche waagerechte Doppelpunkt mit der Kennung 1D10001055. Den hast Du wiederum mit Querstrich statt Punkten ja auch schon - auch dabei scheint es sich ja um Internationales Remailing zu handeln.

Thomas,

ich glaube wir kommen der Sache immer näher. Hier zwar noch keine 100%ige Bestätigung für die Querstriche bzw. Punkte & "Remailing" über TNT/PostCon (für 1D05000400 und 1D10001055), aber ein weiteres Indiz. Ich habe nun einen beleg vom direkten Folgegerät 1D10001056 bekommen, widerum von einem Absender aus Österreich - aber nun mit dem für PostCon typischen "Service-Center" Kundenklischee:



Sendung vom Hotel Charlet Montana aus Oberlech in A-6764 Lech am Arlberg vom 17.11.2012 (laut beiliegendem Anschreiben), frankiert per FRANKIT vom 23.11.2012 und (verkürzter?) Konsolidiererkennung "K4031 5" (ohne Kennzeichnung der Empfänger-PLZ-Region!) der TNT-Tochter "PostCon".

Das 1D10001055er Exemplar aus der Stempeldatenbank [1] zeigt übrigens auch solch einen verkürzte, "quersitzenden" Konsolidiererspray:



Ich bin nun inzwischen sehr sicher, dass hinter diesen österreichischen "FRANKIT-Sendungen" TNT bzw. PostCon als Inverkehrsbringer steckt. Die deutschen TNTer bzw. PostConner dienen hier als Frankierservice für einen remailenden Dienstleister (sehr sehr wahrscheinlich) aus dem Haus TNT in Österreich. Also, eine Art eines privatpostalischen Gegenstücks zum UPU-konzessionierten Direct Mail für Kunden aus Österreich und deren deutsche Zielgruppe. Nicht nur DHL/DPAG kann so etwas. ;-)

Gruß und 'immer ein Auge in die nächste blaue Altpapiertonne',
Thomas

[1]: http://www.philastempel.de/stempel/zeigen/11076
 
DL8AAM Am: 28.11.2012 20:19:02 Gelesen: 323963# 96 @  
@ DL8AAM [#95]

Zwar kein "Remailing" (sorry) aber als Ergänzung, hier ein weiteres TNT/PostCon-Gerät aus der oben bereits doppelt gezeigten Remailings aus der Neopost-Serie 1D1000105x. Scheinbar haben die seinerzeit für ihre Frankierservices gleich etwas größer zugeschlagen. ;-)



Gerätenummer " 1D10001058", hier für einen Absender ("atlas BLL ahlmann") aus Bremen.

Mit philatelistischem Gruß und nochmals Sorry für diesen OT-Beitrag
Thomas
 
DL8AAM Am: 11.12.2012 18:28:02 Gelesen: 323255# 97 @  
@ DL8AAM [#61][#83]

Wir hatten ja gerätselt, wo bzw. welches Briefzentrum für die FRANKIERSERVICE-Vermerke auf den Sendungen aus dem Dunstkreis der "Österreich Werbung" (mit der 'Remailing-Rücksendeadresse' Postfach 3001 in 36243 Niederaula, d.h. beim im IPZ 2) verantwortlich sein könnte. Jürgen Olschimke zeigt im Rahmen der Vorstellung des neuen FRANKIERSERVICE-Formats (Frankierwelle) ein Druck mit diesem Kundenklischee vom Briefzentrum 80 (München) [1]:



Vermutlich stammen sämtliche FRANKIERSERVICE-Frankturen der Geräte 1D05001011 und 1D050001B7 (plus ?) mit diesem Kundenklischee und österreichischen Absendern aus dem BZ 80, macht auch Sinn, liegt ja 'gleich um die Ecke'. ;-)

Gruß
Thomas

[1]: http://www.jolschimke.de/briefzentren/die-vielfalt-des-frankierservice.html#Geschichte-FS
 
DL8AAM Am: 16.01.2013 15:06:55 Gelesen: 321451# 98 @  
@ DL8AAM [#97]

So, und nun in "echt" und nicht nur von Jürgens Seite "geklaut":



Ausschnitt eines C4-Umschlags, Absender ist das "amiamo - Familotel Zell am See" in A-5700 Zell am See (Österreich), frankiert per FRANKIERSERVICE der DPAG im Briefzentrum 80 (München) am 14.01.2013 (22 Uhr), "Kundenklischee" mit Rücksendeangaben an die "Deckanschrift" Postfach 3001 in 36243 Niederaula, eine gute alte Bekannte aus dem Umfeld von DPAGs "GLOBAL MAIL". Kunde der DPAG dürfte aber nicht der Absender selbst, sondern dieser sollte Mitglied in einer Art von "Versendergenossenschaft" um die "Österreich Werbung", der staatlichen 'nationalen Tourismusmarketingorganisation Österreichs' [1], sein, d.h. "Österreich Werbung" hat hier für den Absender das Mailing abgewickelt.

Gruß
Thomas

[1]: http://www.austria.info
 
DL8AAM Am: 07.02.2013 17:03:07 Gelesen: 320237# 99 @  
@ DL8AAM [#85]

Ist inzwischen bekannt, wer hinter diesen "via Belgien"-Remailing steckt?

Zumindest für die BPI-Lizenznummern. BPI heisst "Belgian Post International" und ist ein Service der belgischen Post (Bpost) für internationale Dienstleistungen u.a. unter der Produktbezeichnung "BPI PRACTIMAIL" [1]. Dabei wird unterschieden zwischen Absendern aus Belgien (Ausschnitte aus der Produktbroschüre [1]):



und Absendern außerhalb Belgiens (d.h. ohne eigene belgische Rücksendeadresse)



Für Letztere kommt eine "konstrierte Deckadresse" nach dem Schema "Postfach + Vertragsnummer" und Ortangabe "1934 EMC Brucargo" zum Einsatz. EMC steht für das "European Mail Centre" (Building 829 C, 1931 Zaventem/Brucargo); Brucargo für BRUssels CARgo, d.h. Frachtflughafen Brüssel.

Weitere BPI-Produktbroschüren unter [2].

Hier nun ein paar weitere aktuelle Beispiele aus meiner Sammlung zur besseren Illustration:



Lizenz- bzw. Vertragsnummer BPI-6455 (Rücksendeadresse "Postach 6455, 1934 EMC Brucargo, Belgien"), leider unbekannter Absender.



Päckchen-Label mit Remailing-PPI, Lizenznummer "BPI-299" mit Rücksendepostfach "PO Box 299" (1934 EMC Brucargo), hinter der etwas schwammigen Bezeichnung 'Custom Print Center' versteckt sich übrigens der niederländische Absender "Vistaprint B.V." (Hudsonweg 8, 5928 LW Venlo).

Es scheint aber auch Nutzer des BPI-Verfahrens geben, die möglicherweise nicht direkt Kunde der belgischen Post sind, sondern den Weg über einen Subdienstleister gehen, ggf. ist [#85] ein solches Beispiel. PPI-Lizenznummer BPI-200 mit Rücksendepostfach 4457 (vergleiche aber [#70], hier passen Lizenznummer "BPI-4457" und "Postfach 4457" wiederum zusammen)

Gruß
Thomas

[1]: http://www.bpostinternational.com/en/resources/pdf/bpi_guide_oper_practimail_en.pdf
[2]: http://www.bpostinternational.com/en/resources/downloads.html
 
DL8AAM Am: 25.03.2013 18:19:12 Gelesen: 317225# 100 @  
Hier einmal wieder eine Remailing-Sendung, um dieses eigentlich doch sehr interessante Thema wieder etwas wiederzubeleben. ;-)



Eine Sendung der TARGOBANK AG & Co KGaG aus 47026 Duisburg - nach 37085 Göttingen - versendet über Frankreich. Es handelt sich somit um ein ABA-Remailing, dass nach meinem Wissensstand eigentlich doch inzwischen illegal sein sollte (d.h. der Absender in Land A versendet eine 'Inlandssendung' über ein Drittland B), oder hat sich da inzwischen etwas heimlich geändert? Zumindest hat sogar der Absender selbst keine Absenderangabe im Fenster unkenntlich gemacht.

Der eigentliche Grund für das Posting ist aber, dass der Remailing-PPI ('Entgeltbezahltvermerk') hier in einer für mich neuen Form gehalten ist.



Rücksendeadresse "DVE 90692 / 99001 Paris Inter" (bisher kannte ich das nur als "99002 Paris Inter"), hat jemand eine Idee, was DVE 90692 hierbei bedeutet? Finde unter 90692 als mögliche Postleitzahl leider keine Treffer, dass wäre (wenn) etwas im Gebiet von Belfort/Grandvillars?

Weiß jemand näheres zu diesem Beleg?

Gruß
Thomas
 
DL8AAM Am: 16.04.2013 21:34:15 Gelesen: 316012# 101 @  
@ DL8AAM [#45]

Die Remailing-PPIs ("Entgeltbezahlt"-Vermerke) der Swiss Post International (SPI) scheinen sich in ihrer Form (entweder generell oder nur in diesem Einzelfall) inzwischen etwas zu verändern:



ABC-Remailing (Italien > Schweiz > Deutschland) Sendung des ital. Absenders "European Patent Attorneys de Dominics & Mayer" (Piazzale Marengo 6, 20121 Milano) mit einfachen Entgeltbezahlthinweis "P.P. / CH-8010 Zürich-Müllingen", inkl. neuerdings einem 2D-Datamatrixcode.

Bemerkenswert ist in diesem Beispiel, dass ansonsten, wie normalerweise üblich, keinerlei schweizer Rücksendeadresse angegeben ist, stattdessen ist die echte, italienische Adresse des Absenders im PPI eingearbeitet. Als einziger Herkunftshinweis, für uns Eingeweihte erkennbar, ist klein die Kennzeichnung "SPI MIL 1084 D" angegeben. "SPI" steht dabei für die schweizer Post "Swiss Post International", "MIL" für deren Niederlassung in Milano (Mailand, Italien) und "1084 D" ist eine SPI-interne Identifikation des betreffenden Kunden.

Haben sich etwa zwischenzeitlich, von uns Philatelisten gänzlich unbemerkt, die internationalen UPU-Bestimmungen hinsichtlich der Rücksendeangaben und PPIs für Remailingsendungen geändert? Oder will man die Tatsache des Remailings gegenüber den Empfänger und (für den Fall der Unzustellbarkeit) den rücksendenden Postler verwischen? Ich vermute mal, das viele Postler den Brief dann gleich nach Mailand/Italien, statt in die Schweiz, zurückschicken.

Gruß
Thomas
 
DL8AAM Am: 22.04.2013 15:10:48 Gelesen: 315613# 102 @  
Auch wenn sonst keiner etwas Sagen oder Zeigen möchte, hier hätte ich einmal wieder etwas auffälliges (bzw. berichtenswertes?) aus diesem Bereich:



Werbung der französischen Firma "L'OCCITANE en Provence" (ZI Saint Maurice, 04100 Manosque) nach Deutschland und hier eingeliefert als INFOPOST-Sendung. Trotz der INFOPOST-Welle ist der Remailingcharakter dieser Sendung für uns 'Eingeweihte' aber wieder auf den 'ersten Blick' erkennbar, findet sich neben der langweiligen Welle eine für Remailings (hier der La Poste) typischen Rücksendeangaben auf dem Umschlag. ;-)



Diese Rücksendeverfügung "wenn unzustellbar zurück an / L'OCCITANE / Aut. ID-047/08 / Postfach nr.2083 / 36243 NIEDERAULA" erinnert uns der Form der dort angegebenen Genehmigungsnummer "Aut. ID-047/08" doch sehr stark an die Remailing-PPIs der französischen Post "La Poste". Die Angabe dient hier aber nur als 'Kundennummer', um eventuelle Rücksendungen auch einem bestimmten La Poste-Kunden zuordnen zu können.

Bei Niederaula handelt es sich um den Sitz eines "Internationalen Postzentrums (IPZ)" über das die La Poste dieses Mailing in den deutschen Postverkehr hat eingespeisen lassen. Das "Deck- bzw. Sammelpostfach" 2083 gehört nachgewiesenerweise der La Poste [1], ist mir (und auch Google) aber bisher nicht (auf gelaufenen Sendungen) nachgewiesen gewesen. In dem hier genannten Dokument von La Poste werden übrigens noch weitere Remailing-PPIs (Postage Paid Indicia, d.h. Entgeltbezahltvermerk) inkl. ihrer in den jeweiligen Bestimmungsländern genutzen lokalen Sammelpostfächern und Rücksendevermerken gezeigt:



Mit der Kombination der abgebildeten PPIs mit den Rücksendeangaben lässt sich damit die La Poste-Herkunft eindeutig identifizieren.

Auch, wenn er nicht so schön dekorativ ist, ist dieser Beleg - mit den damit möglich gewordenen Rechercheergebnissen - ein echter "it made my day"-Fund, der jedem mindestens ein schönes, gemeinsames Kristallweizen im Biergarten wert sein sollte!

Beste philatelistische Grüße
Thomas

[1]: http://www.laposte.fr/courrierinternational/fileadmin/entreprise/img/t_l_chargements_VE/Contrat_Destineo_International.pdf
 

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